Schlagwort: Nutztiere

  • 315 Rinder und ein Systemversagen: Der Fall Moselle erschüttert Frankreichs Landwirtschaft

    315 Rinder und ein Systemversagen: Der Fall Moselle erschüttert Frankreichs Landwirtschaft

    Manchmal genügt eine Zahl, um das ganze Ausmaß eines Skandals sichtbar zu machen. In diesem Fall ist es 315. So viele Rinder wurden Mitte April im Saulnois, einem ländlich geprägten Gebiet in der französischen Moselle, aus einem Betrieb geholt – nicht etwa im Rahmen einer Routinekontrolle, sondern als Notmaßnahme. Was die Einsatzkräfte dort vorfanden, beschreibt die OABA (Œuvre d’Assistance aux Bêtes d’Abattoirs – französische Tierschutzorganisation) in drastischen Worten: abgemagerte Tiere, teils bis zur Kachexie ausgezehrt, kaum mehr als Haut und Knochen. Ein Bild, das sich einprägt. Und eines, das Fragen aufwirft. Denn die Zahlen sprechen eine eigene Sprache. Mehr als 100 verendete Tiere im Jahr 2025, fast 30 weitere in den ersten Monaten des Jahres 2026 – das ist kein Ausrutscher, kein einmaliges Versagen, sondern deutet auf ein strukturelles Problem hin. Wer so lange so viele Verluste hinnimmt, agiert nicht mehr im Bereich des Zufälligen. Hier scheint ein Betrieb über Monate, viel…

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  • Schüsse auf der Weide – Viehdiebstahl und tote Schafe erschüttern einen Hof im Departement Mayenne

    Schüsse auf der Weide – Viehdiebstahl und tote Schafe erschüttern einen Hof im Departement Mayenne

    Es ist ein Bild, das selbst hartgesottenen Landwirten den Magen umdreht. Tote Schafe auf der Weide, Blut im Gras, dazu das Fehlen ganzer Würfe von Lämmern. In der kleinen Gemeinde Gennes-Longuefuye im Süden des Départements Mayenne sind Züchter Opfer eines Vorfalls geworden, der sprachlos macht. Als das Ehepaar Anfang der Woche seine Tiere kontrollieren wollte, stieß es auf vier tote Mutterschafe. Zwei weitere waren schwer verletzt und verendeten wenig später. Beim Wenden eines Kadavers entdeckte der Züchter eine auffällige Wunde an der Schulter. Kein Riss, kein Unfall. Eher ein Einschuss. Kurz darauf fanden sich weitere Hinweise: Einschusslöcher, eine Patronenhülse, dazu Bissspuren an mehreren Tieren. Parallel dazu fehlten 17 Lämmer – spurlos verschwunden. Die Staatsanwaltschaft in Laval bestätigte die Aufnahme von Ermittlungen. Untersucht wird nicht nur der Diebstahl, sondern auch die genaue Todesursache der Tiere. Der Verdacht: Schüsse aus einer Feuerwaffe. Für einen landwirtschaftl…

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  • Drôme: Siebter Wolf abgeschossen – zwischen Schutzinstinkt und Artenschutz

    Drôme: Siebter Wolf abgeschossen – zwischen Schutzinstinkt und Artenschutz

    In den Bergen über Châtillon-en-Diois fiel am 15. September 2025 ein einzelner Schuss – und mit ihm ein Wolf. Nicht der erste in diesem Jahr. Nicht der letzte im Land. Es war bereits der siebte Abschuss im Département Drôme seit Jahresbeginn. Frankreichweit summiert sich die Zahl der getöteten Wölfe 2025 inzwischen auf 138 – erlaubt sind maximal 192. Der Fall rückt einmal mehr ein Thema in den Fokus, das seit Jahren polarisiert: Wie viel Schutz braucht der Wolf? Und wie viel Schutz braucht das Schaf? Ein Angriff, ein Schuss – ein toter Wolf Die Szene spielt sich ab wie ein typisches Kapitel aus dem Buch des ländlichen Überlebens: Ein Wolf attackiert eine Schafherde. Die louveterie – staatlich beauftragte Jäger zur Regulierung von Wildtieren – schreitet ein. Der Abschuss erfolgt im Rahmen eines tir de défense simple, also eines Notwehr-Schusses während eines laufenden Angriffs. Rechtlich gedeckt, operativ durchdacht – und doch alles andere als unproblematisch. Denn diese Eingriffe, auch…

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  • Was kostet ein Hamburger wirklich? – Die Umweltrechnung auf dem Teller

    Was kostet ein Hamburger wirklich? – Die Umweltrechnung auf dem Teller

    Ein Hamburger kostet zwei, drei Euro? Vielleicht fünf, wenn er Bio ist? Klingt billig – ist es aber nicht. Denn was auf dem Kassenzettel fehlt, steht in keiner Speisekarte: Energieverbrauch, Wasserknappheit, gerodete Wälder und verlorene Artenvielfalt. Kurz gesagt: Unser Fast Food hat Langzeitfolgen. Und Frankreich? Macht manches anders – manchmal besser, manchmal nur anders.

    Energieverbrauch: Wenn Burger mehr Strom fressen als ein Kühlschrank Rindfleisch, das Filetstück des klassischen Hamburgers, ist ein echter Energiefresser. Schon bevor das Fleisch auf dem Grill landet, ist ein ganzer Energie-Rattenschwanz aktiv: Traktoren, die Futtermittel ernten, Maschinen, die diese verarbeiten, Transporte quer durchs Land oder über Kontinente hinweg – und das Ganze wieder rückwärts bis zur Kuh. Ein Kilo Rindfleisch braucht in der Produktion rund 60-mal mehr Energie als ein Kilo Kartoffeln. Das ist kein Zahlendreher. Vor allem in Deutschland, wo Massentierhaltung oft industriell betrieben wird,…

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  • Brände in der Gironde: Bewohner retten Tiere vor den Flammen

    Brände in der Gironde: Bewohner retten Tiere vor den Flammen

    Mehrere Dörfer mussten in den vergangenen Tagen in der Gironde evakuiert werden. Einige Bewohner waren gezwungen, ihre Tiere zurückzulassen. Eine Welle der Solidarität entstand, um sie nun in Sicherheit zu bringen.

    Das Feuer bedroht auch die Tiere in der Gegend von Landiras (Gironde), wo am Sonntag, 17. Juli, immer die Flammen wüteten. Seit Mittwoch wurden Dutzende von Tieren vor dem sicheren Tod gerettet. „Hier haben wir einen Ziegenbock. (…) Dort sind Ziegen, Esel, Ponys, Pferde. Wir warten auf Adressen, wo es Leute gibt, die ihre Tiere evakuieren wollen. Wir stehen zur Verfügung“, erklärt eine Frau auf dem Sender France 3.

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    Die Magie der sozialen Netzwerke
    Der Ziegenbock kommt zu einer Gruppe anderer geretteter Tiere. Das Reitzentrum in Cabanac-et-Villagrains (Gironde) zentralisiert einen Teil der Rettungsanfragen. „Das geht mit den sozialen Netzwerken, das ist toll. Ich habe einen Aufruf gestartet, und alle antworten ‚ich habe Platz‘, ‚ich kann transportieren’“, freut sich Ludivine Guichon, Besitzerin des Ponyclubs „La Voile“. der Notruf einer Ziegenzüchterin wurde in nur 24 Stunden mehr als 6.000 Mal geteilt.