Schlagwort: Online-Handel

  • Verlockung auf dem Bildschirm: TikTok wird zur Shopping-App – und sorgt für Unruhe im Einzelhandel

    Verlockung auf dem Bildschirm: TikTok wird zur Shopping-App – und sorgt für Unruhe im Einzelhandel

    Ab heute wird in Frankreich nicht nur gescrollt, sondern auch gekauft. TikTok, das soziale Netzwerk, das bislang vor allem für Tanzvideos, Beauty-Tipps und virale Trends stand, startet hierzulande seine Shopping-Funktion: TikTok Shop. Was in den USA, Großbritannien oder Spanien bereits Realität ist, erreicht nun auch Frankreichs 25 Millionen TikTok-Nutzer – und bringt den E-Commerce ins Wanken.

    Denn während User künftig direkt in der App shoppen, zahlen und sich Empfehlungen anzeigen lassen, schrillen bei Einzelhändlern und Fachverbänden die Alarmglocken.

    Kaufen, ohne nachzudenken?

    Im Prinzip funktioniert TikTok Shop wie ein Online-Marktplatz, eingebettet in den endlosen Feed der App. Nutzer können dort gezielt nach Produkten suchen, Rabatte entdecken, Bestellungen verwalten und sich durch interaktive Inhalte zum Kauf verleiten lassen – ohne die App auch nur eine Sekunde zu verlassen. Das klingt praktisch. Vielleicht sogar zu praktisch.

    „Die Leute haben dann gar nicht mehr richtig auf dem Schirm, wie viel Geld sie ausgeben“, meint Nicolas Oaolantonachi vom Beratungsunternehmen MC2I. Er warnt vor einem Anstieg an Impulskäufen. Und wer kennt es nicht: Erst ein schneller Klick auf ein vermeintliches Schnäppchen – und später das böse Erwachen beim Blick aufs Konto.

    Genau hier liegt die Crux: Die Zahlungsabwicklung läuft komplett über TikTok. Das verschleiert für viele den Bezug zum echten Geld. Besonders junge Nutzer, die sich tagtäglich stundenlang in der App aufhalten, könnten hier den Überblick verlieren.

    Shopping trifft Social Media

    Für andere wiederum ist genau das der Reiz. Maël, ein junger Mode-Fan, findet es „einfacher, direkt über TikTok zu bestellen“, vor allem wenn es um Produkte kleiner, unabhängiger Marken geht. Und Victoria, 18 Jahre alt und TikTok-süchtig, hat ohnehin schon einen mentalen Einkaufszettel: „Beauty, Fashion, Tech – das wird spannend.“

    Kein Wunder, dass TikTok auch aus Influencer-Sicht Goldgrube und Bühne zugleich ist. Wer Produkte empfiehlt, kassiert künftig Provision – ein System, das Verkaufsdruck und Reichweite effektiv kombiniert. Fast schon zu effektiv?

    Eine Plattform mit Schattenseiten

    Auch wenn Minderjährige keinen Zugang zu den direkten Verkaufslinks bekommen sollen – TikTok betont „proaktive Moderation“ –, bleibt die Sorge groß. Vor allem aus wirtschaftlicher Perspektive.

    Viele französische Händler fürchten um ihre Existenz. Die Plattform kommt mit Wucht und ohne Umwege auf den Markt, unterstützt von bekannten Marken wie Cabaïa oder Izipizi. Doch mit der Macht des Mutterkonzerns Bytedance im Rücken spielt TikTok in einer anderen Liga – eine, die lokale Händler kaum mitgehen können.

    Einzelhandelsverbände in Frankreich sprechen offen von „unlauterem Wettbewerb“. Gemeinsam mit Temu und Shein wird TikTok Shop nun zu einer Art Dreigestirn des Onlinehandels, das die klassischen Spielregeln ins Wanken bringt. Frankreichs Regierung wurde bereits aufgefordert, „sofortige Maßnahmen“ zum Schutz heimischer Unternehmen zu ergreifen. Der Druck wächst – nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf der Straße.

