Schlagwort: Nizza

  • Hollywood an der Côte d’Azur: Die Studios de la Victorine in Nizza erleben ein neues Frühlingserwachen

    Hollywood an der Côte d’Azur: Die Studios de la Victorine in Nizza erleben ein neues Frühlingserwachen

    Kaum ein Ort verkörpert die glanzvolle Geschichte des französischen Films so sehr wie die Studios de la Victorine in Nizza. Seit über einem Jahrhundert umweht diesen Ort ein Hauch von Magie – zwischen Nostalgie, Sternenglanz und dem Traum einer großen Renaissance. Wo einst Rosen wuchsen, entstand Fi…

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  • Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Die Côte d’Azur erlebt derzeit eine Art transatlantisches Revival. Amerikanische Touristinnen und Touristen strömen wieder verstärkt an die französische Mittelmeerküste – nicht wie einst in den goldenen Fünfzigern, aber mit ähnlich viel Begeisterung. Und das ist mehr als nur ein vorübergehender Hype.


    Dollars und Dolce Vita: Eine spürbare Rückkehr

    2024 machten internationale Gäste satte 54 Prozent aller Besucher an der Côte d’Azur aus. Besonders auffällig dabei: Der starke Zuwachs aus Nordamerika. Und das schlägt sich nicht nur in der Besucherstatistik nieder, sondern auch in der Kasse – mit rund 170 Euro geben amerikanische Reisende täglich mehr als doppelt so viel aus wie ihre französischen Pendants.

    Diese neue Lust auf die Côte d’Azur fällt nicht zufällig mit einer verlängerten Tourismussaison zusammen. Dank Großereignissen wie den Olympischen Spielen oder dem Tour de France-Rummel zieht sich die Hauptsaison mittlerweile von Mai bis Oktober – ein echter Glücksfall für die Hotellerie. In Nizza lagen die Belegungszahlen im Sommer an manchen Wochenenden bei beeindruckenden 98 Prozent.


    Lieblingsecken mit Postkartenflair

    Wo zieht es die Gäste aus Übersee besonders hin?

    • Nizza lockt mit seiner Promenade des Anglais, einem Mix aus Belle Époque und urbaner Lässigkeit – genau der richtige Cocktail für Reisende auf der Suche nach Kultur und Meerblick.
    • Saint-Tropez versprüht weiter seinen alten Charme. Für viele bleibt der Ort Inbegriff französischen Glamours – samt Luxusläden, Yachten und schillerndem Nachtleben.
    • Monaco ist Pflichtprogramm für alle, die Prestige und Jetset erleben wollen – inklusive Casino, Formel 1 und königlichem Flair.
    • Cap d’Antibes bietet hingegen Ruhe, mediterrane Idylle und exklusive Rückzugsorte – ideal für diejenigen, die lieber unbemerkt genießen.

    Kurz gesagt: Jeder dieser Orte erfüllt ein anderes Fernweh – und gemeinsam machen sie die Region unwiderstehlich.


    Der Weg wird kürzer

    Ein wesentlicher Grund für die neu entflammte Begeisterung: Die Côte d’Azur ist leichter erreichbar als je zuvor. Der Flughafen Nizza-Côte d’Azur hat sein Transatlantikangebot kräftig ausgebaut. American Airlines etwa bietet Direktflüge aus Philadelphia an – und macht so den Sprung über den Atlantik für viele deutlich bequemer. Ein Jetlag, der sich lohnt.


    Wo Sonne ist, gibt’s auch Schatten

    Doch der Boom hat auch seine Kehrseiten. Mit dem Ansturm steigen nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Herausforderungen: Verkehrsprobleme, Wohnraumknappheit, Umweltbelastung – Themen, die viele Einheimische betreffen. Die wachsende Nachfrage darf nicht zulasten der Lebensqualität oder der natürlichen Schönheit der Region gehen.

    Die Tourismusakteure vor Ort stehen daher vor einer komplexen Aufgabe: Wie kann man Wachstum und Nachhaltigkeit in Einklang bringen?


    Mehr als nur ein Sommerflirt?

