Schlagwort: Rezession

  • Trump verspricht das Wirtschaftswunder – und sucht die Schuld bei Biden und Migranten

    Trump verspricht das Wirtschaftswunder – und sucht die Schuld bei Biden und Migranten

    Elf Monate nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump in einer nationalen Fernsehansprache die wirtschaftliche Lage der USA in rosigsten Farben beschrieben. Er verspricht einen historischen Aufschwung – und greift zugleich seinen Vorgänger sowie Migranten als vermeintliche Verursacher ökonomischer Probleme frontal an. Derweil wächst in der Bevölkerung die Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Entwicklung.

    Die wirtschaftliche Lage als Kampfplatz politischer Narrative

    „Ich habe ein Desaster geerbt – und ich repariere es.“ Mit diesen Worten eröffnete Donald Trump seine mit Spannung erwartete Ansprache zur Lage der Nation. In der Rede, knapp ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit, präsentierte sich der 79-jährige Präsident als Macher, der das Land aus einer wirtschaftlichen Krise führt. In Trumps Darstellung steht die US-Wirtschaft kurz vor einem „Boom wie ihn die Welt noch nie gesehen hat“.

    Der Realitätssinn dieser Einschätzung wird jedoch zunehmend hinterfragt. Jüngste Umfragen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Amerikaner die wirtschaftliche Situation persönlich als negativ empfindet. Zwar sinkt die Inflation laut offiziellen Daten seit Monaten langsam, doch Konsumgüterpreise bleiben für viele Haushalte spürbar hoch. Die steigenden Kosten für Miete, Energie und Gesundheitsversorgung belasten vor allem untere und mittlere Einkommensgruppen.

    Um dem wachsenden Unmut zu begegnen, kündigte Trump in seiner Rede die Auszahlung eines einmaligen „Dividende des Kriegers“ an: 1.776 US-Dollar – eine symbolische Summe in Anlehnung an die Unabhängigkeitserklärung – sollen an 1,45 Millionen Militärangehörige gehen. Eine fiskalpolitisch überschaubare Maßnahme, aber ein populärer Schachzug.

    Der Blick zurück – und die Schuldzuweisung

    Ein zentrales Element von Trumps Botschaft war die scharfe Kritik an Joe Biden. Dessen Regierung habe das Land in einen wirtschaftlichen Niedergang geführt, so Trump. Er spricht von einer Wirtschaft „am Rande des Zusammenbruchs“, die er nun stabilisiere. Diese Darstellung ignoriert allerdings, dass die US-Wirtschaft auch unter Biden nach der Pandemie wieder gewachsen ist – wenn auch begleitet von einer hohen Inflation, die globale Ursachen hatte.

    Die Schuldzuweisung ist dabei nicht nur auf den politischen Gegner begrenzt. Einen erheblichen Teil seiner Rede widmete Trump der Migrationspolitik. Er beschuldigte Migranten, die während Bidens Amtszeit ins Land kamen, für eine Reihe wirtschaftlicher Probleme verantwortlich zu sein: Wohnungsknappheit, überlastete Gesundheitssysteme, Arbeitsplatzverlust für Einheimische. Es sind Behauptungen, die sich in der öffentlichen Debatte hartnäckig halten, aber durch ökonomische Daten nur bedingt gestützt werden.

    So zeigen Studien, dass Migration zwar lokal zu Druck auf soziale Systeme führen kann, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Treiber für wirtschaftliches Wachstum und Innovation ist – insbesondere angesichts des demographischen Wandels in den USA. Trumps Rhetorik hingegen folgt dem Prinzip der Polarisierung: Die Rücknahme von Zuwanderung wird als Voraussetzung für ökonomische Erholung dargestellt.

    Widersprüche im eigenen Lager

    Auch innerhalb der republikanischen Partei stößt Trumps wirtschaftspolitischer Kurs auf gemischte Reaktionen. Seine anhaltende Kritik am staatlich geförderten Gesundheitssystem (Obamacare) hat jüngst neue Debatten ausgelöst. Die angekündigte Abschaffung der Subventionen könnte für Millionen Amerikaner höhere Kosten bedeuten – ein politisches Risiko, das im Wahljahr 2026 kaum zu unterschätzen ist.