    Zwischen Komfort und Kontrollverlust

    TikTok Shop ist zweifellos clever. Es vereint Unterhaltung, soziale Interaktion und Kaufanreize auf eine Weise, die herkömmlichen Online-Plattformen den Rang ablaufen könnte. Doch wie weit darf eine App gehen, bis sie mehr schadet als nützt?

    Eine Frage, die sich nicht nur Konsumenten, sondern auch Gesellschaft und Gesetzgeber stellen müssen. Denn inmitten von Algorithmus-Magie und Verkaufspsychologie geht manchmal etwas Entscheidendes verloren: die bewusste Kaufentscheidung.

    Was, wenn wir irgendwann gar nicht mehr wissen, ob wir gerade unterhalten oder manipuliert werden?

    Von C. Hatty

  • Paris: Millionenbetrug durch falsche Warenrücksendungen – Sechs Personen angeklagt

    Paris: Millionenbetrug durch falsche Warenrücksendungen – Sechs Personen angeklagt

    Ein groß angelegter Betrug mit fingierten Warenrücksendungen hat in Frankreich zu mehreren Anklagen geführt. Der Schaden soll mehr als 15 Millionen Euro betragen.

    Ein ausgeklügeltes System falscher Rücksendungen

    Sechs Verdächtige wurden am 5. März in Paris wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Betrug, Geldwäsche und den Betrieb einer illegalen Online-Plattform angeklagt. Bereits im Februar war eine erste Person in diesem Fall verhaftet worden. Drei der Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft, die anderen drei stehen unter richterlicher Aufsicht. Unter ihnen ist auch ein Pariser Anwalt.

    Der Schaden ist enorm: Allein die Baumarktkette Leroy Merlin soll mit 1,6 Millionen Euro betroffen sein, Amazon mit rund 254.000 Euro. Die genaue Schadenssumme wird noch ermittelt, doch laut Staatsanwaltschaft könnte sie weit über 15 Millionen Euro liegen.

    Ein Telegram-Netzwerk als Schaltzentrale

    Die Ermittlungen begannen mit einer Anzeige der französischen Post am 19. März 2024. Ein Postbote hatte offenbar gefälschte Rücksendungen für mehrere Kunden deklariert. Die Cyber-Sicherheitsabteilung der Post entdeckte daraufhin eine Telegram-Gruppe, die diesen Betrug als „Service“ anbot.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug den Fall der Cybercrime-Abteilung der Polizei von Versailles. Im Februar 2025 wurde schließlich ein Hauptverdächtiger verhaftet, der als Administrator der Telegram-Gruppe galt. Sein Anwalt lehnte bisher jede Stellungnahme ab.

    Ein komplexer Fall mit weitreichenden Folgen

    Wie genau die Betrugsmasche funktionierte, welche weiteren Unternehmen betroffen sind und ob es noch mehr Beteiligte gibt, bleibt Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht: Der Fall „Zulon“, wie ihn die Ermittler nennen, zeigt einmal mehr, wie organisierte Kriminalität digitale Plattformen nutzt, um groß angelegte Betrügereien durchzuführen.

    Autor: C.H.

  • Falsche chinesische Shops: So wurden 170.000 Franzosen betrogen

    Falsche chinesische Shops: So wurden 170.000 Franzosen betrogen

    Eine kriminelle Organisation aus China hat zehntausende gefälschte Online-Shops erstellt und so Kunden weltweit in die Falle gelockt. Schätzungsweise 170.000 Franzosen sind auf diesen Trick hereingefallen.

    Wochenlanges Warten – vergeblich

    Wie Charlotte haben viele Franzosen auf ihre Bestellungen gewartet – und vergeblich. Diese Kunden bestellten Waren auf scheinbar legitimen chinesischen Online-Shops und erhielten ihre Käufe nie. Charlotte, eine Rentnerin, erzählte auf dem Sender TF1, dass sie einen Kaschmir-Pullover für 72 Euro bestellt hatte, ein Schnäppchen im Vergleich zu den üblichen 90 Euro. Doch nach wochenlangem Warten wurde ihr klar, dass die Ware nicht ankommen würde. „Ich habe versucht, den Händler zu kontaktieren – ohne Erfolg. Adresse nicht auffindbar… Da wusste ich, ich wurde betrogen.“

