Schlagwort: nachrichten.fr

  • Wenn der Ausnahmezustand zur Routine wird: Gewalt in Garges-lès-Gonesse eskaliert erneut

    Wenn der Ausnahmezustand zur Routine wird: Gewalt in Garges-lès-Gonesse eskaliert erneut

    Ein nächtliches Inferno, das inzwischen fast zu einem gewohnten Bild wird: In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2025 gerät Garges-lès-Gonesse im Département Val-d’Oise in die Schlagzeilen. Nicht wegen eines Festes, nicht wegen einer Feier zum französischen Nationalfeiertag – sondern wegen heftiger Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei. Brennende Mülltonnen, der Himmel durchzuckt von grellen Lichtblitzen, knallende Explosionen. Doch was früher Feuerwerk bedeutete, ist heute Kriegsgerät im Kleinformat. Pulverfass am Stadtrand Garges-lès-Gonesse – rund 42.000 Einwohner, nördlich von Paris. In Frankreichs kollektiver Erinnerung ist die Kommune kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2007 tobten dort Straßenschlachten nach dem Tod zweier Jugendlicher in Villiers-le-Bel. Auch 2023, nach der tödlichen Polizeikugel, die den 17-jährigen Nahel Merzouk in Nanterre traf, wurde das Viertel zum Schauplatz nächtlicher Gewalt. Wer hier lebt, weiß: Es reicht ein Funke, und das Pulverfass…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • 16. Juli – ein Tag, der Geschichte schrieb

    16. Juli – ein Tag, der Geschichte schrieb

    🌍 Weltweit: Höhe- und Wendepunkte der Menschheit

    622 – Hidschra
    Muhammad wanderte von Mekka nach Medina aus. Dieser Schritt gilt als Beginn des islamischen Kalenders – bis heute folgen ihm Millionen.

    1054 – Großes Schisma
    Kirchenspaltung zwischen Rom und Konstantinopel: Die Römisch-Katholische und die Orthodoxe Kirche gingen getrennte Wege – Auswirkungen spürbar bis heute.

    1212 – Schlacht von Las Navas de Tolosa
    Ein entscheidender Sieg der Christen in Spanien über die muslimischen Almohaden. Dieser Durchbruch öffnete den Weg zur Reconquista.

    1942 – Rafle du Vél’ d’Hiv in Paris
    Frankreich verhaftete über 13.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder – ein dunkles Kapitel der nationalen Geschichte. Heute ist dieser Tag Mahnung und Gedenktag.
    1945 – Erste Atombombe
    Im Rahmen des Manhattan-Projekts wurde in New Mexico die erste Atombombe gezündet. Ein Wendepunkt mit Folgen bis heute – Abrüstung und Abschreckung prägen weiter die globale Politik.
    1969 – Start von Apollo 11
    Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins starteten in Richtung Mond. Der Beginn einer neuen Ära der Raumfahrt – heute träumt man vom Mars und Weltraumkommerz.
    1999 – Todesflug von JFK Jr.
    John F. Kennedy Jr., seine Frau Carolyn und deren Schwester kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ein Schockmoment – die Zerbrechlichkeit öffentlicher Figuren lag offen.
    1990 & 1994
    Ein Erdbeben in den Philippinen forderte tausende Opfer. Und im All kollidierte der Komet Shoemaker–Levy 9 mit Jupiter – ein spektakuläres kosmisches Ereignis.


