Schlagwort: Netflix

  • Frankreichs Kulturkampf ums Kino: Warum der Streit um das CNC mehr ist als eine Budgetfrage

    Frankreichs Kulturkampf ums Kino: Warum der Streit um das CNC mehr ist als eine Budgetfrage

    Der Konflikt um das französische Filmfördermodell ist längst zu einer symbolischen Auseinandersetzung über Identität, Staat und kulturelle Souveränität geworden. Als CNC-Präsident Gaëtan Bruel den jüngsten Vorstoß des Rassemblement National (RN) zurückwies, zielte seine Argumentation auf den Kern der Debatte: Das Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC) sei eben kein klassischer Subventionsapparat, der sich aus allgemeinen Steuermitteln speise, sondern ein wirtschaftlicher Kreislauf innerhalb der Branche selbst. Kino, Fernsehsender, Streaming-Plattformen und Internetanbieter finanzieren die Filmförderung mit ihren Abgaben – also genau jene Akteure, die vom audiovisuellen Markt profitieren. Damit verteidigt Bruel nicht nur eine Behörde, sondern ein Modell, das Frankreich seit Jahrzehnten als kulturelle Ausnahme in Europa versteht. Der RN wiederum sieht im CNC ein Sinnbild eines vermeintlich ideologisch geprägten Kulturbetriebs, den die Partei seit Jahren als linksdominiert k…

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  • Kampf des ökonomischen Drucks: Wie Europa auf Trumps Drohungen mit dem Anti-Koerzitionsinstrument reagieren kann

    Kampf des ökonomischen Drucks: Wie Europa auf Trumps Drohungen mit dem Anti-Koerzitionsinstrument reagieren kann

    Die jüngste Eskalation zwischen der Europäischen Union und den USA nimmt absurde Züge an. Donald Trump, der die internationale Bühne zunehmend als Plattform für Provokationen nutzt, hat erneut und mit aller Kraft die alte Idee einer US-Annexion Grönlands ins Spiel gebracht. Was einst als diplomatischer Fauxpas belächelt wurde, erhält in der gegenwärtigen geopolitischen Gemengelage eine neue Brisanz. Die EU sieht sich gezwungen, auf ökonomische Drohgebärden Washingtons mit einem ihrer schärfsten handelspolitischen Instrumente zu reagieren: dem sogenannten Anti-Koerzitionsinstrument.

    Handelskrieg als politisches Druckmittel

    Hinter Trumps martialischer Rhetorik steckt ein erprobtes Muster: die gezielte Instrumentalisierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten zur Durchsetzung politischer Interessen. Bereits zu Beginn seiner zweiten Amtszeit nutzte er Strafzölle, Sanktionsdrohungen und bilaterale Erpressung als Mittel einer transaktionalen Außenpolitik. Dass er nun erneut mit Sonderzöllen gegen europäische Produkte droht, zeigt, dass sich an dieser Grundhaltung wenig geändert hat – im Gegenteil: Die Zurückhaltung Chinas, der krisenhafte Zustand der WTO und die Zersplitterung multilateraler Foren begünstigen eine Rückkehr zur Politik der Machtprojektion mit wirtschaftlichen Mitteln.

    Grönland fungiert dabei weniger als konkretes Ziel denn als geopolitischer Hebel. Die rohstoffreiche Insel ist von strategischem Interesse für die USA – nicht zuletzt wegen ihrer Lage im arktischen Raum und der Nähe zu russischen Einflusszonen. Trumps rhetorische Angriffe auf Dänemark, die Schutzmacht Grönlands, ist daher nicht bloß skurrile Randnotiz, sondern Teil eines größeren Spiels um Einfluss und Ressourcen in der Arktis.

    Europas Antwort: Die „Handelsbazooka“

    Mit dem Anti-Koerzitionsinstrument verfügt die Europäische Union seit Ende 2023 über ein scharfes juristisches Instrument, das es ihr erlaubt, auf ökonomischen Druck mit gezielten Gegenmaßnahmen zu reagieren. Das Instrument ist so gestaltet, dass es nicht nur reagiert, sondern vor allem präventiv wirken soll – durch die Drohung mit Sanktionen auf Marktzugang, Zöllen, Investitionsstopps oder dem Ausschluss aus öffentlichen Ausschreibungen.

    Entscheidend ist dabei das Verfahren: Die Europäische Kommission kann den Mechanismus einleiten, benötigt für dessen Umsetzung jedoch eine qualifizierte Mehrheit unter den Mitgliedstaaten – mindestens 55 % der Staaten, die zugleich 65 % der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dies macht das Instrument politisch durchsetzbar, aber auch anfällig für interne Differenzen.

