Inmitten eines sich zuspitzenden Krieges hat der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntag, dem 7. September 2025, ein ausführliches Telefongespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj geführt. Anlass war ein massiver russischer Luftangriff auf Kiew, bei dem unter anderem das Regierungsviertel der ukrainischen Hauptstadt getroffen wurde. Die Konversation der beiden Staatschefs unterstreicht nicht nur Frankreichs andauernde politische und militärische Unterstützung für die Ukraine, sondern auch eine geopolitische Neuverortung Europas – weg von strategischer Ambiguität, hin zu klarer sicherheitspolitischer Positionierung.
Eskalation in der Ukraine: Der Krieg kennt keine Pause
Russlands jüngste Angriffswelle vom 5. September zielte mit Präzisionsraketen auf strategische Infrastrukturen, darunter das Regierungsgebäude in Kiew. Laut ukrainischen Quellen handelte es sich um einen der massivsten Angriffe seit Beginn der Invasion im Februar 2022. Der symbolische Ge…
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Da liegt er. In Jeans, Hoodie und Nike-Schuhen. Kein Heiligenschein, kein Weihrauch, keine Orgelmusik. Nur ein toter Junge in einem Glaskasten – und Millionen, die in ihm Hoffnung sehen. Hoffnung auf eine Kirche, die noch lebt. Oder besser: wieder lebt.
Carlo Acutis ist keine Marienerscheinung. Er ist keine Statue, keine Reliquie, keine Predigt. Er ist – oder war – einer von uns. Und genau das macht seine Heiligsprechung zu einer kleinen Revolution im maroden System Kirche. Denn das, was da in Assisi gefeiert wird, ist mehr als ein religiöses Event. Es ist ein unüberhörbarer Schrei: „Wir sind noch da! Und wir sehen euch!“
Die katholische Kirche, so oft abgeschrieben, verspottet, verlassen – sie atmet wieder. Nicht durch Dogmen, nicht durch Machtworte aus Rom. Sondern durch einen 15-jährigen Nerd, der Websites gebaut hat, bevor viele in der Kirche von WLAN gehört hatten. Ein Junge, der wusste, wie man Menschen erreicht – weil er nie aufgehört hat, sie zu lieben.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Teenager, der Pokémon mochte und mit Freunden zockte, zum Gesicht einer neuen katholischen Bewegung wird?
Eine Bewegung, die sich nicht nach Weihrauch sehnt, sondern nach Wahrhaftigkeit.
Und jetzt kommt der unangenehme Teil: Diese neue Hoffnung liegt nicht in der Liturgie. Sie liegt nicht in prunkvollen Messen, nicht in Latein, nicht im goldenen Kelch. Sondern in der Erkenntnis, dass der Glaube nichts Exklusives ist. Dass man nicht Theologie studieren muss, um das Evangelium zu leben. Dass man keine Soutane tragen muss, um Christus nahe zu sein.
Ja, das tut weh.
Vor allem jenen, die jahrzehntelang versucht haben, den Heiligenschein exklusiv zu verwalten.
Doch vielleicht ist es genau diese Demontage des Sakralen, die jetzt gebraucht wird. Carlo zeigt: Die Tür zum Himmel steht nicht nur für Märtyrer offen, sondern auch für Schüler, Gamer, Außenseiter. Für ganz normale Leute mit WLAN und Herz.
Ob das reicht, um die Kirche zu retten?
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber es ist ein Anfang.
Denn solange es Jugendliche gibt, die sich in Carlo wiederfinden – und nicht in alten Männern, die Schuld und Scham predigen –, gibt es Hoffnung. Solange Menschen auf YouTube beten, weil sie keinen Zugang zu einer Gemeinde haben, lebt etwas, das größer ist als Institutionen.
Das nennt man Glauben.
Und vielleicht ist das die wahre Botschaft dieses neuen Heiligen: Man braucht keine makellose Vergangenheit, keine perfekte Frömmigkeit, keine jahrhundertealte Ahnenreihe von Priestern. Man braucht nur ein Herz, das liebt – und den Mut, es sichtbar zu machen.
Vielleicht, ja vielleicht, gibt es für diese Kirche doch noch eine Zukunft.
Aber nur, wenn sie aufhört, sich selbst zu feiern – und endlich wieder den Menschen dient.
