Schlagwort: Nachrichten Frankreich

  • Symbolische Rehabilitierung: Alfred Dreyfus wird postum zum General befördert

    Symbolische Rehabilitierung: Alfred Dreyfus wird postum zum General befördert

    Mehr als 120 Jahre nach seiner Rehabilitierung erfährt Alfred Dreyfus eine weitere späte Anerkennung: Das französische Parlament hat beschlossen, den zu Unrecht verurteilten Offizier posthum in den Rang eines Brigadegenerals zu erheben. Die Entscheidung ist hochsymbolisch – und trifft auf ein gesellschaftliches Klima, in dem die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und historischer Verantwortung aktueller ist denn je. Ein später Akt der Gerechtigkeit Der Gesetzestext, mit nur einem Satz bewusst schlicht gehalten, wurde vom früheren Premierminister Gabriel Attal eingebracht. Er lautet: „Die französische Nation erhebt, zu Titel postum, Alfred Dreyfus in den Rang eines Brigadegenerals.“ Nach einstimmiger Annahme durch die Nationalversammlung im Juni folgte am 6. November auch der Senat, ebenfalls ohne Gegenstimme. Damit ist die gesetzliche Anerkennung formell abgeschlossen. Das Ziel dieser Entscheidung ist klar: ein Akt der moralischen Wiedergutmachung. Dreyfus war nach seiner Rehabiliti…

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  • Blitz wie ein Donnerschlag: Superblitz erschüttert Toulouse

    Blitz wie ein Donnerschlag: Superblitz erschüttert Toulouse

    Ein Moment – und die Welt steht still. Donnerstagmorgen, 11:20 Uhr, in Balma, einem ruhigen Vorort im Südosten von Toulouse: Ein gewaltiger Lichtblitz durchzuckt den Himmel. Sekunden später – eine Detonation, so laut, dass Fenster klirren, Wände beben und selbst gestandene Toulousainer blass werden.

    „Ich hatte so etwas noch nie gehört“, sagt eine Anwohnerin, die Zeugin dieses seltenen Naturphänomens wurde. Und sie ist nicht allein.

    Was hier einschlug, war kein gewöhnlicher Blitz. Es war ein „Superbolt“ – ein extrem seltener und unfassbar intensiver Blitzschlag, der seine gesamte Energie auf einen einzigen Punkt konzentriert. Ein Phänomen, das selbst Meteorologen immer wieder in Staunen versetzt.


    Ein Blitz wie ein Erdbeben

    Das Epizentrum lag in der Nähe des örtlichen Flugplatzes. An einem sonst ruhigen Vormittag erschütterte der Donner nicht nur die Straßen von Balma, sondern war noch Kilometer entfernt im Zentrum von Toulouse zu hören. Für einen Moment fühlte sich die Stadt an wie im Ausnahmezustand.

    Ein Mann schildert es so: „Ich habe den Blitz gesehen, dann hochgeschaut – und plötzlich dieses unfassbar laute Geräusch. Ich dachte, das ist ein Gewitter. Aber dieser Ton – das war mehr als Donner.“

    185.000 Ampère. Diese Zahl liest sich nüchtern, doch sie steht für eine unfassbare Wucht: So stark war der Stromimpuls des Blitzes, was etwa der Energie von sieben Tonnen Sprengstoff entspricht. Sieben Tonnen! Das ist nicht nur ungewöhnlich – das ist absolut außergewöhnlich.


    Superbolt: Wenn der Himmel explodiert

    Blitze dieser Kategorie machen laut Meteorologen nur 0,2 bis 0,3 Prozent aller Blitzereignisse weltweit aus. Meist treten sie im Sommer auf, wenn die Atmosphäre labil und voller Energie ist. Dass ein solcher Blitz im kühlen November einschlägt, macht den Vorfall bei Toulouse zu einem meteorologischen Kuriosum.

