Schlagwort: Neukaledonien

  • Klimawandel in Frankreichs Überseegebieten: Warum die Zeit zum Handeln drängt

    Klimawandel in Frankreichs Überseegebieten: Warum die Zeit zum Handeln drängt

    Wenn in Europa über den Klimawandel diskutiert wird, richtet sich der Blick häufig auf Hitzewellen, Waldbrände oder schmelzende Gletscher. Weit weniger Beachtung finden dagegen die französischen Überseegebiete, obwohl sich die Folgen der globalen Erwärmung dort bereits heute besonders deutlich zeigen. Von den Antillen über La Réunion und Mayotte bis nach Französisch-Polynesien, Neukaledonien, Französisch-Guayana oder Saint-Pierre-et-Miquelon […]

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  • Provinzwahlen in Neukaledonien: Eine Richtungsentscheidung für die Zukunft des französischen Pazifikgebiets

    Provinzwahlen in Neukaledonien: Eine Richtungsentscheidung für die Zukunft des französischen Pazifikgebiets

    Die bevorstehenden Provinzwahlen in Neukaledonien sind weit mehr als eine gewöhnliche Erneuerung der regionalen Parlamente. Sie werden das politische Kräfteverhältnis des französischen Überseegebiets für die kommenden Jahre bestimmen, die Zusammensetzung des Kongresses von Neukaledonien festlegen und damit auch die künftige Regierung wählen. Vor allem aber werden sie entscheidenden Einfluss auf die Verhandlungen über den zukünftigen institutionellen Status des Archipels haben. Nach den schweren Unruhen des Jahres 2024, den mehrfach verschobenen Wahlen und dem Scheitern der Verfassungsverhandlungen in Paris gilt dieser Urnengang als die wichtigste politische Weichenstellung seit den Unabhängigkeitsreferenden. Eine Wahl mit weitreichenden Folgen Anders als Regionalwahlen im französischen Mutterland sind die Provinzwahlen in Neukaledonien der eigentliche Schlüssel zur politischen Macht. Die Bürger wählen die Versammlungen der drei Provinzen – Süd, Nord und Loyalitätsinseln. Ein Teil der g…

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  • Freispruch auf Zeit: Der Fall Christian Tein erschüttert die französische Strategie in Neukaledonien

    Freispruch auf Zeit: Der Fall Christian Tein erschüttert die französische Strategie in Neukaledonien

    Zwei Jahre nach den schweren Unruhen in Neukaledonien hat die französische Justiz eine Entscheidung getroffen, die weit über den juristischen Einzelfall hinausreicht. Die Ermittlungsrichter in Paris haben ein umfassendes Verfahren gegen vierzehn kanakische Aktivisten eingestellt, darunter auch Christian Tein, eine der bekanntesten Figuren der Unabhängigkeitsbewegung. Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der juristischen Aufarbeitung der Gewalt von 2024 – und wirft zugleich neue Fragen über das Verhältnis zwischen dem französischen Staat und seiner pazifischen Überseeprovinz auf. Eine spektakuläre Wende im Verfahren Die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Cellule de coordination des actions de terrain (CCAT) gehörten zu den politisch sensibelsten Verfahren der vergangenen Jahre in Frankreich. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Mai 2024 waren führende Vertreter der Organisation beschuldigt worden, eine koordinierte Aufstandsbewegung organisiert oder zumindest unterstützt …

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  • Das Paradies kämpft um sein Comeback

    Das Paradies kämpft um sein Comeback

    Wer zum ersten Mal die Île des Pins erblickt, versteht sofort, weshalb sie seit Jahrzehnten als eines der schönsten Reiseziele im Südpazifik gilt. Türkis schimmernde Lagunen, blendend weiße Sandstrände und die markanten Pinien, die wie natürliche Türme in den Himmel ragen, prägen das Bild dieser kleinen Insel südöstlich von Neukaledonien. Lange Zeit galt sie als Sehnsuchtsort für Reisende aus aller Welt. Doch das Paradies geriet in den vergangenen Jahren aus dem Takt.