Eine Jeans, ein Sweatshirt, Turnschuhe – und ein Platz im Himmel. Was klingt wie ein modernes Märchen ist Realität geworden: Carlo Acutis, der „Geek Gottes“, wurde am 7. September 2025 in Rom heiliggesprochen. Mit 15 Jahren gestorben, ist er der erste Heilige, der mit Internet aufgewachsen ist – und vielleicht der erste, der digital Seelen stärker bewegt als Kirchenbänke es je könnten.
In einer Welt, in der Heiligkeit oft als verstaubt oder unerreichbar gilt, hat sich ein ganz normaler Teenager zum Hoffnungsträger einer globalen Glaubensgemeinschaft entwickelt.
Was macht ihn so besonders?
Manche Antworten finden sich in einem YouTube-Livestream: Links im Bild – sein aufgebahrter Körper, ruhig und fast unheimlich präsent. Rechts daneben: ein nicht endender Strom von Kommentaren. Menschen aus aller Welt beten zu ihm, bitten um digitale Erleuchtung, spirituelle Führung und persönliche Wunder. „Accorde-moi la connaissance en informatique“, schreibt jemand auf Französisch. „Schenk mir Computerwissen, damit ich meine Familie versorgen kann.“
Carlo, geboren 1991 in London, aufgewachsen in Mailand, starb 2006 an Leukämie. Dass seine Geschichte fast zwei Jahrzehnte später noch Millionen Menschen bewegt, liegt nicht an Heldentaten oder spektakulären Visionen. Sondern daran, dass er einer von ihnen war – und dennoch anders.
Ein Jugendlicher mit WLAN und Weihwasser.
Er war ein ganz normaler Teenager, der gerne Pokémon spielte, Fußball liebte, Freunde hatte. Doch sein Herz schlug früh für den Glauben – obwohl seine Familie nicht besonders religiös war. Mit sieben Jahren empfing er die Erstkommunion, besuchte freiwillig täglich die Messe, engagierte sich für Obdachlose, verschenkte Schlafsäcke, teilte sein Taschengeld mit Bedürftigen.
Und er ging online. Aber nicht zum Zeitvertreib, sondern um zu evangelisieren.
Als Autodidakt baute er eine Website, die weltweit 136 Eucharistische Wunder dokumentierte – eine digitale Schatzkarte des Glaubens. In 15 Sprachen wurde sein Werk übersetzt, später von seinen Eltern weiter verbreitet. Er half Gemeinden beim Aufbau von Homepages, richtete Social-Media-Kanäle für Pfarreien ein und zeigte, dass der Heilige Geist auch durch HTML vermittelt werden kann.
Einige im Vatikan träumen bereits von einem neuen Titel: „Schutzpatron des Internets“. Und damit würde der Heilige Isidor von Sevilla – bisher zuständig für digitale Angelegenheiten – nach über 1.400 Jahren seinen Platz räumen müssen.
Klingt übertrieben?
Nicht für die Menschen, die Carlo als digitalen Heiligen verehren. Bereits 2024 zählte der Bischof von Assisi rund eine Million Pilger an seinem Grab. In den Souvenirshops seiner Heimatstadt konkurriert sein Konterfei inzwischen mit den Ikonen von Franziskus und Klara von Assisi. Es gibt Tassen, T-Shirts, Bücher in 24 Sprachen. Und: Haarsträhnen für 2.000 Euro auf dem Schwarzmarkt – ein Auswuchs, den die Kirche inzwischen strafrechtlich verfolgt.
Hype oder Heiliger?
Diese Frage stellt sich immer dann, wenn sich Spiritualität mit Popkultur vermischt. Doch Carlo war kein Influencer, kein selbsternannter Prophet. Seine Heiligkeit lebt nicht von Show, sondern von Schlichtheit. Kein Märtyrer, kein Wundertäter zu Lebzeiten – nur ein junger Mensch mit einem tiefen Glauben und einem offenen Herzen.
„Man kann sein Leben in 20 Minuten erzählen“, sagt Clémence Pasquier, Religionspädagogin und Autorin. „Und das ist das Gute daran. Es zeigt: Heiligkeit ist kein Ding für Superhelden.“
Genau das scheint die Kirche erkannt zu haben. Mit der Kanonisierung von Carlo Acutis öffnet sie ein neues Kapitel – eines, das nahe an der Lebensrealität junger Menschen liegt. Kein Priestergewand, keine Heiligenpose. Jeans, Hoodie, ein Lächeln. Und eine Botschaft, die sagt: Auch du kannst ein Heiliger sein. Nicht irgendwann. Jetzt.
