Schlagwort: Meurthe-et-Moselle

  • Leichtes Erdbeben in den Vogesen bis nach Haute-Saône spürbar

    Leichtes Erdbeben in den Vogesen bis nach Haute-Saône spürbar

    Ein Erdbeben der Stärke 3,7 hat am Donnerstagabend zahlreiche Menschen im Nordosten Frankreichs aufgeschreckt. Die Erschütterung ereignete sich am 13. August um 22.39 Uhr im Westen des Départements Vogesen. Das Epizentrum lag zwischen den Gemeinden Sauville und Robécourt in einer Tiefe von rund 17 Kilometern. Obwohl das Beben vergleichsweise schwach ausfiel, nahmen viele Bewohner die Erschütterung deutlich wahr.

    Die Erdstöße waren in weiten Teilen der Region zu spüren. Meldungen gingen nicht nur aus den Vogesen ein, sondern auch aus den Départements Meurthe-et-Moselle und Meuse. Selbst in der Haute-Saône berichteten Einwohner aus den Gebieten um Vesoul, Fougerolles und Port-sur-Saône von den Auswirkungen. Viele beschrieben ein kurzes Zittern des Bodens, ein dumpfes Grollen oder leicht vibrierende Möbel. Für manche dauerte das Ereignis nur wenige Sekunden – dennoch reichte es aus, um zahlreiche Menschen aus ihrer Abendruhe aufzuschrecken.

    Nach bisherigem Stand entstanden weder Sachschäden noch gab es Verletzte. Die Behörden erhielten zwar zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen aus der Bevölkerung, Hinweise auf beschädigte Gebäude oder andere größere Folgen liegen jedoch nicht vor. Erdbeben dieser Größenordnung gelten als schwach bis mäßig. Sie fallen häufig deutlich auf, verursachen jedoch in der Regel keine nennenswerten Schäden an Bauwerken.

    Die Vogesen und der Nordosten Frankreichs zählen seit Langem zu den Regionen mit einer regelmäßigen, wenn auch überwiegend geringen seismischen Aktivität. Kleinere Erschütterungen treten dort immer wieder auf, ohne größere Folgen nach sich zu ziehen. Beben mit einer Magnitude von 3,7 gehören zwar nicht zum Alltag, stellen in dieser geologisch aktiven Zone jedoch keine außergewöhnliche Seltenheit dar.

    Fachleute beobachten die seismische Aktivität in der Region kontinuierlich. Solche Ereignisse liefern wertvolle Erkenntnisse über die geologischen Prozesse im Untergrund und tragen dazu bei, das Verständnis der natürlichen Bewegungen der Erdkruste zu verbessern. Für die Bevölkerung besteht nach dem aktuellen Kenntnisstand kein Anlass zur Sorge. Das jüngste Erdbeben erinnert dennoch daran, dass selbst in Frankreich Regionen existieren, in denen leichte Erschütterungen jederzeit auftreten können.

    Daniel Ivers

  • Wenn der Asphalt schmilzt: Frankreichs Straßen geraten an ihre Belastungsgrenze

    Wenn der Asphalt schmilzt: Frankreichs Straßen geraten an ihre Belastungsgrenze

    Die anhaltenden Hitzewellen hinterlassen in Frankreich längst nicht mehr nur verdorrte Felder, ausgetrocknete Flussbetten und überhitzte Innenstädte. Auch das Straßennetz leidet sichtbar unter den außergewöhnlichen Temperaturen. Erreicht das Thermometer Werte von knapp 40 Grad, heizt sich die Fahrbahn vielerorts auf mehr als 60 Grad auf. Der Asphalt verliert an Festigkeit, beginnt sich zu verformen und bleibt im Extremfall sogar an den Reifen vorbeifahrender Fahrzeuge haften.

    Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Ressuage“. Dabei tritt das im Straßenbelag enthaltene Bitumen an die Oberfläche. Die Fahrbahn glänzt plötzlich, verliert an Griffigkeit und entwickelt sich vor allem für Motorrad- und Radfahrer zu einer ernstzunehmenden Gefahrenquelle. Gleichzeitig entstehen unter der Last von Autos und Lastwagen Spurrillen, Wellen oder sogar Aufwerfungen, die den Verkehr zusätzlich erschweren.

