Schlagwort: Paris

  • Le Griffonnier: Wo Paris noch nach Politik, Pastis und Pariser Seele schmeckt

    Le Griffonnier: Wo Paris noch nach Politik, Pastis und Pariser Seele schmeckt

    Wer in der Rue des Saussaies 8 das Haus betrachtet, ahnt wenig. Zwischen dem Élysée-Palast und dem Innenministerium gelegen, wirkt die Fassade dieses kleinen Bistros geradezu unauffällig. Doch hinter der schlichten Tür beginnt eine Welt, in der sich Frankreichs Elite den Magen füllt – und manchmal auch die Republik steuert.

    Willkommen im Le Griffonnier – einem Ort, der mehr ist als ein Restaurant. Er ist ein Refugium, ein Machtknoten, eine Zeitkapsel.

    Kein Glanz, kein Glamour – und gerade deshalb so besonders

    In einem Stadtteil, wo alles funkelt und flackert, hält sich Le Griffonnier an das Understatement. Das Interieur? Holz, Leder, weiße Tischdecken. Nicht mehr. Nicht weniger. Kein Designer-Bling, keine Instagram-Wände. Wer hierherkommt, sucht nicht die Bühne, sondern den Rückzugsort. Nur mittags geöffnet, dazu ein exklusiver Abendservice am Donnerstag – das ist keine Geschäftsidee, das ist eine Haltung.

    Die Stammgäste? Fast ausnahmslos Männer im grauen Maßanzug. Politiker, Banker, leitende Beamte, Journalisten. Hier spricht man leise, aber entscheidende Dinge. Das Griffonnier ist nicht laut, aber wirksam.

    Klassik auf dem Teller, kein Schnickschnack

    In der Küche steht Cédric Duthilleul, einst Sous-Chef bei La Mascotte. Heute serviert er eine ehrliche, bourgeoise Bistroküche, die sich nicht verstecken muss – aber auch nichts vorgibt zu sein, was sie nicht ist.

    Auf der Karte: Klassiker mit Charakter. Eier mit Mayonnaise, wie sie nur in Frankreich gemacht werden. Os à moelle, das Mark aus dem Knochen, heiß serviert. Entrecôte, Confit de Canard, Andouillette 5A – das ganze Alphabet der frankophilen Fleischfreude.

    Bezugsquellen wie die renommierten Boucheries Nivernaises sichern Qualität und Authentizität. Und wer gern das Glas hebt, darf sich auf eine handverlesene Weinkarte freuen. Große Namen, charmante Außenseiter – auch hier zählt Substanz.

    Wo Politik nicht aufhört – sondern beginnt

    Le Griffonnier ist ein Ort, an dem Geschichte nicht nur passiert – sie wird besprochen, vielleicht sogar beschlossen. Der Ort ist so nah an den Machtzentren der Republik, dass Gespräche hier oft vertraulicher sind als in so manchem Regierungssaal. Wer genau hinschaut, erkennt bekannte Gesichter – ein ehemaliger Minister dort, ein Chefredakteur hier, eine Lobbyistin mit Notizbuch am Nebentisch.

    Die Atmosphäre? Geschäftig, aber nie gehetzt. Hier wird gespeist, nicht geschlungen. Hier zählt nicht das Handy, sondern das Wort. Ein kleines Paris im großen Paris – unprätentiös, aber wirkungsvoll.

    Ein Relikt? Nein – ein Bollwerk.

    In einer Stadt, die sich kulinarisch immer schneller dreht, wo Pop-up-Konzepte und Fusion-Fantasien die Szene dominieren, wirkt Le Griffonnier fast wie ein Anachronismus. Doch gerade diese Standfestigkeit macht den Reiz aus. Es ist ein Ort, der sich nicht neu erfindet – weil er es nicht muss.

    Wer hier isst, isst wie vor zwanzig Jahren. Und das ist – in Zeiten der Dauerveränderung – fast revolutionär.

    Für alle, die wissen wollen, wie echtes Paris schmeckt

    Zugegeben: Ohne Reservierung geht hier fast nichts. Und billig ist es auch nicht. Zwischen 60 und 100 Euro sollte man pro Person einplanen. Doch wer bereit ist, das zu investieren, wird belohnt – mit einem Erlebnis, das mehr ist als ein Lunch.

    Denn Le Griffonnier ist kein einfacher Ort. Es ist ein Ort, an dem man versteht, warum die französische Küche nicht nur Essen ist, sondern Ausdruck einer Kultur. Einer Haltung. Eines Lebensgefühls.

