Schlagwort: Mohammed bin Salman

  • Frankreichs Justiz tastet sich an Riad heran

    Frankreichs Justiz tastet sich an Riad heran

    Die Entscheidung der französischen Justiz, eine gerichtliche Untersuchung zum Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi einzuleiten, ist weit mehr als ein juristischer Routinevorgang. Acht Jahre nach der Tötung des Regimekritikers im saudischen Konsulat in Istanbul erhält einer der folgenreichsten politischen Kriminalfälle der jüngeren Zeit neue Dynamik – diesmal in Europa. Dass nun ein Untersuchungsrichter in Paris mögliche Verantwortlichkeiten bis in die höchsten Ebenen des saudischen Machtapparates prüfen soll, verleiht dem Fall eine neue politische und diplomatische Dimension.

    Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Saudi-Arabien international weitgehend rehabilitiert scheint. Kronprinz Mohammed bin Salman, lange Zeit wegen des Falls Khashoggi isoliert, wird inzwischen wieder als zentraler geopolitischer Akteur behandelt – sei es im Kontext der Energiepolitik, regionaler Sicherheitsfragen oder milliardenschwerer Investitionsprojekte. Gerade deshalb besitzt die französische Entscheidung eine erhebliche Symbolkraft.

    Ein Mord, der die Welt erschütterte

    Jamal Khashoggi galt über Jahre als loyaler Insider des saudischen Establishments. Erst mit dem Aufstieg Mohammed bin Salmans entwickelte sich der Journalist zunehmend zu einem Kritiker des autoritärer werdenden Systems. In Kolumnen für die Washington Post warnte er vor der Repression gegen Dissidenten, der Ausschaltung innerer Machtzentren und der Konzentration politischer Kontrolle im Umfeld des Kronprinzen.

    Am 2. Oktober 2018 betrat Khashoggi das saudische Konsulat in Istanbul, um Dokumente für seine geplante Hochzeit abzuholen. Er verließ das Gebäude nie wieder. Türkische Ermittler kamen später zu dem Schluss, dass ein eigens aus Saudi-Arabien eingeflogenes Kommando den Journalisten im Konsulat ermordet, zerstückelt und seine Leiche verschwinden ließ. Bis heute wurde der Körper nicht gefunden.

    Die Brutalität des Verbrechens löste weltweit Empörung aus. Besonders brisant war dabei die Frage nach der politischen Verantwortung. Bereits 2021 gelangten amerikanische Geheimdienste zu der Einschätzung, dass die Operation auf höchster Ebene „genehmigt“ worden sei. Zwar bestritt Riad stets eine direkte Beteiligung des Kronprinzen, räumte jedoch ein, dass saudische Agenten verantwortlich gewesen seien.

    Die Rolle der französischen Justiz

    Der aktuelle Schritt in Frankreich geht auf mehrere Strafanzeigen zurück, die Menschenrechtsorganisationen seit 2022 eingereicht hatten. Darunter befinden sich unter anderem Reporters sans frontières (RSF), Trial International und Democracy for the Arab World Now – jene Organisation, die Khashoggi selbst kurz vor seinem Tod mitgegründet hatte.

    Die Kläger berufen sich auf das Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit. Dieses erlaubt nationalen Gerichten unter bestimmten Voraussetzungen, schwere internationale Verbrechen unabhängig vom Tatort oder der Staatsangehörigkeit der Beteiligten zu verfolgen. In Frankreich betrifft dies insbesondere Delikte wie Folter, erzwungenes Verschwindenlassen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Bemerkenswert ist vor allem die juristische Begründung der Pariser Berufungsrichter. Diese erklärten, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Mord Teil einer systematischen Repressionspolitik gegen saudische Oppositionelle gewesen sei. Damit öffnet sich theoretisch die Tür zu einer Einstufung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit – ein Schritt mit erheblicher politischer Tragweite.

    Die schwierige Frage der Immunität

    Ob es jemals zu einem Prozess kommen wird, bleibt allerdings offen. Die juristischen Hürden sind enorm. Zentral ist dabei die Frage der Immunität hochrangiger Staatsvertreter. Mohammed bin Salman ist faktisch der mächtigste Mann Saudi-Arabiens und de facto Regierungschef des Königreichs. Internationale Gerichte und nationale Justizsysteme tun sich traditionell schwer damit, aktive Staatsführer strafrechtlich zu verfolgen.

