Schlagwort: postkolonialismus

  • Das Gesetz Taubira: Als Frankreich begann, seine koloniale Vergangenheit neu zu betrachten

    Das Gesetz Taubira: Als Frankreich begann, seine koloniale Vergangenheit neu zu betrachten

    Am 10. Mai 2001 verabschiedete Frankreich ein Gesetz, das das Verhältnis der Republik zu ihrer eigenen Geschichte dauerhaft verändern sollte: das sogenannte Taubira-Gesetz. Ein Vierteljahrhundert später gilt es als einer der bedeutendsten erinnerungspolitischen Wendepunkte der Fünften Republik. Erstmals erkannte ein europäischer Staat den transatlantischen Sklavenhandel und die Sklaverei offiziell als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Hinter dieser historischen Zäsur stand eine damals außerhalb der Überseegebiete noch vergleichsweise wenig bekannte Abgeordnete aus Französisch-Guayana: Christiane Taubira. Ihr Gesetzestext, der nach teils kontroversen Debatten verabschiedet wurde, eröffnete in Frankreich eine neue Phase der Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Erinnerungskultur und republikanischem Universalismus. Ein Bruch mit der bisherigen Erinnerungspolitik Vor 2001 war die Sklaverei zwar Bestandteil schulischer Lehrpläne und des nationalen Geschichtsbildes, allerdings meist r…

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  • Macrons „Mabouls“-Aussage: Realpolitik im Schatten einer empfindlichen Beziehung zu Algerien

    Macrons „Mabouls“-Aussage: Realpolitik im Schatten einer empfindlichen Beziehung zu Algerien

    Die Wortwahl ist ungewöhnlich scharf für einen amtierenden Präsidenten – und doch ist sie Ausdruck eines altbekannten Dilemmas der französischen Außenpolitik. Als Emmanuel Macron am 27. April in der Ariège politische Gegner als „mabouls“ (Spinner) bezeichnete, die eine harte Linie gegenüber Algerien fordern, ging es nicht nur um innenpolitische Abgrenzung. Vielmehr offenbarte sich einmal mehr die strukturelle Ambivalenz im Verhältnis zwischen Frankreich und Algerien – geprägt von Geschichte, Migration und geopolitischer Notwendigkeit.

    Zwischen postkolonialer Hypothek und strategischer Partnerschaft Kaum eine bilaterale Beziehung Frankreichs ist so historisch aufgeladen wie jene zu Algerien. Der Algerienkrieg wirkt bis heute nach – politisch, gesellschaftlich und emotional. Rund fünf bis sechs Millionen Menschen in Frankreich haben direkte oder indirekte familiäre Bezüge zu Algerien. Diese enge Verflechtung schafft Abhängigkeiten, aber auch Spannungen. In den vergangenen Jahren verschl…

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  • Zwischen Prinzipien und Pragmatismus: Macrons Balanceakt im Umgang mit Madagaskars neuer Führung

    Zwischen Prinzipien und Pragmatismus: Macrons Balanceakt im Umgang mit Madagaskars neuer Führung

    Wenn der französische Präsident Emmanuel Macron am 24. Februar im Élysée-Palast den neuen starken Mann aus Antananarivo empfängt, geht es um weit mehr als ein diplomatisches Arbeitsessen. Der Besuch von Oberst Michaël Randrianirina markiert eine sensible Phase in den Beziehungen zwischen Frankreich und Madagaskar – politisch, historisch und geopolitisch. Die Begegnung ist die erste offizielle Visite Randrianirinas in Paris seit seiner Machtübernahme im Oktober 2025. Sie erfolgt nach einem abrupten politischen Umbruch, der die fragile Ordnung des Inselstaates erschütterte und auch in Frankreich aufmerksam verfolgt wurde. Für Macron ist der Termin ein diplomatischer Drahtseilakt: Er muss demokratische Prinzipien wahren, ohne strategische Interessen aus dem Blick zu verlieren. Ein Machtwechsel unter dem Druck der Straße Der Aufstieg Randrianirinas an die Staatsspitze ist untrennbar mit den massiven Protesten junger Madagassen im Herbst 2025 verbunden. Wochenlange Demonstrationen gegen Kor…

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  • Ein Trommelschlag der Geschichte: Frankreich restituiert koloniales Kulturerbe an die Elfenbeinküste

    Ein Trommelschlag der Geschichte: Frankreich restituiert koloniales Kulturerbe an die Elfenbeinküste