    Adresse: 8 rue des Saussaies, 75008 Paris
    Telefon: 01 42 65 17 17
    Geöffnet: Montag bis Freitag zum Mittagessen (12–16 Uhr), Donnerstagabend auch Dinner
    Reservierung: Am besten mehrere Tage im Voraus – sonst bleibt nur der Blick durch die Scheibe.

    Wer es schafft, einen Platz zu ergattern, erlebt Paris, wie es früher war – und vielleicht auch morgen wieder sein sollte.

    Von Andreas M. Brucker

  • Provokation auf dem Olympischen Feuer: Amnesty wirft Israel Völkermord vor – und fordert Frankreich zum Handeln auf

    Provokation auf dem Olympischen Feuer: Amnesty wirft Israel Völkermord vor – und fordert Frankreich zum Handeln auf

    Mit einer spektakulären Lichtprojektion hat Amnesty International die Wiederkehr des Olympischen Feuerbeckens in Paris genutzt, um auf den anhaltenden Krieg in Gaza aufmerksam zu machen. Auf die ikonische Vasque olympique – das symbolische Feuerbecken, das während der Spiele 2024 über der Seine schwebte – wurde am Abend des 26. Juli der Schriftzug „Stop génocide à Gaza“ projiziert. Es war ein Akt des zivilgesellschaftlichen Protests, der weltweit Aufmerksamkeit erregte und erneut die Frage nach der Rolle Europas im Nahostkonflikt aufwirft. Amnesty International begründete die Aktion mit dem „tragischen Schicksal der Zivilbevölkerung“ im Gazastreifen. Ausgeführt wurde die etwa 30 Meter große Laserprojektion von einem Gebäude an der Rue de Rivoli aus – direkt ins Blickfeld von Schaulustigen und offiziellen Gästen. Die französische Präsidentin der Organisation, Anne Savinel-Barras, erinnerte in einer begleitenden Erklärung an das erste Prinzip der Olympischen Charta: die Verpflichtung, „e…

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  • Paris 2024 – Ein Jahr danach: Was bleibt vom olympischen Traum?

    Paris 2024 – Ein Jahr danach: Was bleibt vom olympischen Traum?

    Die Olympischen Spiele in Paris 2024 – ein Fest der Superlative, der Rekorde und der Emotionen. Doch ein Jahr später stellt sich die Frage: War das mehr als nur ein Sommer voller Medaillen und Bilderbuchmomente? Die Antwort liegt in der Stadt selbst. Und in ihrem neuen Gesicht. Beton, Bewegung und Begegnung In Saint-Denis, einem lange vernachlässigten Pariser Vorort, schwappt seither kein olympisches Wellenbecken mehr – sondern echtes Leben. Der nagelneue Centre Aquatique Olympique hat sich zur Sportoase für Schulen, Vereine und Freizeitbadende entwickelt. Gleich daneben verwandelt sich die Arena Porte de la Chapelle in einen Magneten für Konzerte, Turniere und Workshops. Klettern im Bourget, trainieren im Prisme von Bobigny, flanieren über den Louafi-Bouguera-Brückenschlag – das olympische Paris hat dem Beton Farbe und den Menschen Raum gegeben. Wo einst nur Baulücken und Planungsleichen waren, entstehen heute Wohnungen, Parks und Zukunft. Ein neues Kapitel für die Ränder der Stadt. G…

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  • Ein Supermarkt, der die feinen Pariser Nerven trifft – Streit um einen Carrefour City im 6. Arrondissement

    Ein Supermarkt, der die feinen Pariser Nerven trifft – Streit um einen Carrefour City im 6. Arrondissement

    Eine neue Filiale von Carrefour City in bester Lage – und schon eskaliert ein Nachbarschaftsstreit zu einem Pariser Gesellschaftsdrama. Denn was auf den ersten Blick aussieht wie eine ganz normale Neueröffnung eines kleinen Supermarktes, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Brennglas für urbane Spannungen, kulturelle Identitätsfragen und den ewigen Kampf zwischen Altem und Neuem. Luxembourg versus Lädensterben Am 21. August soll sie eröffnen – die neue Carrefour-City-Filiale in der Rue Vavin, nur einen Steinwurf vom Jardin du Luxembourg entfernt. Doch die Pläne sorgen schon jetzt für Aufruhr. Mehr als 3.000 Menschen haben eine Petition gegen das Projekt unterzeichnet. Prominente wie Sänger Alain Souchon, Philosoph Alain Finkielkraut, Schauspielerin Catherine Frot oder Ex-Minister Jacques Toubon gehören zu den Unterzeichnern. Sie alle befürchten: Die Eröffnung zerstört nicht nur die Ruhe im Viertel, sondern gefährdet das kulturelle Erbe und verdrängt bestehende, unabhängige Gesc…