    Die Begeisterung amerikanischer Gäste für die Côte d’Azur ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis gezielter Strategie, kultureller Attraktivität und einer Prise mediterranen Charmes, der auf der anderen Seite des Atlantiks nie ganz vergessen wurde. Die Region hat bewiesen, dass sie nicht nur fotogen ist – sondern auch zukunftsfähig.

    Die spannende Frage lautet nun: Gelingt es, diesen Schwung verantwortungsvoll zu nutzen – und dabei sowohl Gästen als auch Gastgebern gerecht zu werden?

    Von Andreas M. B.

  • Erdbeben bei Nizza: Spürbare Erschütterung aber keine Schäden in Claviers

    Erdbeben bei Nizza: Spürbare Erschütterung aber keine Schäden in Claviers

    Leserfrage: „Gab es wegen des Erdbebens vom 18. März Schäden in der Region Claviers?“

    In der Woche vom 13. bis 20. März 2025 hat ein Erdbeben der Stärke 4,1 die Region um Claviers (Var) erschüttert. Es war das stärkste Beben in Südfrankreich seit 20 Jahren – und doch ist Claviers mit einem blauen Auge davongekommen. Am Dienstagabend gegen 18:45 Uhr bebte der Boden. Das Epizentrum lag nordöstlich von Nizza, doch die Erschütterung war bis ins Hinterland zu spüren. Auch in Claviers merkten die Bew…

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  • Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Die Côte d’Azur bleibt ein Besuchermagnet – selbst in den Wintermonaten. Von der berühmten Promenade des Anglais in Nizza bis zu den Stränden von Saint-Raphaël zieht die französische Mittelmeerküste immer mehr Touristen an.

    Und das ist kein Zufall. Frankreich behauptet sich weiterhin als das meistbesuchte Land der Welt, was auch den positiven Effekten der Olympischen Spiele zu verdanken ist.

    Winter, Sonne, Côte d’Azur

    Die klassischen Postkartenmotive der Côte d’Azur – Palmen, türkisblaues Wasser und charmante Altstädte – verfehlen ihre Wirkung auch im Winter nicht. Während andere Urlaubsregionen in der kalten Jahreszeit einen Besucherrückgang erleben, boomt der Tourismus hier.

    Fast 50 % der touristischen Unterkünfte waren in der späten Wintersaison belegt. Auch Restaurants verzeichneten eine hohe Nachfrage, was bestätigt, dass viele Urlauber die milde Mittelmeerluft der französischen Riviera genossen haben.

    Hotels profitieren von steigenden Buchungen

    Ein Hotel in Hafennähe erreichte 2024 eine beeindruckende Auslastung von 80 %. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 3,5 %. Mit dem Frühling vor der Tür stehen Hoteliers und Gastronomen nun vor der Herausforderung, zusätzliches Personal zu rekrutieren.

    Olympische Spiele als Wachstumsmotor

    Die touristische Erfolgswelle betrifft nicht nur die Côte d’Azur. Dank der Olympischen und Paralympischen Spiele konnte Frankreich im Jahr 2024 beeindruckende 100 Millionen internationale Besucher begrüßen.

    Kein Zweifel – Frankreich bleibt die unangefochtene Nummer eins im weltweiten Tourismus. Und mit seinen sonnenverwöhnten Küsten ist die Côte d’Azur ein strahlendes Aushängeschild dieses Erfolgs.

    Von C. Hatty

  • Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Die Korruptionsaffäre um die Skulpturen von Richard Orlinski zieht weitere Kreise. Neue Durchsuchungen fanden am Dienstag, dem 18. März, in mehreren Unternehmen des Künstlers sowie in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung von Nizza und der Region Nizza statt. Im Zentrum der Ermittlungen: mutmaßliche Bestechung und Begünstigung, die auch den amtierenden Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, betreffen könnten.

    Kunst oder Korruption?

    Die Geschichte beginnt 2023 mit einer Ausstellung von Richard Orlinskis Skulpturen in Nizza – organisiert von der Stadt selbst. Was zunächst wie eine gewöhnliche Kunstausstellung aussah, entwickelte sich rasch zu einem Politikum. Laut Recherchen von Mediapart soll Orlinski hochrangigen Politikern Geschenke gemacht haben. Ein klassischer Fall von Kunstsponsoring oder doch ein gezielter Versuch, Einfluss zu nehmen?

