Schlagwort: Papstwahl

  • Amtseinführung auf dem Petersplatz: Leo XIV. – Der erste US-Papst tritt sein Amt an

    Amtseinführung auf dem Petersplatz: Leo XIV. – Der erste US-Papst tritt sein Amt an

    Ein sonniger Morgen in Rom, tausende Menschen auf dem Petersplatz, Fahnen aus aller Welt – und mittendrin ein Mann, der Kirchengeschichte schreibt: Papst Leo XIV., der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri. Am 18. Mai 2025 wurde der gebürtige Chicagoer mit peruanischem Pass feierlich als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Ein Pontifikat beginnt – und mit ihm weht ein neuer Wind durch die Mauern des Vatikans.

    Ein Mann zwischen zwei Welten

    Der 69-jährige Augustiner Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, bringt mehr als nur Internationalität ins Amt. Er vereint die amerikanische Direktheit mit der spirituellen Tiefe lateinamerikanischer Frömmigkeit. Jahrzehntelang wirkte er als Missionar in Peru – sein Spanisch klingt mühelos, seine Reden klar und durchdacht.

    Sein Name ist Programm: In der Tradition von Papst Leo dem Großen versteht sich auch Leo XIV. als Vermittler und Brückenbauer. In seiner ersten Ansprache sprach er von „Furcht und Zittern“ angesichts der Verantwortung – doch auch von Mut, Demut und der Freude am Glauben. Ein bescheidener Auftritt – und ein deutliches Signal.

    Ein Festakt, der Geschichte schrieb

    Die Zeremonie auf dem Petersplatz war geprägt von Symbolen: Der Fischerring, das Pallium – Zeichen seiner neuen Rolle als „Hirte der Weltkirche“. Begleitet von einer feierlichen Prozession, nahm Leo XIV. auf dem Altar Platz, die Sonne über Rom ein stiller Zeuge dieses historischen Augenblicks.

    Und während die Welt zusah, begann ein neues Kapitel: Mit Leo XIV. bekommt die katholische Kirche einen Pontifex, der zwischen Kontinenten aufgewachsen ist – und jetzt versucht, zwischen den Menschen Brücken zu bauen.

    Der Papst und seine Botschaft

    Seine Predigt war keine Rede für die Geschichtsbücher – sie war ein Appell ans Herz. Leo XIV. sprach von den „Wunden der Welt“, von Kriegen, Spaltung und sozialer Ungerechtigkeit. Er nannte beim Namen, was viele in der Kirche beschäftigt: ein globales Wirtschaftssystem, das die Erde ausbeutet und die Ärmsten links liegen lässt.

    Dabei wurde klar: Dieser Papst will nicht nur trösten, sondern verändern. Mit sanften Worten, aber festem Willen. Mit einem Lächeln – und der Überzeugung, dass Glaube und Gerechtigkeit untrennbar sind.

    Weltweite Aufmerksamkeit – und stille Hoffnung

    Die Gästeliste der Amtseinführung las sich wie ein diplomatisches Who’s who: US-Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Wolodymyr Selenskyj aus der Ukraine, Repräsentanten aus Israel, Peru, Deutschland, Nigeria und vielen anderen Ländern. Ihre Präsenz unterstreicht: Der Vatikan ist und bleibt ein globaler Player – auch politisch.

    Und mittendrin Leo XIV., der neue Pontifex, der sich nicht als Herrscher, sondern als Diener versteht. „Ich komme als Bruder“, sagte er. Keine große Geste, aber eine große Wirkung.

    Alte Wurzeln, neue Wege

    Der Vorgänger, Papst Franziskus, hatte die Kirche auf einen Kurs der Öffnung und sozialen Verantwortung geführt. Leo XIV. übernimmt diesen Kurs – und bringt frischen Wind mit. Umweltfragen, interreligiöser Dialog, soziale Gerechtigkeit: Das sind die Themen, die er mit Nachdruck verfolgen will.

    Seine Wahl war überraschend kurz: Bereits im vierten Wahlgang hatte das Konklave einen neuen Papst bestimmt. Ein Zeichen? Vielleicht. Sicher ist: Die Kirche suchte nicht nach einem Kompromisskandidaten, sondern nach einem Mann mit Vision – und fand ihn.

    Ein Pontifikat der Möglichkeiten

    Was darf man erwarten? Wird Leo XIV. das Zölibat reformieren, Frauen neue Rollen in der Kirche ermöglichen, LGBTQ-Personen stärker einbinden? Noch ist vieles offen. Doch die Richtung ist klar: Dieser Papst steht für Zuhören, Dialog und Veränderung mit Augenmaß.

    Wie sagte ein Pilger auf dem Petersplatz: „Der Leo macht das schon.“ Ein Satz, einfach gesprochen – doch voller Vertrauen.

    Und wenn man genau hinhörte, klang an diesem Sonntag noch etwas mit: Hoffnung. Für eine Kirche, die mitten in der Welt steht. Für einen Papst, der sie nicht von oben herab führen will, sondern mitten unter die Menschen geht.

    Von Andreas M. Brucker

  • Macron und der neue Papst: Symbolpolitik im Zeichen der Zeitenwende

    Macron und der neue Papst: Symbolpolitik im Zeichen der Zeitenwende

    Am 8. Mai 2025, dem 80. Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands, wandte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit einer kurzen, aber bemerkenswerten Botschaft an die Weltöffentlichkeit. Auf der Plattform X, ehemals Twitter, gratulierte er dem frisch gewählten Papst Leo XIV. und würdigte dessen Amtsantritt als einen „historischen Moment für die katholische Kirche und ihre Millionen Gläubigen“. Zugleich verband Macron diesen Glückwunsch mit einem politischen Wunsch: Das neue Pontifikat möge „ein Zeichen für Frieden und Hoffnung“ sein. Diese wenigen Worte offenbaren eine tiefere strategische Botschaft, die über das Verhältnis zwischen Frankreich und dem Vatikan hinausweist.

    Die Wahl des neuen Papstes fiel auf Robert Francis Prevost, einen 69-jährigen US-Amerikaner, Augustiner und ehemaligen Missionar in Peru. Er ist der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten. Die Entscheidung des Konklaves wurde am Abend des 8…

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  • Leo XIV. – Der Löwe auf dem Stuhl Petri?

