Schlagwort: Saporischschja

  • Wie Fischernetze aus der Bretagne zum Schutzschild gegen Drohnen wurden

    Wie Fischernetze aus der Bretagne zum Schutzschild gegen Drohnen wurden

    Zivile Solidarität und militärische Wirkung: Wie bretonische Fischer der Ukraine helfen, sich gegen russische Angriffe zu verteidigen Als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 17. November 2025 zu einem diplomatischen Besuch in Paris weilte, verdient ein ungewöhnlicher Programmpunkt besondere Aufmerksamkeit: Ein offizielles Treffen mit bretonischen Fischern, die der Ukraine ein scheinbar banales, aber in der Praxis hochwirksames Hilfsmittel gespendet hatten – ausgediente Fischernetze. Insgesamt 280 Kilometer dieser Netze wurden bereits im Oktober an die Ukraine geliefert, wo sie seitdem zur Abwehr russischer Drohnenangriffe eingesetzt werden. Improvisierte Verteidigung gegen Hightech-Angriffe Die Idee, alte Fischernetze als Schutzvorrichtung zu verwenden, mag auf den ersten Blick kurios erscheinen. Tatsächlich aber erweisen sich die kilometerlangen Kunststoffgeflechte im Kriegsgebiet als überraschend effizient. In der ostukrainischen Region Saporischschja, einem Brennpunkt d…

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  • „No Kings“ und neue Grenzen: Amerikas Proteste und Russlands geopolitisches Kalkül

    „No Kings“ und neue Grenzen: Amerikas Proteste und Russlands geopolitisches Kalkül

    Millionen auf den Straßen der USA, ein autoritärer Präsident im Weißen Haus und eine weitreichende territoriale Forderung Moskaus an Kiew – die jüngsten Entwicklungen in Nordamerika und Osteuropa werfen ein grelles Licht auf den weltpolitischen Zustand im Herbst 2025. Zwei Ereignisse, die auf den ersten Blick unabhängig voneinander erscheinen, offenbaren bei genauerer Betrachtung eine gemeinsame Linie: den Wandel internationaler Machtverhältnisse, getrieben von populistischen Führungsstilen und strategischem Territorialdenken.

    Massen auf den Straßen: Der Aufstand gegen den Präsidenten

    Die „No Kings“-Proteste haben sich binnen weniger Monate zu einer der größten zivilgesellschaftlichen Bewegungen der jüngeren US-Geschichte entwickelt. Am 18. Oktober gingen landesweit Millionen Menschen auf die Straße, um gegen das zu protestieren, was viele als autoritäre Überformung des amerikanischen Präsidialsystems empfinden. Der Name ist Programm: Keine Könige – gemeint ist eine Absage an Machtkonzentration, Selbstüberhöhung und das Aushebeln demokratischer Kontrollmechanismen.

    Auslöser war, dass Donald Trump, nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025, institutionelle Normen systematisch unterläuft. Zu den konkreten Vorwürfen zählen der verstärkte Einsatz föderaler Sicherheitskräfte in oppositionell regierten Städten, politische Säuberungen in Behörden sowie eine zunehmend feindselige Rhetorik gegenüber Parlament, Justiz und Medien. Dass Trump jüngst auch öffentlich mit dem Gedanken spielte, den Obersten Gerichtshof in seiner Zusammensetzung „zu überdenken“, befeuerte die Proteste zusätzlich.

    Die Demonstrationen zeichnen sich durch ihre Breite und Organisiertheit aus. Neben klassischen Bürgerrechtsorganisationen beteiligen sich auch viele junge Menschen, Gewerkschaften und selbst konservative Gruppen, die um die amerikanische Verfassungsordnung fürchten. Auffällig ist dabei der dezentrale Charakter: Keine zentrale Führungsfigur, sondern ein Mosaik lokaler Gruppen mit einem gemeinsamen Credo – die Verteidigung demokratischer Grundsätze.