    Zudem bleiben viele der von Trump genannten Zahlen und Erfolge fragwürdig. So sprach er von 18 Billionen Dollar an Neuinvestitionen seit seiner Rückkehr ins Amt – eine Summe, die selbst mit großzügigen Interpretationen kaum belegbar erscheint. Ebenso die Ankündigung, Medikamente künftig um „bis zu 600 %“ günstiger zu machen, ist mathematisch nicht nachvollziehbar.

    Doch solche Details scheinen im politischen Kalkül zweitrangig. Trumps wirtschaftspolitische Kommunikation setzt auf Emotionalisierung, nicht auf fiskalische Kohärenz. Begriffe wie „Boom“, „Invasion“ und „Grenzsicherung“ dienen als narrative Anker, um ein Bild von Stärke, Ordnung und wirtschaftlichem Wiederaufstieg zu zeichnen.

    Zunehmender Vertrauensverlust

    Ungeachtet der präsidialen Rhetorik zeigen Umfragen ein klares Bild: Die Mehrheit der Amerikaner bewertet die wirtschaftliche Lage negativ. Der Vertrauensverlust trifft nicht nur den Präsidenten, sondern zunehmend auch zentrale Institutionen – von der Notenbank über den Kongress bis hin zu den Medien. Die ökonomische Unsicherheit wirkt dabei als Katalysator für gesellschaftliche Polarisierung.

    In diesem Kontext ist Trumps Ansprache weniger eine wirtschaftspolitische Bilanz als vielmehr ein Appell an die emotionale Selbstvergewisserung seiner Wählerschaft. Der versprochene Boom ist dabei mehr Vision als Realität. Ob er sich in den kommenden Monaten materialisiert, wird entscheidend dafür sein, ob der Präsident die Mitte der Gesellschaft zurückgewinnen kann – oder weiter auf Konfrontation und Loyalitätsmobilisierung setzt.

    Autor: P. Tiko

  • Belastungsprobe der Welt-Wirtschaft: Trumps Wirtschaftspolitik und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte

    Belastungsprobe der Welt-Wirtschaft: Trumps Wirtschaftspolitik und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte

    Die jüngsten Entwicklungen an den US-Finanzmärkten werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Insbesondere die Einführung von Zöllen und andere protektionistische Maßnahmen haben zu erheblichen Turbulenzen an den Börsen geführt. Am Montag verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von 2,7 %, was ihn nahe an 9 % unter sein Allzeithoch brachte, das erst im Vormonat erreicht worden war. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 890 Punkte (2,1 %), während der technologielastige Nasdaq Composite um 4 % nachgab.

    Technologiesektor unter Druck

    Besonders betroffen war der Technologiesektor. Unternehmen wie Tesla und Nvidia erlitten erhebliche Kursverluste. Tesla verzeichnete einen Rückgang von 15,4 %, während Nvidia um 5,1 % fiel. Diese Entwicklungen spiegeln die Besorgnis der Anleger wider, dass Trumps Wirtschaftspolitik, insbesondere die Einführung von Zöllen, die globalen Lieferketten und die Nachfrage nach Technologieprodukten beeinträchtigen könnte.

    Wirtschaftliche Indikatoren und Rezessionsängste

    Die jüngsten Marktbewegungen haben die Diskussion über eine mögliche Rezession in den USA neu entfacht. Obwohl der Arbeitsmarkt derzeit stabile Beschäftigungszahlen aufweist, haben Ökonomen ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Goldman Sachs beispielsweise reduzierte seine Schätzung für das US-Wirtschaftswachstum auf 1,7 % gegenüber zuvor 2,2 %, hauptsächlich aufgrund der umfangreicheren als erwarteten Zölle. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession innerhalb des nächsten Jahres wird nun auf eins zu fünf geschätzt.

    Reaktionen der Regierung

    Präsident Trump hat die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Rezession heruntergespielt und betont, dass die USA sich in einer Übergangsphase befinden, in der Wohlstand zurück nach Amerika gebracht werde. Er räumte jedoch ein, dass dieser Prozess Zeit benötige. Finanzminister Scott Bessent sprach von einer „Entgiftungsphase“ für die Wirtschaft, in der sie sich von einer Abhängigkeit von staatlichen Ausgaben löse. Diese Aussagen haben jedoch die Unsicherheit an den Märkten nicht verringert.

