Schlagwort: Paris

  • Glanzvoller Stern über Paris: Das „Grand Rex“ ist das schönste Kino der Welt

    Glanzvoller Stern über Paris: Das „Grand Rex“ ist das schönste Kino der Welt

    Es gibt Orte, die mehr sind als nur Gebäude. Sie sind Erinnerungsräume, Bühnen für große Gefühle – und manchmal sogar Ikonen. Einer dieser Orte steht im Herzen von Paris: das Grand Rex. Und nun wurde es vom britischen Magazin Time Out offiziell zum „schönsten Kino der Welt“ gekürt. Eine Auszeichnung…

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  • Paris im Spannungsfeld: Linke ruft zum Protest gegen extreme Rechte auf

    Paris im Spannungsfeld: Linke ruft zum Protest gegen extreme Rechte auf

    Am kommenden Sonntag wird es in Paris laut – und zwar doppelt. Während sich Anhänger des Rassemblement National (RN) auf der Place Vauban versammeln, um ihre verurteilte Parteivorsitzende Marine Le Pen zu unterstützen, ruft ein breites Bündnis linker Kräfte zur Gegendemonstration auf. Ort des Geschehens: die symbolträchtige Place de la République. Organisiert wird der Protest von La France Insoumise (LFI) und Les Écologistes – unter dem Motto: Kein Fußbreit der extremen Rechten.

    Eine Verurteilung, die Wellen schlägt

    Die politische Kulisse könnte kaum brisanter sein: Marine Le Pen wurde erst kürzlich wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt – vier Jahre Freiheitsstrafe, davon zwei Jahre zur Bewährung, 100.000 Euro Geldstrafe und vor allem: fünf Jahre politische Unwählbarkeit. Ein politisches Erdbeben? Eher ein Vulkanausbruch. Denn der RN betrachtet das Urteil als Teil einer Kampagne gegen seine Vorsitzende und inszeniert Le Pen prompt als Opfer des Establishments.

    Kontern mit klarer Haltung

    Doch das lassen LFI und Les Écologistes nicht unkommentiert stehen. In einer gemeinsamen Offensive rufen sie zu einer kraftvollen Antwort auf – „Lassen wir nicht zu, dass die extreme Rechte ihr Gesetz macht“, betont Mélenchons Partei. Marine Tondelier von Les Écologistes legt nach und hebt hervor, wie entscheidend es sei, am Sonntag den Rechtsstaat zu verteidigen.

    Das ist mehr als nur Symbolpolitik – es ist eine klare Kampfansage.

    Breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft

    Die linke Mobilisierung bleibt nicht auf politische Parteien beschränkt. Zahlreiche Organisationen haben sich angeschlossen: das von Benoît Hamon initiierte Parti Génération.s, die kämpferische Gewerkschaft Solidaires, das globalisierungskritische Netzwerk Attac sowie die antifaschistische Bewegung Jeune Garde. Dazu kommen Schüler- und Studierendenvertretungen wie die Union syndicale lycéenne und die Union étudiante.

    Ein Schulterschluss von Alt und Jung, von politisch Erfahrenen und Aktivisten der neuen Generation – vereint durch das Ziel, dem RN die Stirn zu bieten.

    Ein Paris – zwei Welten

    Was sich am Sonntag in der französischen Hauptstadt abspielen wird, ist mehr als nur ein politischer Schlagabtausch. Es ist ein Abbild der tiefen Spaltung im Land. Hier: Menschen, die sich Sorgen um Demokratie und Menschenrechte machen. Dort: eine Partei, die sich zunehmend als Sprachrohr der Unzufriedenen inszeniert, dabei aber mit rechtspopulistischen Parolen die Grundpfeiler der Republik infrage stellt.

    Man spürt förmlich, wie sehr sich die Fronten verhärtet haben.

