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  • Wenn das Netz kurz die Luft anhält – Cloudflare-Blackout legt das halbe Internet lahm

    Wenn das Netz kurz die Luft anhält – Cloudflare-Blackout legt das halbe Internet lahm

    Auch wir waren betroffen. Am Dienstagmittag, 18. November 2025, ging plötzlich gar nichts mehr. Unsere Seite? Nicht erreichbar. Die Redaktion? In Alarmbereitschaft. Ein technischer Fehler beim Internet-Giganten Cloudflare sorgte für einen digitalen Ausnahmezustand – weltweit.

    Was war da los?

    Cloudflare, einer der unsichtbaren Riesen des modernen Internets, hatte eine massive Störung. Und zwar nicht irgendeine, sondern eine, die gleich Hunderttausende Websites, Dienste und Plattformen in Mitleidenschaft zog. Ob X (früher Twitter), ChatGPT, Online-Spiele oder Medienseiten – die Störung zog weite Kreise. Auch wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Nachsicht: Für mehrere Stunden war unsere Seite nicht oder nur eingeschränkt abrufbar.

    Um 12:20 Uhr MEZ begannen die Probleme: HTTP-Fehlercodes, Timeouts, interne Serverfehler. Die digitale Welt stotterte – oder stand komplett still. Schuld war laut Cloudflare kein Hackerangriff, sondern ein interner Fehler, der ganz harmlos begann: mit einer Datei.

    Die Kettenreaktion einer einzigen Datei

    Im Zentrum des Vorfalls stand das sogenannte „Bot-Management“-Modul. Es schützt Webseiten vor ungewolltem automatisierten Traffic – also vor Bots, die massenhaft Zugriffe erzeugen. Genau dieses Modul bekam eine neue Konfiguration. Soweit, so normal. Doch die Datei, die dabei erstellt wurde, war größer als erwartet – deutlich größer.

    Diese riesige Datei wurde automatisch und blitzschnell ins weltweite Netzwerk von Cloudflare eingespeist. Die Folge: Die Proxy-Software, die den Datenverkehr leitet, kollabierte. In der Fachsprache: Speicherüberlauf, Timeouts, Systemabstürze.

    Besonders pikant: In einigen Rechenzentren – etwa in Santiago de Chile – lief just in diesem Moment eine geplante Wartung. Ob dieser Eingriff die Probleme verstärkte oder bloß zur Unzeit kam, wird noch untersucht.

    Ein Ausfall mit globalem Echo

    Die Auswirkungen spürten Millionen Menschen – egal ob sie es wussten oder nicht. In Europa schnellten ab 13:48 Uhr MEZ die Fehlermeldungen in die Höhe. Betroffen waren vor allem zentraleuropäische Länder wie Deutschland und Frankreich. Wer versuchte, Webseiten aufzurufen, bekam kryptische Fehlercodes. Wer Apps öffnete, sah Ladebildschirme – endlos. Wer bezahlen wollte, wurde ausgebremst.

    Und wer, wie wir, redaktionelle Inhalte über ein Cloudflare-gestütztes System verbreitet, saß plötzlich im digitalen Dunkel.

    Wie lange dauerte der Ausfall?

    Der kritische Fehler wurde gegen 15:30 Uhr MEZ behoben. Also etwa drei Stunden nach dem ersten Zusammenbruch. Doch auch danach lief nicht sofort alles rund. Die Systeme starteten gestaffelt neu, Fehler zogen sich teilweise bis in die Abendstunden. Manche Dienste meldeten Restprobleme bis spät in die Nacht.

    Was lernen wir daraus?

    Ganz ehrlich: Der Cloudflare-Ausfall war ein Weckruf. Er zeigte mit aller Deutlichkeit, wie fragil unsere digitale Infrastruktur geworden ist. Eine einzige Datei bringt einen Tech-Riesen ins Straucheln – und reißt zig andere mit.

    Cloudflare fungiert für viele Webseiten als Sicherheitsnetz, als Ladebeschleuniger, als Schutzschild gegen Angriffe. Doch wenn genau dieses Schutzschild selbst versagt, gibt es keinen Plan B. Millionen Seiten hängen an einem Dienstleister – eine gefährliche Abhängigkeit.

