Schlagwort: Pommes frites

  • „Wir nehmen das wirklich ernst“: 70.000 Menschen feiern in Arras die Weltmeisterschaft der Pommes frites

    „Wir nehmen das wirklich ernst“: 70.000 Menschen feiern in Arras die Weltmeisterschaft der Pommes frites

    Außen knusprig, innen weich, goldgelb und möglichst nicht zu fettig: Was nach einer einfachen Portion Pommes klingt, gerät im nordfranzösischen Arras beinahe zur Wissenschaft. Bei der vierten Weltmeisterschaft der Pommes frites verwandelte sich die Grand’Place in eine gewaltige Freiluftküche. Rund 70.000 Besucher kamen – und die Kandidaten überließen bei der Suche nach der perfekten Fritte nichts dem Zufall.

    Kartoffeln, heißes Fett, ein wenig Salz. Mehr braucht es theoretisch nicht.

    Praktisch sieht die Sache deutlich komplizierter aus.

    „Wir nehmen das wirklich ernst“, erklärte Teilnehmer Rémy Dauchy. Sein Team hatte unmittelbar vor dem Wettbewerb noch einmal von neun Uhr morgens bis 23 Uhr abends trainiert. Schließlich entscheiden wenige Grad Temperatur, die richtige Kartoffelsorte oder ein paar Sekunden Garzeit darüber, ob aus einer gewöhnlichen Kartoffel eine preisverdächtige Fritte entsteht.

    Bereits zum vierten Mal erklärte Arras im Département Pas-de-Calais die Pommes zur großen kulinarischen Angelegenheit. 46 Kandidaten aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz und Spanien traten 2026 gegeneinander an. Sieben Kategorien standen auf dem Programm – von der klassischen „frite authentique“ über internationale Varianten und Familienrezepte bis zur besten Sauce. Neu hinzu kamen ein Wettbewerb für handwerklich hergestellte Kartoffelchips und eine „Battle des champions“, bei der frühere Sieger und Zweitplatzierte erneut gegeneinander antraten.

    Das große Geheimnis vieler Kandidaten steckt in der doppelten Garung. Zunächst wird die Kartoffel bei niedrigerer Temperatur gegart, anschließend folgt der zweite, heißere Frittiergang für die knusprige Oberfläche. Manche Teilnehmer wechseln dabei sogar das Fett. Gautier Vanhasbrouck setzte zunächst auf Pflanzenfett und anschließend auf Rinderfett.

    Andere schwören auf bestimmte Kartoffelsorten, millimetergenau geschnittene Stäbchen oder exakt berechnete Ruhezeiten.

    Übertrieben?

    Nicht im Norden Frankreichs.

    Hier gehört die friterie beinahe zum kulturellen Inventar. Über die richtige Fritte lässt sich ähnlich leidenschaftlich diskutieren wie anderswo über Wein, Käse oder die einzig wahre Zubereitung eines Cassoulet.

    Entsprechend groß war der Andrang in Arras. Bei den Ständen früherer Weltmeister mussten Besucher teilweise bis zu einer Stunde warten. Eine Gruppe aus Straßburg reiste sogar verkleidet an. Einer ihrer Teilnehmer erschien als riesige Mayonnaisetube – womit spätestens bewiesen wäre, dass sich kulinarischer Ernst und nordfranzösischer Humor keineswegs ausschließen.

    Hinter dem Volksfest steckt dennoch mehr als Folklore. Eine wirklich gute Fritte verlangt die richtige Balance zwischen Stärkegehalt, Lagerung, Schnitt, Temperatur und Garzeit. Ist das Fett zu heiß, verbrennt die Kartoffel außen, bevor sie innen weich ist. Ist es zu kalt, saugt sie sich voll.

    Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Hintergrund. Die Kartoffelproduktion steht 2026 unter Druck, die Ernte fällt deutlich geringer aus. Die Organisatoren wollten deshalb zugleich auf die Bedeutung der Landwirtschaft hinweisen.

    Nicolas Desfachelle, Vizepräsident des Gemeindeverbands von Arras, formulierte die Philosophie der Veranstaltung treffend: Man treffe sich nicht rund um die vornehme „pomme de terre“, sondern rund um die „patate“.