    Bereits 2022 hatte die amerikanische Regierung erklärt, Mohammed bin Salman genieße als Regierungschef Immunität vor US-Gerichten. Diese Entscheidung sorgte damals international für Kritik, weil Präsident Joe Biden im Wahlkampf noch angekündigt hatte, Saudi-Arabien wegen des Falls Khashoggi zum „Paria“ machen zu wollen.

    Auch Frankreich dürfte erheblichem diplomatischem Druck ausgesetzt sein. Paris pflegt enge wirtschaftliche und strategische Beziehungen zu Saudi-Arabien. Beide Staaten kooperieren in Energiefragen, bei Investitionen sowie in sicherheitspolitischen Dossiers des Nahen Ostens. Französische Rüstungskonzerne zählen zudem seit Jahren zu wichtigen Lieferanten des Königreichs.

    Europas Balance zwischen Werten und Interessen

    Der Fall offenbart erneut ein strukturelles Dilemma westlicher Demokratien: den Konflikt zwischen Menschenrechtsrhetorik und geopolitischen Interessen. Nach dem Mord an Khashoggi reagierten zahlreiche westliche Regierungen zunächst mit scharfer Kritik. Unternehmen boykottierten Investorenkonferenzen in Riad, Politiker mieden demonstrativ den Kontakt zum saudischen Kronprinzen.

    Doch dieser Zustand hielt nicht lange an. Spätestens mit der globalen Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gewann Saudi-Arabien als strategischer Partner wieder an Bedeutung. Hinzu kommt die zentrale Rolle Riads in regionalen Konflikten sowie bei internationalen Investitions- und Technologieprojekten.

    Die internationale Rückkehr Mohammed bin Salmans verlief daher bemerkenswert schnell. Staats- und Regierungschefs empfingen ihn erneut offiziell, Wirtschaftsdelegationen kehrten zurück, und selbst vormals kritische Staaten intensivierten die Zusammenarbeit. Menschenrechtsorganisationen werfen westlichen Regierungen seitdem vor, wirtschaftliche Interessen über rechtsstaatliche Prinzipien zu stellen.

    Gerade vor diesem Hintergrund besitzt die französische Entscheidung erhebliches Gewicht. Sie signalisiert zumindest, dass Teile des westlichen Rechtsstaats weiterhin bereit sind, die politische Verantwortung autoritärer Regime juristisch zu prüfen – auch wenn dies diplomatisch unbequem ist.

    Ein Präzedenzfall mit begrenzter Reichweite

    Die praktische Wirkung des Verfahrens könnte am Ende begrenzt bleiben. Selbst wenn französische Ermittler zu belastenden Ergebnissen gelangen sollten, wäre eine tatsächliche Strafverfolgung des saudischen Kronprinzen politisch und rechtlich äußerst schwierig. Wahrscheinlicher ist, dass das Verfahren vor allem symbolischen Charakter entfaltet.

    Doch Symbole spielen im internationalen Recht eine zentrale Rolle. Der Fall Pinochet Ende der 1990er Jahre zeigte bereits, dass nationale Gerichte unter Berufung auf universelle Gerichtsbarkeit internationale Machtstrukturen zumindest zeitweise erschüttern können. Auch damals galt die Vorstellung, ein ehemaliger Staatschef könne im Ausland juristisch belangt werden, lange als nahezu undenkbar.

    Im Fall Khashoggi könnte die französische Untersuchung vor allem dazu beitragen, die Erinnerung an das Verbrechen politisch wachzuhalten. Für autoritäre Regime besteht die eigentliche Gefahr häufig weniger in einer unmittelbaren Verurteilung als in der dauerhaften internationalen Delegitimierung.

    Die Entscheidung aus Paris markiert deshalb möglicherweise keinen juristischen Durchbruch, wohl aber eine politische Grenzziehung. Sie erinnert daran, dass selbst geopolitische Macht und wirtschaftliche Interessen die Frage individueller Verantwortung nicht vollständig verdrängen können. Gerade in einer Zeit, in der autoritäre Staaten weltweit an Einfluss gewinnen, besitzt diese Botschaft erhebliche Bedeutung.