Zwei Wunder hat der Vatikan Carlo offiziell zugeschrieben – eine Heilung in Brasilien, eine in Costa Rica. Beide Betroffenen hatten sich an ihn gewandt, beide galten als medizinisch austherapiert. Doch selbst diese Wunder sind für viele eher Beiwerk.
„Die Heilungen sind nur die Bestätigung von oben“, sagt Pasquier. „Seine Heiligkeit liegt in seinem Leben.“
Die Botschaft seines Lebens, die heute mehr Menschen erreicht als viele Kirchenpredigten. Vor allem, weil sie noch nicht verklärt ist. Denn Carlo war nicht perfekt. Manche seiner Freunde beschrieben ihn als zurückhaltend in seiner Glaubenssprache – was später in der medialen Erzählung kaum noch vorkommt. Dass seine Mutter, Antonia Salzano Acutis, heute als unermüdliche PR-Kraft im Hintergrund agiert, trägt ebenfalls zur Mythenbildung bei. Sie finanziert Bücher, reist zu Konferenzen, gibt Interviews.
Eine Mutter, die ihren Sohn heilig sieht – mit aller Kraft.
Das mag manchen stören. Es wirft Fragen auf über Nähe, Einfluss, Vermarktung. Doch es zeigt auch eine andere Wahrheit: Wer trauert, sucht Sinn. Wer liebt, will erinnern. Und manchmal ist daraus schon Heiligkeit erwachsen.
Carlo Acutis ist kein Revolutionär, aber eine Zäsur.
Ein Heiliger, der lebte, wo junge Menschen heute leben – im Digitalen. Einer, der zeigt, dass Glaube auch jenseits der Kirchenmauern stattfindet. Und dass Spiritualität kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern ein Versprechen für die Zukunft.
Denn wenn ein Teenager mit Laptop und Gebetbuch zur Lichtgestalt einer neuen Generation werden kann – wer sagt dann noch, dass Heiligkeit von gestern ist?
Mit einer beispiellosen Angriffswelle hat Russland in der Nacht auf den 7. September weite Teile der Ukraine bombardiert – allein auf Kiew wurden Hunderte Drohnen abgefeuert. Der Regierungssitz in der Hauptstadt wurde beschädigt, mindestens fünf Menschen starben. Der Angriff markiert einen neuen Eskalationsschritt in einem Krieg, der seit über drei Jahren den europäischen Kontinent erschüttert – und bei dem diplomatische Lösungen weiter außer Sicht bleiben.
Russlands bislang größte Luftoffensive seit Kriegsbeginn traf nicht nur militärische Infrastruktur, sondern auch symbolträchtige politische Gebäude. Besonders brisant: Der Angriff erfolgte nur wenige Tage nach dem Scheitern erneuter diplomatischer Initiativen unter Vermittlung der USA und unmittelbar nach einem Beschluss der „Koalition der Willigen“ zur Abschreckung Moskaus.
Regierungssitz als Ziel
Die ukrainische Luftwaffe spricht von der „größten Luftoffensive seit Beginn des Krieges im Februar 2022“. In der Nacht von Samstag auf Sonntag seien über 800 Drohnen und 13 Raketen aus Russland abgefeuert worden. In Kiew wurde nach Angaben der Premierministerin Ioulia Svyrydenko das Regierungsgebäude getroffen: Der Dachstuhl und mehrere Obergeschosse wurden beschädigt, Rettungskräfte seien stundenlang mit Löscharbeiten beschäftigt gewesen. Zwei Menschen kamen in der Hauptstadt ums Leben, darunter ein Kleinkind, 18 weitere wurden verletzt.
Auch in anderen Landesteilen wurde bombardiert – unter anderem in Dnipropetrowsk, Zaporischschja und der Grenzregion Sumy. Insgesamt meldeten die Behörden mindestens fünf Todesopfer.
Was diesen Angriff von früheren unterscheidet, ist seine symbolische wie taktische Qualität. Die gezielte Beschädigung des Regierungssitzes in Kiew stellt eine neue Eskalationsstufe dar. Die russische Seite behauptet, wie üblich, ausschließlich militärische und logistische Infrastrukturen angegriffen zu haben. Das ukrainische Narrativ sieht dagegen eine gezielte Terrorisierung der Zivilbevölkerung und eine bewusste Unterminierung staatlicher Strukturen.
Eine strategische Machtdemonstration
Was bezweckt Moskau mit einem derart massiven Angriff? Einerseits dient die Drohnenoffensive offensichtlich der strategischen Einschüchterung. Die gezielte Schwächung der ukrainischen Führungssymbole zielt darauf, die Handlungsfähigkeit des Staates zu untergraben – und internationale Unterstützung zu demoralisieren. Präsident Selenskyj bezeichnete die Angriffe als „gezielte Einschüchterung des ukrainischen Volkes“, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach auf X von einer „Logik des Terrors“.
Andererseits demonstriert Russland seine technologische Anpassungsfähigkeit. Seitdem der Iran Russland mit tausenden sogenannter Shahed-Drohnen beliefert, hat sich deren Nutzung verstetigt und erweitert. Laut dem britischen Royal United Services Institute (RUSI) handelt es sich bei diesen Drohnenangriffen längst nicht mehr um improvisierte Guerilla-Taktiken, sondern um zentral orchestrierte Komponenten einer hybriden Kriegsführung.
Die hohe Zahl abgeschossener Drohnen – 747 laut ukrainischem Militär – belegt zwar die Wirksamkeit der ukrainischen Luftabwehr, doch auch deren Belastungsgrenze. Militäranalysten des Institute for the Study of War (ISW) warnen seit Monaten vor der „Zermürbungskapazität“ der russischen Drohnenoffensive. Das Ziel: Ressourcen binden, Abwehrkräfte erschöpfen und Schwachstellen aufdecken.
Diplomatisches Vakuum und militärische Festgefahrenheit
Die Angriffswelle fällt in eine Phase politischer Stagnation. Die jüngsten diplomatischen Bemühungen unter Vermittlung des US-Präsidenten Donald Trump sind ins Leere gelaufen. Auch wenn Trump angekündigt hat, bald nochmals mit Wladimir Putin sprechen zu wollen, bleibt ein substantieller Fortschritt aus. Russland lehnt einen Waffenstillstand weiterhin kategorisch ab – wohl nicht zuletzt, weil es faktisch bereits rund 20 % des ukrainischen Staatsgebiets unter Kontrolle hat und durch eine Deeskalation keine territorialen Vorteile erwarten könnte.
Gleichzeitig haben sich 26, überwiegend europäische Staaten am Donnerstag darauf verständigt, verstärkt Truppen zur Abschreckung an der NATO-Ostflanke zu stationieren – ein Signal, das in Moskau offenbar nicht unbeantwortet bleiben sollte. Insofern erscheint die Drohnenoffensive auch als Reaktion auf diesen Truppenbeschluss – als Versuch, die westliche Entschlossenheit auf die Probe zu stellen.
Ein unmittelbares militärisches Ziel verfolgte der Angriff offensichtlich nicht. Es gab keine nennenswerte Bewegung an den Frontlinien, keine begleitenden Bodenoffensiven. Vielmehr reiht sich der Angriff ein in die russische Strategie eines Krieges der Nadelstiche – kontinuierlich, brutal, medial wirksam.
Die jüngsten Angriffe auf Kiew markieren keine Wende, aber eine neue Qualität. Russland verlegt sich zunehmend auf symbolische Gewaltakte mit technologischer Wucht – nicht um militärische Siege zu erringen, sondern um den Glauben an eine funktionierende Ukraine zu unterminieren. Es ist eine Eskalation ohne Hoffnung auf Entscheidung – in einem Krieg, dessen Frontverläufe ebenso festgefahren sind wie die diplomatischen Perspektiven. Die ukrainische Widerstandsfähigkeit bleibt bemerkenswert – doch der Preis, den das Land dafür zahlt, steigt unaufhörlich.
Der 7. September – ein Datum, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt. Doch wer tiefer schaut, entdeckt ein wahres Mosaik aus Schlachten, Entdeckungen, Machtwechseln und kulturellen Wendepunkten. Ein Tag, an dem sich die Fäden der Weltgeschichte immer wieder kreuzten.
Große Ereignisse weltweit
Im Jahr 1191 trifft Richard Löwenherz bei der Schlacht von Arsūf auf Saladin. Der englische König besiegt die muslimischen Truppen und gibt dem Dritten Kreuzzug neuen Auftrieb. Auch wenn Jerusalem unerreichbar bleibt, wird Richard für seinen Mut gefeiert – und Saladin für seine Standhaftigkeit. Zwei Figuren, die bis heute Symbolgestalten für Ritterlichkeit und Führungsstärke sind.
Springen wir ins Jahr 1901: In China endet mit dem Boxerprotokoll eine blutige Erhebung gegen ausländische Einflussnahme. Die Qing-Dynastie wird gedemütigt, immense Entschädigungszahlungen lähmen das Reich. Der Tag markiert ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte westlicher Einmischung in Asien.
1923 gründet man in Wien die Internationale Kriminalpolizei-Kommission – später bekannt als Interpol. Eine Idee, die damals visionär wirkt: Staaten, die ihre Polizeiarbeit über Grenzen hinweg abstimmen. Heute ist das selbstverständlich, damals war es ein radikaler Schritt.
Am 7. September 1940 beginnt in London der Albtraum: die deutsche Luftwaffe startet den Blitz, eine Serie massiver Luftangriffe. Über Monate hinweg bebt die britische Hauptstadt unter Bombenhagel. Tausende sterben, Millionen suchen Schutz in U-Bahn-Schächten. Doch gerade in dieser Zeit wächst der berühmte britische Durchhaltewille, der später zum Mythos wird.
Wenige Jahre später, 1977, sorgt ein anderer Vertrag für Aufsehen: Die USA und Panama einigen sich über die Zukunft des Panamakanals. Der jahrzehntelang von Washington kontrollierte Kanal soll an Panama zurückgehen – ein politisches Signal gegen Kolonialmuster.
Und dann ein Name, den kaum jemand vergisst: Desmond Tutu. 1986 übernimmt er als erster Schwarzer das höchste Amt der anglikanischen Kirche in Südafrika. Ein Symbol gegen Apartheid, ein Lichtstrahl in dunklen Zeiten.
Selbst die Popkultur wird von diesem Datum geprägt. Am 7. September 1996 wird Tupac Shakur in Las Vegas niedergeschossen. Wenige Tage später stirbt er. Seine Musik, seine Texte – sie prägen Generationen, die bis heute in seinen Liedern Trost und Wut zugleich finden.
Frankreich am 7. September
In Frankreich trägt dieses Datum ganz besondere Farben.
1651: Der junge Ludwig XIV. wird mit 13 Jahren für volljährig erklärt. Seine Mutter Anne d’Autriche zieht sich aus der Regentschaft zurück. Noch ahnt niemand, dass aus dem Knaben der „Sonnenkönig“ wird – jener Herrscher, der Versailles erbauen lässt und Frankreich zur europäischen Großmacht formt.
1341 kommt es zum Arrêt de Conflans, der eine Erbstreitigkeit in der Bretagne endgültig eskalieren lässt. Frankreich wird in einen langen Thronfolgestreit hineingezogen, der nicht nur die Bretagne, sondern auch das gesamte Machtgefüge des Königreichs betrifft.
Ein Sprung ins 19. Jahrhundert: Am 7. September 1839 experimentiert Louis Daguerre in Paris mit seiner bahnbrechenden Erfindung – dem Daguerreotyp. Es ist der Beginn der Fotografie. Wer hätte gedacht, dass aus diesen ersten unscharfen Bildern eine globale Kulturtechnik entsteht, die uns heute Selfies, Instagram und unzählige Erinnerungsfotos beschert?
1917 schließlich erschüttert ein politischer Skandal die französische Regierung. Innenminister Louis Malvy wird gestürzt, nachdem man ihm eine zu nachgiebige Haltung gegenüber pazifistischen Strömungen im Krieg vorwirft. Inmitten des Ersten Weltkriegs ein Paukenschlag, der die Politik destabilisiert.
Auch die Eisenbahn schreibt an diesem Datum französische Geschichte: Quimper erhält am 7. September 1863 seinen Bahnanschluss. Für viele Provinzstädte bedeutete die Eisenbahn damals eine kleine Revolution – plötzlich war man schneller in Paris als je zuvor.
Von der Vergangenheit in die Gegenwart
Schaut man auf diesen Tag, dann staunt man, wie sehr sich die Ereignisse ähneln – trotz der Jahrhunderte dazwischen. Kriege, die das Gesicht ganzer Regionen verändern. Verträge, die Grenzen verschieben. Erfindungen, die unseren Alltag prägen.