    Globale Auswirkungen

    Die Auswirkungen von Trumps Wirtschaftspolitik sind nicht auf die USA beschränkt. Auch internationale Märkte haben auf die Unsicherheiten reagiert. Europäische Indizes verzeichneten Verluste, wobei der deutsche DAX und der französische CAC 40 jeweils um über 2 % fielen. In Asien sanken der Hang Seng Index in Hongkong um 1,8 % und der Shanghai Composite um 0,2 %, nachdem China einen Rückgang der Verbraucherpreise im Februar meldete – der erste Rückgang seit 13 Monaten.

    Flucht in sichere Häfen

    In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Investoren oft Zuflucht in sicheren Anlagen wie US-Staatsanleihen. Dies führte zu einem Anstieg der Anleihekurse und einem entsprechenden Rückgang der Renditen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,22 % gegenüber 4,32 % am Freitag. Seit Januar, als die Rendite noch bei fast 4,80 % lag, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, was die wachsenden Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung widerspiegelt.

    Unternehmensübernahmen trotz Unsicherheit

    Trotz der Marktvolatilität setzen einige Unternehmen ihre Expansionsstrategien fort. So kündigte Rocket die Übernahme des digitalen Immobilienmaklers Redfin in einem Aktiendeal im Wert von 1,75 Milliarden US-Dollar an, was zu einem Anstieg der Redfin-Aktien um 67,9 % führte. Rocket-Aktien hingegen fielen um 15,3 %. Ebenso gab ServiceNow die Übernahme des KI-Assistenten-Herstellers Moveworks für 2,85 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien bekannt, was zu einem Rückgang der ServiceNow-Aktien um 7,9 % führte.

    Die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten unterstreichen die Sensibilität der globalen Wirtschaft gegenüber politischen Entscheidungen. Die von Präsident Trump verfolgte Wirtschaftspolitik, insbesondere die Einführung von Zöllen und der Abbau staatlicher Ausgaben, hat zu erhöhter Volatilität an den Märkten geführt. Während einige Unternehmen weiterhin strategische Übernahmen tätigen, bleibt die allgemeine Stimmung von Vorsicht und Unsicherheit geprägt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Politik langfristig auf das Wirtschaftswachstum und die Stabilität der Finanzmärkte auswirken wird.

    Autor: P.T.

  • Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trumps Eingeständnis wirtschaftlicher Turbulenzen stellt eine Kehrtwende zu seiner bisherigen Rhetorik dar und steht im Kontrast zu den beruhigenden Aussagen seiner Berater.

    US-Präsident Donald Trump wollte eine mögliche Rezession in diesem Jahr nicht ausschließen, während die Wirtschaft unter den Folgen seiner Zollpolitik und seinen Bemühungen zur Wiederbelebung des US-amerikanischen Produktionssektors leidet. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview räumte er ein, dass es „eine gewisse Zeit“ brauche, bis die Amerikaner die positiven Auswirkungen seiner Maßnahmen spüren würden.

    Diese Anerkennung wirtschaftlicher Unsicherheiten markiert einen Wandel in Trumps bisheriger Rhetorik, die schnelle Erfolge versprach. Sie widerspricht auch den Erklärungen seiner eigenen Berater, die am Sonntag versicherten, dass keine Rezession drohe. Trump spielte zudem den Rückgang des Aktienmarktes herunter – obwohl er jahrelang dessen Anstieg als eigenen Erfolg verbucht hatte. In dem am Donnerstag aufgezeichneten Interview mit Fox News erklärte er: „Man muss das Richtige tun, auch wenn die Märkte das nicht mögen.“

    Das Eingeständnis der wirtschaftlichen Turbulenzen ist besonders bemerkenswert, da Trump maßgeblich von der Unzufriedenheit der Wähler über die Inflation unter Präsident Joe Biden profitierte. Doch während Bidens letzte Amtsjahre eine Verlangsamung der Inflation brachten, übernahm Trump eine insgesamt stabile und robuste Wirtschaft.

    Unsicherheit über wirtschaftliche Aussichten

    Trump versuchte, Biden für die Entwicklung von Aktienmärkten, Inflation und Gesamtwirtschaft verantwortlich zu machen – jene Themen, bei denen er nun seine Wähler auffordert, die bisherigen Probleme zu ignorieren.