    Dennoch bleibt offen, ob der Protest auch institutionelle Wirkung entfalten kann. Die republikanische Kongressmehrheit steht geschlossen hinter dem Präsidenten, die Gouverneure oppositioneller Bundesstaaten zeigen sich zwar solidarisch mit den Demonstranten, aber politisch weitgehend machtlos. Sollte Trump seine autoritäre Linie fortsetzen, könnten die „No Kings“-Proteste zum Nukleus eines langfristigen Widerstands werden – oder aber in der amerikanischen Protestgeschichte als moralisches Aufbegehren ohne strukturelle Konsequenz verpuffen.

    Putins Territorialforderung: Ein gefährliches Spiel mit alten Mustern

    Zeitgleich zur innenpolitischen Lage in den USA sorgte ein außenpolitischer Vorgang für weltweites Aufsehen: Wladimir Putin forderte in einem Telefongespräch mit Donald Trump die vollständige Aufgabe der ostukrainischen Region Donezk durch die Regierung in Kiew – als Bedingung für einen Waffenstillstand und ein mögliches Friedensabkommen.

    Die Forderung markiert einen neuen Eskalationsschritt im seit über einem Jahrzehnt andauernden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Zwar kontrolliert Moskau bereits große Teile von Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – doch die explizite Forderung nach einer völkerrechtlich anerkannten Abtretung ist ein Tabubruch. Im Gegenzug stellte der Kreml eine schrittweise Rückgabe weniger strategisch relevanter Gebiete in Aussicht – ein Tausch, der in Kiew auf empörte Ablehnung stieß.

    Brisant ist nicht nur der Inhalt der Forderung, sondern auch die Reaktion Washingtons. Trump, der sich bereits in seinem Wahlkampf 2024 als möglicher Vermittler inszenierte, äußerte sich zurückhaltend. Weder stellte er sich klar hinter die ukrainische Souveränität, noch drohte er Moskau mit Konsequenzen. Vielmehr sprach er von einer „realistischen Perspektive für Frieden“, was in europäischen Hauptstädten als absolut falsches Signal verstanden wurde.

    Für Putin ist die Forderung doppelt kalkuliert: Innenpolitisch kann er sie als strategische Festigung russischen Einflusses präsentieren, außenpolitisch testet er die Bruchlinien der westlichen Solidarität. Sollte es ihm gelingen, über bilaterale Kanäle – etwa mit US-Präsident Trump – einen Separatfrieden durchzusetzen, hätte er nicht nur territoriale Gewinne gesichert, sondern auch das multilaterale westliche Bündnissystem untergraben.

    Für die Ukraine stünde bei einer solchen Lösung weit mehr als nur Gebiet auf dem Spiel. Eine formale Aufgabe von Donezk würde einem geopolitischen Präzedenzfall gleichkommen: Das Recht des Stärkeren hätte obsiegt, territoriale Integrität wäre keine selbstverständliche Norm mehr, sondern Verhandlungsmasse. Nicht zufällig warnen osteuropäische Staaten wie Polen, Lettland oder Finnland vor einer Wiederkehr zur Politik der Einflusszonen.

    Zudem steht die Glaubwürdigkeit westlicher Sicherheitspolitik auf dem Prüfstand. Sollte Washington, ob aus politischer Ermüdung oder strategischem Zynismus, zu territorialen Konzessionen in der Ukraine bereit sein, könnten auch andere Autokraten ermutigt werden, ihre Interessen offensiv durchzusetzen. Der Fall Ukraine wäre dann nicht mehr Einzelfall, sondern Symptom eines globalen Ordnungswandels.

    Am Ende sind beide Entwicklungen – die Proteste gegen einen präsidialen Machtanspruch in den USA und Putins Versuch, neue Grenzen durchzusetzen – Ausdruck einer Welt im Umbruch. In der Innenpolitik wie in der Diplomatie entscheidet sich dieser Tage, ob Regeln und Institutionen Bestand haben oder dem Kalkül autoritärer Akteure weichen müssen.