    Das Besondere an einem Superbolt: Er hat keine Verzweigungen, sondern schießt als einzelner, geradliniger Strahl zur Erde – geballt, gezielt, mit maximaler Kraft. Die Energie, die sich dabei entlädt, ist so stark, dass man sie mit bloßem Ohr über viele Kilometer hinweg hören kann.

    Ein Meteorologe von Météo-France bringt es auf den Punkt: „So ein Blitz gehört zu den stärksten 0,3 Prozent seiner Art – ein sehr seltenes Ereignis.“


    Gewitter über Südfrankreich – ein Phänomen mit Folgen

    Der Superblitz war Teil eines größeren Unwettersystems, das von den Balearen über das westliche Mittelmeer nach Südfrankreich zog. Schon auf Mallorca standen die Straßen in Palma unter Wasser, Sturzbäche schossen durch die Gassen, die Kanalisation war überfordert. Auch in Perpignan, rund 200 Kilometer südlich von Toulouse, fielen noch über 30 Liter Regen – binnen kürzester Zeit.

    Der Herbst hat sich in diesem Jahr wenig goldig gezeigt – stattdessen gewitternd, laut und unberechenbar.


    Naturgewalt mit Nachhall

    Es sind Momente wie dieser, die daran erinnern, wie wenig Kontrolle der Mensch über das Wetter hat. Kein Algorithmus, kein Satellit, keine App kann vorhersagen, wo genau der nächste Superbolt einschlagen wird. Es bleibt ein Spiel der Kräfte zwischen Himmel und Erde – mit uns mittendrin.

    Und auch wenn der Schaden dieses Mal gering war: Die Erinnerung an diesen Tag wird bleiben.

    Toulouse hat nicht nur gebebt – es hat den Atem der Natur gespürt. Laut. Direkt. Unvergesslich.

    Autor: Daniel Ivers

  • „Ein kleiner Zuschuss, der viel bewirkt“ – Eine Gemeinde in der Gironde rüstet ihre Bürger gegen Einbrüche

    „Ein kleiner Zuschuss, der viel bewirkt“ – Eine Gemeinde in der Gironde rüstet ihre Bürger gegen Einbrüche

    Ein Sommer, ein paar stille Nächte – und danach war nichts mehr wie zuvor. Im beschaulichen Taillan-Médoc, einer Kleinstadt nahe Bordeaux, hielt im vergangenen Jahr eine Einbruchsserie die Nachbarschaften in Atem. Fensterscheiben klirrten, Haustüren wurden aufgebrochen, Wertgegenstände verschwanden. Der Schock saß tief, das Sicherheitsgefühl war dahin. Alain Locca erinnert sich gut. Der pensionierte Handwerker, wohnhaft in einem ruhigen Viertel, hat Konsequenzen gezogen: Eine Alarmanlage für sein Einfamilienhaus, Kostenpunkt 2.500 Euro. Was für viele wie ein notwendiges, aber kostspieliges Investment klingt, wurde für ihn ein Stück weit erleichtert. Die Gemeinde erstatte ihm 150 Euro – gegen Vorlage der Rechnung. „Das gibt mir die Möglichkeit, jetzt auch noch Außenkameras zu installieren“, sagt er. „Diese kleine Hilfe – das motiviert einen. Es ist ein Anstoß.“ Ein Anstoß mit Wirkung. Denn was als Reaktion auf einen dramatischen Anstieg von Wohnungseinbrüchen begann, entwickelt sich zu …

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  • Frankreichs Rechte vor der Zerreißprobe: Marine Le Pen stellt ihre politische Zukunft in Frage

    Frankreichs Rechte vor der Zerreißprobe: Marine Le Pen stellt ihre politische Zukunft in Frage

    Marine Le Pen hat sich festgelegt: Sollte das Berufungsgericht ihre Verurteilung wegen Veruntreuung europäischer Parlamentsgelder bestätigen, wird sie bei der Präsidentschaftswahl 2027 „offensichtlich“ nicht kandidieren. Ihre Entscheidung, die sie in einem Interview mit dem konservativen Magazin Causeur öffentlich machte, dürfte das Kräfteverhältnis innerhalb der französischen Rechten und die strategische Ausrichtung des Rassemblement National (RN) grundlegend verändern.