    Auf die Frage der Fox-News-Moderatorin Maria Bartiromo in der Sendung „Sunday Morning Futures“, ob er in diesem Jahr mit einer Rezession rechne, antwortete Trump: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen. Es gibt eine Übergangszeit, weil das, was wir tun, sehr groß ist. Wir bringen Wohlstand zurück nach Amerika. Das ist eine große Sache. Und es braucht immer eine gewisse Zeit.“

    Auf dem Rückflug nach Washington von seinem Anwesen Mar-a-Lago verteidigte Trump seine vorsichtige Haltung gegenüber einer möglichen Rezession. „Natürlich zögert man. Wer weiß das schon?“ Gleichzeitig äußerte er jedoch Optimismus in Bezug auf die langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven. „Wartet einfach ab“, sagte er. „Wir werden Jobs haben. Wir werden offene Fabriken haben. Es wird großartig werden.“

    Er wies darauf hin, dass seine Wirtschaftspolitik sich nicht von den jüngsten Kursverlusten an den Märkten beeinflussen lassen sollte, da er entschlossen sei, Zölle gegen verschiedene Länder zu verhängen – insbesondere gegenüber China. Auch Mexiko und Kanada stehen vor neuen Zöllen, deren Einführung Trump allerdings wiederholt aufgeschoben hat.

    Seit Trumps Amtsantritt am 20. Januar ist der S&P-500-Index um 3,8 Prozent gesunken und liegt 6 Prozent unter seinem Höchststand vom 19. Februar. Das Verbrauchervertrauen befindet sich auf einem 15-Monats-Tief, da Sorgen über Entlassungen und steigende Preise zunehmen.

    Auswirkungen der Zölle auf den Markt

    Trump erklärte, dass die Märkte kurzfristig auf seine Maßnahmen reagieren würden, langfristig jedoch die Grundlagen für eine starke Wirtschaft gelegt würden. „Wenn man nach China schaut, haben sie eine 100-Jahres-Perspektive. Wir denken in Quartalen, und das funktioniert nicht. Man muss das Richtige tun“, sagte er über die Börse. „Wir schaffen eine enorme Grundlage für die Zukunft.“

    Er kritisierte zudem Unternehmen, die „Klarheit“ über die Zollpolitik forderten, und nannte solche Aussagen „fast nur ein Schlagwort“. Zudem deutete er an, dass die Zölle möglicherweise weiter steigen könnten.

    Die Regierung hat bereits mehrfach Zölle gegen Kanada und Mexiko verschoben, doch in dem Interview sagte Trump, dass der 2. April die endgültige Frist sei. Ab Mittwoch treten zudem separate 25-Prozent-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Kraft.

    Inflation als politisches Thema

    Inflation belastet die Verbraucher weiterhin, doch Trump versucht, deren Bedeutung herunterzuspielen. Während die Vogelgrippe die Eierpreise weiter steigen ließ, nachdem sie bereits unter Biden angestiegen waren, forderte Trump die Amerikaner auf, sich nicht darauf zu konzentrieren. Am Samstag teilte er einen Artikel des konservativen Aktivisten Charlie Kirk mit der Überschrift: „Hört auf, euch über die Eierpreise zu beschweren – Trump spart den Verbrauchern Millionen.“

    Trumps Regierung versucht, das Narrativ über Inflation zu verändern, nachdem sie Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris jahrelang dafür kritisiert hatte. Nun argumentieren Trump und sein Team, dass ihre „America First“-Wirtschaftspolitik stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen im Inland ausgerichtet sei als auf niedrige Preise für Verbraucher.

    „Der Zugang zu billigen Waren ist nicht der Kern des amerikanischen Traums. Der amerikanische Traum basiert auf der Idee, dass jeder Bürger Wohlstand, sozialen Aufstieg und wirtschaftliche Sicherheit erreichen kann“, sagte Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag vor dem New York Economic Club. „Zu lange haben die Architekten multilateraler Handelsabkommen dies aus den Augen verloren. Internationale Wirtschaftsbeziehungen, die den Amerikanern nicht nützen, müssen neu bewertet werden.“

    Unterschiedliche Einschätzungen zur Rezessionsgefahr

    Handelsminister Howard Lutnick sagte am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“, dass es keine Pläne gebe, die Stahl- und Aluminiumzölle zu ändern – und im Gegensatz zu Trump wies er Bedenken über eine Rezession zurück.

