Schlagwort: Pyrénées-Orientales

  • Rätselhafte Krankheitswelle im Süden Frankreichs – wenn ein ganzes Collège plötzlich lahmgelegt wird

    Rätselhafte Krankheitswelle im Süden Frankreichs – wenn ein ganzes Collège plötzlich lahmgelegt wird

    Der Junge steht noch etwas wacklig auf den Beinen, als er den Satz sagt, der seit Tagen durch das Dorf geistert: „Alles, was ich gegessen habe, kam sofort wieder hoch.“ Ein Satz, der in seiner Schlichtheit die Hilflosigkeit eines ganzen Landstrichs einfängt.Im Collège Jules-Verne im kleinen Ort Le Soler, wenige Kilometer vor den Toren Perpignans, hat eine mysteriöse Krankheitswelle fast 400 Schülerinnen und Schüler und mittlerweile auch viele ihrer Eltern erwischt. Binnen Stunden kippte der Schulalltag – wie eine Bilderbuchkulisse, in der jemand plötzlich das Licht ausknipst. Am Freitagmorgen ging alles los. Erst ein paar Kinder, die über Kopfschmerzen klagten. Dann welche, die die Hand vor den Mund hielten, Richtung Toiletten rannten, bleich im Gesicht. Zehn Fälle wurden es, dann zwanzig, dann… irgendwann hörte man auf zu zählen, weil sich der Strom der Erkrankten zu einer Art Welle formte, die von Klassenzimmer zu Klassenzimmer rollte. Es war dieser Moment, an dem die Schulleitung me…

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  • „Pyrénées-Orientales“ – bleibt der Name oder kommt der Wandel?

    „Pyrénées-Orientales“ – bleibt der Name oder kommt der Wandel?

    Ein südfranzösischer Landstrich ringt um seine Identität. Nicht mit lauten Parolen, sondern mit einer Frage, die tief in die Seele der Region greift: Soll das Département „Pyrénées-Orientales“ künftig anders heißen? Was zunächst nach bürokratischer Spitzfindigkeit klingt, entpuppt sich bei genauerem…

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  • Alarm in Prades: Wenn das Leitungswasser krank macht

    Alarm in Prades: Wenn das Leitungswasser krank macht

    Ein kleiner Ort in den Pyrénées-Orientales, große Unruhe: In Prades grassiert derzeit eine ungewöhnlich heftige Welle von Magen-Darm-Erkrankungen. Seit Wochenbeginn haben mehr als 110 Menschen, darunter vor allem Kinder und Jugendliche, die Notaufnahmen aufgesucht – mit Symptomen wie Fieber, Bauchschmerzen und heftigem Erbrechen. Schon der Gedanke daran lässt viele Einwohner skeptisch zum Wasserhahn blicken. Verdacht fällt auf das Leitungswasser Eines haben fast alle Betroffenen gemeinsam: Sie haben Leitungswasser getrunken. Das klingt banal – ist aber in diesem Fall der entscheidende Hinweis. Erste Kontrollen durch die Gesundheitsbehörden zeigten keine Auffälligkeiten, doch die Untersuchungen laufen weiter. Viren lassen sich mit Standardtests nicht immer sofort nachweisen, weshalb tiefergehende Analysen in Auftrag gegeben wurden. Ein Ergebnis wird für Samstagmorgen erwartet. Bis dahin herrscht Unsicherheit. Die Reaktion der Gemeinde Die Bürgermeisterin zögerte nicht lange: Leitungswas…

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  • Kommentar: Wasser aus der Kläranlage – oder: Warum wir radikal umdenken müssen

    Kommentar: Wasser aus der Kläranlage – oder: Warum wir radikal umdenken müssen

    Ich sage es gleich vorweg: Wer sich heute noch über die Wiederverwendung von Abwasser in der Landwirtschaft empört, hat nichts verstanden. Nichts von der Klimakrise. Nichts vom Zustand unseres Planeten. Und vor allem nichts von der Verantwortung, die wir alle tragen.

    Denn wir stehen längst nicht mehr vor der Wahl zwischen „frisch“ und „gebraucht“ – wir stehen am Rand des Wasserlochs. Und das wird von Jahr zu Jahr kleiner.

