Schlagwort: Lourdes

  • Papst Leo XIV. besucht Frankreich: Paris, Lourdes und Metz im Fokus

    Papst Leo XIV. besucht Frankreich: Paris, Lourdes und Metz im Fokus

    Die Vorbereitungen für den Frankreich-Besuch von Papst Leo XIV. nehmen immer konkretere Formen an. Vom 25. bis 28. September 2026 wird das Oberhaupt der katholischen Kirche mehrere bedeutende Stationen im Land besuchen und dabei Tausende Gläubige sowie zahlreiche politische und gesellschaftliche Vertreter treffen. Für die katholische Kirche in Frankreich zählt die Reise bereits jetzt zu den wichtigsten religiösen Ereignissen der vergangenen Jahre. Den Auftakt bildet Paris. Dort wird Leo XIV. am 25. und 26. September erwartet. Im Mittelpunkt stehen mehrere feierliche Veranstaltungen, darunter die Vesper in der frisch restaurierten Kathedrale Notre-Dame. Die Rückkehr eines Papstes an diesen symbolträchtigen Ort besitzt eine besondere Strahlkraft. Nach dem verheerenden Brand von 2019 gilt Notre-Dame heute als Zeichen für Erneuerung und Hoffnung. Neben den liturgischen Feierlichkeiten steht auch die Begegnung mit jungen Menschen auf dem Programm. Die Kirche setzt seit Jahren verstärkt auf …

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  • Papst Leo XIV. kommt nach Frankreich – ein Besuch mit politischer Signalwirkung

    Papst Leo XIV. kommt nach Frankreich – ein Besuch mit politischer Signalwirkung

    Der Vatikan hat den ersten Frankreich-Besuch von Papst Leo XIV. offiziell bestätigt. Vom 25. bis 28. September wird das neue Oberhaupt der katholischen Kirche mehrere Stationen in Frankreich besuchen. Bereits die Ankündigung zeigt: Diese Reise ist weit mehr als ein rein pastoraler Termin. Sie markiert den Beginn eines Pontifikats, das sich offenbar stärker als unter Papst Franziskus den politischen und institutionellen Zentren Europas zuwendet. Die Einladung erfolgte gemeinsam durch Präsident Emmanuel Macron, die französische Kirche sowie die UNESCO. Damit erhält der Besuch von Beginn an eine doppelte Dimension – religiös und geopolitisch. Besonders die bereits bestätigte Station am Sitz der UNESCO in Paris deutet darauf hin, dass Leo XIV. die großen gesellschaftlichen Debatten der Gegenwart offensiv aufgreifen will: Bildung, Kultur, künstliche Intelligenz und die Frage nach den ethischen Grundlagen moderner Gesellschaften. Paris als Bühne eines neuen Pontifikats Das detaillierte Progr…

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  • Wachslicht und Weltgeschehen

    Wachslicht und Weltgeschehen

    Am frühen Morgen liegt über Lourdes ein Geruch, der sich kaum beschreiben lässt. Ein wenig warmes Paraffin, ein Hauch von Ruß, dazu jene schwere Luft, die aus Werkstätten steigt, in denen seit Jahrzehnten dieselben Handgriffe stattfinden. Während draußen bereits die ersten Pilgergruppen über den Boulevard de la Grotte ziehen, beginnt hinter unscheinbaren Fassaden eine Arbeit, die zur Seele dieser Stadt gehört wie das Läuten der Glocken oder das Murmeln der Gebete.

    Dort stehen Frauen an langen Tischen und ziehen Dochte durch flüssiges Wachs. Wieder und wieder. Eine Bewegung, präzise wie ein eingeübter Tanz.

    Manche arbeiten seit dreißig Jahren hier.

    Andere seit vierzig.

    Ihre Hände denken längst selbstständig.