    Zunächst legte die Covid-Pandemie den internationalen Tourismus nahezu lahm. Grenzen schlossen, Flugzeuge blieben am Boden und Hotels verloren von einem Tag auf den anderen ihre Gäste. Kaum zeichnete sich eine langsame Erholung ab, traf die nächste Krise das französische Überseegebiet. Die schweren Unruhen in Neukaledonien im Mai 2024 sorgten weltweit für Schlagzeilen und hinterließen tiefe Spuren im Tourismussektor.

    Auf der Île des Pins waren die Folgen besonders deutlich spürbar.

    Denn hier hängt ein großer Teil des wirtschaftlichen Lebens direkt vom Tourismus ab. Hotels, Pensionen, Restaurants, Bootsführer, Kunsthandwerker und Anbieter von Ausflügen leben von den Besuchern. Bleiben die Gäste aus, trifft das nahezu jede Familie auf der Insel in irgendeiner Form.

    Viele Unternehmer erinnern sich noch gut an die schwierigen Monate. Zimmer blieben leer, Tische in Restaurants unbesetzt und zahlreiche Aktivitäten fanden kaum noch Teilnehmer. Manche Betriebe reduzierten ihre Öffnungszeiten, andere mussten Investitionen verschieben oder Personal abbauen. Für eine Inselgemeinschaft mit überschaubarer Einwohnerzahl wirkt sich ein solcher Einbruch besonders stark aus.

    Doch die Menschen vor Ort geben nicht auf.

    Ganz im Gegenteil.

    Wer heute mit Touristikern spricht, spürt eine Mischung aus Zuversicht und Entschlossenheit. Die Insel soll wieder zu dem werden, was sie über Jahrzehnte gewesen ist: ein Traumziel für Naturliebhaber, Taucher, Ruhesuchende und Abenteuerlustige.

    Die Voraussetzungen dafür sind nach wie vor vorhanden. Die Landschaft hat nichts von ihrer Magie verloren. Die berühmte Bucht von Upi mit ihren riesigen Felsen wirkt noch immer wie eine Filmkulisse. Die natürliche Lagune von Oro begeistert mit kristallklarem Wasser, in dem bunte Fische zwischen Korallen umherschwimmen. An den Stränden von Kuto und Kanumera reicht oft schon ein kurzer Spaziergang, um sich wie auf einer Postkarte zu fühlen.

    Manche Besucher berichten sogar, dass die Insel heute ursprünglicher wirkt als früher.

    Weniger Menschen, mehr Ruhe.

    Für viele Reisende klingt das fast wie ein Luxusgut.

    Gleichzeitig arbeiten die touristischen Akteure daran, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Internationale Gäste sollen erkennen, dass die Sicherheitslage sich stabilisiert hat und Reisen wieder problemlos möglich sind. Hotels modernisieren ihre Angebote, Ausflugsveranstalter entwickeln neue Programme und lokale Initiativen setzen verstärkt auf authentische Begegnungen mit der Kultur der Kanak Bevölkerung.

    Denn genau darin liegt eine besondere Stärke der Île des Pins.

    Es geht nicht nur um schöne Strände.

    Es geht um Geschichten, Traditionen und Menschen.

    Wer dort einige Tage verbringt, entdeckt schnell eine andere Zeitrechnung. Hektik scheint auf der Insel kaum zu existieren. Gespräche dauern länger, Sonnenuntergänge genießen mehr Aufmerksamkeit als Terminkalender und die Natur gibt den Rhythmus vor. Ist das nicht genau das, wonach viele Urlauber heutzutage suchen?

    Trotz aller Bemühungen bleiben die Herausforderungen erheblich. Die geografische Lage zählt weiterhin zu den größten Hindernissen. Neukaledonien liegt weit entfernt von den großen internationalen Tourismusmärkten. Die Anreise kostet Zeit und oft auch viel Geld. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Preise für Unterkünfte und Dienstleistungen.

    Während andere Pazifikdestinationen mit aggressiven Angeboten um Gäste werben, fällt es Neukaledonien schwerer, preislich mitzuhalten.

    Dennoch besitzt die Insel einen Vorteil, den sich kein Konkurrent einfach kaufen kann.

    Ihre Einzigartigkeit.