    Jean-Christophe Picard, Stadtrat der Grünen in Nizza, hatte bereits im März 2024 den Staatsanwalt eingeschaltet. Seine Forderung: Eine Untersuchung, die klären soll, unter welchen Bedingungen die Werke des Künstlers im öffentlichen Raum aufgestellt wurden.

    Ermittlungen ausgeweitet

    Ursprünglich lag der Fall bei der Staatsanwaltschaft von Nizza. Doch angesichts der möglichen Dimensionen des Skandals gab diese das Verfahren im April 2024 an die nationale Finanzstaatsanwaltschaft weiter. Dort wurde im September 2024 offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption und Begünstigung eingeleitet. Zuständig ist das Office central de lutte contre la corruption et les infractions financières et fiscales – Frankreichs zentrale Behörde zur Bekämpfung von Korruption und Finanzdelikten.

    Die Durchsuchungen vom 18. März waren ein weiterer Schritt zur Aufklärung. Neben Orlinskis Unternehmen standen besonders die Büros der Stadtverwaltung im Fokus. Ziel der Razzien war es, Beweise für mögliche unrechtmäßige Absprachen zwischen dem Künstler und den Behörden zu sichern.

    Reaktionen: Gelassenheit oder Strategie?

    Christian Estrosi, der langjährige Bürgermeister von Nizza, sieht dem Verfahren offenbar entspannt entgegen. Sein Anwalt Mathias Chicheportiche erklärte gegenüber ici Azur: „Eine Durchsuchung ist ein völlig normales Mittel in einer solchen Ermittlung. Mein Mandant hat freiwillig alle relevanten Unterlagen übergeben.“ Er betonte zudem, dass Estrosi weiterhin uneingeschränkt mit der Justiz kooperiere.

    Doch was bedeutet das für die politische Karriere des Bürgermeisters? Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall weitreichende Konsequenzen haben – nicht nur für Estrosi, sondern für das gesamte politische Gefüge von Nizza.

    Die große Frage: Zufall oder System?

    Orlinski ist kein Unbekannter in der Kunstwelt. Seine Skulpturen, oft große, farbenfrohe Darstellungen von Tieren oder Pop-Art-Ikonen, sind weltweit gefragt. Dass seine Werke in Nizza ausgestellt wurden, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch wenn dabei fragwürdige Gefälligkeiten im Spiel waren, könnte sich der Künstler in einem Netz aus politischen und juristischen Problemen verfangen haben.

    Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der Verdacht erhärtet oder ob es sich um einen Sturm im Wasserglas handelt. Eines ist jedoch sicher: Die Verbindung von Kunst, Politik und Geld sorgt immer wieder für Zündstoff – und Nizza ist keine Ausnahme.

    Von C. Hatty

  • Erdbeben in den Alpes-Maritimes: Keine Schäden, keine Verletzten

    Erdbeben in den Alpes-Maritimes: Keine Schäden, keine Verletzten

    Ein Erdbeben der Stärke 4,1 erschütterte am Dienstagabend, dem 18. März, um 18:45 Uhr die Region zwischen Contes und Coaraze. Besonders in Nizza war die Erschütterung deutlich zu spüren – doch die gute Nachricht: Es gab weder Schäden noch Verletzte.

    Ein Beben, das für Aufsehen sorgte

    „Hast du es gespürt?“ – diese Frage tauchte kurz nach der Erschütterung unzählige Male in Textnachrichten und auf Social Media auf. Die Bewohner der Alpes-Maritimes tauschten sich hektisch aus, während erste offizielle Informationen eintrafen.

    Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi gab schnell Entwarnung: Keine Schäden in der Stadt, kein Grund zur Sorge. Das Epizentrum des Bebens lag etwa sechs Kilometer nordöstlich von Carros, und eine Nachbeben der Stärke 2,1 folgte wenige Minuten später.