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  • Rauswurf mit Ansage: Wenn der Sommer zum Albtraum für Mieter wird

    Rauswurf mit Ansage: Wenn der Sommer zum Albtraum für Mieter wird

    Die Sonne scheint, die Urlaubssaison läuft – und manche Menschen verlieren ihr Zuhause. Was klingt wie ein schlechter Scherz, ist in Frankreich bittere Realität: Während sich Touristen durch die Altstädte drängen, werden Mieter still und leise vor die Tür gesetzt. Ein Sommerdrama, das jedes Jahr größere Kreise zieht. Mit dem Ende der sogenannten „Winterpause“ am 31. März ist der Weg frei: Vermieter dürfen bis Ende September gerichtlich angeordnete Zwangsräumungen vollstrecken lassen. Ein Zeitfenster, das längst zur Routine geworden ist – und zur Zerreißprobe für viele Familien. Allein 2023 kam es zu über 21.500 vollstreckten Wohnungsräumungen in Frankreich – ein Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl hat eine symbolische Wucht. Denn sie steht nicht nur für fehlende Mieteinnahmen, sondern für zerbrochene Lebensentwürfe. Schlupflöcher für Vermieter – besonders in Touristenzonen Rein rechtlich gibt es klare Regeln: Vermieter dürfen Mietverträge nur unter bestimmten Be…

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  • Pariser Sommertraum: 50.000 Menschen badeten bereits in der Seine

    Pariser Sommertraum: 50.000 Menschen badeten bereits in der Seine

    Ein Jahrhundert lang war sie tabu – jetzt ist sie das neue Highlight des Pariser Sommers: die Seine. Seit dem 5. Juli 2025 haben über 50.000 Menschen die Gelegenheit genutzt, mitten in der Hauptstadt unter freiem Himmel zu baden. Was nach einem spontanen Vergnügen klingt, ist das Resultat jahrelanger Planung, technischer Meisterleistung – und einer neuen Lust auf Stadt, Wasser und Gemeinschaft. Ein Sprung ins Glück – mitten in der Großstadt Drei offizielle Badezonen locken derzeit Sonnenhungrige und Schwimmbegeisterte an: am Bras Marie im 4. Arrondissement, in Grenelle im 15. und in Bercy im 12. Arrondissement. Allein in den ersten zehn Tagen nach der Eröffnung wagten rund 20.000 Menschen den Sprung ins kühle Nass. Dabei gab es durchaus Hindernisse: Vier Tage lang musste die Badefreude wegen starker Regenfälle und der daraus resultierenden bakteriellen Belastung unterbrochen werden. Doch weder Wetterkapriolen noch zeitlich begrenzte Öffnungszeiten halten die Pariser:innen vom Planschen…

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  • Gas-Alarm: Wie ein Leck die Pariser Gare du Nord lahmlegte

    Gas-Alarm: Wie ein Leck die Pariser Gare du Nord lahmlegte

    Ein Donnerstagnachmittag, mitten im Sommer – doch an der Gare du Nord in Paris herrscht keine Ferienstimmung. Statt Kofferrollen und Eiltempo: Sirenen, Absperrbänder, Evakuierungsdurchsagen. Gegen 17 Uhr am 17. Juli 2025 entsteht plötzlich der Verdacht auf eine Gasleckage in einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas. Was folgt, ist ein logistisches Vakuum, das Tausende aus dem Takt bringt – und ein eindrückliches Beispiel dafür, wie fragil selbst die größten Infrastrukturadern in dieser Zeit sein können. Die Szene könnte aus einem Katastrophenfilm stammen: In der Rushhour riecht jemand Gas. Minuten später riegelt die Polizei den Bereich ab, Feuerwehrleute durchsuchen mit Messgeräten die Umgebung, und die Reisenden stehen draußen, Handys am Ohr, Stirn in Falten. Die Gare du Nord ist mehr als ein Bahnhof – sie ist die Lebensader von Paris nach London, Brüssel, Amsterdam. Und sie ist komplett stillgelegt. Stillstand auf ganzer Linie Die Auswirkungen dieses Zwischenfalls reichen w…

