Schlagwort: Papstwahl 2025

  • Kardinal Dominique Mamberti: Der Mann, der „Habemus Papam!“ rufen wird

    Kardinal Dominique Mamberti: Der Mann, der „Habemus Papam!“ rufen wird

    Rom, 8. Mai 2025, 18:07 Uhr – ein historischer Moment. Weiße Rauchschwaden steigen aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf und breiten sich im römischen Abendhimmel aus. Auf dem Petersplatz brandet Jubel auf, Tränen fließen, Handys werden gezückt. Es ist der Augenblick, auf den Millionen Katholiken weltweit gewartet haben – das Zeichen, dass ein neuer Papst gewählt wurde.

    Und wer wird ihn der Welt verkünden? Ein Mann mit einer beachtlichen Vita: Kardinal Dominique Mamberti.

    Ein Leben im diplomatischen Dienst der Kirche

    Geboren am 7. März 1952 in Marrakesch als Sohn französischer Eltern, führte Mamberti schon früh ein Leben zwischen den Kulturen. Aufgewachsen mit marokkanischer Sonne und französischem Esprit, entschied er sich für den priesterlichen Weg und wurde 1981 in Ajaccio (Korsika) geweiht.

    Doch statt in einer stillen Gemeinde zu verbleiben, zog es ihn auf die große Bühne: Nach Studien in öffentlichem Recht und Politikwissenschaft trat er 1986 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Fortan war er ein kirchlicher Weltreisender: Algerien, Chile, Libanon, Sudan, Somalia und Eritrea – kein leichter Karriereweg, sondern einer voller Herausforderungen.

    Besonders seine Zeit als „Außenminister des Vatikans“ von 2006 bis 2015 prägte sein öffentliches Profil. In dieser Rolle war er das Gesicht des Heiligen Stuhls auf internationalen Foren wie der UNO und der OSZE. Kein Wunder also, dass Papst Franziskus ihm 2014 eine der höchsten juristischen Positionen im Vatikan anvertraute – als Präfekt des obersten Kirchengerichts, der Apostolischen Signatur.

    Die besondere Aufgabe eines Kardinalprotodiakons

    Der Titel mag sperrig klingen, doch seine Funktion ist klar und symbolträchtig: Als Kardinalprotodiakon ist Mamberti derjenige, der den neuen Papst dem Volk präsentiert. Es ist seine Stimme, die über Lautsprecher und Fernsehsender in alle Welt dringt – mit den legendären Worten:

    „Annuntio vobis gaudium magnum: habemus Papam!“

    Er wird auch den gewählten Namen des neuen Papstes bekanntgeben und die erste große Segnung des neuen Pontifex – das berühmte „Urbi et Orbi“ – vorbereiten. In diesem Moment steht er im Zentrum eines der ältesten und bedeutungsvollsten Riten der katholischen Kirche. Wer hätte gedacht, dass ein zurückhaltender Kirchenjurist aus Korsika einmal zu solch einer Aufgabe berufen würde?

    Ein Konklave mit Tempo – aber nicht ohne Spannung

    Auffallend schnell verlief die Wahl: In nur zwei Tagen einigten sich die Kardinäle auf einen Nachfolger. Das erinnerte an die Konklaven von 2005 und 2013 – ebenfalls zügig, aber keinesfalls oberflächlich. Die Entscheidung, die nun gefallen ist, hat Gewicht. Namen wie Pietro Parolin oder Luis Antonio Tagle galten als Favoriten, doch ob sich einer von ihnen wirklich durchgesetzt hat?

    Noch kennt niemand die Antwort – außer den wenigen Eingeweihten im Vatikan.

    Man spürt es förmlich auf dem Petersplatz: die kollektive Nervosität, das gebannte Warten auf ein Gesicht, einen Namen, eine neue Stimme der Kirche. Was geht in einem Mann wie Mamberti vor, der diese Ankündigung machen darf? Vielleicht denkt er an die Jahre im diplomatischen Dienst zurück, an Gespräche mit Machthabern, an stille Gebete in fremden Ländern – und an die Verantwortung, die heute auf seinen Schultern ruht.

