Schlagwort: Nachrichten Frankreich

  • Kommentar: Provokation in der Sommerpause – ach, Herr Mélenchon…

    Kommentar: Provokation in der Sommerpause – ach, Herr Mélenchon…

    Es ist wieder soweit: Kaum liegt halb Frankreich im August am Strand, tritt Jean-Luc Mélenchon auf den Plan. Mit einer Mischung aus Pathos, Trotz und kalkulierter Provokation erklärt er, die Republik müsse jetzt sofort auf die Barrikaden. Sommerpause? Egal. Haushaltspolitik? Details. Hauptsache, er selbst bleibt im Zentrum des Geschehens.

    Ach, Herr Mélenchon… War es nicht genau dieses politische Theater, das so viele Franzosen satt haben? Das ewige Spiel zwischen pathetischem Gestus und institutioneller Ohnmacht? Zwischen Straßenromantik und parlamentarischer Arithmetik? Man muss nicht Bayrou-Anhänger sein, um zu erkennen: Hier geht es weniger um Politikgestaltung als um eine Inszenierung.

    Symbolpolitik statt Substanz

    Eine „Motion de censure“ mitten im August – ohne die geringste Aussicht auf Mehrheit. Und gleichzeitig ein Aufruf, das Land am 10. September „lahmzulegen“. Es wirkt wie eine Reinszenierung alter Träume: die „grande révolution“ auf Social Media. Nur ist Frankreich heute nicht 1789, nicht 1968 und nicht einmal mehr 2018, als die Gilets jaunes die Straßen füllten.

    Statt einer klaren sozialen Agenda präsentiert Mélenchon eine politische Dauerprovokation. Weder erklärt er, wie die 44 Milliarden Euro Haushaltslöcher gefüllt werden sollen, noch, wie das Land regierbar bleibt. Alles, was zählt, ist das Spektakel – die Schlagzeile, der Konflikt, die Pose.

    Die Linke im Schlepptau

    Und doch: Seine Partei folgt ihm. Wieder und wieder. Die LFI macht sich zum Lautsprecher einer diffusen Unzufriedenheit, ohne sie in ein realistisches Programm zu überführen. Damit spielt Mélenchon objektiv dem Rassemblement National in die Karten. Denn während die LFI lärmt, wahrt Marine Le Pen die staatstragende Pose – und wirkt für viele Franzosen plötzlich wie die vernünftigere Alternative.

    Verantwortung oder Show?

    Was Frankreich bräuchte, wäre eine ehrliche Debatte über Prioritäten: Welche Ausgaben sind unverzichtbar, wo muss gespart werden, wie lassen sich soziale Härten abfedern? Was es bekommt, ist eine polarisierte Inszenierung, die nur das Gefühl verstärkt, dass die Institutionen blockiert sind.

    Mélenchon will alles – jetzt, sofort, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber Politik ist kein Straßenkampf und keine Theaterszene. Wer das Land regieren will, muss auch liefern können: Zahlen, Mehrheiten, Lösungen.

    Ach, Herr Mélenchon… Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Ihr größter Gegner ist längst nicht François Bayrou. Sondern die Realität – und Sie selbst.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Hitze geht leicht zurück – aber der Süden Frankreichs bleibt weiterhin unter höchster Waldbrandwarnung

    Hitze geht leicht zurück – aber der Süden Frankreichs bleibt weiterhin unter höchster Waldbrandwarnung

    Das Département Aude – ein Ort, der für seine sonnenverwöhnten Weinhänge, das mittelalterliche Carcassonne und den würzigen Duft mediterraner Wälder bekannt ist – steht derzeit unter „extremer“ Feuergefahr. Eine Warnstufe, die es in dieser Dringlichkeit zuletzt 2016 gegeben hat. Seit dem 8. August hält eine gnadenlose Hitzewelle Frankreich im Würgegriff. Temperaturen jenseits der 40 °C-Marke sind in weiten Teilen des Südens keine Seltenheit mehr – sie sind die Norm. Besonders das Département Aude leidet unter der Kombination aus flirrend heißer Luft, sengender Sonne und heftigen Winden. Die Tramontane, ein berüchtigter Nordwestwind, peitscht mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde durch die Landschaft und verwandelt ausgedörrte Vegetation in Zunder. Während in anderen Regionen Frankreichs die Temperaturen langsam sinken, bleibt es in der Aude bei brütenden 39 °C. Und mit der Hitze kommt die Angst – vor dem nächsten Brandherd, dem nächsten Alarm, dem nächsten Inferno. Die Lage ist ernst. D…