    Demokratie braucht Rückgrat – und Lautstärke

    Der Appell der Linken ist deutlich: Wer den Rechtsstaat verteidigen will, darf nicht schweigen. Die Demonstration ist deshalb nicht nur Reaktion, sondern auch Ausdruck eines selbstbewussten politischen Anspruchs – ein öffentliches „Nicht mit uns!“. Es ist der Versuch, der Öffentlichkeit zu zeigen: Es gibt eine Alternative zur Rhetorik des RN, zur Verklärung von Le Pen und zu den Angriffen auf demokratische Institutionen.

    Ein paar Straßen weiter werden Bardella, Aliot und Ciotti gegen das Le-Pen-Urteil wettern. Die Platzwahl? Ein bewusstes Signal. Und genau deshalb ist es umso wichtiger, dass die Place de la République von lautem, vielfältigem Protest erfüllt wird.

    Was steht auf dem Spiel?

    Die Demonstration mag kurzfristig ein Ereignis unter vielen sein. Doch sie ist eingebettet in eine größere Dynamik – die Zukunft der französischen Demokratie. Die Verurteilung Le Pens ist juristisch gesprochen ein Einzelfall, politisch aber ein Weckruf. Für die einen ist sie Märtyrerin. Für die anderen eine Warnung davor, wie nah Rechtspopulismus und Missbrauch öffentlicher Mittel beieinanderliegen.

    Und was denkt eigentlich die schweigende Mitte?

    Keine Zeit für Gleichgültigkeit

    Viele Menschen sind politikmüde, frustriert von Krisen und Skandalen. Aber gerade in solchen Zeiten kommt es auf die Haltung an. Der Sonntag wird zeigen, wie groß die Bereitschaft ist, sich für die Grundwerte der Republik einzusetzen. Und vielleicht wird auch der ein oder andere Passant zufällig vorbeikommen, stehen bleiben – und merken, dass es manchmal Mut braucht, um den Mund aufzumachen.

    Denn Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Menschen für sie einstehen.

    Ein Tag, zwei Zeichen

    In Paris stehen sich am 6. April zwei Welten gegenüber. Und selbst wenn kein unmittelbarer politischer Durchbruch erzielt wird, so geht es doch um mehr: um Sichtbarkeit, um Präsenz, um das Gefühl, nicht allein zu sein. Wer demonstriert, sendet ein Signal. Wer schweigt, überlässt anderen die Bühne.

    Wird die linke Mobilisierung den gewünschten Effekt haben? Die Antwort liegt – wie so oft – auf der Straße.

    Von C. Hatty

  • Marine Le Pen verurteilt: Rassemblement National geht auf die Barrikaden

    Marine Le Pen verurteilt: Rassemblement National geht auf die Barrikaden

    Frankreich erlebt derzeit einen politischen Schockmoment: Marine Le Pen, langjährige Galionsfigur des Rassemblement National, ist wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt worden. Das Urteil ist hart: fünf Jahre Ineligibilität – also ein sofortiger Ausschluss von Wahlen – dazu vier Jahre Haft, von denen zwei unter elektronischer Fußfessel zu verbüßen sind. Obendrauf: 100.000 Euro Geldstrafe. Ein Tiefschlag für die Rechtsaußen-Partei. Und ein Einschnitt, der weit über Parteigrenzen hinauswirkt. Sonntag wird Paris zum Schauplatz des Protests Noch bevor sich der Staub gelegt hat, kündigt der Rassemblement National ein Unterstützungsmeeting für Marine Le Pen an. Am Sonntag um 15 Uhr soll es auf der Place Vauban in Paris losgehen – direkt hinter den Invalides. Der Ort ist kein Zufall. Symbolträchtig, zentral, gut sichtbar. Die Partei spricht von einer friedlichen Mobilisierung, doch der Tonfall ist kämpferisch. Parteichef Jordan Bardella nennt das Urteil eine „nukleare Attacke“ gege…

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  • Drogen, Angst und Klassenzimmer: Wenn der Schulweg zum Risiko wird