    Was in Argelès-sur-Mer passiert, ist kein verzweifelter Versuch, das Unvermeidliche aufzuhalten. Es ist ein mutiger Befreiungsschlag. Ein Aufstand gegen das kollektive Wegducken. Während andere Regionen sich noch in Diskussionen über Zuständigkeiten und Zustände verlieren, wird hier gemacht. Behandelt. Geplant. Bewässert.

    Ja, wir sprechen von Abwasser.

    Von dem, was wir bisher weggespült haben – mit einem angewiderten Blick und der beruhigenden Annahme, dass sich „das da unten“ schon irgendwer kümmert. Doch jetzt kommt es zurück. Und das ist gut so.

    Denn in Wahrheit geht es nicht nur um Wasser. Es geht um Würde.

    Um die Würde derer, die trotz Dürre noch versuchen, ihre Felder zu bestellen. Um die Würde eines Landes, das nicht zusieht, wie seine Böden zu Staub werden. Und auch um unsere eigene Würde – die wir nur bewahren, wenn wir begreifen, dass Sauberkeit keine Frage der Herkunft ist, sondern der Behandlung.

    Wir duschen in Trinkwasser, während Obstbäume verdursten. Wir spülen WCs mit dem, was in anderen Teilen der Welt als Schatz gilt. Und wir diskutieren darüber, ob Wasser aus der Kläranlage „zumutbar“ ist?

    Zumutbar ist, was funktioniert.

    Zumutbar ist, was Zukunft sichert.

    Und ja – zumutbar ist, was Leben rettet. Auch wenn es aus der anderen Leitung kommt.

    Ich kann den Zynismus mancher Kritiker nicht mehr hören. Die, die reflexhaft „gesundheitliche Risiken“ rufen, während das System längst auf EU-Niveau getestet ist. Die, die sich vor der Vorstellung ekeln, dass ein Apfel Wasser aus einem „Abwasserstrom“ getrunken hat – und gleichzeitig keinen Gedanken daran verschwenden, wie viel Pestizid, Öl, Mikroplastik und Abgas dem gleichen Apfel täglich zugemutet wird.

    Wach auf, Gesellschaft. Wir sind nicht mehr im 20. Jahrhundert.

    Wir sind mitten im Überlebensmodus – und Abwasser ist kein Müll mehr, sondern ein Rohstoff.

    Und wer heute noch denkt, das sei „nicht normal“, dem sage ich: Genau. Es ist nicht normal. Aber Normal war gestern. Heute zählt nur, was und weiterträgt. Was hilft. Was bleibt.

    Argelès-sur-Mer zeigt uns, wie Zukunft geht. Der Rest Europas sollte sehr genau hinschauen.

    Autor: C. Hatty

  • Pionierarbeit gegen die Dürre: Wie Argelès-sur-Mer Abwasser in Lebenselixier für die Landwirtschaft verwandelt

    Pionierarbeit gegen die Dürre: Wie Argelès-sur-Mer Abwasser in Lebenselixier für die Landwirtschaft verwandelt

    Wasser wird knapp – und die Landwirtschaft liegt auf dem Trockenen. Doch ausgerechnet aus dem, was sonst als Abfall gilt, wächst in den Pyrénées-Orientales eine Zukunftsvision: Abwasser wird zur Lebensader für Felder und Reben.

    Ein ambitioniertes Projekt im Süden Frankreichs stellt die Weichen neu. In Argelès-sur-Mer entsteht eines der wegweisendsten Programme zur Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser – kurz REUT. Die Idee: Aus der Not eine Tugend machen. 600 Hektar landwirtschaftlicher Fläche sollen künftig nicht mehr auf kostbares Trinkwasser angewiesen sein, sondern über 1,3 Millionen Kubikmeter behandeltes Abwasser jährlich nutzen. Für den Weinanbau. Für Obstbäume. Für eine Region, die unter der sengenden Sonne immer häufiger ums Überleben kämpft.

    Getragen wird das Projekt von der Communauté de communes Albères – Côte Vermeille – Illibéris (CC ACVI), mit kräftiger Unterstützung durch den französischen Staat. Die Investitionssumme? Satte 13 Millionen Euro – ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage ist.