    Von Andreas Brucker

  • Iran und USA: Wiederaufnahme der Friedensgespräche trotz widersprüchlicher Signale

    Iran und USA: Wiederaufnahme der Friedensgespräche trotz widersprüchlicher Signale

    Inmitten anhaltender geopolitischer Spannungen und einer brüchigen Waffenruhe stehen die Zeichen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran erneut auf Dialog. Vizepräsident JD Vance wird am Dienstag in Pakistan sein, um die zweite Runde der Friedensverhandlungen zu leiten. Diese Entwicklung folgt auf gemischte Signale beider Nationen hinsichtlich der Fortsetzung ihrer Gespräche. Während die iranischen Amtsträger öffentlich zurückhaltend über die Bestätigung weiterer Verhandlungen sind, deuteten private Äußerungen auf eine kommende Teilnahme hin.

    Die Rolle Pakistans als Vermittler in diesem Konflikt wird durch inländische Spannungen erschwert. Insbesondere die Minderheit der Schiiten in Pakistan, die tiefe spirituelle Verbindungen zum Iran hat, ist empört über die Tötung von Top-Klerikern des Irans durch US-israelische Angriffe. Diese innenpolitischen Unruhen könnten Pakistans Fähigkeit beeinflussen, als neutraler Vermittler zu agieren.

    Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Gespräche mit angehaltenem Atem, da eine dauerhafte Lösung des Konflikts wesentlich für die Stabilität der globalen Ölversorgung und der regionalen Sicherheit wäre. Analysten betonen die Wichtigkeit, diplomatische Kanäle offen zu halten und gleichzeitig realistische Erwartungen an das Ausmaß und die Geschwindigkeit diplomatischer Fortschritte zu haben.


    Saudi-Arabien: Von visionären Projekten zur pragmatischen Anpassung

    Saudi-Arabien, bekannt für seine ambitionierten Zukunftspläne unter der Vision 2030, die von Kronprinz Mohammed bin Salman initiiert wurden, steht vor neuen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein Jahrzehnt nach der Vorstellung dieser umfassenden Wirtschaftsreformen nimmt das Königreich eine Neubewertung seiner Strategien vor. Angesichts finanzieller Engpässe rückt nun ein pragmatischerer Ansatz in den Vordergrund.

    Der wirtschaftliche Druck ist besonders spürbar in den großangelegten Infrastruktur- und Modernisierungsprojekten, die nun unter verschärften Budgetrestriktionen leiden. Experten sehen diese pragmatische Wendung als notwendige Anpassung an geänderte globale und nationale Gegebenheiten, insbesondere an die reduzierten Einnahmen aus dem Ölexport, die durch schwankende Weltmarktpreise bedingt sind.

    Das Königreich steht jedoch auch vor der Herausforderung, seine jüngere Bevölkerung in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die Abhängigkeit vom Öl langfristig zu reduzieren. Die Anpassungen in der Vision 2030 könnten entscheidend sein, um die Wirtschaft Saudi-Arabiens widerstandsfähiger und diversifizierter zu gestalten, was letztlich auch die soziale Stabilität des Landes stärken wird.


    Weitere Nachrichten

    Javier Milei, Argentiniens rechtsgerichteter Präsident, hat die Inflation in den Griff bekommen und strebt nun tiefgreifende Veränderungen an.
    – die Ukraine setzt verstärkt auf Roboter im Krieg gegen Russland, um ihre Truppen zu schützen.
    – der Britischer Premierminister Keir Starmer kritisiert, im Unklaren gelassen worden zu sein hinsichtlich der Sicherheitsüberprüfungen von Peter Mandelson.
    – In Japan wurden Tsunami-Warnungen nach einem starken Erdbeben heruntergestuft.
    – Ein israelischer Soldat hat in Libanon eine Statue von Jesus beschädigt, wofür Premierminister Netanyahu sein Bedauern ausdrückte.
    Mexiko untersucht einen Unfall, bei dem zwei US-Beamten getötet wurden.
    Elon Musk ignoriert die Vorladung der französischen Staatsanwaltschaft, was zu einer Verschärfung der Situation von „X“ in Europa führen wird.
    – Ein kanadischer Tourist wurde bei Schüssen an Mexikos Pyramiden getötet, sechs Amerikaner verletzt.

