Schlagwort: Nahostkonflikt

  • Frankreich will palästinensischen Staat anerkennen – und andere World-News

    Frankreich will palästinensischen Staat anerkennen – und andere World-News

    Präsident Emmanuel Macron kündigte gestern an, dass Frankreich einen palästinensischen Staat anerkennen werde – und wäre damit das erste Mitglied der G7-Staaten, das diesen Schritt geht.

    In einer überraschenden Mitteilung auf X erklärte Macron, dass er die formelle Ankündigung im September bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York machen werde. Der Schritt dürfte Präsident Trump verärgern, der seinerseits versucht, den Krieg im Gazastreifen zu beenden. Zwar erkennen die meisten Staaten weltweit einen palästinensischen Staat an, doch die USA und viele ihrer engsten Verbündeten tun dies bislang nicht.

    „Das Dringendste ist heute, dass der Krieg in Gaza aufhört und der Zivilbevölkerung geholfen wird“, sagte Macron.

    Nach 21 Monaten verheerenden Krieges ist die Versorgungslage in Gaza katastrophal – insbesondere für die Schwächsten: Kinder, ältere Menschen und Kranke. Das Welternährungsprogramm erklärte in dieser Woche, dass ein Drittel der Bevölkerung Gazas „mehrere Tage hintereinander nichts esse“.

    Die Krankenhäuser im Gazastreifen sind mit der Versorgung der durch israelische Luftangriffe und – zuletzt – durch gezielte Schüsse auf Menschenansammlungen bei Hilfskonvois verletzten Zivilisten überfordert. Inzwischen, so berichten Ärzte, sterben viele Menschen an Hunger – die Zahl der Todesfälle durch Mangelernährung sei in den letzten Tagen stark gestiegen.


    Thailand und Kambodscha liefern sich Gefechte an der Grenze

    Nach Angaben thailändischer Behörden kamen gestern mindestens elf Zivilisten und ein Soldat bei einem Schusswechsel an der umstrittenen Grenze zu Kambodscha ums Leben. Es handelt sich um die schwersten Kampfhandlungen zwischen beiden Ländern seit über einem Jahrzehnt.

    Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, das Feuer eröffnet zu haben. Das thailändische Militär erklärte, Kambodscha habe Raketen in zivile Gebiete von vier thailändischen Provinzen abgefeuert. Daraufhin habe Thailand die Evakuierung von Grenzregionen angeordnet und F-16-Kampfjets zur Bekämpfung kambodschanischer Ziele entsandt. Kambodschanische Vertreter hingegen erklärten, thailändische Soldaten hätten zuerst geschossen – in Prasat Ta Muen Thom, einem Tempel, den beide Länder für sich beanspruchen.

    Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarn hatten bereits Ende Mai zugenommen, nachdem ein kambodschanischer Soldat bei einem Grenzzwischenfall ums Leben gekommen war. Am Mittwoch eskalierte der Streit weiter, als ein thailändischer Soldat durch eine Landmine ein Bein verlor.

    Umstrittenes Gebiet: Die Grenzregion um Surin – eine Provinz im Nordosten Thailands – ist seit Jahren umkämpft. Surin ist bekannt für Ruinen aus der Zeit des Khmer-Reichs, das zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte.


    Warum China gegenüber SpaceX zurückfällt

    2025 sollte eigentlich das Jahr sein, in dem China zu SpaceX aufschließt – doch die Realität bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Chinas zwei Satellitennetzwerke haben bislang etwa 120 Satelliten ins All gebracht, das sind weniger als 1 Prozent des ursprünglich geplanten Umfangs. Im Vergleich dazu hat Elon Musks Unternehmen SpaceX mit Starlink rund 8.000 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn befördert.


    Weitere wichtige Meldungen

    Europa: Die EU-Führung hofft auf ein Handelsabkommen mit den USA mit einem Zollsatz von 15 Prozent, machte aber klar, dass sie im Falle eines Scheiterns Gegenmaßnahmen ergreifen wird.
    Medien: Die US-Regulierungsbehörde FCC erlaubt die Fusion von Paramount mit dem Filmstudio Skydance – das letzte Hindernis für den Deal ist damit aus dem Weg geräumt.
    Epstein: Die US-Behörden haben Ghislaine Maxwell befragt, langjährige Vertraute von Jeffrey Epstein, die eine 20-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels verbüßt.
    Syrien: Saudi-Arabien kündigte Investitionen in Syrien in Höhe von 6,4 Milliarden Dollar an – darunter knapp 3 Milliarden für Infrastrukturprojekte und rund 1 Milliarde für den Telekommunikationssektor.
    Russland: Ein Passagierflugzeug stürzte in einer abgelegenen Region im russischen Fernen Osten ab. Alle 49 Insassen kamen ums Leben.
    Bangladesch: Zahlreiche Kinder sind in den Tagen nach dem Absturz eines Flugzeugs in eine Schule in Dhaka an schweren Brandverletzungen gestorben.
    China: Eine Grenzstadt hält mit ihren Lieferketten entscheidende Teile der russischen Wirtschaft am Laufen.
    Bildung: Die Columbia University und die University of Pennsylvania haben Vereinbarungen mit der Trump-Regierung geschlossen. Weitere Hochschulen könnten folgen.
    USA: Ex-Präsident Joe Biden schreibt Memoiren über seine Amtszeit im Weißen Haus. Der Verlag bezahlte dafür 10 Millionen Dollar.

    Autor: P. Tiko

  • Israels Luftangriffe treffen WHO-Einrichtung in Gaza – und andere World-News

    Israels Luftangriffe treffen WHO-Einrichtung in Gaza – und andere World-News

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Israel beschuldigt, eine ihrer Einrichtungen im Zentrum des Gazastreifens angegriffen zu haben. Zuvor hatte das israelische Militär seine Einsätze in der Stadt Deir al-Balah ausgeweitet – einem Gebiet, das bis dahin weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben war.

    Israel hatte Deir al-Balah zunächst gemieden, da befürchtet wurde, dass Hamas dort israelische und ausländische Geiseln festhalte. Diese Zurückhaltung scheint nun jedoch aufgegeben zu werden.