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  • Mélenchons Doppelstrategie: Angriff auf die Straße und das Parlament

    Mélenchons Doppelstrategie: Angriff auf die Straße und das Parlament

    Frankreich steht vor einem politisch aufgeladenen Herbst. Jean-Luc Mélenchon, Gallionsfigur der links-populistischen Bewegung La France insoumise (LFI), hat in der sogenannten Sommerpause einen doppelten Frontalangriff auf die Regierung von Premierminister François Bayrou gestartet. Mit der Unterstützung eines neu entstehenden Protests aus der Zivilgesellschaft sowie einer angekündigten Misstrauensabstimmung im Parlament will Mélenchon die Regierung zu Fall bringen – und stellt damit die politische Architektur der Fünften Republik erneut auf die Probe. Ohne offizielles Mandat, aber mit unverminderter Präsenz auf der politischen Bühne, orchestriert Mélenchon eine koordinierte Offensive, die Parlament und Straße gleichermaßen ins Visier nimmt. Der Aufruf zur Mobilisierung – unter dem kämpferischen Motto „Tout bloquer“ – ist Ausdruck einer zunehmenden Politisierung der gesellschaftlichen Unzufriedenheit, gespeist durch geplante Einschnitte im Staatshaushalt und ein diffuses Unbehagen in d…

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  • Spannungen auf der „Autoroute du Soleil“ – Wie die Gendarmerie für Sicherheit sorgt

    Spannungen auf der „Autoroute du Soleil“ – Wie die Gendarmerie für Sicherheit sorgt

    Sommerferien in Frankreich – für viele klingt das nach Sonne, Meer und Freiheit. Doch wer sich auf die A7 begibt, die berühmte „Autoroute du Soleil“, spürt schnell: Ganz so unbeschwert ist die Reise nicht. Zwischen Staus, hitzigen Autofahrern und langen Fahrtzeiten liegen oft spürbare Spannungen in der Luft. Und genau hier treten die Gendarmen von Salon-de-Provence auf den Plan.

    50 Männer und Frauen in Uniform, die Tag und Nacht im Einsatz sind, um das zu verhindern, was niemand erleben will: schwere Unfälle.

    Ein Highway voller Risiken

    Die A7 ist eine Lebensader Frankreichs. Sie verbindet Lyon mit Marseille und zieht sich wie ein langes Band durch die Provence. Millionen Urlauber rollen hier jeden Sommer gen Süden – Richtung Côte d’Azur, Richtung Spanien, Richtung Ferienparadies.

    Doch dort, wo die Dichte an Autos wächst, steigt auch die Gefahr. Überhöhte Geschwindigkeit, Übermüdung, Alkohol oder Drogen am Steuer, riskante Überholmanöver, ein kurzer Blick aufs Handy – Kleinigkeiten, die sich im falschen Moment in Katastrophen verwandeln können.

    Die Gendarmerie kennt diese Szenarien nur zu gut.

    Kontrolle statt Chaos

    Das Peloton autoroutier von Salon-de-Provence hat seine Wachsamkeit in der Ferienzeit hochgefahren. Ihre Patrouillen mischen sich unauffällig unter den Verkehr oder warten auf Rastplätzen, um auffällige Fahrer herauszufischen. Das Ziel ist klar: präventiv eingreifen, bevor das Schlimmste geschieht.

    Radarkontrollen sind dabei nur ein Baustein. Auch Drogentests, Alkoholkontrollen und gezielte Stopps bei Verdachtsmomenten gehören zum Alltag. Für viele Autofahrer ist der kurze Moment an der Kontrollstelle lästig, für andere aber lebensrettend.

    Nationale Strategie mit klarer Mission

    Die verstärkten Kontrollen sind kein lokales Einzelprojekt, sondern Teil eines größeren Plans. Frankreich verfolgt seit Jahren eine konsequente Strategie in der Verkehrssicherheit: weniger Tote, weniger Schwerverletzte.