    Christine Macha

  • „Business as usual?“ – Trumps Saudi-Strategie im Schatten des Interessenkonflikts

    „Business as usual?“ – Trumps Saudi-Strategie im Schatten des Interessenkonflikts

    Mit demonstrativer Nähe zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und milliardenschweren Investitionszusagen hat US-Präsident Donald Trump Mitte November ein starkes außenpolitisches Signal gesetzt. Doch während in Washington neue Rüstungs- und Wirtschaftsallianzen gefeiert werden, mehren sich die Stimmen, die eine problematische Vermischung von Amt und Privatinteressen befürchten. Im Zentrum der Kritik steht einmal mehr die Geschäftsstruktur der Trump-Familie – und die Frage, ob der Präsident sich tatsächlich aus unternehmerischen Aktivitäten herausgehalten hat.


    Ein Pakt mit Milliardenvolumen

    Der Staatsbesuch des saudischen Kronprinzen am 18. und 19. November wurde von Washingtoner Beobachtern bereits im Vorfeld als geopolitisch bedeutsam eingestuft. Tatsächlich nutzte Donald Trump die Bühne im Weißen Haus, um den Verbündeten am Golf als „major non-NATO ally“ hochzustufen – ein Status, der privilegierte militärische und wirtschaftliche Beziehungen ermöglicht. Zugleich kündigte die saudische Seite an, ihre Investitionen in die USA von derzeit rund 600 Milliarden auf fast eine Billion US-Dollar auszuweiten – eine Aufstockung, die als klares Bekenntnis zur Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten gewertet wurde.

    Ein zentraler Bestandteil der angekündigten Kooperationen sind US-Rüstungslieferungen, Infrastrukturprojekte sowie Digitalisierungsinitiativen, bei denen amerikanische Unternehmen eine führende Rolle übernehmen sollen. Es geht also nicht nur um symbolische Nähe, sondern um realwirtschaftliche Interessen in großem Maßstab – mit Auswirkungen auf Märkte, Arbeitsplätze und sicherheitspolitische Ausrichtungen.


    Die Trump-Organisation im Fokus

    Doch kaum war die Tinte unter den Absichtserklärungen trocken, wurden kritische Fragen laut. Denn laut Recherchen mehrerer US-Medien ist die Trump Organization – also das Konglomerat aus Hotels, Resorts und Immobilienprojekten der Präsidentenfamilie – in Saudi-Arabien weiterhin sehr aktiv. So existieren unter anderem Pläne für ein Luxus-Hotelprojekt in Jeddah, an dem Trump-nahestehende Unternehmen beteiligt sein sollen.

    Zwar beteuert der Präsident öffentlich, keine aktive Rolle mehr im operativen Geschäft zu spielen: „I have nothing to do with the family business. I have left“, erklärte er auf Nachfrage. Doch juristisch gesehen bleiben Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Beteiligungen bestehen – eine Tatsache, die das Risiko struktureller Interessenkonflikte nährt. Laut einem Bericht des US-Wirtschaftsportals Barron’s bleibt Donald Trump direkter Profiteur von Erträgen aus seinen Unternehmungen, auch wenn er formell keine Entscheidungen trifft.

    Gerade außenpolitische Entscheidungen, die Investitionssicherheit, politische Stabilität oder Marktöffnung betreffen, könnten somit auch indirekt den Unternehmenswert steigern. Die Trennlinie zwischen öffentlichem Amt und privatem Vorteil erscheint zumindest unscharf – eine Grauzone, die demokratische Kontrollmechanismen herausfordert.


    Demokratische Standards auf dem Prüfstand

    In der amerikanischen Verfassung sind Interessenkonflikte zwar nicht explizit im Detail geregelt, doch die sogenannte „Emoluments Clause“ (Art. I, § 9, cl. 8) untersagt es Regierungsbeamten, ohne Zustimmung des Kongresses Geschenke oder Vorteile von ausländischen Staaten anzunehmen. Zwar argumentieren Trump-Anwälte seit Jahren, dass geschäftliche Gewinne aus Hotelübernachtungen oder Investitionen davon nicht erfasst seien – doch dieser juristische Streitpunkt bleibt umstritten.

    Darüber hinaus steht die moralisch-politische Dimension im Raum: Kann ein Präsident glaubwürdig außenpolitische Entscheidungen treffen, wenn sein Familienunternehmen gleichzeitig von Partnerländern wirtschaftlich profitiert? Und wie wirkt sich das auf das Vertrauen in die Integrität der Regierungsführung aus?

