Schlagwort: Marseille

  • Marseille will E-Tretroller verbannen – Ein städtisches Experiment am Ende?

    Marseille will E-Tretroller verbannen – Ein städtisches Experiment am Ende?

    Die Tage der frei nutzbaren E-Trottinettes in Marseille scheinen gezählt: Bürgermeister Benoît Payan kündigte an, die laufenden Verträge mit den Anbietern Voi und Lime nicht zu verlängern. Sollte er 2026 wiedergewählt werden, wolle er dem laut ihm „unzumutbaren Zustand“ ein Ende setzen. Damit steht die Mittelmeermetropole exemplarisch für eine größere Debatte: Wie viel Platz sollen neue urbane Mobilitätsformen in europäischen Städten künftig noch einnehmen?


    Zwischen Hoffnung und Frustration: das Versprechen der Mikromobilität

    Als E-Trottinettes ab 2018 in europäischen Städten auftauchten, galten sie vielen als Hoffnungsträger der urbanen Verkehrswende. Schnell, emissionsfrei und flexibel – so lautete das Versprechen. Auch in Marseille wurden die kleinen Fahrzeuge ab 2019 zunächst als willkommene Ergänzung zum oft überlasteten Nahverkehr gesehen. Die Anbieter Voi und Lime positionierten sich als moderne Dienstleister für eine junge, umweltbewusste Generation.

    Doch mit der Popularität kamen die Probleme: rücksichtslos abgestellte Fahrzeuge, blockierte Gehwege, Unfälle, Lärmbelästigung. In Marseille, wo der öffentliche Raum ohnehin durch enge Gassen und touristische Massen beansprucht wird, eskalierte die Situation sichtbar. Die Bilder umgekippter oder in den Vieux-Port geworfener Trottinettes wurden zum Symbol einer aus dem Ruder gelaufenen Liberalisierung.


    Payans Kampfansage: „Es reicht“

    Bürgermeister Benoît Payan, seit 2020 im Amt, hat sich bereits mehrfach kritisch zur städtischen Ordnung und Sauberkeit geäußert. Nun verschärft er den Ton gegenüber den Trottinette-Betreibern: „Das ist das letzte Mal, dass sie eine Lizenz bekommen haben“, erklärte er im Interview mit dem Regionalsender ICI Provence. Damit kündigt er faktisch an, die bestehenden Verträge nach ihrem Auslaufen im Oktober 2027 nicht mehr zu erneuern – vorausgesetzt, er bleibt im Amt.

    Payan begründet den Schritt mit einer Reihe gescheiterter Regulierungsversuche. So habe die Stadt dedizierte Parkflächen gefordert, eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h sowie eine technische Begrenzung des Fahrens auf Fahrbahnen statt Gehwegen. Die Reaktionen der Betreiber bezeichnete er als unzureichend – nun sollen Konsequenzen folgen.


    Marseille folgt einem europäischen Trend

    Marseille ist nicht die erste Großstadt, die E-Trottinettes in Frage stellt. Paris votierte 2023 per Bürgerentscheid für ein vollständiges Verbot der frei verfügbaren E-Trottinettes – ebenfalls nach Jahren von Beschwerden über Sicherheitsrisiken und mangelnde Rücksichtnahme. Auch in anderen Städten wie Amsterdam, Barcelona oder London wurden die Regeln verschärft oder Pilotprojekte beendet.

    Diese Maßnahmen zeigen: Die anfangs als „disruptiv“ gefeierte Mobilitätsinnovation trifft zunehmend auf die Realitäten urbaner Governance. Während Anbieter auf Flexibilität und Eigenverantwortung der Nutzer setzen, pochen viele Kommunen auf Ordnung, Sicherheit und Flächengerechtigkeit. Der öffentliche Raum wird dabei zum Schauplatz eines tiefer liegenden Interessenkonflikts zwischen Privatunternehmen, Stadtpolitik und Bürgerschaft.


    Eigenes Gerät bleibt erlaubt – ein differenzierter Ansatz?

    Interessanterweise zieht Payan nicht alle E-Trottinettes über einen Kamm. Während der Verleihbetrieb untersagt werden soll, sollen privat genutzte Fahrzeuge weiterhin erlaubt bleiben. Er lobt die Sorgfalt privater Nutzer, die ihre Geräte pfleglicher behandeln und seltener zu Gefahrensituationen beitrügen. Damit unterscheidet sich Marseille von Paris, wo 2023 auch private E-Trottinettes stärker ins Visier der Ordnungspolitik gerieten.

