Schlagwort: lyon 2025

  • Frankreich holt sich die Krone zurück – Die Pâté-Croûte erlebt ein Comeback

    Frankreich holt sich die Krone zurück – Die Pâté-Croûte erlebt ein Comeback

    Lyon, 1. Dezember 2025. Die Messer sind gewetzt, die Krusten goldbraun gebacken, das Urteil des Jurypräsidenten fällt wie ein Hammerschlag: Frankreich ist zurück. Nach Jahren der Demütigung auf heimischem Boden hat sich ein Land, das sich selbst gern als Kulturnation der feinen Aromen versteht, endlich wieder den Thron der besten Pâté-Croûte gesichert. Der neue Champion heißt Thibault Gonzales – ein Name, den man sich merken sollte.

    Denn was der Boucher-Charcutier aus dem südfranzösischen Thuir servierte, war weit mehr als ein rustikales Wurstgebäck mit goldener Haube aus Teig. Es war eine Ode an das französische Terroir – ein kunstvoll geschichteter Ziegel aus Schweinebauch vom Kintoa, Entenbrust und Foie gras aus den Landes, begleitet von feinen Ris de Veau. Tradition und Raffinesse, bäuerliche Wurzeln und haute cuisine – alles vereint in einer einzigen Scheibe.

    U…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Navigône: Wenn Lyon auf der Saône in Fahrt kommt

    Navigône: Wenn Lyon auf der Saône in Fahrt kommt

    Flüsse prägen Städte. Sie fließen durch Geschichte, Alltag und Zukunftsvisionen. In Lyon ist es die Saône, die seit Kurzem wieder mehr kann, als nur pittoreske Postkartenmotive liefern: Seit dem 18. Juni 2025 gleitet mit Navigône eine neue Flusslinie durch die Stadt – als Teil des städtischen Nahverkehrs.

    Ein Comeback mit Rückenwind.

    Denn Lyon hatte einst einen regen Fährverkehr. Doch in den letzten Jahrzehnten waren Boote hier eher touristisches Beiwerk. Nun aber schickt die Stadt zwei Schiffe auf eine 6,2 Kilometer lange Strecke zwischen Vaise-Industrie und Confluence – mit Haltepunkten an den „Subsistances“ und den „Terrasses de la Presqu’île“. Der komplette Törn dauert etwa 40 Minuten. Klingt idyllisch – ist aber auch ambitioniert.

    Was Navigône besonders macht: Die Integration ins bestehende TCL-Netz. Wer ein Abo für Bus, Tram oder Metro besitzt, darf auch aufs Wasser, ganz ohne Aufpreis. Gelegenheitsfahrer zahlen 3 Euro für eine einfache Fahrt, 5 Euro für Hin- und Rückfahrt. Ticketkauf geht direkt an Bord. Ein Angebot, das vielen gefällt – aber nicht allen.

    Denn während einige in Navigône ein smartes Mobilitätsplus sehen, bemängeln andere den ausbaufähigen Takt. Je nach Tageszeit und Wochentag schippern die Boote im 30- bis 60-Minuten-Abstand – zu wenig für Pendler, zu langsam für Eilige. Hinzu kommt: Die aktuell eingesetzten Schiffe sind noch mit Dieselmotoren betrieben, also nicht gerade das Nonplusultra in Sachen Klimabilanz.

    Doch das ist nur die Übergangsphase. Schon im April 2026 sollen vier vollelektrische Katamarane übernehmen – leiser, sauberer und effizienter. Damit will Lyon nicht nur das Fahrgefühl verbessern, sondern auch die Frequenz erhöhen und die Kapazität verdoppeln.

    Ob das reicht, um die Alltagsmobilität spürbar zu entlasten? Diese Frage steht im Raum.

    Kritiker sehen im bisherigen Betrieb eher ein charmantes Tourismusangebot als ein ernstzunehmendes Transportmittel. Sie verweisen auf die überschaubare Linienführung und die gemächliche Geschwindigkeit. Doch Befürworter halten dagegen: Der Weg ist das Ziel. Und der Fluss – bislang ein vernachlässigtes Rückgrat der Stadt – wird mit Navigône endlich wieder eingebunden ins städtische Leben.

    Ein bisschen Nostalgie schwingt mit, ein bisschen Zukunft auch.

    Denn Navigône ist mehr als nur ein neues Verkehrsmittel. Es ist ein Signal. Für eine Stadt, die sich neu erfindet – nachhaltiger, vernetzter, lebensnäher. Und für Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, Mobilität neu zu denken. Warum immer im Stau stehen, wenn man auch durchs Wasser gleiten kann?

    Und wer einmal auf der Saône unterwegs war, bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Altstadt, der weiß: Verkehr kann auch schön sein.

    Autor: Andreas M. Brucker