    Keine Verletzten, keine Gefahr für Gebäude

    Auch der Präfekt der Alpes-Maritimes bestätigte über die Plattform X (ehemals Twitter), dass keine Verletzten gemeldet wurden. Dennoch gingen zahlreiche Anrufe bei den Notfalldiensten ein – eine übliche Reaktion nach einem spürbaren Beben.

    Glücklicherweise bestand keine Gefahr eines Tsunamis oder struktureller Schäden an Gebäuden oder den Hängen der Seealpen. Die Behörden blieben dennoch wachsam und hielten die Lage im Blick.

    Ein kleiner Schreckmoment

    Neben dem Hauptbeben wurden weitere leichte Erschütterungen registriert – eine mit einer Stärke von 1,8 in Coaraze sowie kleinere Mikro-Beben mit einer Magnitude von 1. Diese sind in seismisch aktiven Gebieten keine Seltenheit.

    Ein Erdbeben dieser Stärke reicht aus, um Menschen aufschrecken zu lassen, aber nicht, um ernsthafte Schäden anzurichten. Ein kurzer Schreck – mehr nicht. Trotzdem bleibt die Erinnerung an das unangenehme Gefühl, wenn der Boden unter den Füßen plötzlich nicht mehr stabil scheint.

    Von Andreas M. B.

  • Leichtes in der Fastenzeit: Salade Niçoise Moderne – Ein Genuss aus Südfrankreich

    Leichtes in der Fastenzeit: Salade Niçoise Moderne – Ein Genuss aus Südfrankreich

    Die Fastenzeit ist eine wunderbare Gelegenheit, bewusst und leicht zu essen, ohne dabei auf Geschmack oder Genuss zu verzichten. Ein perfektes Gericht, das Leichtigkeit, Nährstoffe und französische Raffinesse vereint, ist der Salade Niçoise Moderne. Diese moderne Interpretation des klassischen Salad…

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  • Dicke Luft für Schüler: Luftverschmutzung gefährdet Kinder in Südfrankreich

    Dicke Luft für Schüler: Luftverschmutzung gefährdet Kinder in Südfrankreich

    Schulen sollten sichere Orte sein – Orte des Lernens, Spielens und Wachsens. Doch in Marseille, Nizza, Cannes und Avignon atmen Hunderttausende von Schülern täglich Luft, die alles andere als gesund ist. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltorganisation Respire zeigt alarmierende Zahlen: In fast allen Schulen der Region übersteigen die Werte für Stickstoffdioxid und Feinstaub die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

    Was bedeutet das für die Gesundheit der Kinder? Und warum wird nicht schneller gehandelt, um die Luftqualität zu verbessern?


    Atemluft als Gesundheitsrisiko

    Die Studie von Respire, die sich auf Luftqualitätsdaten aus dem Jahr 2023 stützt, untersuchte 2.800 Schulen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Das Ergebnis ist ernüchternd:

    • Über 50 % der Schulen überschreiten die empfohlene Grenze für Stickstoffdioxid (NO₂).
    • 98 % der Schulen liegen über den WHO-Grenzwerten für Feinstaub (PM 10 und PM 2.5).
    • Rund 900.000 Schüler sind täglich einer erhöhten Luftverschmutzung ausgesetzt.

    Stickstoffdioxid stammt hauptsächlich aus dem Straßenverkehr – vor allem aus Dieselabgasen. Feinstaub entsteht durch Verbrennungsvorgänge, aber auch durch den Abrieb von Reifen und Bremsen. Besonders problematisch: Diese winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können langfristige Schäden verursachen.

    Schulwege durch Smog-Zonen

    In Marseille gibt es keine Schule, die die WHO-Empfehlungen für Luftqualität erfüllt. Besonders betroffen sind zentrale Stadtteile. Nur einige Einrichtungen im 7. Arrondissement und in entlegeneren Gegenden weisen eine „passable“ Luftqualität auf – was nichts anderes bedeutet, als dass die Verschmutzung „nur“ knapp unter den höchsten Belastungsstufen liegt.