    Aus dem Klärwerk auf die Felder

    Das Rückgrat des Projekts bildet die Kläranlage von Argelès-sur-Mer. Dort, wo bislang die gereinigten Abwässer in die Umwelt abgegeben wurden, beginnt nun eine zweite Verwandlung: Durch ein ergänzendes Aufbereitungssystem wird das Wasser so behandelt, dass es den hohen hygienischen Anforderungen für landwirtschaftliche Nutzung genügt. Kein üppiger Wasserstrahl, sondern Tröpfchen für Tröpfchen – mit einem modernen Tröpfchenbewässerungssystem gelangt das Wasser genau dorthin, wo es gebraucht wird: an die Wurzeln.

    14 Kilometer neue Leitungen und digital überwachte Bewässerungsstationen sorgen dafür, dass die landwirtschaftlichen Betriebe punktgenau versorgt werden können. Eine hochmoderne Infrastruktur, die nicht nur Wasser spart, sondern auch Kontrolle und Effizienz erhöht.

    Was bringt das der Region?

    Einmal in Betrieb – geplant ist der Start im Frühjahr 2026 – wird das Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht Früchte tragen. Zum einen schützt es die natürlichen Wasserressourcen: Weniger Grundwasser wird entnommen, die Reserven bleiben stabiler. Zum anderen bleibt die Landwirtschaft vor Ort überlebensfähig – trotz zunehmender Trockenperioden.

    Und drittens: Die Region übernimmt eine Vorreiterrolle. Während andere noch diskutieren, wie man der Wasserkrise begegnen soll, wird in den Pyrénées-Orientales bereits gehandelt.

    Ein Mosaikstein in einer größeren Strategie

    Doch das REUT-Projekt steht nicht für sich allein. Es ist eingebettet in eine breit angelegte Klimaanpassungsstrategie. Dazu gehören auch der Ausbau und die Modernisierung hydraulischer Infrastrukturen sowie ein neues Bewusstsein für sparsamen Umgang mit Wasser – auch abseits der Landwirtschaft.

    Die Botschaft dahinter ist klar: In Zeiten der Dürre dürfen wir keine Wasserquelle ungenutzt lassen. Auch nicht das, was wir bisher als Abwasser betrachtet haben.

    Mut zur Veränderung

    Der politische Wille ist spürbar – und notwendig. Denn ein solcher Umbau kostet nicht nur Geld, sondern auch Überzeugungsarbeit. Die Vorstellung, Feldfrüchte mit behandeltem Abwasser zu bewässern, braucht Aufklärung, Transparenz und Vertrauen. Doch mit jedem Tropfen, der in Argelès-sur-Mer bald wieder durch die Erde sickert, wächst auch die Akzeptanz für diese neue Realität.

    Wird diese Lösung Schule machen?

    Vielleicht. Viel spricht dafür, dass wir uns in den kommenden Jahren stärker mit solchen Modellen auseinandersetzen werden. Nicht nur in Frankreich – sondern überall dort, wo der Klimawandel den Wasserkreislauf auf den Kopf stellt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Unwetter in Okzitanien: Wenn der Sommer zur Sintflut wird

    Unwetter in Okzitanien: Wenn der Sommer zur Sintflut wird

    Ein Samstag wie aus dem Albtraumhandbuch des Wetters: Am 12. Juli 2025 verwandelte sich die Urlaubsidylle im Südwesten Frankreichs in eine Bühne dramatischer Naturgewalten. Binnen weniger Stunden brach über die Départements Aude und Pyrénées-Orientales ein Unwetter herein, das selbst für erfahrene Meteorologen überraschend kam – und das die drängende Frage aufwirft: Wie lange können Regionen wie diese dem Klimawandel noch standhalten?

    Himmel in Aufruhr

    Am frühen Nachmittag begann es – erst ein Grollen, dann ein Donnergrollen, das nicht mehr aufhören wollte. Über Ille-sur-Têt prasselten 88 Millimeter (Liter pro m2) Regen, mehr als das Dreifache dessen, was im gesamten Juli normalerweise fällt. Im nur wenige Kilometer entfernten Perthus waren es sogar 93 Millimeter. Die Straßen? Verwandelten sich in reißende Ströme.

    Ribouisse im Aude erwischte es ebenfalls: 42 Millimeter Niederschlag in kürzester Zeit – genug, um das Kanalsystem kollabieren zu lassen. In Saint-Cyprien und Estagel wateten Menschen knietief durch das Wasser, manche Häuser standen bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Blitze zuckten – und das nicht zu knapp: Über 5.500 Einschläge registrierte das Unwetterbeobachtungsnetz Keraunos in nur einer Stunde. Ein apokalyptisches Szenario.