    Und genau darin liegt vermutlich das Erfolgsrezept.

    Arras macht aus einem der einfachsten Lebensmittel Europas für einen Tag Haute Cuisine: eine Kartoffel, Fett, Salz – und 70.000 Menschen, die darüber diskutieren, wer daraus die beste Fritte der Welt zaubert.

    C. Hatty

  • Kommentar: Prominente Opfer des Klimawandels – jetzt trifft es unsere geliebten Pommes

    Kommentar: Prominente Opfer des Klimawandels – jetzt trifft es unsere geliebten Pommes

    Man hatte uns ja auf vieles vorbereitet. Auf schmelzende Gletscher. Auf Waldbrände. Auf Dürresommer. Auf steigende Meeresspiegel. Alles schlimm, alles dramatisch. Aber niemand – wirklich niemand – hatte den Mut, die Wahrheit auszusprechen: Jetzt sind die Pommes dran.

    Unsere goldenen, knusprigen, treuen Begleiter durch Liebeskummer, Fußballabende und Autobahnraststätten. Die Kartoffel, dieses bescheidene Wunder der Menschheit, kämpft inzwischen selbst ums Überleben. Hitze, Trockenheit, Ernteausfälle – und wir diskutieren immer noch darüber, ob 38 Grad im Schatten „doch ganz angenehm“ seien.

    Vielleicht braucht es tatsächlich erst bedrohte Pommes, damit manche aufwachen. Eisbären? „Ja, traurig.“ Korallenriffe? „Schade.“ Aber wenn die Portion an der Imbissbude plötzlich zwölf Euro kostet und nur noch aus sieben traurigen Kartoffelstäbchen besteht, dann ist das Geschrei groß. Willkommen in der Prioritätenliste des modernen Menschen.

    Natürlich wird es auch dann noch Experten geben. „Früher gab es auch heiße Sommer!“ Klar. Früher gab es auch Telefone mit Wählscheibe. Trotzdem würde heute niemand ernsthaft behaupten, das Smartphone sei bloß eine vorübergehende Modeerscheinung.

    Der Klimawandel fragt übrigens nicht nach politischer Gesinnung. Er interessiert sich weder für Stammtischparolen noch für Kommentarspalten voller Großbuchstaben. Er macht einfach weiter. Trocken. Effizient. Konsequenter als jede Regierung der vergangenen Jahrzehnte.

    Und während wir uns darüber streiten, ob man das Wort Klimakrise überhaupt benutzen darf, verdorrt auf den Feldern genau das, was später als knusprige Glückseligkeit in unserer Pommesschale landen sollte. Ironischer lässt sich menschliche Ignoranz kaum servieren.

    Vielleicht ist genau das die bitterste Pointe dieser Geschichte: Wir verlieren nicht irgendwann irgendetwas in ferner Zukunft. Wir verlieren Stück für Stück die Selbstverständlichkeiten unseres Alltags. Die Dinge, über die wir nie nachgedacht haben, weil sie einfach immer da waren.

    Also ja – die Pommes sind plötzlich prominente Opfer des Klimawandels. Und wenn selbst sie nicht reichen, um manchen die Augen zu öffnen, dann hilft vermutlich nur noch eins: den Grill im Hochsommer anzünden, obwohl längst nichts mehr wächst. Das passt schließlich perfekt zu unserer Lieblingsdisziplin – erst handeln, wenn das Fett bereits brennt.