    Leo XIV. – Der Löwe auf dem Stuhl Petri?

    Leo XIV. – der Name des neuen Papstes klingt wie ein Echo durch die Jahrhunderte. Ein Papst, der sich in einer Zeit globaler Orientierungslosigkeit und kirchlicher Selbstzweifel Leo nennt, will nicht beiläufig auftreten. Er setzt ein Zeichen, ein Statement, ja fast eine Provokation. Denn mit diesem Namen legt er sich selbst eine Messlatte auf, die höher kaum hängen könnte.

    Die Geschichte hat den Titel „Leo“ mit Autorität, Theologie und Sozialreform aufgeladen. Leo I., der Große, verteidigte im 5. Jahrhundert nicht nur die kirchliche Lehre gegen innerkirchliche Streitigkeiten, sondern trat auch einem gewissen Attila entgegen, um Rom zu verteidigen – mit nichts als Worten und Glauben bewaffnet. Rom blieb verschont. Bis heute umweht diese Szene ein Hauch von Legende und Größe.

    Dann Leo XIII., fast 1.500 Jahre später. Ein Intellektueller auf dem Stuhl Petri, der die Kirche mit der Moderne versöhnte, nicht in Opposition zu ihr stand. Seine Enzyklika Rerum Novarum wurde zum Grundstein einer katholischen Sozialethik, die auch im 21. Jahrhundert noch relevant ist – oder wieder relevant werden könnte.

    Und nun Leo XIV. – ein Amerikaner, Robert Francis Prevost. Ein Mann mit Ordenshintergrund, ausgebildet in Lateinamerika, mit viel Seelsorgeerfahrung und einem ausgeprägten Sinn für die Verwaltungsrealität der Weltkirche. Der neue Pontifex hat mit seiner Namenswahl ein Programm formuliert, bevor er ein einziges Wort gesprochen hat.

    Doch was will ein Leo im Jahr 2025?

    Er will Haltung zeigen – in einer Zeit, in der Haltung unter Verdacht steht. Er will Autorität leben, ohne autoritär zu sein. Er will, so scheint es, die Kirche aus der Defensive holen. Nicht laut. Nicht prunkvoll. Aber kraftvoll. Wenn Leo I. der Papst war, der das Chaos der Völkerwanderung kirchenpolitisch überlebte, und Leo XIII. der, der die Moderne nicht verteufelte, sondern theologisch umarmte – dann steht Leo XIV. möglicherweise für den Versuch, die Postmoderne mit einer neuen spirituellen Klarheit zu durchdringen.

    Ein ambitioniertes Vorhaben.

    Denn die Kirche steht nicht nur vor einer Glaubenskrise, sondern vor einer massiven Glaubwürdigkeitskrise. Die Missbrauchsskandale, die grassierende Abwanderung, die Rolle der Frau, der Umgang mit Homosexualität, der Rückzug aus der Fläche – all das verlangt nach Antworten. Und nach einer Sprache, die nicht nur in den Kathedralen funktioniert, sondern auch in der Kantine eines mittelgroßen Unternehmens oder auf dem Smartphone-Bildschirm eines 17-jährigen Gymnasiasten.

    Ob Leo XIV. diese Sprache spricht? Er hat zumindest verstanden, dass ein Papstname kein Etikett ist – sondern ein Programm.

    Schon seine Vorgänger zeigten das: Johannes Paul II. rief polnische Unbeugsamkeit auf, Benedikt XVI. setzte auf intellektuelle Präzision, Franziskus dann schließlich auf radikale Einfachheit. Und Leo XIV.? Er scheint eine Synthese zu versuchen. Ein bisschen Rückbesinnung auf die Stärke der Lehre, ein bisschen Reformwille, ein bisschen Seelsorger. Also alles – nur nicht beliebig.

    Natürlich: Namen sind Schall und Rauch, könnte man sagen. Entscheidend ist das Handeln. Doch wer das Papsttum versteht, weiß – Symbolik war hier nie nur Zierde. Der Name Leo verpflichtet. Und vielleicht muss man ihn auch als Gegenentwurf zu den weichen Rändern einer Kirche lesen, die vielerorts nur noch reagiert, nicht mehr gestaltet.

    Er kündet von einem Papst, der nicht auf Applaus aus ist, aber auf Klarheit. Von einem Papst, der nicht mit Marketingmitteln um die Jugend buhlt, sondern sich fragt, wie Glaube im 21. Jahrhundert überhaupt noch gedacht – und gelebt – werden kann. Und der womöglich glaubt, dass der christliche Glaube nur dann überlebt, wenn er wieder fordert.

    Das mag unbequem klingen. Und doch liegt darin eine alte Wahrheit: Die Kirche war nie stark, wenn sie es allen recht machen wollte. Sie war stark, wenn sie wusste, wofür sie steht – und notfalls auch allein stand.

    Was also will Leo XIV.? Vielleicht genau das: Eine Kirche, die aufrecht geht. Nicht stolz, aber klar. Nicht weltfern, aber auch nicht im vorauseilenden Gehorsam vor jedem Zeitgeist. Eine Kirche, die nicht im Modus der Krise verharrt, sondern wieder den Ton setzt.

    Ein Papstname ist kein Detail. Er ist eine Kampfansage an die eigene Mutlosigkeit – und manchmal auch an die Erwartungen der Welt.

    Und: Leo XIV. hat in seiner ersten Ansprache vom Balkon des Petersdoms immerhin 16 mal das Wort „Frieden“ gesprochen…

    MAB

  • Ein Papst aus Chicago: Robert Francis Prevost führt die Kirche in eine neue Ära

    Ein Papst aus Chicago: Robert Francis Prevost führt die Kirche in eine neue Ära

    Rom, 8. Mai 2025 – Jubel brandet über den Petersplatz, als die Worte „Habemus Papam!“ die Stille durchbrechen. Die Kardinäle haben gewählt. Und der Name, der kurz darauf vom Balkon des Petersdoms erschallt, sorgt für Aufsehen: Robert Francis Prevost, Augustinerpater und Kurienkardinal, ist der neue Papst.