    Die Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert mittlerweile, dass die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2025 um 2,8 Prozent sinken wird – nach fast drei Jahren Wachstum. Ökonomen definieren eine Rezession als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum.

    Während Trumps Berater weiterhin eine Rezession für unwahrscheinlich halten, argumentieren viele Ökonomen, dass die von Trump verhängten Zölle die Preise erheblich in die Höhe treiben könnten und damit den Spielraum für Zinssenkungen einschränken würden. Der Wiederaufbau des US-amerikanischen Produktionssektors sei zudem weitaus komplexer als die bloße Wiedereinführung von Handelsbarrieren.

    Zudem haben Ökonomen Zweifel an Trumps Versprechen, das Haushaltsdefizit zu reduzieren, während gleichzeitig Sozialprogramme wie Sozialversicherung und Medicare unangetastet bleiben sollen. Besonders in Kombination mit weiteren von ihm geplanten Steuersenkungen erscheine eine Reduzierung des Defizits unwahrscheinlich.

    „Die Menschen müssen verstehen, dass wir ein Defizit von zwei Billionen Dollar haben und Donald Trump versuchen wird, den Haushalt der Vereinigten Staaten auszugleichen“, sagte Lutnick. „Wir werden die Produktion zurückbringen, das ist unser Ziel. … Wird es Verzerrungen geben? Natürlich. Ausländische Waren werden teurer, aber amerikanische Produkte werden günstiger.“

    Autor: P. Tiko

  • Frankreich: Inflation wird laut der Banque de France ab Juni sinken

    Frankreich: Inflation wird laut der Banque de France ab Juni sinken

    Die Banque de France rechnet ab Juni mit einem spürbaren Rückgang der Inflation.

    Die Banque de France hat ihre Prognose für die Inflation in Frankreich bekannt gegeben. Sie soll im ersten Halbjahr 2023 ihren Höhepunkt erreichen und dann ab Juni sinken, bevor sie bis Ende 2024 oder bis Anfang 2025 wieder auf eine normales Niveau absinkt.

    „Wir dürften den Höhepunkt dieser Inflation in diesem Halbjahr erleben, und sie wird (…) ich glaube, ab Juni zu sinken beginnen. Wir werden die Inflation bis Ende nächsten Jahres oder Anfang 2025 auf 2% senken. Das ist unsere Verpflichtung“, sagte der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, am Donnerstag auf dem Sender France 2.

    François Villeroy de Galhau schließt zum jetzigen Zeitpunkt eine Rezession im Jahr 2023 aus, „außer natürlich im Falle eines neuen Großereignisses“. Für das Gesamtjahr „erwarten wir ein schwach positives Wachstum von durchschnittlich 0,3 %, aber es gibt natürlich Unsicherheiten“, so der Gouverneur der Banque de France. Die Wirtschaftstätigkeit in Frankreich nahm auch im Januar zu.

  • Inflation: Die EU korrigiert Zahlen nach oben und rechnet mit Rezession zum Jahresende

    Inflation: Die EU korrigiert Zahlen nach oben und rechnet mit Rezession zum Jahresende

    Die Europäische Union erwartet für das Jahresende eine Rekordinflation und sagt für einige Mitgliedsländer sogar eine Rezession voraus. Nach den Prognosen soll es im Frühjahr wieder Wirtschaftswachstum geben. Brüssel hat am vergangenen Freitag, dem 11. November, seine Wirtschaftsprognosen für Europa weiter heruntergesetzt und eine Rezession zum Jahresende vorausgesagt, während die Inflationserwartungen aufgrund des Energiepreisanstiegs im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stark angehoben wurden. „Die EU, die Eurozone und die meisten Mitgliedsländer werden im letzten Quartal dieses Jahres voraussichtlich in eine Rezession abrutschen“, prognostizierte Brüssel in einer Pressemitteilung. Auch wenn die EU-Kommission mit einer Rückkehr des Wachstums im Frühjahr rechnet, senkte sie ihre Prognose für das BIP-Wachstum für 2023 auf nur 0,3% für die Länder der Euro-Zone, gegenüber den bisher erwarteten 1,4%. Grund dafür seien die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine, die die Wel…

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  • Michel-Edouard Leclerc: Frankreich steuert auf einen Inflations-Tsunami zu

    Michel-Edouard Leclerc: Frankreich steuert auf einen Inflations-Tsunami zu

    Der Vorsitzende des Strategieausschusses der Leclerc-Einkaufszentren, Michel-Edouard Leclerc, befürchtet für 2023 eine „zweistellige“ Inflation und befürchtet darüber hinaus ein „echtes Risiko“ einer Rezession zu Beginn des nächsten Jahres.

