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  • Nizza hebt ab: Wie die Riviera-Stadt zur neuen Luxus-Hochburg wird

    Nizza hebt ab: Wie die Riviera-Stadt zur neuen Luxus-Hochburg wird

    Ein neuer Stern leuchtet an der Côte d’Azur – und er trägt den Namen Nizza. Lange stand die charmante Stadt im Schatten der mondänen Nachbarinnen Cannes und Monaco. Doch was sich in den letzten Jahren rund um die berühmte Promenade des Anglais entwickelt hat, ist mehr als ein Imagewandel. Es ist eine Renaissance des Luxus, fein ziseliert aus Tradition, Vision und einem ausgeprägten Gespür für zeitgemäße Eleganz. 3.000 neue Zimmer – und ein neues Selbstbewusstsein Seit 2020 wurden in Nizza rund 3.000 zusätzliche Hotelzimmer geschaffen. Über 60 % davon befinden sich im Vier- und Fünf-Sterne-Segment – ein klares Statement an den internationalen Reisemarkt. Besonders der Stadtteil Arénas, unweit des Flughafens, wurde zu einem Hotspot für gehobene Unterkünfte. Mehr als 1.100 neue Zimmer wurden allein hier eröffnet. Noch eindrucksvoller wirkt ein anderer Wert: Luxushotels machen heute 28 % des Hotelmarkts in Nizza aus – ein gewaltiger Sprung gegenüber 23 % vor einem Jahrzehnt. Zum Vergleich:…

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  • Route des Phares – Leuchtturmromantik an der wilden Küste der Bretagne

    Route des Phares – Leuchtturmromantik an der wilden Küste der Bretagne

    Entlang der rauen Küsten des Finistère führt ein Weg, der Seefahrerträume und Küstenabenteuer vereint: die Route des Phares. Diese rund 200 Kilometer lange Strecke durchquert eine der eindrucksvollsten Landschaften Frankreichs – ein Reigen aus Felsen, Wind und maritimen Legenden. Ein Weg zwischen Land und Meer Startpunkt ist Brest – eine Stadt mit starkem maritimen Herz. […]

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  • Fünf Jahre nach Alex: Die Roya-Schlucht und ihre Narben

    Fünf Jahre nach Alex: Die Roya-Schlucht und ihre Narben

    Der Himmel hatte keine Gnade. Am 2. Oktober 2020 prallte der Sturm „Alex“ mit einer Wucht auf die südfranzösischen Alpen, die alles bisher Dagewesene übertraf. Was blieb, war Verwüstung – und eine Region, die seither versucht, sich neu zu erfinden.

    Fünf Jahre später ist in der Vallée de la Roya manches wieder aufgebaut – doch viele Narben bleiben.


    Wenn Straßen zu Flüssen werden

    Die Zahlen sind monströs: 80 % der Hauptverkehrsstraße zerstört, 200 schwere Beschädigungen in der Infrastruktur, 70 Kilometer Straße, die komplett erneuert werden mussten. Brücken, Häuser, Stromleitungen – alles wurde von den Wassermassen mitgerissen, als die Roya über die Ufer trat.

    Die Orte entlang der Schlucht waren abgeschnitten wie Inseln im Gebirge.

    Der Wiederaufbau begann fast sofort. Mit schwerem Gerät, politischen Versprechen und dem Mut der Bewohner. Brücken wie die berühmten 14 Arches oder das Bauwerk von Bourg-Neuf in Tende sind mittlerweile neu errichtet und symbolisieren mehr als nur Technik: Sie stehen für ein neues Kapitel der Hoffnung.


    Starkregen? Diesmal nicht.

    Denn das Ziel war nie nur, den Zustand von früher zurückzubekommen.

    Die neue Infrastruktur ist robuster, klüger geplant, widerstandsfähiger gegen das, was die Zukunft bringen könnte. Als im Oktober 2024 der Sturm „Kirk“ – durchs Tal raste, hielten die Brücken stand. Kein Vergleich zu damals. Man spricht im Département Alpes-Maritimes mittlerweile von „climato-résilienter Bauweise“ – einem Bauprinzip, das mit der Natur rechnet, nicht gegen sie arbeitet.


    Und doch bleiben viele Wunden

    Straßen kann man reparieren – Leben nicht. Manche Bewohner leben auch fünf Jahre später noch in Provisorien. Ganze Familien mussten umziehen, der lokale Handel hat sich noch nicht vollständig erholt. Der wirtschaftliche Pulsschlag der Region ist unregelmäßig – mal Hoffnung, mal Ernüchterung.

