Schlagwort: Météo France

  • Gewitterfront über dem Südwesten – Frankreich blickt nervös zum Himmel

    Gewitterfront über dem Südwesten – Frankreich blickt nervös zum Himmel

    Der Himmel über dem französischen Südwesten zieht sich zusammen wie ein schwerer Vorhang vor einer Bühne. Was am Sonntagmorgen noch nach einem gewöhnlichen Frühlingstag aussah, könnte sich am Nachmittag in ein meteorologisches Schauspiel verwandeln, das vielerorts ungemütlich endet. Acht Départements stehen seit Sonntag unter orangefarbener Unwetterwarnung. Betroffen sind unter anderem die Pyrénées-Atlantiques, die Haute-Garonne und das Tarn-et-Garonne.

    Solche Warnstufen verteilt der Wetterdienst nicht aus einer Laune heraus. Dahinter steckt ein Szenario, das Meteorologen nur zu gut kennen — und das dennoch jedes Mal seine eigene Dynamik entfaltet.

    Warme, feuchte Luft hat sich in den vergangenen Tagen über dem Südwesten gestaut. Gleichzeitig schiebt sich kühlere Atlantikluft ins Landesinnere. Treffen diese Luftmassen aufeinander, gerät die Atmosphäre regelrecht ins Brodeln. Gewaltige Quellwolken wachsen binnen kurzer Zeit mehrere Kilometer in die Höhe. Diese dunklen Türme aus Wasserdampf und Energie tragen einen Namen, der fast harmlos klingt: Cumulonimbus. Doch genau diese Wolken bringen häufig Hagel, Blitzschläge und Sturmböen mit sich.

    Besonders heikel wirkt diesmal die langsame Zuggeschwindigkeit der Gewitterzellen. Bleibt ein Unwetter nahezu an Ort und Stelle hängen, entladen sich enorme Wassermengen innerhalb kürzester Zeit. Straßen verwandeln sich dann in kleine Flüsse, Kanalisationen geraten an ihre Grenzen, Keller laufen voll. Wer einmal erlebt hat, wie binnen zehn Minuten aus einem ruhigen Dorfplatz ein brauner Wasserstrom wird, vergisst dieses Bild nicht mehr so schnell.

    Auch die Topografie verschärft die Lage. In den Vorgebirgen der Pyrenäen oder rund um die Höhenlagen des Zentralmassivs wirken Täler und Hänge wie Verstärker für Starkregen. Dort sammeln sich Wassermassen besonders rasch. Genau deshalb beobachten Einsatzkräfte und Behörden die Entwicklung mit wachsender Aufmerksamkeit.

    Die Bewohner der Region kennen solche Wetterumschwünge durchaus. Zwischen Frühling und Spätsommer gehören Gewitter fast schon zum Inventar des Südwestens. Trotzdem bleibt jedes Ereignis ein kleines Risiko-Lotto. Manche Orte bekommen nur ein paar kräftige Schauer ab, wenige Kilometer weiter knicken Bäume um oder Dächer verlieren Ziegel. Tja — das Wetter spielt manchmal seine ganz eigene Partie.

    Neben Starkregen rechnen Meteorologen lokal mit Windböen von bis zu 100 Stundenkilometern. Hinzu kommt intensive Blitzaktivität. Besonders auf freiem Feld oder in Waldgebieten steigt dann die Gefahr deutlich an. Viele Gemeinden rufen deshalb zur Vorsicht auf, ohne Panik zu verbreiten. Genau darin liegt die Kunst solcher Warnungen: aufmerksam bleiben, aber nicht verrückt machen lassen.

    Gleichzeitig werfen solche Episoden erneut Fragen zum Klimawandel auf. Einzelne Gewitter lassen zwar keine direkten Rückschlüsse zu, doch Fachleute beobachten seit Jahren eine zunehmende Energie in der Atmosphäre. Wärmere Luft speichert mehr Feuchtigkeit — und genau diese zusätzliche Energie entlädt sich häufig in extremeren Wetterlagen.

    Der Sonntag dürfte also für viele Menschen im Südwesten mit einem prüfenden Blick zum Himmel enden. Zwischen dunklen Wolkenfronten, flackernden Blitzen und plötzlich aufkommendem Wind erinnert die Natur daran, wie schnell sich ein friedlicher Frühlingstag drehen kann.

    Autor: C.H.