    Wer einmal mit einer traditionellen Piroge durch die Bucht von Upi gefahren ist oder am frühen Morgen allein auf einem weißen Strand stand, vergisst diese Eindrücke selten. Die Insel verkauft keine künstliche Traumwelt. Sie bietet eine echte.

    Aus diesem Grund richten sich viele Hoffnungen auf die regionalen Märkte. Vor allem Australien und Neuseeland gelten als wichtige Zielgruppen. Von dort aus ist die Anreise deutlich einfacher als aus Europa. Zudem kennen viele Reisende in diesen Ländern Neukaledonien bereits und verbinden die Region mit außergewöhnlichen Naturerlebnissen.

    Auch Kreuzfahrtschiffe könnten eine größere Rolle spielen. Zwar bleiben deren Passagiere meist nur für kurze Zeit, doch sie bringen zusätzliche Besucher auf die Insel und sorgen für Einnahmen bei lokalen Anbietern. Für viele Geschäftsleute zählt derzeit jeder Gast.

    Die Entwicklung der Île des Pins steht sinnbildlich für die Lage ganz Neukaledoniens. Der Tourismus gilt als wichtiger Gradmesser für das Vertrauen in die Zukunft. Jedes ausgebuchte Hotelzimmer, jede gebuchte Bootstour und jeder zusätzliche Flug signalisiert, dass sich die Region langsam von den Krisen der vergangenen Jahre erholt.

    Die Insel muss sich dabei nicht neu erfinden. Sie braucht keine spektakulären Freizeitparks und keine künstlichen Attraktionen. Ihr größter Schatz liegt längst vor aller Augen. Die Natur hat hier etwas geschaffen, das selbst erfahrene Globetrotter ins Staunen versetzt.

    Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft der aktuellen Aufbruchsstimmung.

    Die Île des Pins wartet nicht darauf, schöner zu werden.

    Sie wartet darauf, wiederentdeckt zu werden.

    Und wer weiß – vielleicht führt der nächste Traumurlaub genau dorthin, wo türkisfarbenes Wasser auf schneeweißen Sand trifft und die Zeit für einen Moment stillzustehen scheint.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Tagesüberblick: Diese Themen dominieren heute die französischen Medien

    Tagesüberblick: Diese Themen dominieren heute die französischen Medien

    Frankreich startet an diesem 14. Mai mit einer ungewöhnlich dichten Nachrichtenlage zwischen Weltpolitik, innenpolitischer Neuaufstellung und gesellschaftlicher Nervosität. Während international die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zwischen den USA und China gerichtet ist, verschärfen sich zugleich die Debatten über Sicherheit, Gesundheit und politische Stabilität im eigenen Land. Die französische Medienlandschaft zeichnet damit das Bild einer Republik im Übergang – außenpolitisch unter Druck, innenpolitisch bereits im Wahlkampfmodus.

    Trump und Xi: Paris fürchtet eine neue Weltordnung ohne Europa

    Das internationale Leitthema bleibt das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking. Französische Medien analysieren vor allem die strategische Bedeutung der Gespräche vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten, der Taiwan-Frage und der globalen Handelskonflikte.

    In Paris wächst dabei die Sorge, dass Europa zunehmend zum Zuschauer einer geopolitischen Neuordnung wird, die zwischen Washington und Peking ausgehandelt wird. Kommentatoren weisen darauf hin, dass Frankreichs Einfluss auf zentrale Fragen wie Halbleiterproduktion, Rohstoffsicherung oder Sicherheitsarchitektur begrenzt bleibt, solange die Europäische Union außenpolitisch nicht geschlossener auftritt.

    Besonders aufmerksam verfolgen französische Medien mögliche Signale einer wirtschaftlichen Entspannung zwischen den USA und China. Denn eine Stabilisierung der Beziehungen könnte zwar kurzfristig die Märkte beruhigen, zugleich aber Europas strategische Bedeutung weiter schwächen.

    Hantavirus: Die Erinnerung an Covid bleibt politisch wirksam

    Große Aufmerksamkeit erhält weiterhin das Thema Hantavirus. Obwohl die französischen Behörden betonen, dass derzeit keine akute Gefahr für Frankreich bestehe, bleibt die mediale Präsenz hoch. Internationale Quarantänemaßnahmen und Berichte über mögliche Infektionsketten nähren erneut jene Unsicherheit, die seit der Covid-Pandemie tief im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert ist.