    Der juristische Schatten über einer Dauer-Kandidatin Im Frühjahr 2025 wurde Le Pen in erster Instanz zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe – davon zwei Jahre zur Bewährung – sowie zu einer Geldstrafe und fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt. Das Urteil erging im Zusammenhang mit dem jahrelangen Skandal um Scheinbeschäftigungen europäischer Parlamentsassistenten, deren Gehälter mutmaßlich zur Finanzierung parteiinterner Tätigkeiten zweckentfremdet worden waren. Auch wenn Le Pen das Urteil erwartungsgemäß anfocht, stell…

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  • Frankreichs Städte und ihr fossiles Dilemma – warum Amiens, Reims und Strasbourg beim Gasverbrauch ganz oben stehen

    Frankreichs Städte und ihr fossiles Dilemma – warum Amiens, Reims und Strasbourg beim Gasverbrauch ganz oben stehen

    Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Temperaturkurve.

    Vier Tage vor dem Start der UN-Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém hat die Umweltorganisation Les Amis de la Terre einen Bericht veröffentlicht, der Frankreichs Großstädten den fossilen Spiegel vorhält. Darin offenbart sich: Selbst in einem Land, das sich als Vorreiter des ökologischen Wandels versteht, ist die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern – insbesondere Erdgas – nach wie vor erschreckend hoch.

    Und es sind nicht etwa die Metropolen Paris oder Lyon, die am meisten Gas verbrauchen. Es sind Amiens, Reims und Strasbourg – drei Städte, die sich nicht nur durch charmante Altstädte und kalte Winter auszeichnen, sondern auch durch besonders hohe Pro-Kopf-Ausgaben für Gas.

    Ein Ranking, das aufrüttelt

    470 bis 600 Euro pro Jahr und Einwohner – so viel zahlen Menschen in den drei Spitzenreitern durchschnittlich für Gas. Das ist dreimal mehr als in Städten wie Grenoble, Perpignan oder Toulon. Die Gründe? Eine Mischung aus Wohnstruktur, veralteter Heiztechnik und industrieller Nutzung. Denn was hier verheizt wird, geht nicht nur in private Heizkessel. Auch Büros, Rathäuser, Schwimmbäder, Bibliotheken und ganze Industriezweige hängen am Gasnetz.

    Anna-Lena Rebaud, Sprecherin von Les Amis de la Terre, bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht nur um die Wohnungen. Auch der öffentliche Sektor und die Industrie haben einen immensen Anteil an diesem Verbrauch.“

    Gas: Sauberer als Kohle, aber nicht harmlos

    Oft wird Gas als das „kleinere Übel“ gegenüber Kohle und Öl dargestellt – mit einem Hauch von Nachhaltigkeit, weil es beim Verbrennen weniger CO₂ ausstößt. Doch das greift zu kurz.

    Denn entlang der gesamten Förder- und Transportkette entweicht Methan – ein Klimakiller, der 80-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Und Methanlecks sind keine Randnotiz. Sie passieren bei Bohrungen, bei der Lagerung und auf dem Weg durch Pipelines. So wird aus dem vermeintlich sauberen Gas schnell ein echter Klimasünder.

    Dazu kommt die geopolitische Abhängigkeit: Frankreich importiert 98 Prozent seines Gases – unter anderem aus Russland und den USA. Energieautarkie sieht anders aus.

    Das Klima entscheidet sich nicht nur auf Weltgipfeln

    Natürlich blicken viele dieser Tage nach Brasilien, wo sich ab Montag Staats- und Regierungschefs zur COP30 versammeln. Doch der aktuelle Report erinnert daran, dass Klimaschutz nicht nur auf diplomatischen Bühnen stattfindet, sondern auch auf kommunaler Ebene.