  • Ein Monat Regen in nur 24 Stunden: Sarthe und Mayenne kämpfen gegen Wassermassen

    Ein Monat Regen in nur 24 Stunden: Sarthe und Mayenne kämpfen gegen Wassermassen

    Noch vor wenigen Tagen wirkte der Frühling im Nordwesten Frankreichs fast wie aus dem Bilderbuch. Viel Sonne, ungewöhnlich trockene Böden, milde Temperaturen — viele Menschen hatten bereits den Eindruck, der Sommer klopfe viel zu früh an die Tür. Doch dann kam der Wetterumschwung mit voller Wucht.

    Innerhalb weniger Stunden verwandelten sich die Départements Sarthe und Mayenne in eine riesige Regenzone. Meteorologen sprachen örtlich von Niederschlagsmengen, die normalerweise erst nach drei bis vier Wochen erreicht werden. Straßen glänzten im Dauerregen, Gräben liefen über, kleine Bäche schwollen sichtbar an. Der Himmel hing tief und grau über der Region — eher November als Mai.

    Météo-France reagierte schnell und stellte beide Départements unter orangefarbene Unwetterwarnung wegen Starkregens und Überschwemmungsgefahr. Zwischen 40 und 60 Millimeter Regen wurden innerhalb eines Tages erwartet. Teilweise fielen binnen nur drei Stunden bis zu 15 Millimeter Wasser vom Himmel. Klingt technisch, hat aber enorme Auswirkungen: Der Boden schafft es irgendwann schlicht nicht mehr, zusätzliche Wassermassen aufzunehmen.

    Genau das passierte rund um Le Mans und Laval.

    Besonders tückisch an der Lage: Es handelte sich nicht um kurze, brutale Gewitterzellen wie häufig im Mittelmeerraum. Stattdessen zog sich der Regen über viele Stunden hinweg. Kein spektakuläres Donnern, kein apokalyptischer Sturm — sondern ein gleichmäßiger, zäher Dauerregen. Fast unspektakulär. Und gerade deshalb gefährlich.

    Denn solche Wetterlagen wirken wie ein langsam überlaufendes Waschbecken.

    Die Böden in vielen ländlichen Gebieten waren nach vorherigen Regenfällen bereits feucht. Mit jeder weiteren Stunde stieg das Risiko von Überflutungen. Kleine Nebenstraßen verschwanden teilweise unter Wasser, Feuerwehr und Einsatzkräfte beobachteten kritische Bereiche aufmerksam. Vielerorts standen Landwirte kopfschüttelnd an ihren Feldern. Vor wenigen Wochen sorgte Trockenheit für Sorgenfalten — nun drohte plötzlich zu viel Wasser.

    Der Auslöser für diese Wetterlage liegt in einer sogenannten „Kaltlufttropfen“-Situation über der Iberischen Halbinsel und Frankreich. Diese Konstellation pumpt feuchte Luftmassen Richtung Norden und sorgt seit Tagen für instabiles Wetter im ganzen Land. Mal Sonne, dann wieder Schauer, Gewitter und kräftiger Regen. Frankreich erlebt derzeit meteorologisch eine echte Achterbahnfahrt.

    Und genau darin steckt eine Entwicklung, die Klimaforscher seit Jahren beobachten.

    Nicht unbedingt die Gesamtmenge des Regens verändert sich dramatisch — sondern dessen Verteilung. Längere trockene Phasen wechseln sich zunehmend mit extrem konzentrierten Niederschlägen ab. Infrastruktur, Kanalisation und Böden geraten dadurch schneller an ihre Grenzen. Was früher über Wochen verteilt fiel, prasselt heute manchmal innerhalb weniger Stunden herunter. Tja, das haut selbst robuste Regionen irgendwann aus den Gummistiefeln.

    Am Mittwochmorgen konnte die orangefarbene Warnstufe zwar aufgehoben werden, Entwarnung gab es dennoch nicht vollständig. Sarthe und Mayenne blieben unter gelber Beobachtung, denn gesättigte Böden reagieren empfindlich auf jeden weiteren Regenschauer. Auch in den kommenden Tagen rechnen Meteorologen mit wechselhaftem Wetter, frischen Temperaturen und weiteren Schauern.

    Der Frühling 2026 zeigt damit eindrucksvoll, wie schnell sich Wetterextreme inzwischen zuspitzen können — selbst in Regionen, die lange als vergleichsweise ruhig galten.