    🇫🇷 Frankreich am 16. Juli

    1465 – Schlacht von Montlhéry
    Ein Konflikt zwischen König Ludwig XI. und oppositionellen Adligen – Kampf um Thronmacht und politische Kontrolle prägten diesen Tag.
    1789 – Emigration nach der Bastille
    Adlige wie der Comte d’Artois verließen Frankreich nach dem Sturm auf die Bastille – ein deutliches Zeichen, dass sich Machtordnungen wandeln.
    1801 – Konkordat Napoléon–Papst
    Napoléon und Papst Raphael VII. unterzeichneten einen Pakt, um das Verhältnis zwischen Staat und Kirche neu zu ordnen – ein Grundstein für Frankreichs Laizismus.
    1875 – Dritte Republik
    Mit der dritten Verfassungsrundlage wurde die Republik gefestigt – heute eine tragende Säule der demokratischen Ordnung.
    1971 – Verfassungsrecht auf Vereinigungsfreiheit
    Der Conseil Constitutionnel unterstreicht: Das Verfassungspräambel-System schützt die Freiheit, sich zu organisieren – ein Meilenstein für Zivilgesellschaften.


    🔗 Damals und heute: Verbindungen über Jahrhunderte

    • Staatliche Macht und Verantwortung: Vom Vél’ d’Hiv bis zu aktuellen Debatten über Behördenkontrolle.
    • Kirche und Staat: Vom napoleonischen Konkordat bis zu modernen Laizitätsfragen – ein immer wieder neu verhandeltes Verhältnis.
    • Flucht und Exil: Bourgeois im 18. Jahrhundert, heutige Flüchtlingsbewegungen – Machtverschiebung bleibt menschlicher Motor.
    • Neugier und Exploration: Vom Mond-Start zur Marsplanung – der menschliche Entdeckerdrang bleibt ungebrochen.

    Ein Tag, so vollgepackt – eine Explosion aus Religion, Politik, Macht und Menschlichkeit.

  • Kommentar: Wasser aus der Kläranlage – oder: Warum wir radikal umdenken müssen

    Kommentar: Wasser aus der Kläranlage – oder: Warum wir radikal umdenken müssen

    Ich sage es gleich vorweg: Wer sich heute noch über die Wiederverwendung von Abwasser in der Landwirtschaft empört, hat nichts verstanden. Nichts von der Klimakrise. Nichts vom Zustand unseres Planeten. Und vor allem nichts von der Verantwortung, die wir alle tragen.

    Denn wir stehen längst nicht mehr vor der Wahl zwischen „frisch“ und „gebraucht“ – wir stehen am Rand des Wasserlochs. Und das wird von Jahr zu Jahr kleiner.

    Was in Argelès-sur-Mer passiert, ist kein verzweifelter Versuch, das Unvermeidliche aufzuhalten. Es ist ein mutiger Befreiungsschlag. Ein Aufstand gegen das kollektive Wegducken. Während andere Regionen sich noch in Diskussionen über Zuständigkeiten und Zustände verlieren, wird hier gemacht. Behandelt. Geplant. Bewässert.

    Ja, wir sprechen von Abwasser.

    Von dem, was wir bisher weggespült haben – mit einem angewiderten Blick und der beruhigenden Annahme, dass sich „das da unten“ schon irgendwer kümmert. Doch jetzt kommt es zurück. Und das ist gut so.

    Denn in Wahrheit geht es nicht nur um Wasser. Es geht um Würde.

    Um die Würde derer, die trotz Dürre noch versuchen, ihre Felder zu bestellen. Um die Würde eines Landes, das nicht zusieht, wie seine Böden zu Staub werden. Und auch um unsere eigene Würde – die wir nur bewahren, wenn wir begreifen, dass Sauberkeit keine Frage der Herkunft ist, sondern der Behandlung.

    Wir duschen in Trinkwasser, während Obstbäume verdursten. Wir spülen WCs mit dem, was in anderen Teilen der Welt als Schatz gilt. Und wir diskutieren darüber, ob Wasser aus der Kläranlage „zumutbar“ ist?

    Zumutbar ist, was funktioniert.

    Zumutbar ist, was Zukunft sichert.

    Und ja – zumutbar ist, was Leben rettet. Auch wenn es aus der anderen Leitung kommt.