    Nach Angaben der WHO wurde am Montag ein Wohngebäude für Mitarbeitende der Organisation durch Luftangriffe beschädigt. Israelische Streitkräfte seien zudem in das Gebäude eingedrungen, hätten männliche Mitarbeitende und dort Schutz suchende Familienangehörige gefesselt, entkleidet und unter Waffengewalt festgehalten. Frauen und Kinder seien gewaltsam evakuiert worden, teilte die Organisation mit.

    Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, der Angriff habe stattgefunden, nachdem das Personal evakuiert worden sei. Zudem seien israelische Soldaten in der Umgebung unter Beschuss geraten und hätten entsprechend reagiert.

    Kontext: Deir al-Balah war zu einem informellen Zufluchtsort für Palästinenser geworden, die aus anderen Teilen des Gazastreifens fliehen mussten. In der Stadt entstanden große Zeltlager. Zudem beherbergt Deir al-Balah Lagerhäuser der Vereinten Nationen sowie Unterkünfte für UN-Mitarbeitende.


    Ozzy Osbourne ist tot

    Ozzy Osbourne, der als „Prince of Darkness“ mit Black Sabbath das Genre des Heavy Metal mitbegründete und später als Reality-TV-Star weltweit bekannt wurde, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. In den letzten Jahren war er wegen einer speziellen Form der Parkinson-Krankheit in Behandlung.

    Sein letztes Konzert gab Osbourne erst in diesem Monat – bei einem Festival in seiner Heimatstadt Birmingham, England. Auf einem schwarzen Thron sitzend und sichtlich bewegt von der Begeisterung des Publikums, verabschiedete er sich von der Bühne – gemeinsam mit der Originalbesetzung von Black Sabbath.

    Osbourne und Black Sabbath prägten einen von Horrorästhetik geprägten Look, der eine düstere Alternative zum bunten Tie-Dye der Hippie-Ära darstellte.


    Ukraine: Erste regierungskritische Proteste seit Kriegsbeginn richten sich gegen Selenskyj

    Tausende Menschen demonstrierten gestern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gegen Bestrebungen der Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj, bestehende Antikorruptionsstrukturen abzubauen. Es war die erste größere regierungskritische Kundgebung seit Beginn des russischen Angriffskriegs.

    Wenige Stunden vor der Demonstration, an der sowohl Zivilistinnen und Zivilisten als auch Soldaten teilnahmen, verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das zwei zentralen Antikorruptionsbehörden ihre Unabhängigkeit entzieht. Zudem erhält der Generalstaatsanwalt – ein vom Präsidenten ernannter Beamter – neue Kompetenzen gegenüber diesen Behörden.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Bangladesch: Beim Absturz eines Kampfjets auf eine Schule kamen 31 Menschen ums Leben – die meisten von ihnen Kinder. Das Unglück löste landesweite Trauer aus.

    Handel: Nach einem Treffen mit dem philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. verkündete US-Präsident Donald Trump ein neues Handelsabkommen. Kurz darauf kündigte er eine ähnliche Einigung mit Japan an, das die Zölle von 25 auf 15 Prozent senken könnte.

    USA: Repräsentantenhaus-Sprecher Mike Johnson kündigte an, die Kammer bis September zu schließen, um eine Abstimmung zur Offenlegung der Epstein-Akten zu verhindern.

    Diplomatie: Die USA erklärten ihren Austritt aus der UNESCO, der UN-Kulturorganisation – ein weiterer Schritt der Trump-Administration zum Rückzug aus internationalen Institutionen.

    Europa: Wegen wachsender Handelskonflikte und einem schwächelnden Dollar gewinnt der Euro weiter an Wert.

    Afrika: Nach einem Erdrutsch in einer inoffiziellen Goldmine in der Demokratischen Republik Kongo werden noch zahlreiche Menschen vermisst.

    Österreich: Kanzler Christian Stocker kündigte in einem Interview an, dass sein Land die Militärausgaben verdoppeln werde. Der Traum von Abrüstung sei „nun vorbei“.

    Iran: Angriffe durch Israel und die USA haben nationalistische Gefühle im Land entfacht. Das wirtschaftlich angeschlagene Regime versucht, davon politisch zu profitieren.

    Autor: P. Tiko

  • Druck auf Israel wächst – 25 Staaten fordern Ende des Gaza-Kriegs und kritisieren humanitäres Vorgehen

    Druck auf Israel wächst – 25 Staaten fordern Ende des Gaza-Kriegs und kritisieren humanitäres Vorgehen

    Am 21. Juli 2025 haben 25 Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien, Kanada, Japan und Australien, in einer ungewöhnlich scharf formulierten gemeinsamen Erklärung ein sofortiges Ende des Gaza-Krieges gefordert. Die Staaten rügen nicht nur die hohe Zahl ziviler Opfer, sondern kritisieren explizit das israelische Modell der humanitären Hilfe als „gefährlich“ und „entmenschlichend“. Sie werfen Israel vor, durch die militärisch kontrollierte Verteilung von Hilfsgütern die Zivilbevölkerung zu gefährden und internationales Recht zu missachten.

    Der Vorstoß ist Ausdruck wachsender internationaler Ungeduld gegenüber der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen, die seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 andauert und in eine immer tiefere humanitäre Krise mündet. Besonders die Eskalation im Umfeld der „Gaza Humanitarian Foundation“ (GHF), einer von Israel unterstützten Initiative zur Hilfsgüterverteilung, steht im Zentrum der Kritik: Laut UN-Angaben kamen bei Zwischenfällen an Hilfskorridoren bisher über 800 Palästinenser ums Leben – zumeist durch Schüsse israelischer Soldaten in chaotischen Szenen rund um LKW-Konvois.

    Ungewöhnliche Allianz – und bemerkenswerte Abwesende

    Die Erklärung wurde von westlichen Demokratien ebenso unterzeichnet wie von asiatisch-pazifischen Staaten und mehreren lateinamerikanischen Ländern. Neben Frankreich und Großbritannien gehörten auch Kanada, Neuseeland, Japan, Südkorea, Brasilien, Chile und Südafrika zu den Unterzeichnern. Deutschland und die Vereinigten Staaten hingegen fehlen – ein Umstand, der in Berlin innenpolitisch Wellen schlägt. Während Ex-Außenministerin Annalena Baerbock in der Vergangenheit wiederholt die humanitäre Notlage in Gaza thematisiert hatte, scheint sich die heutige Bundesregierung bewusst gegen eine offene Konfrontation mit Israel entschieden zu haben.