    Daniel Ivers

  • Ein Niederländer krönt sich in Arras zum Weltmeister der Fritte

    Ein Niederländer krönt sich in Arras zum Weltmeister der Fritte

    Es war ein goldgelber Triumph – und das mitten im Herzen Nordfrankreichs. In Arras, jener Stadt, die für ihre Kopfsteinpflastergassen und herzliche Esskultur bekannt ist, stieg am Samstag die dritte Ausgabe der „Weltmeisterschaft der Fritte“. Und siehe da: Der Pokal für die beste Fritte wandert diesmal nicht nach Belgien oder Frankreich, sondern in die Niederlande. Der Sieger heißt Siem van Bruggen, ein Gastronom aus Utrecht. Sein Geheimnis? Eine Zubereitungstechnik, die den klassischen Kartoffelstäbchen eine ganz besondere Note verleiht. Bevor sie im heißen Öl baden dürfen, blanchiert van Bruggen die Fritten zunächst in Wasser, aromatisiert mit Rosmarin. Danach folgt ein doppelter Durchgang im pflanzlichen Öl. Das Ergebnis: außen knusprig, innen weich und zugleich mit einer feinen Kräuternote versehen. „Ich bin glücklich über diese Auszeichnung. Bei uns in den Niederlanden sind Fritten ein fester Bestandteil der Esskultur“, erklärte der frischgebackene Weltmeister gegenüber den Verans…

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  • Hauts-de-France: Die als „Fritten-Tal“ bekannte Region auf Erfolgskurs

    Hauts-de-France: Die als „Fritten-Tal“ bekannte Region auf Erfolgskurs

    Die Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs entwickelt sich immer mehr zu einem Dreh- und Angelpunkt der europäischen Pommes-Frites-Produktion. Als „Vallée de la Frite“, also „Tal der Fritten“, bekannt, spielen die Kartoffelanbaugebiete und die Pommes-Fabriken eine entscheidende Rolle. Zwei von drei in Frankreich verarbeiteten Kartoffeln stammen aus dieser Region. Besonders der belgische Konzern Clarebout hat in der Nähe von Dunkerque einen der größten Produktionsstandorte Europas errichtet.

    Eine beeindruckende Produktionskapazität

    Mit einer täglichen Verarbeitung von 1.200 Tonnen Kartoffeln erreicht Clarebout beeindruckende Zahlen – jährlich sind das rund 420.000 Tonnen. Diese Anlage ist jedoch nur der Anfang. Im Jahr 2026 soll eine weitere Fabrik des belgischen Herstellers Ecofrost in der Region entstehen, die bis 2030 rund 200.000 Tonnen Pommes jährlich produzieren wird.

    Warum Hauts-de-France?

    Die Region bietet ideale Bedingungen für die Fritten-Industrie: Nicht nur aufgrund der vielen Kartoffelbauern, sondern auch wegen der qualifizierten Arbeitskräfte und der industriellen Infrastruktur. Laut David Coron, dem Direktor der Clarebout-Fabrik in Bourbourg, erfüllt die Region alle Kriterien für eine erfolgreiche Produktion. Diese günstigen Bedingungen locken immer mehr internationale Konzerne an, die in die lokale Wirtschaft investieren.

    Die Zukunft der Fritten-Produktion

    Mit Investitionen wie dem Bau der Ecofrost-Fabrik und der fortlaufenden Expansion von Clarebout zeigt sich, dass die Region auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der europäischen Pommes-Frites-Produktion spielen wird. Besonders durch die kurzen Transportwege im Rahmen des „circuit court“, also der Nutzung regionaler Rohstoffe, wird die Produktion effizienter und umweltfreundlicher gestaltet.

    Das „Tal der Fritten“ bleibt also weiterhin auf Erfolgskurs – und wer weiß, vielleicht führt dies zu einem weltweiten Boom der berühmten französischen Pommes aus dem Norden.

  • Und sie sind doch aus Frankreich – oder? Pommes Frites und ihr Ursprung…

    Und sie sind doch aus Frankreich – oder? Pommes Frites und ihr Ursprung…

    Die ganze Welt kennt „Pommes frites“. Im Grunde genommen entsprechen Pommes frites unseren Bratkartoffeln, sind aber meist in Stäbchenform geschnitten und werden nicht einfach gebraten, sondern in einer großen Menge an Fett ausgebacken, also frittiert. Auf Deutsch sagt man „Fritten“ oder „Pommes“. I…

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  • Pas-de-Calais: Wer macht die besten Pommes frites der Welt?

    Pas-de-Calais: Wer macht die besten Pommes frites der Welt?

    An diesem Wochenende fand in Arras im Département Pas-de-Calais die erste Weltmeisterschaft im Frittieren statt. Wie aber erkennt man wirklich gute Pommes frites? Er ist der allererste Weltmeister der besten Pommes frites. Eine emotionale Krönung auf dem Grand-Place von Arras für diesen Restaurantbe…

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