    Drogen, Angst und Klassenzimmer: Wenn der Schulweg zum Risiko wird

    In Saint-Ouen, einem Vorort von Paris, stehen Eltern und Schulleitung vor einer bedrückenden Realität: Drogenhandel direkt neben der Vorschule. Die Annexe der École Maternelle Émile Zola grenzt an die Cité Zola-Arago – ein Viertel, das längst als Umschlagplatz für Drogen bekannt ist. Hier tobt ein stiller Krieg, bei dem die Unschuld der Kindheit auf dem Spiel steht. Was vor einigen Monaten noch wie ein Einzelfall wirkte, ist längst zur beunruhigenden Routine geworden. Bereits im Mai 2024 stieß die Schulhausmeisterin auf mehrere Päckchen Kokain auf dem Gelände der Vorschule. Ein paar Monate später entdeckte ein Kind erneut Drogenpäckchen. Und als wäre das nicht genug, flogen im Januar 2025 Lachgas-Kartuschen durch die Luft – eine davon zerbrach das Fenster der Schulbibliothek. Das ist kein düsteres Drehbuch – das ist der Alltag von Vorschulkindern in Saint-Ouen. Eltern sind in Aufruhr. Einige haben sich organisiert und eine Petition gestartet. Ihre Forderung: Sofortige Maßnahmen zum Sch…

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  • Eiffelturm: Vom umstrittenen Eisenkoloss zur ewigen Ikone

    Eiffelturm: Vom umstrittenen Eisenkoloss zur ewigen Ikone

    Als am 31. März 1889 in Paris ein schlanker, eisenschwarzer Turm in den Himmel ragte, ahnte kaum jemand, dass dieser Bau einmal zu den berühmtesten Wahrzeichen der Welt gehören würde. Der Eiffelturm – heute Inbegriff von Paris und französischer Eleganz – war bei seiner Einweihung keineswegs unumstritten. Und dennoch: Gerade seine radikale Andersartigkeit schrieb Geschichte.

    Von Visionären und Skeptikern

    Die Ursprünge des Eiffelturms liegen im patriotischen Geist der Zeit. Frankreich plante zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution eine pompöse Weltausstellung. Der Staat lobte einen Wettbewerb für ein zentrales Monument aus – und Gustave Eiffel, ein erfolgreicher Bauunternehmer, schnappte sich die Gelegenheit. Gemeinsam mit seinen Ingenieuren Maurice Koechlin und Émile Nouguier sowie dem Architekten Stephen Sauvestre entwarf er eine gewagte Konstruktion: 300 Meter pures Eisen, in filigraner Gitterstruktur gen Himmel steigend.

    Doch von Anfang an regte sich Widerstand. Eine Gruppe aus Künstlern und Intellektuellen wetterte gegen das Projekt. In einem heute legendären offenen Brief in der Zeitung Le Temps hieß es, der Turm sei ein „gigantischer schwarzer Schornstein“ – ein Schandfleck in der Pariser Silhouette. Der Schriftsteller Guy de Maupassant zählte zu den lautesten Kritikern. Die Ironie: Er speiste später regelmäßig im Turmrestaurant – weil man von dort den Turm nicht sehen musste.

    Ein Bau auf der Überholspur

    Trotz des Getöses ging es rasant voran. Am 28. Januar 1887 begannen die Bauarbeiten, exakt zwei Jahre, zwei Monate und fünf Tage später stand das Ding. Die Bauweise war revolutionär: 18.038 Einzelteile, miteinander vernietet, stiegen Stück für Stück in die Höhe – und das mit einer Präzision, die selbst heutige Ingenieure beeindruckt. Für damalige Verhältnisse ein logistisches Wunder.

    Am 31. März 1889 war es soweit: Noch vor der eigentlichen Eröffnung der Pariser Weltausstellung bestieg Gustave Eiffel persönlich mit einer Delegation das fertige Bauwerk. Ohne Aufzug, versteht sich – die waren noch in Arbeit. Oben angekommen, hisste er eine riesige Trikolore, Kanonenschüsse knallten, und der Turm war offiziell eingeweiht.

