Schlagwort: Polizeibrutalität

  • Jugendlicher in Nanterre von Polizist getötet: Gewalt in den Pariser Vorstädten

    Jugendlicher in Nanterre von Polizist getötet: Gewalt in den Pariser Vorstädten

    Der Tod eines 17-jährigen Jugendlichen, der am Dienstagmorgen in Nanterre bei ein er Kontrolle durch einen Schuss eines Polizisten getötet wurde, führte zu heftigen Reaktionen und Gewalt gegen die Polizei in Nanterre, aber auch in anderen Städten im Großraum Paris. Der Polizist, der den Schuss abgegeben hatte, befindet sich zur Zeit in Polizeigewahrsam.

    Die Wut über den Tod des 17-jährigen Nahel, der am Dienstagmorgen in Nanterre westlich von Paris durch die Schüsse eines Polizisten getötet worden war, führte am Dienstagabend zu Gewalttätigkeiten. Im Viertel Vieux-Pont in Nanterre und in der Siedlung Pablo-Picasso kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften.

    Anwohner feuerten Feuerwerkskörper ab, die Sicherheitskräfte erwiderten das Feuer mit Tränengas und Gummigeschossen. Entlang der Gleise der Linie RER A zwischen Nanterre und Rueil-Malmaison wurden mehrere Feuer entzündet. Mindestens drei Autos und Mülltonnen wurden in Brand gesetzt. In einer Musikschule brach ein Feuer aus. Um 21 Uhr versammelten sich Anwohner vor einer Polizeistation und skandierten: „Die Polizei verstümmelt, die Polizei mordet“. Gegen 22.30 Uhr errichteten Anwohner sogar Barrikaden in mehreren Straßen.

    https://twitter.com/VictorStrand75/status/1673814269492690944

    In der Region Hauts-de-Seine wurden etwa 20 Personen festgenommen, so eine Bilanz der Präfektur Hauts-de-Seine um 3 Uhr morgens. Die Behörden mobilisierten für die Nacht zwei Einheiten mobiler Einsatzkräfte in Nanterre.

    Auch in Gemeinden in den nördlichen Vororten von Paris, in Asnières, Colombes, Suresnes (Hauts-de-Seine), Clichy-sous-Bois (Seine Saint-Denis) und Mantes-la-Jolie (Yvelines), kam es zu heftigen Spannungen.

    Ein Polizist in Polizeigewahrsam, zwei Untersuchungen eingeleitet.
    Nach dem Tod von Nahel M. wurde eine Untersuchung wegen Befehlsverweigerung und versuchter vorsätzlicher Tötung einer Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist, eingeleitet. Eine weitere Untersuchung, die wegen vorsätzlicher Tötung durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist, eingeleitet wurde, wurde der IGPN (Inspection générale de la police nationale), anvertraut. Der 38-jährige Polizist, der der Abgabe des tödlichen Schusses verdächtigt wird, wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung in Polizeigewahrsam genommen.

    Die Familie des getöteten Jugendlichen wird zwei Klagen einreichen: eine gegen den Schützen wegen Totschlags und seinen Kollegen wegen Mittäterschaft, die zweite wegen Falschaussage durch Polizisten, „die behauptet haben, der junge Mann habe versucht, einen Mord an ihnen zu begehen, indem er versucht habe, sie zu rammen, was durch die Sichtung des Videos formell widerlegt wird“, wie der Anwalt ankündigte.

    Im Jahr 2022 gab es in Frankreich 13 Todesfälle nach Befehlsverweigerungen bei Verkehrskontrollen. Das ist eine Rekordzahl.