    Gerade für Medienhäuser, Entwickler und Anbieter mit Publikum in Frankreich und Deutschland ist das ein klares Signal: Wir brauchen Ausweichsysteme. Backups. Monitoring. Strategien, die nicht erst dann greifen, wenn es schon zu spät ist.

    Und jetzt?

    War das ein Einzelfall? Vielleicht. Aber angesichts wachsender Netzauslastung durch KI-Systeme, automatisierten Traffic und globale Infrastruktur-Wartungen ist eines sicher: Solche Ausfälle könnten in Zukunft häufiger auftreten. Und dann?

    Dann wünschen wir uns, dass aus diesem Fehler gelernt wird. Dass Systeme robuster, Konfigurationen sorgfältiger und Redundanzen selbstverständlich werden.

    Bis dahin: Danke für eure Geduld – und fürs Weiterlesen, auch wenn’s mal ruckelt.

    Autor: Andreas M. B.

  • US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat gestern mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das das Justizministerium dazu verpflichtet, sämtliche Akten zur Untersuchung des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein öffentlich zugänglich zu machen. Nur ein einziger Abgeordneter stimmte dagegen.

    Nur wenige Stunden später einigte sich der US-Senat darauf, das Gesetz sofort nach Eintreffen durchzuwinken und es direkt dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorzulegen. Donald Trump kündigte inzwischen an, das Gesetz zu unterzeichnen – obwohl er über Monate hinweg versucht hatte, es zu verhindern. Er vollzog diese Kehrtwende, als absehbar war, dass das Gesetz ohnehin verabschiedet werden würde.

    Trump lobt Kronprinz Mohammed bin Salman trotz Khashoggi-Mord

    Bei einem Treffen im Weißen Haus lobte Präsident Trump gestern den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) und wischte eine Journalistenfrage zur Ermordung und Zerstückelung des „Washington Post“-Kolumnisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 beiseite. „Es passieren eben Dinge“, sagte Trump.

    Der Besuch stellt eine bemerkenswerte diplomatische Kehrtwende für MBS dar. Seit dem Mord an Khashoggi durch saudische Agenten im Konsulat des Königreichs in Istanbul hatte der Kronprinz keinen US-Boden mehr betreten. Während der Amtszeit von Präsident Biden veröffentlichten die US-Geheimdienste einen Bericht, demzufolge MBS die Tötung selbst angeordnet hatte – doch direkte Konsequenzen gegen den saudischen Thronfolger blieben aus.

    Weitere Meldungen

    • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute bei einem Besuch in der Türkei einen neuen Anlauf für Friedensgespräche mit Russland unternehmen.
    • Laut mehreren informierten Quellen hat Donald Trump während seiner Präsidentschaft der CIA verdeckte Operationen in Venezuela genehmigt.
    • Google hat sein neues KI-Modell „Gemini 3“ vorgestellt und erhöht damit den Druck auf OpenAI und Anthropic im Wettlauf um technologische Vorherrschaft.
    • Hunderte Palästinenser aus dem Gazastreifen sind mit bislang nicht bekannten Flügen in Südafrika eingetroffen – zur völligen Überraschung der Regierung in Pretoria.

    P.Tiko

  • Ministertreffen im Élysée wegen der Drogenkriminalität – ein Wendepunkt oder nur Geste?

    Ministertreffen im Élysée wegen der Drogenkriminalität – ein Wendepunkt oder nur Geste?

    Dienstagmorgen im Herzen von Paris. Im historischen Palais de l’Élysée versammeln sich Spitzenpolitiker, Minister und Sicherheitschefs rund um Präsident Emmanuel Macron. Es geht um ein Thema, das Frankreich seit Jahren beschäftigt, zuletzt aber dramatisch eskaliert ist: der Drogenhandel – insbesondere in Marseille. Die Bilder der Gewalt, der offenen Revierkämpfe, der toten Jugendlichen in den Straßen haben sich eingebrannt. Jetzt soll gegengesteuert werden. Aber reicht eine Sitzung im Präsidentenpalast, um ein so tief verankertes Problem in den Griff zu bekommen? Alarmstufe Marseille Marseille steht symbolisch für das Ausmaß der Krise. Die Hafenstadt ist Drehscheibe des europäischen Drogenhandels geworden – mit einer eigenen brutalen Logik. Clans liefern sich blutige Machtkämpfe, der Nachwuchs wird auf Schulhöfen rekrutiert, das Geld wäscht sich über Bars, Autovermietungen und Kryptowährungen. Und wenn es brenzlig wird, helfen Einschüchterung und Mord. Ein jüngst verübter Anschlag – da…