    Regen, der alles mitriss

    Météo-France hatte früh gewarnt. Die Region war auf „Vigilance Orange“ gesetzt worden, eine Alarmstufe, die für Starkregen und Gewitter gilt. Ursache war eine sogenannte „goutte froide“ – eine kalte Luftmasse in der Höhe, die wie ein Magnet Gewitterzellen anzieht und sie förmlich über der Region festklebt. So entstehen punktuelle, aber umso heftigere Unwetter.

    Und tatsächlich: Die Folgen waren heftig. In Ille-sur-Têt mussten 21 Menschen ein Wohnhaus verlassen, nachdem Decken eingestürzt waren. Auf der A9 Richtung Spanien herrschte Stillstand – eine Autobahnauffahrt beim Boulou wurde gesperrt. Die Feuerwehr? Hatte kaum Zeit zum Durchatmen. Über 50 Einsätze allein in den Pyrénées-Orientales – meistens zum Abpumpen und Absichern. Und das alles – man muss es betonen – zum Glück ohne Tote.

    Ein gefährdetes Paradies

    Wer an Südfrankreich denkt, sieht Weinreben, Lavendelfelder und Sommerflair. Doch unter der Oberfläche verbirgt sich eine empfindliche Struktur. Besonders das Département Aude ist hochgradig gefährdet: 41 Prozent aller Gebäude und über die Hälfte aller Arbeitsplätze liegen in Hochwasserrisikozonen. Ein Spiel mit dem Feuer – oder besser gesagt: mit dem Wasser.

    Zwar sind Unwetter im Herbst, sogenannte „épisodes cévenols“, bekannt – doch dass ein Juli derart ausartet, zeigt eine neue Dimension der Bedrohung. Erinnerungen an das Katastrophenjahr 2018 werden wach, als ebenfalls im Aude 15 Menschen ums Leben kamen. Damals hieß es: „So etwas darf nie wieder passieren.“ Jetzt fragt man sich: War das Versprechen nur Schall und Regen?

    Zeit für Plan B – oder besser: Plan Klimaresilienz

    Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Extremwetter braucht es mehr als Sandsäcke und Sirenen. Es braucht ein Umdenken. Städte müssen anders geplant, Versiegelung reduziert und natürliche Überschwemmungsflächen geschützt werden. Und ja – auch die Menschen selbst müssen vorbereitet sein: durch Schulungen, Informationskampagnen, Bewusstseinsarbeit.

    Die gute Nachricht: Frankreich hat in den letzten Jahren viel in Frühwarnsysteme investiert. Der Umstand, dass trotz sintflutartiger Regenfälle niemand ums Leben kam, ist auch ein Verdienst funktionierender Warnketten. Aber das reicht nicht. Die Infrastruktur muss angepasst, die Bauweise überdacht, der Umgang mit Naturgewalten modernisiert werden.

    Ein Donnern, das wachrüttelt

    Was bleibt, ist ein Bild von Straßen, die sich in Bäche verwandeln, von Urlaubern, die ihre Flipflops gegen Gummistiefel tauschen mussten – und von einer Natur, die eindrucksvoll zeigt, wie klein der Mensch angesichts ihrer Kräfte ist.

    Und da steht sie, die alles entscheidende Frage: Wenn der Juli schon so beginnt – was erwartet uns dann erst im Herbst?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Endlich Regen! Die Pyrénées-Orientales atmen auf

    Endlich Regen! Die Pyrénées-Orientales atmen auf

    Nach Jahren der Trockenheit hat das vergangene Wochenende im französischen Département Pyrénées-Orientales endlich ergiebige Niederschläge gebracht. Für viele Landwirte ein Segen – doch auch mit neuen Herausforderungen.

    Hoffnung für die Landwirtschaft

    Die ersten zarten Blüten der Nektarinenbäume zeigen sich. Doch mit der Feuchtigkeit kommt auch eine altbekannte Aufgabe zurück: der Schutz vor Pilzbefall. Etwas, das in den letzten Jahren kaum nötig war. Ein Landwirt fasst es treffend zusammen: „Das ist wie ein Geschenk des Himmels! Der Regen war sanft und konnte tief in den Boden eindringen – ohne Abflussverluste.“

    Ein Satz, der zeigt, wie selten solche Momente geworden sind. In einer Region, die in den letzten Jahren mit dramatischen Wasserengpässen kämpfte, fühlt sich dieser Regen wie eine Atempause an.