    In den deutschen Medien ist von einem „Schwenk in der Nahostpolitik“ die Rede, der auf eine engere Abstimmung mit Washington hinweist. Die USA ihrerseits halten weiter an der Unterstützung Israels fest, auch wenn Präsident Trump zuletzt betonte, Israel müsse mehr tun, um zivile Opfer zu vermeiden. Die Nichtunterzeichnung der Erklärung wird international als Zeichen dafür gewertet, dass sich die transatlantische Achse in dieser Frage immer weiter von einem breiten Konsens entfernt.

    Kritik an Israels humanitärer Praxis

    Im Zentrum der Kritik steht das israelische Konzept der sogenannten „koordinierten humanitären Korridore“. Diese werden militärisch gesichert, häufig nur kurzfristig geöffnet und setzen die Zivilbevölkerung einer hohen Gefahr aus – insbesondere durch panikartige Massenbewegungen, fehlende Organisation und immer wieder eskalierende Gewalt. In der Erklärung heißt es, Israel verletze mit dieser Praxis „elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts“ und mache Hilfe „zur Waffe politischer Kontrolle“.

    Die Vereinten Nationen haben wiederholt auf den prekären Zustand im Gazastreifen hingewiesen. Nach Schätzungen von OCHA (UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) sind derzeit über 80 Prozent der Bevölkerung auf externe Hilfe angewiesen. Zahlreiche Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, haben ihre Arbeit zum größten Teil eingestellt – zu gefährlich seien die Bedingungen vor Ort.

    Geiselfrage als diplomatischer Hebel

    Neben der Kritik an Israel enthält die Erklärung auch eine unmissverständliche Forderung an die Hamas: Alle seit dem Überfall vom Oktober 2023 verschleppten Geiseln müssten „sofort und bedingungslos“ freigelassen werden. Diese Ausgewogenheit im Ton ist diplomatisch bewusst gewählt, ändert aber nichts an der faktischen Stoßrichtung des Appells, der sich primär an die israelische Regierung richtet.

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wies die Erklärung als „einseitig und moralisch verfehlt“ zurück. Es sei „zynisch“, Israel für zivile Opfer verantwortlich zu machen, während die Hamas gezielt Zivilisten als Schutzschilde missbrauche. Zugleich kündigte das israelische Verteidigungsministerium an, die militärische Kontrolle über die Hilfskorridore weiter zu verschärfen – ein Signal, dass auf Konfrontation statt Konzilianz hindeutet.

    Die internationale Reaktion auf den Konflikt ist gespalten: Während viele Regierungen ein Ende der Kampfhandlungen fordern, unterstützen andere – insbesondere in Osteuropa und Teilen Asiens – Israels Vorgehen oder schweigen öffentlich. In den USA ist die Unterstützung für Israel zwar traditionell stark, doch wächst auch dort die innenpolitische Kritik. Jüngste Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der US-Bevölkerung ein Ende der Kampfhandlungen befürwortet – auch, um die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten nicht weiter zu eskalieren.

    Wie viel Einfluss die Erklärung der 25 Staaten tatsächlich auf die israelische Politik haben wird, bleibt offen. Doch sie markiert einen diplomatischen Wendepunkt: Die humanitäre Situation in Gaza wird zunehmend zum Prüfstein für die Glaubwürdigkeit westlicher Außenpolitik.

    Autor: P. Tiko

  • Israel tötet Dutzende Palästinenser bei Hilfsgüterverteilung – und andere World-News

    Israel tötet Dutzende Palästinenser bei Hilfsgüterverteilung – und andere World-News

    Israelische Streitkräfte haben am gestrigen Tag Dutzende Palästinenser getötet und verletzt, die sich im Norden des Gazastreifens versammelt hatten, um Hilfsgüter von Lastwagen der Vereinten Nationen zu erhalten. Das teilten das Gesundheitsministerium in Gaza sowie medizinisches Personal mit.

    Laut dem Ministerium und dem Direktor eines Krankenhauses in Gaza-Stadt kamen bei dem Vorfall über 60 Menschen ums Leben. Der Angriff ereignete sich nahe des Übergangs Zikim zwischen Israel und dem Gazastreifen. Ein nahegelegenes Feldlazarett wurde mit Verletzten überflutet – mehr als 100 Menschen mussten dort behandelt werden.

    Das israelische Militär erklärte, seine Soldaten hätten Warnschüsse abgegeben und das Feuer eröffnet, um „einer unmittelbare Bedrohung zu begegnen“, ohne diese näher zu benennen. Zudem hieß es, die gemeldeten Opferzahlen stimmten nicht mit der eigenen Bewertung überein. Man untersuche den Vorfall.

    Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen gab bekannt, dass ein Konvoi von 25 Lastwagen mit Nahrungsmitteln auf dem Weg in den Norden Gazas gewesen sei, als er „auf große Menschenmengen traf, die verzweifelt auf dringend benötigte Lebensmittel warteten“.

    „Als sich der Konvoi näherte“, hieß es weiter, „wurde die wartende Menge unter Beschuss genommen – durch israelische Panzer, Scharfschützen und weiteres Feuer.“

    Das Chaos bei der Verteilung humanitärer Hilfe prägt den Alltag im Gazastreifen, wo Hunger inzwischen allgemein verbreitet ist. Immer wieder kommt es zu Schusswechseln in der Nähe großer Menschenmengen, die auf Lebensmittel oder andere Hilfsgüter warten.

    Evakuierungsanordnung: Nach den Schüssen forderte das israelische Militär die palästinensische Bevölkerung auf, dicht besiedelte Gebiete im Norden des Gazastreifens sowie Teile von Gaza-Stadt zu verlassen. Diese seien nunmehr „Kampfzonen“.


    Japans Premierminister will trotz Wahlniederlage im Amt bleiben

    Der japanische Premierminister Shigeru Ishiba erklärte am Sonntag, er habe die „Verantwortung“, weiterhin die Regierung zu führen – trotz einer schweren Wahlniederlage seiner Koalition bei den Parlamentswahlen. Noch während die Stimmenauszählung lief, forderten Mitglieder seiner Partei bereits seinen Rücktritt.