    Uneinigkeit in der EU

    Während Frankreich unter Wirtschaftsminister Roland Lescure offen für eine Anwendung des Instruments plädiert und eine robustere Verteidigung europäischer Interessen fordert, mahnen andere Länder wie Deutschland und Italien zur Deeskalation. Diese Differenzen zeigen einmal mehr die Schwierigkeit einer kohärenten Außenwirtschaftspolitik im europäischen Kontext – insbesondere dann, wenn wirtschaftliche Interessen divergieren.

    Denn eine offensive Nutzung des Anti-Koerzitionsinstruments birgt Risiken: Sanktionen gegen US-Unternehmen wie Visa, Mastercard, Netflix oder Google würden zweifellos Wirkung zeigen – aber auch auf Seiten der europäischen Verbraucher empfindliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der transatlantische Markt ist tief verflochten; jede Maßnahme könnte Gegenreaktionen provozieren, die europäische Unternehmen hart treffen würden. Die Instrumente sind stark – doch sie sind auch doppelschneidig.

    Wirtschaftlicher Selbstbehauptungswille

    Trotz aller Vorsicht steht hinter der Debatte um das Anti-Koerzitionsinstrument ein tiefer liegendes Selbstverständniswandel Europas. Die Vorstellung, ein geopolitisch handlungsfähiger Akteur zu sein, gewinnt in Brüssel wie in mehreren Hauptstädten an Bedeutung. Die COVID-19-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Spannungen mit China – all dies hat verdeutlicht, wie verletzlich offene Märkte in geopolitischen Auseinandersetzungen sind.

    Europa versucht, aus der reaktiven in eine strategische Position zu kommen. Das Anti-Koerzitionsinstrument ist Ausdruck dieses Wandels: Es zielt nicht nur auf kurzfristige Abschreckung, sondern auch auf langfristige Resilienz gegenüber ökonomischer Erpressung. Dass es nun erstmals im Kontext der USA zur Debatte steht, zeigt, wie ernst der geopolitische Systemwettbewerb geworden ist – auch unter vermeintlichen Partnern.

    Die Drohung mit der „Handelsbazooka“ ist dabei weniger als Einladung zur Eskalation zu verstehen, sondern als Botschaft der Abschreckung: Europa ist nicht länger bereit, wirtschaftliche Abhängigkeit mit politischer Erpressbarkeit zu bezahlen. Doch wie glaubwürdig diese neue europäische Stärke tatsächlich ist, wird sich erst zeigen, wenn der politische Wille zur Anwendung der Instrumente mit der wirtschaftlichen Realität konfrontiert wird.

    Autor: P. Tiko

  • Zwischen Polarisierung, Drohnenkrieg und TikTok-Diplomatie: Eine Momentaufnahme der Weltpolitik

    Zwischen Polarisierung, Drohnenkrieg und TikTok-Diplomatie: Eine Momentaufnahme der Weltpolitik

    Ob politische Polarisierung in den USA, militärische Spannungen an der NATO-Ostflanke oder vorsichtige diplomatische Kontakte zwischen Washington und Peking – aktuelle Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Fragilität der globalen Ordnung. Auch innenpolitische Krisen, etwa in Brasilien und Nepal, sowie der fortschreitende Einfluss popkultureller Narrative wie in der preisgekrönten Netflix-Serie „Adolescence“, spiegeln die politischen und gesellschaftlichen Bruchlinien unserer Zeit wider.

    USA: Polarisierung und Ideologisierung eines Gewaltakts

    In Utah sorgt der Fall des 22-Jährigen, der den konservativen Aktivisten Charlie Kirk getötet haben soll, für politische Aufregung. Der republikanische Gouverneur äußerte sich ungewöhnlich deutlich und sprach von einer „linken Ideologie“ des mutmaßlichen Täters. Zudem habe dieser in einer Beziehung mit einer trans Frau gelebt. Dass ein solches Verbrechen mit politischen Zuschreibungen aufgeladen wird, ist symptomatisch für die gegenwärtige Polarisierung der US-Gesellschaft. Der Fall erinnert an eine Tendenz, private Konflikte ideologisch zu deuten – mit dem Risiko, gesellschaftliche Gräben weiter zu vertiefen.