    In früheren Fällen – etwa bei Joe Biden oder Hillary Clinton – wurde stets betont, dass wirtschaftliche Beziehungen der Familie streng vom Amt getrennt seien. Im Fall Trump jedoch scheint die Durchlässigkeit größer zu sein. Und selbst wenn formell kein Gesetz verletzt wurde, bleibt die politische Wahrnehmung problematisch.


    Saudi-Arabien als strategischer Partner trotz Kritik

    Bemerkenswert ist auch die geopolitische Stoßrichtung der Annäherung: Trotz internationaler Kritik an der Menschenrechtslage, insbesondere nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi, verfolgt Trump eine Linie enger Kooperation. Dabei setzt er wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen klar über normative Prinzipien – eine Haltung, die bereits in seiner ersten Amtszeit prägend war.

    Diese „Realpolitik“ steht in scharfem Kontrast zu Positionierungen der Europäischen Union, die im Umgang mit Saudi-Arabien stärker auf Menschenrechtsdialog und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit setzt. Auch Frankreich, Deutschland oder die Niederlande sind zunehmend vorsichtig in ihren Wirtschaftsbeziehungen zum Königreich – wenngleich auch dort Ölinteressen und Rüstungsaufträge eine ambivalente Rolle spielen.

    Trumps Strategie steht exemplarisch für eine außenpolitische Neuorientierung, in der persönliche, wirtschaftliche und nationale Interessen zunehmend ineinanderfließen – eine Entwicklung, die nicht nur die US-Demokratie herausfordert, sondern auch das Verhältnis des Westens zu autoritären Staaten neu definiert.


    Auch wenn Donald Trump öffentlich jede Verbindung zwischen seinen politischen Entscheidungen und geschäftlichen Interessen bestreitet, bleibt die strukturelle Nähe problematisch. Der Fall zeigt exemplarisch, wie schwierig es sein kann, in einem System ohne verpflichtende Offenlegungspflichten und mit schwachen Kontrollinstanzen für Präsidenten wirtschaftliche Transparenz durchzusetzen.

    Die öffentliche Debatte in den USA steht damit erneut vor der Frage, wie institutionelle Unabhängigkeit und demokratische Integrität gesichert werden können – besonders in einem politischen Klima, in dem wirtschaftlicher Erfolg und politischer Einfluss immer enger miteinander verflochten erscheinen. Die Lehren daraus reichen über die Vereinigten Staaten hinaus und betreffen auch Europa, wo ähnliche Fragen nach Lobbyismus, Transparenz und politischer Verantwortung immer wieder auftauchen.

    Autor: P. Tiko

  • US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat gestern mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das das Justizministerium dazu verpflichtet, sämtliche Akten zur Untersuchung des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein öffentlich zugänglich zu machen. Nur ein einziger Abgeordneter stimmte dagegen.

    Nur wenige Stunden später einigte sich der US-Senat darauf, das Gesetz sofort nach Eintreffen durchzuwinken und es direkt dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorzulegen. Donald Trump kündigte inzwischen an, das Gesetz zu unterzeichnen – obwohl er über Monate hinweg versucht hatte, es zu verhindern. Er vollzog diese Kehrtwende, als absehbar war, dass das Gesetz ohnehin verabschiedet werden würde.

    Trump lobt Kronprinz Mohammed bin Salman trotz Khashoggi-Mord

    Bei einem Treffen im Weißen Haus lobte Präsident Trump gestern den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) und wischte eine Journalistenfrage zur Ermordung und Zerstückelung des „Washington Post“-Kolumnisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 beiseite. „Es passieren eben Dinge“, sagte Trump.

    Der Besuch stellt eine bemerkenswerte diplomatische Kehrtwende für MBS dar. Seit dem Mord an Khashoggi durch saudische Agenten im Konsulat des Königreichs in Istanbul hatte der Kronprinz keinen US-Boden mehr betreten. Während der Amtszeit von Präsident Biden veröffentlichten die US-Geheimdienste einen Bericht, demzufolge MBS die Tötung selbst angeordnet hatte – doch direkte Konsequenzen gegen den saudischen Thronfolger blieben aus.

    Weitere Meldungen

    • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute bei einem Besuch in der Türkei einen neuen Anlauf für Friedensgespräche mit Russland unternehmen.
    • Laut mehreren informierten Quellen hat Donald Trump während seiner Präsidentschaft der CIA verdeckte Operationen in Venezuela genehmigt.
    • Google hat sein neues KI-Modell „Gemini 3“ vorgestellt und erhöht damit den Druck auf OpenAI und Anthropic im Wettlauf um technologische Vorherrschaft.
    • Hunderte Palästinenser aus dem Gazastreifen sind mit bislang nicht bekannten Flügen in Südafrika eingetroffen – zur völligen Überraschung der Regierung in Pretoria.