    Eine gut geölte Betrugsmaschinerie

    Charlotte ist nur eine von vielen Opfern einer chinesischen Betrügerbande, die in den letzten Monaten zahlreiche gefälschte Online-Shops erstellt hat. Diese Masche wurde am 8. Mai von unseren Kollegen von der Zeitung Le Monde in Zusammenarbeit mit der deutschen Zeitung Die Zeit und dem britischen Guardian aufgedeckt. Insgesamt sollen rund 800.000 Bestellungen über diese betrügerischen Seiten abgewickelt worden sein, davon 170.000 in Frankreich. Damit ist Frankreich das am stärksten betroffene Land.

    Ein immenser finanzieller Schaden

    Der Schaden beläuft sich auf mehrere Dutzend Millionen Euro. Die Betrüger nutzen Kataloge bereits existierender Produkte – hauptsächlich Kleidung und Schuhe – um ihre falschen Angebote zu erstellen. Französische Hersteller sind angesichts dieses Phänomens ratlos. Michel Rouah, Geschäftsführer von Artoyz, einem französischen Anbieter von Sammlerfiguren und Spielzeug, äußerte sich frustriert: „Es dauert drei bis vier Monate, um einen gefälschten Shop schließen zu lassen, während die Betrüger in einer Stunde einen neuen erstellen können.“

    Die unglaubliche Anzahl an Fake-Shops

    Bisher wurden 75.000 gefälschte Webseiten identifiziert, von denen 22.500 noch immer online sind. Diese enorme Zahl macht es den Behörden schwer, effektiv gegen die Betrüger vorzugehen. Jeder geschlossene Shop wird schnell durch einen neuen ersetzt, was den Kampf gegen diese Machenschaften zu einem endlosen Katz-und-Maus-Spiel macht.

    Was kann man tun?

    Die Opfer haben oft wenig oder gar keine Chancen, ihr Geld zurückzubekommen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um nicht selbst Opfer solcher Betrügereien zu werden:

    1. Überprüfen Sie die Website: Suchen Sie nach Bewertungen und prüfen Sie, ob die URL verdächtig aussieht.
    2. Kontaktinformationen: Eine seriöse Seite bietet klare Kontaktinformationen und Kundenservice.
    3. Zahlungsmethoden: Bevorzugen Sie sichere Zahlungsmethoden wie Kreditkarten, die im Betrugsfall eine Rückbuchung ermöglichen.
    4. Misstrauen bei extremen Schnäppchen: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.

    Fazit

    Die große Zahl der betroffenen Franzosen zeigt, wie geschickt die Betrüger vorgehen. Es ist wichtig, wachsam zu sein und verdächtige Websites zu melden, um andere zu warnen und die Verbreitung solcher betrügerischen Shops einzudämmen. Der Kampf gegen diese Art der Kriminalität bleibt schwierig, aber durch gemeinsames Handeln können Verbraucher und Behörden dazu beitragen, die Aktivitäten der Betrüger zu erschweren.

  • Zwischen Tradition und Moderne: Die Einkaufskultur in Frankreich im Zeitalter des Internets

    Zwischen Tradition und Moderne: Die Einkaufskultur in Frankreich im Zeitalter des Internets

    Leserfrage: Gibt es in Frankreich auch den Internethype alles im Netz zu bestellen? Oder ist die Einkaufskultur immer noch regional?

    In einer Welt, die zunehmend von der digitalen Revolution geprägt wird, steht auch die charmante und traditionsreiche Einkaufskultur Frankreichs vor einem Dilemma: Soll sie sich dem unaufhaltsamen Zug des Online-Handels anschließen oder an ihren regionalen und lokalen Traditionen festhalten? Die Antwort ist so komplex und nuanciert wie Frankreich selbst. Einerseit…

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  • Weihnachten: Spediteure sehen sich vor einem starken Paket-Aufkommen