  • Proteste gegen die Rentenreform: Für Bildungsminister Pap Ndiaye gibt es Polizeigewalt

    Proteste gegen die Rentenreform: Für Bildungsminister Pap Ndiaye gibt es Polizeigewalt

    Der französische Bildungsminister Pap Ndiaye räumte am Freitag, dem 21. April, die Existenz von „Phänomenen“ von Polizeigewalt ein. Der Bildungsminister erinnerte daran, dass sich die Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) bereits damit befasst. Bildungsminister Pap Ndiaye bestätigte am Freitag, dem 21. April, dass es „Phänomene“ von Polizeigewalt gebe, „mit denen sich die Generalinspektion“ der nationalen Polizei (IGPN) „befasst“. Der Minister wurde auf France Inter gefragt, ob es in Frankreich Polizeigewalt gebe, nachdem die Kritik an der als übertrieben empfundenen Gewaltanwendung gegen Demonstranten, die gegen die Rentenreform protestierten, zugenommen hatte. „Diese Phänomene existieren“ Im Jahr 2020, während der Bewegung Black Lives Matter, die auf die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in den USA folgte, hatte der Historiker Pap Ndiaye gesagt, dass man „auch in Frankreich den Begriff der Polizeigewalt benutzen müsse“. „Als Historiker…

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  • Mann zu Boden gedrückt und teilweise entblößt: Ermittlungen gegen Polizisten in Lyon eingeleitet

    Mann zu Boden gedrückt und teilweise entblößt: Ermittlungen gegen Polizisten in Lyon eingeleitet

    Am Rande einer Demonstration gegen Polizeigewalt in Lyon wurde ein Mann von einem Polizisten zu Boden gerissen und teilweise entblößt, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet.

    Nach der Verbreitung eines Videos in sozialen Netzwerken, das einen Mann zeigt, der nach einem Handgemenge mit einem Polizisten am Rande einer Demonstration in Lyon teilweise entblößt am Boden liegt, wurde eine Untersuchung eingeleitet, berichtet die Staatsanwaltschaft von Lyon. Die Ermittlungen wurden der Inspection générale de la police nationale (IGPN, „Polizei der Polizei“) wegen des Vorwurfs der Gewalt durch eine Amtsperson übertragen.

    Das Video zeigt einen Mann, der nachts auf offener Straße von einem Mitglied der Ordnungskräfte zu Boden gerissen wird und teilweise entblößt und mit heruntergelassener Hose auf dem Boden endet. Laut dem Twitter-Account Lyon Insurrection ereignete sich die Szene bereits am Donnerstagabend.

    https://twitter.com/LyonInsurrectio/status/1641875191608270863

    An diesem Abend hatten sich etwa 3.000 Demonstranten versammelt, um „gegen Polizeigewalt“ zu protestieren. Eine städtische Polizeistation wurde beschädigt, ihre Scheiben eingeschlagen, Glascontainer wurden umgeworfen und mehrere Müllton entzündet.
    Innenminister Gérald Darmanin gab in einem Interview mit der Zeitung Journal du Dimanche heute bekannt, dass seit Beginn der Mobilisierung gegen die Rentenreform „36 gerichtliche Untersuchungen“ durch die IGPN und zwei durch die IGGN (das Pendant für Gendarmen) eingeleitet worden seien.

  • Polizeigewalt: 38 Ermittlungen gegen Polizisten seit Beginn der Proteste gegen die Rentenreform eingeleitet

    Polizeigewalt: 38 Ermittlungen gegen Polizisten seit Beginn der Proteste gegen die Rentenreform eingeleitet

    Dies gab der französische Innenminister Darmanin am Sonntag bekannt. Gérald Darmanin wies außerdem darauf hin, dass seit Mitte März mehr als 1.000 Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute verletzt worden seien. Während sich die Vorwürfe gegen Polizeigewalt bei Demonstrationen gegen die Rentenreform oder die Wasserbecken in Sainte-Soline (Deux-Sèvres) häufen, versichert der Innenminister in einem Interview mit der Zeitung Journal Du Dimanche am Sonntag, dem 2. April, dass er „nie Verständnis für diejenigen gehabt habe, die ihre eigene Uniform entehren“. Gérald Darmanin erklärt in dem Interview, dass „es 36 gerichtliche Untersuchungen der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) und zwei der nationalen Gendarmerie (IGGN) gibt“, die seit Beginn der Mobilisierung gegen die Rentenreform eingeleitet wurden. Er erinnert daran, dass im Jahr 2021 111 und im Jahr 2020 101 Polizisten und Gendarmen wegen „unverhältnismäßiger Gewaltanwendung“ bestraft wurden. Der Innenminister unterstützt je…