Und immer wieder Menschen, die aus der Geschichte herausragen: Richard Löwenherz, Ludwig XIV., Daguerre, Desmond Tutu. Sie alle haben mit ihren Taten, Ideen oder schlicht ihrer Präsenz ganze Epochen beeinflusst.
Was bleibt also vom 7. September? Vielleicht die Erkenntnis, dass kein Datum nur „irgendein Tag“ ist. Jeder Tag trägt Spuren, die sich bis in unsere Zeit ziehen. Ob im Bild einer alten Fotografie, im Protest gegen Unterdrückung oder in der Art, wie wir unsere Städte mit Schienen und Kanälen verbinden – Geschichte klingt nach. Und manchmal lauter, als man denkt.
Es war eine ruhige Nacht in der kleinen Gemeinde Froges – bis sie es eben nicht mehr war. Zwischen dem 5. und 6. September wurde der Friedhof der Ortschaft im französischen Département Isère zum Schauplatz eines erschütternden Vorfalls: Rund 50 Gräber wurden mutwillig beschädigt. Zerbrochene Heiligenfiguren, herausgerissene Kreuze, umgestürzte Grabmale – Spuren blinder Wut, die einen Ort der Erinnerung in einen Ort der Zerstörung verwandelten.
Mitten in der Nacht wurde der mutmaßliche Täter überrascht – von einer Gruppe junger Männer, die gerade von einem Rugbyspiel zurückkehrten. Darunter: ein Gendarmerie-Reservist. Gemeinsam hielten sie den 22-Jährigen fest, bis die Polizei eintraf. Der junge Mann – ohne Vorstrafen – hatte ein Opinel-Messer bei sich und war bei der Festnahme weder betrunken noch unter Drogeneinfluss.
Er gestand noch in der Nacht. Seine Begründung? Er sei in Froges aufgewachsen, habe sich in einem Zustand der inneren Aufgewühltheit befunden und sei auf eine Art „spiri…
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Die politische M…
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Einmal im Jahr wird Lille zur Bühne für ein Spektakel, das seinesgleichen sucht. Immer am ersten Septemberwochenende zieht die Braderie de Lille Millionen Menschen in die nordfranzösische Stadt. Europas größter Freiluft-Flohmarkt erstreckt sich auch dieses Jahr über 51 Kilometer in den Straßen der S…
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Ein sonniger Spätsommertag an der Küste der Normandie. Die Terrassen von Pirou-Plage sind voll, die Luft riecht nach Pizza, Meer und Spätsommer. Kinder lachen, Gläser klirren, das Leben spielt sich in Shorts und Sandalen ab. Doch um 17 Uhr kippt die Idylle. Ein Auto rast in die belebte Terrasse einer Pizzeria. Zurück bleiben ein zerstörter Strandmoment – und ein tragisch verlorenes Menschenleben.
Eine Frau stirbt noch am Unfallort. Drei weitere Personen werden schwer verletzt. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Tout à l’heure dans la Manche, une voiture a foncé sur la terrasse d’une pizzeria à Pirou Plage, causant notamment la mort d’une personne. Le chauffeur a vraisemblablement eu un malaise. C'est l'info 10 de notre fil info ici: https://t.co/1XgTeokDSwpic.twitter.com/Jw7jG0KFYH
Was geschah in Pirou-Plage?
Der Unfall geschieht gegen 17 Uhr am Samstag, dem 6. September 2025. Pirou-Plage, eine kleine Gemeinde im Département Manche, erlebt plötzlich den Ausnahmezustand.
Ein 81-jähriger Autofahrer verliert offenbar, bedingt durch einen medizinischen Notfall, die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Wagen, mit Automatikgetriebe ausgestattet, beschleunigt unkontrolliert und schießt direkt auf d…
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Leserfrage: „Polizisten in Frankreich erschießt vorbestraften Verkehrs-Raudi – Müssen Polizisten in Frankreich keinen Warnschuss in die Luft abgeben?“
Ein Tritt aufs Gaspedal. Blaulicht im Rückspiegel. Dann ein Schuss – und das Leben eines Menschen ist vorbei. Immer wieder machen solche Fälle in Frankreich Schlagzeilen. Immer wieder steht dieselbe Frage im Raum: Warum kein Warnschuss? Warum nicht erst in die Luft?
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