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  • Magischer Advent in der Stadt der Lichter – Lumières de Noël in Montbéliard

    Magischer Advent in der Stadt der Lichter – Lumières de Noël in Montbéliard

    Wenn die winterliche Dämmerung über Montbéliard hereinbricht, verwandelt sich die Stadt in ein einziges Leuchten. Vom 22. November bis zum 24. Dezember 2025 öffnet einer der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Frankreichs seine Pforten – die Lumières de Noël. Ein Ort, an dem Weihnachten nicht nur gefeiert, sondern gelebt wird. Ein Weihnachtsmarkt mit Charakter Mitten in der Altstadt, […]

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  • Ein Dorf im Schock: Vierjährige tot aufgefunden – Mutter unter Verdacht

    Ein Dorf im Schock: Vierjährige tot aufgefunden – Mutter unter Verdacht

    Manchmal kippt das Leben von einer Sekunde auf die andere in eine Albtraumversion seiner selbst. So geschehen im beschaulichen Montrottier, einem kleinen Ort in den Monts du Lyonnais, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Lyon. Dort wurde am Montagabend, dem 17. November, eine Vierjährige tot in ihrem Zuhause aufgefunden. Ihre Mutter – die einzige Verdächtige bislang – sitzt in Polizeigewahrsam. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Und mit ihr: Fassungslosigkeit. Die ersten Fakten – ein düsteres Bild Laut ersten Ermittlungen hatte eine Nachbarin die Polizei alarmiert. Die Mutter der kleinen Tochter habe ihr gestanden, sie getötet zu haben. Als die Rettungskräfte gegen 20 Uhr eintrafen, war es zu spät. Das Kind lag leblos in der Wohnung. Die Ermittler sprechen von Erstickung – ein Befund, der Fragen aufwirft, aufwühlt und die Tragweite des Geschehens unterstreicht. Die 37-jährige Mutter wurde noch am selben Abend festgenommen. Der Fall liegt nun bei der Brigade de recherche von L’…

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  • 18. November: Wendepunkte zwischen Krieg, Kunst und Kontroversen

    18. November: Wendepunkte zwischen Krieg, Kunst und Kontroversen

    Manchmal häufen sich an einem einzigen Datum Ereignisse, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und doch ein feines Netz historischer Verbindungen spinnen. Der 18. November gehört zu diesen Tagen. Er zieht sich wie ein roter Faden durch politische Umbrüche, kulturelle Meilensteine und gesellschaftliche Debatten. Werfen wir einen Blick auf diesen besonderen Tag – in Frankreich und weltweit.

    Frankreich: Die Geburt von Charles-Michel de l’Épée – Vater der Gebärdensprache

    Am 18. November 1712 wurde in Versailles ein Mann geboren, der für die Gehörlosengemeinschaft zu einem Helden wurde: Charles-Michel de l’Épée. Als Priester und Pädagoge entwickelte er eine systematische Gebärdensprache für taube Menschen – in einer Zeit, in der man sie meist als „unbildbar“ abstempelte. Seine Pariser Schule für Gehörlose wurde später das Vorbild für viele ähnliche Einrichtungen weltweit.

    Er hatte die Vision, allen Menschen Zugang zu Bildung zu verschaffen – ganz gleich, ob sie hören konnten oder nicht. Ein bisschen revolutionär war das schon, zumal es mitten ins Herz des Ancien Régime traf, in dem soziale Teilhabe ein Privileg war. Heute sind Gebärdensprachen in vielen Ländern als vollwertige Sprachen anerkannt – ein indirektes Vermächtnis de l’Épées.