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  • Calvados: Puppe mit dem Bildnis von Emmanuel Macron vor der Präfektur verbrannt

    Calvados: Puppe mit dem Bildnis von Emmanuel Macron vor der Präfektur verbrannt

    Die Präfektur hat eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Die drei Meter hohe Figur war von Demonstranten, die Polizeigewalt bei der Demonstration in Sainte-Soline gegen das Riesenwasserbecken-Projekt anprangerten, verbrannt worden. Eine Puppe mit dem Bild von Staatspräsident Emmanuel Macron wurde am Donnerstagabend vor der Präfektur des Calvados in Caen verbrannt, um „Polizeigewalt“ während der Demonstration in Sainte-Soline anzuprangern, berichtet France Bleu Normandie am Freitag, den 31. März. Der Staatsanwalt von Caen teilte daraufhin mit, „dass eine Untersuchung eingeleitet wurde“. Die Präfektur hatte den Vorfall der Staatsanwaltschaft Caen gemeldet.

    Die etwa drei Meter hohe Strohfigur wurde während der gesamten Demonstration von den Demonstranten getragen und am Ende der Kundgebung unter dem Applaus der Menge vor der Präfektur angezündet. Es kam zu keinen Zwischenfällen mit den Ordnungskräften. Mitte März w…

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  • Polizeigewalt bei Demonstrationen: Klage will Beamte zum Tragen einer Dienstnummer zwingen

    Polizeigewalt bei Demonstrationen: Klage will Beamte zum Tragen einer Dienstnummer zwingen

    Eine Klage wurde von vier Richter-, Anwalts- und Menschenrechtsorganisationen eingereicht, um die Ordnungskräfte dazu zu zwingen, bei Einsätzen ihre Dienstnummer deutlich sichtbar zu tragen. Vier Organisationen von Richtern, Anwälten und Menschenrechtsorganisationen kündigten am Mittwoch an, dass sie eine Dringlichkeitsklage beim Staatsrat eingereicht haben, um eine schon bestehende Verpflichtung der Ordnungskräfte, bei Einsätzen ihre Erkennungsnummer zu tragen, endlich wirksam werden zu lassen. Diese Organisationen (die Menschenrechtsliga, der Französische Anwaltsverband, der Richterverband und die Aktion der Christen gegen Folter) hatten bereits im September eine klassische Beschwerde eingereicht, die seither immer noch geprüft wird. Sie sind jedoch der Ansicht, dass „die Frage angesichts der Handhabung der Aufrechterhaltung der Ordnung“ im Rahmen der Mobilisierung gegen die Rentenreform dringlich geworden ist, sagen sie in ihrer Klageschrift, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. „Systematische Anwendung von Gewalt“ Seit 2014 müssen Polizisten und Gendarmen an ihrer Uniform ihre Dienstnummer tragen, eine individuelle Identifikationsnummer, die als RIO (référentiel des identités et de l’organisation) bezeichnet wird und es ermöglicht, einen Beamten im Falle einer Klage eindeutig identifizieren zu können. In der Praxis wird diese Verpflichtung bei weitem nicht überall eingehalten, wie zum Beispiel bei den Einsätzen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung während der großen Demonstrationen gegen die Rentenreform. In ihrem Antrag argumentieren die Organisationen, dass die „ungerechtfertigte“ oder „unverhältnismäßige“ Anwendung von Gewalt „bei sehr vielen Gelegenheiten“ sowohl bei angemeldeten als auch nicht angemeldeten Demonstrationen und Versammlungen gegen die Rentenreform festgestellt und dokumentiert worden sei. In den vergangenen Wochen sei festgestellt worden, dass „die Beamten der Ordnungskräfte generell ihre RIO nicht tragen“, so die Kläger. „Es gibt Angriffe auf die Demonstrationsfreiheit und eine systematische Gewaltanwendung, oft ohne mögliche Kontrolle des Beamten, da es keine Möglichkeit gibt, ihn zu identifizieren“, meint Thibaut Spriet, Nationalsekretär der als links eingestuften Gewerkschaft Syndicat de la magistrature (Gewerkschaft der Richter und Staatsanwälte). Viele Polizisten empfinden es als „stigmatisierend“, dass sie ihre RIO tragen müssen. Die siebenstellige Nummer war ein Wahlkampfversprechen von François Hollande aus dem Jahr 2012.
  • Rentenreform: Polizei sprüht Tränengas in eine Bar