    Die Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Koalitionspartner verloren die Kontrolle über das Oberhaus. Damit ist die LDP, die Japan über weite Strecken der letzten sieben Jahrzehnte regierte, in beiden Kammern des Parlaments in der Minderheit. Die Partei konnte die Wähler nicht davon überzeugen, dass sie Lösungen für drängende Probleme wie steigende Lebensmittelpreise (z. B. für Reis), die schwierigen Zollverhandlungen mit den USA und die mangelnden Zukunftsperspektiven junger Menschen bieten kann.

    Ausblick: Sollte Ishiba zum Rücktritt gezwungen werden, warnen Analysten vor politischer Lähmung in einer Phase, in der Japan mit der Regierung von Donald Trump über Handelszölle verhandelt und gleichzeitig mit einer zunehmend selbstbewussten Volksrepublik China konfrontiert ist.

    Erfolge rechter Populisten: Die größten Gewinner der Wahl waren die Demokratische Partei für das Volk (DPFP) und die Sanseito. Beide Parteien sprachen gezielt jüngere Wähler mit rechtspopulistischen Botschaften an.


    US-Abgeordnete fordern Veröffentlichung weiterer Epstein-Akten

    Abgeordnete beider Parteien in den USA – Republikaner wie Demokraten – forderten die Veröffentlichung weiterer Unterlagen zur Untersuchung gegen den inzwischen verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein. Damit verschärft sich der politische Druck auf Präsident Trump, der versucht, Kritik und Verschwörungstheorien in Teilen seines Unterstützerlagers zu entkräften.

    Die Abgeordneten betonten, das jüngste Gesuch des Justizministeriums, nur bestimmte Aussagen vor der Grand Jury freizugeben, reiche nicht aus.

    Trump und Epstein, ein verurteilter Sexualstraftäter, der in Haft unter ungeklärten Umständen verstarb, hatten fast 15 Jahre lang ein enges gesellschaftliches Verhältnis gepflegt – bis es um 2004 zum Bruch kam. Die Geschichte ihrer langjährigen Verbindung sorgt weiterhin für politische Brisanz.


    WEITERE NACHRICHTEN

    Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt eine Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland zur Beendigung des Krieges vor. Moskau verzeichnet derweil Geländegewinne.

    Vietnam: Mindestens 35 Menschen kamen ums Leben, als am Samstag ein Ausflugsboot in der Halong-Bucht kenterte.

    Syrien: Die Regierung verkündete ein neues Waffenstillstandsabkommen und die Verlegung von Truppen in die Provinz Sweida, um dort eskalierende religiös motivierte Gewalt einzudämmen. Auch Israel war in die Auseinandersetzungen verwickelt.

    New York: Zohran Mamdani, Kandidat der Demokraten für das Bürgermeisteramt von New York City, befindet sich derzeit auf Besuch in seinem Geburtsland Uganda.

    Diplomatie: Donald Trump bemüht sich um ein persönliches Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Er hofft auf eine offizielle Einladung nach Peking.

    Autor: P. Tiko

  • Israel bombardiert Syriens Hauptstadt – und weitere World-News

    Israel bombardiert Syriens Hauptstadt – und weitere World-News

    Israel hat am gestrigen Tag Luftangriffe auf Damaskus geflogen. Dabei wurde nach Angaben des israelischen Militärs und syrischer Behörden ein Gebäudekomplex beschädigt, in dem sich das Verteidigungsministerium befindet. Auch ein Gebiet in der Nähe des Präsidentenpalasts wurde getroffen.

    Die Angriffe folgten auf mehrere Tage blutiger Gefechte zwischen syrischen Regierungstruppen und lokalen Kämpfern in der südlichen Provinz Sweida – dem Zentrum der drusischen Minderheit Syriens, die Israel nach eigenen Angaben schützen will. Die israelische Regierung hatte zuvor mit einer Ausweitung der Angriffe auf syrische Regierungstruppen gedroht, sollte sich diese nicht aus Sweida zurückziehen.

    Kurz nach den israelischen Luftschlägen verkündeten die syrischen Behörden eine Waffenruhe in Sweida, die mit örtlichen Führern vereinbart worden sei. Wenig später erklärte US-Außenminister Marco Rubio, die Vereinigten Staaten hätten mit allen beteiligten Parteien zusammengearbeitet, „um dieser beunruhigenden und erschreckenden Situation noch heute Nacht ein Ende zu setzen“.

    Die diplomatischen Bemühungen zeigten jedoch zunächst wenig Wirkung. Gegen Abend wurden weitere israelische Luftangriffe auf militärische Ziele rund um Damaskus gemeldet.

    Zwei Beweggründe für Israels Eingreifen in Südsyrien

    Israels Vorgehen in Südsyrien folgt einer doppelten strategischen Logik: Einerseits will Jerusalem verhindern, dass sich iranisch unterstützte Milizen oder islamistische Extremistengruppen in unmittelbarer Nähe zur israelischen Grenze festsetzen. Andererseits zielt das militärische Engagement darauf ab, die drusische Minderheit innerhalb Israels zu beruhigen, die traditionell enge Bindungen zur israelischen Regierung pflegt.


    Irans massive Abschiebungen von Afghanen: Eine humanitäre Krise

    Täglich überqueren derzeit fast 20.000 Afghanen die Grenze von Iran nach Afghanistan – vertrieben durch gezielte Razzien und eine zunehmende xenophobe Stimmung. Seit Januar wurden nach Angaben der Vereinten Nationen über 1,4 Millionen Afghanen aus dem Iran ausgewiesen oder zur Rückkehr gezwungen. Es handelt sich um eine der gravierendsten Vertreibungskrisen des vergangenen Jahrzehnts.

    „Afghanistan ist wie ein Käfig für Frauen – und wir kehren in diesen Käfig zurück“, sagt Khurshid, 17 Jahre alt und die jüngste von drei Schwestern, die nun nach Afghanistan zurückkehren müssen. Dort erwarten sie einige der weltweit strengsten Einschränkungen für Frauen und Mädchen.


    Bereitet Trump die Entlassung des Notenbankchefs vor?