    Besonders deutlich zeigte sich das Problem im Département Meurthe-et-Moselle. Auf der Départementstraße D138 bei Lunéville musste ein rund sechseinhalb Kilometer langer Abschnitt vorübergehend gesperrt werden. Die Fahrbahndecke war erst kurze Zeit zuvor erneuert worden, hielt den extremen Temperaturen jedoch nicht stand. Messungen ergaben Oberflächentemperaturen von bis zu 62 Grad. Das Bindemittel wurde so weich, dass vorbeifahrende Fahrzeuge Teile des Belags mit ihren Reifen herausrissen. Aus einer frisch sanierten Straße entstand innerhalb weniger Stunden eine klebrige und teilweise unbefahrbare Fahrbahn.

    Solche Vorfälle bleiben längst keine Ausnahme mehr. In zahlreichen Départements kontrollieren Straßenmeistereien besonders gefährdete Strecken inzwischen deutlich häufiger. Betroffen sind ältere Straßen ebenso wie Abschnitte, deren Oberfläche erst kürzlich erneuert wurde. Die Verantwortlichen reagieren mit provisorischen Maßnahmen, um größere Schäden und Unfälle zu vermeiden.

    Eine der schnellsten Lösungen besteht darin, feinen Splitt oder Sand auf die betroffenen Fahrbahnen aufzubringen. Das Material bindet das austretende Bitumen, reduziert das Festkleben an den Reifen und verbessert vorübergehend die Haftung. Ganz ohne Nachteile funktioniert ist Methode allerdings nicht. Lose Steinchen können gegen Fahrzeuge geschleudert werden oder für Zweiräder ein zusätzliches Risiko darstellen. Deshalb gelten auf solchen Strecken häufig niedrigere Tempolimits. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, bleibt oft nur eine vollständige Sperrung der Straße.

    Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Reparaturarbeiten lassen sich während extremer Hitze kaum durchführen. Frisch eingebaute Asphaltdecken benötigen geeignete Temperaturen, um dauerhaft auszuhärten. Hält die Hitzewelle über mehrere Tage an, verschieben sich Baustellen und notwendige Instandsetzungen. Das bringt Baupläne durcheinander und erhöht den Druck auf die ohnehin stark beanspruchten Straßenmeistereien.

    Dass Asphalt bei großer Hitze weich wird, gilt übrigens nicht als Hinweis auf schlechte Bauqualität. Straßenbeläge entstehen stets abgestimmt auf die klimatischen Bedingungen einer Region. In Frankreich mussten sie traditionell Frost, Regen und starken Temperaturschwankungen standhalten. Härtere Asphaltmischungen verkraften hohe Sommertemperaturen zwar besser, neigen im Winter jedoch eher zu Rissen. Weichere Mischungen bleiben bei Kälte elastischer, erreichen während außergewöhnlicher Hitzewellen jedoch schneller ihre Belastungsgrenze.

    Genau hier zeigt sich eine der Folgen des Klimawandels. Temperaturen, die früher als selten galten, treten inzwischen regelmäßig auf. Das stellt eine Infrastruktur vor neue Herausforderungen, deren Planung jahrzehntelang auf anderen klimatischen Voraussetzungen beruhte.

    Eine vollständige Erneuerung des französischen Straßennetzes mit hitzebeständigeren Belägen wäre weder kurzfristig noch finanziell realistisch. Dennoch rücken neue Asphaltmischungen, reflektierende Oberflächen und begrünte Straßenräume zunehmend in den Fokus. Solche Maßnahmen können die Aufheizung der Fahrbahn verringern und ihre Lebensdauer verlängern. Für viele Départements bedeutet das allerdings zusätzliche Investitionen, obwohl vielerorts bereits erheblicher Sanierungsbedarf besteht.

    Die schmelzenden Straßen verdeutlichen eindrucksvoll, dass die Folgen der Erderwärmung längst im Alltag angekommen sind. Was früher als außergewöhnliches Sommerphänomen galt, entwickelt sich zunehmend zu einer dauerhaften Herausforderung für Verkehr, Infrastruktur und öffentliche Haushalte.

    Autor: C.H.