    Rentenreform: Polizei sprüht Tränengas in eine Bar

    Am Rande des neunten Tages der Mobilisierung gegen die Rentenreform am 23. März eskalierte ein Polizeieinsatz in einer Bar in Lille: Die Gäste, die sich in dem Lokal befanden, wurden mit Tränengas besprüht.

    Die Szene, über die die Zeitung Voix du Nord berichtet, ereignet sich am Donnerstag, dem 23. März, in Lille am Rande der Demonstration gegen die Rentenreform. Als sich die Demonstration mit schweren Ausschreitungen auf dem 500 Meter entfernten Place de la République ihrem Ende näherte, stürmte ein Polizeibeamter in das Bistro L’Ecart. „Wir tranken ruhig ein Bier nach der Demo (…) Er schien jemanden zu suchen. Es gab natürlich eine Reaktion, einige Leute standen auf und forderten ihn auf zu gehen. Es war angespannt.“, berichtete der Stadtrat von Lille, Frédéric Louchart.

    Ein „unverhältnismäßiger Polizeieinsatz“.
    In einem der Videos, die von dem Vorfall in den sozialen Netzwerken zirkulieren, kann man tatsächlich hören, wie Kunden den Polizisten beschimpfen: „Geh nach Hause!“, „Das ist hier Privatbesitz, raus!“. Der Polizist verlässt schließlich das Gebäude und Kunden treten vor die Tür des Bistro L´Ecart. Dort stehen mehrere Polizeibeamte, der Ton wird schärfer. Der erste Polizist nähert sich einem jungen Mann vor dem Eingang und die Situation eskaliert. Einer der Beamten sprüht Tränengas in die Gruppe und dann in das Innere des Cafés. Die Gäste husten und draußen wird der junge Mann abgeführt.

    „Es gab keinen Willen zur Deeskalation“, stellt Stadtrat Frédéric Louchart fest. Er selbst erlitt bei dem Vorfall Verbrennungen im Gesicht und war mehrere Tage arbeitsunfähig. In einer Erklärung fordert die Partei Lille Verte, der der Stadtrat angehört, von der Präfektur Erklärungen zu diesem „unverhältnismäßigen Polizeieinsatz“.

  • Ordnungskräfte erleben laut Pariser Polizeipräfekt einen „Anstieg der Radikalität“

    Ordnungskräfte erleben laut Pariser Polizeipräfekt einen „Anstieg der Radikalität“

    „Das Ziel der radikalen „schwarzen Blöcke“ ist es, unsere repräsentative Demokratie zu untergraben“, sagt Polizeipräfekt Laurent Nuñez und wirft ihnen vor, „ein aufständisches Klima schaffen“ zu wollen. „Wir erwarten wie üblich die Anwesenheit eines schwarzen Blocks“ am Dienstagnachmittag, dem 28. März, im Pariser Demonstrationszug des 10. Mobilisierungstages gegen die Rentenreform, „vor allem nach dem, was am Donnerstag und am vergangenen Wochenende in Sainte-Soline passiert ist“, sagt Laurent Nuñez, Polizeipräfekt von Paris, im Gespräch mit France Inter. „Was wir letzten Donnerstag festgestellt haben, ist ein Anstieg des Volumens dieses schwarzen Blocks, ein Anstieg der Radikalität“. Laurent Nuñez zeigt mit dem Finger auf „radikale Elemente, die der Ultralinken angehören und die Ordnungskräfte angreifen“.

