Schlagwort: Paris aktuell

  • Paris Henge: Wenn die Sonne im Arc de Triomphe versinkt

    Paris Henge: Wenn die Sonne im Arc de Triomphe versinkt

    Es ist einer dieser Pariser Sommerabende, an denen plötzlich erstaunlich viele Menschen in dieselbe Richtung schauen. Auf den Champs Élysées richten sich Smartphones gen Westen, Fotografen bauen ihre Stative auf, Touristen bleiben neugierig stehen. Manche warten schon seit einer Stunde. Andere fragen sich, was hier eigentlich los ist.

    Die Antwort liefert die Sonne.

    An einigen Tagen Anfang August zeigt Paris ein Schauspiel, das nur wenige Minuten dauert: Die untergehende Sonne steht nahezu genau in der Achse der Champs Élysées und scheint schließlich unter dem mächtigen Bogen des Arc de Triomphe zu verschwinden. Fotografen nennen dieses Phänomen „Paris Henge“.

    Manhattan lässt grüßen

    Der Name erinnert nicht zufällig an das berühmte „Manhattanhenge“ in New York. Dort sorgt das rechtwinklige Straßennetz zweimal im Jahr dafür, dass die untergehende Sonne exakt zwischen den Hochhäusern bestimmter Straßen erscheint.

    Paris besitzt zwar kein vergleichbares Schachbrett aus Straßen, dafür aber eine der berühmtesten Sichtachsen Europas.

    Sie führt von der Place de la Concorde über die Champs Élysées zum Arc de Triomphe und weiter nach Westen. Durch ihre Ausrichtung ergibt sich einige Male im Jahr eine bemerkenswerte Begegnung zwischen Stadtplanung und Himmelsmechanik.

    Dann steht die Sonne genau dort, wo sie für das perfekte Foto stehen soll.

    Besonders Anfang August zieht dieses Schauspiel zahlreiche Beobachter an. Einen ähnlichen Effekt gibt es im Frühjahr, ungefähr Anfang Mai. Doch der sommerliche Termin besitzt seinen eigenen Reiz. Die Abende sind lang, Paris lebt draußen, und auf der berühmten Avenue mischen sich Urlauber, Spaziergänger und Fotografen.

    Warten auf wenige Minuten

    Das eigentliche Spektakel verlangt Geduld.

    Anfang August liegt der entscheidende Moment meist ungefähr zwischen 21.10 und 21.20 Uhr, wobei sich die genaue Uhrzeit von Abend zu Abend verschiebt. Auch der ideale Standort verändert sich. Wer heute das perfekte Bild erwischt, steht morgen womöglich schon ein paar Meter daneben.

    Und dann wäre da noch das Wetter.

    Ein schmaler Wolkenstreifen am Horizont reicht, um die ganze Vorbereitung zunichtezumachen. Eben war die Sonne noch da, plötzlich verschwindet sie hinter grauen Schleiern. Das war’s dann – zumindest für diesen Abend.

    Genau darin liegt wohl ein Teil des Reizes. Wer möchte schon ein Naturschauspiel fotografieren, das sich auf Knopfdruck wiederholen lässt?

    Die Jagd nach dem perfekten Bild

    Entlang der Champs Élysées beginnt deshalb jeden Abend eine kleine Standortsuche. Zu Beginn der günstigen Augusttage bietet der Bereich rund um den Rond Point des Champs Élysées oft interessante Perspektiven. Später rücken Beobachter eher in Richtung Place de la Concorde, um Sonne und Triumphbogen wieder möglichst genau übereinanderzubringen.

    Dabei geht es manchmal um erstaunlich kleine Unterschiede.

    Einige Schritte nach links, noch ein Stück zurück, Stativ ausrichten, Kamera einstellen. „Hier müsste es passen“, sagt einer. Der Nachbar schaut skeptisch. Fünf Minuten später wechseln beide noch einmal den Standort.

    Paris eben – selbst die Sonne scheint hier ihren eigenen Auftritt zu inszenieren.

    Ein kostenloses Schauspiel mitten in der Stadt

    Der wachsende Erfolg des Paris Henge erklärt sich leicht. Da ist zunächst die monumentale Kulisse. Der Arc de Triomphe bildet ohnehin einen mächtigen Abschluss der Champs Élysées. Kommt der orangefarbene Sonnenball hinzu, wirkt die vertraute Perspektive für einen kurzen Augenblick völlig neu.

    Dazu kommt die Seltenheit. Nur wenige Abende bieten günstige Bedingungen, und selbst dann entscheidet der Himmel mit. Ein klarer Horizont lässt das Sonnenlicht golden über die Avenue ziehen. Wolken dagegen beenden die Vorstellung manchmal, bevor sie richtig begonnen hat.