    Brückenbauer in einer zerrissenen Welt?

    Gerade jetzt ist ein Papst gefragt, der Brücken baut – nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch zwischen Kulturen, Religionen und politischen Lagern. Wer könnte besser verstehen, wie diese Brücken funktionieren, als jemand wie Dominique Mamberti, der sein Leben im interkulturellen Spannungsfeld verbracht hat?

    Zugegeben – nicht jeder Kirchenmann hat die Gabe, hinter dicken Mauern des Vatikans auch die Welt draußen zu sehen. Aber Mamberti gehört sicher nicht zu den weltfremden Figuren. Er ist leise, aber bestimmt. Kein Popstar unter den Kardinälen, aber einer, der zuhört, vermittelt und gestaltet.

    Jetzt zählt jede Sekunde

    Die Menge wird unruhiger, Kameras richten sich auf den Balkon, die Uhr tickt. Gleich wird es so weit sein. Und wenn Dominique Mamberti auftritt, wird seine Stimme – ruhig, präzise, voller Bedeutung – die neue Ära einläuten. Ein Augenblick, der unter die Haut geht.

    Wer also ist dieser Mann, der heute Abend das „Habemus Papam“ aussprechen darf?

    Er ist ein Weltbürger im Talar, ein Diplomat mit Rückgrat, ein frommer Stratege. Und vielleicht auch: der stille Architekt einer neuen Zeitrechnung für die katholische Kirche.

    Autor: M.A.B.

  • Weißer Rauch in Rom: Die katholische Kirche hat einen neuen Papst

    Weißer Rauch in Rom: Die katholische Kirche hat einen neuen Papst

    Ein Moment der Geschichte – wieder einmal schreibt der Vatikan ein neues Kapitel. Am Abend des 8. Mai 2025, genau um 18:10 Uhr, stieg über der Sixtinischen Kapelle der legendäre weiße Rauch auf. Ein Zeichen, das seit Jahrhunderten für den Beginn einer neuen Ära im Katholizismus steht. Die Papstwahl ist entschieden.

    „Habemus Papam!“ – dieser Ruf hallte nur wenige Minuten später vom Balkon des Petersdoms über den vollbesetzten Platz hinweg. Tausende Pilger jubelten, während Millionen Gläubige auf der ganzen Welt gebannt vor den Bildschirmen saßen. In einem Augenblick verwandelte sich gespannte Erwartung in emotionale Erleichterung. Endlich – ein neuer Pontifex.

    Dramatischer Weg zur Entscheidung

    Die Wahl verlief alles andere als glatt. Mehrere Wahlgänge waren nötig, bei denen schwarzer Rauch die fehlende Einigkeit der Kardinäle verkündete. Ein Bild, das sich tief eingebrannt hat: dunkler Rauch gegen den römischen Himmel – Symbol für Beratungen, Unsicherheiten, intensive Diskussionen hinter verschlossenen Türen.

    Dass es diesmal nur etwa 24 Stunden dauerte darf nicht über die tiefgreifenden Herausforderungen hinwegtäuschen, vor denen die Kirche steht. Der neue Papst tritt sein Amt in einer Zeit an, in der die katholische Weltgemeinschaft von innen wie außen unter Druck steht. Reformbedarf, Vertrauenskrise, Missbrauchsskandale, Nachwuchsmangel im Klerus – all das lastet schwer auf den Schultern des künftigen Kirchenoberhauptes.

    Weltweite Aufmerksamkeit

    Kaum ein Ereignis zieht so viele Menschen gleichzeitig in seinen Bann wie eine Papstwahl. Der Petersplatz – ein Meer aus Flaggen, Tränen, Gebeten. Manche hielten Rosenkränze, andere Smartphones, alle aber ein Stück Hoffnung im Herzen. Zwischen der jahrhundertealten Liturgie und moderner Live-Übertragung wirkt dieses Spektakel wie ein Spagat zwischen den Zeiten.