  • Tödlicher Brand in Lothringen: Sechs Festnahmen nach Feuerdrama von Neuves-Maisons

    Tödlicher Brand in Lothringen: Sechs Festnahmen nach Feuerdrama von Neuves-Maisons

    Es war eine dieser Nächte, nach denen eine Stadt nicht mehr dieselbe ist. In den frühen Morgenstunden des 30. November stand in Neuves-Maisons, südlich von Nancy, ein Wohnhaus in Flammen. Fünf Menschen starben. Wochen später rücken nun die Hintergründe dieses Verbrechens scharf ins Licht. Wie die Staatsanwaltschaft von Nancy mitteilte, wurden im Zuge der Ermittlungen inzwischen sechs Personen festgenommen, darunter drei Minderjährige. Der Vorwurf wiegt schwer: vorsätzliche Brandstiftung mit Todesfolge. Ein Delikt, das im französischen Strafrecht mit lebenslanger Haft bedroht ist. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen die Verdächtigen einen bezahlten Auftrag angenommen haben, das Haus in Brand zu setzen. Ziel des Anschlags war offenbar ein 22-jähriger Mann, der als einziger Bewohner überlebte, weil er sich zum Zeitpunkt des Feuers nicht in der Wohnung aufhielt. Er war kurz zuvor aus der Haft entlassen worden und soll Schulden im Drogenmilieu gehabt haben. Ein Motiv, das kalt klingt un…

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  • Neuves-Maisons im Schockzustand – Der tödliche Brand wurde absichtlich gelegt

    Neuves-Maisons im Schockzustand – Der tödliche Brand wurde absichtlich gelegt

    Es war eine jener Nächte, in denen alles stillzustehen scheint – der 29. auf den 30. November in Neuves-Maisons, einer kleinen Gemeinde in der Meurthe-et-Moselle. Und doch wurde aus dieser Stille ein infernalisches Grauen, das fünf Leben forderte. Drei von ihnen waren kaum erwachsen: 16, 18, 20 Jahre alt. Ihre Zukunft – ausgelöscht in einer Flammenhölle, die nicht etwa durch Unglück entstand, sondern durch gezielten Vorsatz. „C’est l’effroi qui l’emporte“ – der Schrecken überwiegt alles, sagt Pascal Schneider, der Bürgermeister, mit bebender Stimme im Interview mit franceinfo. Es ist keine Phrase, sondern der Aufschrei eines Mannes, der seine Gemeinde kennt. Der weiß, wie sehr dieser Verlust nicht nur Familien trifft, sondern ein ganzes Gefüge. In einer Stadt wie Neuves-Maisons, wo Nachbarn noch wissen, wer nebenan wohnt, ist ein solcher Brand kein isoliertes Ereignis – er hinterlässt ein Loch. Die Feuerwehr war schnell vor Ort. Routiniert, entschlossen. Doch gegen das, was sich hinter…

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  • Flammen in der Nacht – Eine Gemeinde steht unter Schock

    Flammen in der Nacht – Eine Gemeinde steht unter Schock

    Neuves-Maisons, eine kleine Stadt nahe Nancy, zählt gerade einmal 7.000 Seelen. Ein Ort, wo man sich kennt, wo die Nachbarschaft noch etwas bedeutet. Genau hier hat sich in der Nacht zum 30. November eine Tragödie ereignet, die die Gemeinde zutiefst erschüttert hat. Nach einer Party geht ein Wohnhaus in Flammen auf – fünf Menschen sterben. Ein Ehepaar, ihr 16-jähriger Sohn und zwei junge Freunde der Familie. Es ist 3 Uhr morgens, als das Feuer ausbricht. Noch liegt Dunkelheit über dem Viertel, die Straßen sind still. Was sich in den folgenden Minuten abspielt, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ein Haus, in dem bis vor Kurzem noch gelebt und gelacht wurde, ist nun eine Ruine. Als die Feuerwehr eintrifft – rund 70 Einsatzkräfte mit 40 Fahrzeugen – steht das Gebäude bereits in Vollbrand. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Doch so schnell sie auch sind, so geübt ihr Eingreifen: Sie kommen zu spät. Fünf Menschen finden in den Flammen den Tod. Nur der älteste Sohn der Familie überlebt…

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  • Schneegestöber im November: Der frühe Winter lockt Ausflügler in die Vogesen

    Schneegestöber im November: Der frühe Winter lockt Ausflügler in die Vogesen

    Ein weißer Schleier hat sich über Gérardmer gelegt – mitten im November. Die Vogesen zeigen sich in festlichem Kleid, Wochen vor Weihnachten. Und mit dem ersten Schnee beginnt ein Schauspiel, das Jahr für Jahr dieselbe Wirkung entfaltet: Die Menschen strömen hinaus.