    Charlie Kirk, Gründer der Organisation „Turning Point USA“, steht sinnbildlich für den jugendnahen rechten Aktivismus in den USA. Seine Ermordung wird in konservativen Kreisen nicht nur als persönliche Tragödie, sondern als politisches Signal gedeutet. Das Echo auf den Fall zeigt, wie tief der Kulturkampf in den Alltag vorgedrungen ist.

    Osteuropa: Russische Drohnen in rumänischem Luftraum

    Zum zweiten Mal binnen einer Woche meldete Rumänien den Überflug einer russischen Drohne über sein Territorium. Zwar blieb der Vorfall ohne Konsequenzen, doch er unterstreicht die brisante Lage an der östlichen NATO-Grenze. Bereits seit Monaten ist bekannt, dass Russland seine Drohnentechnologie massiv ausbaut – laut westlichen Geheimdiensten mit dem Ziel, Schwärme preiswerter Drohnen zur Überforderung ukrainischer Luftabwehrsysteme einzusetzen.

    Die Überflüge werfen geopolitische Fragen auf: Ist Moskau bereit, das Risiko einer Eskalation mit der NATO immer weiter zu erhöhen? Oder handelt es sich um Streuverluste einer unpräzisen Kriegsführung? Rumänien steht seit Kriegsbeginn an vorderster Front der NATO-Krisenstrategie. Der Vorfall erinnert an ähnliche Situationen in Polen und Litauen, die stets diplomatisch abgefedert wurden – bislang.

    Nepal: Regierungswechsel unter Protest

    In Kathmandu trat Sushila Karki das Amt der Premierministerin an – nach teils gewaltsamen Protesten, die sich gegen Korruption und Machtmissbrauch der alten Regierung richteten. Karki, eine frühere Richterin am Obersten Gericht, versprach in ihrer ersten Ansprache, das Amt nach sechs Monaten wieder niederzulegen, sobald Neuwahlen angesetzt sind.

    Der politische Umbruch in Nepal folgt einem Muster, das in jungen Demokratien immer wieder zu beobachten ist: Die Forderung nach „sauberen“ politischen Verhältnissen bringt Vertreter:innen der Justiz oder Zivilgesellschaft an die Macht – oft jedoch nur temporär. Ob Karki ihre Ankündigung einhält, bleibt abzuwarten. Ihre Amtszeit fällt jedenfalls in eine Phase geopolitischer Balanceakte zwischen Indien und China, in denen Nepal regelmäßig zwischen die Fronten gerät.

    USA-China: Gespräche in Madrid über Handel und Technologie

    In Madrid trafen sich Delegationen aus Washington und Peking zum vierten Mal in diesem Jahr, um über Zölle und Technologieregulierungen zu sprechen. Im Zentrum standen einmal mehr TikTok, das von den USA als Sicherheitsrisiko eingestuft wird, sowie bestehende Strafzölle auf chinesische Produkte. Trotz zunehmender Systemrivalität halten beide Seiten an einem Dialogformat fest – ein Zeichen diplomatischer Pragmatik.

    Interessant ist die Wahl des neutralen Ortes: Madrid. Spanien nimmt seit Jahren eine vermittelnde Rolle zwischen EU und China ein, insbesondere im Rahmen wirtschaftlicher Kooperationsformate wie dem „17+1“-Mechanismus. Die Gespräche könnten mittelfristig den Ton für die Tech-Diplomatie der kommenden Jahre setzen – zwischen Regulierung, Marktinteressen und geopolitischen Abgrenzungen.

    Brasilien: Nach dem Urteil gegen Bolsonaro beginnt der politische Streit

    In Brasilien sorgt das Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro für politischen Zündstoff. Mit einer Strafe von 27 Jahren Haft – wegen Anstiftung zum Aufruhr, Wahlmanipulation und Amtsmissbrauch – hat das Land ein deutliches juristisches Zeichen gesetzt. Nun diskutieren einige Parlamentarier offen, wie Bolsonaro wieder freizubekommen sei – ein möglicher Indikator dafür, wie tief seine Anhängerschaft in Institutionen verankert bleibt.

    Das Urteil ist auch im internationalen Vergleich ungewöhnlich scharf. Es steht in einer Reihe mit ähnlichen Verfahren gegen Ex-Staatschefs in Südkorea, Südafrika oder Peru, wo juristische Aufarbeitung zunehmend als Instrument demokratischer Selbstreinigung fungiert. Doch gerade in polarisierten Gesellschaften drohen solche Urteile eher neue Fronten zu eröffnen, als alte zu schließen.