    Die Regierung bemüht sich sichtbar um Beruhigung. Präsident Emmanuel Macron und mehrere Gesundheitsvertreter vermeiden alarmistische Töne und betonen die Leistungsfähigkeit der französischen Gesundheitsbehörden. Dennoch zeigt die Berichterstattung, wie empfindlich europäische Gesellschaften inzwischen auf potenzielle Gesundheitskrisen reagieren.

    Dabei geht es längst nicht nur um Medizin. Das Thema berührt grundlegende Fragen staatlicher Glaubwürdigkeit, Krisenvorsorge und internationaler Mobilität. Französische Kommentatoren weisen darauf hin, dass bereits die mediale Dynamik einer Gesundheitswarnung erhebliche wirtschaftliche und politische Folgen auslösen kann.

    Frankreich 2027: Der Wahlkampf hat faktisch begonnen

    Innenpolitisch verschiebt sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Präsidentschaftswahl 2027. Obwohl die Wahl formal noch in einiger Entfernung liegt, befinden sich zentrale Akteure bereits in einer permanenten Positionierungsphase.

    Im Mittelpunkt stehen derzeit Gabriel Attal, Édouard Philippe und Innenminister Bruno Retailleau. Alle drei repräsentieren unterschiedliche Varianten eines politischen Zentrums, das nach dem Ende der Macron-Ära um seine zukünftige Gestalt ringt.

    Gabriel Attal versucht weiterhin, sich als modernisierte Fortsetzung des Macronismus zu präsentieren. Édouard Philippe setzt stärker auf staatsmännische Distanz und wirtschaftspolitische Glaubwürdigkeit. Retailleau wiederum gewinnt insbesondere im konservativen Lager an Profil, indem er Fragen von Sicherheit und Migration offensiv besetzt.

    Die französischen Leitmedien diskutieren zunehmend die strukturelle Schwäche des sogenannten „socle commun“ – jenes politischen Blocks zwischen liberalem Zentrum und gemäßigter Rechter. Viele Analysten bezweifeln inzwischen, dass dieses Bündnis langfristig stark genug bleibt, um dem Rassemblement National dauerhaft Paroli zu bieten.

    Neukaledonien bleibt eine offene Wunde der Republik

    Weiterhin angespannt bleibt die Lage in Neukaledonien. Zwei Jahre nach den schweren Unruhen beschäftigen sich französische Medien erneut intensiv mit den politischen und gesellschaftlichen Folgen des Konflikts.

    Besonders sensibel ist die Debatte über die Reform des Wahlrechts vor den anstehenden Provinzwahlen. Kritiker sehen darin einen Eingriff in das fragile Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Pazifikterritoriums. Gleichzeitig berichten mehrere Medien über den zunehmenden Wegzug europäischstämmiger Einwohner sowie wirtschaftliche Verwerfungen nach den Unruhen.

    Die Diskussion berührt fundamentale Fragen französischer Staatlichkeit: Wie weit reicht die Integrationskraft der Republik? Welche Rolle spielt das koloniale Erbe Frankreichs im 21. Jahrhundert? Und wie stabil bleibt die französische Präsenz im indo-pazifischen Raum?

    Paris versucht weiterhin, die Situation durch politische Verhandlungen und Sicherheitsmaßnahmen unter Kontrolle zu halten. Doch viele Beobachter sehen den Konflikt längst als Symptom einer tieferliegenden Krise französischer Übersee-Politik.

    Cannes zwischen Glamour und politischer Realität

    Auch das Filmfestival von Cannes bleibt ein zentrales Medienthema. Wie jedes Jahr dient das Festival nicht nur als kulturelles Ereignis, sondern auch als Bühne gesellschaftlicher und geopolitischer Debatten.

    Besondere Aufmerksamkeit erhält Jurypräsident Park Chan-wook, dessen öffentliche Aussagen zur Rolle des Kinos in geopolitischen Krisenzeiten breit diskutiert werden. Gleichzeitig beschäftigen sich zahlreiche Kommentare mit den wirtschaftlichen Veränderungen der internationalen Filmindustrie, insbesondere mit dem Einfluss großer Streamingplattformen und der wachsenden Konzentration im Mediensektor.

