Schlagwort: pflegeheime

  • Hitzewelle fordert in Frankreich bereits über 2.000 zusätzliche Todesopfer

    Hitzewelle fordert in Frankreich bereits über 2.000 zusätzliche Todesopfer

    Die außergewöhnliche Hitzewelle Ende Juni 2026 hat in Frankreich nach ersten vorläufigen Auswertungen mindestens 2.025 zusätzliche Todesfälle verursacht. Das teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die endgültige Zahl könnte jedoch noch höher ausfallen, da bislang nicht alle Sterbeurkunden ausgewertet wurden.

    Zwischen dem 22. und 28. Juni wurden landesweit insgesamt 8.973 Todesfälle registriert. In der Vorwoche waren es noch 6.948. Damit stieg die Sterblichkeit innerhalb einer Woche um rund 29 Prozent. Der überwiegende Teil der zusätzlichen Todesfälle betrifft Menschen ab 45 Jahren, besonders stark betroffen sind ältere Menschen, die in ihren eigenen Wohnungen lebten.

    Die Gesundheitsbehörden bewerten die Hitzewelle als außergewöhnlich – sowohl wegen ihrer Intensität als auch wegen ihres ungewöhnlich frühen Auftretens im Jahr. Der 23. Juni gilt inzwischen als der heißeste jemals landesweit gemessene Tag in Frankreich und übertraf teilweise sogar die Rekordwerte der verheerenden Hitzewelle des Jahres 2003.

    Besonders hohe Übersterblichkeit wurde in der Region Île-de-France sowie in der Bretagne, der Normandie, den Pays de la Loire, Nouvelle-Aquitaine und Centre-Val de Loire festgestellt. Dort führte die extreme Hitze zu einer deutlich erhöhten Zahl von Todesfällen.

    Die Sterbefälle nahmen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und insbesondere in Privathaushalten zu. Nach ersten Auswertungen lag der Anstieg der Todesfälle in den eigenen vier Wänden bei rund 40 Prozent. Die Behörden weisen darauf hin, dass vor allem alleinlebende und sozial isolierte Menschen während extremer Hitzeperioden einem besonders hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Sie appellieren daher an die Bevölkerung, gefährdete Angehörige und Nachbarn verstärkt zu unterstützen und regelmäßig nach ihnen zu sehen.

    Die bislang veröffentlichten Zahlen gelten ausdrücklich als vorläufig. Sie basieren überwiegend auf elektronisch übermittelten Sterbeurkunden, während ein Teil der papiergebundenen Meldungen noch nicht in die Auswertung eingeflossen ist. Die endgültige Bilanz der Hitzewelle dürfte daher erst in den kommenden Wochen feststehen und könnte die bislang gemeldeten 2.025 zusätzlichen Todesfälle noch übertreffen.

    Autor: P. Tiko

  • Impfpflicht gegen Grippe: Frankreich setzt auf Schutz vulnerabler Gruppen – und auf wissenschaftliche Rückendeckung

    Impfpflicht gegen Grippe: Frankreich setzt auf Schutz vulnerabler Gruppen – und auf wissenschaftliche Rückendeckung

    Mit knapper Mehrheit hat die französische Nationalversammlung am 5. Dezember 2025 für eine Impfpflicht gegen die saisonale Grippe gestimmt – allerdings nur für bestimmte Gruppen: Bewohner von Alten- und Pflegeheimen (Ehpad) sowie ausgewählte medizinische Fachkräfte, insbesondere solche im freiberuflichen Bereich. Die Entscheidung markiert einen neuen Abschnitt in der französischen Impfpolitik – zwischen Prävention, politischen Spannungen und juristischer Vorsicht. Die Impfpflicht ist Teil des geplanten Loi de financement de la Sécurité sociale pour 2026, dem jährlichen Gesetz zur Finanzierung des Sozialversicherungssystems. Der umstrittene Passus wurde mit 120 zu 54 Stimmen verabschiedet – nach einem Hin und Her zwischen Nationalversammlung und Senat. Zunächst hatte die Nationalversammlung im November das Vorhaben abgelehnt. Anschließend setzte der Senat es als Änderungsantrag wieder ein – woraufhin die Abgeordneten in zweiter Lesung zustimmten. Begrenzte Pflicht – mit wissenschaftlich…

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