    Der erste Papst aus den Vereinigten Staaten. Der erste Augustiner seit über einem halben Jahrtausend. Der erste Papst mit peruanischer Staatsbürgerschaft.

    Kardinal Robert Francis Prevost hat sich nach seiner Wahl zum Papst am 8. Mai 2025 den Namen Leo XIV. gegeben.

    Wer ist dieser Mann, der plötzlich an der Spitze der römisch-katholischen Welt steht?

    Vom Mathefreak zum Missionar

    Geboren 1955 in Chicago, wuchs Robert Francis Prevost in einer typisch amerikanischen Mittelstandsfamilie auf. Mathematik war seine Leidenschaft – bis er 1977 dem Augustinerorden beitrat. Es war nicht der klassische Weg eines Theologen, sondern einer, der über Zahlen zum Glauben fand.

    Nach seiner Priesterweihe 1982 vertiefte er sein Wissen in Kirchenrecht – in Rom, am Angelicum. Und dann: Peru. Das war kein Kurztrip. Das waren Jahrzehnte im Dienst der Ärmsten – in Trujillo lehrte er, bildete aus und war als Justizvikar tätig. Dort nahm er sogar die peruanische Staatsbürgerschaft an – ein starkes Zeichen der Verbundenheit.

    Ordensgeneral, Bischof, Krisenmanager

    2001 wurde er Generalprior seines Ordens – weltweite Verantwortung, spirituelle Führung, strategisches Denken. Zwölf Jahre leitete er den Augustinerorden. Und kaum zurück in Lateinamerika, ernannte ihn Papst Franziskus zum apostolischen Administrator und später zum Bischof von Chiclayo.

    Ein Bischof mit Rückgrat: Prevost wurde zur Stimme der Stabilität inmitten politischer Turbulenzen. Als Vizepräsident der peruanischen Bischofskonferenz trug er Verantwortung weit über die Kirche hinaus.

    Kurienkardinal mit Reformauftrag

    2023 holte ihn Franziskus zurück nach Rom – als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe. Kaum ein anderer Posten prägt die künftige Struktur der Kirche so sehr. Prevost hatte nun Einfluss auf die Ernennung von Bischöfen weltweit – und setzte dabei auf pastorale Erfahrung statt auf Karriereleiterdenken.

    Im September 2023 wurde er Kardinal. Und damit endgültig ein Name, den man in einem Atemzug mit „Papabile“ – also papstfähig – nannte.

    Die Wahl – ein Zeichen der Zeit?

    Prevost verkörpert vieles, was die Kirche jetzt braucht: Er ist global erfahren, sprachgewandt, seelsorgerlich geerdet. Ein Brückenbauer zwischen Nord und Süd, zwischen Theologie und Praxis. Seine Wahl zeigt, dass die Kirche sich öffnet – geografisch, aber auch geistlich.

    Kritiker? Gibt es auch. Vor allem im Umgang mit Missbrauchsskandalen während seiner Zeit in Chiclayo warf man ihm mangelnde Transparenz vor. Doch genau diese Kritik könnte ihn auch geprägt und vorsichtiger gemacht haben. Schließlich: Wer ganz oben steht, trägt nicht nur Hoffnung, sondern auch Altlasten mit sich.

    Was erwartet die Kirche nun?

    Prevost bringt einen neuen Ton nach Rom – nicht laut, aber klar. Er steht für Kontinuität mit Franziskus, für Reform im Stil des Dialogs. Wird er alles umkrempeln? Unwahrscheinlich. Aber er wird zuhören, Brücken schlagen, vielleicht neue Wege beschreiten.

    Ein Papst, der Algebra liebt, Spanisch träumt und Latein betet – das ist schon eine interessante Mischung, oder?

    Doch vielleicht ist es genau das, was die Weltkirche jetzt braucht: keinen Glanz von außen, sondern Glaubwürdigkeit von innen. Einen Papst, der nicht vom Thron spricht, sondern vom Herzen.

    Und wie sein Vorgänger scheint auch Prevost weniger an Pomp als an Menschen interessiert zu sein. Vielleicht wird er nicht der charismatischste, aber einer der menschlichsten Päpste des 21. Jahrhunderts.

    Von Andreas M. B.

  • Kardinal Dominique Mamberti: Der Mann, der „Habemus Papam!“ rufen wird

    Kardinal Dominique Mamberti: Der Mann, der „Habemus Papam!“ rufen wird

    Rom, 8. Mai 2025, 18:07 Uhr – ein historischer Moment. Weiße Rauchschwaden steigen aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf und breiten sich im römischen Abendhimmel aus. Auf dem Petersplatz brandet Jubel auf, Tränen fließen, Handys werden gezückt. Es ist der Augenblick, auf den Millionen Katholiken weltweit gewartet haben – das Zeichen, dass ein neuer Papst gewählt wurde.

    Und wer wird ihn der Welt verkünden? Ein Mann mit einer beachtlichen Vita: Kardinal Dominique Mamberti.

    Ein Leben im diplomatischen Dienst der Kirche

    Geboren am 7. März 1952 in Marrakesch als Sohn französischer Eltern, führte Mamberti schon früh ein Leben zwischen den Kulturen. Aufgewachsen mit marokkanischer Sonne und französischem Esprit, entschied er sich für den priesterlichen Weg und wurde 1981 in Ajaccio (Korsika) geweiht.

    Doch statt in einer stillen Gemeinde zu verbleiben, zog es ihn auf die große Bühne: Nach Studien in öffentlichem Recht und Politikwissenschaft trat er 1986 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Fortan war er ein kirchlicher Weltreisender: Algerien, Chile, Libanon, Sudan, Somalia und Eritrea – kein leichter Karriereweg, sondern einer voller Herausforderungen.

    Besonders seine Zeit als „Außenminister des Vatikans“ von 2006 bis 2015 prägte sein öffentliches Profil. In dieser Rolle war er das Gesicht des Heiligen Stuhls auf internationalen Foren wie der UNO und der OSZE. Kein Wunder also, dass Papst Franziskus ihm 2014 eine der höchsten juristischen Positionen im Vatikan anvertraute – als Präfekt des obersten Kirchengerichts, der Apostolischen Signatur.

