Schlagwort: Müllwirtschaft

  • Was passiert wirklich mit unserem Müll aus der gelben Tonne?

    Was passiert wirklich mit unserem Müll aus der gelben Tonne?

    Es gibt viele Mythen rund um das Recycling. Ein häufiger Vorwurf: „Alles wird sowieso verbrannt!“ Doch stimmt das? Begleiten wir einen Blick hinter die Kulissen eines Pariser Sortierzentrums – und werfen Licht auf den Weg unserer Abfälle.


    Die erste Station: Ein Zentrum voller Bewegung

    In Paris, einer der dichtbesiedeltsten Städte Europas, kümmert sich das Syctom, eine öffentliche Einrichtung, um die Behandlung von Haushaltsabfällen. Sechs Millionen Einwohner und 82 Gemeinden liefern jährlich rund zwei Millionen Tonnen Müll an. Ein Teil davon landet im Sortierzentrum Paris XV im 15. Arrondissement, das als erstes innerstädtisches Zentrum seiner Art jährlich 35.000 Tonnen Abfall verarbeitet.

    Wenn die Müllwagen ankommen und ihre Ladung entladen, wird bereits klar: Nicht alles, was in der gelben Tonne landet, gehört dorthin. Unter den aussortierten Materialien finden sich häufig schwarze Plastiksäcke – ein No-Go im Recyclingprozess. „Man weiß nicht, was drin ist, und niemand wird jeden Sack manuell aufreißen“, erklärt Sofien Elandaloussi vom Syctom. Doch was passiert mit den korrekt entsorgten Verpackungen?


    Hightech trifft Handarbeit

    Die Sortierung beginnt mit einem sogenannten Trommelabscheider – einem riesigen, geneigten Zylinder, der Abfälle nach Größe trennt. Die Materialien gelangen auf Fließbänder, wo sie Schritt für Schritt weiter sortiert werden:

    • Magnete ziehen Stahlverpackungen heraus.
    • Optische Scanner identifizieren und trennen Kunststoffverpackungen nach Farbe und Typ.
    • Manuelle Nachkontrollen stellen sicher, dass keine Fehlwürfe im System bleiben.

    Am Ende des Prozesses werden die Abfälle in quadratische Ballen gepresst – etwa ein Meter breit –, die anschließend an Recyclingbetriebe verkauft werden. Hier endet die Reise im Sortierzentrum, doch der eigentliche Recyclingprozess fängt jetzt erst an.


    Ein ernüchternder Blick auf die Zahlen

    Trotz dieser technologischen und logistischen Bemühungen bleibt noch viel zu tun. Laut der französischen Umweltagentur Ademe enthalten die Restmülltonnen immer noch etwa 35 % recycelbarer Materialien – vor allem Plastikverpackungen. Gleichzeitig werden in Frankreich jährlich 1,1 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen in Umlauf gebracht, von denen nur 29 % recycelt werden.

    Ein weiteres Problem ist die Verwirrung über die richtigen Sortieranweisungen. Viele Menschen zögern, bestimmte Materialien zu recyceln, aus Angst, etwas falsch zu machen. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Regeln vereinfacht: Alle Verpackungen gehören in die gelbe Tonne – ohne Ausnahme. Diese Änderung soll nicht nur die Recyclingquote erhöhen, sondern auch die Hemmschwelle für Verbraucher senken.


    Warum ist das wichtig?

    Die Auswirkungen einer schlechten Abfallwirtschaft gehen weit über überfüllte Deponien hinaus. Plastikteile, die nicht recycelt werden, landen oft in der Umwelt – von Straßenrändern bis hin zu den Ozeanen. Mikroplastik, das von größeren Teilen zerfällt, hat seinen Weg in unsere Nahrungskette gefunden. Und mal ehrlich: Möchten wir wirklich, dass unser nächstes Glas Leitungswasser winzige Plastikpartikel enthält?

    Die Recyclingquote zu verbessern, ist also nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch des Umweltschutzes und der Gesundheit.


    Recycling allein reicht nicht – aber es ist ein Anfang

    Es ist leicht, frustriert zu sein, wenn man sieht, dass der Fortschritt langsam voranschreitet. Aber Recycling ist nur ein Baustein. Noch wichtiger ist es, die Menge an Müll zu reduzieren, die wir überhaupt erst erzeugen. Wiederverwendbare Verpackungen, unverpackte Lebensmittel und längere Lebenszyklen für Produkte – das sind Strategien, die uns auf lange Sicht helfen, die Abfallberge zu verkleinern.

    Doch auch wenn Müllvermeidung ideal ist, sollten wir den Wert von Recycling nicht unterschätzen. Jede recycelte Flasche und jede korrekt entsorgte Verpackung leistet einen kleinen, aber wichtigen Beitrag.


    Ein Blick in die Zukunft

    Werden wir jemals in einer Welt ohne Müll leben? Vielleicht nicht – aber die Vision von Kreislaufwirtschaft, in der alle Materialien wiederverwertet werden, ist greifbarer denn je. Neue Technologien und stärkeres Bewusstsein könnten uns diesem Ziel näherbringen.

    Und was heißt das für uns? Es bedeutet, dass jeder Einzelne zählt. Denn am Ende ist der Weg unserer Abfälle nicht nur eine technische Herausforderung – sondern auch eine Frage der Verantwortung.

  • Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Der Angeklagte soll in Frankreich fast 10.000 Tonnen Abfall illegal entsorgt haben. Der Prozess gegen Johnny Demeter wurde am Montagmorgen, dem 18. Dezember, in Lille eröffnet.