    Autor: P. Tiko

  • Saporischschja und die drohende nukleare Katastrophe

    Saporischschja und die drohende nukleare Katastrophe

    Die Warnungen des Direktors der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, sind alarmierend und weisen auf eine potenziell katastrophale Situation hin: „Wir nähern uns gefährlich einem nuklearen Unfall“ an der Kernkraftwerksanlage in Saporischschja, Ukraine. Doch warum ist gerade diese Anlage so gefährdet?

    Besetzung und Angriffe
    Seit März 2022 ist das Kernkraftwerk Saporischschja, das größte Europas, von russischen Kräften besetzt. Seit dem 7. April dieses Jahres wurde die Anlage Ziel von Drohnenangriffen. Die Situation ist besonders brisant, da sowohl Russland als auch die Ukraine die Verantwortung für die Angriffe von sich weisen, was eine Lösung des Konflikts zusätzlich kompliziert.

    Gefährdung der nuklearen Sicherheit
    Die Angriffe, die direkt die Anlage treffen, stellen eine unmittelbare Gefahr dar. Sie haben zwar bisher keinen radiologischen Vorfall verursacht, doch das Risiko für ein solches Ereignis wird dadurch signifikant erhöht. Laut Grossi sind alle sieben Säulen der nuklearen Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen der IAEO an der Anlage kompromittiert worden, was die Lage besonders prekär macht.

    Kontinuierliche Risiken trotz Abschaltung
    Obwohl die sechs Reaktoren der Anlage derzeit nicht in Betrieb sind, bleibt das Risiko eines schwerwiegenden nuklearen Unfalls bestehen. Die Strukturen könnten beschädigt sein, und das Management von Spaltmaterial und radioaktivem Abfall unter Kriegsbedingungen erhöht das Risiko von Zwischenfällen.

    Internationale Bedenken und Maßnahmen
    Die internationale Gemeinschaft, vertreten durch die IAEO und den UN-Sicherheitsrat, ist tief besorgt. Grossis dringender Appell an die Weltgemeinschaft, das „irreversible letzte Gewicht, das die Waage zum Kippen bringen könnte“, zu verhindern, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage.

    Die Kernkraftwerksanlage Saporischschja steht symbolisch für die gravierenden Risiken, die der anhaltende Konflikt in der Ukraine für die globale nukleare Sicherheit darstellt. Die aktuelle Lage zeigt, wie geopolitische Konflikte in direkte Bedrohungen für die zivile Sicherheit umschlagen können und macht deutlich, dass eine dringende Lösung erforderlich ist, um eine Katastrophe zu verhindern, die weit über die Grenzen der Ukraine hinausreichen könnte.

  • Ukraine-Krieg: Russland behauptet, die Ukraine habe das Atomkraftwerk Saporischschja bombardiert

    Ukraine-Krieg: Russland behauptet, die Ukraine habe das Atomkraftwerk Saporischschja bombardiert

    Ein Toter und drei Verletzte bei Angriffen ukrainischer Drohnen auf Russland, 14 Drohnen sollen zerstört worden sein.

    Bei ukrainischen Luftangriffen auf die Region Belgorod, die an die Ukraine grenzt, wurde am Donnerstag eine Person getötet und drei weitere verletzt, wie der regionale Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mitteilte. Diese Erklärung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als das russische Verteidigungsministerium berichtete, es habe in der Nacht 14 ukrainische Drohnen über der Region Belgorod und der ebenfalls an die Ukraine grenzenden Region Kursk abgefangen und zerstört. In den letzten Tagen häuften sich ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Territorium im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, die vom 15. bis 17. März in Russland stattfinden sollen.