    Ich kann den Zynismus mancher Kritiker nicht mehr hören. Die, die reflexhaft „gesundheitliche Risiken“ rufen, während das System längst auf EU-Niveau getestet ist. Die, die sich vor der Vorstellung ekeln, dass ein Apfel Wasser aus einem „Abwasserstrom“ getrunken hat – und gleichzeitig keinen Gedanken daran verschwenden, wie viel Pestizid, Öl, Mikroplastik und Abgas dem gleichen Apfel täglich zugemutet wird.

    Wach auf, Gesellschaft. Wir sind nicht mehr im 20. Jahrhundert.

    Wir sind mitten im Überlebensmodus – und Abwasser ist kein Müll mehr, sondern ein Rohstoff.

    Und wer heute noch denkt, das sei „nicht normal“, dem sage ich: Genau. Es ist nicht normal. Aber Normal war gestern. Heute zählt nur, was und weiterträgt. Was hilft. Was bleibt.

    Argelès-sur-Mer zeigt uns, wie Zukunft geht. Der Rest Europas sollte sehr genau hinschauen.

    Autor: C. Hatty

  • Pionierarbeit gegen die Dürre: Wie Argelès-sur-Mer Abwasser in Lebenselixier für die Landwirtschaft verwandelt

    Pionierarbeit gegen die Dürre: Wie Argelès-sur-Mer Abwasser in Lebenselixier für die Landwirtschaft verwandelt

    Wasser wird knapp – und die Landwirtschaft liegt auf dem Trockenen. Doch ausgerechnet aus dem, was sonst als Abfall gilt, wächst in den Pyrénées-Orientales eine Zukunftsvision: Abwasser wird zur Lebensader für Felder und Reben.

    Ein ambitioniertes Projekt im Süden Frankreichs stellt die Weichen neu. In Argelès-sur-Mer entsteht eines der wegweisendsten Programme zur Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser – kurz REUT. Die Idee: Aus der Not eine Tugend machen. 600 Hektar landwirtschaftlicher Fläche sollen künftig nicht mehr auf kostbares Trinkwasser angewiesen sein, sondern über 1,3 Millionen Kubikmeter behandeltes Abwasser jährlich nutzen. Für den Weinanbau. Für Obstbäume. Für eine Region, die unter der sengenden Sonne immer häufiger ums Überleben kämpft.

    Getragen wird das Projekt von der Communauté de communes Albères – Côte Vermeille – Illibéris (CC ACVI), mit kräftiger Unterstützung durch den französischen Staat. Die Investitionssumme? Satte 13 Millionen Euro – ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage ist.

    Aus dem Klärwerk auf die Felder

    Das Rückgrat des Projekts bildet die Kläranlage von Argelès-sur-Mer. Dort, wo bislang die gereinigten Abwässer in die Umwelt abgegeben wurden, beginnt nun eine zweite Verwandlung: Durch ein ergänzendes Aufbereitungssystem wird das Wasser so behandelt, dass es den hohen hygienischen Anforderungen für landwirtschaftliche Nutzung genügt. Kein üppiger Wasserstrahl, sondern Tröpfchen für Tröpfchen – mit einem modernen Tröpfchenbewässerungssystem gelangt das Wasser genau dorthin, wo es gebraucht wird: an die Wurzeln.

    14 Kilometer neue Leitungen und digital überwachte Bewässerungsstationen sorgen dafür, dass die landwirtschaftlichen Betriebe punktgenau versorgt werden können. Eine hochmoderne Infrastruktur, die nicht nur Wasser spart, sondern auch Kontrolle und Effizienz erhöht.

    Was bringt das der Region?

    Einmal in Betrieb – geplant ist der Start im Frühjahr 2026 – wird das Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht Früchte tragen. Zum einen schützt es die natürlichen Wasserressourcen: Weniger Grundwasser wird entnommen, die Reserven bleiben stabiler. Zum anderen bleibt die Landwirtschaft vor Ort überlebensfähig – trotz zunehmender Trockenperioden.