    Lourdes lebt von der Hoffnung. Das klingt erst einmal groß und pathetisch, fast wie ein Satz aus einer Sonntagspredigt. Doch in dieser Stadt am Fuß der Pyrenäen erhält der Begriff einen erstaunlich konkreten Ausdruck: in Form einer Kerze. Millionen Menschen reisen jedes Jahr hierher, entzünden kleine Lichter an der Grotte von Massabielle, tragen meterhohe Prozessionskerzen durch die Nacht oder stellen ein flackerndes Licht für Verstorbene auf. Die Kerze dient nicht bloß als religiöses Objekt. Sie funktioniert wie eine Verlängerung menschlicher Sehnsucht.

    Und irgendwo zwischen Gebet und Geschäft entsteht daraus ein erstaunlich widerstandsfähiges Handwerk.

    Wer die Werkstätten besucht, erlebt keine folkloristische Vorführung für Touristen. Keine pittoreske Museumsromantik. Sondern Arbeit. Echte Arbeit. Die Räume wirken funktional, manchmal fast rau. Metallgestelle. Wachsreste auf dem Boden. Hitze. Große Bottiche mit geschmolzenem Material. Dazwischen Frauen in Schürzen, die kaum aufblicken, weil jede Bewegung sitzen muss.

    Denn eine Wallfahrtskerze verzeiht keine Schlamperei.

    Besonders die monumentalen Exemplare, die während der Marienprozessionen getragen werden, verlangen Erfahrung bis in die Fingerspitzen. Das Wachs darf weder zu heiß noch zu kalt sein. Der Docht muss exakt gespannt bleiben. Eine minimale Unregelmäßigkeit genügt, und die Kerze brennt später schief oder instabil. Außenstehende sehen oft nur ein simples Produkt. Doch in Lourdes gleicht die Herstellung eher einem stillen Ritual.

    „Das lernt man nicht aus Büchern“, sagt eine Arbeiterin in einem lokalen Fernsehbeitrag und wischt sich mit dem Handrücken Wachsspritzer von der Haut. Der Satz klingt schlicht. Aber er erzählt viel über Frankreich.

    Denn das Land diskutiert seit Jahren über verlorene Industrien, verschwundene Berufe und eine Arbeitswelt, die zunehmend digitalisiert wirkt. Zwischen künstlicher Intelligenz, Start up Kultur und automatisierten Lieferketten existieren Orte wie Lourdes beinahe wie eine Zeitkapsel. Hier zählt noch die Geste. Die Wiederholung. Das Muskelgedächtnis.

    Oder, wie die Franzosen so schön sagen: avoir le métier dans les doigts.

    Das Handwerk in den Fingern tragen.

    Was für ein wunderbarer Ausdruck eigentlich.

    Er beschreibt keine technische Qualifikation, sondern eine körperliche Intelligenz. Eine Form von Wissen, die sich über Jahrzehnte in Bewegungen einschreibt. Die Hände dieser Frauen erinnern sich an Temperaturen, Widerstände und Materialspannungen wie Musiker an Akkorde. Wer lange genug Kerzen zieht, erkennt offenbar schon am Geräusch des Wachses, ob die Konsistenz stimmt. Fast verrückt, oder?

    Dabei wirkt Lourdes selbst oft wie eine Stadt zwischen zwei Wirklichkeiten. Auf der einen Seite die spirituelle Sphäre: Pilger mit Rosenkränzen, Kranke in Rollstühlen, nächtliche Gesänge, die über die Plätze ziehen. Auf der anderen Seite eine hochorganisierte Ökonomie des Glaubens. Hotels, Souvenirläden, Restaurants, Devotionalienhändler. Der Glaube erzeugt Nachfrage, Nachfrage schafft Arbeit.

    Die Kerzenfabriken gehören zu diesem diskreten Motor der Stadt.

    Kaum jemand denkt daran, wenn er in der Dämmerung eine Flamme entzündet.

    Und doch hängen ganze Existenzen daran.

    Ein älterer Bewohner von Lourdes erzählte einmal, früher habe nahezu jede Familie jemanden gekannt, der in irgendeiner Form für die Wallfahrt arbeitete. Die einen fuhren Pilgerbusse. Andere nähten religiöse Fahnen. Wieder andere produzierten Kerzen. Die Stadt funktionierte wie ein eigenes kleines Universum rund um die Spiritualität. Heute verändert sich vieles. Billigimporte aus dem Ausland drücken Preise. Junge Menschen zieht es in größere Städte. Traditionen verschwinden leise, oft ohne großes Drama.