    Mit über 500 Hypermärkten in Frankreich ist er einer der geeignetsten Beobachter, um den Preisanstieg der letzten Monate zu beurteilen. Wenn es um die kommenden Monate geht, ist Michel-Edouard Leclerc sehr besorgt.

    Denn seine Prognosen sind pessimistisch. „Die Inflation ist nicht nur vorübergehend. Die Inflation, die sich mit den neuen Preis-Verhandlungen (zwischen Herstellern und Einzelhandel) rund um Weihnachten anbahnt, ist zweistellig“, versicherte der Vorsitzende des Strategieausschusses der Leclerc-Zentren am Dienstagmorgen auf BFMTV. Und fügt besorgt hinzu: „Wir steuern auf einen Inflations-Tsunami zu“.

    Bis zu 41 % Preisanstieg!
    Die Beispiele, die Leclerc anführt, sprechen eine deutliche Sprache. Die von den Herstellern im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Preis-Verhandlungen mit dem Handel geforderten Preiserhöhungen betragen 17,74% für Gemüsekonserven, 15,08% für Öle und Gewürze, 41% für Tierfutter, 10,83% für stärkehaltige Lebensmittel, 13% für Geflügel oder 11% für Papier.

    Auf dem Weg zu einer Rezession?
    Mit einem seiner Meinung nach sehr realen Risiko: einer wirtschaftlichen Rezession. „Das große Risiko ist ein Rückgang des Volumens oder sogar eine Rezession. Bis Weihnachten ist der Markt gut. Aber danach, mit der Angst vor einer massiven Inflation, habe ich große Angst vor einer Rezession im Januar/Februar“.

    Marken werden aus den Regalen genommen
    Wie er bereits in der Vergangenheit beklagt hat, wirft Michel-Edouard Leclerc einigen multinationalen Konzernen, die seine Hypermärkte beliefern, vor, „Erhöhungen aus Vorfreude und Spekulation“ zu verlangen. Er fordert das Recht für den Einzelhandel, die Lieferanten „in Wettbewerb zu setzen“.

    Im September beschuldigte die Handelskette Intermarché den Hersteller Danone, „die Krise ausnutzen“ zu wollen, indem er Preiserhöhungen von 22% verlangte. Intermarché hatte daraufhin die von Danone stammenden Produkte Evian, Volvic oder Badoit aus ihren Regalen entfernt.

  • Bald eine „globale Rezession“? Die Welthandelsorganisation alarmiert

    Bald eine „globale Rezession“? Die Welthandelsorganisation alarmiert

    Auf dem jährlichen öffentlichen Forum der Organisation in Genf sagte die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation, Ngozi Okonjo-Iweala, eine „globale Rezession“ voraus. Diese Vorhersage stützt sich auf die hohe Inflation und die Erhöhung der Leitzinsen.

    Die Vorhersagen der Welthandelsorganisation (WTO) und ihrer Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sind düster. Am Dienstag, dem 27. September, sagte die Nigerianerin bei der Eröffnung des jährlichen öffentlichen Forums der Organisation in Genf eine „globale Rezession“ voraus, da die Welt von „multiplen Krisen“ geplagt sei: Krieg in der Ukraine, Unsicherheit, Klimakrise, steigende Lebensmittelpreise…

    Was würde eine „globale Rezession“ bedeuten? In der Wirtschaftssprache bezeichnet eine Rezession im weiteren Sinne „eine Verlangsamung des Tempos des Wirtschaftswachstums“. Auf der Ebene eines Landes oder einer Wirtschaftseinheit ist damit vor allem ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gemeint. Internationale Organisationen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnen eine globale Rezession als ein Jahr, in dem der durchschnittliche Weltbürger einen Rückgang seines Realeinkommens erleidet.

    Konkret kann sich eine Rezession beispielsweise auf die Beschäftigung auswirken: Unternehmen in Schwierigkeiten reduzieren die Neueinstellungen, können Entlassungen vornehmen oder Arbeitsstunden abbauen. Die Verlangsamung der Finanzmärkte kann sich auch auf Geldanlagen oder sogar die Kaufkraft von Privatpersonen auswirken.

