Schlagwort: SAMU

  • Der traurige Tod von Estéban Vermeersch: Wenn Vertrauen ins System zerbricht

    Der traurige Tod von Estéban Vermeersch: Wenn Vertrauen ins System zerbricht

    Ein Name, ein Schicksal, ein Schock: Estéban Vermeersch, 24 Jahre alt, Bäcker aus Mamers in der Sarthe, stirbt am 30. Januar 2025 nach mehreren Hilferufen an den Rettungsdienst – ohne dass rechtzeitig eingegriffen wurde. Zwei Telefonate, zwei Fehleinschätzungen, ein drittes Gespräch, in dem der junge Mann bereits zusammenbricht. Danach ist es zu spät. Sein Tod wirft ein grelles Licht auf eine Schwachstelle im französischen Gesundheitssystem: die medizinische Notfallregulation am Telefon.

    Ein Drama in mehreren Akten Am 28. Januar ruft Estéban den Notruf an. Brustschmerzen, Atemnot, das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen. Am anderen Ende der Leitung: ein ärztlicher Mitarbeiter, der die Beschwerden als Muskelproblem deutet. Keine Entsendung eines Teams, kein Transport ins Krankenhaus. Am Tag darauf verschlimmern sich die Symptome. Ein zweiter Anruf – dieselbe Einschätzung. Erst beim dritten Kontakt, als Estéban im Beisein seiner Mutter kollabiert, rückt endlich Hilfe aus. Doch da ist…

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  • Französisches Gesundheitssystem „in einer katastrophalen Situation“

    Französisches Gesundheitssystem „in einer katastrophalen Situation“

    Am Dienstag, dem 7. Juni, sind in mindestens 50 Städten Frankreichs Kundgebungen geplant, zu denen mehrere Gewerkschaften aufgerufen haben, um höhere Löhne und Gehälter für das Krankenhauspersonal zu fordern. Wenige Tage vor den Parlamentswahlen organisieren neun Gewerkschaften und Krankenhauskollektive am Dienstag, dem 7. Juni, einen Mobilisierungstag, um Lohnerhöhungen und mehr Personal zu fordern. In mindestens fünfzig Städten Frankreichs sind Kundgebungen geplant. In Paris werden die Demonstranten ab 13.30 Uhr vor dem Gesundheitsministerium erwartet. Weitere Aktionen sind in Grenoble, Marseille, Nantes und Toulouse angekündigt, aber auch in kleineren Orten wie Aurillac, Épernay oder Cherbourg, wohin Emmanuel Macron letzte Woche gekommen war, um eine „Blitzmission“ über die Situation der Notaufnahmen anzukündigen. Aufgrund eines Mangels an Pflegepersonal waren in den vergangenen Wochen bereits etwa 120 Notaufnahmen gezwungen, ihre Aktivitäten einzuschränken, wie eine Zählung der Ve…

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  • Einheitliche Notrufnummer 112 schafft Unfrieden

    Einheitliche Notrufnummer 112 schafft Unfrieden

    Zum ersten Mal in Frankreich wird im Jahr 2024 in der Region Bouches-du-Rhône eine einheitliche Notrufnummer getestet werden. Für die Notfallsanitäter ist dieser Gesetzentwurf, der im Parlament geprüft wird, nicht gut.

    Stehen wir vor dem Aus für die Notrufnummern 15, 17 und 18 in Frankreich? In der Region Bouches-du-Rhône wird im Jahr 2024 eine einzige Notrufnummer getestet: 112. Die Feuerwehr, der Rettungsdienst, die Polizei und die Gendarmerie werden alle unter der gleichen Nummer erreichbar sein.

    70 bis 80 Personen werden Anrufe über eine Telefonplattform entgegennehmen, die in einem neuen Gebäude am Sitz der Marinefeuerwehr in Marseille installiert wird. Auch die Ärzte des Samu (Notfallsanitätsdienst) werden anwesend sein und Anrufe entgegennehmen.

    Der Gesetzentwurf, der in den kommenden Wochen von den beiden Kammern des Parlaments endgültig verabschiedet werden soll, sorgt bereits für Kontroversen unter den Notärzten.

    Am Mittwoch, den 6. Oktober, versammelten sich Notärzte aus acht Departements der Region Ile-de-France, aber auch aus Beauvais, Bourges, Lille und Rouen, um vor der Nationalversammlung zu protestieren. Mit Blaulicht und Sirene demonstrierten die Rettungssanitäter ihren Widerstand gegen den Gesetzentwurf.

    Dem Leiter des Pariser Samu zufolge würde das neue System die Reaktionszeit sogar „verdreifachen“. Außerdem besteht für die Samu die Gefahr, dass die 112-Mitarbeiter nicht für medizinische Notfälle qualifiziert sind. „In Frankreich gibt es in der Tat zu viele Notrufnummern. Wenn sich die Dinge jedoch ändern müssen, dann muss dies auf intelligente Weise geschehen. In seiner jetzigen Form ist das Gesetz nicht intelligent. Es handelt sich um eine kosmetische Maßnahme“, sagt Vincent Bounes, Leiter des Samu 31.

    Der Rettungsdienst Samu hat für den 12. Oktober eine Streikankündigung eingereicht. „Aber wir werden weiterhin unsere Arbeit machen“, versichert Vincent Bounes.