Schlagwort: nachrichten.fr

  • Amazônia im Quai Branly: Wenn indigene Kunst unsere Vorstellungskraft sprengt

    Amazônia im Quai Branly: Wenn indigene Kunst unsere Vorstellungskraft sprengt

    Das Musée du Quai Branly in Paris lädt zur Reise ein – nicht mit Koffer und Flugticket, sondern mit Augen, Ohren und offenem Geist. Die neue Ausstellung „Amazônia. Créations et futurs autochtones“ öffnet vom 30. September 2025 bis zum 18. Januar 2026 ihre Pforten und verspricht ein Erlebnis, das wei…

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  • Macron am Tiefpunkt – Wie der französische Präsident seinen Rückhalt in der Bevölkerung verliert

    Macron am Tiefpunkt – Wie der französische Präsident seinen Rückhalt in der Bevölkerung verliert

    Acht Jahre nach seinem Einzug in den Élysée-Palast durchlebt Emmanuel Macron die wohl schwerste Phase seiner politischen Laufbahn. Laut einer am 30. September 2025 veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Odoxa für Public Sénat und mehrere Regionalzeitungen halten nur noch 22 Prozent der Befragten ihn für einen „guten Präsidenten“. Das bedeutet einen Rückgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Juni – und den tiefsten jemals von Odoxa gemessenen Zustimmungswert für Macron. Die Zahlen markieren mehr als eine temporäre Delle. Sie verweisen auf eine strukturelle Erosion politischer Autorität, deren Ursachen tief reichen. Ursachen eines Vertrauensverlusts Macrons Imageverlust lässt sich nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückführen. Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen:

    Wirtschaftliche Unsicherheit: Trotz rückläufiger Inflationsraten bleibt der Alltag für viele Franzosen von gestiegenen Lebenshaltungskosten geprägt. Die Unsicherheit über Lohnentwicklung und Arbeit…

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  • Auch Matignon friert seinen Betriebsetat ein – Lecornus Symbolpolitik oder echter Sparkurs?

    Auch Matignon friert seinen Betriebsetat ein – Lecornus Symbolpolitik oder echter Sparkurs?

    Der französische Premierminister Sébastien Lecornu hat angekündigt, dass sein Amtssitz, das Palais Matignon, im kommenden Jahr keine zusätzlichen Betriebsmittel erhält. „Aus Gründen der Exemplarität“, so die offizielle Begründung. Hinter diesem unscheinbar klingenden Satz steckt ein politisches Signal, das weit über die nüchternen Zahlen hinausgeht. Was genau eingefroren wird Betroffen sind alle sogenannten Betriebsausgaben – also jene Posten, die nicht die Gehälter betreffen. Dazu zählen die Kosten für Gebäude, Heizung, den Sprit der Dienstwagen, repräsentative Ausgaben und ähnliche laufende Aufwendungen. Rund 430 Millionen Euro gibt Matignon dafür jährlich aus. Durch den eingefrorenen Etat ergibt sich eine rechnerische Einsparung von etwa vier Millionen Euro. Auf den ersten Blick ist das überschaubar. Weniger als ein Prozent. Kein radikaler Kahlschlag, sondern ein Stoppschild. Neueinstellungen sollen nur noch in Ausnahmefällen erfolgen – Ersatz bei Pensionierungen oder Versetzungen w…

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  • Giftige Stille über den Baronnies: Neun tote Geier in der Drôme

    Giftige Stille über den Baronnies: Neun tote Geier in der Drôme

    Neun majestätische Vögel, die lautlos über die Felsen der Drôme kreisten, liegen nun leblos im Tal. Vergiftet. Ein schockierender Fund, der Fragen aufwirft – und weit über einen lokalen Kriminalfall hinausweist.

    Ein Drama mit bitterem Beigeschmack Zwischen dem 19. und 21. April wurden im Süden des Départements Drôme die ersten Kadaver entdeckt. Insgesamt sind inzwischen neun tote Geier gezählt worden. Die Untersuchungen ergaben: Ein hochgiftiges, längst verbotenes Insektizid war im Spiel. Mit anderen Worten – jemand hat gezielt Gift ausgelegt. Das Ganze ist kein tragischer Unfall, sondern wirkt wie dunklen Machenschaften: „Wir sind einfach nur angewidert“, erklärte Christian Tessier von der Vereinigung Vautours en Baronnies. Der Verein hat Strafanzeige gestellt, die Ermittlungen liegen inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Grenoble und dem Office français de la biodiversité (OFB).

    Die Rolle der Geier: Naturpolizei der Lüfte Geier haben in Europa einen schweren Stand. Lange wurden sie…

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  • L’Élysée friert sein Budget ein – echte Sparpolitik oder bloße Schaufenster-Geste?

    L’Élysée friert sein Budget ein – echte Sparpolitik oder bloße Schaufenster-Geste?