    Weihnachten: Spediteure sehen sich vor einem starken Paket-Aufkommen

    Wie im letzten Jahr dürften die Weihnachtseinkäufe auch 2021 aufgrund der Bedrohung durch die fünfte Welle der Covid-Epidemie massiv über das Internet abgewickelt werden. Internethändler und Spediteure rechnen damit, dass sie neue Rekorde bei der Beförderung von Paketen aufstellen werden.  Im vergangenen Jahr hat die französische Post historische Zahlen bei der Paketzustellung verzeichnet, mit einem exponentiellen Anstieg in den Monaten November und Dezember und Spitzenwerten von über vier Millionen Paketen an einem einzigen Tag. Die Post hat dadurch einen Anstieg der Aktivitäten zwischen 20 und 25% im Jahr 2020 verzeichnet. La Poste erwartet 2021 ein ähnlich intensives Weihnachtsfest. „La Poste plant, erneut sehr starke Volumina zu bewältigen: zwischen 100 und 120 Millionen Colissimo (Postpakete) im November und Dezember 2021. Zwischen 2 und 3 Millionen Pakete sollen täglich zugestellt werden, mit einer erwarteten Spitze von 4 Millionen Mitte Dezember“, teilte der Konzern Anfang November mit. Die Post hat in den letzten Jahren massiv investiert hat, um die Nachfrage zu bewältigen. „Die fünf ultramodernen Paketsortierplattformen, die kürzlich in Frankreich eröffnet wurden (La Buissière in 38, Douvrin in 62, Le Thillay in 95, Les Arcs sur Argens in 83, Montereau-sur-le-Jard in 77), ermöglichen es, die Sortierkapazität von Colissimo um 900.000 Pakete pro Tag zu erhöhen. Unter diesen Colissimo-Plattformen kann die größte Frankreichs, die im April dieses Jahres in Montereau-sur-le-Jard eröffnet wurde, bis zu 40.000 Pakete pro Stunde verarbeiten“, so die Gruppe. Auch DHL Express, der führende internationale Expressdienstleister, plant, im Dezember mehr als 290.000 Pakete in Frankreich zu befördern, was einem Anstieg von +7% gegenüber Dezember 2020 entspricht. DHL France nutzt größere Flugzeuge, um die Nachfrage zu befriedigen. „Wir liefern jedes Jahr mehr Pakete an Privatpersonen aus, da der E-Commerce boomt und sein Wachstum mit der Covid-Krise einen phänomenalen Sprung gemacht hat. Die breite Öffentlichkeit hat sich inzwischen daran gewöhnt, im Internet einzukaufen, und das Phänomen wird weiter zunehmen. Bei DHL Express Frankreich haben wir 2019 38 % unserer Pakete an Privatpersonen ausgeliefert. Dieser Wert liegt nun bei 45% und wir schätzen, dass er bis 2025 auf 55% – 60% ansteigen wird“, betonte Philippe Prétat, CEO von DHL Express France. Mehr Pakete, die so schnell wie möglich zuzustellen sind, erhöhen das Tempo und den Stress der Zusteller in Frankreich und für die rund 1,5 Millionen Beschäftigten in der Logistik- und Transportbranche verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen. Schließlich hat die Vervielfachung der Lieferungen auch einen ökologischen Preis: Je kürzer die Lieferzeiten werden, desto höher ist der CO2-Ausstoß. Um den Kampf um die letzte Meile grüner zu gestalten, werden bereits Drohnen und Roboter geprobt. Lesen Sie auch: Frankreich will die kostenlose Lieferung von Online-Einkäufen wegen zu hoher Umweltbelastung verbieten
  • Amazon: 12.000 Saisonarbeiter werden in Frankreich für das Jahresendgeschäft angeheuert

    Amazon: 12.000 Saisonarbeiter werden in Frankreich für das Jahresendgeschäft angeheuert

    Amazon will mehrere tausend Saisonarbeitskräfte für Logistikarbeiten in „Distributionszentren, Sortierzentren und lokalen Lieferagenturen“ einstellen.

    Wie jedes Jahr wird Amazon im letzten Quartal wieder neue Mitarbeiter einstellen. Der Online-Einzelhandelsriese kündigte am Mittwoch an, dass er 12.000 Saisonarbeiter in Frankreich für das Weihnachtsgeschäft einstellen will, das ein Höhepunkt für das Online-Shopping ist.