    Dieser differenzierte Ansatz signalisiert zweierlei: einerseits eine politische Abgrenzung gegenüber kommerziellen Plattformen, andererseits ein Eingeständnis, dass Mikromobilität in gewissem Rahmen ihren Platz in der Stadt behalten darf – sofern sie in die städtische Ordnung passt.


    In Marseille steht ein lokaler Konflikt symbolisch für ein europäisches Dilemma. Die Idee der Mikromobilität ist nicht gescheitert – aber sie befindet sich in einer kritischen Phase der Anpassung an städtische Realitäten. Wenn sich Betreiber und Kommunen nicht auf tragfähige Formen der Koexistenz einigen, drohen weitere Rückzüge wie jener in Marseille. Das Experiment der frei verfügbaren Trottinettes könnte dann als Episode enden – eine Fußnote im Ringen um die Stadt der Zukunft.

    Autor: P. Tiko

  • Marseille und der Mythos von den „12 Polizeiautos“

    Marseille und der Mythos von den „12 Polizeiautos“

    Warum populistische Zuspitzungen das Sicherheitsproblem in Frankreichs zweitgrößter Stadt verzerren Wenn es um die Sicherheit in Marseille geht, ist die Versuchung groß, mit dramatischen Zahlen zu operieren. So erklärte Benoît Payan, der sozialistische Bürgermeister der Stadt, in einer öffentlichen Debatte sinngemäß, dass in den Nächten „nur 40 Polizisten und 12 Fahrzeuge der Police nationale“ zur Verfügung stünden – eine Aussage, die landesweit für Aufsehen sorgte und vielfach aufgegriffen wurde. Doch eine nähere Analyse zeigt: Diese Darstellung ist faktisch unhaltbar und verzerrt das Bild der realen Sicherheitslage in der Mittelmeermetropole erheblich. Sicherheitskräfte in beachtlicher Stärke Tatsächlich weist Marseille eine der höchsten Polizeidichten des Landes auf. Laut einem Bericht der französischen Cour des comptes vom Oktober 2024 sind rund 4 100 Polizeikräfte der Police nationale in der Stadt stationiert. Diese Zahl umfasst sämtliche Dienste – von der uniformierten Sicherheit…

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  • Wenn ein Spiel zur Anklage wird

    Wenn ein Spiel zur Anklage wird

    Wie Marseilles Anwälte mit einem fiktiven Brettspiel auf die Krise der Familiengerichtsbarkeit aufmerksam machen Am 13. Januar 2026 präsentierte der Anwaltsverband von Marseille eine ungewöhnliche Protestaktion: ein erfundenes Gesellschaftsspiel mit dem schlichten Titel Divorce. Die Spielschachtel erinnert an ein klassisches Brettspiel für die ganze Familie – doch was sich darin verbirgt, ist ein ebenso ironisches wie bitteres Abbild der Realität. In grellen Farben und mit zugespitzten Kartenmotiven macht das Spiel auf die massiven strukturellen Defizite im französischen Justizwesen aufmerksam – insbesondere im Bereich der Familiengerichtsbarkeit. Mit dieser Aktion schlägt die Anwaltschaft Alarm: Die Dauer familienrechtlicher Verfahren hat vielerorts ein Maß erreicht, das für Betroffene zur psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Belastung wird.

    Ein Spiel mit Ernstcharakter Divorce ist keine käufliche Ware, sondern eine medienwirksame Parodie. Karten wie „Verlegte Anhörung“, „Schla…

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  • Sicherheitsnotstand am Mittelmeer: Marseilles Bürgermeister fordert mehr Engagement des Staates

    Sicherheitsnotstand am Mittelmeer: Marseilles Bürgermeister fordert mehr Engagement des Staates

