Schlagwort: Rima Hassan

  • Auf hoher See gekidnappt? Französischer Arzt berichtet von „Misshandlungen“ durch israelische Behörden

    Auf hoher See gekidnappt? Französischer Arzt berichtet von „Misshandlungen“ durch israelische Behörden

    Mitten in der Nacht, irgendwo in internationalen Gewässern, wird ein kleines Hilfsschiff gestoppt – nicht von Piraten, sondern von einer der am besten ausgerüsteten Armeen der Welt. Was wie der Beginn eines Abenteuerromans klingt, wurde Realität für die Besatzung der „Madleen“. An Bord: zwölf Aktivistinnen und Aktivisten, darunter die bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg, der französische Arzt Baptiste André und die Europaabgeordnete Rima Hassan. Sie wollten Hilfsgüter nach Gaza bringen. Doch sie kamen nie an. Am Abend des 10. Juni landet Baptiste André wieder in Frankreich. Die Stimme ruhig, aber fest – er berichtet von seiner Erfahrung nach der gewaltsamen Festsetzung des Schiffes. Keine körperliche Gewalt, sagt er, aber das, was folgte, nennt er „Misshandlung“. Und was er erzählt, lässt aufhorchen.

    Musik, Spott und kein Zugang zu Wasser „Kein Zugang zu Sanitäranlagen, kaum Wasser, Brot erst nach Stunden“ – das sind keine Zu…

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  • Französischer Widerstand gegen Israels Politik: Sechs Aktivisten verweigern Ausreise

    Französischer Widerstand gegen Israels Politik: Sechs Aktivisten verweigern Ausreise

    Es ist ein seltenes Zeichen zivilen Ungehorsams auf internationalem Boden: Sechs französische Staatsbürger, darunter die Europaabgeordnete Rima Hassan, lehnen nach der gewaltsamen Abfangaktion des Hilfsschiffes Madleen durch die israelische Marine ihre Rückreise nach Frankreich ab. Sie befinden sich nun in israelischem Gewahrsam – mit der Aussicht, einem Richter vorgeführt zu werden.

    Doch was motiviert diesen Schritt? Und warum ist er politisch so aufgeladen?

    Die Szene wirkt fast filmreif: Die Madleen, ein kleines Segelschiff voller Hoffnung und Hilfsgüter, wird auf dem Weg nach Gaza in internationalen Gewässern abgefangen. Israel argumentiert mit Sicherheitsinteressen, spricht von legitimer Verteidigung seiner Grenzen. Doch die Aktivistinnen und Aktivisten an Bord haben ein anderes Ziel: Solidarität. Und sie schrecken nicht davor zurück, ihre Haltung bis zum letzten Schritt durchzuziehen.

    Während einer der sechs Franzosen die angebotene Rückreise akzeptiert hat, pochen die fünf anderen – darunter Rima Hassan – auf ihr Recht, sich gegen die israelische Maßnahme juristisch zu wehren. Sie nehmen dafür nicht nur ihre Freiheit, sondern auch mögliche Konsequenzen in Kauf. Ein symbolträchtiger Akt, der weit über den Einzelfall hinausreicht.

    MEP_Rima_Hassan_Wiki
    Rima Hassan (Wikipedia)

    Rima Hassan, selbst mit palästinensischen Wurzeln, bezeichnete die Abfangaktion in ersten Statements als völkerrechtswidrig. Sie betonte: „Unsere Anwesenheit ist ein Akt der Menschlichkeit – kein Angriff.“ Dass sie sich der Abschiebung widersetzt, ist Ausdruck dieser Überzeugung.

    Wie reagiert Frankreich?

    Die französische Regierung steht unter Zugzwang. Präsident Emmanuel Macron nannte die humanitäre Lage in Gaza eine „Schande“ und forderte die sofortige Rückführung aller französischen Staatsbürger. Doch was, wenn diese Rückkehr gar nicht gewünscht ist? Wenn Bürgerinnen und Bürger aktiv entscheiden, im Gewahrsam zu bleiben, um ein politisches Zeichen zu setzen?

    In diplomatischen Kreisen sorgt diese Situation für Unruhe. Das israelische Innenministerium ließ bereits verlauten, dass es keine besonderen Zugeständnisse geben werde – „diese Personen interessieren uns nicht“, hieß es lakonisch. Ein Satz, der wie ein Schlag ins Gesicht wirkt und die Entschlossenheit der Aktivistengruppe nur weiter zu befeuern scheint.

    Der Widerstand der sechs Franzosen, von denen fünf nun einen israelischen Richter sehen werden, könnte eine juristische Auseinandersetzung mit Signalwirkung auslösen. Es ist nicht einfach nur ein Fall für Konsularbeamte – es ist ein internationales Politikum.