    1938: Frankreich erkennt die Tschechoslowakei de jure an

    Ein weniger bekannter, aber symbolträchtiger Akt französischer Außenpolitik geschah am 18. November 1938: Die Regierung in Paris erkannte die Zweite Tschechoslowakische Republik nach dem Münchner Abkommen offiziell an. Ein seltsamer Moment – denn Frankreich war Mitunterzeichner eben jenes Abkommens, das große Teile der Tschechoslowakei an Hitlerdeutschland abtrat.

    Diese Anerkennung wirkte wie ein Pflaster auf eine klaffende Wunde. Denn schon bald zeigte sich, dass die Appeasement-Politik gescheitert war. Die Lehren daraus? Politische Zugeständnisse an aggressive Diktaturen führen selten zu nachhaltigem Frieden. Ein Echo, das bis in die Gegenwart nachhallt – man denke an aktuelle geopolitische Konflikte.

    Europaweit: 1928 – Die Uraufführung von „Steamboat Willie“

    Weg von der Politik, rein ins Kino: Am 18. November 1928 feierte ein gewisser Micky Maus sein Debüt in „Steamboat Willie“. Walt Disney präsentierte mit diesem Kurzfilm die erste vollständig vertonte Zeichentrickproduktion der Welt. Die popkulturelle Wucht dieses Moments lässt sich kaum überschätzen – Micky wurde nicht nur das Maskottchen des Disney-Imperiums, sondern ein globales Symbol für die amerikanische Kulturindustrie.

    Man könnte sagen: An diesem Tag wurde Popkultur neu erfunden.

    Spanien 1976: Das Ende einer Diktatur

    Nach dem Tod des Diktators Francisco Franco im Jahr 1975 trat sein Nachfolger König Juan Carlos am 18. November 1976 ein demokratisches Reformgesetz in Kraft – ein echter Paukenschlag. Die spanische Cortes verabschiedete das Gesetz zur politischen Reform, das den Weg zur ersten freien Wahl seit 1936 ebnete.

    Was folgte, war der Wandel Spaniens von einer autoritären Militärdiktatur hin zur parlamentarischen Monarchie – und das in vergleichsweise friedlichen Bahnen. Heute gilt dieser Übergang als Lehrstück für gelungene Transformation, auch wenn die Schatten der Diktatur bis heute politische Debatten beeinflussen.

    USA 1978: Jonestown – die Tragödie von Guyana

    Ein dunkler Fleck in der Geschichte fällt ebenfalls auf den 18. November: das Massaker von Jonestown. Der selbsternannte Prophet Jim Jones führte seine Anhänger – über 900 Menschen – in den Tod. In einer apokalyptischen Mischung aus Wahn, Manipulation und kollektiver Verzweiflung starben Männer, Frauen und Kinder durch Gift oder Schusswaffen.

    Diese Tragödie war mehr als nur ein Kultdrama. Sie stellte brennende Fragen nach der psychologischen Anfälligkeit von Gruppen, dem Missbrauch religiöser Macht und der Ohnmacht staatlicher Institutionen – Fragen, die auch heute noch unter den Nägeln brennen. Warum folgen Menschen blind autoritären Führern?

    Lettland: Unabhängigkeit im Jahr 1918

    Ein freudiger Meilenstein fällt ebenfalls auf den 18. November: Die Proklamation der Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1918. Mitten im Chaos des Ersten Weltkriegs und den Nachwehen der russischen Revolution erklärte sich das kleine baltische Land für souverän. Der Weg war steinig, die Geschichte Lettlands seither geprägt von Okkupation, Widerstand und Wiedergeburt.

    Seit 1991 ist Lettland erneut unabhängig – und heute Mitglied der EU sowie der NATO. Ein Paradebeispiel dafür, wie nationale Identität über Generationen hinweg bewahrt werden kann, selbst unter fremder Herrschaft.

    Frankreich 1987: Prozess gegen Klaus Barbie

    Ein weiteres Kapitel französischer Geschichte wurde am 18. November 1987 geschlossen – zumindest juristisch. An diesem Tag bestätigte das Kassationsgericht in Paris das Urteil gegen Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“. Der ehemalige Gestapo-Chef war wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

    Der Prozess war mehr als eine juristische Aufarbeitung: Er war ein moralischer Weckruf. Die französische Gesellschaft musste sich – Jahrzehnte nach dem Krieg – mit eigenen blinden Flecken auseinandersetzen. Barbie wurde zum Symbol für die verdrängte Kollaboration und das zögerliche Erinnern.