    Netflix-Serie „Adolescence“ gewinnt acht Emmys

    Mit acht Auszeichnungen wurde die britische Netflix-Produktion „Adolescence“ zur großen Gewinnerin der diesjährigen Emmy-Verleihung. Die Serie behandelt den fiktiven Fall eines 13-jährigen Jungen, der des Mordes an einem Mitschüler beschuldigt wird – ein Stoff, der gesellschaftliche Debatten über Jugendstrafrecht, Männlichkeitsbilder und soziale Ausgrenzung aufgreift.

    Dass ein solch düsteres Drama über jugendliche Gewalt und psychische Instabilität derart viele Preise gewinnt, verweist auf ein wachsendes gesellschaftliches Interesse an problematisierter Kindheit im digitalen Zeitalter. Popkultur und Justizthemen durchdringen sich zunehmend – ein Trend, der nicht nur das Publikum unterhält, sondern auch politische Debatten beeinflusst.

    Autor: P. Tiko

  • Netflix-Serie über Bertrand Cantat und Marie Trintignant: Eine längst überfällige Abrechnung

    Netflix-Serie über Bertrand Cantat und Marie Trintignant: Eine längst überfällige Abrechnung

    Zwei Jahrzehnte sind seit dem Tod von Marie Trintignant vergangen – und doch wirkt alles noch schmerzhaft nah. Die neue Netflix-Dokuserie De rockstar à tueur : Le cas Cantat holt den Fall, der Frankreich erschütterte, zurück ins Rampenlicht. Drei Folgen, knapp 40 Minuten pro Episode, reichen aus, um…

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  • Astérix & Obélix kehren zurück – in 3D und mit dem Humor von Alain Chabat

    Astérix & Obélix kehren zurück – in 3D und mit dem Humor von Alain Chabat

    Ein Hinkelstein trifft Panoramix – und plötzlich geht im gallischen Dorf alles drunter und drüber: So beginnt Astérix & Obélix: Le Combat des chefs, die neue 3D-Animationsserie, mit der Alain Chabat seine ganz eigene, moderne Hommage an die berühmten Gallier auf Netflix abliefert. Ab dem 30. Apr…

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  • Heute in der Geschichte: Der 23. September

    Heute in der Geschichte: Der 23. September

    Der 23. September hat in der Weltgeschichte zahlreiche Wendepunkte, bedeutende Ereignisse und entscheidende Momente hervorgebracht. Ein Blick auf diesen Tag offenbart nicht nur Entwicklungen auf globaler Ebene, sondern zeigt auch, wie besonders Frankreich in der Historie seine Spuren hinterlassen hat. Von wissenschaftlichen Entdeckungen bis hin zu politischen Entscheidungen – dieser Tag steckt voller Geschichten. Tauchen wir ein.

    Die Herbst-Tagundnachtgleiche: Ein globales Naturphänomen

    Am oder um den 23. September herum erleben die Menschen auf der nördlichen Hemisphäre ein faszinierendes Naturschauspiel – die Herbst-Tagundnachtgleiche. Dieses astronomische Ereignis markiert den Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht nahezu gleich lang sind. Die Sonne wandert über den Himmelsäquator von Norden nach Süden und kündigt den Herbstbeginn an. Kulturen weltweit haben dieses Phänomen seit Jahrtausenden als spirituelles und landwirtschaftliches Zeichen der Veränderung betrachtet. Im antiken Rom feierte man um diesen Zeitraum das Erntedankfest, in China das Mondfest, das bis heute fest im Jahreskreis verankert ist.

    Frankreich: Der Beginn der Französischen Republik (1792)

    Einer der wohl bedeutendsten 23. September der Weltgeschichte fand im Jahr 1792 in Frankreich statt. Nach der Französischen Revolution und der Abschaffung der Monarchie wurde an diesem Tag die Erste Französische Republik ausgerufen. Dieser entscheidende Schritt beendete die jahrhundertealte Herrschaft der Bourbonen und öffnete den Weg für ein neues Zeitalter – ein Zeitalter der Bürgerrechte, der Freiheit und der Gleichheit. Doch wie kam es dazu?

    Am Vortag, dem 22. September, hatte der Nationalkonvent, das Parlament der Revolutionäre, entschieden, die Monarchie für immer abzuschaffen. Dies geschah in einer Zeit, in der Frankreich mitten im Umbruch stand. König Ludwig XVI. war bereits verhaftet und wartete auf seinen Prozess, der schließlich zur Hinrichtung auf der Guillotine führte. Die Revolution, die 1789 begonnen hatte, erreichte mit der Ausrufung der Republik einen symbolischen Höhepunkt. Fortan stand Frankreich nicht mehr unter der Herrschaft eines Königs, sondern der revolutionären Ideale „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“.