    US-Präsident Donald Trump soll bei einem Treffen mit republikanischen Abgeordneten einen Entwurf für ein Entlassungsschreiben an Jerome Powell, den Vorsitzenden der Federal Reserve, gezeigt haben. Laut zwei eingeweihten Personen habe Trump die Anwesenden gefragt, ob er Powell tatsächlich entlassen solle.

    In den vergangenen Tagen hatte Trump seine Kritik an Powell verschärft. Er wirft ihm vor, die Zinsen nicht zu senken, und forderte wiederholt dessen Rücktritt. Ob Trump die Entlassung tatsächlich durchführt – oder rechtlich überhaupt dazu befugt ist – bleibt unklar. Kein Präsident der neueren US-Geschichte hat jemals versucht, einen Fed-Vorsitzenden vorzeitig abzusetzen. Regierungsinterne Stimmen warnen, dass ein solcher Schritt schwerwiegendere Konsequenzen hätte, als Trump offenbar erkennt.


    Weitere Schlagzeilen des Tages

    • Gazastreifen: Mindestens 20 Menschen starben bei einer Massenpanik vor einer Lebensmittelausgabestelle.
    • Israel: Der US-Botschafter Mike Huckabee nahm überraschend an einem Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Premierminister Benjamin Netanjahu teil.
    • Kanada: Premierminister Trudeau will Stahlimporte aus China und anderen Ländern blockieren, die wegen US-Zöllen verstärkt nach Kanada ausweichen.
    • USA: Trump kritisierte eigene Unterstützer, die den Umgang seiner Regierung mit den Ermittlungen im Epstein-Fall in Frage stellen.
    • Iran: Frankreichs Außenminister erklärte, Paris, London und Berlin würden UN-Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft setzen, falls bis Ende nächsten Monats keine Fortschritte im Atomabkommen erzielt werden.
    • Künstliche Intelligenz: China investiert Milliarden, um den technologischen Rückstand gegenüber den USA im Bereich KI aufzuholen.
    • Russland: Trotz neuer Spannungen mit den USA gibt es keine Anzeichen dafür, dass Moskau seine Linie im Ukraine-Konflikt überdenkt.
    • Migration: Die USA haben wieder begonnen, Migranten in Drittstaaten abzuschieben – fünf Personen wurden nach Eswatini in Südafrika ausgeflogen.
    • Wirtschaft: Nvidia-CEO Jensen Huang warb bei einer Pressekonferenz in Peking für mehr Zusammenarbeit zwischen China und den USA im Bereich KI.
    • Florida: In einem provisorisch errichteten Abschiebezentrum, das von Insassen „Alligator Alcatraz“ genannt wird, herrschen laut Berichten mangelhafte Bedingungen.

    Autor: P. Tiko

  • Handala: Weiteres Hilfsschiff will Blockade von Gaza durchbrechen

    Handala: Weiteres Hilfsschiff will Blockade von Gaza durchbrechen

    Ein Schiff mit dem Namen „Handala“ macht sich bereit.

    Am 13. Juli 2025 soll es vom sizilianischen Syrakus aus in See stechen – mit einem Ziel, das ebenso symbolisch wie politisch ist: die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

    Organisiert wird diese Mission von der „Coalition de la Flottille de la Liberté“ (FFC), einem internationalen Bündnis aus Aktivisten, Journalisten, Ärzten und Anwälten. Ihr gemeinsames Anliegen: Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung zeigen – und die Aufmerksamkeit der Welt auf eine humanitäre Katastrophe lenken, die längst nicht mehr auf den Nachrichtenseiten der großen Agenturen präsent ist.

    Auf dem Schiff „Handala“ befindet sich eine symbolische Hilfslieferung: Lebensmittel, medizinisches Material und Produkte des täglichen Bedarfs. Alles Dinge, die in Gaza fehlen, seit Israel die Grenzen des Küstenstreifens abgeriegelt hat.

    Doch geht es nur um Nahrungsmittel?

    Die Organisatoren sagen klar: Nein. Ihr Ziel ist auch politisch. Sie wollen wachrütteln – Regierungen, Vereinte Nationen, die Öffentlichkeit –, um den Druck auf Israel zu erhöhen und die Folgen der Blockade sichtbar zu machen.

    Handala, nach der bekannten Figur des palästinensischen Karikaturisten Naji al-Ali benannt, gilt als Sinnbild für Widerstand und Standhaftigkeit. Ein barfüßiger Junge mit dem Rücken zum Betrachter, der die Welt beobachtet, ohne sich ihr zuzuwenden – so zeichnete ihn sein Schöpfer, und so ist er bis heute ein stilles Symbol für ein Volk, das nicht aufzugeben scheint.

    Der Aufbruch der „Handala“ kommt nur wenige Wochen nach der letzten spektakulären Aktion.

    Am 9. Juni 2025 hatte die israelische Marine in internationalen Gewässern das Schiff „Madleen“ abgefangen. An Bord: zwölf internationale Aktivisten, darunter die Klimaschützerin Greta Thunberg und die französische Europaabgeordnete Rima Hassan. Ihre Festnahme löste heftige Debatten aus. War es ein legitimer Eingriff zur Sicherung Israels – oder ein Verstoß gegen das Völkerrecht?

    Die Fronten bleiben verhärtet.

    Die Flottille-Koalition betont stets die zivile und friedliche Natur ihrer Aktionen. Für sie ist es ein moralisches Gebot, dort zu helfen, wo Regierungen tatenlos zusehen. Israel hingegen sieht in den Hilfsschiffen eine politische Provokation unter humanitärem Deckmantel. Die Regierung argumentiert, der seit Jahren bestehende Blockade-Ring um Gaza sei notwendig, um Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

    Und während sich das Schiff in Syrakus auf seinen Aufbruch vorbereitet, steigt die Anspannung.

    Internationale Beobachter schauen mit gespannter Aufmerksamkeit auf diese Mission. Unterstützer hoffen auf ein Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität. Kritiker warnen vor Sicherheitsrisiken und möglichen Gewalteskalationen, sollten israelische Streitkräfte erneut eingreifen.

    Doch eines ist sicher: Die Reise der „Handala“ ist nicht einfach eine weitere Hilfsaktion. Sie ist ein schwimmendes Symbol für die Frage, ob moralischer Protest gegen politische Realitäten jemals ankommen kann – oder ob er auf hoher See untergeht, bevor er überhaupt die Küste erreicht.