    Und was für ein Spektakel es ist: Trommelwirbel der Medien, Live-Ticker, Übersetzer in Dutzenden Sprachen – von Tokio bis Toronto, von Nairobi bis Nürnberg war es plötzlich der Moment des Tages. Die Spannung in Rom war mit Händen zu greifen. Ein Touristenpaar aus Australien sagte vor Ort: „Wir dachten, wir schauen kurz vorbei – und jetzt sind wir Zeugen der Geschichte geworden.“

    Wer ist der Neue?

    Noch wenige Minuten nach dem Aufstieg des weißen Rauchs hielt der Vatikan den Namen geheim – wie ein wohlgehütetes Staatsgeheimnis. Es war, als würde die ganze Welt für einen Moment die Luft anhalten. Erst mit dem Auftritt des Kardinalprotodiakons auf dem Balkon und den Worten „Annuntio vobis gaudium magnum“ wird das Rätsel gelüftet werden.

    Der Name des neuen Papstes? Er wird zweifellos die Schlagzeilen der kommenden Tage beherrschen. Man darf gespannt sein, welche Linie er einschlägt. Wird er Kontinuität wahren oder frischen Wind in die Mauern des Vatikans bringen?

    Das Amt als Bürde und Berufung

    Ein Papst ist mehr als nur ein geistlicher Führer – er ist politischer Akteur, moralischer Kompass, globaler Vermittler. Ob Klimaschutz, Frieden in Krisengebieten oder der Dialog mit anderen Religionen – der neue Papst tritt ein Amt an, das gleichzeitig Ehre und Last ist. Und er tut das in einer Zeit, in der Orientierung gefragt ist wie selten zuvor.

    Doch gerade in solchen Momenten zeigt sich, wie sehr Menschen nach Halt und Richtung suchen. Vielleicht liegt genau darin die größte Stärke des neuen Papstes: Dass er Hoffnung wecken kann, wo viele sie verloren glaubten.

    Ein Funken Zuversicht

    Natürlich ist die Wahl eines Papstes keine magische Lösung für alle Probleme. Aber sie sendet ein Signal. Ein Zeichen dafür, dass Bewegung möglich ist. Und vielleicht auch, dass Wandel nicht nur unvermeidlich, sondern notwendig ist.

    Wird er den Erwartungen gerecht? Wird er den Balanceakt zwischen Tradition und Erneuerung meistern? Die Antwort liegt nicht nur bei ihm allein – sondern bei der gesamten Kirche und ihren Gläubigen.

    Doch für heute – reicht ein Moment des Aufatmens. Weißer Rauch, Jubel, „Habemus Papam“. Die Welt hat einen neuen Papst. Und die Geschichte geht weiter.

    Von C. Hatty

  • Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Am frühen Abend des 7. Mai 2025 fiel im Vatikan ein symbolträchtiger Riegel ins Schloss: Punkt 18 Uhr wurden die Türen der Sixtinischen Kapelle geschlossen. Dahinter – 133 Kardinäle aus 70 Ländern, eingeschlossen bis zur Wahl des nächsten Papstes. Das Konklave, streng abgeschirmt von der Außenwelt, hat begonnen. Eine Zeremonie voller Geschichte, Strenge und Hoffnung auf die Zukunft.

    Die Welt schaut hin.

    Ein Ritus zwischen Tradition und Moderne

    Schon am Vormittag begann der Tag im Zeichen des Übergangs. In der Basilika Sankt Peter versammelten sich die Kardinäle zur Messe, bevor sie sich am Nachmittag zur Kapelle Pauline begaben – zur stillen Andacht und Sammlung. Was dann folgte, kennt man nur aus Fernsehbildern: In feierlicher Prozession zogen sie in die Sixtinische Kapelle ein, den Blick ernst, das Ritual einstudiert.

    Dort heißt es: Schweigen. Kein Smartphone, kein Internet, nicht einmal ein Funksignal darf den Raum durchdringen. Man könnte sagen: Die Zeit bleibt stehen – während draußen die Welt weiterrauscht.

    Der erste Wahlgang: Testlauf oder Überraschung?