    Nach seinen Informationen handelte es sich bei dem sogenannten schwarzen Block um „Personen, die von den Sicherheitsbehörd…

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  • Polizeigewalt in Paris: Zwei Demonstranten kündigen Klage gegen die Brav-M an

    Polizeigewalt in Paris: Zwei Demonstranten kündigen Klage gegen die Brav-M an

    Laut einer Meldung von Franceinfo wollen zwei Demonstranten nach ihrer Festnahme durch Polizisten der BRAV-M Klage einreichen. Einer von ihnen klagt insbesondere wegen „sexueller Übergriffe“.

    Zwei Demonstranten haben angekündigt, nach ihrer Festnahme durch Polizisten der umstrittenen BRAV-M-Einheiten am Montag, dem 20. März, in Paris Anzeige zu erstatten. In einer Tonaufnahme, die Franceinfo vorliegt, ist zu hören, wie Polizisten der Brav-M-Brigade sieben Demonstranten beleidigen und erniedrigen und einen von ihnen sogar schlagen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ihrerseits eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, während der Pariser Polizeipräfekt die IGPN, die Polizeibehörde, mit dem Fall befasst hat. Einer der beiden Demonstranten, Souleymane, klagt insbesondere wegen „sexueller Belästigung“ und „Drohung mit dem Verbrechen der Vergewaltigung“ gegen einen der Polizisten.

    Souleymane ist einer der beiden Demonstranten, die am Montagmorgen bei der Pariser Staatsanwaltschaft Anzeige erstatten werden. Er erstattet Anzeige insbesondere wegen „sexueller Belästigung“, „Androhung des Verbrechens der Vergewaltigung“, „Verletzung der persönlichen Freiheiten“, wegen „Gewalt“, „Fälschung öffentlicher Urkunden“ mit den erschwerenden Umständen, dass diese Taten von Polizisten begangen wurden und dass die Polizisten aufgrund seiner Hautfarbe so gehandelt haben. Souleymane war der einzige schwarze Mann in der Gruppe von sieben Personen, die am Montag festgenommen wurden.

    In seiner Zeugenaussage, die Franceinfo am Samstag exklusiv erhalten hatte, sagte der 23-jährige im Tschad gebürtige Mann zunächst, dass er „aus Angst“ keine Anzeige erstatten wolle. Heute erklärt er, warum er seine Meinung geändert hat: „Ich will zeigen, dass ich angegriffen wurde, dass die Polizisten etwas gegen mich hatten“, erklärt Souleymane. „Wahrscheinlich wegen meiner Hautfarbe“, fügt er hinzu. Auch die Tatsache, dass die Aufnahme inzwischen öffentlich ausgestrahlt wurde, habe bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt, versichert der Demonstrant.

    In der Tonaufnahme ist Souleymane derjenige der Festgenommenen, der am meisten unter den Übergriffen der BRAV-M-Polizisten zu leiden hat. Souleymane wird beleidigt und geschlagen und berichtet auch von einem sexuellen Übergriff durch einen Beamten. Eine Sequenz, die vor der Aufnahme während der Abtastung stattfindet. Souleymane versichert, dass der Polizist ihn „am Geschlechtsteil gepackt“ habe. In der Aufnahme hört man den Beamten sagen: „Weißt du, ich kann bei dir schlafen, wenn du willst? – Na dann los“, antwortet der junge Mann prompt. Der Polizist fährt fort „…und der erste, der einen Ständer hat, fickt den anderen in den Arsch“.