    Gerade deshalb berührt der Anblick dieser Werkstätten.

    Weil dort etwas fortlebt, das andernorts längst verschwunden ist.

    Natürlich besitzt auch die Kerzenproduktion moderne Elemente. Sicherheitsnormen, Lieferlogistik, Maschinen für bestimmte Arbeitsschritte. Niemand romantisiert ernsthaft zwölf Stunden Arbeit in heißer Luft zwischen Paraffindämpfen. Dennoch blieb der Kern erstaunlich unverändert. Viele Bewegungen erfolgen weiterhin von Hand. Besonders bei den großen Prozessionskerzen vertraut man lieber auf erfahrene Arbeiterinnen als auf vollautomatische Abläufe.

    Routine ersetzt dort fast jede Theorie.

    Die Herstellung folgt einem Rhythmus, der etwas Meditatives besitzt. Dochte eintauchen. Herausziehen. Abkühlen lassen. Neue Wachsschicht auftragen. Wieder eintauchen. Wieder drehen. Stundenlang. Der Prozess erinnert beinahe an liturgische Wiederholungen während eines Gottesdienstes. Vielleicht entsteht genau deshalb diese eigentümliche Verbindung zwischen Produktion und Spiritualität. Selbst die Arbeit scheint vom Rhythmus der Pilgerstadt beeinflusst.

    Draußen ziehen Menschen singend durch die Straßen.

    Drinnen wachsen Kerzen Zentimeter für Zentimeter.

    Und manchmal verschwimmen diese Welten.

    Besonders eindrucksvoll wirken die nächtlichen Prozessionen. Tausende kleine Lichter bewegen sich langsam durch die Dunkelheit. Aus der Ferne sieht das aus wie ein glühender Fluss. Wer einmal dabei war, vergisst diesen Anblick kaum. Die großen Kerzen vorneweg besitzen beinahe etwas Theatralisches. Flammen zittern im Wind, Wachs tropft langsam herab, Stimmen hallen über den Platz.

    Doch bevor dieses Bild entsteht, standen irgendwo am Stadtrand Frauen an Werkbänken und prüften jeden Zentimeter jener Kerzen.

    Es ist eine unsichtbare Arbeit.

    Vielleicht gerade deshalb so faszinierend.

    In Frankreich existiert eine tiefe kulturelle Achtung vor dem savoir faire, diesem schwer übersetzbaren Begriff zwischen Können, Erfahrung und Stil. Man begegnet ihm bei Bäckern, Winzern, Schneiderinnen oder Käseherstellern. Lourdes erweitert diese Tradition um eine spirituelle Dimension. Hier produziert das Handwerk keinen Luxusartikel für Feinschmecker, sondern ein Objekt emotionaler Bedeutung.

    Eine Kerze in Lourdes kauft selten jemand einfach nur so.

    Sie trägt fast immer eine Geschichte.

    Ein Gebet für eine kranke Mutter.

    Eine Erinnerung an einen verstorbenen Vater.

    Die Hoffnung auf Heilung.

    Oder bloß den Wunsch nach einem kleinen Moment Trost.

    Vielleicht erklärt genau das die Ernsthaftigkeit, mit der in den Werkstätten gearbeitet wird. Dort entstehen keine beliebigen Konsumgüter. Jede Kerze verschwindet später in einer persönlichen Geschichte. Die Arbeiterinnen wissen das. Manche begleiten seit Jahrzehnten dieselben Wallfahrtszeiten, dieselben Hochphasen im Sommer, dieselben Prozessionen. Sie erleben Lourdes wie einen Jahreskreis aus Licht.

    Und trotzdem spricht kaum jemand über sie.

    Pilger fotografieren die Basilika.

    Kaum einer fotografiert die Werkstätten.