    Die Auswirkungen dieses Ereignisses waren weltweit spürbar. Es inspirierte andere Nationen, ihre eigenen monarchischen Systeme zu hinterfragen und förderte die Verbreitung republikanischer Ideen. Heute ist der 23. September in der französischen Geschichtsschreibung ein zentraler Tag, an dem der Übergang in eine neue Ära gefeiert wird.

    Der Fall der Nationalversammlung 1870

    Etwa 78 Jahre später erlebte Frankreich einen weiteren prägenden Moment am 23. September. Im Jahr 1870, während des Deutsch-Französischen Krieges, stand Frankreich erneut vor einem politischen Umbruch. Kaiser Napoleon III., der in der Schlacht von Sedan besiegt worden war, wurde entmachtet, und die Dritte Republik wurde wenige Tage später, am 4. September 1870, ausgerufen.

    Obwohl der 23. September nicht der Tag der offiziellen Ausrufung der Republik war, war es ein entscheidender Tag für das Schicksal Frankreichs. Die Nationalversammlung in Bordeaux debattierte heftig über die Zukunft des Landes – Kaiserreich oder Republik? Es war der Beginn einer turbulenten Zeit in der französischen Geschichte, die Frankreich endgültig zu einer Republik formte, die bis heute Bestand hat.

    Die Entdeckung der planetarischen „Grenze“: Der Planet Neptun (1846)

    Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis am 23. September fand im Jahr 1846 statt – und diesmal blicken wir zum Himmel. Der deutsche Astronom Johann Gottfried Galle entdeckte an diesem Tag den Planeten Neptun, den achten Planeten unseres Sonnensystems. Diese Entdeckung war nicht nur das Ergebnis zufälliger Beobachtungen, sondern basierte auf mathematischen Berechnungen, die der französische Mathematiker Urbain Le Verrier zuvor angestellt hatte. Er bemerkte Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbahn des Uranus und schloss daraus, dass ein weiterer Planet für diese Abweichungen verantwortlich sein musste.

    Le Verriers Berechnungen führten Galle und seinen Kollegen Heinrich Louis d’Arrest direkt zum Ziel: Neptun. Es war das erste Mal in der Geschichte der Astronomie, dass ein Planet durch mathematische Vorhersagen entdeckt wurde. Dieses Ereignis markierte einen Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte und verdeutlichte, wie eng Mathematik und Astronomie miteinander verknüpft sind. Wer hätte gedacht, dass die Entdeckung eines Planeten das Verständnis des Universums so radikal verändern würde?

    Der Aufstand von Gwangju (1950): Ein Kampf für Freiheit

    Auch außerhalb Europas brachte der 23. September einschneidende Ereignisse. Im Jahr 1950, mitten im Koreakrieg, kam es in Südkorea zu einem dramatischen Aufstand in der Stadt Gwangju. Die Bevölkerung erhob sich gegen die militärische Unterdrückung durch die südkoreanische Regierung, die von den USA unterstützt wurde. Der Aufstand war brutal – die Regierungstruppen gingen mit aller Härte gegen die Aufständischen vor, doch die Ereignisse von Gwangju sollten langfristig das Streben nach Demokratie und Menschenrechten in Südkorea stärken.

    Der Gwangju-Aufstand, auch bekannt als „Gwangju-Massaker“, ist heute ein Symbol des Widerstands gegen Diktatur und Ungerechtigkeit in Korea. Es erinnert daran, wie stark der Wille nach Freiheit in der Bevölkerung verankert ist, selbst angesichts der heftigsten Repressionen.

    Der Start der Netflix-Ära: Revolution der Unterhaltung (2011)

    Der 23. September 2011 markiert einen Wendepunkt in der modernen Unterhaltung. An diesem Tag startete Netflix seinen Streaming-Dienst in den ersten internationalen Märkten, darunter Kanada und Lateinamerika. Was damals als Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einer globalen Revolution der Medienlandschaft. Mit seinem Abonnementmodell und der Möglichkeit, Serien und Filme jederzeit und überall anzusehen, veränderte Netflix die Art und Weise, wie wir fernsehen.