    P.Tiko

  • Selenskyj in Saudi-Arabien: Friedensgespräche und neue Militärhilfen

    Selenskyj in Saudi-Arabien: Friedensgespräche und neue Militärhilfen

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Montag in Saudi-Arabien eingetroffen. Sein Ziel: Ein Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman sowie Gespräche über mögliche Friedensverhandlungen und weitere militärische Unterstützung für die Ukraine.

    Parallel dazu findet am Dienstag in Riad ein wichtiges Treffen zwischen einer ukrainischen Delegation und Vertretern der USA statt. Allerdings wird es keine direkten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Russland geben – trotz früherer Spekulationen.

    „Die Ukraine will Frieden – Russland hält den Krieg am Leben“

    Kurz vor seinem Abflug nach Saudi-Arabien meldete sich Selenskyj auf Telegram zu Wort: „Die Ukraine sucht seit der ersten Sekunde des Krieges nach Frieden. Aber die einzige Ursache für die Fortsetzung des Krieges ist Russland.“

    Eine deutliche Botschaft, die zeigt, dass Kiew weiterhin auf diplomatische Lösungen setzt – allerdings unter der klaren Bedingung, dass Moskau seine Aggression beendet.

    USA bleiben außen vor – Fokus auf europäische Militärhilfe

    Entgegen ersten Berichten wird es keine direkten Verhandlungen zwischen den USA und Russland in Saudi-Arabien geben. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa stellte klar: „Es sind keine Gespräche zwischen Moskau und Washington geplant.“

    Das bedeutet aber nicht, dass die Ukraine auf neue Unterstützung verzichten muss. Selenskyj kündigte am Sonntagabend auf X (ehemals Twitter) weitere europäische Waffenlieferungen an.

    Besonders wichtig für Kiew: Die schnelle Lieferung von IRIS-T-Luftabwehrsystemen aus Deutschland. Zudem investieren die skandinavischen Länder und die baltischen Staaten verstärkt in die europäische Rüstungsproduktion, um die Ukraine weiter zu unterstützen.

    Europas Verteidigung muss unabhängiger werden

    Angesichts der unsicheren politischen Lage in den USA – insbesondere mit Blick auf eine mögliche Rückkehr von Donald Trump – wächst in Europa die Sorge um die eigene Verteidigungsfähigkeit.

    Der französische Hochkommissar für Planung, Clément Beaune, brachte es auf den Punkt: „Trump oder kein Trump, Ukraine oder keine Ukraine – Europa braucht eine eigene Verteidigung.“

    Sein Fazit: Die EU wird in den kommenden Monaten Milliarden zusätzlich in ihre militärische Unabhängigkeit investieren müssen.

    Saudi-Arabien als Vermittler?

    Dass Selenskyj ausgerechnet in Saudi-Arabien um Unterstützung wirbt, ist kein Zufall. Riad pflegt gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland.

    Die Frage bleibt: Kann Saudi-Arabien eine Rolle als Vermittler zwischen Kiew und Moskau spielen?

    Bisher gibt es keine Anzeichen für direkte russisch-ukrainische Gespräche – doch Selenskyjs Besuch zeigt, dass die diplomatischen Bemühungen nicht nachlassen.

    Ob das Königreich in der Lage ist, die festgefahrene Lage zu lösen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Ukraine sucht weiterhin internationale Unterstützung – sei es für die Verteidigung oder den Frieden.