    „Die Stellen sollen in Amazons französischem Logistiknetzwerk besetzt werden, das Distributionszentren, Sortierzentren und lokale Lieferagenturen umfasst“, so der Konzern. Nach eigenen Angaben wird die Zahl der Mitarbeiter bis Ende des Jahres auf 14.500 Festangestellte steigen.

    Amazon setzt auf den E-Commerce-Boom
    „Die Mitarbeiter, die während der Weihnachtszeit zu Amazon kommen, werden eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung, dem Verpacken und dem Versand von Bestellungen spielen“, so Amazon, das auf den E-Commerce-Boom setzt, der durch die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen für klassische Geschäfte noch beschleunigt wurde.

    Anfang September gab das Unternehmen bekannt, dass es in den Vereinigten Staaten, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum 55.000 Mitarbeiter für Büroarbeitsplätze (Personalwesen, Marketing, Technik) einstellen will, nachdem es in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Pandemie bereits mehr als 450.000 Mitarbeiter eingestellt hat. Ende 2020 beschäftigte Amazon weltweit 1,3 Millionen Mitarbeiter.

  • Frankreich will die kostenlose Lieferung von Online-Einkäufen wegen zu hoher Umweltbelastung verbieten

    Frankreich will die kostenlose Lieferung von Online-Einkäufen wegen zu hoher Umweltbelastung verbieten

    Ein parlamentarischer Bericht, der die Auswirkungen des Online-Shoppings auf die Umwelt ins Visier nimmt, hat eine Reihe von neuen Maßnahmen zur Regulierung von Lieferungen skizziert.

    Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht, der von zwei Senatoren der Parteien Parti Socialiste und Les Républicains verfasst und von der Zeitung Le Figaro eingesehen wurde, zielt darauf ab, die Umweltbelastung durch den Transport von Waren zu reduzieren.

    Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören das Verbot von Gratislieferungen und die Verpflichtung für Unternehmen, die ihre Produkte online verkaufen, den CO2-Fußabdruck der angebotenen Lieferoptionen offenzulegen.

    In Frankreich werden fast 90 Prozent des internen Warentransports auf der Straße abgewickelt, zum Nachteil der Bahn- und Flussfracht.

    „Dreiundzwanzig Prozent der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen resultieren aus schweren Nutzfahrzeugen und 19 Prozent aus leichten Nutzfahrzeugen“, so der Bericht.

    Im Jahr 2014 schränkte ein Gesetz zur Unterstützung kleiner Buchläden die kostenlose Lieferung beim Online-Verkauf von Büchern ein. Amazon schlug zurück, indem es den Kunden nur einen Cent für die Lieferung von Büchern nach Hause in Rechnung stellte.

    Beschleunigt durch die Pandemie ist der E-Commerce im letzten Jahr explodiert – laut Le Monde machte er in Frankreich im Jahr 2020 einen Umsatz von 112 Milliarden Euro, und 92 Prozent der Franzosen kaufen inzwischen überwiegend online ein. Im Jahr 2020 wurden eine Milliarde Pakete zugestellt, im Vergleich zu 800 Millionen im Jahr 2019.

    Laut der Agentur für den ökologischen Übergang (Ademe) verursacht jeder Online-Einkauf das Äquivalent von 12 Gramm CO2, was einer Autofahrt von etwa 1 km entspricht.

  • Digitale Welt: 91% der Franzosen sind im Internet und 76% in sozialen Netzwerken

    Digitale Welt: 91% der Franzosen sind im Internet und 76% in sozialen Netzwerken

    Die Covid-19-Gesundheitskrise hat, wie wir wissen, die Digitalisierung Frankreichs beschleunigt: Ob für die Arbeit mit Télétravail oder in ihrem „eingeschränkten“ Privatleben, die Franzosen nutzen inzwischen massiv digitale Werkzeuge in ihrem täglichen Leben: Videokonferenzlösungen und Internethandel, Video on Demand auf Plattformen wie Netflix oder Nutzung von click and collect.

    Diese Verhaltensweisen finden sich im neuen Bericht von Hootsuite, einem Spezialisten für Social Network Management, und der Agentur We Are Social, „Digital 2021 France“.

