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  • Erneut Flammen im Schloss Divonne – Historisches Wahrzeichen schwer beschädigt

    Erneut Flammen im Schloss Divonne – Historisches Wahrzeichen schwer beschädigt

    Das Schloss von Divonne-les-Bains ist erneut von einem verheerenden Brand heimgesucht worden. Am Sonntagabend, dem 28. Juni 2026, schlugen Flammen aus dem Hauptgebäude des ehemaligen Hotel-Restaurants nahe der Schweizer Grenze. Fast zehn Jahre nach dem ersten Großbrand erlebt eines der bekanntesten historischen Bauwerke des Pays de Gex damit die nächste Katastrophe.

    Schon kurz nach Ausbruch des Feuers rückte ein Großaufgebot der Feuerwehr an. Rund 70 bis 74 Einsatzkräfte aus Frankreich und der Schweiz kämpften gemeinsam gegen die Flammen. Feuerwehrleute aus Divonne-les-Bains, Gex, Nyon und Genf arbeiteten Seite an Seite, unterstützt von etwa 30 Einsatzfahrzeugen. Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht. Erst am folgenden Morgen galt der Brand vollständig als gelöscht. Immerhin gab es keine Verletzten – angesichts der Heftigkeit des Feuers fast schon eine gute Nachricht.

    Die Schäden am Schloss fallen allerdings massiv aus. Besonders das Hauptgebäude erlitt erhebliche Zerstörungen. Damit schwindet die Hoffnung, das traditionsreiche Bauwerk in seiner bisherigen Form zu erhalten. Noch stehen zahlreiche Bereiche unter den Folgen des Feuers, während Fachleute nun das gesamte Ausmaß der Schäden begutachten.

    Die Brandursache bleibt vorerst ungeklärt. Ermittler nahmen ihre Arbeit unmittelbar nach den Löscharbeiten auf. Bislang äußerten sich die Behörden nicht zu möglichen Hintergründen. Ob ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder ein anderer Auslöser hinter dem Brand steckt, lässt sich derzeit nicht sagen.

    Für viele Einwohner besitzt das Schloss weit mehr als nur historischen Wert. Es prägt seit Generationen das Ortsbild von Divonne-les-Bains und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Region. Bürgermeister Vincent Scattolin sprach nach dem Brand von einem „Desaster“ – Worte, die die Stimmung vieler Menschen vor Ort treffend widerspiegeln.

    Besonders bitter: Bereits im Januar 2017 zerstörte ein schweres Feuer große Teile des Schlosses. Seitdem ruhte die Hoffnung auf einer umfassenden Sanierung. Mehrere Investoren planten, das Gebäude in ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich umzuwandeln. Doch immer neue Verzögerungen bremsten das Vorhaben aus. Schließlich zog sich der letzte Investor im Jahr 2025 vollständig zurück. Das Schloss blieb ungenutzt und wartete auf eine neue Zukunft.

    Der erneute Brand wirft nun viele Fragen auf. Ob sich eine Restaurierung nach den jüngsten Schäden überhaupt noch realisieren lässt, erscheint ungewisser denn je. Während die Ermittlungen anlaufen, bleibt vor allem die Hoffnung, dass zumindest ein Teil dieses bedeutenden historischen Erbes für kommende Generationen gerettet werden kann.

    Autor: Andreas M. Brucker