    Von C. Hatty

  • Wenn der Schnee trügt – Warum die Gendarmerie vom Tiefschneefahren dringend abrät

    Wenn der Schnee trügt – Warum die Gendarmerie vom Tiefschneefahren dringend abrät

    Die Berge wirken friedlich in diesen Januartagen. Sonne über frisch verschneiten Hängen, Postkartenwetter in den Alpen. Doch dieser Eindruck täuscht. Nach einem tödlichen Wochenende mit sechs Lawinenopfern warnt die Berggendarmerie eindringlich vor riskanten Abfahrten abseits der gesicherten Pisten.

    Der Peloton de gendarmerie de haute montagne der Savoie spricht eine ungewöhnlich klare Empfehlung aus: In den kommenden Tagen solle auf Skifahren im freien Gelände dringend verzichtet werden. Fünf Menschen kamen am Wochenende allein in der Savoie ums Leben, ein weiterer Skifahrer starb in der Haute-Savoie. Die Lawinengefahr bleibt hoch, vielerorts gilt Stufe vier von fünf, wie Météo France meldet – in großen Teilen der nördlichen Alpen ebenso wie in den Pyrenäen.

    „Sobald man das gesicherte Skigebiet verlässt, setzt man sich einem realen Risiko aus“, sagt der Kommandant der Hochgebirgsgendarmerie. Ein Satz, der nüchtern klingt, aber schwer wiegt. Denn Lawinen treffen nicht nur jene, die sie auslösen. Jede Rettungsaktion bringt eine ganze Kette von Helfern in Gefahr – von den Pistenrettern bis zu den Spezialisten der Bergwacht. Ein Einsatz im instabilen Gelände bleibt immer ein Spiel mit Sekunden und mit Leben.

    Besonders tückisch: das Wetter. Die Sonne, die viele Wintersportler auf die Hänge lockt, verschärft die Lage. Durch Erwärmung kann sich die Schneedecke lösen, spontane Lawinenabgänge sind möglich. Der Berg, so sagen erfahrene Alpinisten, vergisst nichts und verzeiht wenig. Oder anders gesagt: Er hat keinen Humor.

    Am Sonntag allein rückte die Berggendarmerie zu 13 Einsätzen aus. Ermittlungen laufen, um die genauen Ursachen der Lawinenabgänge zu klären. Doch eines steht schon jetzt fest. Erfahrung, Ausrüstung und Information entscheiden über Sicherheit – und manchmal über Leben und Tod. Wer dennoch ins freie Gelände möchte, sollte Profis konsultieren, idealerweise Bergführer oder Skilehrer. Alles andere grenzt an Leichtsinn. Klingt hart, ist aber so.

    Die Berge laufen nicht weg. Der nächste sichere Tag kommt bestimmt.

    Von Daniel Ivers

  • Wenn der Winter zuschlägt – 26 französische Départements im Griff von Schnee und Eis

    Wenn der Winter zuschlägt – 26 französische Départements im Griff von Schnee und Eis

    Der Winter zeigt in Frankreich sein raues Gesicht. Schnee, Eis und klirrende Kälte haben den Westen, den Norden und das Herz des Landes erreicht – mit einer Wucht, die selbst abgebrühte Pendler kurz innehalten lässt. Wer an diesem Montag unterwegs ist, spürt: Das hier ist kein harmloser Wintergruß, sondern eine Wetterlage, die Aufmerksamkeit fordert.

    Von der Atlantikküste bis in den Großraum Paris zieht sich ein breites Band aus Schneefall und Glätte. Météo-France spricht von teils kräftigen Schneefällen, die sich von der Bretagne über die Normandie bis ins Bassin parisien erstrecken. Auch die Pays de la Loire und das frühere Poitou-Charentes geraten ins Visier der Wetterdienste. Lokal, so die Prognosen, können bis zu 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Fünfzehn Zentimeter – das klingt nach Winterromantik, bedeutet auf den Straßen jedoch Stress pur.