    Eine andere Demonstrantin hat ebenfalls beschlossen, Anzeige zu erstatten. Es handelt sich um Salomé, eine 22-jährige Studentin der Sozialwissenschaften. Sie war es, die beschlossen hatte, die von einem anderen Demonstranten gemachte Aufnahme zu verbreiten. Salomé beschloss, eine Klage wegen „Verletzung der persönlichen Freiheit“, „Gewalt in einer Versammlung durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist, und Komplizenschaft“, „Fälschung einer öffentlichen Schrift und Komplizenschaft bei der Fälschung einer öffentlichen Schrift“ einzureichen. Salome versichert, dass die Polizisten falsche Protokolle geschrieben haben, um die Festnahmen zu rechtfertigen. Die beiden Klagen, die gegen X, gegen den Pariser Polizeipräfekten und gegen die Pariser Staatsanwältin gerichtet sind, werden ab dem heutigen Montagmorgen an die Pariser Staatsanwaltschaft gerichtet, wie der Anwalt der beiden Demonstranten gegenüber Franceinfo erklärte.

    Der Polizeipräfekt von Paris und die zuständige Staatsanwältin werden als Komplizen durch Anstiftung von den Klägern ins Visier genommen.
    Der Anwalt erklärt, dass in diesen Klagen „der Polizeipräfekt Herr Laurent Nunez und die Staatsanwältin der Republik Paris, Frau Laure Beccuau, als Komplizen durch Anstiftung ins Visier genommen werden“ und fügte hinzu: „Weil beide von der Klage betroffen sind, haben wir den Generalstaatsanwalt sofort um eine Verlegung in ein anderes Ressort gebeten.“

  • Frankreich: Was sind die Brav-Ms – diese wegen ihrer harten Methoden kritisierten Polizeieinheiten?

    Frankreich: Was sind die Brav-Ms – diese wegen ihrer harten Methoden kritisierten Polizeieinheiten?

    Die Brav-M-Einheiten wurden im März 2019 während der Gelbwestenbewegung gebildet und stehen seit einigen Tagen im Rahmen der Proteste gegen die Rentenreform in der Kritik, wobei die Kritik vor allem aus der politischen Klasse kommt.

    Ihre Beamten sind leicht zu erkennen: 2 uniformierte Polizisten auf einem Motorrad. Die Brav-M (Brigades de répression de l’action violente motorisées) sind Polizeieinheiten, die wegen ihrer harten Einsatzmethoden berüchtigt sind. Sie sind in den letzten Tagen in den Mittelpunkt der Nachrichten gerückt, da sie kürzlich in mehreren Fällen von Polizeigewalt im Rahmen der Proteste gegen die Rentenreform angeklagt wurden.

    Jüngstes aktuelles Ereignis ist die Veröffentlichung einer Tonaufnahme eines Polizeieinsatzes bei einer Demonstration in Paris am 20. März. Darauf sind Drohungen und Einschüchterungen zu hören, die Polizisten einer solchen Einheit gegen junge Demonstranten ausstoßen.

    Der Pariser Polizeipräfekt Laurent Nuñez kündigte am Freitag an, dass er die Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) eingeschaltet habe. „Offensichtlich sind diese Äußerungen inakzeptabel (…), die deontologisch sehr ernste Probleme aufwerfen“, sagte der ehemalige Staatssekretär auf France 5 und fügte hinzu, dass er „wie alle anderen auch, sehr schockiert“ sei.

    Diese Brigaden entstehen im März 2019, mitten in der Gelbwestenbewegung (die bereits im November 2018 begann). „Die Idee war, schnell eingreifen zu können, wo die großen Kompanien nicht durchkommen oder mit ihren kiloschweren Ausrüstungen zu schwer sind“, erklärt Polizeikommandant Patrick Lunel, der an der Gründung der Brav-M beteiligt war, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    Die Brav-M bestehen heute aus sechs Zügen mit 18 Operateuren und ebenso vielen Motorradfahrern, insgesamt 92 Mannschaften, die nach Angaben des leitenden Kommissars Stéphane Boscariol bis zu den Olympischen Spielen in Paris auf 150 Mann aufgestockt werden sollen.