    Publikumsliebling im Höhenrausch

    Kaum eröffnet, strömten die Massen. Fast 1,9 Millionen Besucher wagten sich während der Weltausstellung auf die luftige Höhe. Das war 1889 ein echtes Abenteuer. Die Aufzüge nahmen erst im Mai ihren Betrieb auf, davor hieß es: laufen, schwitzen, staunen. Der Andrang war so groß, dass der Turm sich schnell als finanzieller Erfolg erwies – ein Argument, das auch viele Kritiker verstummen ließ.

    Was kostete der Spaß damals? Zwei Francs für die erste Etage, drei für die zweite, fünf für ganz oben – an Sonntagen gab’s Rabatt. Heute würden wir sagen: ein echtes Schnäppchen.

    Technik trifft Ästhetik

    Doch der Eiffelturm war mehr als ein Publikumsmagnet. Er war Symbol. Ein Monument der Moderne, das zeigte, was Maschinenkraft, Ingenieurskunst und industrielle Materialien möglich machten. Kein gotisches Ornament, keine barocke Verspieltheit – nur pure, ehrliche Konstruktion. Das wirkte auf viele verstörend. Aber es war auch ein Signal an die Welt: Frankreich kann Technik, und zwar besser als die meisten.

    Mit seinen 300 Metern war der Eiffelturm bis 1930 das höchste Bauwerk der Welt. Erst das Chrysler Building in New York konnte ihn ablösen. Trotzdem blieb sein Einfluss ungebrochen: Er inspirierte Generationen von Architekten und Ingenieuren und stand Pate für zahllose Funktürme, Radiomasten und Wolkenkratzer.

    Vom Provisorium zum Weltkulturerbe

    Ursprünglich war der Turm nur auf 20 Jahre befristet – danach sollte er abgebaut werden. Doch es kam anders. Sein Nutzen als Funkmast rettete ihn vor dem Abriss. Und mit jeder neuen Generation wuchs seine symbolische Bedeutung.

    Heute ist der Eiffelturm mehr als nur ein Denkmal. Er ist ein kollektives Gefühl – ein Ort für erste Küsse, Heiratsanträge, Kindheitsträume. Millionen pilgern jedes Jahr zu ihm, Instagram-Posts fluten täglich aus jedem Winkel der Erde. Manchmal wirkt er fast wie ein Star, der sich selbst überlebt hat – und trotzdem bleibt er authentisch.

    Und heute?

    Der Eiffelturm hat überlebt: zwei Weltkriege, technische Revolutionen, Terrorangst, Massentourismus – und bleibt dabei, was er immer war: ein Faszinosum aus Stahl und Seele. In Zeiten von Klimawandel, Nachhaltigkeitsdiskussionen und digitaler Entfremdung wirkt sein handfester Charme fast tröstlich. Kein Touchscreen, keine App – nur Eisen, Schrauben und Wind.

    Wie konnte ein einst umstrittenes Bauwerk zum globalen Symbol für Liebe, Freiheit und französischen Chic werden?

    Vielleicht, weil es manchmal genau das braucht: jemanden, der sich traut, gegen alle Widerstände etwas zu schaffen, das keiner versteht – bis es plötzlich alle lieben.

  • Blutiger Zwischenfall in Paris: Messerangriff auf dem Platz Denfert-Rochereau

    Blutiger Zwischenfall in Paris: Messerangriff auf dem Platz Denfert-Rochereau

    Ein ruhiger Sonntag im Herzen von Paris – und plötzlich: Entsetzen, Schreie, Blaulicht. Am 30. März 2025 kam es auf dem bekannten Platz Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement zu einem brutalen Messerangriff. Die Tat hinterlässt mehr Fragen als Antworten, doch eines steht fest: Eine Person kämpft seither ums Überleben.

    Die Identität des Opfers ist bislang nicht bekanntgegeben worden. Auch zum mutmaßlichen Täter schweigen die Behörden – ein gespenstisches Schweigen, das Raum für Spekulationen lässt. Was genau geschah, wer involviert war, warum die Situation eskalierte – all das bleibt vorerst im Dunkeln.