    Netflix hat es nicht nur geschafft, traditionelle Fernsehsender herauszufordern, sondern auch unsere Sehgewohnheiten grundlegend zu verändern. Heutzutage ist „Binge-Watching“ ein fester Bestandteil der Kultur – und das alles begann an einem unscheinbaren Septembertag im Jahr 2011.

    Fazit

    Der 23. September mag auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Tag im Kalender sein – doch ein genauerer Blick zeigt, dass er voller historischer Höhepunkte steckt. Vom Fall der Monarchie in Frankreich über die Entdeckung eines neuen Planeten bis hin zu revolutionären Entwicklungen in der modernen Unterhaltung – dieser Tag hat die Welt in vielerlei Hinsicht geprägt. Welches dieser Ereignisse hat wohl den größten Einfluss auf unsere heutige Zeit? Ein Tag, der uns lehrt, dass Veränderung in vielen Formen daherkommt – manchmal politisch, manchmal wissenschaftlich, und manchmal als Streaming-Dienst.

  • Côte-d’Azur: US-Serie bringt Touristen in Strömen nach Villefranche-sur-Mer

    Côte-d’Azur: US-Serie bringt Touristen in Strömen nach Villefranche-sur-Mer

    Villefranche-sur-Mer im Departement Alpes-Maritimes sieht seit einigen Wochen viele amerikanische Touristen dank der Serie „Emily in Paris“, die im Ausland vor allem bei jungen Leuten ein Riesenerfolg ist. Viele kommen in ihrem Urlaub an die Schauplätze der Serie.

    Der Bahnhof von Villefranche-sur-Mer (Alpes-Maritimes) wurde weltberühmt dank einer amerikanischen Serie. Aber natürlich ist der Bahnhof nicht die einzige Sehenswürdigkeit es kleinen Küstenortes am Mittelmeer, aber diese Berühmtheit zeigt bei amerikanischen Touristen ihre Wirkung. „Die Serie zeigt uns schöne und attraktive Orte in Frankreich“, sagt eine Touristin auf dem Sender France 2. „Emily in Paris“ ist derzeit die beliebteste Komödie auf Netflix in den USA. In einer Episode der zweiten Staffel besucht Emily Südfrankreich.

    53% mehr Touristen aus den USA
    Nach den Jahren der Covid-Pandemie und einem zögerlichen Wiederaufschwung sind die Touristen in diesem Jahr wieder stark vertreten. Im ersten Quartal wurden bereits 53% mehr US-Touristen als im Vorjahr gezählt. Eine gute Nachricht für die Tourismusbranche der Côte d’Azur.

  • „Wonderman“: Netflix verfilmt das Leben von Bernard Tapie

    „Wonderman“: Netflix verfilmt das Leben von Bernard Tapie

    Bernard Tapie auf dem Bildschirm – das verspricht Netflix für eine neue Serie, die auf der sportlichen Seite des Lebens von Bernard Tapie basiert. Laurent Lafitte wird den ehemaligen Präsidenten von Olympique Marseille spielen. Geplanter Starttermin ist der 13. September. Die Netflix-Serie Wonderman…

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  • Omar Sy und Team bei Dreharbeiten zur Serie „Lupin“ überfallen

    Omar Sy und Team bei Dreharbeiten zur Serie „Lupin“ überfallen

    Es gab zum Glück keine Verletzten, aber es wurde Material im Wert von fast 300.000 Euro entwendet. Der Gentleman-Einbrecher wurde ausgeraubt. Etwa 20 vermummte Personen griffen am Freitag in Nanterre die Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Netflix-Serie „Lupin“ in Anwesenheit des Schauspielers Omar…

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  • Netflix am Donnerstagabend minutenlang ausgefallen

    Netflix am Donnerstagabend minutenlang ausgefallen

    Der Streaming-Dienst war am Donnerstagabend für viele Abonnenten nicht verfügbar.

    Ihr Fernsehabend könnte am Donnerstag, den 4. November, gestört worden sein. Wenn Sie sich entschieden haben, den Abend mit einem Netflix-Film oder einer Netflix-Serie zu verbringen, haben Sie wahrscheinlich diese Meldung auf Ihrem Bildschirm gesehen: „Dieser Titel ist nicht für den sofortigen Zugriff verfügbar. Bitte wählen Sie einen anderen“.

    Viele Internetnutzer reagierten in den sozialen Netzwerken auf diesen minutenlang anhaltenden Fehler.

    Die Downdetector-Website verzeichnete gegen 21.30 Uhr einen mehrminütigen Ausfall bei Netflix.

    Netflix selbst hat nicht offiziell auf die Verbindungsprobleme reagiert.