    Die Entscheidung, sich nicht einfach abschieben zu lassen, ist mehr als eine Geste – sie ist eine bewusste Provokation gegenüber dem israelischen System und zugleich ein Appell an die Weltöffentlichkeit. Wer sich in einer solchen Situation bewusst dem legalen Apparat stellt, spielt nicht nur nach den Regeln – er fordert sie heraus.

    Von M.A.B.

  • Solidarität mit Gaza: Tausende demonstrieren in Frankreich nach Blockade eines Hilfsschiffs

    Solidarität mit Gaza: Tausende demonstrieren in Frankreich nach Blockade eines Hilfsschiffs

    Am 9. Juni 2025 bebten die Straßen zahlreicher französischer Städte – nicht vor Freude, sondern vor Empörung. Tausende Menschen gingen auf die Straße, um ein Zeichen zu setzen: für die Menschlichkeit, für Gerechtigkeit und für die notleidende Bevölkerung von Gaza. Der Auslöser: Die gewaltsame Blockade des Hilfsschiffs Madleen durch die israelische Marine.

    Dieses Segelboot war kein gewöhnliches Schiff. Es war ein Symbol – ein schwimmender Protest gegen eine humanitäre Katastrophe.

    Ein Boot mit einer Mission

    Die Madleen, ein kleines Schiff, gechartert von der „Flottille der Freiheit“, stach am 1. Juni von Sizilien aus in See. An Bord: eine bunte Mischung internationaler Aktivisten. Darunter die schwedische Umweltikone Greta Thunberg und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan. Ihr Ziel? Ein Bruch des Gaza-Blockade – zumindest symbolisch – durch die Lieferung dringend benötigter Hilfsgüter.

    Doch noch bevor das Boot Gaza erreichen konnte, stoppte es die israelische Marine. Und das ausgerechnet in internationalen Gewässern. Eine Provokation, wie viele meinen – eine klare Grenzüberschreitung, sagt das Völkerrecht.

    Frankreich reagiert – laut und deutlich

    Was dann geschah, ließ das politische Paris nicht kalt. Präsident Emmanuel Macron reagierte umgehend und forderte die sofortige Rückführung der sechs französischen Staatsbürger, die sich an Bord befanden. Gleichzeitig verurteilte er den Gaza-Blockade offen – mit ungewöhnlich scharfem Ton: die Worte „Skandal“ und „Schande“ fielen da. Eine klare Positionierung in einem sonst diplomatisch vorsichtigen Umfeld.

    Auch auf der Straße war die Reaktion gewaltig. Von Paris bis Lyon, von Lille bis Toulouse – überall versammelten sich Menschen, hielten palästinensische Fahnen in die Luft, skandierten für Gerechtigkeit, verlangten ein Ende der Blockade. In Paris trat Jean-Luc Mélenchon ans Mikrofon und nannte das Vorgehen Israels unverblümt „internationale Piraterie“.

    Recht oder Unrecht – und wer entscheidet das?

    Mit dem Vorfall wurde erneut eine heikle Frage aufgeworfen: Ist der Gaza-Blockade überhaupt legal? Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und UN-Vertreter haben darauf eine klare Antwort: Nein. Der Angriff auf das Schiff, so Amnesty International, sei ein klarer Bruch internationalen Rechts.

    Was für die einen ein Akt der Selbstverteidigung ist, sehen andere als eklatante Missachtung grundlegender Menschenrechte. Eine Frage, bei der sich politische Lager ebenso spalten wie Gesellschaften.

    Aber was ist mit den Menschen in Gaza? Die, die zwischen den Fronten leben müssen?

    Ein Katalysator der Bewegung

    So dramatisch der Vorfall um die Madleen auch war – er brachte Bewegung in eine Debatte, die allzu oft in diplomatischen Phrasen stecken bleibt. Die französische Zivilgesellschaft zeigt Flagge. Und das nicht nur einmal. Weitere Demonstrationen sind bereits geplant – viele Bürger wollen sich nicht länger mit symbolischer Empörung begnügen.

    Ob in kleinen Städten oder auf den großen Plätzen – überall hört man dieselbe Botschaft: Es reicht. Die Menschen wollen nicht mehr zusehen, wie Grundrechte verhandelt, verschoben oder ignoriert werden. Sie fordern Taten – nicht irgendwann, sondern jetzt.

    Und was bringt das alles?

    Natürlich wird ein einzelnes Boot nicht die Welt verändern. Aber Symbole haben Macht. Und manchmal braucht es genau solche Momente, um Menschen wachzurütteln. Um Aufmerksamkeit zu erzeugen, wo sonst Schweigen herrscht. Um aus Betroffenen Beteiligte zu machen.

    Kann ein Protest auf französischem Boden den Kurs einer Regierung im Nahen Osten verändern? Vielleicht nicht direkt. Aber er verändert etwas anderes – das Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein wächst.