    Was hingegen nicht verborgen bleibt, ist das wachsende Unbehagen in der Stadt.

    Kein Einzelfall

    Messerattacken – einst eine Randerscheinung – sind mittlerweile zu einem traurigen Bestandteil des urbanen Alltags geworden. Auch in Paris. Was früher Schockwellen auslöste, scheint sich inzwischen zu häufen. Man könnte sich fragen: Gewöhnen wir uns an solche Gewalt?

    Denfert-Rochereau ist kein unbekannter Schauplatz. Bereits 1958 wurden an genau diesem Ort drei Polizisten bei einem Übergriff verletzt. Das war vor fast 70 Jahren – und doch erinnert der aktuelle Vorfall daran, wie wenig sich an der grundlegenden Bedrohung im öffentlichen Raum geändert hat.

    Der Platz, benannt nach dem Verteidiger von Belfort, steht heute symbolisch für eine andere Art von Kampf – den um Sicherheit.

    Sicherheit als tägliche Herausforderung

    Die Stadt Paris hat in den letzten Jahren viel unternommen, um die Polizeipräsenz zu erhöhen, besonders an neuralgischen Punkten. Aber reicht das? Kameras, Polizeistreifen, Bürgerdialoge – alles wichtige Maßnahmen. Und doch sind sie nur ein Teil der Lösung.

    Wirklich verändern kann sich etwas erst, wenn Prävention mehr Gewicht bekommt. Schulprojekte, Sozialarbeit, psychologische Unterstützung – all das sind Werkzeuge, die langfristig greifen können. Aber sie brauchen Zeit, Geld und Geduld.

    Und währenddessen?

    Bleibt der akute Handlungsdruck. Bürgerinnen und Bürger fordern Schutz – jetzt, nicht irgendwann. Der öffentliche Raum soll ein Ort der Begegnung sein, nicht des Schreckens.

    Zwischen Ohnmacht und Hoffnung

    Es ist dieser Zwiespalt, der nach Vorfällen wie dem am Sonntag in Paris spürbar wird. Die Empörung ist groß, die Hilflosigkeit ebenso. Und doch gibt es immer wieder Stimmen, die auf Zusammenarbeit setzen, auf gesellschaftliche Stärke und das Miteinander. Vielleicht ist es genau dieser Ansatz, der langfristig die Wende bringen kann.

    Bis dahin bleibt das Mitgefühl.

    Für das Opfer, das aktuell um sein Leben ringt. Für die Angehörigen, die in banger Ungewissheit ausharren. Und für eine Gesellschaft, die sich immer wieder fragen muss: Wie schützen wir unsere Mitmenschen – nicht nur durch Gesetze, sondern auch durch Menschlichkeit?

    Catherine H.

  • Sprung ins Staunen – und ins Sicherheitsvakuum: Waghalsiger Base-Jump von Notre-Dame

    Sprung ins Staunen – und ins Sicherheitsvakuum: Waghalsiger Base-Jump von Notre-Dame

    Ein Sprung – ein Schock. Bereits am 20. März 2025 wurde die erst kürzlich wiedereröffnete Kathedrale Notre-Dame in Paris zum Schauplatz eines atemberaubenden, aber illegalen Base-Jumps. Loïc, ein 36-jähriger Franzose mit einem Herz für den freien Fall und einem Faible für Risiko, springt ohne Genehmigung von der Spitze der weltberühmten Kathedrale. Das Video seines Stunts verbreitet sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien. Der Mann ist kein Unbekannter in der Szene. Als erfahrener Fallschirmspringer und leidenschaftlicher Base-Jumper jagt er Extremen nach. In Interviews spricht er von einem Lebenstraum – davon, dass der Sprung von der Flèche, dem filigranen Turm über dem Vierungskreuz, eine Herausforderung war, die ihn schon lange gereizt habe. Ein toller Sprung für ihn vielleicht – für das französische Kulturerbe ein unerwarteter Schlag in die Magengrube. Denn die Frage, die wie ein lauter Widerhall über den Pariser Dächern liegt, lautet: Wie konnte das überhaupt passieren?

    ht…

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  • Paris zieht vor Gericht: Wer zahlt für verseuchtes Trinkwasser?