    Seit vier Jahren verschmutzen Hunderte Tonnen Müll und Bauschutt aus Belgien die Böden der ländlichen Gebiete an der Mosel. Sie wurden von Kriminellen dort abgeladen, die auf diese Weise mehr als ein Dutzend französische Gemeinden durch illegale Mülldeponien verschmutzt haben. Seit Montag, dem 18. Dezember, stehen neun Personen in Lille (Nordfrankreich) vor Gericht. 2019 mussten die Bewohner von Rédange (Moselle) mit ansehen, wie mehrere Lastwagen 250 Tonnen Abfall auf einem Privatgrundstück abkippten. „Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, war mir zum Heulen zumute“, gesteht Jessica Dautruche, Mitglied des Kollektivs „J’aime ma forêt“ (Ich liebe meinen Wald), vor der Kamera des Senders France 2.

    Die Müllberge sind immer noch da
    Vier Jahre später sind die Müllberge immer noch da. Um sie entfernen zu lassen, müssten mehr als 200.000 Euro ausgegeben werden. „Die Gemeinde Rédange hat 1.000 Einwohner, da kann man nicht soviel Geld ausgeben…“, kommentiert der Bürgermeister der kleinen Gemeinde, Daniel Cimarelli. Im Zentrum der illegalen Müllentsorgung steht Johnny Demeter. Der aus der Region Paris stammende Mann gab sich als Abfallmakler aus. Bei der Eröffnung des Prozesses in Lille am Montagmorgen hielt er sich bedeckt und sagte nur, dass er alles zutiefst bereue.

  • Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Die Gewerkschaft CGT ruft ab dem 7. März gegen die geplante Rentenreform zu einem unbefristeten verlängerbarem Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft auf. Die Gewerkschaft CGT hat am Dienstag einen Aufruf zu einem verlängerbaren Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft ab dem 7. März veröffentlicht. „Die CGT-Verbände des öffentlichen Dienstes und des Verkehrs rufen (…) in allen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Körperschaften dazu auf, sich (…) zu versammeln, um den Streik in den Bereichen Müll- und Abfallsammlung, Müllsortierung und -aufbereitung ab dem 7. März und bis zur Rücknahme des Gesetzentwurfs vorzubereiten“, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Bisher ist die CGT die einzige Gewerkschaft, die einen solchen Aufruf veröffentlicht hat, aber die CGT hat beispielsweise in Paris die Mehrheit, sowohl bei den städtischen als auch bei den privaten Müllbetrieben. Die Müll- und Abfallbranche ist aufgeteilt zwischen dem öffentlichen Dienst, de…

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  • Umwelt: Mülldeponien in Meeresnähe werden vom steigenden Meeresspiegel bedroht

    Umwelt: Mülldeponien in Meeresnähe werden vom steigenden Meeresspiegel bedroht

    Durch die Erosion droht jedes Jahr Mülldeponien in Wassernähe die Überflutung. Frankreich reagiert, um eine drohende Verschmutzung der Umwelt zu verhindern.

    In Fouras (Charente-Maritime) sind schwere Maschinen auf einer Mülldeponie, die nur wenige Kilometer vom Ozean entfernt liegt, aktiv. Tonnen an Plastik, Metallen oder Asbest sollen in einigen Monaten verschwinden, denn die alte Deponie muss geräumt werden. Ziel der Arbeiten ist es, die Abfälle bis zum Sand abzutragen, da das Meer drohte den Müll von Jahrzehnten demnächst wegzuspülen.

    Der Strand hat sich in 60 Jahren um 50 Meter zurückgezogen.
    „Bei Flut kommt das Meer bis an die Kiesel heran. Das zu entgiftende Gelände liegt direkt dahinter. Bei einem Landverlust von einem Meter pro Jahr sehen Sie, dass die Frist sehr kurz ist“, sagt Sébastien Pueyo, Leiter der Abteilung für Technik und Küste der Charente-Maritime, auf dem Sender France 2. Die Küstenlinie hat in den letzten 60 Jahren aufgrund der Erosion tatsächlich 50 Meter verloren. Müll wurde freigesetzt, als das Wasser an der Küste knabberte. In fast 30 Jahren haben sich auf zwei Hektar Mülldeponie an der Küste bis zu 2,5 Meter Müll angesammelt. Der Müll wird jetzt sortiert, um möglichst viele Stoffe wiederzuverwerten.

  • Marseille: Müllmänner streiken gegen Reform des öffentlichen Dienstes

    Marseille: Müllmänner streiken gegen Reform des öffentlichen Dienstes

    Mit der Reform des öffentlichen Dienstes sollen die Arbeitszeiten verlängert werden. Um gegen diese Maßnahme zu protestieren, streiken die Müllmänner in der Region Aix-Marseille-Provence.

    Die Reform des öffentlichen Dienstes, die demnächst in Kraft treten soll, bringt die Müllmänner auf die Barrikaden. Sie wollen nicht, dass ihre Arbeitszeit verlängert wird. Deswegen traten sie in den Streik und lassen die Stadt Marseille (Bouches-du-Rhône) in Bergen von Abfällen versinken. Dies wiederum erregt den Zorn der Stadtbewohner, die den sich auftürmenden Müll leid sind.

    Verärgerte Einwohner
    „Es ist ein Skandal, es gibt riesige Ratten! Ich kann das nicht mit ansehen. Das ist ein Skandal“, schimpft ein Passant vor der Kamera von France 3. Ein Streik, der inzwischen seit vier Tagen andauert und den die Müllmänner anscheinend nicht beenden wollen. „Sie sagen, wir sind faul, wir arbeiten nur drei Stunden, aber kommen Sie und arbeiten Sie mit uns, Sie werden sehen“, klagte ein streikender Müllmann aus Marseille.