    Kurios: Nationaltag des „Apple Cider“ in den USA

    Ganz nebenbei: Der 18. November ist in den USA auch der „National Apple Cider Day“. Kein historisches Schwergewicht, zugegeben – aber eine Erinnerung daran, dass sich Alltag und Geschichte oft auf kuriose Weise berühren. Während also in Spanien ein Diktator gestürzt wurde, tranken andere gemütlich Apfelwein.

    Und heute?

    Der 18. November hat sich über Jahrhunderte hinweg als Schnittpunkt tiefgreifender Veränderungen erwiesen. Von Bildungspionieren über Revolutionen bis hin zu Popkultur und Justiz – dieser Tag zeigt, wie unterschiedlich historische Spuren aussehen können.

    Und doch verbindet sie alle etwas: Der Drang, etwas zu verändern. Mal leise, mal laut. Mal tragisch, mal triumphal.

    Vielleicht lohnt es sich, an diesem Datum einmal innezuhalten und sich zu fragen: Was würden wir ändern – wenn heute Geschichte geschrieben würde?

  • Wer zahlt die Jets? Frankreichs Rafale-Versprechen an die Ukraine wirft finanzielle Grundsatzfragen auf

    Wer zahlt die Jets? Frankreichs Rafale-Versprechen an die Ukraine wirft finanzielle Grundsatzfragen auf

    Am 17. November 2025 unterzeichneten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Luftwaffenstützpunkt Villacoublay eine gemeinsame Absichtserklärung: Die Ukraine soll in den kommenden zehn Jahren bis zu 100 Kampfjets vom Typ Dassault Rafale erhalten – ergänzt durch Drohnen, Luftabwehrsysteme und begleitende militärische Infrastruktur. Die Vereinbarung markiert einen symbolträchtigen Schritt in der sicherheitspolitischen Annäherung der Ukraine an den Westen. Doch eine entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Wer trägt die Kosten dieses milliardenschweren Programms? Symbolik ohne Vertragsbindung Die Vereinbarung ist rechtlich keine verbindliche Bestellung, sondern eine politische Absichtserklärung. Konkrete Details zu Produktionsbeginn, Staffelung der Lieferungen, technischer Ausstattung und logistischer Einbindung stehen noch aus. Auch Fragen zu Wartung, Ausbildung ukrainischer Piloten und langfristiger Systemintegration bleiben offen…

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  • Saint‑Véran – Ein Dorf, das mit den Gipfeln spricht

    Saint‑Véran – Ein Dorf, das mit den Gipfeln spricht

    Mitten im Hochgebirge der französischen Südalpen liegt ein Ort, der nicht nur geografisch herausragt. Saint‑Véran, das höchstgelegene bewohnte Dorf Europas, klebt förmlich an den Hängen des Queyras-Massivs und wirkt wie ein Märchendorf aus Stein und Holz. Wer sich einmal auf den Weg hierhin gemacht hat, spürt schnell: Hier ticken die Uhren anders – langsamer, echter, […]

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  • Hinter Gittern: Warum Gefängnisse in Frankreich aus allen Nähten platzen

    Hinter Gittern: Warum Gefängnisse in Frankreich aus allen Nähten platzen

    Drei Häftlinge in einer Zelle. Einer schläft auf dem Boden. Draußen wird geprügelt, drinnen herrscht Dauerspannung. Was nach einem düsteren Filmskript klingt, ist in Frankreich traurige Realität – etwa in der Maison d’arrêt du Puy-en-Velay, einem Gefängnis im Herzen der Haute-Loire. Am Montag wurde die Haftanstalt kurzerhand blockiert. Aus Protest. Aus Verzweiflung. Rund zwanzig Justizvollzugsbeamte versammelten sich frühmorgens vor den Toren. Kein Einlass, kein Ausgang. Der Alltag stand still – ein stiller Schrei nach Gehör. Gegen 17 Uhr wurde der Protest beendet, nachdem die Gewerkschaften von der regionalen Gefängnisdirektion empfangen wurden. Doch das Problem bleibt. Und es ist kein lokaler Einzelfall. 91 Inhaftierte. 36 Plätze. Eine Rechnung, die nicht aufgeht. In der Gefängnisanstalt Puy-en-Velay leben derzeit fast drei Mal so viele Gefangene wie vorgesehen. Ein Gewerkschaftsvertreter spricht von unhaltbaren Zuständen: Zellen sind überbelegt, Menschen schlafen auf Matratzen am Bo…

