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  • Trump und Putin planen Gipfeltreffen – Neue Dynamik im Ukraine-Krieg?

    Trump und Putin planen Gipfeltreffen – Neue Dynamik im Ukraine-Krieg?

    Ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump soll „in den kommenden Tagen“ stattfinden. Die russische Seite bestätigte am Donnerstag, dass bereits konkrete Vorbereitungen für ein bilaterales Gipfeltreffen laufen. Die Initiative dazu ging offenbar von Washington aus. Ein gemeinsames Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat der Kreml hingegen abgelehnt.

    Das bevorstehende Treffen markiert einen Wendepunkt in der seit Jahren weitgehend eingefrorenen US-russischen Kommunikation auf höchster Ebene. Seit der Invasion der Ukraine im Februar 2022 hatte Washington unter Präsident Joe Biden jeglichen direkten Kontakt mit Moskau eingestellt. Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat diese Lage nun grundlegend verändert.

    Rückkehr zur Realpolitik?

    Nach seiner Wiederwahl im vergangenen Herbst hatte Trump mehrfach angekündigt, er wolle den Krieg in der Ukraine „innerhalb von 24 Stunden“ beenden – eine Aussage, die sowohl in Europa als auch in Teilen der amerikanischen Sicherheitsgemeinschaft auf Skepsis stieß. Nun scheint derUS-Präsident seine Ankündigungen in konkrete diplomatische Schritte umsetzen zu wollen.

    Trumps Sondergesandter Steve Witkoff hatte Moskau am Mittwoch besucht – laut russischer Seite ein „produktiver“ Austausch. In der Folge erklärte Trump öffentlich, es gebe eine „gute Chance“, dass es „sehr bald“ zu einem Treffen mit Putin komme. Ort und Zeit wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete am Donnerstag, dass die Vorbereitung auf diplomatischer Ebene bereits „in fortgeschrittenem Stadium“ sei.

    Kalkuliertes Machtspiel Moskaus

    Russlands außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach am Donnerstag von einem „grundsätzlichen Einverständnis“ zur Durchführung des Gipfels. Zugleich ließ er durchblicken, dass Russland jedoch ein trilaterales Format mit Selenskyj ablehne. Die Botschaft ist deutlich: Moskau sieht im neuen Washingtoner Kurs eine Chance, westliche Fronten aufzubrechen – und versucht, Trump für eine Lösung nach eigenen Bedingungen zu gewinnen.

    Putins Kalkül ist dabei klar: Sollte es ihm gelingen, Trump zu direkten Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder gar eine territoriale Lösung zu bewegen – ohne ukrainische Beteiligung – könnte das den geopolitischen Spieß umdrehen. Eine solche Entwicklung würde nicht nur Kiew schwächen, sondern auch die europäische Geschlossenheit auf eine harte Probe stellen.

    Reaktionen in Europa: Sorge vor „Deal über die Köpfe hinweg“

    In Brüssel und Berlin werden die Nachrichten mit Sorge verfolgt. Schon in der Vergangenheit hatte Trump wenig Interesse an multilateralen Formaten gezeigt und stattdessen bilaterale „Deals“ bevorzugt – häufig mit Fokus auf kurzfristige Entspannung statt langfristiger Stabilität. Frankreich und Deutschland äußerten sich bislang zurückhaltend, man wies jedoch darauf hin, dass „jede Lösung für die Ukraine nur mit der Ukraine“ gefunden werden könne.

    Die NATO-Führung wiederum betonte die „Unverrückbarkeit der transatlantischen Solidarität“, ließ aber durchblicken, dass man sich auf mögliche strategische Neuausrichtungen vorbereite. Diplomaten in Brüssel sprechen offen von einer „Unsicherheitslage“.

    Eine neue Phase des Krieges?

    Der militärische Frontverlauf in der Ukraine ist seit Monaten weitgehend stabil, die Kriegsparteien wirken erschöpft. Russland hält weiterhin rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt, während Kiew mit westlicher Hilfe in der Defensive verharrt. In dieser festgefahrenen Lage könnte eine diplomatische Initiative neue Bewegung bringen – jedoch mit unklaren Folgen.

    Beobachter verweisen auf das Treffen zwischen Biden und Putin in Genf 2021, das zwar höflich, aber ergebnislos verlief. Nun, vier Jahre später, stehen beide Länder an ganz anderen Punkten. Trump hat wiederholt klargemacht, dass er die US-Hilfe für die Ukraine drastisch reduzieren könnte – und gleichzeitig droht er Ländern, die mit ihren Energie-Käufen die russische Kriegsmaschinerie stützen, empfindliche Strafzölle an…

    Unklar bleibt, welche konkreten Zugeständnisse beide Seiten bereit sind zu machen – und welchen Preis Putin für ein diplomatisches Einlenken fordert. Die russische Seite sprach zuletzt wiederholt von der „Notwendigkeit, neue geopolitische Realitäten anzuerkennen“ – eine Formulierung, die auf eine De-facto-Anerkennung russischer Gebietseroberungen hinauslaufen könnte.

    Die kommenden Tage dürften also nicht nur für die Ukraine, sondern auch für das transatlantische Bündnis richtungsweisend werden. Ein möglicher Trump-Putin-Deal könnte den Krieg beenden – oder den Westen vor eine Zerreißprobe stellen.

    Autor: P. Tiko

  • Trump verdoppelt Zölle auf Indien wegen russischem Öl – und weitere World-News

    Trump verdoppelt Zölle auf Indien wegen russischem Öl – und weitere World-News

    US-Präsident Donald Trump hat gestern eine Anordnung unterzeichnet, die die US-Zölle auf indische Importe auf 50 Prozent verdoppelt – als Strafmaßnahme für die anhaltenden Ölkäufe Indiens aus Russland.

    Der neue Zollsatz von 25 Prozent wird zu dem bereits vergangene Woche angekündigten Zoll von 25 Prozent hinzugerechnet. Sollte Indien den Import russischen Öls nicht einstellen, tritt die Maßnahme am 27. August in Kraft. Trump drohte zudem, ähnliche Sanktionen auch gegen andere Länder zu verhängen, die russische Energie kaufen – mit dem Ziel, Moskau zum Ende des Ukrainekriegs zu bewegen.