    Was für die einen ein Verkehrsproblem ist, bedeutet für die anderen pure Vorfreude. Schon frühmorgens ziehen die Schneepflüge ihre Bahnen durch die Straßen der Kleinstadt, gefolgt von Nachbarn mit Schneeschaufeln – und breitem Grinsen im Gesicht.

    „Das macht was mit den Leuten“, sagt eine Anwohnerin, während sie ihre Einfahrt vom frischen Schnee befreit. „Oft sieht man sich kaum – aber wenn Schnee fällt, trifft man sich beim Schneeschippen.“ Ein einfacher Satz, der viel verrät über den sozialen Kitt, den Schnee manchmal liefern kann.

    Etwa fünf Zentimeter sind in der Nacht gefallen. Und das ist erst der Anfang.

    Weiße Pracht statt Novembergrau

    Nicht nur in den Vogesen, auch in weiten Teilen Frankreichs sorgt das Winterwetter für Aufsehen. Von den Alpen bis zur Normandie melden mehr als 50 Départements Schneefall oder Glätte. Météo-France hat entsprechende Warnungen ausgegeben – nicht ohne Grund. Die Straßenverhältnisse ändern sich von Stunde zu Stunde.

    Doch in Gérardmer überwiegt die Freude. Besonders unter jenen, die lange auf genau diesen Moment gewartet haben. „Endlich!“, sagt ein junger Mann, der mit seinem Van aus Meurthe-et-Moselle angereist ist. „Bei uns in der Nähe von Nancy ist noch alles grün.“ Kaum war Schnee in der Wetterprognose angesagt, hat er kurzerhand Rucksack, Schneeschuhe und Thermoskanne gepackt – und ist losgefahren.

    Wanderlust auf Schneeschuhen

    Zehn Zentimeter Schnee reichen zwar noch nicht für den Skibetrieb – aber für erste Touren durch den Winterwald allemal. „Wir haben nur darauf gewartet“, erzählt ein Pärchen, das auf Schneeschuhen durch den frischen Pulverschnee stapft. „Als wir gehört haben, dass Schnee fällt, war klar: Wir schnappen uns den Bus und sind weg!“

    Diese spontane Schneeliebe zeigt, wie stark das Bedürfnis nach Natur, Bewegung und einer kleinen Flucht aus dem Alltag ist. Gerade wenn die Tage kürzer werden, ist ein bisschen Wintermärchen willkommener Ausgleich zur grauen Routine.

    Nicht alle tanzen im Schnee

    Trotz der Begeisterung gibt es auch skeptische Stimmen. „Für meinen Geschmack kommt der Winter etwas zu früh“, sagt ein älterer Herr und zieht seine Jacke enger. „Ein paar Wochen mehr Herbst wären mir lieber gewesen.“ Und tatsächlich – im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich der erste Schneefall diesmal früher eingestellt.

    Ob das ein Vorbote für einen langen Winter ist? Niemand weiß es. Aber manche hoffen genau darauf. „Ich wünsche mir einfach mal wieder eine richtige Saison“, meint eine Anwohnerin und blickt erwartungsvoll in den Himmel.

    Ein ganz eigener Zauber

    Was macht diesen frühen Schneefall so besonders?

    Vielleicht ist es der Überraschungseffekt. Der Kontrast zwischen goldenem Herbstlaub und frischem Schnee. Oder das Kindliche, das plötzlich wieder in einem auflebt, wenn die Welt unter einer weißen Decke verschwindet.

    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Schnee heute nicht mehr selbstverständlich ist. Klimawandel, Temperaturrekorde, trockene Winter – all das nagt am Bild vom klassischen Winter. Wenn dann doch mal Schneeflocken fallen, ist das fast schon ein Ereignis.