    5:37 Stunden im Internet pro Tag
    Erste Lektion: 59,5 Millionen Franzosen sind jetzt mit dem Internet verbunden, was 91% der Gesamtbevölkerung entspricht. Und 49,6 Millionen Internetnutzer nutzen in Frankreich soziale Netzwerke, das sind fast 76% der Bevölkerung. Täglich verbringen die französischen Internetnutzer durchschnittlich 5 Stunden 37 im Internet, 3 Stunden 27 vor dem Fernseher (inklusive Streaming), 1 Stunde 41 Minuten in sozialen Netzwerken, mehr als eine Stunde beim Lesen der Presse (in Print oder online), 56 Minuten bei Videospielen und 28 Minuten beim Hören von Podcasts. Allerdings achten 15,7% der französischen Internetnutzer auf die am Bildschirm verbrachte Zeit und/oder setzen sich Zeitlimits.

    Als Folge der Gesundheitskrise ist Messaging auf dem Vormarsch: 82,4% der französischen Internetnutzer im Alter von 16 bis 64 Jahren nutzen jeden Monat mobiles Messaging; 61,5% nutzen ein Programmwie Google-Maps; 54,3% nutzen Shopping-Websites; fast 52% spielen Spiele und 47,6% nutzen eine Musikplattform. Unter den Apps führt Whatsapp das Ranking bei den aktiven Nutzern an, aber bei der Anzahl der Downloads ist die Videoanwendung TikTok der Sieger. Der Videokonferenzdienst Zoom kam auf den vierten Platz, gefolgt von dem neuen Video-on-Demand-Dienst Disney+ auf dem fünften Platz.

    Das Gewicht von GAFAM
    Diese Digitalisierung der französischen Gesellschaft geht auch mit einer zunehmend besseren Ausstattung einher: 95,7% der französischen Internetnutzer zwischen 16 und 64 Jahren besitzen inzwischen ein Smartphone, fast 49% ein Tablet, 44% eine Videospielkonsole, 10% einen internetfähigen Gegenstand für zu Hause und 4% ein Virtual-Reality-Headset. Vor allem das „Internet der Dinge“ ist auf dem Vormarsch, denn 4,36 Millionen französische Haushalte sind mittlerweile mit vernetzten Gegenständen für das Zuhause ausgestattet.

    Eine weitere Lehre aus dem Bericht ist das Gewicht der GAFAMs (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft): YouTube, Facebook, Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp sind die von französischen Internetnutzern im Alter von 16-64 Jahren am meisten genutzten sozialen Netzwerke. Snapchat, auf Platz 6, liegt auch in diesem Jahr wieder vor Twitter und Pinterest.

    Schließlich haben 74,4% der französischen Internetnutzer zwischen 16 und 64 Jahren im letzten Monat mindestens einen Online-Einkauf getätigt. „In Frankreich macht der Tourismussektor trotz eines Rückgangs von 45,5%, was größtenteils auf die Pandemie zurückzuführen ist, und im Gegensatz zu den weltweiten Trends, die im internationalen Digital Report 2021 erfasst wurden, immer noch den größten Anteil am E-Commerce-Umsatz aus, dicht gefolgt vom Mode-/Schönheitssektor“, so Hootsuite.

  • Weihnachten: Die Franzosen haben bereits begonnen, ihre Geschenke online zu verkaufen

    Weihnachten: Die Franzosen haben bereits begonnen, ihre Geschenke online zu verkaufen

    Diesen Freitag, den 25. Dezember um 12 Uhr mittags, wurden fast 300.000 Anzeigen zum Weiterverkauf von Weihnachtsgeschenken auf der Rakuten-Website veröffentlicht. Laut einer Studie hatten 7,3 Millionen Franzosen bereits vor Weihnachten geplant, ihre Geschenke weiterzuverkaufen. Ein Trend, der in de…

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  • #NoëlSansAmazon: Petition ruft zum Boykott des US-Online-Giganten auf

    #NoëlSansAmazon: Petition ruft zum Boykott des US-Online-Giganten auf

    Eine Petition, die von grünen und linken Europaabgeordneten, aber auch von NGOs und Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur unterzeichnet wurde, wurde am Dienstag gestartet, um die Verbraucher zu ermutigen, den Kauf von Weihnachtsgeschenken auf der größten Internet-Verkaufsplattform zu vermeiden.