    Ngozi Okonjo-Iweala äußerte sich vor allem besorgt über den weltweiten Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln oder Energie.

    Ist die Angst vor einer Rezession wirklich gerechtfertigt?
    Eine Reihe von Faktoren kann eine Rezession auslösen: ein Anstieg der Zinssätze, eine Finanzkrise oder ein Börsencrash. Und so etwas ist heute tatsächlich der Fall: Die Börsen weltweit verzeichnen derzeit einen besonders starken Rückgang. Am Freitag, dem 23. September, „fielen die Aktienkurse auf den niedrigsten Stand seit 2020 und setzten damit einen seit August anhaltenden Abwärtstrend fort, während die Anleger in den USA und im Rest der Welt mit einem wirtschaftlichen Sturm konfrontiert sind, der sich voraussichtlich weiter verschärfen wird“, beschrieb die Washington Post letzte Woche.

    Vor diesem Hintergrund vergeben Banken in Zukunft weniger und teurere Kredite vergeben. Die Ursache dafür? Die Leitzinsen. Das sind die Zinssätze, die eine Zentralbank für die Kredite festlegt, die sie an Geschäftsbanken vergibt. Mithilfe dieser Leitzinsen versuchen die Zentralbanken – wie zum Beispiel die Europäische Zentralbank -, der Inflation entgegenzuwirken und gleichzeitig das Wachstum nicht zu zerstören. Das Ziel ist es, die Leitzinsen zu erhöhen, ohne dass diese auf einem zu hohen Niveau gedeckelt werden. Und der Trend geht momentan tatsächlich nach oben: Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Europäische Zentralbank die Zinsen bei ihren „nächsten Sitzungen“ weiter anheben.

    Diese Entscheidung wird laut Ngozi Okonjo-Iweala „ziemlich ernste“ Auswirkungen auf die Entwicklungsländer haben, die Kredite aufnehmen müssen und deren Schulden daher weiter steigen werden.

  • Wirtschaft: Kann Frankreich bei sinkendem Wachstum in eine Rezession geraten?

    Wirtschaft: Kann Frankreich bei sinkendem Wachstum in eine Rezession geraten?

    Die Wachstumsprognosen der Banque de France wurden für das Jahr 2022 nach unten korrigiert. Das Wachstum könnte in diesem Jahr bei nur etwa 2,3% liegen. Allerdings ist es möglich, dass der Krieg in der Ukraine und die steigenden Energiepreise das Wachstum noch weiter schwächen.

    Am Mittwoch, dem 22. Juni, herrscht grosse Ungewissheit über das französische Wachstum, das sowohl steigen als auch fallen könnte. Nur die Tourismusbranche scheint sich bislang gut zu halten. In einem Freizeitpark sieht die Saison bereits besser aus als 2019, vor dem Ausbruch der Covid-19-Epidemie. „Es gibt aber eine Frage, die wir uns stellen, das ist die Frage der Kaufkraft, der inflationäre Kontext, der eine Bremse sein kann“, sorgt sich Delphine Pons, Generaldirektorin des Parc Astérix auf dem Sender France 2.

    Eine Inflation von 5,6% im Jahr 2022 und 3,4 % im Jahr 2023.
    Aber abgesehen vom Tourismus verlangsamt sich das Wachstum der Wirtschaft im Jahr 2022. Die Banque de France schätzte das Wirtschaftswachstum im März noch auf 2,8% bis 3,4%. Diese Schätzung wurde inzwischen auf 2,3% im Jahr 2022, 1,2% im Jahr 2023 und 1,7% im Jahr 2024 korrigiert. Wenn es dabei bleibt, kann Frankreich eine Rezession vermeiden, aber der Krieg in der Ukraine erschwert die Situation. „Das Risiko besteht darin, dass die Regierung nicht den gesamten Anstieg der Gaspreise ausgleichen kann und die Haushalte eine deutlich höhere Rechnung werden bezahlen müssen“, erklärt die Wirtschaftswissenschaftlerin Stephanie Villers. Die Banque de France rechnet mit einer Inflation von 5,6% im Jahr 2022 und 3,4% im Jahr 2023.