    Und drittens: Die Region übernimmt eine Vorreiterrolle. Während andere noch diskutieren, wie man der Wasserkrise begegnen soll, wird in den Pyrénées-Orientales bereits gehandelt.

    Ein Mosaikstein in einer größeren Strategie

    Doch das REUT-Projekt steht nicht für sich allein. Es ist eingebettet in eine breit angelegte Klimaanpassungsstrategie. Dazu gehören auch der Ausbau und die Modernisierung hydraulischer Infrastrukturen sowie ein neues Bewusstsein für sparsamen Umgang mit Wasser – auch abseits der Landwirtschaft.

    Die Botschaft dahinter ist klar: In Zeiten der Dürre dürfen wir keine Wasserquelle ungenutzt lassen. Auch nicht das, was wir bisher als Abwasser betrachtet haben.

    Mut zur Veränderung

    Der politische Wille ist spürbar – und notwendig. Denn ein solcher Umbau kostet nicht nur Geld, sondern auch Überzeugungsarbeit. Die Vorstellung, Feldfrüchte mit behandeltem Abwasser zu bewässern, braucht Aufklärung, Transparenz und Vertrauen. Doch mit jedem Tropfen, der in Argelès-sur-Mer bald wieder durch die Erde sickert, wächst auch die Akzeptanz für diese neue Realität.

    Wird diese Lösung Schule machen?

    Vielleicht. Viel spricht dafür, dass wir uns in den kommenden Jahren stärker mit solchen Modellen auseinandersetzen werden. Nicht nur in Frankreich – sondern überall dort, wo der Klimawandel den Wasserkreislauf auf den Kopf stellt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • „La France accomplissait l’irréparable“ – Wie Jacques Chirac das Gedenken an die Shoah veränderte

    „La France accomplissait l’irréparable“ – Wie Jacques Chirac das Gedenken an die Shoah veränderte

    Am 16. Juli 1995 trat Jacques Chirac, kaum zwei Monate im Amt als Präsident der Französischen Republik, vor das Mahnmal des einstigen Vélodrome d’Hiver in Paris und sprach Worte, die sich tief ins kollektive Gedächtnis der Nation einprägen sollten: Zum ersten Mal bekannte ein französisches Staatsoberhaupt offen die Mitverantwortung des französischen Staates an der Deportation von Juden während der deutschen Besatzung. Die Shoah wurde damit nicht mehr nur als deutsches Verbrechen erinnert, sondern auch als französisches Versagen anerkannt. Es war ein symbolischer Bruch mit einer jahrzehntelangen offiziellen Erinnerungspolitik – und ein Meilenstein für eine offenere, selbstkritischere Gedenkkultur in Frankreich.

    Die lange Leugnung der Verantwortung

    Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich die französische Staatsführung, allen voran General Charles de Gaulle, auf eine Interpretation der Geschichte festgelegt, die die Kollaboration des Vichy-Regimes mit dem NS-Regime als abweichende Episode ohne Legitimität ansah. In der Logik dieser „républicanischen Kontinuität“ existierte zwischen der Republik und dem Vichy-Staat keine institutionelle Verbindung – die Verbrechen seien nicht von der Republik, sondern von einem illegalen, fremdgesteuerten Regime begangen worden.

    Diese Sichtweise wurde nicht nur von de Gaulle propagiert, sondern auch von seinen Nachfolgern übernommen. Besonders François Mitterrand hielt bis zu seinem Tod an der Trennung von Republik und Vichy fest. Auch persönliche Gründe dürften eine Rolle gespielt haben: Mitterrand war während der Besatzungszeit zunächst Beamter unter Vichy gewesen, bevor er sich später der Résistance anschloss. Noch 1994 legte er öffentlich einen Kranz am Grab von Marschall Pétain nieder – ein Akt, der international wie im eigenen Land für Empörung sorgte.