    Der sozialistische Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan, schlägt Alarm: In einem Interview mit franceinfo beklagt er den eklatanten Mangel an nationalen Polizeikräften in seiner Stadt – und fordert eine grundlegende sicherheitspolitische Wende. Die kommunale Ebene, so Payan, könne die staatliche Verantwortung nicht länger auffangen. Der Fall Marseille wirft ein grelles Licht auf strukturelle Schwächen des französischen Sicherheitsapparats – und auf die tieferliegenden Widersprüche zwischen Zentralstaat und Metropolen. Marseille, die zweitgrößte Stadt Frankreichs und Tor zum Mittelmeer, steht seit Jahren unter Druck. Die Kombination aus sozialer Marginalisierung, hoher Arbeitslosigkeit, rivalisierenden Drogenbanden und einer angespannten Sicherheitslage hat das Stadtbild geprägt. Zwar gehört Gewalt in Marseille nicht erst seit gestern zum Alltag, doch die jüngsten Entwicklungen – gezielte Schießereien, Angriffe auf kritische Infrastruktur, wie zuletzt das Orange-Netzwerk im Stadtte…

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  • Kommentar: Schüsse statt Lösungen – Marseille und die bequeme Illusion der Repression

    Kommentar: Schüsse statt Lösungen – Marseille und die bequeme Illusion der Repression

    Irgendwann, liebe Verantwortliche, müsste dieser Moment doch kommen. Dieser eine Augenblick, in dem man innehält, tief durchatmet und sich eingesteht, dass etwas fundamental schiefläuft. Nicht ein bisschen. Nicht aus Versehen. Sondern krachend, systematisch, seit Jahren. Doch stattdessen zählen wir weiter Einschusslöcher, als wären sie bloß statistische Unschärfen im Sicherheitsbericht.

    Wieder Schüsse. Wieder nachts. Wieder Marseille. Wieder dieses Viertel, dessen Name in Aktenordnern und Polizeiberichten längst schwerer wiegt als im Stadtplan: Saint-Mauront. Ein Stadtteil, der inzwischen mehr über die staatliche Hilflosigkeit erzählt als jede Sonntagsrede. Und mittendrin ein Bürogebäude von Orange, tausend Arbeitsplätze, Glasfassade, Besprechungsraum – jetzt mit Kugelloch. Modernes Frankreich, Version 2026.

    Man stelle sich das kurz vor. Da gehen Menschen morgens zur Arbeit, Laptop unterm Arm, Kaffee in der Hand, und das Erste, worüber man spricht, ist nicht das Wetter oder die Deadline, sondern die Frage, ob man heute besser nicht am Fenster sitzt. Kugeln als neue Form der Arbeitsplatzgestaltung. Offene Büros waren gestern, heute gibt es offene Einschusslöcher. Läuft.

    Und dann dieser alte, abgegriffene Reflex: mehr Polizei, mehr Blaulicht, mehr Durchgreifen. Härter. Strenger. Repressiver. Als hätte man nicht seit zwanzig Jahren genau das ausprobiert. Als wäre der „Krieg gegen die Drogen“ nicht längst eine endlose Wiederholung derselben Szene, immer mit denselben Verlierern. Spoiler: Es sind nicht die Drogenbosse.

    Die Repression marschiert ein, geschniegelt, bewaffnet, kurz präsent – und zieht wieder ab. Die Netzwerke bleiben. Das Geld bleibt. Die Waffen sowieso. Wer glaubt, man könne organisierte Kriminalität mit gelegentlichen Razzien und martialischen Pressefotos beeindrucken, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Nur dass der wenigstens Geschenke dalässt.

    Marseille ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein Symbol. Für eine Politik, die laut sein kann, aber nicht wirksam. Für einen Staat, der Stärke demonstriert, wo er keine Kontrolle mehr hat. Für eine Öffentlichkeit, die sich an Schussgeräusche gewöhnt wie an Baustellenlärm. Ach ja, ist halt wieder was passiert. Weitergehen, bitte.

    Besonders bitter wirkt dabei diese scheinheilige Trennung zwischen „Problemviertel“ und „normaler Stadt“. Als ließe sich Gewalt geografisch einsperren. Als würde sie höflich an der Stadtteilgrenze Halt machen. Das Orange-Gebäude steht da wie ein Mahnmal aus Beton und Glas: Die Realität klopft nicht mehr an, sie schießt sich den Weg frei.

    Und während man oben diskutiert, ob die Polizeipräsenz „ausreichend“ sei, organisieren unten andere längst ihre Geschäfte. Hochprofessionell. International. Mit besserer Logistik als so mancher Mittelständler. Der Drogenmarkt funktioniert, weil Nachfrage da ist, Geld fließt und Alternativen fehlen. Das weiß jeder. Wirklich jeder. Man müsste es nur aussprechen – und danach handeln. Genau das scheint das eigentliche Tabu zu sein.