    Dabei erzählen gerade diese Orte etwas über das heutige Europa. Über Regionen, die versuchen, ihre Identität zwischen Tourismus und Tradition zu bewahren. Über Berufe, deren Wert sich nicht allein in Produktivität messen lässt. Und über Frauenarbeit, die historisch oft unsichtbar blieb, obwohl ganze Wirtschaftszweige darauf aufbauten.

    In Lourdes arbeiten überwiegend Frauen in der Kerzenproduktion. Schon seit Generationen. Viele begannen jung, manchmal direkt nach der Schule. Die Arbeit verlangt Ausdauer, Konzentration und eine enorme Präzision. Hände altern dort schneller. Hitze und Wachs hinterlassen Spuren. Gleichzeitig entsteht unter Kolleginnen oft eine stille Solidarität. Man kennt die Bewegungen der anderen, springt wortlos ein, hilft beim Tragen schwerer Formen.

    Eine eigene kleine Welt.

    Fast wie eine Familie.

    Wer heute durch Frankreich reist, begegnet vielerorts dem Gefühl kultureller Beschleunigung. Innenstädte gleichen sich an. Kleine Geschäfte verschwinden. Traditionen mutieren zu touristischen Dekorationen. Lourdes wirkt dagegen eigentümlich widerständig. Sicher, auch hier existieren Neonreklamen und Souvenirplastik. Doch unter dieser Oberfläche lebt etwas erstaunlich Altes weiter.

    Die Kerzenmacherinnen gehören dazu.

    Ihre Arbeit besitzt nichts Spektakuläres. Kein Glamour. Keine hippe Wiederentdeckung im Stil urbaner Manufakturen. Niemand dreht Netflix Serien über Paraffinwerkstätten in den Pyrenäen. Und gerade darin liegt vielleicht ihre Würde. Sie arbeiten nicht für Trends, sondern für Kontinuität.

    Tag für Tag.

    Flamme für Flamme.

    Man könnte fast sagen: Während draußen die Welt hektischer rotiert, hält Lourdes an einer langsameren Zeit fest. An einer Zeit der Wiederholung. Der Rituale. Der Geduld. Vielleicht suchen deshalb so viele Menschen gerade dort Trost. Nicht nur wegen der Religion, sondern wegen dieser selten gewordenen Erfahrung von Beständigkeit.

    Eine Kerze brennt langsam.

    Sie blinkt nicht.

    Sie sendet keine Push Nachricht.

    Sie verlangt Aufmerksamkeit.

    Und vielleicht steckt darin eine stille Lektion unserer Gegenwart.

    Denn in einer Epoche permanenter Geschwindigkeit wirken die Werkstätten von Lourdes beinahe subversiv. Dort zählt Erfahrung mehr als Selbstdarstellung. Dort entstehen Produkte nicht in Sekunden, sondern Schicht für Schicht. Dort besitzen Hände weiterhin Bedeutung.

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Kerze so viel über Frankreich erzählen kann?

    Über Glauben.

    Über Arbeit.

    Über Erinnerung.

    Und über Menschen, deren Namen kaum jemand kennt, obwohl ohne sie die berühmten Lichterprozessionen von Lourdes niemals dieselbe Wirkung entfalten würden.

    Wenn am Abend die Flammen entlang der Basilika tanzen und Pilger ihre Kerzen gegen den Nachthimmel heben, sieht niemand mehr die Werkstätten. Niemand denkt an geschmolzenes Wachs oder schwere Metallformen. Sichtbar bleibt allein das Licht.