    Vorsicht ist trotzdem geboten

    So schön der erste Schnee auch ist – er bringt Herausforderungen mit sich. Glatte Straßen, eingeschränkte Sicht und plötzlich auftretende Frostperioden können riskant sein. Die Behörden mahnen zur Vorsicht, insbesondere in höher gelegenen Regionen. Wer ins Gebirge fährt, sollte passende Ausrüstung und Winterreifen mitbringen – ganz gleich, wie romantisch die weiße Landschaft wirkt.

    Die gute Nachricht: Laut Prognosen bleibt das winterliche Wetter mindestens bis zum Wochenende bestehen. In Gérardmer und Umgebung heißt das: Noch ein paar Tage Winteridylle, bevor vielleicht wieder Tauwetter einsetzt.

    Der erste Schnee – mehr als nur Wetter

    Die ersten Schneeflocken haben eine besondere Kraft. Sie stoppen den Alltag, bringen Menschen zusammen, schaffen Erinnerungen – ob beim Schneeschippen mit dem Nachbarn, bei einer spontanen Tour mit Schneeschuhen oder beim stillen Blick aus dem Fenster.

    Was bleibt? Vielleicht die Erkenntnis, dass Wetter mehr ist als ein Naturphänomen. Es beeinflusst Stimmungen, weckt Erwartungen – und macht selbst den trübsten Novembertag zu etwas Besonderem.

    Autor: C.H.

  • Unwetter im Anmarsch – Moselle und Meurthe-et-Moselle unter Unwetterwarnung

    Unwetter im Anmarsch – Moselle und Meurthe-et-Moselle unter Unwetterwarnung

    Der Himmel über dem Nordosten Frankreichs zieht sich zusammen. Was bislang nach spätsommerlicher Ruhe aussah, droht sich am Abend des 8. Septembers in ein gefährliches Schauspiel zu verwandeln. Météo-France hat die Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle in die Vigilance orange, die zweithöchste Warnstufe, versetzt – wegen heftiger Regenfälle und möglicher Überschwemmungen.

    Ab 21 Uhr soll es losgehen.


    Wenn der Regen nicht mehr aufhört

    „Eine sehr aktive Regen- und Gewitterstörung“, heißt es im nüchternen Französisch der Meteorologen, werde ab dem späten Abend über die Region hinwegziehen. Was das bedeutet? Regen. Viel Regen. Und das in erstaunlich kurzer Zeit.

    Lokal können bereits zu Beginn der Gewitter zwischen 15 und 30 Liter fallen – innerhalb weniger Minuten. Das klingt technisch. Übersetzt bedeutet es: Die Kanalisation könnte überfordert sein, Keller volllaufen, Straßen sich in Bäche verwandeln.

    Und das ist erst der Anfang.


    Die kritische Nacht

    In der zweiten Nachthälfte dreht die Wetterlage richtig auf. Die Gewitter sind nicht in Bewegung, sie bleiben stehen, schwenken, wirbeln – und regnen sich aus. Die Niederschlagsmengen, die in wenigen Stunden erwartet werden, sind beachtlich: 40 bis 60 Liter, teils sogar bis zu 80 Liter. Und auf bestimmten Abschnitten – vor allem im Westen der Moselle und im Norden der Meurthe-et-Moselle – könnten es sogar mehr als 80 Liter werden.

    Wer das geografisch einordnen will: Das ist mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Monatsniederschlags – in einer einzigen Nacht.


    Warnstufe Orange – was heißt das?

    Vigilance orange heißt nicht „Panik“. Aber es heißt: sehr ernst nehmen.

    Laut Météo-France sind erhebliche Störungen im Alltag zu erwarten – von Sichtbehinderungen im Straßenverkehr bis hin zu überfluteten Kellern, blockierten Straßen und möglichen Schäden an der Infrastruktur. Wer kann, sollte auf Fahrten verzichten, sich von Ufern und tiefer gelegenen Gebieten fernhalten und höher gelegene Zufluchtsorte kennen.

    Nicht in den Keller gehen, keine überfluteten Wege betreten, keine Risiken eingehen – das sind keine übertriebenen Ratschläge, sondern konkrete Handlungsempfehlungen für diese Nacht.


    Und morgen?

    Noch ist unklar, ob die Lage bis in den Morgen andauert oder sich im Laufe der Nacht wieder beruhigt. Météo-France hat die Warnung zunächst bis Dienstag, 6 Uhr früh, ausgesprochen. Danach wird neu bewertet.