    Wer heute durch die Straßen von Strasbourg schlendert, mag sich schwer vorstellen, dass genau hier – zwischen mittelalterlichen Fachwerkhäusern – das Klima so stark belastet wird. Doch genau dort liegt ein Hebel für Veränderung. Denn Städte können handeln: durch energetische Sanierungen, durch den Ausbau von Nahwärmenetzen, durch eine Abkehr von Gasheizungen in öffentlichen Gebäuden.

    Das ist keine ferne Utopie – das ist machbare Politik.

    Vom industriellen Erbe zur ökologischen Wende

    Viele französische Städte tragen bis heute die Last ihrer industriellen Vergangenheit. Gasleitungen aus den 1960ern, schlecht isolierte Plattenbauten aus den 1970ern, ein Energiemix, der jahrzehntelang auf Bequemlichkeit statt Nachhaltigkeit setzte.

    Doch was wäre, wenn genau diese Städte zur Speerspitze der ökologischen Erneuerung würden?

    Wenn in Amiens nicht nur der berühmte gotische Dom, sondern auch modernste Wärmepumpen für Aufsehen sorgen würden? Wenn in Reims, wo man bisher nur vom Champagner spricht, bald Sonnenkollektoren die Dächer zierten? Wenn Strasbourg, als europäische Hauptstadt, auch energetisch Maßstäbe setzte?

    Der CO₂-Fußabdruck beginnt vor der Haustür

    Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die durchschnittliche Temperatur der Erde um über 1,1 °C erhöht. Das klingt nach wenig – ist aber ein Erdrutsch. Ein Erdrutsch, der Gletscher schmelzen lässt, Küstenstädte bedroht und landwirtschaftliche Erträge gefährdet. Und: Er ist menschengemacht. Durch unser Konsumverhalten. Durch den Fleischkonsum. Und eben auch durch Heizsysteme in unseren Städten.

    Das Gute daran? Alles davon ist veränderbar.

    Wie weiter – und wer zuerst?

    Rhetorische Frage: Wieso warten, bis sich alle anderen bewegen?

    Städte wie Amiens, Reims und Strasbourg könnten Vorreiter werden – gerade weil sie aktuell auf der falschen Liste ganz oben stehen. Mit gezielten Investitionen, mutigen Entscheidungen und dem politischen Willen zur Wende. Die Technologien existieren. Die Erkenntnisse sowieso. Was fehlt, ist das Tun.

    Und das beginnt nicht in Belém, sondern direkt vor Ort – mit jedem schlecht isolierten Klassenzimmer, jeder Gastherme in der Amtsstube, jedem Stadtrat, der sich nicht entscheidet.

    Autor: C.H.

  • Wenn das Meer kommt – und der Mont Saint-Michel zur Insel wird

    Wenn das Meer kommt – und der Mont Saint-Michel zur Insel wird

    Ein Naturwunder kehrt zurück. Still und gleichzeitig mit großer Geste. Wie ein Schauspieler, der die Bühne betritt, erhebt sich der Mont Saint-Michel im Licht der Morgensonne – und ist plötzlich wieder eine Insel.

    Es ist ein Spektakel, das sich nur siebenmal im Jahr ereignet. Doch wenn es geschieht, hält die Normandie den Atem an. Dann trifft der Atlantik mit solcher Wucht auf die Bucht, dass er das Land verschlingt und den weltberühmten Klosterberg komplett vom Festland trennt. Die großen Gezeiten – les grandes marées – sind da.

    Ein Rennen gegen das Wasser

    Am 5. November war es wieder so weit. Und wer den Mont Saint-Michel bei Höchststand der Flut erleben wollte, braucht gute Schuhe, eine warme Jacke – und Timing. Denn das Wasser kommt schnell. Sehr schnell.

    „Ich habe nur 20 Minuten, dann muss ich wieder zurück. Das ist sportlich!“, ruft Florian Wolferseder, ein junger Tourist, während er mit Kamera und Rucksack den Damm entlang hastet. Die Szenerie ist atemberaubend – das Wasser steigt, umfließt die Wege, verwandelt die Straßen in Stege, die Luft riecht nach Salz und Tang.

    Und dann – ist es vorbei. So schnell wie das Meer kam, zieht es sich auch wieder zurück. Doch was bleibt, ist der Eindruck. „Mystisch“, sagt Paul Ayton. „Magisch sogar. Dieser Ort ist einfach einzigartig.“

    Ein Magnet für Schaulustige – und Muschelsucher

    Jedes Mal, wenn die großen Gezeiten kommen, zieht es Tausende an den Fuß des Felsen. Frühaufsteher, Fotografen, Naturliebhaber – sie alle wollen einen Blick auf dieses Wunder erhaschen. Aber auch andere Besucher tauchen in der Bucht auf: die Muschelsucher.

    Mit Eimern, Gummistiefeln und einem wachen Blick durchkämmen sie den freigelegten Meeresboden auf der Suche nach Schätzen. Coques – Herzmuscheln – sind das Ziel. Doch der Fang ist oft Nebensache.

    „Es geht nicht nur um die Muscheln“, meint Eric Cuillerdier, ein passionierter pêcheur à pied, also ein Wattfischer. „Die Lichtstimmungen hier, die Landschaften – jeden Tag ist alles anders. Das ist einfach magisch.“

    Ein Ort, der Geschichten erzählt

    Der Mont Saint-Michel ist nicht nur ein geografisches Phänomen, sondern ein geschichtsträchtiger Ort. Seit Jahrhunderten zieht er Pilger an – heute sind es Touristen. Doch das Gefühl ist dasselbe geblieben: Ehrfurcht.

    Wenn die Sonne tief steht und der Schatten des Klosters über die Bucht fällt, wirkt der Mont fast wie eine Filmkulisse. Aber nichts daran ist künstlich. Alles ist echt. Wind, Wasser, Stein – und diese ganz besondere Stimmung, die einen für einen Moment glauben lässt, dass die Welt ein bisschen stiller geworden ist.

    Nur zwei Tage – dann ist der Zauber vorbei

    Am Abend des 5. November stieg das Wasser. Wieder wurde der Mont Saint-Michel zur Insel. Und wieder drängten sich die Zuschauer am Rand der Bucht, um diesen Moment festzuhalten.

    Doch diesmal ist etwas anders. Es war die letzte große Flut des Jahres. Danach wird der Klosterberg wieder monatelang auf dem Trockenen liegen – verbunden mit dem Festland, erreichbar zu jeder Tageszeit.

    Wer den Zauber erleben will, muss also auf den Kalender achten und geduldig warten. Auf das nächste Mal. Wenn das Meer zurückkehrt und die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen.

    Autor: Andreas M. B.

  • Camille Cottin übernimmt: Schauspielstar wird Präsidentin der César-Verleihung 2026

    Camille Cottin übernimmt: Schauspielstar wird Präsidentin der César-Verleihung 2026

    Sie hat Lady Gaga die Show gestohlen, Matt Damon Paroli geboten – und bald steht sie selbst im Zentrum des französischen Filmkosmos: Camille Cottin wird die 51. César-Verleihung leiten. Die Schauspielerin, die mit bissigem Humor und viel Herz zum Star wurde, tritt damit in die Fußstapfen von Catheri…

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  • Digitaler Gigant trifft Umwelt – Streit um geplantes Rechenzentrum bei Marseille