    Das indische Außenministerium bezeichnete den Schritt als „äußerst bedauerlich“ und betonte, dass die Ölimporte aus Russland notwendig seien, um den Energiebedarf der 1,4 Milliarden Einwohner zu decken. Indien ist nach China der zweitgrößte Importeur russischen Öls; auch die Türkei zählt zu den wichtigen Abnehmern.

    Eigentlich war erwartet worden, dass Trump den Handel mit Indien als Gegengewicht zu China stärken würde. Stattdessen hat er nun faktisch den wirtschaftlichen Krieg gegen Indien erklärt, so sehen Analysten die derzeitige Situation.

    Technologie: Trump und Apple-Chef Tim Cook kündigten an, dass Apple weitere 100 Milliarden Dollar in den USA investieren werde – ein Schritt, um drohenden iPhone-Zöllen zu entgehen. Gleichzeitig drohte Trump, ab kommender Woche 100-Prozent-Zölle auf alle im Ausland hergestellten Mikrochips zu erheben, sofern die Produzenten nicht in die USA investieren und dort Fertigungsstätten errichten.


    Trump will mit Selenskyj und Putin zusammentreffen

    Während eines Telefonats mit europäischen Regierungschefs erklärte Trump gestern, er wolle sich bereits in der kommenden Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammensetzen. Danach plane er, sowohl mit Putin als auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gemeinsam zu sprechen.

    Ob Putin oder Selenskyj dem gemeinsamen Treffen bereits zugestimmt haben, war zunächst unklar. Selenskyj erklärte in einem Statement, er habe mit Trump gesprochen und sich mit den europäischen Partnern darauf verständigt, dass der Krieg in der Ukraine „ein Ende finden müsse“ – jedoch müsse dieses „ehrlich“ sein.

    Trumps Ankündigung erfolgte nach einem Treffen seines Gesandten Steve Witkoff mit Putin. Russische Nachrichtenagenturen berichteten, dass die Gespräche im Kreml etwa drei Stunden dauerten.

    Trump bemüht sich seit Monaten um eine Verhandlungslösung im Ukrainekrieg, der nunmehr seit über drei Jahren andauert – bislang jedoch ohne greifbare Ergebnisse.


    China setzt auf KI im Informationskrieg

    Die chinesische Regierung greift laut aktuellen und ehemaligen US-Beamten sowie vorliegenden Dokumenten auf Unternehmen mit Expertise in Künstlicher Intelligenz zurück, um die öffentliche Meinung in Hongkong und Taiwan zu überwachen und gezielt zu beeinflussen.

    Interne Dokumente der chinesischen Firma GoLaxy zeigen, dass Peking gezielte Einflusskampagnen in beiden Regionen durchführte und zudem Daten über US-Kongressabgeordnete sowie andere einflussreiche Amerikaner sammelte. Fachleute warnen, dass der Einsatz von KI solche Operationen deutlich ausgeklügelter mache als frühere Beeinflussungsversuche.

    GoLaxy wies die Vorwürfe zurück und erklärte, man habe keine Arbeiten in Zusammenhang mit Hongkong oder anderen Wahlen durchgeführt. Die Produkte des Unternehmens basierten größtenteils auf frei zugänglichen Daten und richteten sich nicht gezielt gegen US-Beamte. Nachdem die New York Times das Unternehmen kontaktiert hatte, begann GoLaxy damit, Hinweise auf sicherheitsrelevante Arbeiten für die chinesische Regierung von seiner Website zu entfernen.


    WEITERE WICHTIGE MELDUNGEN

    Israel: Premierminister Benjamin Netanjahu will heute das Sicherheitskabinett einberufen, um eine Ausweitung der Militäroperation auf den gesamten Gazastreifen zu beraten.
    Pakistan: Ein Video über einen sogenannten Ehrenmord ist viral gegangen und zwingt die Behörden zur Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt.
    Sudan: Die paramilitärischen Rapid Support Forces kämpfen nach ihrer Vertreibung aus Zentral-Khartum um Gebietsgewinne in der Region Kordofan.
    Syrien: Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Beduinen und Drusen ist in Sweida eine Waffenruhe in Kraft, doch die Lage bleibt angespannt.
    USA: Ein US-Sergeant hat mit einer privaten Waffe auf einem Militärstützpunkt in Georgia fünf Soldaten verletzt.
    Ghana: Die Minister des Landes für Verteidigung und Umwelt starben bei einem Helikopterabsturz, bei dem alle acht Insassen ums Leben kamen.
    Italien: Nach 50 Jahren Planungen soll Sizilien künftig über eine Brücke mit dem italienischen Festland verbunden werden.
    Großbritannien: Ein unabhängiges Gremium hat Prinz Harry vom Vorwurf der Schikane, Belästigung und Sexismus in einer von ihm mitbegründeten Wohltätigkeitsorganisation freigesprochen.

    Autor: P. Tiko

  • Ein Immobilienmogul als Friedensstifter – Steve Witkoff und die Schatten-Diplomatie der USA

    Ein Immobilienmogul als Friedensstifter – Steve Witkoff und die Schatten-Diplomatie der USA

    Ein Mann, der weder Diplomat noch Militärexperte ist, steht plötzlich im Zentrum der globalen Krisendiplomatie: Steve Witkoff, ein 68-jähriger New Yorker Milliardär, wird am 6. August zu Gesprächen in Moskau erwartet. Nur zwei Tage bleiben dann bis zum Ablauf eines Ultimatums, das US-Präsident Donald Trump der russischen Führung gesetzt hat: Bis Freitag soll ein Waffenstillstand in der Ukraine erzielt werden – oder Washington droht mit umfassenden Sanktionen. Witkoff, der als persönlicher Gesandter des Präsidenten agiert, hat in den vergangenen Monaten mehrfach mit Wladimir Putin verhandelt. Seine Rolle wirft Fragen auf – über die neue Außenpolitik der USA, über die Vermischung von Geschäft und Diplomatie und über den Einfluss informeller Netzwerke auf geopolitische Entscheidungen.