    Doch mit der Zeit geriet die offizielle Geschichtspolitik unter Druck. Historiker wie Robert Paxton und Michael Marrus zeigten auf, wie sehr das Vichy-Regime nicht nur unter Zwang, sondern aus eigenem Antrieb mit den Deutschen kollaborierte. Insbesondere die Rolle französischer Verwaltungsbehörden bei der Erfassung, Verhaftung und Deportation jüdischer Bürger wurde immer klarer dokumentiert – etwa im Fall der „rafle du Vel’ d’Hiv“, der Massenverhaftung von über 13.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern am 16. und 17. Juli 1942, bei der kein einziger deutscher Soldat beteiligt war.

    Der 16. Juli 1995: Ein rhetorischer und moralischer Einschnitt

    Vor diesem Hintergrund markierte Chiracs Rede einen klaren Bruch mit der bisherigen offiziellen Linie. Der Satz, der sich ins kollektive Gedächtnis einbrannte, lautete:

    „Ja, der Wahnsinn der Besatzer wurde unterstützt – von Franzosen, vom französischen Staat.“

    Diese Aussage hatte es in sich. Chirac sprach nicht nur von einzelnen Kollaborateuren, sondern benannte den „État français“ – die Regierung in Vichy – als handelnde Instanz. Damit wurde die Verantwortung nicht auf Abweichler oder historische Randfiguren abgeschoben, sondern auf die Institutionen selbst gelenkt, die die Republik in dieser Zeit faktisch ersetzt hatten. Chirac sagte weiter:

    „An diesem Tag beging Frankreich das Unwiederbringliche.“

    Mit diesen Worten erklärte er die Deportation und Ermordung zehntausender französischer Juden zu einem Teil der französischen Geschichte – nicht nur als Erinnerung an Opfer, sondern als Bekenntnis zur Täterschaft.

    Politische Reaktionen: Zwischen Zustimmung und Verstörung

    Chiracs Rede fand breiten Zuspruch – insbesondere in der jüdischen Gemeinde, bei Historikern und Überlebenden. Serge Klarsfeld, einer der engagiertesten Anwälte der Aufarbeitung, nannte sie einen „historischen Moment von ungeheurer Bedeutung“. Auch Simone Veil, ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments und selbst Überlebende von Auschwitz, würdigte die Rede als Akt der Gerechtigkeit gegenüber den Opfern und ihren Familien.

    Gleichzeitig gab es auch deutliche Kritik, vor allem aus dem gaullistischen Lager. Einige Republikaner warfen Chirac vor, die nationale Kontinuität und die republikanische Unschuld in Frage zu stellen. Selbst François Mitterrand äußerte privat Bedenken: Die Republik sei nicht verantwortlich für ein Regime, das sie nicht anerkannt habe.

    Doch die öffentliche Wirkung der Rede ließ sich nicht mehr zurückdrehen. Sie wurde zu einem Katalysator für eine neue Phase der Erinnerungskultur in Frankreich.

    Folgen für das kollektive Gedächtnis

    In den Jahren nach 1995 folgten konkrete politische Schritte. Im Jahr 2000 wurde der 16. Juli offiziell zum nationalen Gedenktag für die Opfer rassistischer und antisemitischer Verbrechen des französischen Staates erklärt. 2005 wurde das „Mémorial de la Shoah“ in Paris neu eingeweiht – ein eindrucksvolles Dokumentationszentrum und Ort des Gedenkens.

    Auch die nachfolgenden Präsidenten schlossen sich Chiracs Linie an. François Hollande sagte 2012:

    „Diese Verbrechen wurden von Frankreich begangen.“

    Emmanuel Macron bekräftigte 2017 – zum 75. Jahrestag der Vel’ d’Hiv-Razzia – die Verantwortung des Staates und warnte vor jeder Form der historischen Relativierung. Dabei wandte er sich auch direkt gegen die Aussagen der rechtspopulistischen Politikerin Marine Le Pen, die behauptet hatte, Frankreich sei nicht für die Deportationen verantwortlich gewesen.