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  • Pariser Sommermärchen: Wie die Seine zum Freibad der Hauptstadt wurde

    Pariser Sommermärchen: Wie die Seine zum Freibad der Hauptstadt wurde

    Ein Sprung ins Wasser – mitten in Paris. Was jahrzehntelang undenkbar war, ist seit dem 5. Juli 2025 Realität: Baden in der Seine. Und nicht nur theoretisch – fast 20.000 Menschen haben bereits ihre Füße (und mehr) ins kühle Nass getaucht. Drei eigens dafür eingerichtete Badestellen machen’s möglich: Am Ufer des Marie-Arms im 4. Arrondissement, im modernen Grenelle-Viertel im 15. sowie in Bercy im 12. Bezirk. Das Comeback des Flusses als Freizeitparadies ist spektakulär – und historisch. Zwischen Freudenschreien und Wasserproben Was aussieht wie ein Sommerspaß aus dem Bilderbuch, hat durchaus seine Schattenseiten. Vier Tage mussten die Badestellen wegen starker Regenfälle und der damit verbundenen bakteriellen Verunreinigung schließen. Trotzdem: Die Zahlen sprechen für sich. Am langen Wochenende rund um den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli strömten über 12.000 Besucher:innen an die Ufer. Viele warteten gar geduldig in Schlangen, um endlich ins Wasser zu dürfen. Die Stadt Pari…

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  • Lichtkunst trifft Klimabotschaft: Paris inszeniert den Nationalfeiertag als ökologische Zukunftsvision

    Lichtkunst trifft Klimabotschaft: Paris inszeniert den Nationalfeiertag als ökologische Zukunftsvision

    Am Abend des 14. Juli 2025 erlebte Paris ein Feuerwerk der besonderen Art. Tausende Zuschauer am Fuße der Tour Eiffel verfolgten ein Spektakel, das nicht nur die republikanische Tradition feierte, sondern zugleich ein Bekenntnis zu technologischer Innovation und ökologischer Verantwortung abgab. Die französische Hauptstadt präsentierte sich zum Nationalfeiertag als Bühne eines ausgeklügelten Zusammenspiels aus Pyrotechnik und Drohnenballett – eine Inszenierung, die Symbolik und Technik auf bislang unerreichte Weise miteinander verband.

    Zwischen Historie und Hightech Punkt 23 Uhr wurde der Nachthimmel über Paris von einem synchronisierten Licht- und Tonschauspiel erleuchtet, das an Präzision und künstlerischer Dramaturgie kaum zu überbieten war. Über 120 Abschussstellen waren in Betrieb – davon allein 80 direkt auf der Tour Eiffel. Doch das Besondere lag in der Kombination mit über 1.000 ultraleichten Drohnen, die mit tr…

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  • Paris im Ausnahmezustand – Nationalfeiertag und PSG-Finale sorgen für Sicherheits-Großaufgebot

    Paris im Ausnahmezustand – Nationalfeiertag und PSG-Finale sorgen für Sicherheits-Großaufgebot

    Wenn Paris feiert, hält ganz Frankreich den Atem an. Doch in diesem Jahr ist die Nervosität besonders groß: Die traditionelle Fête nationale am 14. Juli trifft auf ein sportliches Großereignis – das Finale der Klub-WM zwischen dem Pariser Vorzeigeklub PSG und dem FC Chelsea. Die Konsequenz: Ein Sicherheitsapparat, der in dieser Dimension selbst für die französische Hauptstadt außergewöhnlich ist. Doppelte Herausforderung für die Sicherheitskräfte Bereits am Sonntag, dem 13. Juli, wird das Herz von Paris zu einer Sperrzone. Ab 19 Uhr heißt es: Kein Durchkommen mehr auf den Champs-Élysées. Grund ist die Fan-Euphorie rund um das Fußballspiel, das erst um 21 Uhr Pariser Zeit in New York angepfiffen wird, aber schon Stunden zuvor für Auflauf und Spannungen sorgen könnte. Die Plätze Étoile und Concorde werden für den Verkehr – ob zu Fuß oder per Auto – gesperrt. Selbst die Metrostationen im betroffenen Bereich sind dicht. Wer denkt, das sei alles nur übervorsichtig, irrt. Ein offizieller Erl…

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