    Von der Kanzlei zum Golfplatz des Präsidenten

    Steve Witkoff ist ein klassisches Produkt des amerikanischen Aufstiegsversprechens. In den 1980er Jahren arbeitete er als Anwalt in einer Kanzlei, die Donald Trump in Immobilienfragen beriet. Die Faszination für den schillernden Unternehmer wurde zur Basis einer langjährigen Freundschaft. Witkoff selbst stieg bald ins Immobiliengeschäft ein und entwickelte sich zu einem der großen Player der Branche. Heute beläuft sich sein Vermögen auf rund zwei Milliarden Dollar.

    Die persönliche Loyalität zu Donald Trump blieb über Jahrzehnte bestehen – durch dessen geschäftliche Pleiten, private Skandale und politische Zerreißproben hindurch. Witkoff wich dem Präsidenten auch dann nicht von der Seite, als sich viele Republikaner nach dem Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 von Trump distanzierten. Diese Treue wurde belohnt: Nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im November 2024 zählte Witkoff zu den ersten, die für außenpolitische Schlüsselrollen nominiert wurden.

    Zunächst beauftragt mit einer Sondermission im Nahen Osten, half er im Januar 2025 dabei, einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas auszuhandeln. Bereits kurz darauf erhielt er ein weiteres Mandat – als Chefverhandler in der Ukraine-Frage, einem Konflikt, den Trump medienwirksam „in 24 Stunden“ zu beenden versprach.

    Vier Treffen mit Putin, kein Besuch in Kiew

    Seither ist Witkoff zu einer Schlüsselfigur in Washingtons Ukraine-Politik geworden – und das, obwohl er noch nie ukrainischen Boden betreten hat. Stattdessen fokussiert er sich auf den Kreml. Vier Mal traf er sich seit Februar mit Wladimir Putin. Bei seinem ersten Besuch gelang ihm die Freilassung eines in Russland inhaftierten US-Bürgers – ein symbolischer Erfolg, den er medienwirksam inszenierte.

    Doch seine Aussagen zur Ukraine stoßen vielerorts auf Kritik. In Interviews äußerte er sich verständnisvoll gegenüber russischen Positionen, relativierte die Verantwortung Moskaus am Krieg und sprach den von Russland in Teilen der Ukraine durchgeführten Schein-Referenden eine gewisse Legitimität zu. Auch die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine stellte er öffentlich infrage – eine Haltung, die in Kiew und bei den europäischen Alliierten der USA Alarm auslöste.

    Bemerkenswert ist zudem Witkoffs selbstgewählter Alleingang bei den Gesprächen: Mehrfach reiste er ohne offizielles diplomatisches Protokoll, ohne Delegation und ohne Vertreter des US-Außenministeriums nach Moskau. Als Begründung gab er an, Trump „ungeschönte“ Berichte liefern zu wollen – direkte Informationen, nicht gefiltert durch die Bürokratie.

    Diplomatie als Geschäft – und umgekehrt

    Steve Witkoff pflegt einen transaktionalen Zugang zur Außenpolitik – ganz im Sinne seines Mentors. Wiederholt betonte er, dass finanzielle Hilfen an Bedingungen geknüpft werden müssten. Für die Ukraine etwa forderte er ein „Business Model“, bevor über amerikanische Unterstützung gesprochen werden könne. Auch über die Erschließung ukrainischer Ressourcen wie Seltene Erden als mögliche Gegenleistung wurde laut nachgedacht.

    Diese Ökonomisierung der Diplomatie wirft grundlegende Fragen auf. Geopolitik als Geschäft – ist das pragmatisch oder zynisch? Witkoff jedenfalls sieht keinen Widerspruch. In Interviews beschreibt er Konfliktlösung als Form von „Deal-Making“: Man müsse die Interessen beider Seiten verstehen, Gemeinsamkeiten identifizieren und Differenzen durch kreative Vorschläge überbrücken. Eine Herangehensweise, die in bilateralen Investitionsverhandlungen funktioniert – doch im Kontext eines Angriffskrieges, in dem territoriale Integrität und Völkerrecht zur Disposition stehen, erscheint dieser Ansatz mindestens problematisch.

    Unkonventionell, einflussreich – aber auch effektiv?

    Der Einfluss Witkoffs auf die amerikanische Außenpolitik unter Trump ist unübersehbar. Nicht wenige Beobachter bezeichnen ihn inzwischen als faktischen Außenminister – eine Rolle, die offiziell Marco Rubio innehat. Beide betonen, sie arbeiteten „exzellent“ zusammen, doch hinter den Kulissen ist das Kräfteverhältnis unausgewogen. Rubio agiert im institutionellen Rahmen, Witkoff genießt direkten Zugang zum Präsidenten.

    Derzeit steht Witkoff vor seiner bislang schwierigsten Aufgabe. Mit seinem aktuellen Besuch in Moskau will er letzte Verhandlungsoptionen sondieren, bevor Washington seine angekündigten Sanktionen gegen Russland und möglicherweise auch gegen Drittstaaten wie Indien oder China ausweitet. Die Uhr tickt – und die Erwartungen an eine schnelle Einigung sind niedrig. In diplomatischen Kreisen wächst die Skepsis, ob ein Quereinsteiger ohne außenpolitische Ausbildung der Komplexität des Ukraine-Krieges gewachsen ist.

    Dennoch: Witkoff genießt das Vertrauen Trumps, das Wohlwollen des Kreml und eine mediale Aufmerksamkeit, die ihn zum Gesicht einer neuen, informellen Außenpolitik macht. Ob daraus eine Lösung oder ein Desaster erwächst, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Sicher ist nur: Mit Steve Witkoff betritt ein Mann die Bühne der Weltpolitik, der sie nach seinen eigenen Regeln bespielt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trump erhöht den Druck: Verschärftes Ultimatum an Russland und Moskaus ambivalente Reaktion

    Trump erhöht den Druck: Verschärftes Ultimatum an Russland und Moskaus ambivalente Reaktion

    Mit einer beispiellosen Fristsetzung hat US-Präsident Donald Trump Moskau zur Beendigung des Krieges in der Ukraine aufgefordert. Russland zeigt sich irritiert – und setzt dennoch auf eine Doppelstrategie aus Härte und Gesprächsbereitschaft.