    Die Brav-M tragen Motorradkleidung und -helm, eine taktische Weste, eine Polizeikennzeichnung, ein Funkgerät und eine Handfeuerwaffe (SIG-Sauer). Jeder Beamte ist außerdem mit einer Körperkamera ausgestattet, die er selbst auslöst und am Ende des Dienstes aushändigt. Eine typische Ausrüstung ist der Teleskopschlagstock oder die sogenannten „Gummiknüppel“, kurze Modelle, die auf dem Motorrad praktischer sind. Jeder Beamte ist mit Tränengashandgranaten und GENL-Blendgranaten ausgerüstet. Jeder Zug besteht außerdem aus vier Schildträgern und einem Schützen für Gummigeschosse und verfügt über einen „Cougar“-Werfer für Granaten mit großer Reichweite.

    Die Brav-M sind mobiler als die CRS-Kompanien oder die Einsatzkommandos der Gendarmerie und bewegen sich in Konvois durch Paris und den Großraum Paris, um bei Demonstrationen, städtischer Gewalt, Sachbeschädigungen oder „Auflösungsaktionen“ einzugreifen, aber auch zur Unterstützung von Polizeieinheiten, die in Schwierigkeiten sind. Sie werden auch zu Festnahmen eingesetzt, indem sie „in der Menge“ nach Personen suchen, die dann den Beamten der Kriminalpolizei übergeben werden.

    In einem Video erklärt die Polizeipräfektur, dass diese Stoßtrupps insbesondere die Aufgabe haben, „wilde Demonstrationen zu blockieren“ und „die Demonstranten in Schach zu halten“. Wenn keine unmittelbare Gefahr droht, greifen die Brav-M nur auf ausdrücklichen Befehl des jeweiligen Kommandeurs ein, heißt es. Außerhalb von Demonstrationen unterstützen sie die Kommissariate bei der Bekämpfung von Gewalt in der Stadt oder bei Verkehrskontrollen.

    In dem Video der Präfektur geben die Beamten der Brav-M an, dass sie nicht mit den „Voltigeurs“ verglichen werden wollen, einer motorisierten Polizeibrigade, die zwischen 1969 und 1986 im Einsatz war. Diese war nach den Demonstrationen vom Mai 1968 gegründet und nach dem Tod von Malik Oussekine wieder aufgelöst worden.
    Seit der Mobilisierungen gegen die Rentenreform wird gegen mindestens zwei Polizisten der Brav-M gerichtlich ermittelt. Einer wurde dabei gefilmt, wie er einem am Boden liegenden Mann einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, was am nächsten Tag vom Polizeipräfekten als „unangemessen“ bezeichnet wurde. Eine weitere Untersuchung wurde nach der Anzeige einer Frau eingeleitet, die angab, am Montag im Viertel Châtelet mißhandelt worden zu sein.

    In einem Schreiben an Innenminister Gérald Darmanin forderten am Mittwoch drei Abgeordnete der Partei La France insoumise (LFI) – Thomas Portes, Antoine Léaument und Ugo Bernalicis – die „vorübergehende Auflösung der Brav-M“. Am Donnerstag wurde außerdem eine Petition auf der Website der Nationalversammlung eingereicht, in der die Auflösung dieser Einheiten gefordert wurde.

    Der Pariser Polizeipräfekt Laurent Nuñez erklärte jedoch am Samstag auf Franceinfo, dass die Auflösung der Brav-M „natürlich nicht auf der Tagesordnung“ stehe. „Das Verhalten einiger Individuen darf nicht dazu führen, dass eine ganze Einheit in Verruf gerät, die in den letzten Jahren und ganz besonders in diesem Moment ihre Nützlichkeit unter Beweis stellt“, so der Präfekt. Der Präfekt betont, dass die Brav-M „Polizeibeamte sind, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung ausgebildet wurden“ und „eine Einheit, die für die Aufrechterhaltung der republikanischen Ordnung unerlässlich ist“.