    Noch am selben Abend erfolgt die erste Abstimmung. Ein echter Paukenschlag wird nicht erwartet – dieser Durchgang gilt traditionell eher als Orientierung. Das bedeutet: Die 89 Stimmen, die für eine Wahl nötig sind, dürften frühestens im Laufe des Donnerstags für den Auserwählten zusammenkommen.

    Falls nicht, gibt es bis zu vier weitere Versuche pro Tag. Jede Wahl endet mit einem simplen, aber weltweit beachteten Zeichen: schwarze Rauchwolke – kein Ergebnis. Weiße Rauchwolke – wir haben einen Papst.

    Ein Konklave wie nie zuvor

    Nie war ein Konklave internationaler. 70 Länder, 133 Wahlberechtigte – eine bunte Weltkarte der katholischen Kirche. Und ein Fingerzeig auf die Reformpolitik von Papst Franziskus, der zu Lebzeiten rund 81 Prozent der heutigen Wahlkardinäle ernannt hat. Diese Mehrheit könnte darüber entscheiden, ob sein Nachfolger seine Linie fortführt oder ganz neue Akzente setzt.

    Was ebenfalls auffällt: Der Blick der Kirche richtet sich zunehmend auf die sogenannten „Ränder“ – Länder und Regionen, die früher kaum repräsentiert waren, heute aber lautstark mitreden.

    Die Favoriten: Bekannt, doch nicht berechenbar

    Die Liste der möglichen Kandidaten – die sogenannten papabili – ist so offen wie selten. Als Favoriten jedoch gelten:

    • Pietro Parolin, Italiener, aktuell Kardinalstaatssekretär. Er gilt als erfahrener Diplomat – leise im Ton, aber einflussreich im Hintergrund.
    • Luis Antonio Tagle, Philippiner, zuständig für Evangelisierung. Charismatisch, populär, ein Gesicht des Globalen Südens.
    • Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille – ein Theologe mit sozialem Profil, der die Nähe zu den Menschen sucht.
    • Robert Sarah, aus Guinea, konservativ geprägt und bekannt für seine klare, manchmal unbequeme Haltung.

    Wer wird das Rennen machen? Oder kommt am Ende jemand ganz anderes, den bisher kaum jemand auf dem Zettel hatte? Es wäre nicht das erste Mal – und sicherlich nicht das letzte.

    Die Kirche am Scheideweg

    Wer immer der nächste Papst wird, eines steht fest: Die Herausforderungen sind immens. Die Kirche muss ihr zerbrechliches Gleichgewicht zwischen Tradition und Erneuerung bewahren, Skandale aufarbeiten, Reformen umsetzen – und dabei nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

    Dazu kommen globale Fragen: Migration, Umwelt, soziale Ungleichheit – alles Themen, bei denen das Oberhaupt der katholischen Kirche eine starke Stimme sein kann. Oder muss.

    Was bringt der weiße Rauch?

    In diesen Tagen geht es um mehr als eine Personalie. Es geht um Orientierung, Vertrauen, vielleicht sogar um ein neues Kapitel. Denn in einer Zeit, in der alte Gewissheiten bröckeln, sehnen sich viele nach einer moralischen Instanz, die Orientierung bietet.

    Die Wahl in der Sixtinischen Kapelle mag hinter dicken Mauern stattfinden – doch ihre Wirkung strahlt weit darüber hinaus. Es ist ein Moment, der Geschichte schreiben kann.

    Fragt sich nur: Welche?

    Von C. Hatty

  • Hinter verschlossenen Türen: Das Geheimnis des Konklaves

    Hinter verschlossenen Türen: Das Geheimnis des Konklaves

    Wer wird der nächste Papst? Diese Frage zieht regelmäßig die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich – und doch kennt kaum jemand die genauen Abläufe hinter den Mauern des Vatikans. Das Konklave, jene streng geheime Versammlung der Kardinäle zur Wahl des Papstes, ist mehr als nur eine Zeremonie: Es ist ein jahrhundertealtes Ritual voller Symbolik, Macht und Geschichte.