    Doch eines ist sicher: Die Nacht vom 8. auf den 9. September wird in Moselle und Meurthe-et-Moselle nicht ruhig verlaufen.


    Klimawandel oder Normalität?

    Natürlich gibt es immer mal wieder Starkregen – das ist kein Novum. Aber die Häufung solcher Ereignisse, ihre Intensität, ihre Unberechenbarkeit: All das lässt Fragen aufkommen. Ist das noch normales Wetter – oder schon ein neues Kapitel im Buch des Klimawandels?

    Gerade Regionen wie Lothringen, mit ihrer Mischung aus Städten, ländlichen Gegenden und Flusstälern, reagieren empfindlich auf solche Wetterextreme. Und die Infrastruktur – sei es Kanalisation oder Verkehrsnetz – ist darauf nicht immer ausgelegt.


    Fazit: Türen zu, Augen offen

    Was also tun? Informiert bleiben. Ruhe bewahren. Vorsorgen.

    Wer in den betroffenen Regionen lebt oder unterwegs ist, sollte sich regelmäßig über die Lage informieren – etwa über die Apps von Météo-France, lokale Nachrichten oder offizielle Warnsysteme. Das Handy aufgeladen, Taschenlampe griffbereit, Wertsachen in Sicherheit – all das kann im Zweifel den Unterschied machen.

    Und wer ohnehin zuhause ist, der tut gut daran, dort zu bleiben.

    Denn heute Nacht hat das Wetter das letzte Wort.

    Autor: C.H.

  • Raserei auf zwei Rädern: Gendarm bei nächtlichem Motorrad-Rodéo in Neuves-Maisons schwer verletzt

    Raserei auf zwei Rädern: Gendarm bei nächtlichem Motorrad-Rodéo in Neuves-Maisons schwer verletzt

    Die Stille des Freitagabends in Neuves-Maisons wurde am 16. Mai 2025 gegen 21:30 Uhr jäh durchbrochen – und zwar nicht von einem gewöhnlichen Motorenlärm, sondern von der Gewalt eines urbanen Dramas. Ein 24-jähriger Gendarm wurde bei einem Einsatz gegen einen gefährlichen Motorradfahrer schwer verletzt. Der Vorfall: eine erschütternde Mischung aus Rücksichtslosigkeit, Flucht und blanker Gewalt. Was war passiert? Der Gendarm hatte versucht, einen Motorradfahrer zu stoppen, der durch riskante Fahrmanöver auffiel – vermutlich Teil eines illegalen Straßenrennens. Der Fahrer, anfangs noch zögerlich, beschleunigte plötzlich und rammte den Beamten mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 50 km/h frontal. Der junge Gendarm wurde zu Boden geschleudert, erlitt schwere Frakturen am Bein und musste notoperiert werden. Lebensgefahr bestand keine, doch allein die Schwere der Verletzungen spricht Bände über die Brutalität der Tat.

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  • Olley: Ein Dorf geht in Flammen auf – zumindest im Namen

    Olley: Ein Dorf geht in Flammen auf – zumindest im Namen

    Die kleine Gemeinde Olley im Departement Meurthe-et-Moselle hat endlich das, was ihr seit fast tausend Jahren gefehlt hat: einen offiziellen Namen für ihre Einwohner. Nach einem kreativen und historischen Prozess, bei dem die Dorfgemeinschaft ihre Identität reflektierte, dürfen die rund 230 Bewohner sich nun stolz die „Culs brûlés“ nennen – zu Deutsch „Die Verbrannten Hintern“. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Namen? Eine Reise in die Vergangenheit – und ein mutiger Name Die Wahl eines „Gentilé“, also eines offiziellen Namens für die Bewohner, klingt erstmal nach einem Detail, das die Welt nicht verändern wird. Doch für die Einwohner von Olley bedeutet es weit mehr – eine Anerkennung ihrer Geschichte und ihrer Gemeinschaft. Denn die Bezeichnung „Culs brûlés“ ist nicht willkürlich gewählt, sondern tief verwurzelt in der Vergangenheit des Dorfes. Im Mittelalter war Olley für die Herstellung von Lampenöl bekannt. Diese Öle wurden in einfachen Ton- und Metallgefäßen erhitzt, oft so …

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