Schlagwort: plattformarbeit

  • Lieferdienste vor Gericht: Frankreich prüft den Verdacht moderner Sklaverei

    Lieferdienste vor Gericht: Frankreich prüft den Verdacht moderner Sklaverei

    Frankreich erlebt derzeit einen juristischen Paukenschlag, der weit über die Essenslieferung hinausreicht. Vier Organisationen zur Verteidigung von Lieferfahrern reichten am 22. April 2026 eine bislang beispiellose Strafanzeige gegen Uber Eats und Deliveroo ein – und zwar wegen des schwerwiegenden Vorwurfs des Menschenhandels. Ein solcher Angriff auf das Geschäftsmodell globaler Lieferplattformen gilt weltweit als Novum. Die Kläger, darunter die Maison des Livreurs, CoopCycle sowie das Gisti, werfen den Unternehmen vor, gezielt ein System zu nutzen, das auf extremer sozialer Verwundbarkeit basiert. Im Zentrum stehen vielfach Migranten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, die unter Bedingungen arbeiten, die Kritiker als zeitgenössische Form der Sklaverei deuten. Die vorgelegten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild: durchschnittlich lediglich 5,83 Euro Brutto-Stundenlohn, Arbeitszeiten jenseits der 60-Stunden-Marke, kaum soziale Absicherung und vollständige Abhängigkeit von algorithmischen E…

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  • Zwischen Freiheit und Erschöpfung: Die harte Wahrheit hinter dem Job der Fahrradkuriere

    Zwischen Freiheit und Erschöpfung: Die harte Wahrheit hinter dem Job der Fahrradkuriere

    Der Klang dieses Versprechens ist verführerisch. Arbeiten, wann man will. Eigenständig sein. Kein Chef, keine festen Zeiten. Die sogenannte Gig-Economy inszeniert sich gern als Bühne moderner Selbstbestimmung. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Hinter der glänzenden Oberfläche verbirgt sich ein Alltag, der eher an ein Hamsterrad erinnert als an Freiheit. Eine aktuelle Untersuchung zeichnet ein Bild, das kaum Spielraum für Romantik lässt. Mehr als neun von zehn befragten Fahrradkurieren bestreiten ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Lieferfahrten. Im Schnitt kommen sie auf rund 1.480 Euro brutto im Monat – eine Zahl, die zunächst solide wirkt, sich aber bei genauerem Hinsehen relativiert. Denn sie basiert auf Arbeitszeiten, die deutlich über das hinausgehen, was in klassischen Beschäftigungsverhältnissen üblich ist. Im Durchschnitt stehen 63 Stunden pro Woche zu Buche. Sechs bis sieben Tage, Woche für Woche. Da bleibt nicht viel Luft. Die eigentliche Logik dieses Systems is…

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