    Natürlich spielen auch soziale Netzwerke eine Rolle. Das Motiv scheint wie geschaffen für Instagram und Co.: der dunkle Triumphbogen, darunter die glühende Sonne, davor die lange Flucht der Champs Élysées.

    Doch muss man diesen Moment überhaupt fotografieren?

    Vielleicht reicht es manchmal, das Smartphone für ein paar Sekunden sinken zu lassen.

    Denn das Schönste am Paris Henge steckt nicht allein im perfekten Foto. Es liegt in dieser überraschenden Verbindung aus Architektur, Geschichte und Natur. Eine jahrhundertealte Pariser Sichtachse trifft auf die Bewegung der Erde um die Sonne – und plötzlich versammeln sich Fremde nebeneinander, schauen gemeinsam zum Horizont und warten.

    Keine Bühne, keine Eintrittskarte, keine Lichtshow.

    Nur Paris, ein Sommerabend und eine Sonne, die für wenige Minuten scheinbar genau weiß, wo sie hingehört.

    M. Legrand

  • Hitzewelle in Paris: Bürgermeister bestätigt steigende Sterblichkeit

    Hitzewelle in Paris: Bürgermeister bestätigt steigende Sterblichkeit

    Die außergewöhnliche Hitzewelle in Frankreich fordert offenbar bereits Menschenleben. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire erklärte am Donnerstagmorgen in einem Fernsehinterview, dass die Sterblichkeit in der Hauptstadt zunehme und es bereits Opfer gebe. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Die Erfassung der hitzebedingten Todesfälle sei Aufgabe der Gesundheitsbehörden.

    Bislang liegen keine offiziellen Angaben darüber vor, wie viele Menschen infolge der aktuellen Hitzewelle in Paris ums Leben gekommen sind. Grégoire verwies stattdessen auf mehrere besorgniserregende Entwicklungen: Die Zahl der Notrufe beim Rettungsdienst sei deutlich gestiegen, ebenso die Einsätze der Feuerwehr und die Einweisungen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Gleichzeitig werde in der Hauptstadt eine erhöhte Sterblichkeit registriert.

    Der Bürgermeister bezeichnete die Lage als „ziemlich kritisch“ und rief die Bevölkerung eindringlich zur Vorsicht auf. Nach seiner Einschätzung seien nicht nur ältere Menschen gefährdet. Besonders warnte er Personen zwischen 50 und 70 Jahren, die trotz der extremen Temperaturen ihren gewohnten Alltag fortsetzen. Auch sportliche Aktivitäten während der heißesten Stunden des Tages könnten erhebliche gesundheitliche Risiken bergen.

    Die Stadt Paris hat angesichts der anhaltenden Hitze eine Reihe zusätzlicher Schutzmaßnahmen beschlossen. In Schulen werden mehrere hundert zusätzliche Klimageräte installiert, einzelne Klassenräume erhalten mobile Sprühanlagen zur Kühlung. Fast alle Parks und Grünanlagen bleiben rund um die Uhr geöffnet, damit die Bevölkerung auch nachts kühlere Aufenthaltsorte nutzen kann. Darüber hinaus wurden die Arbeitszeiten verschiedener städtischer Beschäftigter angepasst, insbesondere bei der Müllabfuhr, um Einsätze während der größten Hitze möglichst zu vermeiden.

    Frankreich erlebt derzeit eine der schwersten Hitzewellen seit dem Rekordsommer 2003. Am Donnerstag standen 72 Départements unter der höchsten Hitzewarnstufe. In zahlreichen Regionen wurden Temperaturen von über 40 Grad Celsius erwartet, während tropische Nächte ohne nennenswerte Abkühlung die Belastung zusätzlich verschärfen.

    Die Aussagen des Pariser Bürgermeisters sind vor allem als politische und gesundheitliche Warnung zu verstehen. Eine offizielle Bilanz der hitzebedingten Todesfälle liegt noch nicht vor. Diese wird traditionell erst nach Auswertung der vollständigen Sterblichkeitsdaten durch die Gesundheitsbehörden veröffentlicht. Dabei werden sowohl unmittelbar als auch mittelbar auf die Hitze zurückzuführende Todesfälle berücksichtigt, weshalb belastbare Zahlen erst mit zeitlicher Verzögerung vorliegen.