    Mehr als ein Jahrhundert nach seiner gewaltsamen Aneignung kehrt ein zentrales Symbol westafrikanischer Kultur an seinen Ursprungsort zurück. Frankreich hat den sogenannten „Tambour parleur“ offiziell an die Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) restituiert. Was vordergründig wie die Rückgabe eines einzeln…

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  • Koloniale Altlasten: Warum die Rückgabe der Benin-Bronzen nicht nur eine Frage des Eigentums ist

    Koloniale Altlasten: Warum die Rückgabe der Benin-Bronzen nicht nur eine Frage des Eigentums ist

    Die Benin-Bronzen zählen zu den bedeutendsten Kunstschätzen Afrikas – und zu den augenfälligsten Symbolen kolonialer Plünderung. Ihre Rückgabe aus westlichen Museen an Nigeria, dem Nachfolgestaat des Königreichs Benin, galt lange als Prüfstein für eine gerechte Aufarbeitung kolonialer Unrechtsgeschichte. Doch die Realität ist komplizierter: Wer ist eigentlich der rechtmäßige Besitzer dieser Werke – der nigerianische Staat oder der König von Benin? Und wer entscheidet, wie und wo sie künftig präsentiert werden?

    Ein Raubzug als Wendepunkt

    Die Ursprünge der Debatte reichen zurück ins Jahr 1897. Damals führte Großbritannien eine sogenannte Strafexpedition gegen das Königreich Benin, im heutigen Südwesten Nigerias gelegen. Der Palast des Oba, des Königs, wurde geplündert, große Teile der königlichen Kunstsammlung – darunter hunderte kunstvoll gearbeitete Reliefs und Skulpturen aus Bronze und Messing – als „Kriegsbeute“ nach Europa verbracht. Die geraubten Werke fanden Eingang in Museen und Privatsammlungen in London, Berlin, Wien, Stockholm oder Boston.

    Schon seit den 1930er Jahren fordert Nigeria die Rückgabe dieser Kulturgüter. Doch erst in jüngster Zeit bewegt sich etwas: Die Niederlande übergaben im Sommer 2025 insgesamt 119 Stücke an Nigeria, Deutschland hat mit Rückgaben begonnen, Schweden plant die Rückgabe von 39 Objekten bis 2026. Auch Universitäten wie Cambridge zeigen Bereitschaft zur Restitution.

    Ein neuer Streit um alte Schätze

    Doch die Rückgabe der Bronzen bringt neue Konflikte hervor. Im Zentrum steht dabei die Frage, wem die Stücke heute zustehen: dem nigerianischen Staat – oder dem Nachkommen des einst beraubten Königs, dem heutigen Oba Ewuare II. Denn mit der Rückgabe wurde schnell klar: Auch in Nigeria ist die Deutungshoheit über die eigene Geschichte umkämpft.

    Ursprünglich war geplant, die Kunstwerke in einem neuen, hochmodernen Museum in Benin City auszustellen – entworfen von einem renommierten Architekturbüro, unterstützt durch internationale Geldgeber und Museen. Doch 2022 entschied die nigerianische Regierung, dass die Bronzen stattdessen in die Obhut des traditionellen Herrschers zurückkehren sollten. Der Oba, so die Argumentation, sei der direkte Nachfahre des einstigen Eigentümers, und damit der legitime Anspruchsberechtigte.

    Für westliche Museen war das ein Dilemma. Viele wollten die Kunstwerke nicht an eine Einzelperson übergeben, sondern an eine staatliche oder öffentliche Institution. Es überwog die Sorge, dass bei einer rein privaten Aufbewahrung nicht die nötigen Standards für Sicherheit, Konservierung und wissenschaftliche Zugänglichkeit gewährleistet seien. Die Bronzen seien „Weltkulturerbe“, nicht persönliche Besitztümer, so das stillschweigende Argument.

    Zwischen Misstrauen und Machtfragen

    Diese Bedenken treffen jedoch in Afrika auf empfindliche historische Wunden. Viele Kommentatoren und Intellektuelle sehen in der zögerlichen Haltung der westlichen Museen eine Fortsetzung kolonialer Denkmuster: Die implizite Botschaft laute, dass afrikanische Institutionen oder Herrscher nicht vertrauenswürdig oder fähig genug seien, ihre eigene Geschichte zu verwalten. Das Missverhältnis zwischen Eigentumsrückgabe und kultureller Kontrolle steht exemplarisch für das strukturelle Erbe des Kolonialismus.