    Die Gendarmen sind dabei die ausführende Kraft auf der Straße. Sie erinnern die Autofahrer daran, dass Urlaub nicht heißt, den Verstand am Rastplatz abzugeben. Und sie tun das mit Nachdruck – manchmal streng, manchmal mahnend, immer mit dem Ziel, Leben zu schützen.

    Zwischen Disziplin und Menschlichkeit

    Wer die Gendarmen bei der Arbeit beobachtet, merkt: Es geht nicht nur um Regeln und Paragrafen. Oft sind es kleine Szenen, die zeigen, wie nah die Realität an den Menschen ist. Da wird ein übermüdeter Familienvater freundlich, aber bestimmt gebeten, eine Pause einzulegen. Oder ein Fahrer, der mit dem Handy in der Hand erwischt wird, bekommt einen klaren Hinweis: „Das hier ist keine Spielkonsole. Ein Fehler – und Sie gefährden sich und andere.“

    Genau in diesen Momenten zeigt sich, dass Verkehrssicherheit kein abstraktes Gesetz ist, sondern eine Frage der Verantwortung – für sich selbst und für die Gemeinschaft auf der Straße.

    Ein Sommer zwischen Freiheit und Pflicht

    Wer im Stau auf der A7 schwitzt, träumt von Strand und kaltem Rosé. Doch währenddessen überwachen die Gendarmen in ihren blau-weißen Fahrzeugen und Motorrädern die Fahrbahn, stets wachsam. Ihr Job ist es, die Balance zu halten zwischen der Sehnsucht nach Freiheit und der Notwendigkeit von Sicherheit.

    Und Hand aufs Herz: Wollen wir nicht alle lieber zehn Minuten später ankommen, dafür aber gesund?

    Autor: C.H.

  • Feuersbrünste im Sommer: Wie wir unsere Wälder vor den Flammen schützen können

    Feuersbrünste im Sommer: Wie wir unsere Wälder vor den Flammen schützen können

    Jeden Sommer wiederholt sich in Frankreich dasselbe Drama: Wälder stehen in Flammen, Tiere verlieren ihren Lebensraum, Menschen ihre Häuser – und die Natur braucht Jahrzehnte, um sich zu erholen. Mit dem Klimawandel nehmen Häufigkeit und Intensität dieser Brände spürbar zu. Was früher eine Ausnahmesituation war, wird immer mehr zur Regel. Die Frage lautet also nicht mehr: Kommt es zu Bränden? Sondern: Wie lassen sie sich verhindern?


    Schutz beginnt vor der Haustür

    Ein Wort, das in den gefährdeten Regionen beinahe magisch wirkt, lautet: Débroussaillage – auf Deutsch „Entbuschung“. Damit ist das gezielte Entfernen von trockener Vegetation und Unterholz rund um Häuser gemeint. Klingt simpel, hat aber enorme Wirkung. Wer den eigenen Garten und den Bereich um das Haus freihält, schafft eine Art grünen Schutzring, der Flammen stoppt oder zumindest verlangsamt. Gleichzeitig erleichtert er Feuerwehr und Rettungskräften den Zugang.

    Auch Feuerschneisen, also lineare Korridore ohne dichte Vegetation, sind wichtige Barrieren. Sie wirken wie unsichtbare Brandschutzmauern: Das Feuer findet in ihnen keine Nahrung und verliert Tempo. Für die Einsatzkräfte sind sie außerdem wertvolle Zugangswege – nicht selten entscheidet genau das über Minuten, die Leben retten können.


    Strenge Regeln für heiße Tage

    Prävention ist nicht nur eine Frage von Gartenpflege und Wegen, sondern auch von klaren Regeln. In Frankreich gibt es eine Reihe von Vorschriften, die mitunter streng klingen – aber sie retten Wälder. Bei extremer Hitze oder starkem Wind wird der Zutritt zu manchen Waldgebieten eingeschränkt. Keine Spaziergänge, keine Picknicks, keine Fahrradtouren. Klingt hart, aber wer schon einmal erlebt hat, wie schnell ein kleiner Funke in Sekunden zu einem Flammenmeer wird, versteht diese Maßnahmen sofort.

    Auch Arbeiten in der Natur sind reguliert. In einigen Départements ist es etwa verboten, nach 13 Uhr mit Maschinen im Wald zu arbeiten – schlicht, weil Funkenflug in den heißesten Stunden des Tages zu gefährlich wäre.