    Paris zieht vor Gericht: Wer zahlt für verseuchtes Trinkwasser?

    Die Stadt Paris hat genug. Genauer gesagt: Die kommunale Wasserbehörde Eau de Paris hat am Freitag, den 28. März 2025, Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Grund? Die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt ist durch sogenannte PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – belastet. Diese chemischen Verbindungen sind hitzebeständig, wasserabweisend, langlebig – und höchst umstritten. Denn PFAS, oft auch als „ewige Chemikalien“ bezeichnet, bauen sich kaum ab. Weder in der Natur noch im menschlichen Körper. Und obwohl die gemessenen Konzentrationen in Paris bislang unter den geltenden Grenzwerten liegen, löst ihr bloßes Vorhandensein ernsthafte Bedenken aus. Wer macht hier sauber – und wer zahlt? Die Initiative zur Anzeige kam direkt von Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Ihr Ziel ist klar: Der Grundsatz „Der Verursacher zahlt“ soll durchgesetzt werden. Die Stadt will nicht hinnehmen, dass am Ende die Bürgerinnen und Bürger zur Kasse gebeten werden – für eine Verschmutzung, die sie nicht ve…

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  • Grüne Zukunft für die Place de la Concorde – Paris plant historischen Wandel

    Grüne Zukunft für die Place de la Concorde – Paris plant historischen Wandel

    Die Place de la Concorde, Herzstück der Pariser Stadtgeschichte und eine der prachtvollsten Platzanlagen Europas, steht vor einer tiefgreifenden, aber respektvollen Transformation. Mit einem klaren Ziel: Vergangenheit bewahren, Gegenwart verbessern und der Zukunft Raum geben.

    Von Königen und Guillotinen – ein Ort voller Geschichte

    Kaum ein anderer Ort in Paris ist so aufgeladen mit Symbolik wie die Place de la Concorde. Wo einst der Obelisk aus Luxor thront, rollten im 18. Jahrhundert die Köpfe während der Französischen Revolution. Der Platz war Zeuge von Aufständen, Staatsakten und rauschenden Paraden. Jetzt, im 21. Jahrhundert, beginnt ein neues Kapitel – eines, das sich nicht gegen Menschen richtet, sondern gegen Hitzeinseln, Verkehrschaos und Umweltbelastung.

    Geplant ist eine umfassende Sanierung, die sich an der originalen Gestaltung von Ange-Jacques Gabriel und den späteren Ergänzungen durch Jacques Hittorff orientiert. Sechs historische Wachhäuschen sollen restauriert, zwei der einst acht Rostral-Säulen rekonstruiert und beschädigte Balustraden ausgebessert werden. Die architektonische DNA bleibt also erhalten – nur eben aufgefrischt.

    Ein Garten mitten im Steinmeer

    Das Herzstück der Umgestaltung nennt sich „Place-Jardin“. Klingt romantisch, ist aber vor allem klug: Die historischen Gräben der Anlage werden nicht nur rekonstruiert, sondern begrünt – auf einer Fläche von 2,8 Hektar! Das schafft nicht nur ein visuelles Highlight, sondern wirkt auch wie ein natürliches Kühlungssystem.

    Statt versiegeltem Boden soll künftig die Hälfte der Fläche offen und durchlässig sein – was eine Absenkung der Bodentemperatur um bis zu 8 Grad zur Folge haben könnte. In Zeiten extremer Sommer ein echter Segen, oder?

    Der Clou: Zwei Drittel der Fläche werden für Fußgänger zugänglich – also mehr Raum für Spaziergänger, Touristen und Einheimische. Die Aufenthaltsqualität steigt, der Autolärm weicht dem Zwitschern der Vögel – oder zumindest dem Flanieren ohne Stress.