    „Es ist, als wollten ehemalige Kolonialmächte nicht nur entscheiden, wann sie zurückgeben – sondern auch, wie damit umzugehen ist“, so ein oft gehörter Vorwurf. Der Versuch, Bedingungen an die Rückgabe zu knüpfen – etwa hinsichtlich Museumstechnik, Klimatisierung oder Zugänglichkeit – wird als paternalistisch empfunden.

    Gleichzeitig bleibt die Lage vor Ort komplex. Derzeit sind viele der zurückgegebenen Bronzen im Königspalast untergebracht – ohne moderne Ausstellungstechnik, Sicherheitsanlagen oder wissenschaftliche Katalogisierung. Die geplante „Benin Royal Museum“, das der Oba mit internationalen Geldern bauen möchte, existiert bisher nur auf dem Papier. Auch Transparenz über den Verbleib der Objekte ist bislang begrenzt.

    Rückgabe zwischen Ideal und Realität

    Die Uneinigkeit darüber, wie die Rückgabe zu gestalten sei, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was bedeutet Restitution im 21. Jahrhundert? Geht es ausschließlich um die physische Rückgabe von Kulturgut – oder auch um die symbolische Rückgabe von Deutungshoheit und kultureller Souveränität?

    In der Praxis zeigt sich: Die Restitution der Benin-Bronzen ist nicht bloß ein juristischer oder museologischer Vorgang, sondern ein politisch und kulturell aufgeladenes Ringen um Anerkennung, Autonomie und Erinnerung. Es ist ein Lackmustest dafür, ob der Westen bereit ist, nicht nur materielle Verluste zu kompensieren, sondern auch symbolisches Terrain zu räumen.

    Zugleich ist die Rückgabe kein Automatismus. In vielen Museen wächst angesichts der Kontroversen die Skepsis: Ist man bereit, Verantwortung abzugeben, ohne Kontrolle über die Zukunft der Objekte zu behalten? Und wie lässt sich sicherstellen, dass Rückgaben nicht in neuen Machtkonflikten münden?

    Der Oba von Benin hat inzwischen eine Vereinbarung mit der nigerianischen Regierung geschlossen, die dieser für fünf Jahre die treuhänderische Obhut über die Bronzen überträgt. Das hat den Weg für neue Rückgaben geöffnet. Doch Vertrauen – zwischen Staaten, Institutionen und Kulturen – lässt sich schwerer übergeben als Bronzen.


    MEHR TOP-NACHRICHTEN

    Politische Unruhen in Bulgarien

    Der bulgarische Premierminister ist gestern zurückgetreten – nach wochenlangen Straßenprotesten, an denen sich auch viele junge Menschen beteiligten.

    Der Widerstand gegen die Regierung von Premierminister Rosen Scheljaskow – der sechsten Regierung in Bulgarien innerhalb von nur fünf Jahren – hatte sich in den letzten Wochen verstärkt. Anlass war ein Haushaltsentwurf mit höheren Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen im Vorfeld der geplanten Einführung des Euro am 1. Januar.

    Doch die Kritik weitete sich rasch aus: Viele Demonstrierende warfen der Regierung systemische Korruption vor, die ihrer Ansicht nach von Politikern aufrechterhalten wird, die eine stärkere Anbindung an Russland befürworten.


    WEITERE NACHRICHTEN

    – Die USA haben neue Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor sowie gegen Familienmitglieder von Präsident Nicolás Maduro verhängt. Außerdem wollen sie das Öl eines von US-Streitkräften beschlagnahmten Tankers einbehalten.

    – Ein pakistanisches Militärgericht hat Generalleutnant Faiz Hameed, den ehemaligen Geheimdienstchef, zu 14 Jahren Haft verurteilt – wegen Korruption, politischer Einflussnahme und Machtmissbrauchs.

    Mexiko hat auf Druck der USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf chinesische Waren beschlossen.

    Disney kündigte an, eine Milliarde US-Dollar in OpenAI zu investieren und seine Figuren auf die KI-Videoplattform „Sora“ zu bringen.

    – Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass ein überarbeiteter, von den USA unterstützter Friedensplan weiterhin den Rückzug der Ukraine aus dem östlichen Donbas vorsehe – eine Forderung, die er kategorisch ablehne.

    – Die Trump-Regierung stellte sich auf die Seite von Saudi-Arabien, Russland und Iran, um einen Abschnitt eines UN-Klimaberichts zu blockieren, der den Ausstieg aus fossilen Energien forderte.