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  • Frankreich bröckelt – und mit ihm das Vertrauen

    Frankreich bröckelt – und mit ihm das Vertrauen

    Es gibt Momente, da offenbaren sich die wahren Zustände eines Landes nicht in Parlamentsreden oder Wahlumfragen, sondern in stillen, aber erschütternden Symbolbildern. Ein solcher Moment ist jetzt. Der Louvre – unser kulturelles Herz, unser weltberühmter Stolz, das sichtbare Zeichen französischer Größe – muss in Teilen schließen, weil tragende Balken brechen. Und mit ihnen bröckelt mehr als nur ein Flügel.

    Es bröckelt das Vertrauen in den französischen Staat.

    Denn wer hinsieht, erkennt schnell: Der Louvre ist kein Einzelfall, sondern das spektakulärste Symptom eines umfassenden Versagens. Unsere Infrastruktur altert, unsere öffentlichen Gebäude sind marode, unsere Schulen, Gerichte, Krankenhäuser kämpfen nicht selten mit denselben Problemen wie der Sully-Flügel: Feuchtigkeit, Vernachlässigung, strukturelle Instabilität.

    Man stelle sich das vor: Im Louvre – dem bestbesuchten Museum der Welt – können tragende Balken nicht mehr garantieren, was sie versprechen. Das ist mehr als ein baulicher Mangel. Es ist ein Sinnbild für eine Republik, die zu lange nur notdürftig repariert hat, was eigentlich eine Generalüberholung gebraucht hätte.

    Und es trifft uns im Mark.

    Denn Frankreich lebt von seinen Symbolen. Den Symbolen der Grande Nation, von Versailles, von den Boulevards, vom kulturellen Erbe, das unser Ansehen in der Welt ausmacht. Wenn diese Pfeiler ins Wanken geraten, wankt auch die Idee von einem Frankreich, das stolz, stabil und führend ist. Stattdessen herrscht Flickschusterei – nicht nur auf dem Bau, sondern auch und insbesondere in der Politik.

    Es ist ein System, das lieber Leuchtturmprojekte feiert als Fundamentpflege betreibt. Große Worte, schöne Bilder, internationale Rankings – doch darunter? Brüche. Risse. Vernachlässigung. Der Louvre ist dafür nun das teuerste Alarmsignal der jüngeren Vergangenheit.

    Und wer übernimmt Verantwortung?

    Politiker debattieren, Ministerien verweisen auf Haushaltspläne, und die Öffentlichkeit wird mit beruhigenden Pressemitteilungen abgespeist. Dabei ist die Lage viel ernster. Wenn selbst ein Prestigeobjekt wie der Louvre strukturell gefährdet ist, wie steht es dann um die nicht ganz so glamourösen Einrichtungen – Schulen in Vororten, Pflegeheime auf dem Land, Rathäuser in der Provinz?

    Frankreich braucht eine bauliche – und moralische – Sanierung.

    Ein Kraftakt. Keine Kosmetik. Kein Herumdoktern an Symptomen, sondern ein mutiger, umfassender Plan für den Erhalt unseres gesellschaftlichen Rahmens. Das heißt: Geld in die Hand nehmen, Prioritäten verschieben, Verantwortung ernst nehmen. Schluss mit der Selbstzufriedenheit, Schluss mit dem Verschieben auf morgen. Denn wenn die Pfeiler unserer Kultur einstürzen, reißen sie unser Selbstverständnis gleich mit.

    Der Louvre war einst ein königlicher Palast. Heute wird er zur Mahnung: Wer an den Fundamenten spart, verliert irgendwann das Dach über dem Kopf.

    Autor: Daniel Ivers