    Am Montag sorgte Donald Trump mit einer drastischen Aussage für Aufsehen: Russland müsse die Kampfhandlungen in der Ukraine „innerhalb von zehn bis zwölf Tagen“ einstellen, sonst würden „weitreichende Konsequenzen“ folgen. Zwar blieb der Präsident vage, worin diese Konsequenzen bestehen könnten, doch die Botschaft war eindeutig: Die Geduld Washingtons mit dem Kreml ist am Ende. Am Dienstag reagierte Moskau offiziell – und versuchte, zwischen Entschlossenheit und Dialogbereitschaft zu lavieren.

    Moskau betont Gesprächswillen – und führt den Krieg fort

    „Wir haben die Erklärung von Präsident Trump zur Kenntnis genommen“, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalistinnen und Journalisten. Gleichzeitig bekräftigte er, Russland halte an seinem „Engagement für einen Friedensprozess zur Lösung des Konflikts in der Ukraine“ fest. Dies jedoch, so Peskow, sei „unvereinbar mit einseitigen Ultimaten“.

    Das Narrativ der russischen Führung bleibt damit konsistent: Die seit Februar 2022 andauernde Invasion wird weiterhin als „spezielle militärische Operation“ bezeichnet, deren Ziel es sei, russische Interessen in der Ukraine zu schützen. Trotz des amerikanischen Drucks setzte Russland in der Nacht auf Dienstag seine Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte fort. Nach Angaben aus Kiew wurden dabei mindestens 25 Menschen getötet – unter ihnen auch eine schwangere Frau. Rund 50 weitere Personen wurden verletzt.

    Zerrüttete Beziehungen zwischen Washington und Moskau

    Dass der Kreml trotz massiver militärischer Aggression von „Friedensengagement“ spricht, offenbart die Zerrissenheit der russischen Kommunikationsstrategie: Während man auf internationaler Bühne um Gesprächsformate bemüht scheint, eskaliert die Lage vor Ort weiter. Dmitri Peskow beklagte zudem eine „Verlangsamung der Normalisierung“ der bilateralen Beziehungen mit den USA und äußerte Bedauern über Trumps jüngste Kritik an Präsident Putin.

    Trump hatte sich am Montag „sehr enttäuscht“ vom russischen Präsidenten gezeigt. Offenbar hatte er in den vergangenen Wochen wiederholt direkten Kontakt zum Kreml gesucht – mutmaßlich mit dem Ziel, die eigenen außenpolitischen Erfolge zu unterstreichen. Dass die russische Seite ihm bislang keine nennenswerten Zugeständnisse gemacht hat, könnte den Ton verschärft haben.

    Ultimatum als Teil eines neuen amerikanischen Kurses?

    Das amerikanische Ultimatum könnte als Signal verstanden werden, dass Trump – entgegen mancher Erwartung – nicht zu einer vollständigen Entspannung mit Russland bereit ist. Während seiner früheren Amtszeit hatte Trump zwar wiederholt Putins Positionen Verständnis entgegengebracht. Doch in den aktuellen Regierungsstil Trumps mischt sich eine neue außenpolitische Härte, die offenbar auf Unterstützung innerhalb der republikanischen Reihen und bei den europäischen Verbündeten zielt.

    Ob die Frist von „zehn bis zwölf Tagen“ mehr als eine rhetorische Drohgebärde ist, bleibt unklar. Die Administration in Washington ließ bislang offen, welche konkreten Maßnahmen bei einem Nichteinhalten folgen könnten – Sanktionen, militärische Unterstützung für die Ukraine oder diplomatische Isolation Russlands sind denkbar, wären jedoch in ihrer Wirksamkeit unterschiedlich ausgeprägt. Auch Trumps innenpolitischer Spielraum dürfte eine Rolle spielen: Ein außenpolitischer Erfolg käme ihm angesichts innenpolitischer Herausforderungen in der Epstein-Affäre gelegen.

    Kiew bleibt alarmiert – Europas Rolle unklar

    In der Ukraine reagierte die Regierung mit Skepsis. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, man begrüße jede diplomatische Initiative, doch konkrete Fortschritte seien derzeit nicht erkennbar. Die wiederholten russischen Angriffe zeigten, „dass Moskau kein Interesse an einem echten Frieden hat“, so ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

    Während Washington den Ton gegenüber Moskau verschärft, bleibt Europa vorerst im Hintergrund. Die EU-Außenbeauftragten halten sich mit öffentlichen Stellungnahmen zurück, auch aus Berlin und Paris kamen bislang keine Reaktionen auf Trumps Ultimatum. In Brüssel dürfte man abwarten wollen, ob den Worten der US-Regierung auch Taten folgen – oder ob das Ultimatum letztlich innenpolitisch motiviert war.

    Russlands Strategie bleibt derweil zwiespältig: Mit Raketenangriffen demonstriert man Entschlossenheit, mit Lippenbekenntnissen zum Frieden soll der internationale Druck begrenzt werden. Dass der Kreml seine eigene Rolle als „Friedensakteur“ verkauft, während gleichzeitig zivile Ziele bombardiert werden, zeigt jedoch einmal mehr die instrumentelle Nutzung von Rhetorik in Moskaus Außenpolitik.

    Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten bleibt fraglich, ob das amerikanische Ultimatum den Verlauf des Krieges in naher Zukunft beeinflussen kann – oder ob es sich lediglich als weiteres Kapitel in einem zunehmend unübersichtlichen diplomatischen Tauziehen entpuppt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Gipfeltreffen in Aussicht? Selenskyj deutet Gesprächsbereitschaft mit Putin an – unter Vermittlung von Trump

    Gipfeltreffen in Aussicht? Selenskyj deutet Gesprächsbereitschaft mit Putin an – unter Vermittlung von Trump

    Die diplomatische Front im Ukrainekrieg zeigt erste Bewegung: Bei einem dritten Verhandlungszyklus zwischen Kiew und Moskau, der diese Woche in Istanbul stattfand, ist anscheinend erstmals seit Monaten konkret über ein mögliches Gipfeltreffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen worden. Dabei zeichnet sich eine neue, brisante Dimension ab – mit Donald Trump als möglichem Vermittler.

    Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 galt ein direktes Treffen der beiden Präsidenten stets als hypothetisch. Zu weit lagen die Positionen auseinander, zu groß war das gegenseitige Misstrauen. Doch nun scheint sich zumindest auf ukrainischer Seite eine vorsichtige Öffnung abzuzeichnen. „Wir müssen diesen Krieg beenden – und das beginnt wahrscheinlich mit einem Treffen der Staatschefs“, erklärte Selenskyj am Donnerstag gegenüber internationalen Medien.

    Trumps Ultimatum als neuer Verhandlungsrahmen

    Besonders bemerkenswert ist die Rolle, die Donald Trump in den jüngsten Verhandlungen spielt. Der US-Präsident setzt auf direkte Einflussnahme. Bereits im Juni hatte er öffentlich angekündigt, den Krieg binnen 50 Tagen nach Amtsantritt beenden zu wollen – ein Ultimatum, das er nun mit einer harschen Sanktionsdrohung gegen Russland unterfüttert hat. Laut ukrainischen Medienkreisen soll Trump signalisiert haben, bereit zu sein, persönlich als Vermittler an einem Gipfeltreffen teilzunehmen.

    Die ukrainische Delegation unter Leitung von Rustem Umerov schlug in Istanbul ein Treffen bis spätestens Ende August vor – rechtzeitig vor dem Ablauf von Trumps Frist. Offiziell gibt es dazu weder von Kiew noch von Washington eine Bestätigung. Die bloße Erwähnung dieser Initiative jedoch zeigt, wie sehr sich die Dynamik seit dem Frühjahr verändert hat.

    Putin stellt Bedingungen – und wartet ab

    Aus Moskau kamen bislang nur verhaltene Reaktionen. Präsident Putin ließ über Kremlsprecher Dmitri Peskow ausrichten, dass er ein Gipfeltreffen erst in einer „finalen Phase“ der Verhandlungen für denkbar halte. Die aktuellen Gespräche in Istanbul bezeichnete er zwar als „notwendig“, betonte jedoch die mangelnden Fortschritte. Tatsächlich bleiben die Positionen nach wie vor diametral: Während Kiew auf eine vollständige Wiederherstellung der territorialen Integrität einschließlich der Krim pocht, besteht Moskau auf einer „neuen Sicherheitsarchitektur“, die eine faktische Neutralität der Ukraine einschließt.

    Hinzu kommt ein neuer geopolitischer Faktor: China, das sich lange zurückgehalten hatte, signalisierte laut einem Bericht der Financial Times vom 24. Juli erstmals Bereitschaft, an einem multilateralen Friedensprozess teilzunehmen. Auch Indien und Brasilien wurden in den letzten Wochen wiederholt als mögliche Moderatoren ins Spiel gebracht – ein Indiz dafür, dass der Krieg zunehmend als globale Herausforderung wahrgenommen wird.

    Taktisches Zeitspiel auf beiden Seiten

    Dass Selenskyj jetzt öffentlich über ein Treffen mit Putin spricht, könnte auch innenpolitisch motiviert sein. Angesichts schwindender westlicher Unterstützung und zunehmender Kriegsmüdigkeit in der ukrainischen Bevölkerung wächst der Druck, diplomatische Perspektiven aufzuzeigen. Auch in den USA selbst hat sich das Klima verändert: Teile der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus sprechen sich gegen weitere Militärhilfen für die Ukraine aus, während Trump mit dem Versprechen wirbt, „Amerika aus fremden Kriegen herauszuhalten“.

    Für Putin wiederum bietet ein Gipfeltreffen die Chance, international wieder als legitimer Gesprächspartner aufzutreten – ohne dabei militärisch nachzugeben. Die Aussicht auf ein Foto mit Trump und Selenskyj könnte helfen, die eigene Position im globalen Süden zu stärken. Entscheidend wird sein, ob es im Hintergrund konkrete Fortschritte etwa bei Gebietsfragen oder bei Sicherheitsgarantien gibt.

    Noch ist offen, ob das angedachte Treffen tatsächlich zustande kommt. Doch allein die Diskussion darüber markiert einen Wendepunkt im diplomatischen Umgang mit dem Krieg. Während an der Front weiterhin gekämpft wird, beginnt auf der politischen Ebene ein neues Kapitel – mit potenziell weitreichenden Folgen für die europäische Sicherheitsordnung.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Russland eskaliert seinen Krieg gegen die Ukraine – und andere World-news

    Russland eskaliert seinen Krieg gegen die Ukraine – und andere World-news

    Russland hat gestern einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine gestartet, kurz nachdem Donald Trump Wladimir Putin dafür scharf dafür kritisiert hatte, lediglich „sinnlose“ Schritte in Richtung Frieden zu unternehmen.

    Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe 728 Sprengstoffdrohnen und Täuschkörper abgefeuert – ein Rekordwert für eine einzige Nacht, der den dringenden Bedarf der Ukraine an Verteidigungswaffen unterstreiche. Trump, der erst vergangene Woche alle Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesetzt hatte, erklärte am Montag, die USA würden diese nun wieder aufnehmen, da das Land „sehr hart getroffen“ werde.

    Putins Kalkül: Trumps neuer scharfer Ton hat bislang wenig Einfluss auf Russlands Eskalationsstrategie gezeigt. Quellen im Kreml berichten, Putin sei überzeugt, dass Russlands militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld zunehme und die ukrainischen Verteidigungslinien in den kommenden Monaten zusammenbrechen könnten. „Er wird seine Ziele in der Ukraine nicht für eine Verbesserung der Beziehungen zu Trump opfern“, sagte ein Experte.

    Strafmaßnahmen: Führende Republikaner im US-Senat erklärten, es zeichne sich eine Abstimmung über ein Gesetz ab, das Sanktionen gegen Länder vorsieht, die russisches Öl kaufen.