    26 Départements stehen an diesem 5. Januar unter Warnstufe Orange. Die Liste liest sich wie ein Atlas des französischen Westens und Nordens: Calvados, Charente-Maritime, Côtes-d’Armor, Eure, Eure-et-Loir, Finistère, Ille-et-Vilaine, Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Manche, Mayenne, Morbihan, Oise, Orne, Paris, Sarthe, Seine-Maritime, Seine-et-Marne, Val-de-Marne, Val-d’Oise, Yvelines, Deux-Sèvres, Vendée, Essonne, Hauts-de-Seine und Seine-Saint-Denis. Eine geografische Schneise, die Millionen Menschen betrifft – und ihren Alltag für Stunden, vielleicht Tage, aus dem Takt bringt.

    Die Warnung der Behörden klingt nüchtern, ist aber eindeutig. Vorsicht bei allen Wegen, heißt es. Wer nicht unbedingt raus muss, bleibt besser drinnen. Wer fahren muss, plant Zeit ein, viel Zeit. Denn der Schnee fällt nicht nur am Tag. In der Nacht von Montag auf Dienstag droht die nächste Falle: kräftige Bodenfröste. Der frisch gefallene Schnee friert an, verwandelt Nebenstraßen in Rutschbahnen und Hauptachsen in Geduldsproben. Bis in den Dienstagmorgen hinein bleiben die Verkehrsbedingungen heikel – ein Wort, das hier mehr ist als eine Floskel.

    Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Meteorologen halten eine Ausweitung der Warnstufe für möglich, insbesondere in Richtung Hauts-de-France. Dort könnte der Winter ebenfalls nachlegen. Wer glaubt, der Schnee bleibe brav im Westen, dürfte sich täuschen.

    Besonders spürbar sind die Folgen für Familien. In mehreren Départements wurde der Schülertransport vorsorglich ausgesetzt. Betroffen sind unter anderem die Manche, die Seine-Maritime, die Eure, der Calvados und die Orne sowie in der Bretagne Ille-et-Vilaine, das Finistère und die Côtes-d’Armor. Schulbusse bleiben in den Depots, Kinder am Küchentisch. Für viele Eltern bedeutet das Improvisation am Montagmorgen – Homeoffice, Großeltern, Nachbarn. Man kennt das, aber schön ist anders.

    Auch der Güterverkehr gerät ins Stocken. In der Normandie wurden die kommerziellen Buslinien in vier der fünf betroffenen Départements eingestellt. In der Bretagne geht man noch einen Schritt weiter. In Ille-et-Vilaine wird der Verkehr für Lastwagen über 7,5 Tonnen auf bestimmten Achsen eingeschränkt. Ein klarer Schnitt, der die Sicherheit erhöhen soll, zugleich aber Lieferketten unterbricht. Supermärkte, Baustellen, Logistikzentren – sie alle spüren, wie fragil der reibungslose Ablauf im Winter sein kann.

    Schnee hat in Frankreich immer auch eine emotionale Komponente. In Paris zaubert er für einen Moment Stille in eine sonst rastlose Stadt. Reifen knirschen, Schritte werden vorsichtiger, der Boulevard wirkt plötzlich entschleunigt. Gleichzeitig reicht ein einziger liegengebliebener Bus, um den Verkehr lahmzulegen. Romantik und Realität prallen aufeinander, wie so oft.

    Meteorologisch betrachtet ist die Lage kein Jahrhundertereignis, aber auch kein gewöhnlicher Wintertag. Die Kombination aus feuchter Luft, sinkenden Temperaturen und flächigem Niederschlag sorgt für diese unangenehme Mischung aus Schnee und Eis. Für die Einsatzkräfte bedeutet das Dauereinsatz, für Kommunen Salzverbrauch im Akkord, für Autofahrer eine Geduldsprüfung. Und ja, das ist so ein Tag, an dem man sich denkt: Hätte ich doch die Bahn genommen – wenn sie denn fährt.

    Der Blick richtet sich nun auf die kommenden Stunden. Bleiben die prognostizierten Mengen stabil, oder legt das Tief noch einen drauf? Die Wetterdienste beobachten die Entwicklung engmaschig. Für die Bevölkerung gilt vor allem eines: Gelassenheit. Nicht jeder Weg ist heute nötig, nicht jede Abkürzung klug. Winter fordert Anpassung, und manchmal auch Verzicht. Klingt banal, rettet aber Nerven – und Blech.

    Am Ende dieses winterlichen Tages wird der Schnee schmelzen, das Eis verschwinden, der Alltag zurückkehren. Doch für ein paar Stunden hält der Winter Frankreich fest im Griff. Und erinnert daran, dass selbst in einem hochentwickelten Land ein paar Zentimeter Schnee reichen, um das große Räderwerk langsamer drehen zu lassen. Tja, so ist das eben im Januar.