    In diesem Zusammenhang rückt auch Unternehmer Rodolphe Saadé stärker in den Fokus. Seine zunehmende Präsenz im französischen Medienmarkt löst Debatten über journalistische Unabhängigkeit und die Konzentration von Medienmacht aus. Frankreich erlebt damit eine Entwicklung, die viele europäische Demokratien beschäftigt: die wachsende Verbindung zwischen wirtschaftlicher Macht, politischem Einfluss und Medienkontrolle.

    Alltagssorgen dominieren weiterhin die Regionen

    Neben den großen geopolitischen und politischen Themen bleiben auch klassische Alltagssorgen stark präsent. Regionale Medien berichten ausführlich über steigende Lebenshaltungskosten, Verkehrspolitik, Umweltkonflikte und Sicherheitsfragen.

    Diskutiert werden unter anderem strengere Regeln für E-Scooter, lokale Streitigkeiten über Windkraftprojekte sowie Debatten über Schuluniformen und Jugendgewalt. Gerade diese regionalen Themen zeigen, dass viele Franzosen politische Unsicherheit weniger über internationale Krisen als über konkrete Veränderungen ihres Alltags wahrnehmen.

    Die Kombination aus geopolitischer Nervosität, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlicher Polarisierung prägt derzeit die öffentliche Stimmung in Frankreich. Das Land wirkt zunehmend wie eine Gesellschaft, die gleichzeitig Stabilität sucht und sich doch auf tiefgreifende politische Veränderungen vorbereitet.

    Autor: Christine Macha

  • Nouvelle-Calédonie: Ein fragiles Abkommen am Scheideweg

    Nouvelle-Calédonie: Ein fragiles Abkommen am Scheideweg

    Manuel Valls, französischer Minister für die Überseegebiete, wird am Dienstag, dem 19. August, zu einem heiklen Besuch in Nouméa eintreffen. Ziel seiner Mission ist es, das sogenannte Abkommen von Bougival zu retten, das am 12. Juli unterzeichnet, jedoch am 13. August von der Unabhängigkeitsbewegung Front de libération nationale kanak socialiste (FLNKS) abgelehnt wurde. In einer Phase zunehmender politischer Polarisierung steht damit nicht weniger als die institutionelle Zukunft der französischen Inselgruppe im Südpazifik auf dem Spiel. Ein Abkommen zwischen Selbstbestimmung und französischer Einheit Das Abkommen von Bougival war das Ergebnis intensiver Verhandlungen zwischen loyalistischen Parteien, die den Verbleib bei Frankreich anstreben, und den Unabhängigkeitsbefürwortern. Kernstück ist die Errichtung eines „État de la Nouvelle-Calédonie“ innerhalb der Französischen Republik – ein staatsähnliches Gebilde mit eigener Nationalität und erweiterten Zuständigkeiten, etwa in der Außenp…

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  • Neukaledonien wird „Staat in der Republik“ – Frankreich definiert seine Einheit neu

    Neukaledonien wird „Staat in der Republik“ – Frankreich definiert seine Einheit neu

    Nach zehn intensiven Verhandlungstagen in Bougival, westlich von Paris, haben sich Vertreter der französischen Regierung, der Unabhängigkeitsbewegung und der loyalistischen Parteien Neukaledoniens auf ein weitreichendes Abkommen geeinigt. Präsident Emmanuel Macron sprach von einem „historischen Moment“ und würdigte den ausgehandelten Vertrag als Modell politischen Dialogs. Das neue Abkommen markiert den tiefgreifendsten institutionellen Wandel seit den Nouméa-Abkommen von 1998 – und stellt zugleich das republikanische Selbstverständnis Frankreichs vor neue Herausforderungen. Der „État de Nouvelle-Calédonie“ – eine doppelte Zugehörigkeit Zentrales Element des Abkommens ist die Gründung eines „État de Nouvelle-Calédonie“ innerhalb der Französischen Republik. Dieses neue institutionelle Konstrukt soll nicht mit einem souveränen Staat verwechselt werden, sondern vielmehr eine politische Identität stiften, die der besonderen Geschichte und kulturellen Eigenständigkeit des Archipels Rechnung…