    122,6 Millionen Euro.Seit zwei Jahren bewegen sich die Ausgaben des Élysée-Palastes keinen Zentimeter. Für 2026 bleibt das Budget auf exakt demselben Niveau wie 2024 und 2025. Offiziell soll das ein Akt der Solidarität sein – die Präsidentschaft wolle, so heißt es, „exemplarisch“ mit gutem Beispiel vorangehen. Klingt nach Augenmaß. Doch steckt hinter diesem Nullwachstum tatsächlich ein Opfer oder eher ein kluges Stück Inszenierung?

    Wenn „eingefroren“ in Wahrheit „gekürzt“ bedeutet Auf den ersten Blick sieht ein stabiles Budget nach Tugend aus. Keine Extrawünsche, kein Griff in die Staatskasse. Doch die Rechnung geht nur auf, wenn die Preise stillstehen. Und das tun sie bekanntlich nicht. Inflation, steigende Gehälter, wachsende Energiekosten, höhere Ausgaben für die Instandhaltung des Palastes – all das nagt an den Kassen. So verwandelt sich das eingefrorene Budget faktisch in eine Kürzung. Selbst die Präsidentschaft räumt ein, dass „die Betriebsmittel real sinken“. Die nackten Zahlen…

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  • Ardèche: Wenn das Baguette zum Vorwand für Aggression wird

    Ardèche: Wenn das Baguette zum Vorwand für Aggression wird

    Die Bäckerei – seit Jahrhunderten Herzstück des französischen Dorflebens. Morgens drängen sich Nachbarn an der Theke, man wechselt ein paar Worte, vielleicht einen Scherz, bevor man mit warmem Brot unterm Arm nach Hause schlendert. Doch in der Ardèche kippt diese Idylle zunehmend ins Gegenteil. Statt freundlicher Routine berichten Bäcker:innen und Verkäufer:innen von Beleidigungen, Drohungen und wütenden Ausfällen. Das tägliche Geschäft wird zur Nervenprobe. In Saint-Sauveur-de-Montagut, einem Dorf mit kaum tausend Einwohnern, kam es jüngst zu einem Vorfall, der die ganze Gemeinde aufhorchen ließ. Ein Kunde rastete mitten im Laden aus, beschimpfte eine Angestellte und drohte ihr unverhohlen mit Gewalt. „Tu vas voir ce qui va t’arriver“, schrie er, als gehöre die Backstube nicht dem Bäcker, sondern ihm. Eine Szene, die klingt, als sei sie aus einem düsteren Film, doch sie ist bittere Realität. Und es bleibt nicht bei diesem Einzelfall. Eine andere Verkäuferin hörte Sätze wie „Bonne à ri…

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  • Heiliges im Fadenkreuz: Wie Kirchen im Norden Frankreichs zum Ziel organisierter Diebe werden

    Heiliges im Fadenkreuz: Wie Kirchen im Norden Frankreichs zum Ziel organisierter Diebe werden

    Wenn Stille zur Einladung für Täter wird, dann ist es genau das, was derzeit viele Kirchen im Norden Frankreichs erleben. Orte des Gebets und der Sammlung, Symbolorte des Glaubens – und doch zunehmend Tatorte. In der Region Hauts-de-France, insbesondere im Département Nord, rollt derzeit eine beunruhigende Serie von Kircheneindiebstählen durch kleine Gemeinden und ländliche Pfarreien. Abr, es geht nicht nur um Diebstahl. Es geht um Verletzungen, die tiefer sitzen. Sechs Kirchen in zwei Wochen – und kein Ende in Sicht Hasnon. Valenciennes. Cambrai. Namen kleiner Städte, die kaum in den Schlagzeilen auftauchen – es sei denn, wenn etwas aus der Ordnung fällt. In nur wenigen Tagen wurden mindestens sechs Kirchen Opfer von Einbruch, Diebstahl oder Profanation. Besonders betroffen: liturgisches Gerät wie Kelche, Patene, Monstranzen. Manche aus edlen Metallen, andere rein symbolisch wertvoll. In gleich drei Fällen wurden Tabernakel aufgebrochen, die geweihten Hostien entwendet – für gläubige …

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  • 30. September – Ein Tag voller Wendepunkte

    30. September – Ein Tag voller Wendepunkte

    Manchmal lohnt es sich, den Kalender zur Hand zu nehmen und zu schauen, was eigentlich an einem scheinbar unscheinbaren Datum passiert ist. Der 30. September ist so ein Tag. In seiner Geschichte verbinden sich Umbrüche, Tragödien und kulturelle Sternstunden, die bis heute nachwirken.