    Heute ist die Anerkennung der Mitverantwortung des französischen Staates fester Bestandteil der französischen Erinnerungskultur. Der einstige Tabubruch ist zur Staatsräson geworden.

    Frankreich hat mit diesem Schritt etwas getan, was in vielen Ländern noch aussteht: Es hat sich nicht nur an das Leid erinnert, sondern auch die eigene Rolle als Täterstaat anerkannt. Dieser Schritt war – und bleibt – unbequem. Aber er ist notwendig, um die Erinnerung an die Shoah nicht in ritualisierte Symbolpolitik verkommen zu lassen.

    Autor: P. Tiko

  • Verbrannt bei lebendigem Leib – wie ein Straßenbauarbeiter in der Vendée ums Leben kam

    Verbrannt bei lebendigem Leib – wie ein Straßenbauarbeiter in der Vendée ums Leben kam

    Ein Unfall, für den ma eigentlich keine Worte findet. Und doch erzählt er eine Geschichte. Von Routine, die zur Todesfalle wird. Von der Frage: Wie konnte das geschehen? Dienstagmorgen, 15. Juli, Sainte-Flaive-des-Loups. Ein 19-jähriger Arbeiter steht auf einem Straßenbauabschnitt in einem Neubaugebiet. Es ist ein heißer Sommertag, der Bitumen im LKW ist auf etwa 200 Grad erhitzt – bereit für den Strassenbau. Was dann passiert, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen: Eine technische Panne, ein unkontrollierter Schwall flüssigen Teers ergießt sich über den Jugendlichen. Binnen Sekunden ist sein Körper von der zähflüssigen Masse eingeschlossen. Nur noch sein Kopf ragt heraus. Eine Anwohnerin, selbst stellvertretende Bürgermeisterin, wird zur Zeugin des Grauens. „Ich habe es gesehen“, sagt sie später, „aber das war… ich kann es kaum in Worte fassen.“ Ihre Stimme bricht, ihre Erinnerung bleibt. Ein 42-jähriger Kollege eilt herbei, versucht zu helfen, verbrennt sich dabei selbst die Hände. E…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Trump gegen O’Donnell: Wie ein alter Streit zum Symbol der amerikanischen Polarisierung wurde

    Trump gegen O’Donnell: Wie ein alter Streit zum Symbol der amerikanischen Polarisierung wurde

    Als Donald Trump am 12. Juli 2025 in einem Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social verkündete, er erwäge, der Komikerin Rosie O’Donnell die amerikanische Staatsbürgerschaft zu entziehen, sorgte er nicht nur für Empörung, sondern rief auch einen der längsten und schillerndsten öffentlichen Kleinkriege der US-Prominenz erneut ins Gedächtnis. Die Drohung ist juristisch haltlos – politisch aber bemerkenswert, weil sie exemplarisch zeigt, wie sich persönliche Fehden mit institutioneller Macht, öffentlicher Aufmerksamkeit und politischer Inszenierung verweben.

    Eine Dauerfehde als Medienspektakel

    Die Auseinandersetzung zwischen Trump und O’Donnell reicht bis ins Jahr 2006 zurück. Damals hatte die Schauspielerin und Komikerin in der TV-Sendung „The View“ Trumps Rolle als Geschäftsmann und Miss-USA-Organisator scharf kritisiert – sie sprach von einem „Schlangenölverkäufer“ mit fragwürdiger Moral. Trump, zu jener Zeit noch Unternehmer, reagierte prompt mit einer Serie von persönlichen Beleidigungen. Er bezeichnete O’Donnell als „Versagerin“ und „unbeherrschte Frau“.