    Autor: C.H.

  • Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Es klingt so nüchtern, so technisch, wenn Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine „humanitäre Stadt“ für 600.000 Menschen ankündigt. Wenn Premierminister Netanjahu erklärt, wer Gaza verlassen wolle, solle das tun. Wenn Donald Trump von der „Säuberung“ des Gazastreifens spricht, als ginge es um ein schmutziges Zimmer.

    Doch hinter diesen Worten stehen Menschen. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Verletzte, Traumatisierte. Menschen, die ihre Häuser verloren haben, ihre Geschwister, ihre Kinder, ihre Eltern. Menschen, die seit Monaten mit Hunger, Angst und der allgegenwärtigen Todesdrohung leben. Vertreibung als politische Strategie ist keine Lösung. Sie ist eine Kapitulation vor der Aufgabe, einen gerechten Frieden zu schaffen.

    Herr Netanjahu, Sie wissen so gut wie jeder, der in Israel lebt: Frieden kommt nicht durch Zäune, nicht durch Lager, nicht durch Vertreibung. Frieden entsteht, wenn Menschen bleiben dürfen, wo sie leben. Wenn sie ihre Kinder ohne Angst in die Schule schicken können. Wenn sie Perspektive spüren. Wenn sie gehört werden.

    Es mag sein, dass Sie und Ihre Minister heute Pläne entwerfen, die militärisch logisch erscheinen. Die Hamas schwächen, Sicherheitszonen schaffen, Druck aufbauen. Doch was bleibt nach der letzten Bombe, nach dem letzten Evakuierungsbefehl? Zwei Millionen entwurzelte Menschen, die Ihre Regierung in die Wüste treiben will – ohne zu wissen, wohin.

    Sie können Menschen aus ihren Häusern vertreiben. Aber ihre Geschichte, ihre Verbundenheit zu ihrem Land und ihr Recht auf ein Leben in Würde können Sie nicht auslöschen. Wer Vertreibung als Friedenspolitik verkauft, wird keinen Frieden ernten. Sondern nur mehr Hass, Verzweiflung und ein weiteres Kapitel unendlicher Gewalt.

    Frieden kommt nicht durch Vertreibung. Frieden kommt nur durch Gerechtigkeit.

    Ein Kommentar von MAB

  • Israels Gaza-Plan: Umsiedlung, „humanitäre Stadt“ und langfristige Emigration

    Israels Gaza-Plan: Umsiedlung, „humanitäre Stadt“ und langfristige Emigration

    Seit 21 Monaten führt Israel Krieg im Gazastreifen. Nun hat Verteidigungsminister Israel Katz Pläne vorgestellt, die weit über militärische Operationen hinausreichen: Sie sehen den Aufbau eines gigantischen „humanitären“ Lagers vor, Sicherheitskontrollen aller Palästinenser – und perspektivisch die Emigration der Bevölkerung.

    Am Montag, dem 7. Juli, skizzierte Verteidigungsminister Israel Katz gegenüber israelischen Medien und in Aussagen, die von der Tageszeitung Haaretz veröffentlicht wurden, ein neues Konzept für den Gazastreifen. Es enthält Elemente, die tiefgreifende Fragen nach dem Völkerrecht, humanitären Folgen und den langfristigen Zielen Israels in Gaza aufwerfen.

    600.000 Menschen in einem riesigen Lager bei Rafah

    Kernstück des Plans ist die Einrichtung eines gigantischen Lagers auf den Ruinen der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. Die Stadt, einst letzter Zufluchtsort für die Binnenvertriebenen aus dem Norden, wurde in den vergangenen Monaten selbst heftig bombardiert. Die israelische Armee hatte dort wiederholt Einsätze durchgeführt, um, nach eigener Darstellung, Führungsstrukturen der Hamas zu zerschlagen.

    Laut Israel Katz sollen künftig bis zu 600.000 Palästinenser in dieser „humanitären Stadt“ untergebracht werden. Ein Großteil von ihnen lebt aktuell im Küstenstreifen von Al-Mawasi, der bereits im Mai 2024 von Israel als „humanitäre Zone“ deklariert wurde, um Evakuierungen aus Rafah zu ermöglichen.

    Der Zugang zu diesem Lager wird laut Katz streng kontrolliert: Jeder Bewohner muss eine Sicherheitsprüfung durchlaufen. Zudem sei es den Palästinensern verboten, die Zone ohne Erlaubnis wieder zu verlassen. Israel plane, den Betrieb des Camps zwar organisatorisch zu unterstützen, jedoch solle die Verwaltung durch „internationale Partner“ erfolgen. Wer diese sein könnten, ist bislang unklar.

    Beginn nur nach einer 60-tägigen Waffenruhe

    Voraussetzung für die Umsetzung ist ein Waffenstillstand mit der Hamas. Die Planungen gehen laut Katz von einer zunächst 60 Tage andauernden Feuerpause aus. Entsprechende Verhandlungen finden derzeit in Doha und Washington statt. US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Montagabend nach einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der amerikanischen Hauptstadt optimistisch: „Ich denke nicht, dass es Blockaden gibt. Die Dinge entwickeln sich gut.“

    Die Koordination des gesamten Projekts liegt in den Händen von General Amir Baram, dem Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums.

    Perspektivische „Emigration“ aller Einwohner Gazas

    Besonders brisant ist jedoch das langfristige Ziel, das Katz explizit formulierte. Er sprach davon, nicht nur einen Teil, sondern „alle Bewohner“ des Gazastreifens in diesem Lager zusammenzufassen – insgesamt rund zwei Millionen Menschen, auf einer Fläche, die vor Kriegsbeginn laut UN rund 250.000 Einwohner zählte.

    Doch auch damit endet die Vision nicht. Der Verteidigungsminister erklärte offen, es gehe perspektivisch um die Emigration der Palästinenser aus Gaza. „Das wird passieren“, sagte er gegenüber Journalisten, ohne Details zu nennen, ob und in welcher Form dies freiwillig erfolgen solle. Ministerpräsident Netanjahu bekräftigte diese Linie bei seinem Besuch in Washington: „Wenn Menschen Gaza verlassen wollen, sollten sie das tun können“, zitierte ihn der Sender Channel 12. Israel arbeite daher mit den USA zusammen, um Länder zu finden, die „den Palästinensern eine bessere Zukunft bieten“.