    Weltweit: Was …

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  • Die Muschelfischer kehren in die Bucht der Somme zurück

    Die Muschelfischer kehren in die Bucht der Somme zurück

    Zwei Jahre lang war die Stille auf den „hénonnières“ fast ohrenbetäubend. Wo sonst das rhythmische Kratzen der Rechen über den Sandboden und das Klappern der Eimer zu hören war, herrschte gähnende Leere. Nun, im Herbst 2025, dürfen Muschelfischer und Sammler endlich zurück in die Bucht der Somme. Ein Neustart – vorsichtig, streng überwacht und mit einer gehörigen Portion Hoffnung im Gepäck. Zwei Jahre Stillstand – und viele Sorgen Seit 2023 war die Muschelernte in der Bucht der Somme verboten. Der Grund: Massensterben der Muscheln, Verschlechterung der Wasserqualität und bakterielle Verunreinigungen, die im schlimmsten Fall auch für den Menschen gefährlich werden konnten. Besonders in der nahegelegenen Bucht von Authie wurden kritische Werte gemessen. Für die Region war das ein Schock. Die Schalentiere sind nicht nur maritimes Kulturgut, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Die professionellen Fischer verloren einen erheblichen Teil ihres Einkommens, während Hobby-Sammler ein Stück ihre…

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  • Kommentar: Vertrauen? In wen denn bitte – den Weihnachtsmann?

    Kommentar: Vertrauen? In wen denn bitte – den Weihnachtsmann?

    Wem sollen wir noch trauen? Etwa der Politik? Haha… – der Lacher des Jahres. Leider bleibt einem das Lachen im Hals stecken, wenn man sich anschaut, wie tief der Graben inzwischen ist, der sich zwischen denen da oben und uns hier unten auftut.

    74 Prozent der Französinnen und Franzosen vertrauen der Nationalversammlung nicht. 86 Prozent winken bei „Parteien“ nur noch müde ab. Und wer jetzt denkt, das ist eine Momentaufnahme – weit gefehlt. Das ist keine kurze Krise, das ist eine Erosion im Fundament unserer Demokratie. Und zwar eine, die nicht mehr mit ein paar warmen Worten oder PR-Kampagnen zu kitten ist.

    Denn Vertrauen ist kein Gesetz. Kein Erlass. Kein Präsidentenwort.

    Vertrauen entsteht nicht durch große Reden – sondern durch kleine Taten. Durch Integrität. Durch Ehrlichkeit. Und, ja, durch Konsequenz.

    Aber was sehen wir stattdessen? Postengeschacher, Lobby-Verfilzung, Politiker, die nach der Amtszeit in Vorstandspositionen wechseln, und Minister, die eher wie PR-Berater in eigener Sache wirken. Wer will da bitte noch glauben, dass es hier um das Gemeinwohl geht?

    Es ist ein Trauerspiel mit sehr berechenbarem Plot: Die Bevölkerung glaubt an den Niedergang – 87 Prozent empfinden Frankreich als Land im Abstieg. Ein Drittel davon sieht diesen Prozess sogar als irreversibel. Hoppla! Das ist nicht nur schlechte Laune, das ist kollektiver Vertrauensverlust auf einem Level, das früher ganze Regime ins Wanken brachte.

    Und was ist die Antwort der Politik? „Mehr Transparenz! Mehr Bürgerbeteiligung! Mehr Effizienz!“ – Klingt super. Echt jetzt. Aber ehrlich: Wer glaubt das noch?

    Als ob man jahrelanges Desinteresse und Machtarroganz einfach wegzaubern kann mit einer Bürger*innenversammlung oder einem hübsch designten Online-Portal.

    Natürlich: Es gibt kluge Konzepte. Es gibt engagierte Leute. Es gibt Ideen, wie man Vertrauen zurückholen könnte.

    Aber: Vertrauen zurückholen heißt nicht, es zu fordern. Es heißt, es sich zu verdienen. Und das bedeutet: Macht abgeben. Verantwortung übernehmen. Fehler zugeben. Und nicht zuletzt: Menschen zuhören, ohne sie zu belehren.

    Aber genau hier liegt das Problem. Wer an der Macht ist, klammert sich daran. Weil Macht bequem ist. Weil Macht schützt. Und weil Macht selten freiwillig geteilt wird.

    Und so bleibt das Misstrauen. Es nistet sich ein. In Gesprächen am Küchentisch. In mitleidigen Blicken auf Wahlplakate. In ironischen Kommentaren unter Nachrichtenvideos. Vertrauen? Ja, klar – und Einhörner gibt’s auch.

    Aber: Die Politik hat noch eine letzte Chance. Wenn sie wirklich aufmacht. Wenn sie wirklich aufhört, Macht als Besitz zu begreifen. Wenn sie wirklich anfängt, den Menschen etwas zurückzugeben, das sie sich nicht mehr vorstellen können: Ehrlichkeit.

    Denn sonst kommt der große Knall. Vielleicht nicht morgen. Vielleicht nicht übermorgen. Aber er kommt. Populismus, Radikalisierung, Wahlverweigerung – all das sind keine Symptome. Sie sind das Fieber. Und das Fieber zeigt an: Die Demokratie ist krank.

    Will sie genesen, muss sie sich ändern.

    Nicht irgendwann.

    Jetzt.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker