Schlagwort: Plastik

  • Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Ein neuer Regierungsentwurf sorgt für Empörung: Plastikbesteck und -geschirr sollen wieder in französische Schulmensen und Kindertagesstätten zurückkehren. Nachdem sie erst Anfang 2025 verbannt wurden, plant die Regierung nun eine Kehrtwende – zum Entsetzen von Umweltverbänden und Eltern.

    Ein Schritt zurück?

    Die Entscheidung steht im Widerspruch zu den Umweltgesetzen „Egalim“ (2018) und „Agec“ (2020), die die schrittweise Abschaffung von Einweg- und Plastikgeschirr vorsahen. Die Regelungen waren ein Meilenstein im Kampf gegen Kunststoffverschmutzung. Nun sollen zumindest wieder Messer, Gabeln und Teller aus Kunststoff erlaubt werden – allerdings nur in der wiederverwendbaren Variante.

    Die öffentliche Konsultation zu diesem Dekret läuft seit dem 20. Februar und endet am 14. März. Die ersten Reaktionen sind eindeutig: Wütende Kommentare überschwemmen die Website des Umweltministeriums. Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: „Das ist eine ökologische Katastrophe und eine Gefahr für unsere Kinder.“

    Gefährliches Plastik?

    Umweltverbände schlagen Alarm. „Das ist ein Rückschritt in Sachen Gesundheit und Umweltschutz“, kritisiert Tania Pacheff von der Organisation Cantines sans plastique. Sie weist darauf hin, dass Plastik – unabhängig von seiner Wiederverwendbarkeit – problematische Stoffe enthalten kann.

    „Plastik enthält Moleküle, die gesundheitsschädlich sein können“, warnt sie. Besonders beim Kontakt mit heißen Speisen oder bei kleinen Kratzern könnten winzige Kunststoffpartikel freigesetzt und von Kindern aufgenommen werden.

    Für viele Beobachter ist die Sache klar: Die Regierung gibt dem Druck der Kunststofflobby nach.

    Eine juristische Grauzone?

    Das Umweltministerium verteidigt das Dekret mit einer „notwendigen juristischen Korrektur“. Bisher fielen nur „Lebensmittelbehälter“ unter das Verbot – Teller und Besteck seien jedoch formal keine Behälter. Diese Lücke hätte die Plastikindustrie nutzen können, um gegen das ursprüngliche Verbot zu klagen.

    Joseph Tayafeh, Generalsekretär der Lobbyorganisation Plastalliance, bestätigt diesen juristischen Kampf: „Wenn ein Gesetz unseren Unternehmen schadet und rechtliche Schwächen hat, dann greifen wir es an.“ Laut ihm verstößt Frankreich sogar gegen europäisches Recht, indem es striktere Regeln einführt als die EU vorgibt.

    Ein Kampf, der weitergeht

    Die Umweltverbände geben sich jedoch nicht geschlagen. „Wir haben so lange für diese Gesetze gekämpft, wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sie verwässert werden“, betont Pacheff.

    Ob das Dekret tatsächlich in Kraft tritt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Kampf um Plastik in Frankreichs Schulkantinen ist noch lange nicht vorbei.

    Von C. Hatty

  • Plastik-Konferenz in Busan: Ein Rückschlag im Kampf gegen die Plastikflut

    Plastik-Konferenz in Busan: Ein Rückschlag im Kampf gegen die Plastikflut

    Die jüngsten Verhandlungen über ein globales Abkommen zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung in Busan, Südkorea, endeten ohne eine Einigung. Dies war die fünfte und letzte geplante Runde, um bis Ende 2024 einen rechtsverbindlichen Vertrag zu schaffen. Über 3.300 Teilnehmer, darunter Delegierte aus 170 Ländern und Vertreter von rund 450 Organisationen, nahmen an den Gesprächen teil. Ein zentraler Streitpunkt war die mögliche Begrenzung der Plastikproduktion. Panama schlug einen Text vor, der von über 100 Ländern unterstützt wurde. Dennoch konnten die Delegierten keine Einigung erzielen und beschlossen, die Verhandlungen im nächsten Jahr fortzusetzen, ohne jedoch konkrete Pläne festzulegen.

    AP News

    Hintergrund und Ziele der Konferenz

    Die Konferenz in Busan sollte einen rechtsverbindlichen Vertrag zur Eindämmung der globalen Plastikverschmutzung erarbeiten. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus von Plastik abdecken – von der Produktion über den Verbrauch bis hin zur Entsorgung. Besonders im Fokus stand die Reduzierung der Plastikproduktion, da die steigende Herstellung von Kunststoffen als Hauptursache für die zunehmende Verschmutzung angesehen wird.

    Uneinigkeit über Produktionsbegrenzungen

    Ein Hauptkonfliktpunkt war die Frage, ob die Plastikproduktion begrenzt werden sollte. Länder wie Saudi-Arabien und China, die zu den größten Produzenten von Plastik gehören, lehnten solche Begrenzungen ab und betonten stattdessen die Bedeutung von Recycling und Abfallmanagement. Auf der anderen Seite forderten über 100 Länder, darunter viele von Plastikverschmutzung stark betroffene Nationen, eine drastische Reduzierung der Plastikproduktion. Umweltgruppen und indigene Vertreter fühlten sich von den meist hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen ausgeschlossen und äußerten Bedenken, dass ihre Stimmen nicht ausreichend Gehör fanden.

    AP News

    Einfluss der Industrie und Lobbyismus

    Die Verhandlungen wurden auch durch den starken Einfluss von Lobbyisten der Plastik- und Petrochemieindustrie geprägt. Rund 220 Lobbyisten nahmen an den Gesprächen teil, was Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit und Integrität des Verhandlungsprozesses aufwarf. Experten warnten, dass dieser Einfluss zu einer Verwässerung des Abkommens führen könnte, was die Effektivität der Maßnahmen zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung beeinträchtigen würde.

    Süddeutsche Zeitung

    Reaktionen und Ausblick

    Trotz des Scheiterns der Verhandlungen betonten Vertreter der Vereinten Nationen die Dringlichkeit, die Plastikverschmutzung anzugehen. Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms, unterstrich die Notwendigkeit, die Plastikverschmutzung zu beenden, bevor sie uns beendet. Es besteht weiterhin die Hoffnung, dass bei zukünftigen Treffen ein verbindliches Abkommen erreicht werden kann. Die nächste Verhandlungsrunde ist für das kommende Jahr geplant, jedoch ohne festgelegte Termine oder Orte.

    AP News

    Persönliche Reflexion

    Als Journalist mit über 10 Jahren Erfahrung in den Bereichen Klimawandel und Biodiversität erfüllt mich das Scheitern der Plastik-Konferenz in Busan mit tiefer Besorgnis. Die fortschreitende Plastikverschmutzung stellt nicht nur eine Bedrohung für unsere Ökosysteme dar, sondern auch für die menschliche Gesundheit. Es ist frustrierend zu sehen, wie kurzsichtige wirtschaftliche Interessen über das Wohl unseres Planeten gestellt werden. Doch ich glaube fest daran, dass positive Veränderungen möglich sind, wenn wir entschlossene Maßnahmen ergreifen und gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft kämpfen.

    MAB

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!


    Quellenangaben

  • Globaler Vertrag gegen Plastikverschmutzung: Kampf um einen starken Text

    Globaler Vertrag gegen Plastikverschmutzung: Kampf um einen starken Text

    In Busan, Südkorea, treffen sich ab dem 25. November Vertreter von 175 Ländern zu den entscheidenden Verhandlungen über einen globalen Vertrag zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung. Während die „Koalition der hohen Ambitionen“ – zu der auch Frankreich gehört – klare und verbindliche Maßnahmen fordert, stehen mächtige Gegner wie erdölproduzierende Staaten einer Einigung im Weg.

    Plastikverschmutzung: Eine globale Krise

    Die Plastikproduktion hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und bedroht zunehmend Umwelt, Biodiversität und menschliche Gesundheit. Laut Wissenschaftlern wurde die „planetare Grenze“ für Plastikverschmutzung bereits 2022 überschritten. Ohne drastische Maßnahmen könnte die Produktion bis 2060 auf das Dreifache des heutigen Niveaus anwachsen, warnt die OECD. Doch wie kann ein globales Problem gelöst werden, wenn die Interessen der beteiligten Länder so unterschiedlich sind?

    Zwei Lager in den Verhandlungen

    Die Verhandlungen in Busan werden von zwei gegensätzlichen Positionen geprägt:
    Auf der einen Seite steht die „Koalition der hohen Ambitionen“, ein Zusammenschluss von rund 75 Ländern, darunter Frankreich, Norwegen, Deutschland und Senegal. Diese Gruppe fordert eine Reduzierung der globalen Plastikproduktion, einen stärker regulierten Einsatz von problematischen Chemikalien sowie das Prinzip „Der Verursacher zahlt“. Ihr Ziel ist es, die Plastikverschmutzung bis 2040 vollständig zu beenden.

    Auf der anderen Seite stehen Erdöl exportierende Länder wie Saudi-Arabien, Russland, Indien und Brasilien. Für sie ist Plastik eine Schlüsselindustrie, insbesondere da fossile Brennstoffe an Bedeutung verlieren. Mit Unterstützung großer Erdölkonzerne setzen sie auf vage Formulierungen und unverbindliche Ziele, um die Produktion weiter zu steigern.

    Frankreichs Forderungen: Weniger Plastik, mehr Recycling

    Die französische Delegation hat klare Prioritäten: Sie fordert eine verbindliche Reduktion der Plastikproduktion. Recycling allein wird nicht ausreichen, wie Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher betonte: „Auch wenn wir im Recycling Weltmeister werden, werden wir das Problem der Plastikverschmutzung ohne eine Reduktion der Produktion nicht lösen.“

    Tatsächlich werden derzeit nur 9 % des weltweit produzierten Plastiks recycelt. Selbst in Ländern wie Frankreich, die über eine relativ fortschrittliche Abfallwirtschaft verfügen, sind die Probleme erheblich. 2023 zahlte Frankreich 1,5 Milliarden Euro an die EU wegen unzureichender Plastikabfallbehandlung.

    Lobbyismus und Blockaden

    Die erdölexportierenden Länder und die Plastikindustrie argumentieren, dass die Lösung nicht in einer Produktionsbegrenzung, sondern in einer besseren Behandlung der Abfälle liegt. Dabei wird die tatsächliche Recyclingquote oft verschleiert. Viele Experten halten diese Position jedoch für unzureichend. „Ohne eine Produktionsreduktion werden wir die Umweltbelastung nicht in den Griff bekommen“, betont Fabienne Lagarde, Forscherin am CNRS.

    Ein Text voller Kompromisse?

    Das von den Vereinten Nationen vorgelegte Verhandlungsdokument sorgt für Enttäuschung. Es fehlt eine klare Verpflichtung zur Produktionsreduktion, stattdessen wird der Begriff „nachhaltige Produktion“ verwendet – eine Formulierung, die Paris als zu schwammig kritisiert. Die französische Delegation will in Busan um eine präzise Festlegung kämpfen, notfalls mit einer zusätzlichen Verhandlungsrunde.

    „Vielleicht macht das Wort ‚Reduktion‘ einigen Angst“, räumt Fabienne Lagarde ein, betont aber, dass ein Umdenken dringend nötig sei. Ohne eine klare Kursänderung werde der Plastikverbrauch weiter steigen – mit verheerenden Folgen für Umwelt und Gesellschaft.

    Ein ungewisser Ausgang

    Ob die Verhandlungen in Busan zu einem starken und verbindlichen Vertrag führen, bleibt fraglich. Beobachter schließen nicht aus, dass es keine Einigung geben wird und eine weitere Verhandlungsrunde nötig ist. Für viele Länder ist die Zeit jedoch knapp. Wissenschaftler, Umweltschützer und ambitionierte Delegationen wie die Frankreichs drängen auf konkrete Maßnahmen, um die drohende Eskalation der Plastikverschmutzung zu verhindern.

    Der Ausgang dieser Verhandlungen könnte einen Wendepunkt darstellen – oder eine vertane Chance, einen der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit anzugehen.

  • Sausset-les-Pins: Großreinigung der Mittelmeerküste – Mehr als nur Müllsammeln

    Sausset-les-Pins: Großreinigung der Mittelmeerküste – Mehr als nur Müllsammeln

    Jedes Jahr ziehen Menschen weltweit los, um die Natur von Unrat zu befreien. Im Rahmen des Weltreinigungstags am 21. September fand auch an der Mittelmeerküste, in Sausset-les-Pins in den Bouches-du-Rhône, eine große Aufräumaktion statt. Was für viele wie eine simple Müllsammelaktion erscheinen mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wichtiges Statement gegen den steigenden Konsum und die Verschmutzung der Meere.

    Schon mal an einem Strand spazieren gegangen und plötzlich einen Plastikstrohhalm zwischen den Zehen gespürt? Genau solche Erlebnisse sind der Grund, warum sich in Sausset-les-Pins so viele Menschen an der Aufräumaktion beteiligten – bepackt mit Handschuhen, Zangen und einer gehörigen Portion Engagement. Doch was fanden sie dieses Mal? Plastikflaschen, Chipstüten und sogar Bleigewichte von Anglern. Thomas Chesseboeuf, einer der fleißigen Helfer, beschreibt es treffend: „Man entdeckt immer wieder dieselben Dinge.“

    41 Kilo Müll in nur zwei Stunden

    Es war kein kleines Team, das an diesem Tag antrat. Dutzende Freiwillige, darunter auch viele Kinder, stürzten sich auf die Mülljagd. Einer von ihnen, Jules Chamayou, ist gerade einmal acht Jahre alt, aber schon jetzt überzeugt davon, dass seine Hilfe notwendig ist: „Ich sammle seit ich sechs bin gern Müll. Wenn wir es nicht machen, landet das alles im Meer und die Fische fressen es – und dann sterben sie.“ Seine Worte treffen den Kern des Problems. Es geht hier nicht nur um das saubere Erscheinungsbild eines Strandes, sondern um das Überleben der Tierwelt.

    Mit Metalldetektoren bewaffnet, durchsuchte ein anderer Helfer den Sand nach versteckten Schätzen – oder besser gesagt nach eingewühltem Abfall. Er fand Batterien und Alufolien, tief in den Boden gedrückt, kaum sichtbar für das bloße Auge. Innerhalb von nur zwei Stunden sammelten die Freiwilligen unglaubliche 41 Kilo Müll.

    Ein Symbol für unseren Konsum

    Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass unsere Strände regelmäßig in Müll versinken? Die Antwort ist einfach, wenn auch erschreckend: Unser Konsumverhalten. „Das zeigt doch, dass wir beim Konsum nicht vorankommen“, sagt die Organisatorin der Aktion, die seit mehr als zehn Jahren für die Umweltorganisation „Planète Perles“ tätig ist. Mit ihrer Aussage trifft sie ins Schwarze. Es geht nicht nur darum, was wir finden, sondern auch, warum wir es überhaupt finden.

    Plastik ist allgegenwärtig. Es begleitet uns im Alltag – und landet allzu oft dort, wo es nicht hingehört. Jedes einzelne Stück Müll, das am Strand von Sausset-les-Pins gefunden wurde, erzählt seine eigene Geschichte. Eine Plastikflasche, die bei einem Sommerpicknick vergessen wurde. Ein Zigarettenstummel, achtlos in den Sand getreten. Ein Chipspaket, das der Wind davongetragen hat. Kleinigkeiten, die sich zu einem globalen Problem summieren.

    Ein globales Phänomen

    Die Aktion in Sausset-les-Pins war nur eine von vielen. Allein an diesem Wochenende fanden in Frankreich mehr als 2.500 ähnliche Aufräumaktionen statt. Doch auch weltweit mobilisiert der Weltreinigungstag Millionen von Menschen. Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Die Welt ein Stück sauberer zu machen – für uns, für die Tiere und für die kommenden Generationen.

    Es bleibt jedoch die Frage: Reicht es, einmal im Jahr den Müll zu sammeln? Oder brauchen wir mehr – eine echte Veränderung in unserem Verhalten? Klar ist, dass solche Aktionen wichtig sind. Sie schaffen Bewusstsein und setzen ein Zeichen. Aber sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn wir nicht gleichzeitig unser Konsumverhalten ändern.

    Was bleibt nach dem Aufräumen?

    Nach zwei Stunden harter Arbeit und 41 Kilo Müll auf der Waage kehrten die Freiwilligen nach Hause zurück – müde, aber zufrieden. Doch das wahre Ziel liegt in der Zukunft. Es geht darum, den Müllberg im nächsten Jahr kleiner zu machen. Dafür braucht es ein Umdenken bei jedem Einzelnen. Denn die Welt zu verändern beginnt nicht mit einer großen Aktion, sondern mit vielen kleinen Schritten.

    Die Aufräumaktion in Sausset-les-Pins war ein Erfolg, keine Frage. Doch der wahre Sieg wird erst dann errungen, wenn solche Aktionen irgendwann überflüssig werden. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterzumachen – mit Zange und Müllsack in der Hand und dem festen Willen, unseren Planeten zu schützen.

  • Plastikverschmutzung: Emmanuel Macron will „einem unhaltbaren Modell ein Ende setzen“

    Plastikverschmutzung: Emmanuel Macron will „einem unhaltbaren Modell ein Ende setzen“

    Der Präsident der Republik äußerte sich am Montag, dem Tag, an dem die Verhandlungen über ein zukünftiges globales Abkommen gegen die Produktion von Plastik in Paris aufgenommen wurden. „Wenn wir nichts unternehmen, wird sich der Plastikmüll bis 2060 noch einmal verdreifachen. Die Plastikverschmutzung ist sowohl eine Zeitbombe und gleichzeitig eine bereits vorhandene Geißel“. Emmanuel Macron forderte am Montag, dem 29. Mai, bei der 2. Runde der Verhandlungen über ein künftiges globales Abkommen gegen diese weitreichende Umweltverschmutzung in Paris, „ein globalisiertes und unhaltbares Modell“ der Plastikproduktion und des Plastikverbrauchs zu beenden. Der französische Präsident sprach in einer Videobotschaft zu den Vertretern von 175 Nationen, die bis kommenden Freitag am Sitz der UNESCO in Paris zusammenkommen.

    Der französische Staatschef sagte: „Wir müssen definitiv ein unhaltbares, globalisiertes Modell beenden, das darin bes…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Plastikverschmutzung bis 2040 beenden – 175 Nationen treffen sich in Paris

    Plastikverschmutzung bis 2040 beenden – 175 Nationen treffen sich in Paris

    Repräsentanten aus 175 Staaten treffen sich zu der zweiten von fünf geplanten Gesprächsrunden, um einen rechtsverbindlichen Vertrag zur Beendigung der Plastikproduktion auszuarbeiten. Wird der Kampf gegen die Plastikverschmutzung bald einen Wendepunkt erreichen? Eine „hochrangige Veranstaltung“ zur Beendigung dieser Plastikplage beginnt am Montag in Paris. Die französische Außenministerin Catherine Colonna und ihr Kollege für den ökologischen Wandel, Christophe Béchu, empfingen bereits am Samstag rund 40 Vertreter von Staaten aus der ganzen Welt, um den Verhandlungen einen stärkeren politischen Impuls zu verleihen. Die eigentlichen Diskussionen zwischen den Nationen mit unterschiedlichen Ambitionen und unter dem Druck der Industrie und der NGOs werden am Montag beginnen. Ziel ist es, einen internationalen Vertrag zu schließen, um die ungezügelte Produktion und Nutzung von Plastik zu stoppen. Die Verhandlungen werden bis zum 2. Juni andauern. Verhandlungen zwischen 175 NationenVor etwas…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Hunderttausende Plastikkugeln verschmutzen die französische Atlantikküste

    Hunderttausende Plastikkugeln verschmutzen die französische Atlantikküste

    Seit November 2022 werden kleine Kugeln aus Plastik an die Strände der französischen Atlantikküste geschwemmt. Eine Lokalpolitiker haben Klage eingereicht.

    Sie bilden einen weißen Rand am Strand von Pornic (Loire-Atlantique). Tausende von kleinen Plastikkugeln werden hier seit Wochen angespült. Dutzende Freiwillige, mit ihren Augen auf den Boden gerichtet und mit Sieben und Rechen in der Hand, versuchen dieser hartnäckigen Verschmutzung Herr zu werden. Jedes Kügelchen ist weniger als fünf Millimeter groß. „Das ist sehr klein, denn man muss auch Einzelne finden. Wir wissen, dass wir nur einen Teil von ihnen finden…“, sagt Stéphane Nicolas von der Surfrider Fondation gegenüber France Télévisions.

    Eine Plage seit November 2022
    Die Kügelchen sind Industriegranulate, Rohstoffe für die Herstellung von Plastikgegenständen. Seit vergangenem November werden sie zwischen an den Küsten vom Finistère bis zur Vendée angespült. Der Staat und einige Bürgermeister haben mittlerweile beschlossen, Klage einzureichen. „Was wir wollen, ist, dass der Seeverkehr eine Methode zur Rückverfolgung dessen entwickelt, was er transportiert, dass man weiß, was drin ist, und dass, wenn es einen Unfall gibt, dieser sofort gemeldet wird“, fordert Jean-Michel Brard, Bürgermeister von Pornic.

  • Umwelt : Danone wird von mehreren NGOs wegen Plastikverschmutzung verklagt

    Umwelt : Danone wird von mehreren NGOs wegen Plastikverschmutzung verklagt

    Der Molkereikonzern Danone soll Maßnahmen ergreifen, um seine Plastikproduktion, die zu den höchsten der Welt gehört, zu reduzieren.

    Eine Gruppe von NGOs verklagt den französischen Joghurt- und Wasser-Multi Danone, um ihn zu zwingen, weniger Plastik zu produzieren, und so die Natur weniger zu belasten.

    ClientEarth, Surfrider Foundation Europe und Zero Waste France fordern vor Gericht, dass Danone dazu verurteilt wird, seinen Ausstieg aus dem Plastik zu planen. Die NGOs erachten die bisherigen Bemühungen des Konzerns als unzureichend. „Wir sind uns bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, aber es muss heute beginnen“, wird Antidia Citores, Sprecherin der NGO-Gruppe, zitiert.

    Die Organisationen leiteten dieses Verfahren in Frankreich auf der Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 2017 über die „Sorgfaltspflicht“ ein, das große französische Unternehmen dazu verpflichtet, die Einhaltung grundlegender Menschenrechte und des Umweltschutzes bis hin zu ihren Zulieferern in der ganzen Welt zu überprüfen. Diese „Sorgfaltspflicht“ wird zunehmend von Verbänden genutzt, um Großkonzerne zu verklagen und umstrittene Aktivitäten in die Medien zu bringen, wie z. B. den Energiekonzern TotalEnergies wegen eines Ölprojekts in Uganda und Tansania oder die Bank BNP Paribas wegen der Finanzierung neuer Öl- und Gasprojekte.

    Danone war Ende September zunächst von der NGO-Gruppe zusammen mit acht Schwergewichten der Lebensmittelindustrie und des Einzelhandels (Auchan, Carrefour, Lactalis…) abgemahnt worden. Die Gruppe hat nur Danone verklagt, ein weiterer Schritt in einem Verfahren, das den Weg für eine Anhörung vor einem Pariser Gericht ebnen soll.

    „Der Dialog mit den anderen Unternehmen ist noch im Gange. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch sie vor der französischen Justiz zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte einer der Anwälte der NGOs gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Danone macht den Anfang, sagen die NGOs, insbesondere weil der Konzern die Plastikverschmutzung nicht in seinem Umweltplan erwähnt, obwohl er laut der Bewegung „Break free from plastic“ zu den zehn größten Plastikverschmutzern der Welt gehört, hinter Coca Cola, Pepsico oder Nestlé.

    Danone zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber der Nachrichtenagentur AFP „sehr überrascht“ über den Schritt. Das Unternehmen sieht sich „seit langem als Pionier im Umgang mit Umweltrisiken“.

  • Tanken wir bald neue Kraftstoffe aus recycelten Plastikabfällen?

    Tanken wir bald neue Kraftstoffe aus recycelten Plastikabfällen?

    Diese Lösung könnte mehrere Umweltherausforderungen auf einen Schlag bewältigen.

    Das amerikanische Startup Select Fuel bietet eine innovative Lösung zur Umwandlung von Plastikmüll in Treibstoff. Eine erste Demonstration wird in Kürze in Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller Bertone erwartet.

    Die Verwendung von erneuerbaren Kraftstoffen wird für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nötig werden, um die CO2-Emissionen in die Luft so weit wie möglich zu reduzieren. Select Fuel hat sich auf die Entwicklung von Technologien zur Wiederverwertung von Kunststoffabfällen als Kraftstoff spezialisiert.

    Diese Lösung könnte eine innovative Lösung für zwei Herausforderungen sein: einerseits die Nachfrage nach sauberen und nachhaltigen Kraftstoffen zu befriedigen, andererseits aber auch besonders umweltschädliche Abfälle sinnvoll zu recyceln. Nach dem Verfahren von Select Fuels könnten auf diese Weise mindestens 75% unseres Plastikmülls in vielfältige Bioenergieprodukte umgewandelt werden.

    Eine erste Umsetzung in der Praxis wird Select Fuel mit seinem Partner Bertone anlässlich der Vorstellung des brandneuen Hypercars, dem GB110, der Öffentlichkeit vorstellen. Das Auto wird mit einem Kraftstoff aus recyceltem Polycarbonat fahren. Das Startup Select Fuel hat vor, Lösungen für alle Arten von Verbrennungsmotoren zu entwickeln, d. h. für PKWs, LKWs und Flugzeuge.

    Weitere Quellen für erneuerbare Kraftstoffe, etwa Biomasse (z. B. Altöl), Lebensmittelabfälle, landwirtschaftliche Abfälle, Rasenschnitt und sogar Zellstoff, sind in Planung.

  • Umwelt: Dreijährige Expedition soll weltweit im Plastikrecycling schulen

    Umwelt: Dreijährige Expedition soll weltweit im Plastikrecycling schulen

    Von Marseille aus wird die NGO Plastic Odyssey mit einem experimentellen Schiff, auf dem eine Mikro-Recycling-Fabrik installiert ist, drei Kontinente durchqueren.

    Drei Jahre, um von Plastikverschmutzung betroffene Menschen auf der ganzen Welt zu schulen. Die NGO Plastic Odyssey startet am Samstag, dem 1. Oktober, von Marseille aus eine Expedition zu drei Kontinenten und dreißig Ländern an Bord eines experimentellen Schiffes mit einer Mikro-Recycling-Fabrik. Ziel ist es, Unternehmer zu ermutigen, in das Geschäft der Abfallverwertung einzusteigen.

    Von außen sieht das vierzig Meter lange Schiff mit seinem weiß-blauen Rumpf recht klassisch aus. Erst wenn man an Bord geht, stößt man auf etwas ungewöhnliche Maschinen. „Im hinteren Teil des Schiffes haben wir fast 200 Quadratmeter Werkstatt“, erklärt Simon Bernard, einer der Gründer von Plastic Odyssey. „Mit verschiedenen Maschinen, um den Abfall zu zerkleinern und daraus nützliche Gegenstände zu machen. Das können Dachziegel für Hausdächer oder Rohre für Abwasserkanäle sein“, erklärt der 30-Jährige, der an der Ecole nationale supérieure maritime in Marseille studiert hat.

    Länder, die am stärksten von der Plastikverschmutzung betroffen sind, sollen ins Visier genommen werden.
    Die Idee ist, das Schiff zu Demonstrationen für Lösungen zu nutzen. Die NGO wird ihr Know-how kostenlos weitergeben. Der erste Halt ist in Beirut im Libanon geplant. Danach sollen Ägypten, Marokko und Guinea folgen. „Was wir anstreben, sind die dreißig Länder, die zur Zeit die größten Probleme mit der Plastikverschmutzung haben. Viele davon in Afrika, Südostasien und Südamerika“, sagt Simon Bernard.

    „Wir interessieren uns also nicht so sehr für die reichen Länder, sondern für die Länder, die unter Druck stehen und unter dem Plastikmüll zusammenbrechen. Aber gerade dort kann dieser Abfall zu einer Ressource werden, weil es dort viele Bedürfnisse gibt und es Geschäftsmodelle gibt, die lokal funktionieren können“, erklärt Simon Bernard. Es gibt eine Menge Ausbildungsarbeit vor Ort, so Alexandre Dechelotte, Mitbegründer von Plastic Odyssey. „Wir bilden Unternehmer aus, die wir bei jedem Anlaufhafen auswählen, aber es ist keine reine Weitergabe von Informationen aus den Ländern des Nordens an die Länder des Südens. Es ist ein Austausch“.

    Nicht aufzwingen, sondern gute Praktiken „teilen“.
    Das Team lernt auch von Technologien, die seit Jahren entwickelt werden. So haben sie zum Beispiel einen in Alexandria, Ägypten, erdachten Plastikschredder an Bord ihres Schiffes nachgebaut.

    Ein weiteres Ziel ist es, lokal herzustellen, aber auch reparieren zu können. „Es handelt sich nicht um Maschinen für die breite Masse. Wir werden sie nicht in jedermanns Wohnzimmer stellen, um Mikro-Recycling-Fabriken zu errichten, aber wir wollen sie zugänglich machen“, schränkt Alexandre Dechelotte ein. „Es geht nicht darum, Patente anzumelden und dann irgendein Recht auf eine der Maschinen zu beanspruchen. Unser Ziel ist es, dass sie während der Expedition so weit wie möglich auf der ganzen Welt eingesetzt und bekannt gemacht werden“.

    Mit einem Budget von zehn Millionen Euro über drei Jahre, das größtenteils von Privatinvestoren finanziert wird, hofft die NGO, 300 Fachleute auszubilden, um jeweils vor Ort Mikro-Recyclingfabriken entstehen zu lassen.