    Die psychischen Spuren? Tief. Man hört Geschichten von Menschen, die bei jedem Starkregen das Nötigste packen, nur für den Fall.


    Erinnern statt Verdrängen

    Was bleibt von so einer Katastrophe? In der Vallée de la Roya ist daraus eine kollektive Erinnerung geworden – tastend, verletzlich, aber lebendig. Die Initiative „Remontons la Roya“ etwa setzt sich dafür ein, die Region nicht nur ökologisch und städtebaulich, sondern auch menschlich widerstandsfähiger zu machen.

    In Schulen wird die Geschichte des Sturms erzählt, als Lehre, nicht als Trauma. Wer die Menschen hier sprechen hört, merkt schnell: Diese Talbewohner sind keine Opfer – sie sind Zeugen einer Zeitenwende.


    Zukunft zwischen Fels und Wasser

    Die Roya-Schlucht steht heute exemplarisch für viele ländliche Regionen Europas, die zunehmend an den Rand klimatischer Extremlagen geraten. Es ist ein zähes Ringen um Erneuerung, Identität und Sicherheit.

    Aber es ist eben auch ein Beweis: Selbst nach einem Sturm, der alles mit sich riss, kann wieder etwas wachsen. Vielleicht sogar etwas Besseres.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Frankreich bricht das Tabu: Macrons Palästina-Vorstoß als diplomatischer Kraftakt

    Frankreich bricht das Tabu: Macrons Palästina-Vorstoß als diplomatischer Kraftakt

    Mit der überraschenden Ankündigung, den Staat Palästina bei der UNO-Vollversammlung im September 2025 offiziell anzuerkennen, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein lange bestehendes westliches Tabu durchbrochen. Als erstes G7-Mitglied macht sich Frankreich damit zum Fürsprecher einer unabhängigen palästinensischen Staatlichkeit – und stellt sich gegen die bislang dominierende Zurückhaltung seiner westlichen Partner. Die politische Sprengkraft dieser Initiative reicht weit über den Nahen Osten hinaus und wirft Fragen nach Europas strategischer Autonomie, der Rolle Israels und der Zukunft der Zweistaatenlösung auf. Eine kalkulierte Provokation – Frankreich setzt ein Zeichen Die französische Entscheidung kam nicht aus heiterem Himmel, wohl aber mit einer für Diplomatie ungewöhnlichen Entschlossenheit. In seiner Erklärung in Paris verwies Macron auf die jahrzehntelange Stagnation im Nahost-Friedensprozess sowie die wachsende Gewalt im Gazastreifen und im Westjordanland. Die Anerken…

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  • Kommentar: Wenn Wegsehen krank macht – ein Skandal mit Ansage

    Kommentar: Wenn Wegsehen krank macht – ein Skandal mit Ansage

    Man muss sich das einmal vorstellen: Zwei Jahre lang floss aus den Wasserhähnen im südlichen Elsass Wasser, das mit sogenannten PFAS belastet war – chemischen Substanzen, die nachweislich gesundheitsschädlich sind. Zwei Jahre lang haben Kinder, Schwangere, ältere Menschen dieses Wasser getrunken, gekocht, sich damit gewaschen – nichtsahnend, dass sie sich dabei schleichend vergiften. Und zwei Jahre lang wussten die zuständigen Behörden Bescheid. Und taten: nichts.

    Das ist kein „Versehen“. Das ist organisierte Verantwortungslosigkeit.

    Was hier im Haut-Rhin geschieht, ist ein Musterbeispiel für ein politisch-administratives System, das bei Umweltgefahren zuerst vertuscht, dann beschwichtigt – und schließlich abtaucht. Es ist das Resultat eines tief sitzenden strukturellen Zynismus, der das Leben der Bürger unter das Primat der „technischen Machbarkeit“ stellt. Die zuständigen Stellen, allen voran die Präfektur, wussten seit Frühjahr 2023 von den überhöhten PFAS-Werten – und warteten über ein Jahr mit einem Warnhinweis. Erst im April 2025 wurde in elf Gemeinden der Konsum des Wassers offiziell untersagt. Für sogenannte „vulnerable Gruppen“. Als ob das Gift im Wasser davor Rücksicht genommen hätte, ob jemand schwanger, krank oder noch im Kindesalter ist.

    Das ist keine Panne, das ist Staatsversagen.