    Russland behauptet, die Ukraine habe das Atomkraftwerk Saporischschja bombardiert.
    Es ist bisher unmöglich, die Information unabhängig zu überprüfen. Russland behauptet, dass die ukrainische Armee das auf ukrainischem Boden liegende Atomkraftwerk Saporischschja mit einer Kampfdrohne bombardiert habe. Ein Sprengsatz habe auf die Treibstofftanks gezielt, berichtet der von der russischen Regierung ernannte Leiter der Anlage, Juri Tschernischuk. „Wenn die Tanks getroffen worden wären, hätte dies verheerende Folgen haben können“, schreibt die Nachrichtenagentur TASS. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind vor Ort.

    Putin ruft die Russen auf, Patriotismus zu zeigen, indem sie zur Wahl gehen
    Der russische Präsident Wladimir Putin rief sein Volk am Donnerstag dazu auf, „Patriotismus“ zu zeigen und bei den Präsidentschaftswahlen, die vom 15. bis 17. März in Russland stattfinden sollen, zur Wahl zu gehen. „Ich bitte Sie, zur Wahl zu gehen und Ihre zivile und patriotische Haltung zum Ausdruck zu bringen, für den Kandidaten zu stimmen, den Sie bevorzugen, für eine strahlende Zukunft unseres geliebten Russlands“, sagte Putin in einer Videoansprache, die im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. „An den Wahlen teilzunehmen bedeutet, Ihre patriotischen Gefühle zum Ausdruck zu bringen“, betonte Putin.

  • Krieg in der Ukraine: Atomkraftwerk Saporischschja erneut vom Stromnetz abgeschnitten

    Krieg in der Ukraine: Atomkraftwerk Saporischschja erneut vom Stromnetz abgeschnitten

    Solche potenziell gefährliche Vorfälle treten in letzter Zeit bei Bombenangriffen im Zusammenhang mit Kampfhandlungen immer öfter auf.

    Das von der russischen Armee besetzte Atomkraftwerk Saporischschja in der Südostukraine wurde erneut vom ukrainischen Stromnetz abgeschnitten, wie die russische Besatzungsverwaltung am Montag mitteilte. Solche potenziell gefährlichen Vorfälle kommen wegen der Bombenangriffe im Zusammenhang mit den Kämpfen immer häufiger vor. Die russische Verwaltung erklärte auf Telegram, dass die Ursachen für die erneute Unterbrechung der Stromleitung derzeit ermittelt würden und dass die Notstromdieselgeneratoren der Anlage eingeschaltet worden seien, um ihren Kühlungs-Notbetrieb sicherzustellen.

    Brasiliens Präsident Lula „verärgert“, dass er während des G7-Treffens nicht mit Wolodymyr Selenskyj sprechen konnte. Der ukrainische Präsident hatte um ein persönliches Gespräch mit seinem brasilianischen Amtskollegen gebeten, der die russische Invasion bisher nur sehr zögerlich verurteilte. Es gelang den beiden Staatsoberhäuptern jedoch nicht, einen Gesprächstermin zu finden. Lula sagte, er sei darüber „verärgert, weil ich ihn gerne treffen und das Thema diskutieren würde“.

    Moskau meldet die vollständige Einnahme von Bakhmut. Moskau beanspruchte am Samstagabend die vollständige Einnahme der Stadt. „Als Ergebnis der offensiven Aktionen der Wagner-Sturmeinheiten mit Unterstützung der Artillerie und der Luftwaffe der Einheit ‚Süd‘ ist die Befreiung der Stadt Artemovsk, das ist der russische Name für Bakhmut, nun vollständig“, erklärte das russische Verteidigungsministerium.

    Wolodymyr Selenskyj dementierte die Einnahme der Stadt. Der ukrainische Präsident, der sich während des G7-Gipfels im japanischen Hiroshima aufhielt, versicherte jedoch, dass Bakhmut von russischen Truppen „nicht besetzt“ sei. Laut der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin Ganna Maliar haben die ukrainischen Streitkräfte Bakhmut „teilweise eingekesselt“, da sie vor kurzem in die bisher von russischen Truppen gehaltenen Flanken vorgestoßen seien.