    Und auch das Verbrennen von Gartenabfällen, vielerorts eine alte Tradition, unterliegt strengen Vorgaben. In besonders trockenen Regionen darf es nur nach Genehmigung erfolgen – und oft gar nicht. Wer dagegen verstößt, riskiert empfindliche Strafen.


    Bewusstsein schaffen – ein Funke reicht

    Doch Gesetze allein genügen nicht. Entscheidend ist, dass auch die Bevölkerung mitzieht. Deshalb investieren Behörden und Organisationen viel Energie in Aufklärungskampagnen. Dabei geht es um simple Dinge: keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster, kein Lagerfeuer im Unterholz, kein Grill mitten im Wald.

    Ein nützliches Werkzeug ist die „Météo des forêts“, eine Art Waldwetterbericht. Dort lässt sich tagesaktuell nachsehen, wie hoch die Brandgefahr in der eigenen Region ist. Ein Klick genügt – und schon weiß man, ob der geplante Waldspaziergang sinnvoll ist oder besser verschoben werden sollte.


    Ehrenamtliche als stille Wächter

    Nicht zu unterschätzen sind auch die lokalen Feuerwehrausschüsse – die sogenannten Comités communaux feux de forêts. Sie bestehen meist aus Freiwilligen, die mit wachem Blick durch die Wälder gehen, mit Anwohnern sprechen und im Ernstfall die Profis unterstützen. Ihre Rolle ist weniger spektakulär, aber immens wertvoll: Sie sind die Augen und Ohren der Gemeinden, oft schneller vor Ort als jede Feuerwehr.

    Diese Mischung aus Engagement, lokaler Kenntnis und Bürgernähe schafft Vertrauen – und erhöht die Sicherheit. Denn am Ende zählt nicht nur die große Löschaktion, sondern vor allem das, was verhindert, dass es überhaupt so weit kommt.


    Wälder bewahren heißt Zukunft sichern

    Der Kampf gegen Waldbrände ist kein Thema, das allein bei Feuerwehr oder Behörden liegt. Er betrifft uns alle. Die Wälder sind nicht nur grüne Flächen im Sommerurlaub, sie sind Wasserspeicher, Sauerstofflieferanten und Rückzugsorte für unzählige Arten. Wer sie verliert, verliert ein Stück Zukunft.

    Jedes gesäuberte Grundstück, jede respektierte Zugangssperre, jede nicht weggeworfene Zigarette ist ein kleiner Baustein in einem großen Schutzwall. Vielleicht fühlt sich das manchmal unbedeutend an. Doch genau darin liegt die Kraft: Wenn jede und jeder Einzelne Verantwortung übernimmt, entstehen Gemeinschaft und Sicherheit.

    Die Wälder mögen verletzlich sein – aber sie sind nicht wehrlos. Wir müssen nur lernen, an ihrer Seite zu stehen.

    Autor: C.H.

  • Tragischer Badeunfall in Moulins: Siebenjähriger stirbt bei Ferienlager-Ausflug

    Tragischer Badeunfall in Moulins: Siebenjähriger stirbt bei Ferienlager-Ausflug

    Freitag, 15. August, Moulins im Département Allier. Eine Szene, die in wenigen Sekunden ins Unfassbare kippt: Ein siebenjähriger Junge verliert bei einem Ausflug seiner Ferienkolonie das Leben – er ertrinkt. Was als unbeschwerte Sommeraktivität geplant war, endet in einer Tragödie, die weit über die betroffene Familie hinaus erschüttert. Das Kind nahm gemeinsam mit seinem Bruder und 33 weiteren Kindern an einem Ferienaufenthalt im Château de Souys in Saint-Menoux teil. Diese Einrichtung gehört zur Stadt Bobigny bei Paris und wird traditionell für Ferienaufenthalte genutzt. Acht Betreuer begleiteten die Gruppe – mehr als üblich, da zwei Kinder mit Behinderung besondere Aufmerksamkeit benötigten. Ein Signal für die organisatorische Ernsthaftigkeit. Doch selbst verstärkte Betreuung ist kein Schutzschild gegen das Unvorstellbare. Der Unfall ereignete sich am späten Nachmittag auf einer Spielwiese nahe eines Gewässers in Moulins. Was genau passierte, ist bislang unklar. Fest steht: Trotz de…