    Von Andreas M. Brucker

  • Greta Thunberg und die gestoppte Gaza-Hilfsmission: Zwischen Hoffnung und harter Realität

    Greta Thunberg und die gestoppte Gaza-Hilfsmission: Zwischen Hoffnung und harter Realität

    In der Morgendämmerung des 8. Juni 2025 spielte sich mitten im Mittelmeer ein symbolträchtiges Drama ab. Die Madleen, ein unter britischer Flagge fahrendes Schiff mit Kurs auf den Gazastreifen, wurde von der israelischen Marine in internationalen Gewässern abgefangen. An Bord: zwölf Aktivistinnen und Aktivisten, darunter die weltbekannte schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.

    Die Botschaft der Aktion war klar. Mit Hilfsgütern wie Babynahrung und dringend benötigten Medikamenten an Bord wollte die Freedom Flotilla Coalition nicht nur konkrete Hilfe leisten, sondern auch ein kraftvolles Zeichen gegen die andauernde Blockade Gazas setzen. Doch die israelischen Streitkräfte sahen in dem Vorstoß eine Provokation – und reagierten prompt.

    Der Sturm auf die Madleen

    Ohne großes Aufsehen, aber mit militärischer Präzision, übernahm die israelische Marine in der Nacht auf Montag die Kontrolle über das Schiff. Es war eine Operation, wie sie in ähnlicher Form schon mehrfach stattgefunden hat – doch der Name Thunberg verlieh diesem Vorfall globale Aufmerksamkeit. Die Aktivistinnen und Aktivisten wurden nach Israel gebracht. Die Regierung kündigte an, sie so bald wie möglich in ihre Herkunftsländer zurückzuführen.

    Israel rechtfertigte das Vorgehen mit dem Schutz seiner Sicherheit. Die Blockade sei notwendig, um Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden – so die offizielle Lesart. Für Kritiker ist das jedoch nur die halbe Wahrheit.

    Entführung oder legitime Maßnahme?

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Freedom Flotilla Coalition sprach von einer „Entführung“ in internationalen Gewässern. In vorab aufgenommenen Videobotschaften betonten Greta Thunberg und ihre Mitstreiterinnen, dass ihr Einsatz rein humanitär sei. „Wir stehen für Menschenrechte und das Leben der Zivilbevölkerung“, sagte Thunberg mit ernster Miene – und brachte damit die Sorge vieler internationaler Beobachter auf den Punkt.

    Wenn internationale Gewässer kein sicherer Ort mehr für humanitäre Missionen sind – wo dann?

    Zwischen politischem Spielball und menschlichem Leid

    Die Madleen ist nicht das erste Schiff dieser Art. Bereits im Mai war die Conscience, ein weiteres Schiff der Flottille, nahe Malta von Drohnen angegriffen worden. Hier gab es keine offiziellen Verantwortlichen – doch die Aktivistinnen und Aktivisten machten Israel verantwortlich.

    Die Absicht dieser Missionen ist nicht neu: Aufmerksamkeit schaffen, politische Debatten anstoßen, die Blockade in Frage stellen. Doch jedes Mal, wenn ein Schiff nicht ankommt, stellt sich dieselbe bittere Frage: Was hat es gebracht?

    Antwort: Mehr als man vielleicht denkt.

    Symbolik versus Realität

    Die Madleen erreichte den Gazastreifen nicht. Ihre Ladung wurde beschlagnahmt, die Crew festgenommen. Doch die Aktion brachte das Thema Gaza zurück auf die globale Agenda. Und das ist ein Erfolg – zumindest auf symbolischer Ebene.

    Während manche Regierungen Israels Eingreifen verteidigen, fordern andere eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Der Streit über die Legitimität der Blockade schwelt weiter – doch die Bilder von Greta Thunberg in Handschellen könnten der Debatte neuen Schwung geben.

    Die Zivilbevölkerung zahlt den Preis

    Was oft in der politischen Debatte untergeht: die Situation der Menschen in Gaza selbst. Die humanitäre Lage dort ist dramatisch. Kein Strom, zerstörte Infrastruktur, medizinischer Notstand, Hunger – und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das sich tief in die Gesellschaft gefressen hat. Für viele dort ist jede internationale Aufmerksamkeit ein kleiner Hoffnungsschimmer.

    Mut, der aufrüttelt

    Die Aktivistinnen und Aktivisten auf der Madleen wussten, worauf sie sich einließen. Ihre Mission war gewagt, ihre Botschaft laut. Und vielleicht liegt genau darin die Stärke solcher Aktionen – im Mut, Unbequemes sichtbar zu machen.

    Denn irgendwann, so die Hoffnung vieler in Gaza, wird aus diesen symbolischen Schiffen mehr als nur eine Protestaktion. Irgendwann – wird eines von ihnen durchkommen.

    Von Andreas M. Brucker