    Grün ist nicht gleich grün – Klimapflanzen im Fokus

    Die neue Bepflanzung wird mit Bedacht gewählt. Es geht nicht darum, einfach nur ein paar Bäume zu pflanzen. Die ausgewählten Arten sollen klimaresistent sein, also Hitze und Trockenheit trotzen, ohne viel Pflege zu benötigen. Gleichzeitig soll die Biodiversität in der Innenstadt gefördert werden.

    So wird der Platz zu einem kleinen Ökosystem – eine grüne Lunge inmitten von Asphalt und Stein. Auch die Luftqualität wird sich verbessern, ganz zu schweigen vom psychologischen Effekt: Grün beruhigt, entspannt, macht Städte lebenswerter.

    Tschüss Stau, hallo sanfte Mobilität

    Die Verkehrsplanung wird ebenfalls auf links gedreht. Während sich der Autoverkehr künftig auf den westlichen Teil der Anlage beschränkt, gehört der Osten Fußgängern und Radfahrern. Ein 10 Meter breiter Balkon zur Seine eröffnet neue Perspektiven – buchstäblich.

    Diese Umverteilung schafft sichere Wege zwischen den Tuilerien und den Champs-Élysées, ohne ständig auf den Verkehr achten zu müssen. Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollen leichter über den Platz gelangen können. So wird Mobilität neu gedacht – leise, sicher und inklusiv.

    Tradition trifft Gegenwart – ein architektonisches Statement

    Hinter dem Projekt stehen die Architekten Philippe Prost und Bruel Delmar. Ihre Vision: eine harmonische Verbindung aus historischem Erbe und moderner Stadtplanung. Dabei setzen sie auf geometrische Präzision, feine Details und eine zeitgemäße Sprache, ohne dem historischen Charakter Gewalt anzutun.

    Das Ergebnis soll ein Ort sein, der Geschichte nicht nur erzählt, sondern spürbar macht – und gleichzeitig offen für Neues ist. Klingt wie ein Spagat? Vielleicht. Aber einer, der gelingt, wenn Respekt und Kreativität Hand in Hand gehen.

    Wie geht’s weiter?

    Die Nationale Kommission für Kulturerbe und Architektur hat grünes Licht gegeben. Bevor die Bagger anrollen, stehen archäologische Untersuchungen an – schließlich könnte unter dem Pflaster noch so mancher Schatz verborgen liegen. Erste sichtbare Veränderungen soll es ab 2026 geben.

    Und dann? Könnte die Place de la Concorde nicht nur zum grünen Zentrum von Paris werden, sondern auch zu einem Vorbild für andere europäische Städte. Ein Platz, der Vergangenheit lebt, Gegenwart atmet und Zukunft pflanzt.

    Von C. Hatty

  • Verhängnisvolle Berührungen: Depardieus Image im freien Fall

    Verhängnisvolle Berührungen: Depardieus Image im freien Fall

    Gérard Depardieu – ein Name, der einst wie ein Gütesiegel auf französischen Kinoplakaten glänzte. Ein Ausnahmetalent, ein Schauspieler mit unbändiger Präsenz. Doch was bleibt, wenn der Glanz verblasst und die Vorwürfe lauter werden als der Applaus? Der aktuelle Prozess gegen den 76-Jährigen wirft genau diese Frage auf – und er gibt Anlass zu unbequemen Diskussionen. Zwei Frauen, zwei Stimmen – ein Muster? Die Ereignisse, um die es geht, spielen sich 2021 am Set des Films Les Volets Verts ab. Zwei Mitarbeiterinnen – eine Regieassistentin und eine Set-Dekorateurin – werfen Depardieu sexuelle Übergriffe vor. Hände, wo sie nicht hingehören: auf Hüften, auf Gesäß, auf der Brust. Keine zufälligen Gesten, sagen die Frauen. Ein Verhalten, das klar eine Grenze überschreite. Depardieus Reaktion? Er räumt die Berührungen ein, streitet jedoch jede sexuelle Absicht ab. Die Hitze, die körperliche Verfassung, eine schlechte Laune – all das sei verantwortlich für seine Art. Kein Kalkül, kein Machtmiss…

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