    Digitaler Gigant trifft Umwelt – Streit um geplantes Rechenzentrum bei Marseille

    Was wie ein Hightech-Traum klingt, sorgt im Süden Frankreichs für hitzige Debatten: Ein neues Rechenzentrum soll vor den Toren Marseilles entstehen – groß, energiehungrig, modern. Doch viele Menschen vor Ort sehen in dem Projekt eher eine Belastung als einen Fortschritt. 117.000 Menschen – oder ein einziges Rechenzentrum? Diese Zahl steht wie ein Mahnmal im Raum. Die geplante Anlage in der Gewerbezone „Les Sybilles“ in Pennes-Mirabeau, einem Vorort von Marseille, soll so viel Strom verbrauchen wie eine mittlere Stadt. Der Betreiber Telehouse INT Corporation Europe Limited plant auf mehreren Hektar Fläche ein sogenanntes Hyperscale-Datacenter, komplett mit Technikbauten, Parkplätzen, Stromaggregaten – ein massiver Komplex im Schatten von Autobahn und Flughafen. Während die Projektträger von Innovation und Nachhaltigkeit sprechen, warnen Anwohner, Umweltverbände und selbst staatliche Stellen vor den Folgen. Energie, Wasser, Boden – was steht auf dem Spiel? Gleich mehrere Kritikpunkte erh…

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  • Gericht stärkt Meinungsfreiheit: Enthoven wird im Streit mit der Partei LFI freigesprochen

    Gericht stärkt Meinungsfreiheit: Enthoven wird im Streit mit der Partei LFI freigesprochen

    Die Justiz in Frankreich hat ein deutliches Signal für die Freiheit der politischen Meinungsäußerung gesetzt. Am 6. November 2025 sprach das Pariser Strafgericht den Philosophen und Publizisten Raphaël Enthoven vom Vorwurf der öffentlichen Beleidigung frei. Anlass war ein aufsehenerregender Tweet vom 1. Mai 2024, in dem Enthoven die linkspopulistische Partei La France insoumise (LFI) als „verabscheuungswürdige, gewalttätige, verschwörungsideologische, leidenschaftlich antisemitische Bewegung“ bezeichnet hatte. Die Partei zog daraufhin vor Gericht – und unterlag nun. Die Entscheidung unterstreicht die zentrale Rolle der Meinungsfreiheit im politischen Diskurs einer pluralistischen Demokratie. Sie berührt zugleich einen empfindlichen Punkt der französischen Innenpolitik: den Umgang mit Antisemitismusvorwürfen und die Grenzen der zulässigen Kritik an politischen Akteuren.

    Ein Urteil im Zeichen des politischen Meinungskampfes In der öffentlichen Anhörung im September 2025 verteidigte Enth…

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  • Aktionäre genehmigen Musks Vergütungspaket im Wert von einer Billion Dollar

    Aktionäre genehmigen Musks Vergütungspaket im Wert von einer Billion Dollar

    Die Tesla-Aktionäre haben einem Vergütungsplan für Elon Musk zugestimmt, der dem reichsten Mann der Welt Aktien im Wert von fast einer Billion US-Dollar zuspricht – sofern er ambitionierte Unternehmensziele erreicht. Dazu zählen unter anderem eine massive Steigerung der Börsenbewertung des Unternehmens sowie der Verkauf von einer Million humanoider Roboter.

    Der Plan ist so strukturiert, dass auch die Investoren profitieren, sollte Musk finanziell erfolgreich sein. Kritiker, darunter Vertreter öffentlicher Pensionsfonds in New York und Kalifornien, sprachen sich jedoch vehement gegen das Vergütungspaket aus. Sie warnten davor, dass dadurch zu viel Reichtum und unternehmerische Macht in die Hände einer einzigen Person gelegt würden.

    Musks mögliche Billionenvergütung steht in starkem Kontrast zum Wahlerfolg von Zohran Mamdani, einem erklärten Vertreter einer „Tax-the-Rich“-Politik, der in New York City zum Bürgermeister gewählt wurde – ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit vieler Amerikaner mit einem Wirtschaftssystem, das es ihnen zunehmend erschwert, Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnraum und Kinderbetreuung zu finanzieren. „Wenn die Wähler in New York bereits das Gefühl haben, dass die Milliardärsklasse ihr Leben unbezahlbar macht – wartet nur, bis die Demokraten gegen eine Billionärsklasse antreten müssen“, sagte ein Funktionär der Demokratischen Partei.