    Autor: P. Tiko

  • Zohran Mamdani: New Yorks shooting star mit afrikanischen Wurzeln

    Zohran Mamdani: New Yorks shooting star mit afrikanischen Wurzeln

    Vor einem Jahr war Zohran Mamdani kaum jemandem ein Begriff, auch nicht in seiner Heimat New York. Doch in dieser Woche ist er nicht nur der designierte Bürgermeister von New York City, sondern auch zu einer Art globaler Berühmtheit für progressive Kreise und junge Menschen geworden.

    Mamdani ist charismatisch. Mit 34 Jahren ist er ein Naturtalent für virale Videos. Und er ist ein demokratischer Sozialist – der in der globalen Hauptstadt des Finanzwesens die Bürgermeisterwahl gewonnen hat.

    Er ist zudem ein Einwanderer mit familiären Wurzeln in Uganda und Indien und wird bald das höchste Amt in einer der internationalsten Städte der Welt bekleiden.

    Mamdani verbrachte den Großteil seiner Kindheit in Morningside Heights in Manhattan. Doch er wurde in Uganda geboren – in eine muslimische Familie indischer Herkunft – und lebte dort die ersten fünf Jahre seines Lebens.

    Privilegien in einem armen Land

    Die Familie Mamdani lebte in einem grünen, wohlhabenden Viertel mit Blick auf Ugandas Hauptstadt Kampala und besitzt dort bis heute ein Haus. (Mamdani feierte kürzlich seine Hochzeit auf diesem Grundstück.) Seine Eltern sind beide Intellektuelle: Mahmood Mamdani lehrte postkoloniale Studien an der ältesten und angesehensten Universität des Landes, seine Mutter ist die Filmemacherin Mira Nair.

    Mamdani hat immer offen über seine privilegierte Herkunft gesprochen. Er sagte, er habe als Kind „nie auf etwas verzichten müssen“. Doch dieses Privileg entfaltete sich in einem angespannten gesellschaftlichen Umfeld.

    In Uganda ist die südasiatische Gemeinschaft im Durchschnitt wohlhabender als die schwarze ugandische Bevölkerung – in manchen Fällen sogar ausgesprochen wohlhabend. 1972 ließ der damalige Diktator Idi Amin zehntausende Südasiaten ausweisen. Er warf ihnen mangelnde Loyalität und wirtschaftliche Ausbeutung vor. Unter den Betroffenen war auch Mamdanis Vater Mahmood.

    Mamdani wuchs in einer Familie auf, die tief von der kolonialen Vergangenheit und den ethnischen Bruchlinien geprägt war. Seine Kindheit beinhaltete auch einen kurzen Aufenthalt in Südafrika, kurz nach dem Ende der Apartheid.

    Bevor Mamdani Politiker wurde, machte er gemeinsam mit einem Kindheitsfreund aus Uganda Musik. In seiner Musik ging es ausdrücklich um die fortdauernden Auswirkungen des Kolonialismus in Uganda.

    Reaktionen weltweit

    Mamdanis politisches Programm konzentriert sich auf soziale Teilhabe und bezahlbares Leben. Er verspricht kostenlose Busse, umfangreiche und bezahlbare Kinderbetreuung, städtische Supermärkte und einen Mietendeckel für bestimmte Wohnungen.

    Bemerkenswert ist auch, dass der von Mamdani vertretene demokratische Sozialismus in der Demokratischen Partei der USA zunehmend an Einfluss gewinnt. Klar ist: Mamdanis Herkunft ermöglicht es Menschen in aller Welt, sich mit ihm zu identifizieren – ob Bollywood-Fans in Indien oder junge Frauen in der Türkei.

    In Uganda allerdings kennt ihn bisher kaum jemand. In Israel hingegen, wo man seine pro-palästinensische Haltung kritisch sieht, löste sein Wahlsieg eine starke Reaktion aus. „Der Big Apple ist gefallen“, sagte ein rechtsgerichteter Abgeordneter. In palästinensischen Kreisen hingegen wurde sein Wahlsieg als Meilenstein gefeiert.

    Einige internationale Medien zogen sogar Vergleiche zu einem anderen US-Politiker mit afrikanischen Wurzeln. Doch anders als Barack Obama wurde Mamdani tatsächlich in Afrika geboren – und kann daher laut US-Verfassung niemals Präsident werden.