    Wenige Wochen vor Weihnachten und in einem Kontext völliger Verwirrung für die von der Krise betroffenen Händler erklärt sich der Widerstand gegen den E-Commerce-Riesen mit der Veröffentlichung von zwei Petitionen gegen Amazon innerhalb von zwei Tagen fast von selbst. Nach der am Vortag veröffentlichten Petition, in der Politiker, Gewerkschaften, aber auch Buchhändler und Verleger eine Sondersteuer auf Amazon-Verkäufe fordern, verspricht das gerade am Dienstag online gegangene Manifest: „Lieber Weihnachtsmann, dieses Jahr verpflichten wir uns zu einem #NoëlSansAmazon“, dessen Unterzeichner versprechen, die Amazon-Plattform nicht zum Kauf ihrer Weihnachtsgeschenke zu nutzen.

    Zu diesen Unterzeichnern gehören die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo (PS), die Bürgermeisterin von Poitiers, Léonore Moncond’huy (EELV), oder der Bürgermeister von Grenoble, Éric Piolle (EELV), der Präsident der Métropole de Lyon, Bruno Bernard (EELV) oder Carole Delga, PS-Präsident der Region Okzitanien, aber auch Bürgermeister vieler kleinerer Gemeinden und Ökologen wie die ehemalige Umweltministerin Delphine Batho, Matthieu Orphelin oder François Ruffin.

    Es unterzeichneten France Nature Environnement, Greenpeace, der Verband der französischen Ladenbesitzer und die französische Buchhändlergewerkschaft den Text ebenso wie der Regisseur Cyril Dion, die Romanschriftstellerin Christine Orban, der Sänger François Morel und der Karikaturist Philippe Geluck.

    „Ein seit langer Zeit bekanntes Problem“
    Am Vorabend des Starts dieser Petition war es der CFDT-Vorsitzende Laurent Berger, der persönlich gegen die Amazon-Plattform Stellung nahm: „Wir müssen versuchen, ein Weihnachten mit möglichst wenig Amazon zu feiern“, forderte der Präsident der Europäischen Gewerkschaftskonferenz, der am Montag bei France Inter den Startschuss für diese Petition gab, und forderte das amerikanische Unternehmen ebenfalls auf, seine Steuerabgaben in Frankreich zu entrichten. Für ihn ist Amazonien „schon seit langem das Problem. Auch schon letztes Weihnachten“, aber er räumt auch ein, dass „es Bürger gibt, die keine andere Lösung sehen, als diese Plattform zu nutzen“.

    Für einen nachhaltigeren elektronischen Handel
    Die Bittsteller, die ein düsteres Bild der sozialen, fiskalischen und ökologischen Folgen der Entwicklung Amazons zeichnen, fordern die Nutzung von lokalen Händlern oder der Kreislaufwirtschaft für Weihnachtsgeschenke.

    „Dies ist nicht nur ein Aufruf, nicht bei Amazon zu bestellen, es ist auch eine positive Petition zum Nutzen der lokalen Händler und für einen nachhaltigeren E-Commerce“ – Matthieu Orphelin.

    Die Petition, die auf die 200.000 Unterschriften abzielt, fordert auch Gesetze, die die Entwicklung des digitalen Riesen in Frankreich behindern. Sie fordert ein Verbot neuer Lagerhäuser oder Gesetze, „die dem unlauteren Wettbewerb und der Steuerungerechtigkeit zwischen digitalen Giganten und physischen und lokalen Unternehmen ein Ende setzen“.

    Angesichts der „digitalen Diebe“ fordert die Petition auch Gesetze, „die unserer Wirtschaft und nicht Jeff Bezos‘ wahnsinnigem Vermögen zugute kommen“ und „vor allem politische Führer, die es wagen, sich ihm entgegen zu stellen, die es wagen, den Kampf gegen diese ‚Staatsgegner‘ zu führen“.

    Angesichts der Kritik verteidigt das Management von Amazon-Frankreich seine Investitionen in das Land und verweist auf die Schaffung von 9.300 Arbeitsplätzen in den letzten 10 Jahren.