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  • Macron ringt um die Zukunft der Nouvelle-Calédonie

    Macron ringt um die Zukunft der Nouvelle-Calédonie

    Emmanuel Macron versucht mit einem hochrangigen Gipfel in Paris, das französische Überseegebiet Nouvelle-Calédonie aus der institutionellen und wirtschaftlichen Krise zu führen. Die tiefen Gräben zwischen Loyalisten und Unabhängigkeitsbefürwortern erschweren jedoch einen Kompromiss. Seit den schweren Unruhen im Mai 2024 befindet sich das französische Überseegebiet Nouvelle-Calédonie in einer politischen und wirtschaftlichen Sackgasse. Ein Jahr nach den gewaltsamen Ausschreitungen mit 14 Todesopfern hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nun ein Gipfeltreffen im Élysée-Palast einberufen. Ziel ist es, die festgefahrenen Gespräche zwischen den politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren des Pazifikarchipels neu zu beleben. Ein strategischer Schachzug des Élysée Das Treffen, das am 2. Juli begann und bis zum Wochenende in Bougival hinter verschlossenen Türen fortgesetzt wird, gilt als Versuch des französischen Staates, seine Steuerungsfähigkeit in der Übersee-Regi…

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  • Der schwierige Weg zur Versöhnung – Macrons Pazifik-Gipfel als politisches Wagnis

    Der schwierige Weg zur Versöhnung – Macrons Pazifik-Gipfel als politisches Wagnis

    Ein Gipfel in Paris soll den politischen Stillstand in Neukaledonien überwinden. Der französische Präsident setzt auf Dialog, doch die Zeit für symbolische Gesten ist vorbei. Ein Jahr nach den schwersten Unruhen seit Jahrzehnten steht Frankreich in seiner pazifischen Exklave am Scheideweg. Mit der Einladung zu einem hochrangigen Gipfel am 2. Juli versucht Emmanuel Macron, einen neuen politischen Prozess für Neukaledonien in Gang zu setzen. Es ist ein Vorhaben, das nicht weniger verspricht als die Überwindung einer historischen Spaltung – zwischen Loyalität gegenüber der Republik und dem Streben nach Unabhängigkeit. Ein Konflikt mit langer Geschichte Die Spannungen in Neukaledonien sind keineswegs neu. Seit dem Matignon-Abkommen von 1988 und dem Nouméa-Abkommen von 1998 hat sich Frankreich verpflichtet, schrittweise Kompetenzen an die Inselgruppe zu übertragen. Drei Referenden über die Unabhängigkeit – zuletzt 2021 – haben jeweils eine knappe Mehrheit für den Verbleib bei Frankreich erg…

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  • Neukaledonien: Christian Tein unter strengen Auflagen freigelassen

    Neukaledonien: Christian Tein unter strengen Auflagen freigelassen

    Ein französisches Berufungsgericht in Paris hat am 12. Juni 2025 die Freilassung von Christian Tein angeordnet. Der 57-jährige Anführer der kanakischen Unabhängigkeitsbewegung wird fortan unter strenger richterlicher Aufsicht stehen. Ein Hausarrest bei seiner Lebensgefährtin im Elsass, das Verbot der Rückkehr nach Neukaledonien sowie ein Kontaktverbot zu Mitbeschuldigten kennzeichnen die Bedingungen seiner Freilassung. Der Fall Tein hat in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur juristische, sondern auch tiefgreifende politische Wellen geschlagen – in Paris ebenso wie in Nouméa. Mit seiner Freilassung unter Auflagen beginnt ein neues Kapitel in einem komplizierten Konflikt, der weit über individuelle Schuldfragen hinausweist. Kontext der Unruhen im Mai 2024 Im Mai 2024 führten tiefgreifende politische Spannungen in Neukaledonien zu massiven Unruhen. Auslöser war eine von der französischen Nationalversammlung beschlossene Änderung des Wahlrechts, wonach auch in Neukaledonien ansässige f…

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