    Die besondere Aufgabe eines Kardinalprotodiakons

    Der Titel mag sperrig klingen, doch seine Funktion ist klar und symbolträchtig: Als Kardinalprotodiakon ist Mamberti derjenige, der den neuen Papst dem Volk präsentiert. Es ist seine Stimme, die über Lautsprecher und Fernsehsender in alle Welt dringt – mit den legendären Worten:

    „Annuntio vobis gaudium magnum: habemus Papam!“

    Er wird auch den gewählten Namen des neuen Papstes bekanntgeben und die erste große Segnung des neuen Pontifex – das berühmte „Urbi et Orbi“ – vorbereiten. In diesem Moment steht er im Zentrum eines der ältesten und bedeutungsvollsten Riten der katholischen Kirche. Wer hätte gedacht, dass ein zurückhaltender Kirchenjurist aus Korsika einmal zu solch einer Aufgabe berufen würde?

    Ein Konklave mit Tempo – aber nicht ohne Spannung

    Auffallend schnell verlief die Wahl: In nur zwei Tagen einigten sich die Kardinäle auf einen Nachfolger. Das erinnerte an die Konklaven von 2005 und 2013 – ebenfalls zügig, aber keinesfalls oberflächlich. Die Entscheidung, die nun gefallen ist, hat Gewicht. Namen wie Pietro Parolin oder Luis Antonio Tagle galten als Favoriten, doch ob sich einer von ihnen wirklich durchgesetzt hat?

    Noch kennt niemand die Antwort – außer den wenigen Eingeweihten im Vatikan.

    Man spürt es förmlich auf dem Petersplatz: die kollektive Nervosität, das gebannte Warten auf ein Gesicht, einen Namen, eine neue Stimme der Kirche. Was geht in einem Mann wie Mamberti vor, der diese Ankündigung machen darf? Vielleicht denkt er an die Jahre im diplomatischen Dienst zurück, an Gespräche mit Machthabern, an stille Gebete in fremden Ländern – und an die Verantwortung, die heute auf seinen Schultern ruht.

    Brückenbauer in einer zerrissenen Welt?

    Gerade jetzt ist ein Papst gefragt, der Brücken baut – nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch zwischen Kulturen, Religionen und politischen Lagern. Wer könnte besser verstehen, wie diese Brücken funktionieren, als jemand wie Dominique Mamberti, der sein Leben im interkulturellen Spannungsfeld verbracht hat?

    Zugegeben – nicht jeder Kirchenmann hat die Gabe, hinter dicken Mauern des Vatikans auch die Welt draußen zu sehen. Aber Mamberti gehört sicher nicht zu den weltfremden Figuren. Er ist leise, aber bestimmt. Kein Popstar unter den Kardinälen, aber einer, der zuhört, vermittelt und gestaltet.

    Jetzt zählt jede Sekunde

    Die Menge wird unruhiger, Kameras richten sich auf den Balkon, die Uhr tickt. Gleich wird es so weit sein. Und wenn Dominique Mamberti auftritt, wird seine Stimme – ruhig, präzise, voller Bedeutung – die neue Ära einläuten. Ein Augenblick, der unter die Haut geht.

    Wer also ist dieser Mann, der heute Abend das „Habemus Papam“ aussprechen darf?

    Er ist ein Weltbürger im Talar, ein Diplomat mit Rückgrat, ein frommer Stratege. Und vielleicht auch: der stille Architekt einer neuen Zeitrechnung für die katholische Kirche.

    Autor: M.A.B.

  • Spannung im Vatikan: 12:00 Uhr am Mittag – Noch kein neuer Papst gewählt

    Spannung im Vatikan: 12:00 Uhr am Mittag – Noch kein neuer Papst gewählt

    Die Augen der Welt richten sich auf einen unscheinbaren Schornstein – auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. Doch statt der ersehnten weißen Rauchwolke stieg am Donnerstagvormittag erneut schwarze Rauch auf. Das bedeutet: Auch am Morgen des zweiten Tages des Konklaves bleibt der Stuhl Petri leer.

    Geduld ist gefragt

    Seit Mittwochnachmittag befinden sich die 133 wahlberechtigten Kardinäle im Konklave, abgeschottet von der Außenwelt. Ihre Mission: Einen Nachfolger für Papst Franziskus finden. Doch eine Einigung ist bislang ausgeblieben. Zwei Wahlgänge am Donnerstagmorgen – kein Erfolg. Und wieder schwebte schwarzer Rauch über dem Petersdom, begleitet von enttäuschten Blicken auf dem Platz davor.

    Viele Pilger und Schaulustige haben sich dort versammelt, manche betend, andere in gespannter Stille. Hoffnung und Frustration liegen spürbar nah beieinander. Eine ältere Italienerin sagte leise: „Ich war auch bei der Wahl von Franziskus hier. Damals war das gute Gefühl sofort da.“ Diesmal jedoch besteht eher ein Gefühl einer zähen Suche.

    Zwei Drittel – ein hoher Anspruch

    Ein neuer Papst braucht mindestens 89 Stimmen – eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Das Wahlverfahren ist klar strukturiert: Je zwei Wahlgänge am Vormittag und zwei am Nachmittag. Sollte auch der zweite Wahlgang am Vormittag keine Entscheidung bringen, wird nachmittag beziehungsweise am Abend erneut Rauch aufsteigen – entweder schwarz oder weiß.

    Wer weiß, vielleicht überrascht uns der nächste Rauch mit einem himmlischen Signal?

    Ein offenes Rennen

    Die Liste der Favoriten – die sogenannten „papabili“ – ist lang und vielfältig. Namen wie Pietro Parolin und Pierbattista Pizzaballa stehen hoch im Kurs, beide Italiener mit starker Präsenz im Vatikan. Auch der Malteser Mario Grech wird genannt, ebenso wie Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille, und Luis Antonio Tagle von den Philippinen, der als besonders weltoffen und volksnah gilt.

    Auffällig ist, dass viele der möglichen Kandidaten aus Regionen stammen, die bisher in der Kirchengeschichte selten im Fokus standen – sogenannte „Peripherien“, die Papst Franziskus besonders am Herzen lagen. Kein Wunder, schließlich hat er 81 Prozent der diemal wahlberechtigten Kardinäle selbst ernannt – viele davon aus Afrika, Asien oder Lateinamerika.