    Vielleicht genügt genau das.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • 8000 Dollar auf der Raststättentoilette – und ein kleines Wunder auf einer französischen Autobahn

    8000 Dollar auf der Raststättentoilette – und ein kleines Wunder auf einer französischen Autobahn

    Es war einer dieser Funde, die alles sein könnten: ein Verbrechen, ein Zufall oder ein modernes Märchen. Mitte November, irgendwo zwischen Feldern, Wäldern und Fernstraßen, im südwestfranzösischen Département Tarn-et-Garonne, entdeckt das Personal einer Autobahnraststätte eine herrenlose Tasche auf der Damentoilette. Unscheinbar, vergessen, vielleicht absichtlich zurückgelassen? Doch der Inhalt lässt aufhorchen: hochwertige Accessoires, eine kleine Kamera – und satte 8000 US-Dollar in bar. Ein Fund, der Fragen aufwirft. Die Tasche und das große Rätsel Der Fundort: Aire du Bois de Dourré an der Autoroute A20. Die Raststätte liegt irgendwo zwischen Montauban und Cahors, ein Ort, an dem täglich Hunderte von Menschen durchrauschen – auf dem Weg in den Süden, ans Meer oder zurück in den Alltag. Es sind die Mitarbeitenden der Anlage, die den Koffer in der Damentoilette entdecken. Die Gendarmerie des motorisierten Einsatztrupps rückt an. Videoüberwachung? Fehlanzeige. Die Aufnahmen sind unerg…

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  • Mariä Himmelfahrt in Frankreich – Ein Feiertag zwischen Himmel, Historie und Hochsommer

    Mariä Himmelfahrt in Frankreich – Ein Feiertag zwischen Himmel, Historie und Hochsommer

    Der 15. August ist in Frankreich kein Tag wie jeder andere. Mitten im Sommer, wenn das Land unter der Sonne döst, Strände überfüllt und Städte halb leer sind, richtet sich der Blick vieler Franzosen plötzlich nach oben – gen Himmel, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Es ist Mariä Himmelfahrt. L…

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  • Unwetter in den Pyrenäen: Straßen zerstört und Überschwemmungen in Lourdes

    Unwetter in den Pyrenäen: Straßen zerstört und Überschwemmungen in Lourdes

    In der Nacht vom 6. auf den 7. September haben heftige Unwetter die Pyrenäen getroffen – mit weitreichenden Folgen. Besonders betroffen ist die Region um Lourdes, wo sogar die berühmte Grotte des Heiligtums unter Wasser steht.

    Wie so oft bei extremen Regenfällen, hat das Unwetter seinen Tribut gefordert: Bäche verwandelten sich in tosende Ströme, die sich durch kleine Dörfer wälzten und alles in ihrem Weg mitrissen – Autos, Bäume und unzählige Mengen an Schlamm und Schutt. Diese dramatischen Szenen spielten sich am Morgen des 7. September in einem kleinen Dorf in den Pyrenäen ab, wo der sonst so friedliche Bach die engen Gassen der Gemeinde überflutete. Es war eine dieser Nächte, in denen man die Naturgewalten hautnah spürt.

    Das Aspe-Tal besonders betroffen

    Besonders hart traf es das Tal von Aspe. Die intensiven Regenfälle haben tiefe Wunden hinterlassen: Straßen sind zerstört, Häuser überflutet und der Alltag der Menschen liegt in Trümmern.

    Doch das war erst der Anfang.

    Straßen weggerissen – Verbindung nach Spanien unterbrochen

    Ein weiterer besorgniserregender Aspekt dieses Unwetters sind die gravierenden Schäden an wichtigen Verkehrswegen. Besonders die Nationalstraße 134, die Frankreich mit Spanien verbindet, hat es schwer erwischt. Die Straße ist an mehreren Stellen regelrecht in sich zusammengebrochen – als hätte jemand einfach den Boden unter ihr weggezogen. Logischerweise wurde der Verkehr sofort gestoppt, und die Verbindung zwischen den beiden Ländern ist derzeit unterbrochen. So etwas bringt nicht nur die Reisenden aus dem Konzept, sondern auch den Güterverkehr – eine Strecke, die sonst eine Pulsader zwischen Frankreich und Spanien ist.

    Lourdes: Heilige Stätte unter Wasser

    Ein Bild, das viele besonders betroffen macht, ist das der Grotte von Lourdes. Diese heilige Stätte, die jedes Jahr unzählige Pilger anzieht, steht unter Wasser. Es ist kaum vorstellbar, wie die Gläubigen, die normalerweise dort Trost suchen, sich fühlen müssen, wenn sie diese Bilder sehen.