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  • Flugtragödie in den Alpen: Zwei erfahrene Piloten sterben bei Absturz von Flugzeug und Segelflugzeug

    Flugtragödie in den Alpen: Zwei erfahrene Piloten sterben bei Absturz von Flugzeug und Segelflugzeug

    Ein sonniger Samstag in den französischen Alpen endet in einer Tragödie. Am 16. August 2025 stürzen nahe des kleinen Flugfeldes Barcelonnette-Saint-Pons in den Alpes-de-Haute-Provence ein Schleppflugzeug und der von ihm gezogene Segelflieger ab. Beide Piloten – ein 78-jähriger Schweizer und ein 79-jähriger Deutscher – überleben den Unfall nicht. Sekunden nach dem Start Es ist kurz nach 13 Uhr, als das Gespann aus Motorflugzeug und Segler abhebt. Alles scheint zunächst Routine – ein Vorgang, wie er täglich auf unzähligen Segelflugplätzen Europas stattfindet. Doch wenige Minuten später das Unfassbare: Über der Gemeinde Saint-Pons kommt es zu Problemen, beide Maschinen stürzen ab. Beim Aufprall entzündet sich das trockene Buschwerk, doch die Feuerwehr kann den Brand rasch löschen. Zwei Männer, die jahrzehntelang fliegerische Erfahrung gesammelt haben, finden hier ihr Ende. Ein tragischer Moment, der eine ganze Region erschüttert. Ermittlungen laufen Die genauen Ursachen sind noch unklar. …

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  • Elf Hunde tot in Durnes – Wenn der Tierschutz an seine Grenzen stößt

    Elf Hunde tot in Durnes – Wenn der Tierschutz an seine Grenzen stößt

    Es ist der 14. August 2025, als die Mitarbeiter der Société Protectrice des Animaux (SPA) in ein Haus in Durnes, im französischen Département Doubs, gerufen werden. Was sie dort finden, ist kaum in Worte zu fassen: elf Hundekadaver in fortgeschrittener Verwesung, auf dem Boden verstreut zwischen Müllbergen und Gestank. Drei abgemagerte Hunde und ein schwaches Kätzchen klammern sich an ihr Leben – ausgehungert, verdurstet, gezwungen, ihre eigene Urinlache zu trinken. Eine Szene wie aus einem Albtraum. Und doch bittere Realität. Eine Wiederholungstat, die schockiert Die Besitzerin des Hauses ist keine Unbekannte. Christelle T., 41 Jahre alt, war bereits im Dezember 2024 verurteilt worden – damals wegen Tierquälerei an Ponys im Parc Micaud in Besançon. Das Urteil schien zunächst ein Signal: Justiz und Gesellschaft dulden kein solches Verhalten. Doch die Frau durfte trotz ihrer Verurteilung weiterhin Tiere halten. Keine Auflagen, keine Verbote. Das Ergebnis sehen wir jetzt in Durnes. Elf t…

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  • Sanary-sur-Mer: Wo der Markt zum Herzschlag der Provence wird

    Sanary-sur-Mer: Wo der Markt zum Herzschlag der Provence wird

    Es gibt Orte, die sind weit mehr als die Summe ihrer Teile.Der Markt von Sanary-sur-Mer gehört genau dazu. 2018 wurde er zum „Plus beau marché de France“ gekürt – und wer einmal durch die Gassen zwischen Hafen und Altstadt geschlendert ist, versteht sofort, warum. Hier geht es nicht nur um Tomaten, Oliven und Fisch. Hier […]

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  • Saint-Guilhem-le-Désert: Zwischen Touristenströmen und dem Wunsch nach Ruhe

    Saint-Guilhem-le-Désert: Zwischen Touristenströmen und dem Wunsch nach Ruhe

    Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch – so wirkt Saint-Guilhem-le-Désert auf den ersten Blick. Steingemäuer, enge Gassen, ein Kloster von Weltrang, umrahmt von den schroffen Felsen der Hérault-Schluchten. Ein Ort, der Geschichten atmet. Ein Ort, der eigentlich nur 244 Menschen beherbergt – und doch Jahr für Jahr von rund 600.000 Besucherinnen und Besuchern überrollt wird.