    Die politische Reaktion darauf? Minimalistisch. Ministerien verweisen auf die Zuständigkeit der Regionen, die Regionen auf die Betreiber, die Betreiber auf technische Details. Am Ende ist niemand verantwortlich – außer vielleicht die Menschen, die ihre Wasserrechnung trotzdem bezahlen sollen, obwohl sie für ein kontaminiertes Produkt zahlen. Das ist nicht nur zynisch, das ist eine Verhöhnung des Prinzips der Daseinsvorsorge.

    Und genau da liegt der Kern des Skandals: Der Staat hat die Pflicht, die Gesundheit seiner Bürger zu schützen – nicht irgendwann, nicht vielleicht, nicht nach juristischer Prüfung, sondern sofort. Wenn in einem europäischen Land wie Frankreich das Trinkwasser in einer ganzen Region über Jahre hinweg mit potenziell krebserregenden Chemikalien belastet ist, dann darf die Reaktion nicht ein internes Memo und ein später Filterauftrag sein. Dann braucht es einen Alarmknopf – und zwar laut.

    Die Bevölkerung hat jedes Recht, wütend zu sein. Die Bürger von Saint-Louis, Huningue und Bartenheim sind keine hysterischen Konsumenten – sie sind Betroffene eines strukturellen Versagens. Dass nun ein Kollektiv juristisch gegen die Agglomération Saint-Louis und Veolia vorgeht, ist keine „Instrumentalisierung“, wie es in manchen Verwaltungsfluren heißt – es ist Notwehr.

    Denn was bleibt den Menschen sonst? Warten, bis der nächste Bluttest erhöhte PFAS-Werte zeigt? Bis sich Spätfolgen bemerkbar machen? Bis wieder einmal gesagt wird: Wir wussten von nichts, Die Datenlage war unklar, Wir wollten keine Panik auslösen?

    Die Wahrheit ist: Es wurde nicht zu wenig getan. Es wurde bewusst nichts getan. Aus Angst vor politischem Schaden. Aus Bequemlichkeit. Vielleicht sogar aus Kostenkalkül.

    Und das ist das eigentlich Unverzeihliche.

    Ein Kommentar von Andreas Brucker

  • Verseuchtes Vertrauen – Die PFAS-Krise im Elsass und ihre politischen Konsequenzen

    Verseuchtes Vertrauen – Die PFAS-Krise im Elsass und ihre politischen Konsequenzen

    Im südlichen Elsass sorgt seit Monaten ein Umweltskandal für Empörung: In mehreren Gemeinden der Agglomération Saint-Louis wurde Leitungswasser massiv mit sogenannten PFAS – per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen – belastet. Die Substanzen, auch als „ewige Chemikalien“ bekannt, gelten als kaum abbaubar und potenziell gesundheitsschädlich. Dass die Behörden trotz frühzeitiger Erkenntnisse monatelang nicht reagierten, hat das Vertrauen der Bevölkerung erschüttert – und wirft grundlegende Fragen zum staatlichen Umgang mit Umweltgefahren auf.

    Die ersten Wasserproben mit auffälligen PFAS-Werten wurden bereits im April 2023 genommen. Doch erst neun Monate später, im Januar 2024, erhielten die Bürger erste Informationen. Maßnahmen zur Einschränkung der Nutzung erfolgten gar erst im April 2025 – ganze zwei Jahre nach Bekanntwerden der Belastung. Für besonders gefährdete Gruppen wie Kinder oder Schwangere wurde die Nutzung des Leitungswassers in elf betroffenen Gemeinden offiziell untersagt – unter anderem in Saint-Louis, Blotzheim und Huningue.

    Viele Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. „Wir haben das über meine Mutter erfahren, die es in der Zeitung gelesen hat“, berichtet ein Bewohner aus Huningue gegenüber BFMTV. Eine offizielle Warnung habe er nie erhalten. Der Vorwurf wiegt schwer: Zwei Jahre lang hätten Bürger verunreinigtes Wasser konsumiert, ohne Kenntnis der Risiken – und ohne die Möglichkeit, sich zu schützen.

    Die juristische Dimension: Kollektive Anklage gegen Behörden und Betreiber

    Inzwischen formiert sich Widerstand: Ein Bürgerkollektiv mit rund 400 Beteiligten will Strafanzeige erstatten – wegen „vorsätzlicher Gefährdung des Lebens“ und der Verteilung gesundheitsgefährdender Stoffe. Angeklagt werden die interkommunale Gebietskörperschaft Saint-Louis Agglomération und der private Wasserversorger Veolia. Der beauftragte Anwalt André Chamy spricht offen von „Vergiftung“ und betont, dass die Verantwortlichen spätestens seit 2023 über die Belastung informiert waren.