    Mit Schlüssel – „cum clave“

    Der Begriff „Konklave“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „mit Schlüssel“. Das ist kein Zufall. Die Kardinäle, die einen neuen Papst wählen, werden nämlich regelrecht eingeschlossen – von der Außenwelt abgeschottet, ohne Handys, Internet oder Medien. Kein Kontakt nach draußen. Warum dieser Aufwand?

    Die Idee dahinter ist alt – und durchaus pragmatisch.

    Im 13. Jahrhundert und davor zog sich die Papstwahl manchmal über Jahre. Insbesondere das Konklave von 1268 bis 1271 in Viterbo, das unglaubliche 33 Monate dauerte, gilt als unrühmliches Beispiel. Während die Kardinäle sich nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, wuchs der Druck auf sie. Schließlich verschloss man sie regelrecht im Versammlungssaal, reduzierte ihr Essen auf Brot und Wasser – und siehe da, ein Papst wurde gewählt.

    Damit solche Peinlichkeiten künftig vermieden werden, führte Papst Gregor X. 1274 verbindliche Regeln ein. Fortan mussten sich die wahlberechtigten Kardinäle zu einem Konklave zurückziehen – hinter verschlossenen Türen.

    Der Ablauf: Vom Einzug bis zum weißen Rauch

    Wenn ein Papst stirbt oder – wie zuletzt bei Benedikt XVI. – zurücktritt, beginnt zunächst die sogenannte Sedisvakanz, die „Leere des Stuhls Petri“. In dieser Zeit ruht die Amtsgewalt des Papstes. Die Kirche wartet – und bereitet sich gleichzeitig auf den wichtigsten Akt ihrer Verfassung vor.

    Dann ist es so weit: Die Kardinäle reisen nach Rom. Dort findet im Petersdom eine letzte feierliche Messe statt. Anschließend ziehen sie in die Sixtinische Kapelle ein, diesen ikonischen Ort mit Michelangelos berühmtem Deckenfresko – und ab diesem Moment gilt: „extra omnes“ – alle anderen raus.

    Was folgt, ist ein strikter Tagesablauf: Gebet, Diskussionen, geheime Wahlgänge. In der Regel zwei pro Vormittag, zwei am Nachmittag. Damit ein Kandidat Papst wird, braucht er eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die Wahlzettel werden handschriftlich ausgefüllt, eingesammelt, gezählt – und am Ende verbrannt.

    Aus dem Kamin auf dem Dach der Kapelle steigt Rauch auf. Schwarz, wenn die Wahl erfolglos war. Weiß, wenn ein neuer Papst gefunden wurde. Dann ist der Jubel in Rom – und weltweit – groß.

    Wer darf wählen?

    Wahlberechtigt sind alle Kardinäle, die jünger als 80 Jahre sind. Ihre Zahl liegt derzeit bei etwas über 130 – Männer aus allen Teilen der Welt, von Afrika bis Asien, von Lateinamerika bis Europa. Dabei gilt: Die Mehrheit stammt oft aus Regionen, in denen die Kirche besonders stark oder wachsend ist.

    Die Wahl selbst ist ein geistlicher Akt, keine politische Wahl im herkömmlichen Sinn. Dennoch spielen Machtverhältnisse, Netzwerke und persönliche Überzeugungen natürlich eine Rolle. Es gibt konservative Strömungen und reformorientierte Kardinäle, Traditionalisten und Brückenbauer.

    Ein bisschen erinnert das Ganze an eine Mischung aus Gebetsgemeinschaft, Geheimbund und Weltkongress.

    Was steht auf dem Spiel?

    Die Wahl eines neuen Papstes ist ein kirchenpolitisches Ereignis mit globalem Echo. Der Pontifex ist nicht nur geistliches Oberhaupt von über einer Milliarde Katholiken – er hat auch Einfluss auf ethische Debatten, Menschenrechtsfragen, diplomatische Prozesse. Seine Stimme wiegt schwer.

    Der künftige Papst steht dabei vor gewaltigen Aufgaben: Die Kirche ringt mit der Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen, der Frage nach der Rolle der Frau, dem Priestermangel und dem Verhältnis zu anderen Religionen. Hinzu kommt die Herausforderung, junge Menschen wieder für den Glauben zu gewinnen.