    Repression allein ist wie Aspirin gegen einen offenen Bruch. Es beruhigt das Gewissen, nicht das Problem. Wer glaubt, man könne soziale Verwahrlosung, Perspektivlosigkeit und Milliardenmärkte mit Schlagstöcken auflösen, verwechselt Ursache und Symptom. Oder will sie verwechseln. Das ist bequemer.

    Natürlich ist es einfacher, Polizeistreifen zu verdoppeln, als Schulen, Sozialarbeit, Prävention und Ausstiegshilfen konsequent auszubauen. Natürlich bringt ein harter Einsatz schneller Applaus als eine langfristige Strategie. Aber der Applaus verhallt, die Schüsse nicht.

    Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem man den Mut aufbringt, das Offensichtliche auszusprechen: Dieser Kampf wird so nicht gewonnen. Nicht mit Symbolpolitik. Nicht mit immer gleichen Phrasen. Nicht mit dem Glauben, man müsse nur noch ein bisschen härter sein. Die Realität lacht darüber. Sarkastisch. Laut. Bewaffnet.

    Bis dahin zählen wir weiter die Einschusslöcher. Und nennen es Sicherheitspolitik.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Schüsse auf Orange-Zentrale – wie der Drogenkrieg in Marseille ein Telekommunikationszentrum trifft

    Schüsse auf Orange-Zentrale – wie der Drogenkrieg in Marseille ein Telekommunikationszentrum trifft

    Es ist ein Bild, das man eher aus Kriminalromanen kennt als aus dem Alltag eines europäischen Technologieunternehmens. Einschusslöcher in Glasfassaden, zersplitterte Fenster, Polizeipräsenz vor einem Bürogebäude. Und drinnen Menschen, die eigentlich nur arbeiten wollen. In Marseille ist genau das schon zum zweiten Mal Realität geworden. Am ersten Januarwochenende geriet erneut ein Standort des Telekommunikationskonzerns Orange ins Visier von Tätern mit Schusswaffen. Das Gebäude liegt im nördlichen Stadtgebiet von Marseille, im Viertel Saint-Mauront – einem Namen, der bei Polizei und Justiz seit Jahren Alarmglocken schrillen lässt. Eine Kugel durchschlug sogar das Fenster eines Besprechungsraums. Zehn Einschläge wurden gezählt. Dass niemand verletzt wurde, grenzt an ein kleines Wunder. Am Dienstag darauf stand das Areal unter erhöhter Überwachung. Polizeifahrzeuge, Absperrungen, uniformierte Präsenz. Und dennoch öffnete der Standort wie gewohnt. Rund tausend Beschäftigte kehrten an ihre…

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  • Marseille: Ein ausgebranntes Auto, ein Toter, ein Schwerverletzter – und viele offene Fragen

    Marseille: Ein ausgebranntes Auto, ein Toter, ein Schwerverletzter – und viele offene Fragen

    Manchmal verdichtet sich Gewalt auf wenige Stunden, als habe sich etwas lange aufgestaut und entlade sich nun mit brutaler Wucht. Genau diesen Eindruck hinterlassen die Ereignisse, die sich am Weihnachtstag im Großraum Marseille abgespielt haben. Ein verbranntes Fahrzeug, ein Leichnam im Kofferraum, ein Mann mit einer Schussverletzung im Krankenhaus – und eine Stadt, die erneut mit einem altbekannten Gespenst konfrontiert ist. Am Donnerstag, dem 25. Dezember, wurde in Septèmes-les-Vallons, einer Gemeinde nördlich von Marseille, ein Auto entdeckt, das vollständig ausgebrannt war. Im Kofferraum: eine Leiche. Die Nachricht verbreitete sich rasch, zunächst als Gerücht, dann bestätigt durch Ermittlerkreise. Kurz darauf wurde bekannt, dass insgesamt zwei Fahrzeuge in Brand gesteckt worden waren. Und damit nahm der Fall eine Wendung, die selbst erfahrene Polizeibeamte kurz innehalten ließ. Denn eines der beiden Autos war wenige Stunden zuvor noch in Gebrauch gewesen. Mit eben diesem Wage…