    Weitere Themen:

    • US-Behörde kürzt Flugverkehr um 10 Prozent
    • Es ist kein Sturm, kein Streik, kein technisches Versagen. Es ist Politik – genauer gesagt: ein staatlicher Stillstand, der jetzt den US-Luftraum bremst. Die Federal Aviation Administration (FAA) streicht an 40 großen Flughäfen die Flugkapazität. Um satte zehn Prozent. Das trifft rund 3.500 bis 4.000 Flüge pro Tag – eine drastische Maßnahme mit internationaler Wucht.
    • Grund dafür ist der längste Government Shutdown in der Geschichte der USA. Bundesbedienstete, darunter auch Fluglotsen, arbeiten entweder ohne Lohn oder gar nicht. Die FAA zieht die Reißleine, bevor Überlastung zur Gefahr wird. Sie spricht von einem „proaktiven Schritt“. Übersetzt: Lieber früher kürzen, als später mit Chaos leben.
    • Zunächst startet die Kürzung mit vier Prozent – sie soll auf zehn Prozent steigen. Große Drehkreuze wie Atlanta, Los Angeles, New York, Dallas oder Chicago stehen ganz oben auf der Liste. Vor allem Inlands- und Regionalflüge trifft es. Internationale Strecken bleiben vorerst weitgehend verschont. Noch.
    • Was bedeutet das für Europa? Wer über die USA fliegt, muss mit allem rechnen: Verspätungen, gestrichene Anschlussflüge, kurzfristige Umbuchungen. Auch Rückflüge aus den USA könnten betroffen sein. Reiseveranstalter und Airlines sind gefordert – und Reisende gut beraten, sich Alternativen zu suchen. Vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt, auf Routen via Kanada auszuweichen.
    • Klar ist: Die FAA zieht nicht aus Laune die Notbremse. Wenn sicherheitsrelevantes Personal fehlt oder bis zur Erschöpfung arbeitet, ist das keine Option. Der Flugverkehr lebt nicht nur von Technik, sondern vom Menschen, der ihn kontrolliert. Und genau diese Menschen fehlen derzeit – oder stehen kurz vor dem Limit.
    • Besonders bitter: Selbst wenn der Shutdown bald endet, wird die Normalität nicht sofort zurückkehren. Experten rechnen mit Wochen, bis der Betrieb wieder rund läuft. Ein System wie der Flugverkehr ist kein Lichtschalter – man kann es nicht einfach wieder einschalten.
    • Was also tun? Wer demnächst fliegt, sollte jetzt prüfen, was auf dem Ticket steht. Wer umsteigen muss, sollte sich Alternativen überlegen. Wer bucht, sollte flexibel bleiben.

    Weitere Nachrichten:

    • Der Oberste Gerichtshof der USA äußerte Zweifel an Trumps Nutzung von Notfallbefugnissen zur Verhängung weitreichender Zölle.
    • Trumps drastische Kürzungen bei der Aufnahme von Geflüchteten haben weitreichende Folgen – sie zerstörten Hoffnungen und Lebenspläne.
    • Venezuela verfügt über ein Arsenal russischer Waffen und bewaffnete Zivilisten, die im Fall eines US-Angriffs einsatzbereit wären.
    • Brasilien plant einen neuen Klimafonds, der Länder für den Erhalt ihrer tropischen Wälder entschädigen soll.
    • Aktivisten kritisieren Chinas Justizsystem: Es versage systematisch bei Fällen häuslicher Gewalt – wegen Ressourcenmangel und fehlendem politischen Willen.
    • Mexikos Präsidentin kündigte Strafanzeige gegen einen Mann an, der sie auf offener Straße begrapschte – ein Vorfall, der auf Video festgehalten wurde.

    Autor: P. Tiko

  • Symbolische Abstimmung: Ein kleiner Schritt mit großer Bedeutung

    Symbolische Abstimmung: Ein kleiner Schritt mit großer Bedeutung

    Am 30. Oktober 2025 hat die französische Nationalversammlung mit 185 gegen 184 Stimmen eine von der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) eingebrachte Resolution angenommen. Diese fordert die formale „Dénonciation“ – also die Aufkündigung – des bilateralen Abkommens von 1968 zwischen Frankreich und Algerien. Obwohl die Resolution rechtlich nicht bindend ist, markiert sie einen politischen Einschnitt: Zum ersten Mal seit Bestehen der Fünften Republik wurde ein Text des RN im Parlament angenommen. Dieser symbolische Erfolg steht für weit mehr als eine einfache Abstimmung: Er signalisiert einen neuen parlamentarischen Einfluss des RN und stellt zugleich ein Tabu in der französischen Migrations- und Erinnerungspolitik in Frage.

    Das Abkommen von 1968: Ein Relikt der postkolonialen Ordnung Der sogenannte „Accord franco-algérien“ von 1968 regelt die Einreise, den Aufenthalt und die Beschäftigung algerischer Staatsangehöriger in Frankreich. Er entstand in einem Kontext, in d…

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