    Aber es gibt Hoffnung: Die Wasserstände sinken allmählich, und die Aufräumarbeiten werden bald beginnen können – dennoch sind die Schäden immens und werden wohl lange Zeit sichtbar bleiben. Die Grotte wurde am Sonntagmorgen wieder für die Gläubigen geöffnet.

    Der Blick nach vorne – und nach oben

    Während die Helikopter über die betroffenen Gebiete fliegen, um einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung zu gewinnen, bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig, als auf eine schnelle Besserung der Zustände zu hoffen. Die Menschen hier sind zäh – sie kennen die Berge und das Wetter schon seit vielen Generationen. Doch selbst für sie sind diese Ereignisse ein herber Schlag.

    Was macht man, wenn die einzige Straße ins Nachbardorf plötzlich weg ist? Wenn das eigene Zuhause nur noch von Schlamm umgeben ist? Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt.

    Aber wie sagt man so schön: Nach dem Regen folgt Sonnenschein.

  • Mariä Himmelfahrt: 20.000 Gläubige besuchen die Messe im Wallfahrtsort Lourdes

    Mariä Himmelfahrt: 20.000 Gläubige besuchen die Messe im Wallfahrtsort Lourdes

    Die „nationale Pilgerfahrt“ nach Lourdes feiert 2023 ihr 150-jähriges Bestehen. Am Dienstag, den 15. August, wurde die Messe zum Fest Mariä Himmelfahrt von Erzbischof Celestino Migliore, dem Apostolischen Nuntius in Frankreich, geleitet. Zum diesjährigen Fest der Himmelfahrt Marias strömten am Dien…

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  • Dürre: Wird das heilige Wasser in Lourdes bald knapp?

    Dürre: Wird das heilige Wasser in Lourdes bald knapp?

    Während der Großen Wallfahrt zu Mariä Himmelfahrt strömen jeden Tag Zehntausende Pilger zum Heiligtum, und das Wasser von Lourdes wird in einer Zeit, in der die Wetterbedingungen alarmierend sind, stark verbraucht. Muss man sich Sorgen machen?  In Frankreich herrschte in diesem Sommer eine historische Dürre. In allen Departements wurden Warnstufen ausgerufen, die Regierung legte mehrere strenge Regeln für den Wasserverbrauch fest. Auch in Lourdes stiegen die Temperaturen in dieser Woche öfters auf über 35 °C an. Der Wallfahrtsort muss daher besonders wachsam sein, um die Gesundheit seiner Besucher zu schützen, von denen viele körperlich eingeschränkt sind. Aber auch die Verteilung von Weihwasser bleibt ein Muss. In der Grotte von Lourdes gibt es mehrere Punkte, an denen an das Quellwasser bekommt. Zunächst gibt es die 18 Brunnen, in denen zwar nur ein kleines Rinnsal fliesst, denn wie die Heilige Bernadette sagte: „Nur ein paar Tropfen sind genug“. Dann gibt es die Schwimmbäder, wo die Gläubigen die Waschungen vollziehen. Schließlich gibt es den symbolträchtigen Ort, an dem die Kanister gefüllt werden können, zwischen den Arkaden und dem Gave de Pau. Zur Freude eines jeden Pilgers, der sein geweihtes Wasser aus Lourdes als Andenken mitnehmen möchte. Aber wie soll man bei 40.000 Menschen, die täglich die heilige Stätte besuchen, auf Dauer genügend Wasser bereitstellen, wenn die Hitzewelle nicht abreißt? Die Quelle der Grotte gibt mit 978 L Wasser pro Stunde eine relativ geringe Menge Wasser ab. Das ist niedrig, aber Lourdes hat schon viel Schlimmeres erlebt. Vor vier Jahren erreichte die Quelle nur noch einen Wert von 656 L pro Stunde. Daher sehen die Verantwortlichen die aktuellen Zahlen zwar als sehr niedrig, aber nicht alarmierend an. Und: Auch mit einem Durchfluss von etwa 1 m3 pro Stunde hat, d. h. 1000 L pro Stunde, und gleichzeitig täglich 40 000 Pilgern, die die heilige Stätte besuchen, hat man nicht genügend Wasser, wenn es nicht zusätzlich eine gewisse Wasserreserve gibt. Also bestand die Lösung darin, das Wasser der heiligen Quelle zu speichern. Ein technisches System sorgt dafür, dass das Wasser die ganze Saison über gleichmäßig verteilt werden kann. Durch ein Zusammenspiel von Becken und Pumpen hat man eine Vorrichtung geschaffen, die alle Verteilungsstellen mit der nötigen Menge Wasser versorgt. Für den technischen Leiter der Kultstätte steht fest: „Es kann zugesichert werden, dass jeder Pilger, der bis zum Ende des Jahres kommt, Wasser aus den Wasserhähnen entnehmen kann.“ Anschliessend hofft man auch in Lourdes, dass der Winter dafür sorgen wird, dass die Wasserreserven wieder aufgefüllt werden. In den Monaten November und Dezember beträgt der Ertrag der Wasserquelle in der heiligen Grotte etwa 1400 Liter pro Stunde, und das zu einer Zeit, in der außerhalb der Saison nur wenige Pilger Lourdes besuchen. Auf diese Weise kann die Reserve wieder aufgefüllt werden. Die im letzten Winter angelegten Reserven sind gross genug, dass das heilige Wasser auch in diesem trockenen Sommer in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Problematisch wird es erst, wenn es eine sehr monatelange Dürreperiode gibt, die die Behörden dazu zwingt, einen Teil der Reserven zu requirieren. Lourdes hat allerdings das Glück, in den Hautes-Pyrénées und damit in einem Gebiet zu liegen, in dem es viel Wasser gibt. In einer Region, die reich an Seen und Wasserläufen ist, glaubt man, die Pilger, die auf der Suche nach dem für sie so wertvollen Wasser sind, auch in Zukunft ausreichend versorgen zu können.
  • Lourdes: Fast 10.000 Pilger zur Messe am 15. August im Wallfahrtsort