    Die Klage spiegelt eine breitere Entwicklung in Frankreich wider: Umweltverschmutzung und Behördenversagen geraten zunehmend in den Fokus juristischer Aufarbeitung. In jüngerer Zeit gab es etwa vergleichbare Verfahren im Zusammenhang mit Glyphosat, Bleibelastungen oder industriellen Emissionen. Der juristische Druck wächst – nicht nur aus der Bevölkerung, sondern zunehmend auch durch strengere gesetzliche Rahmenbedingungen.

    PFAS – Eine unterschätzte Gefahr mit globalem Ausmaß

    PFAS gehören zu einer Gruppe von über 4’000 chemischen Verbindungen, die seit den 1950er Jahren in Industrie und Konsumgütern verwendet werden – etwa in beschichteten Pfannen, Outdoor-Textilien oder Kosmetika. Aufgrund ihrer Wasser-, Fett- und Schmutzabweisung sind sie aus modernen Produktionsprozessen kaum wegzudenken. Doch ihr ökologischer Preis ist hoch: Sie reichern sich in Böden, Gewässern und Lebewesen an – und zeigen im menschlichen Körper toxikologische Wirkungen.

    Die wissenschaftliche Evidenz wächst: Studien bringen PFAS mit hormonellen Störungen, geschwächtem Immunsystem und erhöhtem Krebsrisiko in Verbindung. Besonders problematisch ist ihre lange Halbwertszeit – einmal freigesetzt, bleiben sie über Jahrzehnte in der Umwelt. Eine europaweite Untersuchung der Europäischen Umweltagentur (EEA) aus dem Jahr 2023 zeigte, dass über 17’000 Orte in der EU potenziell mit PFAS kontaminiert sind – darunter viele in Frankreich, Deutschland und Belgien.

    Politik unter Zugzwang: Frankreich verschärft das Chemikalienrecht

    Auf nationaler Ebene reagierte die französische Politik verspätet, aber nun mit Nachdruck. Im Mai 2024 verabschiedete der Senat ein Gesetz zur Einschränkung von PFAS. Ab Januar 2026 sollen bestimmte Produkte mit PFAS stufenweise verboten werden – darunter Küchenartikel, Textilien und industrielle Reinigungsmittel. Zudem ist eine systematische Überprüfung des Trinkwassers vorgesehen.

    Die Gesetzesinitiative ist Ausdruck einer politischen Neuausrichtung: Umwelt- und Gesundheitsschutz rücken stärker in den Mittelpunkt regulatorischer Maßnahmen, ähnlich wie es auch auf EU-Ebene mit dem „Green Deal“ und der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit geschieht. Dennoch bleibt das Vertrauen der Bürger fragil – gerade dort, wo die staatlichen Institutionen beim Krisenmanagement versagt haben.

    Eine Region zwischen Notbetrieb und Hoffnung

    Für die Menschen in Saint-Louis und Umgebung ist die Krise nicht abstrakt, sondern alltägliche Realität. Viele haben den Konsum von Leitungswasser eingestellt, greifen auf abgefülltes Wasser zurück – oft auf eigene Kosten. Das Bürgerkollektiv fordert deshalb auch die Rückerstattung von Wasserrechnungen. Für viele ist es unverständlich, dass sie weiterhin Gebühren für ein Produkt zahlen müssen, das sie aus gesundheitlichen Gründen nicht nutzen dürfen.

    Gleichzeitig wächst der Druck auf die Verantwortlichen, nachhaltige Lösungen zu präsentieren – etwa durch neue Filtertechnologien, den Anschluss an unbelastete Quellen oder den Ausbau unabhängiger Laborkapazitäten. Die Verwaltung betont, man arbeite „mit Hochdruck“ an der Lösung des Problems – doch das Vertrauen ist angeschlagen.

    Der Fall aus dem Elsass steht exemplarisch für ein strukturelles Problem im Umgang mit Umweltgiften: Lückenhafte Überwachung, institutionelle Trägheit und mangelnde Transparenz gefährden nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch das Fundament demokratischer Verantwortung. In einer Zeit wachsender ökologischer Risiken ist es umso dringlicher, dass Prävention und schnelles Handeln nicht die Ausnahme, sondern die Regel werden.