    Ein Balanceakt zwischen Tradition und Aufbruch

    Das macht das aktuelle Konklave zu einem der offensten seit Jahrzehnten. Ein Favorit scheint nicht klar erkennbar. Das wiederum macht die Entscheidung schwer, denn die Kirche steht an einem Wendepunkt. Soll der neue Papst den Kurs von Franziskus fortsetzen – mit Fokus auf Reformen, Umwelt und soziale Gerechtigkeit? Oder folgt ein Rückschwenk zu konservativeren Werten?

    Diese Fragen bewegen nicht nur die Kardinäle. Auch Millionen Gläubige weltweit spüren: Die Wahl des neuen Papstes wird weitreichende Konsequenzen haben – spirituell, politisch und gesellschaftlich.

    Mehr als eine Entscheidung – ein globales Zeichen

    Ein bisschen fühlt sich das Ganze an wie ein kollektiver Atem, den die katholische Welt gerade anhält. Jede Entscheidung, jede Rauchwolke sendet ein Signal – weit über Rom hinaus. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum dieses Konklave so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Denn in einer Welt voller Konflikte, Klimakrise und gesellschaftlicher Spaltung suchen viele nach Orientierung – und hoffen, sie in einem neuen geistlichen Oberhaupt zu finden. Der nächste Papst wird nicht nur Oberhaupt der katholischen Kirche sein. Er wird ein globaler Akteur auf der Bühne des 21. Jahrhunderts.

    Ob die Kardinäle sich dieser Tragweite bewusst sind? Zweifel daran gibt es keine. Doch bis der weiße Rauch aufsteigt, heißt es: abwarten – und beten.

    Von C. Hatty

  • Wird sich der Indien-Pakistan-Konflikt weiter zuspitzen? Und weitere World-News

    Wird sich der Indien-Pakistan-Konflikt weiter zuspitzen? Und weitere World-News

    Mehrere indische Flugzeuge wurden in Pakistan abgeschossen, nachdem Indien Luftangriffe auf pakistanisches Gebiet und die von Pakistan kontrollierte Region Kaschmir durchgeführt hatte – laut indischen Beamten, westlichen Diplomaten und lokalen Medien waren es zwei oder drei Maschinen, während Pakistan von fünf Flugzeugen und mindestens einer Drohne spricht.

    Die entscheidende Frage: Wird Pakistan nun seinerseits mit einem Angriff auf indisches Staatsgebiet reagieren?

    Bislang hält sich Pakistan alle Optionen offen. Diplomaten und Analysten äußerten jedoch die Hoffnung, dass ein offener Krieg vermieden werden könne. Der pakistanische Verteidigungsminister begrüßte mögliche Vermittlungsversuche der USA zur Entschärfung der Lage mit Indien.

    Laut pakistanischem Militär starben bei den indischen Angriffen auf sechs Orte in der von Pakistan kontrollierten Kaschmirregion und in der Provinz Punjab über 20 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Auf indischer Seite meldeten Bewohner von Kaschmir mindestens zehn Tote durch pakistanischen Beschuss.

    Obwohl Indien seinen Angriff unter dem Namen „Operation Sindoor“ als Vergeltung für den Terroranschlag im letzten Monat – bei dem 26 Menschen starben – als Erfolg feierte, mehren sich Hinweise auf erhebliche eigene Verluste.


    Kein neuer Papst am ersten Tag des Konklaves

    Schwarzer Rauch stieg aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle – das erste Wahlverfahren für einen neuen Papst brachte kein Ergebnis. Die Kardinäle kommen heute erneut zusammen, um weiter abzustimmen.

    Ein schneller Ausgang war ohnehin nicht erwartet worden. Mit 133 Kardinälen, so viele wie nie zuvor, ist dieses Konklave ein historisches Ereignis. Die Teilnehmer leben während des Konklave ohne Telefon oder Internetzugang in völliger Abgeschiedenheit von der Aussenwelt – und unter dem Schwur völliger Verschwiegenheit. Erst wenn eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht ist, steht ein neuer Papst fest.

    Wie lange das Konklave dauern wird, ist unklar. Die letzten beiden Wahlen waren nach zwei Tagen abgeschlossen. Ein erfahrener Kardinal riet jedenfalls augenzwinkernd: „Nehmen Sie ein gutes Buch mit.“


    Dutzende Tote bei israelischen Luftangriffen auf Gaza

    Gestern wurde der Gazastreifen erneut von Luftangriffen erschüttert – laut der palästinensischen Gesundheitsbehörde kamen dabei mindestens 59 Menschen ums Leben. Israels Verteidigungsminister nannte erste Details zu einem Plan, große Teile des Gazastreifens unter Kontrolle zu bringen und alle zwei Millionen Bewohner in den Süden umzusiedeln.

    Die schwerste Bombe schlug in der Nähe eines beliebten Cafés in Gaza-Stadt ein, wo viele junge Menschen das Internet nutzen wollten – 33 Menschen starben laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza. Die Offensive verschärft eine ohnehin katastrophale humanitäre Lage: Seit Israel im März die Lieferung von Hilfsgütern blockiert, hat sich der Hunger dramatisch verschärft.

    In einer Ansprache an das Militär erklärte der israelische Verteidigungsminister, die Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung sei Teil einer Offensive, die nach Präsident Trumps geplantem Besuch im Nahen Osten nächste Woche beginnen solle. Bis dahin, so sagte er, habe die Hamas „ein Zeitfenster“, um sich auf neue Waffenstillstandsverhandlungen einzulassen und israelische Geiseln freizulassen.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Europa: Zum 80. Jahrestag der Niederlage Nazi-Deutschlands sieht sich Europa mit unheimlichen Parallelen zu früheren Tyranneien konfrontiert.

    Weltraum: Kosmos-482, ein eine halbe Tonne schwerer sowjetischer Satellit, treibt seit 53 Jahren durchs All. Diese Woche soll er zurück auf die Erde fallen – doch niemand weiß, wo genau.

    Covid: Eine Studie vergleicht das Erbgut von Covid und SARS und kommt zum Schluss: Beide Viren sprangen von Fledermäusen auf Wildtiere und schließlich auf den Menschen über – und zwar in China.