  • Ukraine-Krieg: Gefahr eines „schweren Atomunfalls“ im Kraftwerk Saporischschja – Evakuierungen im Gange

    Ukraine-Krieg: Gefahr eines „schweren Atomunfalls“ im Kraftwerk Saporischschja – Evakuierungen im Gange

    Die Internationale Atomenergiebehörde warnt vor der Gefahr eines „schweren nuklearen Unfalls“ im Kraftwerk Zaporijjia. Die russischen Streitkräfte haben mit der Evakuierung von Zivilisten begonnen.

    Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnte am Samstag, dem 6. Mai, vor der Gefahr eines „schweren nuklearen Unfalls“ in dem von russischen Streitkräften besetzten Kraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Mit der Evakuierung der nahe gelegenen Stadt Saporischschja, in der die meisten Angestellten leben, wurde wegen der „potenziell gefährlichen“ Situation um den Standort bereits begonnen.

    „Die Situation im Gebiet in der Nähe des Atomkraftwerks Saporischschja wird zunehmend unvorhersehbar und potenziell gefährlich“, warnte der Leiter der Agentur, Rafael Grossi, in einer IAEO-Erklärung.

    Das größte Kraftwerk in Europa, wurde seit Beginn des Konflikts mehrmals beschossen. Die Experten der IAEO, die sich vor Ort befinden, berichten weiterhin von Bombardements in der Gegend, das letzte am Freitagabend, heißt es in der Erklärung.

    Man beobachtete die Situation genau, um „mögliche Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit zu erkennen“, sagte Rafael Grossi. „Diese große nukleare Anlage muss geschützt werden. Ich werde weiterhin Druck ausüben, damit sich alle Parteien zu diesem lebenswichtigen Ziel verpflichten, und die IAEO wird weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um dazu beizutragen, die nukleare Sicherheit und Sicherung des Kraftwerks zu gewährleisten“.

    Am Freitag hatte der von Moskau eingesetzte Regionalbeamte Jewgeni Balitski eine teilweise Evakuierung von 18 Orten unter russischer Besatzung in der Region Saporischschja, insbesondere in Energodar, angekündigt. Diese gibt jedoch weiteren Anlass zur Sorge.

    Ivan Fedorov, Bürgermeister von Melitopol, beklagte am Samstag auf Telegram eine zu schnelle „Evakuierung“. Am Kontrollpunkt Chongar auf der Straße, die von Melitopol auf die Krim führt, hätten sich riesige Warteschlangen gebildet, berichtet er. Dasselbe gilt für die Stadt Tokmak, wo sich lange Schlangen von Menschen bildeten, die Brot kaufen wollten und die meisten Tankstellen kein Benzin mehr hatten.

    Diese Evakuierungen, die laut dem russischen Regionalverwalter Balitski „vorübergehend“ sein sollen, betreffen in erster Linie Kinder mit ihren Eltern, ältere und behinderte Menschen sowie Krankenhauspatienten angesichts der seiner Meinung nach zunehmenden ukrainischen Bombenangriffe in den letzten Tagen.

    Die russischen Behörden planen die Evakuierung von rund 70.000 Menschen aus den von ihnen besetzten Ortschaften in der Region Saporischschja, wie ein anderer Beamter der Besatzungsverwaltung, Andrej Kozenko, von der Nachrichtenagentur TASS zitiert wurde.

    Eine Evakuierung der Beschäftigten des Atomkraftwerks, dessen sechs Reaktoren abgeschaltet sind, sei derzeit jedoch noch nicht geplant, kündigte Juri Tschernitschuk, der von den russischen Behörden ernannte Direktor des Kraftwerk-Standorts, am Samstag an.

    Die Belegschaft von Saporischschja habe sich seit Beginn des Konflikts allmählich verringert, heißt es in der IAEO-Mitteilung. Das Atomkraftwerk Saporischschja, das seit März 2022 von der russischen Armee kontrolliert wird, liegt am Ufer des Flusses Dnepr, der in diesem Gebiet die beiden Armeen trennt.