    Trump droht weiteren Ländern mit Zöllen

    Trump teilte gestern Algerien, Brunei, Libyen, Irak, Moldawien, den Philippinen und Sri Lanka mit, dass ihre Exporte in die USA mit hohen Zöllen belegt würden, sofern sie nicht bis zum 1. August neue Handelsabkommen mit den USA aushandelten. Mindestens 21 Länder haben bereits Schreiben mit entsprechenden Drohungen erhalten.

    Die jüngsten Schreiben kündigten Zölle von 20 Prozent für die Philippinen sowie 30 Prozent für Libyen und Irak an. Zudem drohte Trump Brasilien mit Strafzöllen von 50 Prozent, nachdem er die dortigen Behörden beschuldigte, seinen politischen Verbündeten, den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, unfair zu behandeln. Brasiliens derzeitiger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte, sein Land werde im Falle von Strafzöllen entsprechend reagieren.

    Die EU bemüht sich, noch diese Woche einen Vertragsentwurf vorzulegen, um flächendeckende Zölle zu verhindern. Trump kündigte zudem an, einen Zoll von 50 Prozent auf Kupferimporte zu erheben, was den Kupferpreis in den USA umgehend in die Höhe schnellen ließ.

    Sein Kurs setzt sich durch: Die zentralen Elemente von Trumps politischer Agenda treten nun immer deutlicher hervor. Seine umfangreichen Steuersenkungen sind Gesetz, und sein Handelskrieg nimmt Gestalt an. Das Schicksal der US-Wirtschaft liegt damit nun vollständig in seiner Hand.


    Ehemaliger Präsident Südkoreas erneut in Haft

    Yoon Suk Yeol, Südkoreas abgesetzter Präsident, der sich vor Gericht verantworten musste, nachdem er im vergangenen Jahr versucht hatte, sein Land unter Kriegsrecht zu stellen, wurde gestern erneut festgenommen und ins Gefängnis zurückgebracht.

    Ein vom neuen Präsidenten Lee Jae Myung eingesetzter Sonderstaatsanwalt warf Yoon zusätzliche Straftaten vor, darunter Behinderung der Justiz, und beantragte einen Haftbefehl. Bei der Ausstellung des Haftbefehls erklärte der Richter, Yoon könnte Beweise vernichten, sollte er auf freiem Fuß bleiben. Die Sonderstaatsanwaltschaft strebte Yoons erneute Inhaftierung an, seit sie ihre Arbeit im vergangenen Monat aufgenommen hat.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Texas: Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen stieg auf 120, 173 Menschen werden weiterhin vermisst.

    USA: Die Trump-Regierung scheint Beamte ins Visier zu nehmen, die die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten der Trump-Kampagne 2016 geleitet hatten.

    Soziale Medien: Linda Yaccarino, Geschäftsführerin von X und enge Vertraute von Elon Musk, kündigte ihren Rücktritt an.

    Afrika: Trump traf im Weißen Haus die Staats- und Regierungschefs von Gabun, Guinea-Bissau, Liberia, Mauretanien und Senegal. Die US-Regierung konzentriert sich bei diesen Gesprächen auf Handelsfragen, während sie humanitäre Hilfen stark kürzt.

    Libanon: Trotz Waffenstillstand leitete Israel neue Bodenoperationen in Teilen des Südens ein.

    Naher Osten: Israel und Syrien waren jahrzehntelang Feinde. Nun eint sie ihre Abneigung gegenüber Iran.

    Gaza: Eine britische Chirurgin berichtete von ihren drei Wochen als Ärztin im Gazastreifen. „Sie sind bereit, für einen Sack Reis zu sterben.“

    Europa: Einer Studie zufolge könnte der Klimawandel die Zahl der Todesopfer während der jüngsten Hitzewelle in Europa verdreifacht haben.

    Umwelt: Eine neue Studie liefert erstmals eine Schätzung der Nanoplastik-Verschmutzung in den Weltmeeren. Das Ausmaß ist enorm.

  • Trumps innenpolitische Agenda wird Gesetz und weitere World-News

    Trumps innenpolitische Agenda wird Gesetz und weitere World-News

    Mit 218 zu 214 Stimmen hat das US-Repräsentantenhaus ein umfassendes Gesetz verabschiedet, das Steuersenkungen verlängert und Sozialprogramme massiv kürzt. Damit krönen die Republikaner ihre monatelangen Bemühungen, Präsident Trumps innenpolitische Agenda bis zu der von ihm selbst gesetzten Frist am 4. Juli umzusetzen.

    Der Chef der Republikaner, Mike Johnson, verbrachte einen hektischen Tag und eine durchwachte Nacht damit, den Widerstand in den eigenen Reihen zu brechen, der das Prestigeprojekt des Präsidenten bis zuletzt zu Fall zu bringen drohte. Alle Republikaner bis auf zwei stimmten dafür, die Demokraten lehnten das Gesetz geschlossen ab. Trump plant, sein „großes, wunderschönes Gesetz“ („big, beautiful bill“), wie er es nennt, noch heute zu unterzeichnen.

    Dieses Gesetz ist ein großes politisches Wagnis, das viele republikanische Abgeordnete vor den Zwischenwahlen im kommenden Jahr sehr angreifbar macht. Zahlreiche Ökonomen schätzen, dass vor allem die wohlhabendsten Amerikaner profitieren, da sie die größten Steuersenkungen erhalten. Umfragen zeigen, dass das Gesetz extrem unpopulär ist.

    Details: Das Gesetz erhöht die Ausgaben für Verteidigung und Grenzsicherheit, enthält aber erhebliche Kürzungen bei der Gesundheitsversorgung „Medicaid“, Lebensmittelhilfen für Arme und anderen staatlichen Unterstützungen. Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien werden schrittweise abgeschafft. Zudem wird die Schuldenobergrenze um 5 Billionen Dollar angehoben.

    Analyse: Die Abstimmung zeigt, wie stark Trump seine Partei im Griff hat. Wochenlang hatten Abgeordnete aus allen ideologischen Lagern öffentlich über verschiedene Aspekte des Gesetzes geklagt. Für manche waren die Kürzungen zu drastisch, für andere nicht drastisch genug. Trump erhöhte den Druck – und setzte seinen Charme ein –, um das Gesetz über die von ihm festgesetzte Ziellinie zu bringen.