    Der Fluss Tech steigt

    Auch für die Flüsse der Region war das Wochenende außergewöhnlich. Der Tech, ein wichtiger Wasserlauf, stieg innerhalb weniger Stunden um ganze drei Meter an. Eine solche Wassermenge hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. Der Bürgermeister der Stadt Elne machte sich am Sonntag selbst ein Bild der Lage. „Normalerweise kann man die Fundamente der Brücke sehen – jetzt steht das Wasser nur drei, vier Meter unter der Brücke.“

    Diese Beobachtung zeigt, wie extrem sich die Landschaft verändert hat. Wo sonst ausgetrocknete Flussbetten den Sommer ankündigten, rauscht nun das Wasser.

    „Die Wasserspeicher müssen aufgefüllt werden“

    Trotz der positiven Effekte bleibt die Vorsicht. Der Bürgermeister erinnert an die letzten Jahre: „Drei Jahre ohne normale Regenfälle – das hat Spuren hinterlassen. Unser jährlicher Niederschlag lag bei 550 mm, aber in manchen Jahren sind wir unter 200 mm gefallen.“

    Die Regenfälle des Wochenendes waren also nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Nicht ganz. Doch klar ist: Die Region braucht mehr davon. „Wir haben aus der Wasserspeicherung gezehrt. Jetzt müssen wir die Speicher wieder auffüllen“, betont er.

    Die große Frage bleibt: War das nur eine Ausnahme oder eine Trendwende? Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Pyrénées-Orientales wirklich aus der Dürre herauskommen – oder ob dieser Regen nur eine kurze Erholung war.

    Von Andreas M. B.

  • Pyrénées-Orientales: Endlich Regen – eine Wohltat für Mensch und Natur

    Pyrénées-Orientales: Endlich Regen – eine Wohltat für Mensch und Natur

    Nach drei langen Jahren voller Trockenheit ist die Freude in den Pyrénées-Orientales fast greifbar: Endlich Regen. Die Bewohner und vor allem die Landwirte atmen auf. Kein Wunder – für die Region, die bereits von staubtrockenen Flüssen und ausgedörrten Böden geplagt war, ist jeder Tropfen lebenswichtig.

    Ein Beispiel dafür, wie notwendig der Regen war, zeigt sich in Rivesaltes: Dort füllt sich der Fluss Agly erstmals seit Monaten wieder mit Wasser. Mit über 135 Litern Regen in wenigen Tagen veränderte sich das Bild der Landschaft radikal. An den Ufern und Feldern keimt neue Hoffnung, wie sich Gilles Coronat, ein Gemüsebauer aus der Region, ausdrückt: „Endlich wieder ein gleichmäßiges und natürliches Gießen – das tut den Pflanzen gut.“ Für ihn, der Artischocken, Sellerie und Salate anbaut, ist der Regen eine Rettung von oben.

    Ein langer Weg zur Erholung der Wasserreserven

    Trotz aller Freude – ist das wirklich die Wende für die Wasserversorgung der Region? Die Antwort ist komplex. Nicolas Garcia, Bürgermeister von Elne und Vorsitzender des Syndikats für die Grundwasserversorgung der Ebene von Roussillon, sieht in dem Regen ein willkommener Tropfen auf den heißen Stein. Doch so einfach ist es nicht: „Damit sich die Grundwasserreserven wirklich wieder füllen, müsste es noch mehrere Tage so weiter regnen,“ erklärt Garcia. Die Schwere der Lage zeigt sich darin, dass das Grundwasser in einigen Teilen der Region noch immer im Krisenmodus ist – nämlich auf dem höchsten Warnniveau.

    Drei Jahre Trockenheit hinterlassen tiefe Spuren. Die Böden sind vielerorts hart wie Beton, was das Versickern des Wassers erschwert. Dazu kommen die stark gesunkenen Pegelstände in den Grundwasserschichten. Wenn man also denkt, der Regen der letzten Tage würde die Dürreproblematik allein lösen, irrt man leider.