    Von C. Hatty

  • Wetteralarm auf Korsika: Gewitterwarnung für Sonntagnachmittag

    Wetteralarm auf Korsika: Gewitterwarnung für Sonntagnachmittag

    Die Insel der Schönheit zeigt sich heute von ihrer launischen Seite. Korsika wurde für Sonntag, den 11. Mai, von Météo France unter gelbe Wetterwarnung wegen Gewittern gestellt. Zwischen 13 und mindestens 19 Uhr ist mit unbeständigem und potenziell gefährlichem Wetter zu rechnen – betroffen ist die gesamte Insel.

    Und wer Korsika kennt, weiß: Wenn hier die Elemente toben, sollte man besser auf der Hut sein.

    Wetterchaos in zwei Akten

    Im Westen – genauer gesagt im Pumonti – zieht sich der Himmel zuerst zu. Schon am Morgen hängen die Wolken über den Deux-Sevi, das Gebirge versteckt sich in einem grauen Schleier. Ab Mittag gibt es dann erste Schauer, und die könnten ordentlich krachen. Die erwartete Niederschlagsmenge liegt bei maximal 5 Litern – das klingt nach wenig, kann in bergigem Gelände aber schnell zu Problemen führen.

    Im Osten, dem Cismonti, trifft es vor allem die Balagne, das Gebiet rund um Bastia sowie das Inselinnere. Schon ab dem späten Vormittag kündigen sich hier Gewitter an. Sie bleiben den Nachmittag über bestehen – Schauer sind quasi überall möglich. Die Schneefallgrenze liegt übrigens bei 2400 Metern, für Bergwanderer ein klares Signal, heute lieber eine Pause einzulegen.

    Doch Entwarnung ist in Sicht: Am frühen Abend soll sich die Lage beruhigen, zumindest laut den aktuellen Prognosen.

    Nicht dramatisch – aber tückisch

    „Gelb“ klingt harmlos, doch unterschätzen sollte man das nicht. Denn gerade auf Korsika, wo viele Wege unbefestigt sind, Schluchten sich schnell mit Wasser füllen und Stromleitungen freiliegen können, bergen auch gemäßigte Wetterlagen Gefahren.

    Auf Korsika gibt es Tage, an denen sich blitzschnell Unwetter zusammenbrauten – wie aus dem Nichts, so scheint es. Genau deshalb raten die Behörden zur Vorsicht.

    Was jetzt wichtig ist

    Wer heute auf Korsika unterwegs ist, sollte folgende Hinweise beherzigen:

    • Keine Spaziergänge entlang von Flüssen oder in der Nähe von Staudämmen.
    • Keine Ausflüge in die Berge oder in bewaldetes Gelände – auch wenn’s nur ein kurzer Trip sein soll.
    • Das Auto? Besser nicht auf überschwemmungsgefährdeten Wegen abstellen. Und auf keinen Fall überflutete Fahrbahnen durch- oder überqueren – weder zu Fuß noch am Steuer.
    • Meiden Sie Bäume als Unterschlupf – sie sind bei Gewittern keine Freunde.
    • Hören Sie auf die Sicherheitsmedlungen und folgen Sie eingerichteten Umleitungen.

    Ein kleiner, aber wichtiger Tipp: Bleiben Sie über lokale Radiosender wie France Bleu RCFM und France 3 Corse ViaStella informiert. Auch die Website vigilance.meteofrance.com liefert stets aktuelle Daten.

    Ein Tag für zu Hause

    Vielleicht ist das heute einfach der perfekte Tag für ein gutes Buch, einen heißen Kaffee und den Blick aus dem Fenster. Wer weiß, vielleicht zeigt sich der korsische Himmel zum Sonnenuntergang ja doch noch einmal von seiner goldenen Seite.

    Von M.A.B.

  • Hitzerekord am 1. Mai: Paris ächzte unter fast 30 Grad – was bedeutet das für die Stadt der Zukunft?

    Hitzerekord am 1. Mai: Paris ächzte unter fast 30 Grad – was bedeutet das für die Stadt der Zukunft?

