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  • Léon XIV in Metz: Zum Abschluss geht es um Europa

    Léon XIV in Metz: Zum Abschluss geht es um Europa

    Nach Paris und Lourdes kommt nun Metz. Papst Léon XIV beendet an diesem Montag seinen ersten Frankreichbesuch ausgerechnet an einem Ort, der auf den ersten Blick weit weniger selbstverständlich erscheint als Notre-Dame, das Stade de France oder der Wallfahrtsort Lourdes am Fuß der Pyrenäen. Doch gerade diese Wahl dürfte kein Zufall sein.

    Metz steht wie kaum eine andere französische Stadt für die wechselvolle Geschichte zwischen Frankreich und Deutschland – und zugleich für deren Überwindung.

    Um 9.20 Uhr soll Léon XIV aus Lourdes auf dem Flughafen Metz-Nancy-Lorraine eintreffen. Schon wenig später beginnt der politisch vielleicht bedeutendste Teil seines Frankreichbesuchs. Um 10 Uhr nimmt der Papst im Centre des Congrès Robert-Schuman an einer interreligiösen Begegnung teil. Eine Stunde später folgt die Veranstaltung „An den Wurzeln Europas – für Frieden und Einheit“.

    Der Name des Kongresszentrums liefert dabei beinahe schon das Programm.

    Robert Schuman, einer der geistigen Väter der europäischen Einigung, lebte bei Metz. Seine berühmte Erklärung vom 9. Mai 1950 gilt als eine der Geburtsurkunden des heutigen Europas. Dass ein Papst ausgerechnet hier über Frieden und Einheit spricht, besitzt deshalb eine Symbolik, die weit über die katholische Kirche hinausreicht.

    Die Moselregion kennt schließlich beide Seiten europäischer Geschichte: Krieg, Annexion und nationale Feindschaft ebenso wie Versöhnung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Wo sich Frankreich und Deutschland einst mit Waffen gegenüberstanden, verläuft heute eine der selbstverständlichen offenen Grenzen Europas.

    Metz bereitet sich entsprechend auf einen außergewöhnlichen Tag vor. Zwischen 50.000 und 100.000 Menschen werden erwartet. Ab 14.30 Uhr fährt Léon XIV im Papamobil durch die Stadt zur Kathedrale Saint-Étienne. Dort feiert er um 16 Uhr die Messe.

    Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in Metz. Besonders die Begegnung über Europas Wurzeln verleiht dem Besuch damit zusätzlich eine diplomatische Dimension. Eine Teilnahme Macrons an der Messe wurde kurzfristig ebenfalls vorbereitet.

    Für Léon XIV bildet Metz einen bemerkenswerten Schlusspunkt seiner Reise. Paris stand für Frankreichs politische und kulturelle Mitte, Lourdes für den Glauben und die Volksfrömmigkeit.

    Metz steht für Europa.

    Und vielleicht liegt genau darin die stärkste Botschaft dieser vier Tage: Der Papst beendet seine Reise nicht an einem Ort, der ausschließlich von katholischer Tradition erzählt, sondern in einer Stadt, deren Geschichte zeigt, dass aus jahrzehntelanger Feindschaft Partnerschaft entstehen kann.

    Um 18.30 Uhr soll Léon XIV am Flughafen verabschiedet werden. Eine halbe Stunde später hebt seine Maschine nach Rom ab.

    Seine letzte große Botschaft aus Frankreich aber richtet sich nicht nur an die Franzosen – sondern an Europa.

    Andreas M. Brucker

  • Papst, Pop und 80.000 Stimmen

    Papst, Pop und 80.000 Stimmen

    Als Léon XIV am Freitagabend im Papamobil in das Stade de France einfährt, klingt Saint Denis für einige Minuten eher nach Rockkonzert als nach katholischer Großveranstaltung. Zehntausende springen von ihren Sitzen, Arme schnellen in die Höhe, Smartphones leuchten auf den Tribünen. Immer wieder hall…

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  • Léon XIV – ein amerikanischer Papst mit überraschend französischen Wurzeln

    Léon XIV – ein amerikanischer Papst mit überraschend französischen Wurzeln

    Wenn Papst Léon XIV am 25. September zu seinem ersten apostolischen Besuch nach Frankreich kommt, betritt er ein Land, das ihm genealogisch nähersteht, als seine amerikanische Biografie zunächst vermuten lässt. Robert Francis Prevost, geboren in Chicago und seit Mai 2025 erster nordamerikanischer Papst der Kirchengeschichte, besitzt bemerkenswert tiefe französische Wurzeln.