    Warum droht Trump mit Militäreinsatz in Nigeria?

    Mit scharfen Worten hat Donald Trump Anfang November 2025 auf religiös motivierte Gewalt in Nigeria reagiert. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der US-Präsident, Christen im westafrikanischen Land seien einem „existentiellen Risiko“ ausgesetzt – und kündigte eine mögliche militärische Intervention an, sollte Nigerias Regierung nicht umgehend handeln. Zugleich wurde Nigeria von den USA auf die Liste der besonders besorgniserregenden Länder in Fragen der Religionsfreiheit gesetzt.

    Tatsächlich ist die Lage komplex: Nigeria ist religiös gespalten, ethnisch vielfältig und von Unsicherheit geprägt. Christliche Gemeinschaften – vor allem im Norden – sind immer wieder Opfer von Übergriffen, doch Experten warnen vor einer Verkürzung der Ursachen auf Religion allein. Gewalt resultiert ebenso aus Armut, Landkonflikten, schwacher Infrastruktur und der Präsenz bewaffneter Gruppen.

    Trumps Drohung steht auch im Kontext der US-Innenpolitik. Besonders unter evangelikalen Wählern besitzt das Thema Christenverfolgung hohe Symbolkraft. Gleichzeitig signalisiert diese Rhetorik ein außenpolitisches Umdenken: weg von entwicklungspolitischer Kooperation, hin zu machtpolitischem Druck, gar Interventionismus.

    Nigeria reagiert mit deutlicher Kritik – man sehe die eigene Souveränität bedroht. Auch international sorgt Trumps Vorstoß für Irritationen: Eine unilaterale Militäraktion ohne UN-Mandat würde völkerrechtlich heikle Fragen aufwerfen.

    Ob Trump diese Drohung tatsächlich umsetzt, ist offen. Doch bereits jetzt markiert sie einen neuen Ton in den US-Beziehungen zu Afrika – mit weitreichenden geopolitischen Implikationen.


    WEITERE NACHRICHTEN

    • Diplomaten und Staatschefs haben die jährliche UN-Klimakonferenz in Belém, Brasilien, eröffnet – einer Stadt am Rand des Amazonas-Regenwaldes.
    • Die paramilitärische Organisation R.S.F. im Sudan hat einem von den USA vogelegten Vorschlag für eine Waffenruhe zugestimmt. Hintergrund ist der zunehmende internationale Druck wegen Gräueltaten, die den R.S.F.-Truppen vorgeworfen werden.
    • Kasachstan hat angekündigt, sich wahrscheinlich den Abraham-Abkommen anzuschließen, die eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren mehrheitlich muslimischen Staaten zum Ziel haben.
    • Russland steht kurz davor, die strategisch wichtige ukrainische Stadt Pokrowsk einzunehmen – das wäre der bislang größte militärische Erfolg seit 2023.
    • OpenAI bemüht sich, Sorgen über seine finanzielle Lage zu zerstreuen, nachdem ein ranghoher Manager angedeutet hatte, die US-Regierung könnte als Rückversicherung für milliardenschwere Investitionen in Rechenzentren einspringen.
    • Internationale Flüge dürften von der Entscheidung der Trump-Regierung, Flüge an 40 US-Flughäfen wegen des Regierungsstillstands einzuschränken, nicht direkt betroffen sein. Dennoch sind auch dort Störungen im Reiseverkehr möglich.
    • Laut israelischen Behörden sitzen Dutzende Hamas-Kämpfer im Gazastreifen in Gebieten fest, die unter israelischer Kontrolle stehen – viele von ihnen verbergen sich in weitläufigen Tunnelsystemen.

    Autor: P. Tiko