    Ein Spannungsfeld, das viele romantische Reisebroschüren verschweigen: Für die einen ist das Dorf ein Juwel des Mittelalters, für die anderen ein tägliches Gedränge, in dem man kaum noch durchkommt.


    Wenn Schönheit zur Belastung wird

    Saint-Guilhem-le-Désert gilt als eines der „Plus Beaux Villages de France“ und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Titel, der einerseits Ehre bedeutet, andererseits eine Lawine an touristischem Andrang mit sich bringt.

    Im Sommer verstopfen Menschentrauben die ohnehin schmalen Gassen. Kinderwagen, Wandergruppen, Reisebusladungen – das Idyll wird zur Rushhour. Für die Einheimischen heißt das: Einkäufe besser früh am Morgen, Arztbesuche mit viel Geduld, der Kaffee im Straßencafé wird zur Ausnahme.

    Die Frage, die immer drängender wird: Wie viel Besucherverkehr verträgt ein Dorf, ohne seine Seele zu verlieren?


    Ein Dorf sucht Antworten

    Statt zu klagen, haben die Verantwortlichen reagiert. Die Gemeinde und die Communauté de communes Vallée de l’Hérault arbeiten seit Jahren an Lösungen, die einerseits die Schönheit des Ortes bewahren, andererseits das Leben der Menschen vor Ort erträglicher machen sollen.

    Einige Maßnahmen stechen dabei besonders heraus:

    • Shuttle-Busse statt Stau
      Kostenlose Navettes bringen Besucherinnen und Besucher von ausgelagerten zentralen Parkplätzen und anderen Sehenswürdigkeiten direkt ins Herz des Dorfes. Das reduziert Autoverkehr – und schont Nerven.
    • Sanfte Mobilität
      Ob Carsharing, E-Autos oder gut ausgeschilderte Wanderwege – die Region setzt zunehmend auf klimafreundliche Fortbewegung. Weniger Abgase, mehr Gelassenheit.
    • Digital statt Papier
      Das Tourismusbüro hat seine Broschüren größtenteils ins Netz verlagert. Praktisch für Gäste, entlastend für die Umwelt.
    • Echte Produkte statt Souvenir-Massenware
      Lokale Geschäfte und Märkte setzen auf Olivenöl, Wein, Honig oder Handwerk aus der Umgebung. So bleibt die Wertschöpfung in der Region – und die Einkaufstasche füllt sich mit mehr als nur Erinnerungsplastik.

    Ein Label mit Verpflichtung

    Bereits 2010 erhielt das Gebiet das renommierte Label „Grand Site de France“ – eine Auszeichnung, die nur Orten zuteil wird, die aktiv an ihrer Zukunft arbeiten. 2025 wurde die Anerkennung für weitere sieben Jahre verlängert.

    Doch ein Etikett allein schützt nicht vor Übernutzung. Mit dem Titel verbunden ist ein strenger Maßnahmenplan: Pflege der Landschaft, klare Regeln für Bauvorhaben, Steuerung der Besucherströme und vor allem die Sensibilisierung der Gäste. Jeder, der kommt, soll verstehen: Dieses Dorf ist mehr als eine Postkartenkulisse, es ist ein lebendiges Zuhause.


    Zwischen Sehnsucht und Verantwortung

    Tourismus kann Fluch und Segen zugleich sein. Er bringt Geld in die Region, hält Cafés und Werkstätten am Leben, sorgt dafür, dass Traditionen nicht in Vergessenheit geraten. Doch er kann auch wie ein Tsunami wirken, der langsam alles überrollt.

    Die Bewohner von Saint-Guilhem-le-Désert haben gelernt, mit diesem Zwiespalt zu leben. Sie wollen ihre Türen offenhalten – aber nicht um den Preis, dass die Gemeinschaft erdrückt wird.

    Und hier sind auch die Besucher gefragt. Wer das Dorf besucht, sollte nicht nur Fotos machen, sondern Haltung zeigen: Respekt vor den Menschen, die dort wohnen. Rücksicht in den engen Gassen. Vielleicht sogar ein Besuch außerhalb der Hochsaison – wenn der Zauber des Ortes noch stiller, noch greifbarer ist.

    Denn nur dann bleibt Saint-Guilhem-le-Désert, was es heute ist: Ein Schatz im Herzen der Hérault-Schluchten, kostbar und verletzlich zugleich.

    Autor: C.H.