    Am 1. Mai 2025 verwandelte sich Paris in einen Glutofen. Mit gemessenen 29,4 °C im Park Montsouris stellte die Hauptstadt einen neuen Temperaturrekord für diesen Feiertag auf – seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1873 war es nie so heiß am Tag der Arbeit. Für viele war das Wetter ein Grund zur Freude: Sonne, Freizeit, blühende Parks. Doch hinter dem wolkenlosen Himmel verbirgt sich ein ernstes Warnsignal – eines, das weit über diesen Frühlingstag hinausreicht.

    Hitzestress statt Frühlingsgefühle

    Was nach einem Sommertag im Mai klingt, war für viele Pariserinnen und Pariser eine echte Belastung. Vor allem in den oberen Stockwerken der Stadt, wo sich die Hitze unter Zinkdächern staut, wurde das Wohnen zur Tortur. Stéphane Oliveira, Krankenpflegestudent im sechsten Stock, kennt das Problem nur zu gut: „Abends hat meine Wohnung dieselbe Temperatur wie mittags. Ich kann weder lernen noch schlafen. Es ist wie in einem Backofen – und das Anfang Mai!“

    Sein Schicksal teilen viele. Denn Paris ist – wie so viele Altstädte – nicht für Temperaturen jenseits der 30 Grad gebaut. Die Gebäude sind oft schlecht isoliert, Klimaanlagen eine Seltenheit, und die dichte Bebauung lässt nur wenig Luft durch die Straßen zirkulieren.

    Asphalt, Ziegel, Zink: Die Stadt als Wärmespeicher

    Die Pariser Innenstadt verwandelt sich bei Hitze schnell in ein sogenanntes „Urban Heat Island“, eine städtische Wärmeinsel. Asphalt und Beton speichern die Sonnenwärme über Stunden, Dächer und Fassaden geben sie nur langsam wieder ab – und selbst nachts sinkt die Temperatur oft nicht unter die 20-Grad-Marke.

    An heißen Tagen ist es in Paris bis zu 10 Grad wärmer als im Umland – ein gravierender Unterschied, der sich auf Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität auswirkt.

    Parks werden zur Rettungsoase

    Entsprechend strömten die Menschen am 1. Mai in Scharen in die Parks: Jardin du Luxembourg, Buttes-Chaumont, Bois de Boulogne – sie alle waren voll. Die Ufer der Seine boten ein wenig Kühlung, doch auch hier fehlte oft der Schatten. Es war ein Feiertag im Zeichen der Hitze – mit Sonnenbrille, Wasserflasche und Suche nach einem kühlen Plätzchen.

    Dass solche „Fluchtpunkte“ immer wichtiger werden, zeigt der zunehmende Bedarf nach städtischem Grün. Parks sind längst mehr als nur Freizeitorte – sie sind Teil der Klimaanpassung.

    Ein einmaliger Ausrutscher – oder ein Vorgeschmack?

    Météo France kündigt für das Wochenende Abkühlung an. Die Temperaturen sollen sogar unter das saisonale Mittel sinken – eine Atempause. Doch die Entwicklung der letzten Jahre spricht eine klare Sprache: Hitzewellen beginnen früher, dauern länger und sind intensiver.

    Der Klimawandel macht auch vor den gemäßigten Zonen nicht halt. Paris hat in den letzten Jahrzehnten durchschnittlich über ein Grad Celsius dazugewonnen – das klingt wenig, verändert aber spürbar das Stadtklima.

    Was tun, wenn die Stadt zu heiß wird?

    Die Stadtverwaltung arbeitet seit Jahren an Anpassungsstrategien: mehr Bäume, grüne Fassaden, reflektierende Straßenbeläge, kühlere Schulhöfe, Entsiegelung von Plätzen. Doch vieles geht langsam – oft zu langsam, wie Kritiker meinen.

    Gleichzeitig steigt der Druck: Immer mehr Menschen leben in Städten, und immer mehr Hitzetage belasten vor allem Alte, Kranke und Menschen mit geringem Einkommen. Die Debatte über eine „klimafeste Stadt“ ist längst keine akademische mehr – sie betrifft das tägliche Leben.

    Ein Feiertag als Weckruf?

    So wurde dieser 1. Mai, der eigentlich im Zeichen des Protests und der Solidarität steht, zu einem Spiegel der Klimarealität. Ja, es war ein schöner Tag. Aber auch ein lauter Ruf danach, Städte wie Paris zukunftsfähig zu machen. Nicht irgendwann – sondern jetzt.

    Catherine H.