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  • Neunjähriger in Spanien gefunden – er hatte sich in den französischen Pyrénées-Orientales verlaufen

    Neunjähriger in Spanien gefunden – er hatte sich in den französischen Pyrénées-Orientales verlaufen

    Ein neunjähriges Kind, das sich am Donnerstag, dem 4. Januar, im Albères-Massiv (Pyrénées-Orientales) verirrt hatte, wurde wohlbehalten wieder aufgefunden – in Spanien.

    Es war ein großer Schrecken für die Eltern des kleinen Léon! Der neunjährige Junge, der sich am Donnerstagnachmittag in den östlichen Pyrenäen im Albères-Massiv verirrt hatte, wurde in Spanien, nicht weit von der französischen Grenze entfernt, wohlbehalten aufgefunden.

    „Das Kind ist bei guter Gesundheit, konnte seine Eltern kontaktieren und wird nun auf die französische Seite zurückgebracht“, erklärte die Präfektur der Pyrénées-Orientales in einer Pressemitteilung.

    Das Kind, so meldet der Sender BFMTV, sei in der Gegend von Requesens an der französisch-spanischen Grenze gefunden worden. Es hatte sich in ein Restaurant geflüchtet. Der kleine Junge wurde mit seinen Eltern in Kontakt gebracht und sollte in der Nacht nach Frankreich zurückgebracht werden.

    Am frühen Nachmittag wurde Alarm ausgelöst, da sich ein 9-jähriges Kind bei einer Wanderung mit seinem Großvater verirrt hatte. Der Nebel habe die beiden vom Weg abgebracht, sodass sie getrennt wurden.

    Bei der Suche nach dem Jungen wurden 2 Hubschrauber mit Wärmebildkameras, 2 Drohnen mit Wärmebildkameras sowie Suchhunde eingesetzt, schreibt die Präfektur.

  • Er stürzt von 100 Meter hoher Klippe und wird von Rettungskräften mit einer Drohne lebend geborgen

    Er stürzt von 100 Meter hoher Klippe und wird von Rettungskräften mit einer Drohne lebend geborgen

    Die Feuerwehr in den östlichen Pyrenäen war über sechs Stunden lang im Einsatz, um einen Mann zu retten, der nach einem Sturz unterhalb einer Klippe lag.

    In der Nacht von Samstag auf Sonntag, dem 19. November, ereignete sich in den Pyrénées-Orientales ein wahres Wunder. Ein Mann, der von einer Klippe gestürzt war, wurde dank einer Drohne gefunden und mit Hilfe eines Hubschraubers gerettet, berichtet der Sender France 3 Occitanie.

    Mitten in der Nacht lag ein 28-jähriger Mann nach einem Sturz am Fuße einer Klippe in Cerbère, nahe der spanischen Grenze. Er konnte selbst mit seinem Mobiltelefon den Notruf wählen. Als die Feuerwehrleute des Departements vor Ort eintrafen, wurde ihnen bewusst, wie schwierig der Einsatz war. „Diese Rettungsaktion hat sich angesichts der schwierigen Lage, als sehr problematisch erwiesen“, erklärt der Feuerwehr- und Rettungsdienst des Departements.

    Mehr als sechs Stunden im Einsatz
    Bei dem Opfer handelte es sich um eine Person, die gerade über die spanische Grenze nach Frankreich gekommen war. Der junge Mann soll von der hohen Klippe bis hinunter ins Meer gefallen sein, einem Ort an der Küste, an dem der Höhenunterschied laut den Rettungskräften zwischen „100 und 150 Metern“ beträgt. Die Feuerwehr gab an, „mehr als zwei Stunden“ gebraucht zu haben, um das Opfer mit dem Einsatz einer Drohne zu lokalisieren. „Er sagte uns, dass er sich nahe am Wasser befand. Wir sind in die Bucht gefahren, aber wir konnten ihn zunächst nicht lokalisieren“, erzählt Michaël Belmonte, der den Einsatz geleitet hat. „Als wir ihn nicht finden konnten, haben wir das Drohnenteam angefordert.“

    Insgesamt waren mehr als sechs Stunden Einsatz erforderlich, um den regelrecht in der Falle sitzenden Mann zu retten, der dann mit Hilfe des Rettungsteams und dem Hubschrauber der Feuerwehr gerettet und anschließend in ein Krankenhaus gebracht wurde. „Es ist ein Wunder, man kann das nicht anders beschreiben“, sagt Michaël Belmonte von der Feuerwehr.