    Lourdes: Fast 10.000 Pilger zur Messe am 15. August im Wallfahrtsort

    Lourdes (Hautes-Pyrénées) ist nach einem Jahr wieder für seine Pilger zur Messe am 15. August geöffnet. Zur Feier von Mariä Himmelfahrt erklangen im Altarraum wieder Lieder und Gebete.

    Fast 10.000 Pilger nahmen am Sonntag, 15. August, am Hochamt in Wallfahrtskirche von Lourdes teil. Es war mehr als ein Jahr her, dass sich eine so große Zahl von Pilgern an diesem Wallfahrtsort eingefunden hatte. Für den Zutritt mussten die Gläubigen eine Maske tragen, ein Gesundheitspass war jedoch nicht erforderlich. Die 300 Kranken waren froh, an diesen heiligen Ort zurückkehren zu dürfen. „Ich habe das Richtige getan, ich habe mich impfen lassen“, sagte eine kranke Großmutter gegenüber dem Sender France 3.

    Wiedererlangung der Spiritualität
    Einige Besucher nutzten die Gelegenheit, um die Spiritualität des Ortes neu zu entdecken. „Es ist ein Ort, der sehr spirituell aufgeladen ist, es hat viele Wunder gegeben, es ist ein Ort der Heilung, sowohl physisch als auch psychisch“, erklärt eine junge Frau. Bereits am Samstagabend nahmen viele Menschen am Fackelumzug teil. Normalerweise sind 65% der Besucher Ausländer. In diesem Jahr herrschte eine besondere Atmosphäre. „Es sind noch nicht die großen Wallfahrten, die wir von früher kennen. Es bleibt die Hoffnung auf das Jahr 2022, um es auch diesen Menschen zu ermöglichen, nach Lourdes zurückzukehren, denn Lourdes wartet auf sie“, versichert Monsignore Olivier Ribadeau Dumas, Rektor des Heiligtums auf dem Sender France 3.