    In den folgenden Jahren geriet der Konflikt zur medialen Dauerschleife: Tweets, Interviews, Kommentare – meist verletzend, selten sachlich. Trump machte O’Donnell wiederholt zum Ziel seiner Verachtung, sie wiederum wurde zu einer der schärfsten prominenten Kritikerinnen des späteren Präsidenten.

    Die Drohung als Ablenkungsmanöver?

    Trumps jüngste Attacke fiel nicht zufällig in eine heikle Phase seiner zweiten Amtszeit. Nach seiner Rückkehr in das Weiße Haus sieht er sich mit wachsender Kritik konfrontiert – insbesondere nach seiner als chaotisch empfundenen Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen in Texas, bei denen über 120 Menschen ums Leben kamen.

    Die mediale Aufmerksamkeit auf seine Bemerkung zu O’Donnell könnte deshalb auch als kalkuliertes Ablenkungsmanöver gewertet werden. Mehrere Kommentatoren – unter anderem The Independent und The Daily Beast – vermuten, Trump wolle durch die Zuspitzung des öffentlichen Diskurses von Versäumnissen seiner Administration ablenken. Das Muster ist bekannt: Mit provokanten Aussagen lenkt Trump die öffentliche Debatte gezielt auf Nebenschauplätze.

    Juristisch unhaltbar, politisch dennoch brisant

    Die Androhung eines Entzugs der Staatsbürgerschaft ist in der US-Verfassung klar geregelt – und praktisch ausgeschlossen. Der 14. Zusatzartikel der Verfassung schützt Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden, explizit vor einem solchen Eingriff. Rosie O’Donnell, geboren 1962 in New York, besitzt somit ein unumstößliches Recht auf US-Staatsbürgerschaft.

    Rechtsexperten wie der Verfassungsjurist Laurence Tribe von der Harvard Law School wiesen in Interviews mit US-Medien darauf hin, dass selbst ein präsidialer Erlass in diesem Fall keine Wirkung hätte. Die Androhung sei „verfassungswidrig, unethisch und rein performativ“, so Tribe. Auch die Houston Chronicle spricht von einem „juristischen Nullum mit politischem Nachhall“.

    Irland als Rückzugsort – und Bühne der Replik

    Rosie O’Donnell lebt mittlerweile in Howth, einer Küstenstadt nahe Dublin, mit ihrem nicht-binären Kind. Ihre Reaktion auf Trumps Äußerungen fiel scharf und zugleich selbstbewusst aus: In einem zehnminütigen TikTok-Video erklärte sie, die Drohung sei „absurd, aber erwartbar“. Begleitet wurde das Video von einer sarkastischen Bildmontage auf Instagram, die Trump zusammen mit dem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Jeffrey Epstein zeigt – versehen mit der Botschaft: „Ich lebe immer noch mietfrei in deinem verrottenden Hirn.“

    O’Donnell inszeniert sich damit nicht nur als Opfer politischer Willkür, sondern als standhafte Kritikerin eines autoritären Politikstils – ein Narrativ, das bei Teilen des liberalen Publikums auf Resonanz stößt. Gleichzeitig nutzen auch konservative Medien die Episode zur Mobilisierung ihrer Basis, indem sie O’Donnells politische Haltung und ihren Lebensstil ins Visier nehmen.

    Polarisierung als Prinzip

    Die Episode Trump gegen O’Donnell steht exemplarisch für eine zunehmend personalisierte politische Kultur in den USA, in der öffentliche Auseinandersetzungen immer häufiger auf der Ebene der Selbstdarstellung und moralischen Diskreditierung geführt werden. Der Diskurs verliert an Inhalt, gewinnt aber an Lautstärke – und erfüllt dennoch seinen Zweck: Aufmerksamkeit, Mobilisierung, Loyalitätsbeweise.

    Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Politik und Prominenz, zwischen Amt und Meinung. Dass ein US-Präsident öffentlich mit dem Entzug eines verfassungsmäßigen Grundrechts droht, ist kein politischer Lapsus – es ist Ausdruck einer Rhetorik, die institutionelle Normen bewusst ignoriert, um emotionale Wirkung zu erzielen. Die rechtliche Bedeutung ist gering, die gesellschaftliche Signalwirkung umso größer.