    Autor: P. Tiko

  • Schüsse im Morgengrauen – Wenn der Arbeitsplatz zum Tatort wird

    Schüsse im Morgengrauen – Wenn der Arbeitsplatz zum Tatort wird

    Ein Gewerbegebiet, ein gewöhnlicher Morgen, ein Parkplatz vor einer Baufirma. Und dann: drei Tote, zwei Tatorte, ein unfassbares Verbrechen, das eine ganze Gemeinde erschüttert. Bressey-sur-Tille in der Côte-d’Or steht unter Schock. Was am 1. August 2025 dort im Industriegebiet geschah, klingt wie aus einem düsteren Krimi – und ist doch bittere Realität. Zwei Männer, ein Konflikt, drei Leben ausgelöscht Frühmorgens entdeckte ein Mitarbeiter der Baufirma Pennequin zwei leblose Körper – beide in geparkten Autos, beide 42 Jahre alt, beide durch Schüsse getötet. Noch während sich Polizei und Rettungskräfte ein Bild vom Geschehen machten, lief im Hintergrund bereits eine gigantische Fahndung an: Mehr als 160 Gendarmen – darunter Spezialkräfte des GIGN – suchten fieberhaft nach einem Kollegen der Opfer. Der 55-jährige Mann, ebenfalls Angestellter bei Pennequin, galt als Hauptverdächtiger. Und wenige Stunden später wurde auch er tot aufgefunden – rund 20 Kilometer entfernt, in Lamarche-sur-Sa…

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  • Verdacht auf sexuelle Gewalt in Kita erschüttert Südfrankreich

    Verdacht auf sexuelle Gewalt in Kita erschüttert Südfrankreich

    Ein Dorf schweigt – und zittert.Vic-la-Gardiole, ein beschaulicher Ort in Südfrankreich, ist dieser Tage Schauplatz eines Dramas, das fassungslos macht. Neun Kinder zwischen drei und vier Jahren sollen in der örtlichen Vorschule Opfer sexueller Gewalt geworden sein. Die Verdächtige: eine 59-jährige Assistentin, die erst seit Oktober 2024 an der École maternelle Les Aresquiers arbeitete. Ein Verdacht, der schwerer kaum wiegen könnte. Und doch ist er Realität – zumindest so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist. Ein Anfang, der zum Albtraum wurde Alles begann mit zwei Elternpaaren, die sich Anfang Juli an die Behörden wandten. Ihre Kinder hatten irritierende Aussagen gemacht, Hinweise gegeben, die auf schwerwiegenden Missbrauch hindeuteten. Schon am nächsten Tag wurde die Mitarbeiterin vom Dienst suspendiert. Dann ging alles schnell: Ermittlungen, erste Befragungen, Eröffnung eines formellen Ermittlungsverfahrens. Seit dem 29. Juli sitzt die Verdächtige in Untersuchungshaft. Der Vorwurf:…

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  • Comeback auf Rädern – Wie Frankreichs Relais Routiers auf der N7 neu durchstarten

    Comeback auf Rädern – Wie Frankreichs Relais Routiers auf der N7 neu durchstarten

    Einst waren sie das Herz der Landstraße, das Wohnzimmer der Fahrer und die Rettung hungriger Urlauber: die Relais Routiers. Gasthäuser am Straßenrand, wo Lkw-Fahrer, Familien auf Reisen und Handwerker nebeneinander am Tresen saßen – vereint durch Steak-frites und einen Pastis. Doch mit dem Siegeszug der Autobahnen und dem Tempo der modernen Mobilität schien ihre Zeit vorbei. Jetzt kehren sie zurück. Und zwar ausgerechnet auf der legendären Nationalstraße 7.

    Die N7 – das war früher mehr als eine Straße. Es war ein Versprechen. Paris–Côte d’Azur, Asphalt gewordene Sehnsucht, gesäumt von Lavendelfeldern, Tankstellen und eben jenen Relais, die mit dampfenden Tellern und schnodderigem Charme die Reisenden versorgten. In den 1960er Jahren zählte Frankreich über 3.500 solcher Lokale – heute sind es kaum mehr als 350.

    Was ist passiert?

    Vom Stammtisch zur Schließung

    Der Rückgang begann schleichend. Neue Autobahnen führten den Verkehr vorbei an den Dörfern, vorbei an den Tresen. Gesetzliche Auflagen, strengere Hygienevorschriften, steigende Betriebskosten – und plötzlich standen sie leer, die Säle mit den karierten Tischdecken.