    Und nicht zuletzt muss der neue Papst auch persönlich überzeugen – durch Integrität, Bescheidenheit, Charisma.

    Zwischen Mystik und Moderne

    So archaisch das Konklave auch wirken mag – es ist ein bemerkenswerter Beweis für die Kontinuität kirchlicher Tradition. Über Jahrhunderte hinweg hat sich das Verfahren gehalten, immer wieder leicht angepasst, aber nie grundlegend verändert.

    Was regelmäßig zu kuriosen Szenen führ: Man stelle sich vor – Männer in roten Talaren, abgeschottet in einer Kapelle, diskutieren unter strengster Geheimhaltung über die Zukunft der Kirche und der Welt. Und draußen warten Tausende auf das berühmte Rauchzeichen, als ginge es um ein mittelalterliches Orakel.

    Ist das nicht irgendwie faszinierend?

    Der Blick nach vorn

    Mit dem Tod von Papst Franziskus beginnt heute mit dem aktuellen Konklave erneut eine neue Etappe. Wird sein Nachfolger den Reformkurs weiterführen oder kehrt die Kirche zu alten Pfaden zurück? Wer wird die entscheidenden Stimmen auf sich vereinen?

    Eines ist sicher: Das Konklave ist weit mehr als eine Wahl. Es ist ein Moment der Besinnung, der Konzentration – und der Hoffnung. Für die Kirche. Für Gläubige auf der ganzen Welt. Und vielleicht auch für eine Gesellschaft, die nach Orientierung sucht.

    Denn wer auch immer aus der Sixtinischen Kapelle als neuer Papst hervorgeht – die Welt wird genau hinschauen.

  • Israel verstärkt Militäreinsatz im Gazastreifen – und weitere World-News

    Israel verstärkt Militäreinsatz im Gazastreifen – und weitere World-News

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte gestern eine deutliche Ausweitung der Militäroffensive im Gazastreifen an. Er sagte, Israel befinde sich „am Vorabend eines kraftvollen Einfalls nach Gaza“. Der israelische Sicherheitsrat hat einem neuen Plan zugestimmt, der vorsieht, dass zehntausende zusätzliche Soldaten Territorien im Gazastreifen besetzen und die palästinensische Bevölkerung in den Süden verlagern.

    Netanjahu begründete die geplante Offensive damit, die noch verbleibenden Geiseln zurückzuholen. Kritiker warnen jedoch, dass genau diese Geiseln dadurch zusätzlich gefährdet würden – ohne dass sich das Kräfteverhältnis in einem seit anderthalb Jahren tobenden Krieg grundlegend ändern dürfte. Die Organisation der Geiselfamilien appellierte eindringlich an die Regierung, den Krieg nicht weiter auszuweiten.

    Laut israelischer Regierung soll die Offensive schrittweise beginnen, während parallel noch Waffenstillstandsgespräche laufen. Ein Sprecher sagte, Ziel sei es, Gebiete langfristig zu kontrollieren, um eine Rückkehr der Hamas zu verhindern.

    Hilfslieferungen:
    Gleichzeitig stimmte das Kabinett einem neuen System zur Verteilung humanitärer Hilfe zu. Die Lebensmittelversorgung in Gaza ist laut den Vereinten Nationen bereits auf einem „katastrophalen“ Niveau.

    Yemen:
    Als Reaktion auf eine Rakete der Huthi-Milizen, die am Wochenende in der Nähe des wichtigsten israelischen Flughafens einschlug, bombardierten israelische Kampfflugzeuge die Hafenstadt Hudaydah.


    USA bieten Migranten Geld für freiwillige Ausreise

    Die US-Regierung unter Präsident Trump überraschte gestern mit einem neuen Angebot: Illegale Migranten erhalten 1.000 Dollar sowie Unterstützung für die Rückreise in ihr Herkunftsland – sofern sie freiwillig ausreisen.