    Ägypten und Jordanien lehnten ähnliche Pläne bereits ab

    Ein vergleichbarer Vorschlag war bereits im Januar 2025 durch Donald Trump gemacht worden. Der US-Präsident hatte sich für eine Evakuierung von 1,5 Millionen Palästinensern aus Gaza ausgesprochen, teils nach Ägypten, teils nach Jordanien, mit dem Ziel, die Enklave zu „säubern“. Beide Nachbarstaaten wiesen diesen Vorschlag jedoch umgehend zurück.

    Internationale und völkerrechtliche Fragen

    Der aktuelle Plan wirft zahlreiche völkerrechtliche und politische Fragen auf. Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention untersagt es Besatzungsmächten ausdrücklich, geschützte Personen zwangsweise aus besetztem Gebiet zu deportieren oder zu vertreiben. Auch eine langanhaltende Einschränkung der Bewegungsfreiheit kann als verbotene Kollektivstrafe gewertet werden.

    Darüber hinaus bleibt offen, wer die geplanten „internationalen Partner“ sein könnten, die Verwaltung und Versorgung von Hunderttausenden in einem Kriegsgebiet übernehmen würden. Weder UN-Organisationen noch große internationale Hilfswerke haben bislang Zustimmung zu vergleichbaren Plänen signalisiert.

    Schließlich steht die Frage im Raum, ob eine solche Politik die tieferen Ursachen des Konflikts löst – oder im Gegenteil den ohnehin brüchigen Status quo im Nahen Osten weiter destabilisiert. Das Ziel, die Bevölkerung Gazas dauerhaft in andere Länder zu transferieren, dürfte jedenfalls den Widerstand weiter Teile der internationalen Gemeinschaft hervorrufen.

    Autor: P. Tiko

  • Hoffnung oder Risiko? Trumps 60‑Tage‑Waffenruhe für Gaza im globalen Kontext

    Hoffnung oder Risiko? Trumps 60‑Tage‑Waffenruhe für Gaza im globalen Kontext

    Am 2. Juli 2025 präsentierte US‑Präsident Donald Trump einen Vorschlag für eine 60‑tägige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Der Deal sieht die Freilassung von zehn lebenden und fünfzehn verstorbenen israelischen Geiseln durch die Hamas vor; im Gegenzug würde Israel seine militärischen Operationen in Gaza einstellen. Israel hat dem Plan bereits zugestimmt, nun liegt der Ball bei der Hamas. Trump will kommende Woche Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen, um die weiteren Modalitäten zu besprechen.

    Die Initiative fällt in eine Phase akuter humanitärer Not. Seit Oktober 2023, als die Hamas Israel überraschend angriff und Hunderte Zivilisten tötete, tobt der Krieg unvermindert weiter. Mehr als 56.000 Palästinenser sowie 1.700 Israelis sind bisherigen Schätzungen zufolge ums Leben gekommen. Krankenhäuser in Gaza sind weitgehend geschlossen, lebenswichtige Infrastruktur liegt in Trümmern.

    Ein möglicher Durchbruch

    Die Waffenruhe-Initiative Trumps könnte kurzfristig Erleichterung bringen. Eine 60-tägige Kampfpause würde humanitäre Hilfslieferungen erleichtern und der Bevölkerung zumindest eine Atempause verschaffen. Politisch wäre sie ein Signal an die Konfliktparteien, dass sich der internationale Druck zur Beendigung des Krieges massiv erhöht hat.

    Darüber hinaus stärkt die Initiative Trumps Position als potenzieller Friedensvermittler – eine Rolle, die die USA in den letzten Jahren schrittweise an andere regionale Akteure wie Katar und Ägypten verloren haben. Diese beiden Staaten sollen auch diesmal maßgeblich an der Vermittlung beteiligt sein.

    Die Skepsis gegenüber Trumps Plan bleibt jedoch groß. Israel beharrt weiterhin auf der vollständigen Entwaffnung der Hamas als Voraussetzung für ein dauerhaftes Ende des Konflikts. Umgekehrt fordert die Hamas nicht nur den Rückzug aller israelischen Truppen aus Gaza, sondern auch umfassende Sicherheitsgarantien und einen Wiederaufbauplan.

    Hinzu kommt Trumps diplomatisches Erbe: Im Februar 2025 hatte er vorgeschlagen, Gaza unter US-Kontrolle zu stellen und die palästinensische Bevölkerung in Nachbarländer umzusiedeln. Er bezeichnete den Küstenstreifen als künftige „Riviera des Nahen Ostens“, die wirtschaftlich entwickelt werden solle. International löste dieser Vorstoß Empörung aus und wurde als Bruch des Völkerrechts verurteilt. Auch wenn Trump den Umsiedlungsvorschlag später als „Empfehlung“ relativierte, hat er seine Glaubwürdigkeit als neutraler Vermittler beschädigt.

    Die Nachbarstaaten Ägypten und Jordanien lehnen jede Form von Umsiedlungsplänen strikt ab. Sie fürchten nicht nur innenpolitische Spannungen, sondern auch eine langfristige Destabilisierung der Region. Gleichzeitig stehen beide Länder unter dem Druck, als Garantiemächte bei einer möglichen Einigung zu fungieren.

    Für Israel bedeutet der Vorschlag innenpolitisch eine heikle Gratwanderung. Während die Bevölkerung die Rückkehr der Geiseln fordert, pochen Hardliner im Regierungslager auf die Fortsetzung der Offensive, um die Hamas endgültig zu besiegen. Netanjahu befindet sich somit zwischen den Fronten der öffentlichen Meinung und seiner politischen Basis.

    Perspektiven

    Ob Trumps Initiative Erfolg haben wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Hamas müsste ihre Maximalforderungen zumindest teilweise aufgeben, um den humanitären Nutzen der Waffenruhe nicht zu verspielen. Israel wiederum müsste die Aussicht auf eine langfristige diplomatische Lösung akzeptieren, die mehr erfordert als einen taktischen Waffenstillstand.