    Von C. Hatty

  • Misstrauensvotum: Macron zwischen Saudi-Arabien und der Regierungskrise

    Misstrauensvotum: Macron zwischen Saudi-Arabien und der Regierungskrise

    Während Premierminister Michel Barnier am Dienstag, dem 3. Dezember, auf den Hauptnachrichtensendungen von TF1 und France 2 zu sehen sein wird, spitzt sich die politische Lage in Frankreich zu. Die Debatte und Abstimmung über die von La France insoumise (LFI) und dem Rassemblement national (RN) eingereichten Misstrauensanträge steht bevor. Gleichzeitig verfolgt Präsident Emmanuel Macron die Krise aus der Ferne – von seiner 48-stündigen Staatsvisite in Saudi-Arabien aus. Ein Präsident zwischen zwei WeltenDie Bilder könnten kaum widersprüchlicher sein: Während Barnier versucht, seine Regierung vor einem Sturz zu bewahren, wird Macron in Saudi-Arabien mit Staatsprotokoll und königlichem Prunk empfangen. Salutschüsse, eine Ehreneskorte auf Pferden und eine Limousine markieren den Beginn seines Aufenthalts. Offiziell dient die Reise dem Ausbau internationaler Partnerschaften und der Förderung französischer Unternehmen – doch die politische Krise in Paris lässt sich nicht ignorieren. „Macron…

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  • Staatsbesuch in Saudi-Arabien: Emmanuel Macron und Mohammed bin Salman wollen Partnerschaft stärken

    Staatsbesuch in Saudi-Arabien: Emmanuel Macron und Mohammed bin Salman wollen Partnerschaft stärken

    Vom 2. bis 4. Dezember wird der französische Präsident Emmanuel Macron zu einem Staatsbesuch nach Saudi-Arabien reisen. Der Besuch erfolgt auf Einladung des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) und soll die bilateralen Beziehungen zwischen Frankreich und dem Königreich auf eine neue Ebene heben. Laut einer Mitteilung des Élysée-Palastes zielt die Reise darauf ab, die Zusammenarbeit in strategischen Bereichen wie Verteidigung, Sicherheit, Energiewende und technologischer Konnektivität zu vertiefen. Ein Zeichen verstärkter Zusammenarbeit Frankreich und Saudi-Arabien unterhalten seit Jahrzehnten eine enge Partnerschaft, doch der Staatsbesuch Macrons signalisiert eine Intensivierung dieser Beziehung. „Diese Reise ist eine Gelegenheit, die Partnerschaft zwischen Frankreich und Saudi-Arabien weiter zu stärken“, heißt es in der Erklärung des Élysée. Insbesondere in Zeiten geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sowie wachsender globaler Herausforderungen wie Klimawandel und…

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  • Kronprinz von Saudi-Arabien beginnt offiziellen Besuch in Frankreich

    Kronprinz von Saudi-Arabien beginnt offiziellen Besuch in Frankreich

    Der saudische Staatschef, Mohammed bin Salman, wird am Freitag mit Emmanuel Macron zusammentreffen. Die Ukraine und der „neue globale Finanzpakt“ werden auf der Tagesordnung stehen. Der mächtige Kronprinz von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman, traf am Mittwoch, dem 14. Juni, in Frankreich ein, um mit dem französischen Präsidenten zu sprechen. Macron versucht, die Schwellenländer davon zu überzeugen, die russische Invasion in der Ukraine zu verurteilen und seinen „neuen globalen Finanzpakt“ zu unterstützen. Emmanuel Macron wird den Führer des reichen Ölkönigreichs am Freitag bei einem Arbeitsessen im Elysée-Palast empfangen. Neben den bilateralen Beziehungen werden die beiden Männer „insbesondere den Krieg in der Ukraine und seine Folgen für den Rest der Welt“ ansprechen, wie die französische Präsidentschaft erklärte. Der Prinz wird am 22. und 23. Juni am Gipfeltreffen für einen neuen globalen Finanzpakt in Paris teilnehmen, wie der saudische Königspalast in einer Erklärung zu diesem „…

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  • Macron begrüßt den umstrittenen saudischen Kronprinzen mit einem langen Händedruck im Élysée-Palast

    Macron begrüßt den umstrittenen saudischen Kronprinzen mit einem langen Händedruck im Élysée-Palast

    Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßte am Donnerstagabend den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman mit einem langen Händedruck. Menschenrechtsaktivisten sind verärgert, da der Kronprinz vor weniger als vier Jahren der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi beschuldigt wurde. Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßte am Donnerstag, dem 28. Juli, den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, der trotz der Proteste von Menschenrechtsaktivisten zu einem Arbeitsessen in den Elysée-Palast eingeladen war, mit einem langen Händedruck.

    Es war der erste Besuch des Kronprinzen seit der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vor weniger als vier Jahren in Europa. Weniger als zwei Wochen nach dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Saudi-Arabien, der die Rückkehr des Kronprinzen, genannt MBS, auf die internationale Bühne vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der steigenden Energiepreise v…

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