    Europas gefährliche Hitzewelle zieht nach Osten

    Teile Westeuropas begannen gestern etwas abzukühlen, während die extreme Hitze, die den Kontinent fest im Griff hat, nach Osten wanderte. Meteorologen warnen vor gefährlichen Temperaturen in Mitteleuropa, darunter in der Slowakei sowie in Bosnien und Herzegowina.

    Die hohen Temperaturen, kombiniert mit Dürre, haben in mehreren Ländern bereits Waldbrände entfacht. In Spanien wurden vier Todesfälle gemeldet. Auf der griechischen Insel Kreta mussten rund 1.500 Menschen, viele davon Touristen, aus Hotels und Häusern evakuiert werden, während Feuerwehrleute gegen einen Brand kämpften.

    Atomkraftwerke abgeschaltet: Betreiber von Atomkraftwerken in Frankreich und der Schweiz stellten mindestens drei Reaktoren aufgrund der Hitze ab.


    Weiteres Telefonat zwischen Trump und Putin

    Präsident Trump sprach fast eine Stunde lang mit Präsident Wladimir Putin – das sechste bekannte Gespräch seit Januar.

    Man habe „keine Fortschritte“ bei der Beendigung des Ukrainekriegs erzielt, sagte Trump vor Reportern. Putin erklärte laut Kreml, Russland werde weiterhin daran arbeiten, alle seine Ziele in der Ukraine zu erreichen und die „tieferliegenden Ursachen“ des Konflikts zu beseitigen. Außerdem sprachen die beiden Staatschefs über Iran und andere Themen.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Hollywood: Der Charakterdarsteller Michael Madsen, bekannt aus Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“ und der „Kill Bill“-Reihe, ist gestern im Alter von 67 Jahren gestorben.

    Migration: Die Anwälte von Kilmar Armando Abrego Garcia, der von den USA fälschlicherweise nach El Salvador abgeschoben wurde, berichten, er sei in einem salvadorianischen Gefängnis geschlagen, am Schlafen gehindert und psychisch gefoltert worden.

    Krieg in Gaza: Israelis und Palästinenser warten auf eine Entscheidung der Terrororganisation Hamas, ob die Gruppe den jüngsten Waffenstillstandsvorschlag annimmt.

    Syrien: Ein 3-D-Modell eines Massengrabs auf einem Friedhof nahe Damaskus zeigt, wie der ehemalige Diktator Baschar al-Assad seine Opfer verscharren ließ.

    Migration: Der Oberste Gerichtshof der USA erlaubt der Trump-Regierung, acht Migranten in den Südsudan abzuschieben.

    Bali: Fünf Menschen sind tot, 29 werden vermisst, nachdem eine Fähre vor der indonesischen Insel gesunken ist.

    Guyana: Touristen können jetzt den Ort des Jonestown-Massakers besuchen – für 750 Dollar Eintritt. Überlebende und Anwohner fragen sich: Warum?

    Vatikan: 400 Jahre lang verbrachten Päpste ihre Sommer in Castel Gandolfo. Papst Franziskus war nur kurz dort, doch Papst Leo XIV. könnte jetzt die Tradition wiederbeleben.

    Chile: Ein 19-jähriger US-Amerikaner, der allein alle sieben Kontinente überfliegen wollte, wurde diese Woche auf einer Insel vor der Antarktis festgenommen.


    Handel & Wirtschaft

    Vietnam: Trump drängt Länder, China aus ihren Lieferketten zu drängen. Ein vorläufiges Handelsabkommen mit Vietnam ist dabei ein wichtiger Schritt.

    Frankreich: Wegen Trumps Zöllen bleiben 50.000 ikonische Saint-James-Streifenpullis im Lager liegen.

    Südkorea: Die Börse des Landes ist um ganze 30 Prozent gestiegen – in Erwartung investorenfreundlicher Reformen des neuen Präsidenten.

    Indonesien: Trotz wirtschaftlicher Abkühlung will der Präsident allen Schülern ein kostenloses Mittagessen finanzieren. Kritiker halten seine Prioritäten allerdings für falsch gesetzt.

  • Eskalation zwischen Israel und Iran – USA könnten sich einmischen und Putin will vermitteln

    Eskalation zwischen Israel und Iran – USA könnten sich einmischen und Putin will vermitteln

    Der Drei‑Tage‑Konflikt zwischen Israel und Iran verschärft sich seit dem massiven Luftschlag durch Israel am 13. Juni auf iranische Nuklearanlagen – bekannt als Operation Rising Lion – sowie der darauffolgenden iranischen Gegenschläge mit hunderten Raketen und Drohnen. Mindestens dreizehn Zivilisten wurden in Israel getötet sowie über 200 verletzt, während in Iran mindestens 128 Menschen starben.

    Vor diesem Hintergrund äußerte US‑Präsident Donald Trump, ein militärisches Eingreifen der USA sei „möglich“, allerdings derzeit noch nicht erfolgt. Er betonte zugleich die Bereitschaft für eine Mediation durch Russland: „Er [Putin] ist bereit. Er hat mich angerufen…“

    Trump-Putin‑Telefonat: Vermittlungsambitionen im Fokus

    Am 14. Juni führten Trump und Putin ein rund einstündiges Telefonat. Zentrale Themen waren die Konfliktlage im Nahen Osten sowie der Krieg in der Ukraine. Beide sprachen sich gegen eine Fortsetzung der Gewalt aus. Putin verurteilte die israelischen Angriffe als völkerrechtswidrig und warnte vor Eskalationsrisiken für die gesamte Region. Darüber hinaus schlug er konkrete Vermittlungsschritte zur Wiederaufnahme der Iran‑USA‑Atomgespräche vor.

    Trump zeigte sich offen – auch hinsichtlich eines russischen Engagements zur Deeskalation in der Region oder einer Wiederaufnahme des Atom‑Dialogs über seinen Sondergesandten Steve Witkoff.

    Frankreich behält sich militärisches Eingreifen vor

    Frankreich beteiligt sich bislang nicht militärisch an der Eskalation. Außenminister Jean‑Noël Barrot erklärte, dass französische Mittel zurzeit nicht mobilisiert werden, behält sich aber Schutzmaßnahmen für Israel im Falle weiterer iranischer Vergeltungsschläge vor.

    Blutige Bilanz und diplomatische Rückzüge

    • Israel meldete 13 Tote, darunter drei Kinder, durch iranische Raketen– und Drohnenangriffe.
    • Iran meldete mindestens 128 Toten durch israelische Angriffe auf seine Infrastruktur.
    • Als Reaktion auf das Schweigen der IAEA beendet der Iran seine Kooperation mit der Atomaufsichtsbehörde.

    Einordnung und geopolitische Bedeutung

    1. Regionale Eskalationsgefahr steigt

    Der militärische Schlagabtausch ist weit mehr als ein bilateraler Konflikt zwischen Israel und Iran: Raketen fliegen über Nachbarländer, Ölmärkte reagieren empfindlich, und globale Akteure wie Russland, USA und die EU werden direkt mit einbezogen.

    2. Russland als diplomatisches Sprungbrett?

    Putins Vermittlungsangebot zeigt Russlands Strategie, sich als zentraler Akteur im Nahen Osten zu positionieren – nach den paralysierten Beziehungen zum Westen wegen des Ukraine-Krieges. Washingtons Offenheit gegenüber Moskaus Vorschlag deutet auf einen pragmatischeren Kurs hin – eine weitere Annäherung durch Donald Trump.

    3. USA zwischen Spaltung und Einfluss

    Trump lobt zwar die israelischen Angriffe als „exzellent und effektiv“ und sieht militärische Optionen – doch gleichzeitig hält er sich mit direkter US‑Beteiligung zurück. Das vermittelt Ambivalenz und Unsicherheit gegenüber regionalen Verbündeten.

    Breiter Blick: Historische und wirtschaftliche Dimensionen

    • Historisch knüpft die Eskalation an einen jahrzehntelangen Nuklear‑ und Stellvertreterkonflikt an. Israel warnt, Iran nähere sich dem Punkt, an dem eine nukleare Bombe realistisch wird.
    • Wirtschaftlich könnten Ölpreise durch die Eskalation weiter steigen. Die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts erhöht die Unsicherheit in weltweiten Finanz‑ und Energiemärkten.

    Am 15. Juni 2025 steht der Konflikt zwischen Israel und Iran an einem gefährlichen Wendepunkt. Die kombinierte Strategie von Militärschlägen, diplomatischem Tauziehen zwischen Großmächten und regionaler Unruhe könnte den Nahen Osten sehr schnell und nachhaltig in eine neue Instabilität führen. Russland signalisiert sich als mögliche Nothelfer, während die USA weiterhin zwischen Machtpolitik und Zurückhaltung schwanken.

    Autor: P. Tiko

  • Kommentar: Wenn der Wolf den Frieden anbietet

    Kommentar: Wenn der Wolf den Frieden anbietet

    Putin spricht von Frieden – während seine Drohnen Wohnhäuser zerfetzen. Er lädt zum Gespräch – und verteilt im selben Atemzug neue Bedingungen, die nichts anderes bedeuten als Kapitulation. Wer da nicht misstrauisch wird, hat die letzten drei Jahre verschlafen.

    Natürlich klingt es verlockend, nach all den Toten, Zerstörungen, Trennungen endlich das Wort „Frieden“ zu hören. Und natürlich sollten jede Tür, jede Geste in Richtung Dialog ernst genommen werden – aber nicht naiv. Denn wer, wie Putin, während eines laufenden Angriffskriegs Verhandlungen „ohne Vorbedingungen“ anbietet, aber gleichzeitig die Abtretung ganzer Regionen zur Bedingung macht, führt kein Friedensangebot im Schilde, sondern betreibt perfide politische Inszenierung.

    Man fragt sich fast, ob der russische Präsident glaubt, die Welt sei dümmer geworden.

    Nein, Herr Putin, so läuft das nicht. Sie können nicht gleichzeitig bombardieren und verhandeln wollen – das ist kein Spagat, das ist Zynismus. Die Ukraine kämpft um ihre Existenz, um ihre Freiheit, um ihre Würde. Wer dabei nur taktisch blufft, verhandelt nicht – er kalkuliert.

    Es braucht eine echte Waffenruhe, nicht für 30 Minuten, sondern für 30 Tage und länger – überprüfbar, verlässlich, transparent. Alles andere ist Nebelkerze.

    Frieden ist keine PR-Nummer.

    Und Europa? Es muss jetzt, nach dem wichtigen Treffen in Kiew, zusammenstehen wie nie – ohne Hysterie, aber mit klarem Blick. Denn wer Frieden will, darf sich nicht vom Täter diktieren lassen, wie dieser auszusehen hat. Sonst wird der nächste „Friedensplan“ gleich mit dem nächsten Überfall geliefert.

    Von Daniel Ivers

  • Putins Gesprächsangebot an Kiew: Friedensinitiative oder erneutes taktisches Manöver?

    Putins Gesprächsangebot an Kiew: Friedensinitiative oder erneutes taktisches Manöver?

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 10. Mai 2025 überraschend direkte Gespräche mit der Ukraine vorgeschlagen. Diese sollen am 15. Mai in Istanbul stattfinden – ohne Vorbedingungen. Während Moskau dies als Schritt in Richtung Frieden darstellt, reagieren Kiew und westliche Hauptstädte mit Skepsis. Die Initiative erfolgt kurz nach einer von der Ukraine und ihren Verbündeten formulierten Forderung nach einem 30-tägigen Waffenstillstand, den Russland bislang ablehnt. Putins Vorschlag: Verhandlungen ohne Vorbedingungen In einer Ansprache im Kreml erklärte Putin, Russland sei bereit für „ernsthafte Gespräche“ mit der Ukraine, um die „tieferen Ursachen des Konflikts“ zu beseitigen. Er schlug vor, die Verhandlungen in der Türkei zu beginnen, ohne Vorbedingungen. Die russische Seite betont, dass nicht Moskau, sondern Kiew die bisherigen Gespräche abgebrochen habe. Seit dem Scheitern der Friedensgespräche in Istanbul im Frühjahr 2022 war eine diplomatische Lösung in weite Ferne gerück…

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