    Ein erster Migrant aus Honduras habe das Angebot bereits angenommen und sei von Chicago aus in seine Heimat geflogen. Die Auszahlung erfolgt laut Regierung erst, nachdem über eine App nachgewiesen wird, dass die Rückkehr abgeschlossen ist.

    „Wer sich illegal im Land aufhält, für den ist die freiwillige Ausreise der sicherste, effizienteste und günstigste Weg, um einer Festnahme zu entgehen“, erklärte Heimatschutzministerin Kristi Noem.

    Rwandas Außenminister bestätigte erste Gespräche mit der US-Regierung darüber, ob das ostafrikanische Land künftig Migranten aufnehmen könnte, die aus den USA abgeschoben werden.


    Missbrauchsopfer vor Papstwahl in Rom: Ein stiller Appell

    In Rom versammelten sich Opfer sexuellen Missbrauchs und Experten, die das Vorgehen der katholischen Kirche in solchen Fällen überwachen. Anlass ist das bevorstehende Konklave – die Wahl eines neuen Papstes.

    Ihr Ziel: Die Kardinäle dazu zu bewegen, dem Thema endlich oberste Priorität einzuräumen. Zwar wird dem kürzlich verstorbenen Papst Franziskus zugestanden, mehr unternommen zu haben als seine Vorgänger – doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Neue Fälle kommen ans Licht, alte Wunden bleiben offen.

    Ein Sprecher des Vatikans erklärte, das Thema sei in den Vorbereitungsgesprächen der Kardinäle „als offene Wunde“ betrachtet worden. Nur so könne das Bewusstsein erhalten und ein Weg zur Heilung gefunden werden.


    Weitere wichtige Meldungen weltweit

    Ukrainekrieg:
    Tausende russische Soldaten gelten als vermisst – ihre Familien sind oft auf sich allein gestellt, wenn es um Antworten geht. In der ukrainischen Stadt Odessa tobt derweil ein Kulturkampf: Viele wollen sich endgültig von russischer Geschichte lösen.

    China:
    Wegen wachsender Handelskonflikte zwischen China und den USA stehen viele Unternehmen in Guangzhou vor wirtschaftlichen Problemen – und drohen in eine Krise zu rutschen.

    USA – Sean Combs:
    In New York begann das Verfahren gegen Musikmogul Sean Combs, bekannt auch als „Puff Daddy“. Ihm werden Erpressung, Gewalt gegen Frauen und Menschenhandel vorgeworfen. Die Jury-Auswahl läuft.

    Sudan:
    Der Internationale Gerichtshof wies eine Klage gegen die Vereinigten Arabischen Emirate zurück, in der ihnen vorgeworfen wurde, den Völkermord im Sudan unterstützt zu haben – mit der Begründung, ihm fehle die Zuständigkeit.

    Peru:
    Schockfund in einer Goldmine: In einem Schacht wurden die Leichen von 13 Bergarbeitern entdeckt. Die Mine wird vom größten Goldförderunternehmen des Landes betrieben.

    Brasilien:
    Die Polizei vereitelte offenbar einen geplanten Anschlag auf ein Konzert von Lady Gaga am Strand der Copacabana. Die Täter wollten Sprengsätze einsetzen.


    Europa im Fokus

    Handel:
    Laut einem Bericht der Europäischen Zentralbank wenden sich immer mehr europäische Konsumenten von US-Produkten ab – ein stiller Protest gegen die aktuelle politische Lage.

    Spanien:
    Über 10.000 Bahnreisende strandeten zwischen Madrid und Sevilla – Grund war ein technischer Fehler kombiniert mit Kabeldiebstahl. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr kam zum Erliegen.

    Wissenschaft:
    Während die USA ihre Förderung für Forschungseinrichtungen drastisch kürzen, lockt die EU mit neuen Anreizen – und hofft, kluge Köpfe nach Europa zu holen.

    Tschechien:
    Ein Zufallsfund mit Goldglanz: Zwei Wanderer stießen auf einen Schatz aus Münzen und Schmuck. Wer ihn vergraben hat – das bleibt vorerst ein Rätsel.

    Von Andreas M. Brucker