    Wie in vielen Fällen zuvor bleibt am Ende eine Frage offen: Was bleibt hängen? Die juristische Wahrheit – oder die emotional aufgeladene Schlagzeile? In einem Land, in dem politische Kommunikation immer stärker von Polarisierung lebt, dürfte die Antwort leider klar sein.

    Von Andreas Brucker

  • Pariser Sommermärchen: Wie die Seine zum Freibad der Hauptstadt wurde

    Pariser Sommermärchen: Wie die Seine zum Freibad der Hauptstadt wurde

    Ein Sprung ins Wasser – mitten in Paris. Was jahrzehntelang undenkbar war, ist seit dem 5. Juli 2025 Realität: Baden in der Seine. Und nicht nur theoretisch – fast 20.000 Menschen haben bereits ihre Füße (und mehr) ins kühle Nass getaucht. Drei eigens dafür eingerichtete Badestellen machen’s möglich: Am Ufer des Marie-Arms im 4. Arrondissement, im modernen Grenelle-Viertel im 15. sowie in Bercy im 12. Bezirk. Das Comeback des Flusses als Freizeitparadies ist spektakulär – und historisch. Zwischen Freudenschreien und Wasserproben Was aussieht wie ein Sommerspaß aus dem Bilderbuch, hat durchaus seine Schattenseiten. Vier Tage mussten die Badestellen wegen starker Regenfälle und der damit verbundenen bakteriellen Verunreinigung schließen. Trotzdem: Die Zahlen sprechen für sich. Am langen Wochenende rund um den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli strömten über 12.000 Besucher:innen an die Ufer. Viele warteten gar geduldig in Schlangen, um endlich ins Wasser zu dürfen. Die Stadt Pari…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Wächter im Wind: Die Leuchttürme von Ouessant und ihre Geschichten

    Wächter im Wind: Die Leuchttürme von Ouessant und ihre Geschichten

    Wer sich an das Ende der Welt wagt, landet auf Ouessant – dieser vom Atlantik umtoste Felsblock im äußersten Westen der Bretagne steht wie ein einsamer Außenposten Frankreichs gegen das offene Meer. Doch was diesen Ort wirklich besonders macht, sind seine fünf Leuchttürme. Fünf? Ja, tatsächlich fünf maritime Giganten, die nicht nur Schiffe lenken, sondern […]

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreich im Sparmodus: François Bayrous Kürzungspaket entzündet sozialen Protest

    Frankreich im Sparmodus: François Bayrous Kürzungspaket entzündet sozialen Protest

    Die französische Regierung unter Premierminister François Bayrou hat ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, das auf breiten Widerstand in Gewerkschaften und Teilen der Bevölkerung stößt. Die Maßnahmen, die am 15. Juli vorgestellt wurden, zielen auf die Reduktion des staatlichen Haushaltsdefizits um 44 Milliarden Euro bis 2027. Sie beinhalten tiefgreifende Einschnitte bei sozialen Leistungen, im öffentlichen Dienst sowie symbolisch aufgeladene Maßnahmen wie die Streichung zweier Feiertage. Die Gewerkschaft Confédération générale du travail (CGT) kündigte daraufhin eine „große Mobilisierung nach den Ferien“ an – ein Signal für einen möglichen heißen Herbst in Frankreich. Ein rigoroser Sparkurs zur Konsolidierung Premierminister Bayrou präsentierte das Sparpaket als alternativlos. Frankreichs Haushaltsdefizit lag im Jahr 2024 bei 5,5 % des BIP – weit über den Maastricht-Kriterien der EU. Die EU-Kommission hatte Paris jüngst in ein Defizitverfahren überführt, was zusätzlichen politische…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…