    Vor allem die Normandie spielt in seiner Familiengeschichte eine besondere Rolle.

    Die direkteste Verbindung führt über seine väterliche Großmutter Suzanne, die in Le Havre geboren wurde. Deren Vorfahren lebten über Generationen hinweg in verschiedenen Teilen der Normandie – im Calvados, in Seine-Maritime, aber auch in den Départements Orne und Manche.

    Die Spuren führen durch Orte wie Laize-la-Ville, Saint-Pierre-sur-Dives, Campeaux oder Mont-Bertrand. Andere Familienzweige reichen in den Pays de Caux mit Gemeinden wie Vittefleur, Cany-Barville oder Ouainville. Unter den Vorfahren finden sich Landwirte und Grundbesitzer ebenso wie Familien, die mit Handel und Textilwirtschaft verbunden waren.

    Ausgerechnet ein amerikanischer Papst trägt damit ein gutes Stück normannischer Familiengeschichte in sich.

    Doch damit nicht genug. Auch sein Vater besitzt eine bemerkenswerte Verbindung zu Frankreich: Er nahm im Juni 1944 an der alliierten Landung in der Normandie teil. Familiengeschichte und Weltgeschichte berühren sich hier auf beinahe filmische Weise.

    Besonders verwickelt wird die Geschichte beim Namen Prevost.

    Denn der väterliche Großvater des Papstes war keineswegs Franzose. Genealogische Recherchen identifizierten ihn als Salvatore Giovanni Riggitano Alioti, geboren 1876 im sizilianischen Milazzo bei Messina. Er wanderte in die Vereinigten Staaten aus und arbeitete dort unter anderem als Sprachlehrer.

    Woher also stammt der französisch klingende Familienname des Papstes?

    Offenbar aus einer französischen Seitenlinie. Seine Großmutter Suzanne verwendete den Geburtsnamen ihrer eigenen Mutter Jeanne Eugénie Prevost. Auf diesem Weg gelangte der Name schließlich zu den Nachfahren.

    Der erste amerikanische Papst trägt somit einen französischen Familiennamen, obwohl seine direkte männliche Linie aus Sizilien stammt. Genealogie macht eben gelegentlich ihre eigenen Regeln.

    Und Frankreich taucht nicht nur auf der väterlichen Seite auf.

    Auch in der Familie seiner Mutter finden sich zahlreiche französische Verbindungen. Eine Linie führt nach Coutances in der Manche, eine andere in die Champagne. Besonders interessant sind allerdings die Wurzeln im Béarn – gerade deshalb, weil Léon XIV während seiner Frankreichreise Lourdes besuchen soll.

    In seiner mütterlichen Abstammung erscheint Jean-Pierre Bacquié aus Monein, mitten im Weinbaugebiet von Jurançon. Er verließ Frankreich, gelangte in die Karibik und arbeitete später als Weinhändler auf Guadeloupe.

    In Monein hat die Entdeckung inzwischen für einige Begeisterung gesorgt. Dort entstand sogar die Idee einer eigenen Cuvée „Léon XIV“. Französischer lässt sich genealogische Wiedersehensfreude vermutlich kaum ausdrücken.

    Die Frage, wie viel „Franzose“ nun tatsächlich im Papst steckt, lässt sich allerdings nicht seriös mit einer einfachen Prozentzahl beantworten. Je nachdem, wie weit ein Stammbaum zurückverfolgt und welche Linie berücksichtigt wird, verändern sich solche Berechnungen erheblich.

    Fest steht: Seine Familiengeschichte ist ein eindrucksvolles Beispiel europäischer und transatlantischer Migration. Italienische, französische, karibische und louisianische Linien treffen aufeinander. Vorfahren wanderten zwischen Europa, den Antillen und Nordamerika – lange bevor jemand ahnen konnte, dass einer ihrer Nachkommen einmal auf dem Stuhl Petri sitzen würde.

    Wenn Léon XIV nun Paris, Lourdes und Metz besucht, reist deshalb selbstverständlich kein heimgekehrter Franzose durchs Land. Er bleibt ein in Chicago geborener Amerikaner, dessen Lebensweg ihn später über viele Jahre nach Peru führte.

    Und dennoch bekommt die Reise eine zusätzliche, beinahe intime Dimension.