    Mitte April hatte IAEO-Direktor Rafael Grossi bereits gewarnt, dass man sich hinsichtlich der „Sicherheit“ des Kraftwerks „auf Bewährung“ befinde. Und obwohl die Reaktoren nicht in Betrieb sind, ist der Zustand einer Notstromleitung, von der die Kühlungen abhängen, von kritischer Wichtigkeit. Diese Leitung wurde am 1. März beschädigt und war Mitte April immer noch nicht repariert, wie die IAEO bedauert.

  • Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangert „vorsätzliche und gezielte“ Schüsse auf das größte Atomkraftwerk Europas an.

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangerte am Sonntag einen „vorsätzlichen und gezielten“ Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja an. Er ruft dazu auf, „diesen Wahnsinn zu stoppen“.

    Russland und die Ukraine beschuldigten sich erneut gegenseitig, das im Süden der Ukraine gelegene und von der russischen Armee besetzte Atomkraftwerk beschossen zu haben. „Ein gutes Dutzend“ Angriffe wurde am Wochenende von Samstag bis Sonntag auf die Anlage gezählt.

    „Es hat Explosionen auf dem Gelände dieses wichtigen Atomkraftwerks gegeben, was völlig inakzeptabel ist“, sagt Rafael Grossi in einem Interview mit dem französischen Sender BFMTV. „Wer auch immer das getan hat, es muss sofort aufhören“, fordert der IAEO-Chef und betont: „Die Leute, die das tun, wissen genau, wo sie zuschlagen“.

    „Das Kraftwerk liegt an der Frontlinie, es gibt militärische Aktivitäten, die sehr schwer zu durchschauen sind, es sind russische und ukrainische Truppen im Einsatz“, sagt Rafael Grossi.

    Für das russische Verteidigungsministerium „hört das Kiewer Regime nicht auf zu provozieren, um die Gefahr einer Katastrophe im Atomkraftwerk Saporischschja zu schaffen“. Am Samstag und Sonntag hätten die ukrainischen Streitkräfte mehr als 20 „großkalibrige Granaten“ auf das Kraftwerk abgefeuert, heißt es in der Erklärung Moskaus. Diese seien insbesondere zwischen den Energieblöcken Nummer 4 und 5 eingeschlagen. Ein getroffenes Nebengebäude beherberge ein Lager für Kernbrennstoffe, zitierte die amtliche russische Nachrichtenagentur TASS einen Beamten des russischen Atomstromproduzenten Rosenergoatom.

    Trotz der Bombardierungen „entspricht der Strahlungspegel im Bereich des Kraftwerks weiterhin der Norm“, meldet die IAEA.

    Die ukrainische Atombehörde beschuldigt ihrerseits Russland, das Kraftwerksgelände bombardiert zu haben. „Heute Morgen, am 20. November 2022, wurden nach zahlreichen russischen Bombardements mindestens 12 Treffer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja registriert“, erklärte die ukrainische Energoatom und beschuldigte die Russen, „wieder einmal eine nukleare Erpressung zu organisieren und die ganze Welt in Gefahr zu bringen“.

    Die IAEO, die zwei Inspektoren vor Ort in dem Kraftwerk hat, führt derzeit eine Bewertung der Schäden durch. „Es gab Schäden an ziemlich heiklen Stellen“, meint Rafael Grossi. Die Reaktoren seien aber nicht betroffen, sondern „eher der Bereich, in dem sich die frischen und abgebrannten Brennstoffe befinden“. „Wir rechnen damit, dass wir am Montag sehr früh eine Bestandsaufnahme machen können“, fügt er hinzu und erklärt, dass die Inspektoren am Sonntag die Gebäude nicht verlassen konnten, da die Situation zu gefährlich gewesen sei.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach am Sonntag mit dem IAEO-Chef über die Lage im Kraftwerk Saporischschja und wird laut der französischen Präsidentschaft auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij sprechen.