    Wirtschaft: Disney hat eine Vereinbarung zum Bau eines Freizeitparks in Abu Dhabi verkündet.

    Rwanda: Die Trump-Regierung verhandelt mit Ruanda über die Aufnahme abgeschobener Migranten – ein Vorstoß, der an Großbritanniens gescheitertem Versuch erinnert.

    US-Nachrichten

    Handel: Präsident Trump will heute ein Handelsabkommen mit Großbritannien verkünden.

    Migration: Die US-Regierung plant die Abschiebung von Migranten nach Libyen – beide dort rivalisierenden Regierungen dementieren jedoch eine solche Einigung.

    US-China: Chinas oberster Handelsvertreter He Lifeng soll sich diese Woche in der Schweiz mit seinem US-Kollegen treffen.

    Politik: Joe Biden kritisierte Präsident Trump in seinem ersten Interview seit dem Ausscheiden aus dem Amt: „Das sind nicht wir.“

    Trump-Regierung: Wo steckt Melania Trump? Ihre Abwesenheit gilt als besonders sensibles Thema im Weißen Haus.

    Krieg in der Ukraine

    Kämpfe: Russland und die Ukraine setzten gestern ihre gegenseitigen Angriffe fort – nur einen Tag vor Beginn eines dreitägigen russischen Waffenstillstands.

    Kriegsgefangene: Familien in der Ukraine begrüßten zurückgekehrte Gefangene aus Russland.

    China: Präsident Xi Jinping reist zu Putin und ist „Hauptgast“ bei der Militärparade zu Feier des Endes des zweiten Weltkriegs.

    Europa: Da Putin mit weiteren Aggressionen droht, übernimmt Polen eine wichtigere Rolle in der EU – inklusive Zivilschutztraining für Bürger.

  • Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Am frühen Abend des 7. Mai 2025 fiel im Vatikan ein symbolträchtiger Riegel ins Schloss: Punkt 18 Uhr wurden die Türen der Sixtinischen Kapelle geschlossen. Dahinter – 133 Kardinäle aus 70 Ländern, eingeschlossen bis zur Wahl des nächsten Papstes. Das Konklave, streng abgeschirmt von der Außenwelt, hat begonnen. Eine Zeremonie voller Geschichte, Strenge und Hoffnung auf die Zukunft.

    Die Welt schaut hin.

    Ein Ritus zwischen Tradition und Moderne

    Schon am Vormittag begann der Tag im Zeichen des Übergangs. In der Basilika Sankt Peter versammelten sich die Kardinäle zur Messe, bevor sie sich am Nachmittag zur Kapelle Pauline begaben – zur stillen Andacht und Sammlung. Was dann folgte, kennt man nur aus Fernsehbildern: In feierlicher Prozession zogen sie in die Sixtinische Kapelle ein, den Blick ernst, das Ritual einstudiert.

    Dort heißt es: Schweigen. Kein Smartphone, kein Internet, nicht einmal ein Funksignal darf den Raum durchdringen. Man könnte sagen: Die Zeit bleibt stehen – während draußen die Welt weiterrauscht.

    Der erste Wahlgang: Testlauf oder Überraschung?

    Noch am selben Abend erfolgt die erste Abstimmung. Ein echter Paukenschlag wird nicht erwartet – dieser Durchgang gilt traditionell eher als Orientierung. Das bedeutet: Die 89 Stimmen, die für eine Wahl nötig sind, dürften frühestens im Laufe des Donnerstags für den Auserwählten zusammenkommen.

    Falls nicht, gibt es bis zu vier weitere Versuche pro Tag. Jede Wahl endet mit einem simplen, aber weltweit beachteten Zeichen: schwarze Rauchwolke – kein Ergebnis. Weiße Rauchwolke – wir haben einen Papst.

    Ein Konklave wie nie zuvor

    Nie war ein Konklave internationaler. 70 Länder, 133 Wahlberechtigte – eine bunte Weltkarte der katholischen Kirche. Und ein Fingerzeig auf die Reformpolitik von Papst Franziskus, der zu Lebzeiten rund 81 Prozent der heutigen Wahlkardinäle ernannt hat. Diese Mehrheit könnte darüber entscheiden, ob sein Nachfolger seine Linie fortführt oder ganz neue Akzente setzt.

    Was ebenfalls auffällt: Der Blick der Kirche richtet sich zunehmend auf die sogenannten „Ränder“ – Länder und Regionen, die früher kaum repräsentiert waren, heute aber lautstark mitreden.

    Die Favoriten: Bekannt, doch nicht berechenbar

    Die Liste der möglichen Kandidaten – die sogenannten papabili – ist so offen wie selten. Als Favoriten jedoch gelten:

    • Pietro Parolin, Italiener, aktuell Kardinalstaatssekretär. Er gilt als erfahrener Diplomat – leise im Ton, aber einflussreich im Hintergrund.
    • Luis Antonio Tagle, Philippiner, zuständig für Evangelisierung. Charismatisch, populär, ein Gesicht des Globalen Südens.
    • Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille – ein Theologe mit sozialem Profil, der die Nähe zu den Menschen sucht.
    • Robert Sarah, aus Guinea, konservativ geprägt und bekannt für seine klare, manchmal unbequeme Haltung.

    Wer wird das Rennen machen? Oder kommt am Ende jemand ganz anderes, den bisher kaum jemand auf dem Zettel hatte? Es wäre nicht das erste Mal – und sicherlich nicht das letzte.

    Die Kirche am Scheideweg

    Wer immer der nächste Papst wird, eines steht fest: Die Herausforderungen sind immens. Die Kirche muss ihr zerbrechliches Gleichgewicht zwischen Tradition und Erneuerung bewahren, Skandale aufarbeiten, Reformen umsetzen – und dabei nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

    Dazu kommen globale Fragen: Migration, Umwelt, soziale Ungleichheit – alles Themen, bei denen das Oberhaupt der katholischen Kirche eine starke Stimme sein kann. Oder muss.

    Was bringt der weiße Rauch?

    In diesen Tagen geht es um mehr als eine Personalie. Es geht um Orientierung, Vertrauen, vielleicht sogar um ein neues Kapitel. Denn in einer Zeit, in der alte Gewissheiten bröckeln, sehnen sich viele nach einer moralischen Instanz, die Orientierung bietet.