    Hinter dem amerikanischen Papst Robert Francis Prevost stehen Menschen aus normannischen Dörfern, aus dem Béarn, der Champagne und anderen französischen Regionen. Manche verließen Frankreich vor Jahrhunderten, andere deutlich später.

    Die Grenzen auf Landkarten mögen eindeutig sein. Familiengeschichten sind es selten.

    Gerade deshalb erzählt der Stammbaum Léons XIV vielleicht etwas sehr Zeitgemäßes: Identität entsteht nicht aus einer einzigen Herkunft. Sie setzt sich aus Reisen, Migrationen, Zufällen und manchmal sogar aus einem weitergegebenen Familiennamen zusammen, dessen Geschichte komplizierter ist, als man zunächst glaubt.

    Andreas M. Brucker

  • Papstbesuch in Paris: Wo am 25. und 26. September mit Sperrungen zu rechnen ist

    Papstbesuch in Paris: Wo am 25. und 26. September mit Sperrungen zu rechnen ist

    Der Besuch von Papst Léon XIV. bringt Paris am Freitag, 25. September, und Samstag, 26. September 2026, erhebliche Verkehrsbehinderungen. Autofahrer müssen mit großräumigen Sperrungen rechnen, zahlreiche Metro- und RER-Stationen bleiben zeitweise geschlossen, Buslinien werden umgeleitet.

    Besonders betroffen sind am Freitag das Zentrum rund um Notre-Dame, die Île de la Cité, Saint-Michel, das Quartier Latin und Montparnasse. Am Samstag verlagert sich der Schwerpunkt auf die Place de la Concorde, die Champs-Élysées und den Bereich rund um den Arc de Triomphe.

    Am Freitag fährt der Papst am Nachmittag mit dem Papamobil von Notre-Dame-des-Champs in Richtung Place Saint-Michel. In diesem Bereich gelten bereits ab dem Morgen weitreichende Verkehrs- und Parkverbote.

    Auch rund um Notre-Dame sind zahlreiche Straßen und Seine-Ufer gesperrt. Die Kathedrale selbst bleibt am Donnerstag und Freitag für Besucher geschlossen.

    Bei Metro und RER treffen die Einschränkungen besonders zentrale Stationen. Am Freitag schließen im Laufe des Tages unter anderem Cité, Odéon, Luxembourg, Port-Royal, Duroc, Alma-Marceau und Iéna. Am Abend folgen mehrere Stationen entlang der Champs-Élysées.

    Auch der RER B ist betroffen: Zwischen Châtelet–Les Halles und Denfert-Rochereau fahren die Züge zeitweise ohne Halt an mehreren Stationen durch.

    Am Samstag sollten Reisende vor allem den Bereich Concorde–Champs-Élysées–Étoile meiden. Mehrere Stationen bleiben von Betriebsbeginn an geschlossen, darunter Charles-de-Gaulle–Étoile, George V, Franklin D. Roosevelt, Concorde und Tuileries.

    Für Besucher der großen Messe am Samstag um 15 Uhr empfiehlt es sich, weiter entfernt auszusteigen und den Rest zu Fuß zurückzulegen. Geeignete Ausgangspunkte sind beispielsweise Saint-Lazare, Opéra, Madeleine, Invalides, Miromesnil oder Porte Maillot.

    Autofahrern ist an beiden Tagen zu großräumigen Umfahrungen zu raten. Am Freitag betrifft dies vor allem Montparnasse, Saint-Michel, Île de la Cité und Invalides, am Samstag Concorde, Champs-Élysées, Étoile, Alma und Iéna.

    Auch Busse sind keine verlässliche Alternative, da zahlreiche Linien verkürzt oder umgeleitet werden.

    Wer am Freitagabend zur Vigil im Stade de France fährt, sollte bevorzugt die Linie 14 bis Saint-Denis–Pleyel nutzen. Rund 80.000 Besucher werden erwartet.

    Die wichtigste Empfehlung lautet deshalb: Fahrten möglichst früh planen, größere Zeitreserven einkalkulieren und die Verkehrslage kurz vor Abfahrt noch einmal prüfen. Zusätzliche Sperrungen können von den Behörden kurzfristig angeordnet werden.

    Daniel Ivers

  • Tagesüberblick: Was beschäftigt die französische Presse am 10. Juni 2026?

    Tagesüberblick: Was beschäftigt die französische Presse am 10. Juni 2026?