    Autor: P. Tiko

  • Hitzewelle in Paris: Was nachts in den geöffneten Parks erlaubt ist – und was nicht

    Hitzewelle in Paris: Was nachts in den geöffneten Parks erlaubt ist – und was nicht

    Wenn die Temperaturen selbst nach Mitternacht kaum unter 25 Grad fallen, verwandeln sich die Parks von Paris in begehrte Zufluchtsorte. Während die aufgeheizten Fassaden der Wohnhäuser die Wärme speichern und viele Wohnungen kaum Abkühlung bieten, suchen Tausende Menschen in den Grünanlagen der Hauptstadt nach frischer Luft und etwas Erholung.

    Die Stadt Paris hat deshalb ihre Regelungen während der Sommerhitze ausgeweitet. Zahlreiche Parks und Gärten bleiben rund um die Uhr geöffnet, weitere Anlagen schließen erst um Mitternacht. Sobald die Sonne untergeht, füllen sich die Rasenflächen mit Familien, Freundesgruppen, Joggern und Menschen, die einfach nur der drückenden Hitze entkommen möchten.

    Besonders auffällig: Immer mehr Besucher bringen Decken, Kissen oder sogar aufblasbare Matratzen mit.

    Doch was ist tatsächlich erlaubt?

    Ein nächtliches Picknick gehört zu den häufigsten Aktivitäten in den geöffneten Parks. Wer sich mit Freunden auf einer Decke niederlässt, etwas isst oder ein paar Stunden im Freien verbringt, bewegt sich völlig im Rahmen der vorgesehenen Nutzung. Gerade während einer Hitzewelle betrachten die Behörden die Grünflächen als wichtige Frischluftinseln für die Bevölkerung.

    Grenzen gibt es allerdings beim Lärm. Tragbare Lautsprecher mit hoher Lautstärke, laute Feiern oder nächtliche Musikbeschallung können schnell für Ärger sorgen. Die Parks sollen Erholung bieten – nicht zur Open-Air-Partymeile werden.

    Auch das Ausruhen auf den Wiesen ist grundsätzlich erlaubt. Viele Menschen legen sich für einige Stunden auf eine Decke oder eine Luftmatratze und genießen die kühlere Umgebung. Das ist mittlerweile ein gewohntes Bild während heißer Sommernächte. Schließlich liegen die Temperaturen in Grünanlagen oft deutlich unter denen der dicht bebauten Stadtviertel.

    Etwas komplizierter wird es bei der Frage nach dem Übernachten.

    Wer auf seiner Decke einschläft und einige Stunden im Park verbringt, muss normalerweise nicht mit Problemen rechnen. Die verlängerten Öffnungszeiten sollen schließlich ermöglichen, die Nacht an einem angenehmeren Ort zu verbringen. Dennoch sind die Parks nicht als Campingplätze gedacht. Sobald jemand dauerhaft ein Lager einrichtet oder größere Schlafplätze aufbaut, endet die Toleranz häufig. Zwischen einer spontanen Schlafpause und einem improvisierten Campingplatz liegt ein deutlicher Unterschied.

    Ganz klar verboten bleibt das Aufstellen von Zelten.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Park rund um die Uhr geöffnet ist oder nicht. Zelte, Campingunterkünfte und ähnliche Konstruktionen widersprechen dem vorgesehenen Zweck der Anlagen. Die nächtliche Öffnung soll den Aufenthalt erleichtern, nicht dauerhaftes Wohnen oder Campieren ermöglichen.

    Auch Hängematten sind keine gute Idee. So verlockend der Gedanke klingt, zwischen zwei Bäumen zu schweben und die Nacht unter freiem Himmel zu verbringen – solche Konstruktionen können Bäume beschädigen und werden deshalb meist untersagt. Wer dennoch eine Hängematte befestigt, riskiert, von den Aufsichtskräften zum Abbau aufgefordert zu werden.

    Besonders streng sind die Regeln bei offenem Feuer.

    Grills, Campingkocher, Feuerschalen oder andere Wärmequellen bleiben ausnahmslos verboten. Gerade während einer Hitzewelle steigt die Brandgefahr erheblich. Selbst ein kleiner tragbarer Grill kann zu einer Geldstrafe führen.

    Beim Thema Alkohol gilt eine gewisse Zurückhaltung. Ein Glas Wein oder ein Bier beim Picknick führt nicht automatisch zu Problemen. Sobald jedoch Alkoholkonsum zu Ruhestörungen, Sachbeschädigungen oder aggressivem Verhalten führt, greifen die Behörden konsequent ein.

    Wer glaubt, die Parks würden nachts sich selbst überlassen, irrt ebenfalls. Die Stadt setzt während der verlängerten Öffnungszeiten zusätzliche Sicherheits- und Kontrollteams ein. Regelmäßige Rundgänge sorgen dafür, dass die Anlagen sauber bleiben und Konflikte möglichst gar nicht erst entstehen.