    Die Wahl in der Sixtinischen Kapelle mag hinter dicken Mauern stattfinden – doch ihre Wirkung strahlt weit darüber hinaus. Es ist ein Moment, der Geschichte schreiben kann.

    Fragt sich nur: Welche?

    Von C. Hatty

  • Hinter verschlossenen Türen: Das Geheimnis des Konklaves

    Hinter verschlossenen Türen: Das Geheimnis des Konklaves

    Wer wird der nächste Papst? Diese Frage zieht regelmäßig die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich – und doch kennt kaum jemand die genauen Abläufe hinter den Mauern des Vatikans. Das Konklave, jene streng geheime Versammlung der Kardinäle zur Wahl des Papstes, ist mehr als nur eine Zeremonie: Es ist ein jahrhundertealtes Ritual voller Symbolik, Macht und Geschichte.

    Mit Schlüssel – „cum clave“

    Der Begriff „Konklave“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „mit Schlüssel“. Das ist kein Zufall. Die Kardinäle, die einen neuen Papst wählen, werden nämlich regelrecht eingeschlossen – von der Außenwelt abgeschottet, ohne Handys, Internet oder Medien. Kein Kontakt nach draußen. Warum dieser Aufwand?

    Die Idee dahinter ist alt – und durchaus pragmatisch.

    Im 13. Jahrhundert und davor zog sich die Papstwahl manchmal über Jahre. Insbesondere das Konklave von 1268 bis 1271 in Viterbo, das unglaubliche 33 Monate dauerte, gilt als unrühmliches Beispiel. Während die Kardinäle sich nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, wuchs der Druck auf sie. Schließlich verschloss man sie regelrecht im Versammlungssaal, reduzierte ihr Essen auf Brot und Wasser – und siehe da, ein Papst wurde gewählt.

    Damit solche Peinlichkeiten künftig vermieden werden, führte Papst Gregor X. 1274 verbindliche Regeln ein. Fortan mussten sich die wahlberechtigten Kardinäle zu einem Konklave zurückziehen – hinter verschlossenen Türen.

    Der Ablauf: Vom Einzug bis zum weißen Rauch

    Wenn ein Papst stirbt oder – wie zuletzt bei Benedikt XVI. – zurücktritt, beginnt zunächst die sogenannte Sedisvakanz, die „Leere des Stuhls Petri“. In dieser Zeit ruht die Amtsgewalt des Papstes. Die Kirche wartet – und bereitet sich gleichzeitig auf den wichtigsten Akt ihrer Verfassung vor.

    Dann ist es so weit: Die Kardinäle reisen nach Rom. Dort findet im Petersdom eine letzte feierliche Messe statt. Anschließend ziehen sie in die Sixtinische Kapelle ein, diesen ikonischen Ort mit Michelangelos berühmtem Deckenfresko – und ab diesem Moment gilt: „extra omnes“ – alle anderen raus.

    Was folgt, ist ein strikter Tagesablauf: Gebet, Diskussionen, geheime Wahlgänge. In der Regel zwei pro Vormittag, zwei am Nachmittag. Damit ein Kandidat Papst wird, braucht er eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die Wahlzettel werden handschriftlich ausgefüllt, eingesammelt, gezählt – und am Ende verbrannt.

    Aus dem Kamin auf dem Dach der Kapelle steigt Rauch auf. Schwarz, wenn die Wahl erfolglos war. Weiß, wenn ein neuer Papst gefunden wurde. Dann ist der Jubel in Rom – und weltweit – groß.

    Wer darf wählen?

    Wahlberechtigt sind alle Kardinäle, die jünger als 80 Jahre sind. Ihre Zahl liegt derzeit bei etwas über 130 – Männer aus allen Teilen der Welt, von Afrika bis Asien, von Lateinamerika bis Europa. Dabei gilt: Die Mehrheit stammt oft aus Regionen, in denen die Kirche besonders stark oder wachsend ist.

    Die Wahl selbst ist ein geistlicher Akt, keine politische Wahl im herkömmlichen Sinn. Dennoch spielen Machtverhältnisse, Netzwerke und persönliche Überzeugungen natürlich eine Rolle. Es gibt konservative Strömungen und reformorientierte Kardinäle, Traditionalisten und Brückenbauer.

    Ein bisschen erinnert das Ganze an eine Mischung aus Gebetsgemeinschaft, Geheimbund und Weltkongress.

    Was steht auf dem Spiel?

    Die Wahl eines neuen Papstes ist ein kirchenpolitisches Ereignis mit globalem Echo. Der Pontifex ist nicht nur geistliches Oberhaupt von über einer Milliarde Katholiken – er hat auch Einfluss auf ethische Debatten, Menschenrechtsfragen, diplomatische Prozesse. Seine Stimme wiegt schwer.

    Der künftige Papst steht dabei vor gewaltigen Aufgaben: Die Kirche ringt mit der Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen, der Frage nach der Rolle der Frau, dem Priestermangel und dem Verhältnis zu anderen Religionen. Hinzu kommt die Herausforderung, junge Menschen wieder für den Glauben zu gewinnen.

    Und nicht zuletzt muss der neue Papst auch persönlich überzeugen – durch Integrität, Bescheidenheit, Charisma.

    Zwischen Mystik und Moderne

    So archaisch das Konklave auch wirken mag – es ist ein bemerkenswerter Beweis für die Kontinuität kirchlicher Tradition. Über Jahrhunderte hinweg hat sich das Verfahren gehalten, immer wieder leicht angepasst, aber nie grundlegend verändert.

    Was regelmäßig zu kuriosen Szenen führ: Man stelle sich vor – Männer in roten Talaren, abgeschottet in einer Kapelle, diskutieren unter strengster Geheimhaltung über die Zukunft der Kirche und der Welt. Und draußen warten Tausende auf das berühmte Rauchzeichen, als ginge es um ein mittelalterliches Orakel.

    Ist das nicht irgendwie faszinierend?

    Der Blick nach vorn

    Mit dem Tod von Papst Franziskus beginnt heute mit dem aktuellen Konklave erneut eine neue Etappe. Wird sein Nachfolger den Reformkurs weiterführen oder kehrt die Kirche zu alten Pfaden zurück? Wer wird die entscheidenden Stimmen auf sich vereinen?