    Auch die USA stehen in der Verantwortung, ihre Rolle als Mediator glaubwürdig auszufüllen – jenseits symbolpolitischer Ankündigungen. Entscheidend wird sein, ob Ägypten und Katar ausreichend Druck auf die Hamas ausüben können, während Israel Sicherheit garantiert, ohne die maximalistischen Ziele seiner Regierung zu gefährden.

    Am Ende bleibt der Eindruck, dass die Initiative zwar eine Chance zur Entschärfung des Konflikts bietet, aber ohne strukturelle Lösungen kaum mehr sein dürfte als ein kurzer Hoffnungsschimmer in einem festgefahrenen Krieg.

    Von Andreas Brucker

  • Essen zu suchen ist in Gaza lebensgefährlich – und weitere World-News

    Essen zu suchen ist in Gaza lebensgefährlich – und weitere World-News

    Seit vor einem Monat ein neues, von Israel unterstütztes Hilfssystem eingerichtet wurde, sind laut örtlichen Gesundheitsbehörden Hunderte Palästinenser in der Nähe von Verteilzentren im Süden Gazas getötet worden. Die neuen Hilfszentren seien „Todesfallen“, so Jens Laerke, ein Sprecher der Vereinten Nationen.

    „Gaza ist der hungrigste Ort der Welt“, sagte Laerke. „Wenn wir es schaffen, etwas hineinzubringen, wird es sofort von der Bevölkerung geplündert. So verzweifelt ist die Lage.“

    Auch andere Hilfsaktionen versinken im Chaos. Die UN und weitere internationale Organisationen liefern nur spärlich Hilfe im Norden Gazas. Verzweifelte Menschenmengen plündern die Lastwagen, die Mehl und andere Güter transportieren, laut Zeugenaussagen oft nur Minuten nach deren Ankunft.

    Hintergrund: Das von Israel unterstützte System wird von der Gaza Humanitarian Foundation betrieben und verfügt nur über wenige funktionierende Verteilzentren – vor allem im Süden. Es wurde eingeführt, nachdem Israel die Hilfslieferungen für fast drei Monate blockiert hatte, mit dem Vorwurf, die Hamas plündere gespendete Lebensmittel. Die USA kündigten gestern eine Finanzierung von 30 Millionen Dollar für die Stiftung an.

    Israel: Eine Familie aus fünf Ukrainern wurde bei einem iranischen Raketenangriff in Israel getötet – eine tragische Schnittstelle zweier Kriege.


    Wo ist Irans angereichertes Uran?

    Nach Tagen der Diskussion darüber, wie schwer US-Schläge Irans Atomanlagen getroffen haben, bleibt das Schicksal des Vorrats an angereichertem Uran ein noch größeres Rätsel. Amerikanische Beamte berichten, dass die bisher gesammelten Geheimdienstinformationen widersprüchlich seien.

    Es besteht wenig Zweifel daran, dass das gesamte Atomprogramm Irans durch US- und israelische Angriffe erheblich geschwächt wurde – und dass das Land Schwierigkeiten hätte, schnell neues nukleares Material zu produzieren. Teile der Anlage in Natanz, in der man Uran vermutete, seien zwar beschädigt, aber nicht vollständig zerstört worden.

    Laut dem obersten Nuklearinspektor der UN seien die Zentrifugen in Fordo, einem der angegriffenen Standorte, „nicht mehr funktionsfähig“.

    Dazu passend: Verteidigungsminister Pete Hegseth und General Dan Caine, Vorsitzender des US-Generalstabs, äußerten sich gestern detaillierter zu den Luftschlägen. Keiner von beiden gab jedoch eine neue Einschätzung zur nuklearen Kapazität Irans ab.

    Iran: In einer trotzig wirkenden Videobotschaft gratulierte Ayatollah Ali Khamenei, Irans oberster Führer, seinem Volk zu einem angeblichen „Sieg“ über Israel und die USA.


    Immer mehr Tote nach Protesten in Kenia

    Die Zahl der Todesopfer nach landesweiten Protesten gegen Korruption und Polizeigewalt in Kenia ist gestern auf 16 gestiegen. Laut Irungu Houghton, Geschäftsführer von Amnesty Kenya, seien die meisten Opfer erschossen worden.

    Viele Demonstrierende schwenkten kenianische Flaggen und riefen: Präsident William Ruto „muss weg“. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen die Menschen vor, setzten scharfe Munition, Gummigeschosse und Tränengas ein.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Künstliche Intelligenz: In mindestens 50 Ländern soll KI demokratische Wahlen untergraben haben – ein globales Warnsignal.

    USA: Ein ranghoher Senatsbeamter blockierte zentrale Teile von Trumps innenpolitischem Gesetzespaket – Republikaner versuchen es nun in letzter Minute zu retten.

    Weltraum: Mexikanische Umweltaktivisten berichten, dass Raketenschrott von SpaceX in das Meer vor Mexiko gestürzt sei und dabei Menschen und Natur bedroht habe.

    Ecuador: Sicherheitskräfte verhafteten den Bandenboss „Fito“, dessen Gefängnisausbruch 2024 landesweite Gewalt ausgelöst hatte.

    Mexiko: Präsident López Obrador weist US-Vorwürfe zurück, wonach drei Finanzfirmen aus Mexiko in Geldwäsche in Zusammenhang mit Fentanyl-Handel verwickelt seien.

    Klima: Ein Bericht zeigt: Die menschengemachte Erderwärmung nimmt inzwischen um 0,27 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu – ein seit den 1970er-Jahren ansteigender Trend.

    Wahlen: Laut neuen Daten hätte Kamala Harris auch bei höherer Wahlbeteiligung die US-Wahl 2024 gegen Trump verloren.

    Medien: Anna Wintour gibt ihren Chefredakteursposten bei der amerikanischen „Vogue“ ab – doch ihr Einfluss bleibt groß.

    NATO: Beim dieswöchigen Gipfel lag der Fokus auf Präsident Trump – die Ukraine spielte nur eine Nebenrolle.

    Griechenland: Eine Haushaltshilfe wurde auf Chios wegen der Verursachung verheerender Waldbrände festgenommen, so die Behörden.

    Irland: The Edge, Gitarrist von U2 und gebürtiger Engländer, erhielt diese Woche die irische Staatsbürgerschaft – nach 62 Jahren.