  • Ukraine-Krieg: Wladimir Putin unterzeichnet Dekret zur Aneignung des Atomkraftwerks Saporischschja

    Ukraine-Krieg: Wladimir Putin unterzeichnet Dekret zur Aneignung des Atomkraftwerks Saporischschja

    Diese Entscheidung des Kremls kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die ukrainische Gegenoffensive in den von Russland illegal annektierten Gebieten erfolgreich fortgesetzt wird. Russland hat sich das Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine, das es seit Monaten militärisch besetzt hält, formell angeeignet. Dies geht aus einem Dekret hervor, das Präsident Wladimir Putin am Mittwoch, dem 5. Oktober, unterzeichnet hat. „Die Regierung muss dafür sorgen, dass die nuklearen Anlagen des Kraftwerks (…) als föderales Eigentum akzeptiert werden“, heißt es in dem Dekret, das veröffentlicht wurde, nachdem ein Besuch des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in der Ukraine und in Russland angekündigt wurde. Der ukrainische Betreiber des Kraftwerks, Energoatom, sagte seinerseits, dass er Wladimir Putins Dekret als „null und nichtig, absurd und unangemessen“ betrachte. „Das Kraftwerk Saporischschja wird weiterhin in der Ukraine, gemäß der ukrainischen Gesetzgebung, …

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  • Ukraine-Krieg: Biden, Macron, Scholz und Johnson haben Angst vor nuklearer Katastrophe

    Ukraine-Krieg: Biden, Macron, Scholz und Johnson haben Angst vor nuklearer Katastrophe

    In einer gemeinsamen Erklärung riefen mehrere Staatschefs angesichts der Gefahr einer „nuklearen Katastrophe“ im ukrainischen Saporischschja zu „Zurückhaltung“ auf. Wladimir Putin, der am Freitag mit Emmanuel Macron gesprochen hatte, sagte, er befürchte eine „Katastrophe großen Ausmaßes“. Die Regierungschefs der USA, Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens riefen am Sonntag zur „Zurückhaltung“ rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja, das größte Europas, auf, das schon vor Wochen von der russischen Armee besetzt wurde. Die Präsidenten Joe Biden und Emmanuel Macron sowie Bundeskanzler Olaf Scholz und Premierminister Boris Johnson forderten laut dem dem deutschen Regierungssprecher außerdem die „schnelle“ Entsendung einer Mission von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in das umkämpfte AKW. Lesen Sie auch: Angst vor Atomkatastrophe: Macron spricht mit Selenskyj über das Kraftwerk Saporischschja Die erbitterten Kämpfe um das Atomkraftwerk in der Sü…

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  • Ukraine-Krieg: Emmanuel Macron und Wladimir Putin sprechen über Atomkraftwerk Saporischschja

    Ukraine-Krieg: Emmanuel Macron und Wladimir Putin sprechen über Atomkraftwerk Saporischschja

    Der französische und der russische Präsident führten am Freitag, dem 19. August, ein langes Telefongespräch. Sie sprachen vor allem über die Gefahr, die von den Bombenangriffen in der Umgebung des Atomkraftwerks Saporischschja in der Ukraine ausgeht. Am Freitag, dem 19. August, endete der Urlaub für Emmanuel Macron, der seinen politischen Wiedereinstieg mit einer Rede in Bormes-les-Mimosas (Var) beginnt. Der Präsident hatte in den letzten Wochen vermehrt mit ausländischen Staatschefs telefoniert, unter anderem mit Wladimir Putin. „Es ist das Ende einer sehr langen Funkstille zwischen Emmanuel Macron und Wladimir Putin, die seit dem 28. Mai nicht mehr miteinander gesprochen hatten“, berichtet der Journalist Hugo Capelli für France Télévisions aus Bormes-les-Mimosas. Eine gemeinsame Basis in Bezug auf Saporischschja.Das Gespräch zwischen dem französischen und dem russischen Staatschef „dauerte 1 Stunde und 15 Minuten, und im Mittelpunkt des Austauschs stand das Atomkraftwerk Saporischsch…

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