    Ein Drittel der Schüler in Marseille atmet doppelt so viele Feinstaubpartikel ein, wie es die WHO für gesundheitlich vertretbar hält. Auch in Nizza und Cannes sind die Werte alarmierend hoch.

    Das wirft eine unangenehme Frage auf: Warum schickt man Kinder jeden Tag in eine Umgebung, die ihrer Gesundheit schadet?


    Luftverschmutzung: Ein stiller Krankmacher

    Die Folgen der Luftverschmutzung sind nicht zu unterschätzen. Laut Respire trägt die Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub zu 12 bis 20 % aller neuen Atemwegserkrankungen bei Kindern bei. Dazu gehören:

    • Asthma
    • Chronische Bronchitis
    • Allergien und Lungenentzündungen
    • Mittelohrentzündungen
    • Sogar Leukämien werden mit Feinstaubbelastung in Verbindung gebracht

    Kinder sind besonders anfällig, da ihre Lungen noch in der Entwicklung sind. Wer in jungen Jahren schlechter Luft ausgesetzt ist, hat später ein höheres Risiko für chronische Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme.

    Kurz gesagt: Hier geht es nicht um ein vages Umweltproblem – es geht um die Gesundheit einer ganzen Generation.


    Gab es Fortschritte? Ja – aber nicht genug

    Immerhin gibt es einen Lichtblick: Die durchschnittlichen Schadstoffwerte in Städten wie Marseille, Aix-en-Provence, Nizza und Avignon sind in den letzten zehn Jahren gesunken. Das zeigt, dass Verbesserungen möglich sind. Aber reicht das?

    Respire fordert entschiedenere Maßnahmen, um die Luftqualität an Schulen drastisch zu verbessern. Dazu gehören:

    Verkehrsberuhigung und autofreie Zonen vor Schulen
    Bessere öffentliche Verkehrsmittel als Alternative zum Auto
    Mehr Bewusstsein für das Problem, etwa durch Informationskampagnen
    Elektrifizierung von Hafengebieten, damit Schiffe nicht im Hafen Dieselabgase ausstoßen

    Das sind sinnvolle Schritte – doch sie müssen schneller umgesetzt werden. Jede Verzögerung bedeutet, dass weitere Kinder mit schlechter Luft aufwachsen.


    Eltern, Lehrer, Politik – wer übernimmt Verantwortung?

    Die Daten liegen auf dem Tisch. Die Gesundheitsrisiken sind bekannt. Doch wo bleibt die große Veränderung?

    Luftverschmutzung ist kein abstraktes Problem, sondern eine Frage des politischen Willens. Städte wie Paris oder Barcelona zeigen, dass Maßnahmen wie autofreie Innenstädte, grüne Schulhöfe oder emissionsfreie Busse funktionieren. Warum also nicht in Marseille, Nizza oder Cannes?

    Die Frage ist nicht, ob gehandelt werden sollte, sondern wie schnell.


    Ein Aufruf zum Handeln

    Am Montag, dem 17. März, organisierte Respire eine Kundgebung vor der École Franklin-Roosevelt in Marseille. Eltern, Lehrer und Anwohner waren aufgerufen, sich zu beteiligen.

    Es geht um mehr als Zahlen und Statistiken – es geht um saubere Luft für Kinder. Und das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

    Von Andreas M. B.

  • Gewalt in Sportclub: Trainer in Nizza misshandelte Kinder

    Gewalt in Sportclub: Trainer in Nizza misshandelte Kinder

    Schockierende Aufnahmen erschüttern Nizza: Ein Sporttrainer des Clubs „Ultra de Cimiez“ soll mehrfach Kinder brutal behandelt haben. Videos, die in Eltern-Chats kursieren, zeigen, wie er gezielt Bälle ins Gesicht von Kindern schießt und sie sogar von einem Mauervorsprung stößt. Die Empörung ist groß – und die Justiz ermittelt.

    Gewalt statt Sportförderung

    Eltern, die sich eigentlich auf die sportliche Entwicklung ihrer Kinder freuten, mussten fassungslos mitansehen, was sich im Club tatsächlich abspielte. In den Videoaufnahmen sieht man einen Jungen, der von einem Trainer absichtlich gestoßen wird und stürzt. In einer weiteren Szene wird ein Kind mit voller Wucht von einem Ball am Kopf getroffen. Und das Schlimmste: Solche Vorfälle gab es offenbar nicht nur einmal.