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  • Sturz aus dem vierten Stock – ein Weihnachtsabend, der in Marseille tödlich endete

    Sturz aus dem vierten Stock – ein Weihnachtsabend, der in Marseille tödlich endete

    Es ist einer jener Nachrichtenmomente, die kurz vor Jahresende besonders schwer wiegen. Während vielerorts Lichterketten glühen und Familien zusammensitzen, endet ein Leben abrupt, leise und brutal. In der Nacht des 25. Dezember ist im dritten Arrondissement von Marseille eine 45-jährige Frau aus dem vierten Stock eines Wohnhauses gestürzt. Sie starb noch vor Ort. Die Ermittler gehen inzwischen vorrangig von einem Femizid aus. Die Szene spielt sich im Viertel Saint-Lazare ab, einem dicht bebauten Teil der Stadt, in dem sich Hochhäuser, kleine Geschäfte und das alltägliche urbane Rauschen überlagern. Kurz vor 20 Uhr werden die Marins-Pompiers alarmiert. Als sie eintreffen, gibt es nichts mehr zu retten. Die Frau liegt reglos am Boden, mehrere Meter unter dem Fenster, aus dem sie gefallen ist. Wenige Minuten später wird ihr Tod festgestellt. Der erste Eindruck vor Ort wirkt verstörend, fast wie aus einem düsteren Kammerspiel. In der Wohnung im vierten Stock treffen Polizei und …

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  • Tödliches Treffen im Treppenhaus – 19-Jähriger in Marseille wurde Opfer einer Messerattacke

    Tödliches Treffen im Treppenhaus – 19-Jähriger in Marseille wurde Opfer einer Messerattacke

    Es beginnt mit einer Verabredung, wie sie heute tausendfach täglich zustande kommt. Ein Kontakt über soziale Netzwerke, ein kurzer Austausch, ein Treffpunkt. Ein junger Mann, 19 Jahre alt, verlässt am Abend des 23. Dezember seine Wohnung, begleitet von zwei Freunden, auf dem Weg zu einem Rendezvous im achten Arrondissement von Marseille. Was nach jugendlicher Neugier klingt, endet wenig später in einem Hauseingang – und schließlich auf einer Intensivstation. Gegen 21 Uhr betritt die kleine Gruppe die Eingangshalle eines Wohnhauses. Die junge Frau, mit der der Termin vereinbart war, erscheint nicht. Stattdessen tauchen mehrere maskierte Personen auf. Drei, vielleicht vier. Die Situation kippt abrupt. Es kommt zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Einer der Angreifer zieht ein Messer. Ein Stich trifft den 19-Jährigen mitten ins Herz. Er bricht zusammen. Die Täter fliehen. Sekunden, die ein Leben beenden. Die Rettungskräfte sind schnell vor Ort. Der junge Mann lebt noch, als er ins Kra…

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  • Schüsse im Norden von Marseille – ein junger Mann tot, eine Stadt unter Dauerfeuer

    Schüsse im Norden von Marseille – ein junger Mann tot, eine Stadt unter Dauerfeuer

    Es ist Samstagabend, kurz nach neun, als im Norden von Marseille die Stille zerreißt. Mehrere Schüsse, abgefeuert aus einem fahrenden Auto, hallen über den Boulevard Jourdan im Viertel Mail, im 14. Arrondissement der Stadt. Wenige Minuten später liegt ein 22-jähriger Mann leblos auf der Straße. Mindestens fünf Kugeln aus einer Kalaschnikow haben ihn getroffen. Als die Rettungskräfte eintreffen, gibt es nichts mehr zu tun. Was sich an diesem 20. Dezember ereignete, reiht sich ein in eine lange, blutige Serie. Wieder ein junger Mann, wieder der Norden der Stadt, wieder Schüsse aus einem Auto. Marseille, ohnehin seit Jahren Sinnbild für die Gewalt des Drogenmilieus, erlebt keinen Winterfrieden. Eher das Gegenteil. Der Tote war der Polizei bekannt, allerdings nicht als Drogendealer. Aktenkundig war er wegen Konsums von Betäubungsmitteln und Fahrens unter Drogeneinfluss. Das sagt die Staatsanwaltschaft und betont zugleich, dass es keine Hinweise auf eine führende Rolle im Drogenha…

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