    Der heutige Nachrichtentag in Frankreich wird von einer Mischung aus sozialen Konflikten, Sicherheitsdebatten, Justizthemen und internationalen Spannungen geprägt. Im Mittelpunkt stehen die landesweiten Streiks bei der SNCF, die gesellschaftliche Diskussion nach dem Fall Lyhanna sowie die zunehmende Eskalation im Nahen Osten. Hinzu kommen innenpolitische Kontroversen, die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft und die angekündigte Reise von Papst Léon XIV.

    SNCF-Streik beeinträchtigt den Bahnverkehr

    Das dominierende innenpolitische Thema bleibt die landesweite Mobilisierung der vier großen Eisenbahnergewerkschaften. Betroffen sind zahlreiche Verbindungen im TGV-, Intercités-, TER-, RER- und Transilien-Netz. Die Gewerkschaften protestieren gegen die fortschreitende Liberalisierung des Schienenverkehrs, gegen Umstrukturierungen innerhalb des Staatskonzerns und gegen aus ihrer Sicht unzureichende Lohnerhöhungen. Die französischen Medien berichten ausführlich über die Folgen für Pendler, Urlauber und die Wirtschaft.

    Der Fall Lyhanna prägt die Debatte über Gewaltprävention

    Auch Tage nach den landesweiten Demonstrationen beschäftigt der Tod der elfjährigen Lyhanna weiterhin Politik und Gesellschaft. Zeitungen und Nachrichtensender analysieren die politischen Konsequenzen des Falls und die Forderungen nach einer Verschärfung der Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt. Kommentatoren sprechen von einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Debatte über Prävention, Opferschutz und staatliche Verantwortung.

    Patrick Bruel im Fokus der Justiz

    Breite Aufmerksamkeit erhält die Affäre um den Sänger und Schauspieler Patrick Bruel. Nach einer verlängerten Polizeigewahrsamnahme wird er heute einem Richter vorgeführt. Die Entwicklungen werden von nahezu allen großen Medien verfolgt und gehören zu den meistdiskutierten Themen des Tages. Im Mittelpunkt stehen die Vorwürfe sowie die möglichen juristischen Konsequenzen.

    Nahost-Krise überschattet internationale Nachrichten

    International richtet sich der Blick vor allem auf die zunehmende Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Nach amerikanischen Angriffen auf iranische Militäranlagen meldet Teheran Gegenangriffe auf US-Stützpunkte im Golfraum. Französische Medien warnen vor einer weiteren Destabilisierung der Region und verweisen auf mögliche Auswirkungen auf Energiepreise, Handelsströme und die globale Konjunktur.

    Papst Léon XIV plant Frankreich-Besuch

    Für Aufmerksamkeit sorgt auch die offiziell bestätigte Reise von Papst Léon XIV nach Frankreich. Ende September soll der Pontifex Paris, Lourdes und Metz besuchen. Die geplanten Großveranstaltungen, insbesondere in Paris und am Wallfahrtsort Lourdes, haben bereits umfangreiche organisatorische Vorbereitungen ausgelöst. Der Besuch gilt als eines der bedeutendsten religiösen Ereignisse des Jahres in Frankreich.

    Sicherheitsmaßnahmen vor der Fußball-Weltmeisterschaft

    Mehrere Regionalzeitungen berichten über verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft. Diskutiert werden unter anderem Ausgangssperren für Minderjährige, verstärkte Polizeipräsenz und Einschränkungen bei öffentlichen Fan-Zonen. Hintergrund sind die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain sowie weitere Unruhen der vergangenen Wochen.

    Klimawandel und Extremwetter bleiben zentrale Themen

    Auch Umwelt- und Klimafragen behalten ihren festen Platz auf den Titelseiten. Neue Analysen des europäischen Klimadienstes Copernicus unterstreichen die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Französische Medien verknüpfen diese Erkenntnisse mit aktuellen Herausforderungen wie Waldbrandgefahr, Wasserknappheit und der Anpassung kritischer Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels.

    Die französische Presse wird heute vor allem von drei Themenkomplexen bestimmt: dem sozialen Konflikt bei der SNCF, der gesellschaftlichen Aufarbeitung des Falls Lyhanna und der geopolitischen Zuspitzung im Nahen Osten. Daneben prägen die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft, die bevorstehende Papstreise sowie die anhaltende Klimadebatte den Nachrichtentag. Zusammen zeichnen diese Themen das Bild eines Landes, das zugleich mit innenpolitischen Herausforderungen und einer zunehmend unsicheren internationalen Lage konfrontiert ist.

    Christine Macha