    Auch auf der N7 blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Viele der Traditionsbetriebe, in denen einst drei Gänge für 10 Francs gekocht wurden, konnten dem Druck nicht standhalten. Wer heute dort entlangfährt, sieht oft nur noch verblasste Schilder, verrostete Zapfsäulen und Geschichten, die keiner mehr erzählt.

    Aber: Ein paar dieser Geschichten schreiben sich gerade neu.

    Frischer Wind auf alten Tischen

    In Orgon, am Fuße der Alpilles, zeigt Helena Amourgis, wie das gehen kann. Ihr „Relais des Fumades“ hat sich gewandelt – von der reinen Trucker-Anlaufstelle zum Anziehungspunkt für Bauarbeiter, Anwohner und Urlauber. Das „Menu Routier“ für 17,90 Euro? Ein voller Teller mit Geschmack und Herz. Kein Chichi, keine Schäumchen – dafür wieder mehr volle Parkplätze.

    Auch in der Drôme tut sich etwas. Das Relais de Donzère etwa setzt auf Vielfalt: ein bisschen traditionell, ein bisschen modern, familienfreundlich, aber mit Wurzeln im Straßenstaub. Man spürt: Diese Orte wollen nicht zurück in die Vergangenheit – sie wollen Teil der Gegenwart sein. Und sie tun das mit einem ganz eigenen Selbstverständnis.

    Der Mythos lebt – jetzt auch in der Stadt

    Skurril, aber wahr: Die größte Überraschung kommt nicht von der Landstraße, sondern aus der Stadt. In Paris eröffnen Gastronomen unter dem berühmten blau-roten Siegel der Relais Routiers neue Lokale – mitten in Szenevierteln wie dem 11. oder 18. Arrondissement.

    Was zieht die Menschen an?

    Echte Küche. Ehrliches Essen. Keine QR-Menüs, keine Einwegästhetik. Sondern Andouillette, Kartoffelgratin und ein Digestif aufs Haus. Hier treffen sich Studenten mit nostalgischen Eltern, Hipster mit Fernfahrerfantasien – ein Schmelztiegel, der vielleicht näher an der ursprünglichen Idee liegt als so mancher Oldtimer-Club.

    Zwischen Sehnsucht und Zukunft

    Natürlich: Das Revival ist zart. Und fragil. Die meisten Relais müssen nach wie vor ums Überleben kämpfen. Doch das neue Interesse – auf dem Land wie in der Stadt – lässt hoffen. Denn was sich hier andeutet, ist mehr als bloße Nostalgie.

    Es ist ein Bedürfnis.

    Nach Orten, an denen Menschen noch mit Namen begrüßt werden. Wo man fragt: „Wie war die Fahrt?“ – und nicht nur „Karte oder Bar?“. Wo die Portionen groß und die Geschichten größer sind. Und wo das Summen der Straße nie ganz verstummt.

    Bleibt die Frage: Können sich die Relais Routiers wirklich neu erfinden, ohne sich selbst zu verlieren?

    Antwort: Einige sind längst dabei.

    Und wer einmal wieder auf der N7 unterwegs ist – sollte den Blinker nicht zu spät setzen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • 9,7 Millionen Dollar ins Feuer: Warum Frankreich US-Verhütungsmittel nicht retten darf

    9,7 Millionen Dollar ins Feuer: Warum Frankreich US-Verhütungsmittel nicht retten darf

    Es klingt wie ein schlechter Witz – ist aber bitterer Ernst: Fast zehn Millionen Dollar an Verhütungsmitteln, finanziert von den USA und ursprünglich für Frauen in Entwicklungsländern gedacht, sollen bald in Frankreich verbrannt werden. Die Ware steht bereits in Belgien bereit zur Vernichtung. Frankreich weiß Bescheid – doch darf angeblich nichts tun. Ein diplomatischer, ethischer und politischer Drahtseilakt. Ein Schwelbrand im Müllofen Implantate, Antibabypillen, Spiralen – all das lagert derzeit in Belgien und soll auf französischem Boden dem Feuer übergeben werden. Ihr Wert: rund 9,7 Millionen US-Dollar. Ihre Haltbarkeit: bis mindestens 2027, teils sogar bis 2031. Ihr ursprüngliches Ziel: Frauen in Subsahara-Afrika, die dringend Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung benötigen. Die Geschichte beginnt unter Präsident Joe Biden, dessen Administration die Verhütungsmittel über die US-Entwicklungshilfeagentur USAID beschaffen ließ. Dann kam der Wechsel im Weißen Haus – und mit D…

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