    Eines ist sicher: Das Konklave ist weit mehr als eine Wahl. Es ist ein Moment der Besinnung, der Konzentration – und der Hoffnung. Für die Kirche. Für Gläubige auf der ganzen Welt. Und vielleicht auch für eine Gesellschaft, die nach Orientierung sucht.

    Denn wer auch immer aus der Sixtinischen Kapelle als neuer Papst hervorgeht – die Welt wird genau hinschauen.

  • Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Heute ziehen Dutzende Kardinäle in die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein, um in einem der ältesten Rituale der Welt den nächsten Papst zu wählen. Bis ein Nachfolger von Papst Franziskus bestimmt ist, bleiben sie abgeschottet von der Außenwelt. Wie lange das Konklave dauert, ist ungewiss.

    Sobald sie einmal drin sind, erfährt die Welt praktisch nichts mehr. Aber es gibt Rauchzeichen, die uns dennoch einiges sagen. Schwarzer Rauch steht für eine ergebnislose Abstimmung.

    Die erste Abstimmung ist meist symbolisch – sie testet die Stärke der Kandidaten. Wenn auch am zweiten Tag nur schwarzer Rauch aufsteigt, wird langsam klar, dass die Kardinäle große Mühe haben, sich zu einigen. Erst wenn weißer Rauch aufsteigt, steht der neue Papst fest – er zeigt sich kurz darauf auf dem Balkon des Petersdoms den Gläubigen.

    Das Ergebnis des Konklaves ist stets schwer vorherzusagen. Doch die veränderte Zusammensetzung des Kardinalskollegiums unter Franziskus, der seit 2013 im Amt war, macht es diesmal besonders unberechenbar.

    Die Favoriten:
    Kardinal Pietro Parolin, die Nummer zwei im Vatikan, gilt als möglicher Nachfolger und Garant für Kontinuität. Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle von den Philippinen – eher liberal eingestellt – wird seit Jahren als Favorit gehandelt. Er wäre der erste Papst aus Südostasien. Weitere potenzielle Kandidaten finden sich ebenfalls in der engeren Auswahl.


    Indien greift Pakistan an

    Indien teilte heute früh mit, dass es Angriffe auf neun Ziele in Pakistan sowie in dem von beiden Ländern beanspruchten Kaschmirgebiet ausgeführt habe – zwei Wochen, nachdem bei einem Terroranschlag in indisch verwaltetem Kaschmir über zwei Dutzend Zivilisten ums Leben kamen. Laut pakistanischen Militärangaben wurden mindestens acht Menschen getötet und 35 verletzt.

    Der Angriff auf Punjab, das außerhalb des umstrittenen Gebiets liegt, stellt eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Atommächten dar. Indien rechnete unmittelbar nach dem Angriff mit einer Reaktion des langjährigen Rivalen Pakistan.

    Die beiden Länder führten bereits mehrere Kriege – zuletzt 1999 – und standen seither mehrmals am Rand einer militärischen Eskalation. Angesichts der aktuellen Spannungen warnen internationale Beobachter vor möglicherweise katastrophalen Folgen, falls keine Deeskalation erfolgt.


    Carney zu Trump: Kanada steht nicht zum Verkauf

    US-Präsident Trump und der kanadische Premierminister Mark Carney trafen sich gestern in Washington – das erste Treffen seit Carneys überraschendem Wahlsieg mit einem strikt Anti-Trump-Kurs. Beim Gespräch ging es auch um Trumps wiederholte Bemerkungen, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden.

    „Einige Orte stehen nicht zum Verkauf“, sagte Carney. Trumps knappe Antwort: „Sag niemals nie.“

    Nach dem Treffen erklärte Carney gegenüber Journalisten, er sei etwas zuversichtlicher, was Trumps Haltung gegenüber Kanada angehe. Konkrete Verhandlungen gebe es jedoch noch nicht. Der Weg zu einem möglichen Handelsabkommen werde „viele Kurven haben“, so Carney – doch er sei optimistisch, dass eine Einigung möglich sei.


    Weitere wichtige Nachrichten

    • Russland: Ein ukrainischer Drohnenangriff führte zur Schließung von 13 Flughäfen, darunter alle vier großen Moskauer Airports.
    • Krieg in der Ukraine: Eltern und Lehrer versuchen, staatliche Propaganda aus russischen Schulen fernzuhalten – ein stiller Protest im dritten Kriegsjahr.
    • Sudan: Drohnenangriffe haben Port Sudan getroffen – eine bislang vom Krieg verschonte Stadt.
    • Venezuela: Fünf führende Oppositionspolitiker, die Zuflucht in der argentinischen Botschaft gefunden hatten, sind in die USA geflüchtet.
    • Medien: Medienmogul Barry Diller schreibt in seinen Memoiren offen über seine Homosexualität.
    • Royals: König Charles und Königin Camilla präsentierten ihre offiziellen Krönungsporträts.

    Nahost:

    • Jemen: Israelische Kampfjets bombardierten den Flughafen von Sanaa als Reaktion auf einen Huthi-Raketenangriff nahe dem Flughafen Ben Gurion.
    • Gaza: Die UNO kritisiert Israels Vorschläge zur Hilfslieferung, die als Druckmittel missbraucht werden könnten.
    • Syrien: Das einzige weibliche Kabinettsmitglied des Landes setzt auf Konfliktlösung – und auf die nächste Generation.

    Wirtschaft & Finanzen

    • Handel: Großbritannien und Indien unterzeichneten ein Abkommen zur Senkung von Zöllen – nach drei Jahren Verhandlungen.
    • USA-China: Spitzenvertreter beider Länder treffen sich in der Schweiz – das erste formelle Handelsgespräch seit Trumps Zollerhöhungen.
    • Bangladesch: Exportfabriken steigerten das Einkommen im ganzen Land – Trumps Zölle könnten diesen Fortschritt gefährden.
    • Tesla: Der Absatz in Deutschland und Großbritannien sank auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren.
    • Zölle: Spielwarenhersteller Mattel kündigte Preiserhöhungen für US-Produkte an – wegen Trumps 145-prozentiger Einfuhrzölle auf Waren aus China.