    Die Botschaft der Stadt ist damit eindeutig: Die Parks sollen während der Hitzewelle als Rückzugsorte dienen. Eine Decke, ein Kissen oder sogar eine Luftmatratze sind meist kein Problem. Zelte, Grillfeuer und dauerhafte Installationen hingegen bleiben tabu.

    So entstehen mitten in der Millionenmetropole kleine Oasen, in denen die Nacht ein wenig erträglicher wirkt – und manchmal genügt genau das, um nach einem glühend heißen Sommertag wieder durchatmen zu können.

    Autor: C.H.

  • Tragische Schatten über dem PSG-Triumph

    Tragische Schatten über dem PSG-Triumph

    Der historische Triumph von Paris Saint-Germain in der Champions League hat Frankreich in den vergangenen Tagen in einen kollektiven Freudentaumel versetzt. Hunderttausende Fans strömten Samstag Nacht auf die Strassen von Paris, um den zweiten europäischen Titel der Vereinsgeschichte zu feiern. Doch die Euphorie erhielt eine düstere Kehrseite. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft kamen im Umfeld der Feierlichkeiten insgesamt drei Menschen ums Leben. Besonders erschütternd sind zwei Todesfälle, die sich an der Seine ereigneten. In beiden Fällen laufen Ermittlungen, um die genauen Umstände zu klären. Der erste Vorfall spielte sich im 5. Arrondissement ab. Ein 1997 geborener Mann sprang nach bisherigen Erkenntnissen freiwillig in die Seine. Kurz darauf geriet er in Schwierigkeiten und ging unter. Rettungskräfte konnten ihn zwar aus dem Wasser bergen, doch sein Zustand war bereits kritisch. Wenige Tage später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nur wenige Stunden später kam…

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  • Paris rüstet sich für ein explosives Fußball-Wochenende

    Paris rüstet sich für ein explosives Fußball-Wochenende

    Drei Tage vor dem Champions-League-Finale zwischen dem Paris Saint-Germain und Arsenal F.C. liegt über Paris eine Nervosität, die man fast greifen kann. Auf den ersten Blick wirkt die Hauptstadt wie gewohnt – Touristen schlendern an den Cafés vorbei, Taxis hupen sich durch den Feierabendverkehr, irgendwo klimpert ein Akkordeon. Doch hinter den Kulissen läuft längst der Ausnahmezustand an. Besonders rund um die Champs-Élysées bereiten sich Polizei und Behörden auf ein Wochenende vor, das aus dem Ruder laufen könnte. Die Erinnerungen an die Ausschreitungen des vergangenen Jahres sitzen tief. Damals verwandelten sich Teile der Stadt nach dem europäischen Triumph des PSG binnen Stunden in ein Schlachtfeld. Brennende Autos, geplünderte Geschäfte und Straßenschlachten mit der Polizei prägten die Nacht. Viele Pariser erzählen heute noch mit einem müden Schulterzucken davon – als gehöre das inzwischen fast schon zum festen Ritual großer Fußballabende. Genau das bereitet den Behörden Sorgen. Di…

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  • Der „Spider-Man von Paris“ sorgt erneut für Atemstillstand über den Dächern der Hauptstadt

    Der „Spider-Man von Paris“ sorgt erneut für Atemstillstand über den Dächern der Hauptstadt

    Paris blickte wieder nach oben. Mitten am helllichten Tag hing ein junger Mann an der gläsernen Fassade der Tour Montparnasse — ohne Seil, ohne Sicherung, nur mit Turnschuhen und einer fast unbegreiflichen Ruhe. Unten sammelten sich Passanten, Smartphones schossen in die Höhe, Autofahrer stoppten abrupt am Straßenrand. Für einen Moment wirkte die französische Hauptstadt wie die Kulisse eines Actionfilms, bloß eben echt. Verdammt echt. Der Kletterer: Alexis Landot, 26 Jahre alt, längst eine bekannte Figur der französischen Urban-Climbing-Szene. Kaum hatte er das Dach des 210 Meter hohen Wolkenkratzers erreicht, wartete bereits die Polizei auf ihn. Festnahme, Gewahrsam, Verhör — das übliche Nachspiel solcher Aktionen. Und trotzdem beginnt die eigentliche Geschichte erst dort. Denn Landot kletterte nicht einfach irgendein Gebäude hinauf. Die Tour Montparnasse besitzt unter Freikletterern beinahe legendären Status. Der dunkle Koloss ragt wie ein einsamer Monolith aus dem Pariser Häusermeer…

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