    Seit dem 7. März kursieren die Aufnahmen in Elternkreisen. Viele haben ihre Kinder umgehend aus dem Club abgemeldet.

    Konsequenzen für die Verantwortlichen

    Der Clubleiter hat schnell reagiert: Der identifizierte Trainer wurde fristlos entlassen. Zwei weitere Betreuer, die in den Aufnahmen zu sehen sind, haben den Verein inzwischen verlassen. Doch für die Justiz ist der Fall damit nicht erledigt: Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen „Gewalt gegen Minderjährige unter 15 Jahren durch eine autoritätshabende Person“ eingeleitet.

    Eltern in Sorge – was wussten die Verantwortlichen?

    Der Vorfall wirft viele Fragen auf. Wieso wurde der Trainer erst jetzt entlassen, obwohl die Taten aus der Saison 2022-2023 stammen? Hat die Clubleitung wirklich erst durch die Videos von den Misshandlungen erfahren?

    Für viele Eltern ist klar: Ein solches Verhalten darf in einem Sportverein keinen Platz haben. Die Ermittlungen werden hoffentlich ans Licht bringen, wie es so weit kommen konnte – und wer vielleicht noch die Augen davor verschlossen hat.

    Von C. Hatty

  • Tanzend zur Gratis-Baguette: Eine Bäckerei in den Alpes-Maritimes sorgt für gute Laune

    Tanzend zur Gratis-Baguette: Eine Bäckerei in den Alpes-Maritimes sorgt für gute Laune

    In einer kleinen Bäckerei nahe Nizza wird das Einkaufen zur Tanzparty! Wer die Tür von Boul’Ange JC Tradition in Drap betritt und sich traut, ein paar Tanzschritte aufs Parkett – oder besser gesagt auf die Ladenfliesen – zu legen, bekommt eine Baguette geschenkt.

    Ein Kunde bringt es auf den Punkt: „Das sorgt für gute Stimmung – für uns und für die Verkäufer.“ Und genau darum geht es: ein bisschen Leichtigkeit in den Alltag bringen.

    Tanzen für Brot – und für gute Laune

    Die Idee ist simpel, aber genial. Die Inhaber haben eine kleine Ankündigung an die Tür geklebt: Wer beim Betreten tanzt, bekommt seine Baguette umsonst. Was als spontane Idee begann, ist schnell zu einem lokalen Phänomen geworden.

    „Das ist doch viel mehr wert als das Brot selbst“, sagt Jérémy Casalati, der Besitzer der Bäckerei. Und er hat recht: In einer Welt, die oft von Stress und Hektik geprägt ist, ist eine kleine Tanzeinlage vielleicht genau das, was viele brauchen.

    Jeder Tanzstil ist erlaubt

    Die Aktion spricht alle Altersgruppen an. Eine 80-jährige Kundin lacht: „Was soll ich tanzen? Paso, Tango, Java oder vielleicht doch Twist?“ Ihre Freude steckt an – und genau das macht die Aktion so besonders.

    Natürlich sind nicht alle Kunden geborene Tänzer, aber wer sich traut, wird nicht nur mit einem knusprigen Brot belohnt, sondern auch mit einem Lächeln.

    Ein viraler Erfolg

    Die schönsten Tänze werden auf den sozialen Medien geteilt – und dort kommen sie richtig gut an. Tausende Menschen sehen sich die Clips an, einige extra motivierte Tänzer besuchen die Bäckerei sogar nur, um mitzumachen.

    Täglich werden rund 15 Gratis-Baguettes vergeben – eine kleine Geste, die aber eine große Wirkung hat. Denn eins ist sicher: Die Kunden verlassen die Bäckerei nicht nur mit Brot, sondern auch mit einem Lächeln.

    Vielleicht sollte es viel mehr solcher kreativen Ideen geben – wer sagt denn, dass Einkaufen immer so ernst sein muss?

    Von C. Hatty