Schlagwort: Lesen

  • Welttag des Buches: Warum Lesen uns rettet – und immer retten wird

    Welttag des Buches: Warum Lesen uns rettet – und immer retten wird

    Einmal im Jahr feiern wir ihn – den Welttag des Buches, diesen leisen, doch so kraftvollen Feiertag. Am 23. April wird das Buch gefeiert, das geschriebene Wort, das Lesen selbst. Ein bisschen klingt das nach Nostalgie, als wäre das Buch ein Relikt aus vergangenen Zeiten – zwischen KI, Streaming und Social Media. Aber ganz ehrlich: Wann, wenn nicht jetzt, brauchen wir Bücher dringender denn je?

    Sie sind Zuflucht, Kompass, Spiegel und Türöffner. Bücher bieten uns die Möglichkeit, zu fliehen und gleichzeitig zu verweilen. Sie schaffen Nähe – auch wenn wir allein auf dem Sofa sitzen. Doch was genau macht sie so einzigartig in dieser lauten, schnellen Welt? Warum lohnt es sich, das Lesen zu zelebrieren, als wäre es eine Kunstform – weil es das ist?

    Bücher als Sehnsuchtsräume und Denkwerkzeuge

    Ein gutes Buch ist wie ein Schlüsselloch in eine andere Welt. Man blickt hindurch – und plötzlich ist da ein ganzer Kosmos. Ob Roman, Sachbuch, Lyrik oder Graphic Novel: Bücher öffnen Räume, die größer sind als jede Leinwand und bunter als jeder Bildschirm. Sie lassen uns durch Wüsten ziehen, in fremden Kulturen leben, die Sterne bereisen oder das Innenleben einer Seele erforschen.

    Und das Beste: Während wir lesen, sind wir nicht nur Zuschauer – wir sind Teil davon. Unser Kopf füllt die Lücken zwischen den Zeilen, unsere Fantasie macht aus Buchstaben Bilder. Kein Film, kein Algorithmus übernimmt das für uns. Wir lesen aktiv, wir erschaffen mit. Und genau deshalb bleibt Lesen auch heute ein Akt der Freiheit.

    Ein Bollwerk gegen die Oberflächlichkeit

    Hand aufs Herz: In einer Welt voller Tweets, Reels und Schnellkonsum ist Lesen ein stiller Widerstand gegen Oberflächlichkeit. Während der nächste Clip schon nach zehn Sekunden langweilt, fordert ein Buch uns heraus, länger zu verweilen, tiefer zu graben. Es schenkt uns Konzentration – dieses wertvolle Gut, das im digitalen Rauschen oft verloren geht.

    Wer liest, übt sich in Geduld, im Verstehen von Zusammenhängen. Ein Roman verlangt, dass wir uns Figuren nähern, sie begleiten – auch wenn sie unbequem sind. Ein Sachbuch erklärt uns die Welt nicht in drei Sätzen, sondern nimmt uns mit auf eine Reise des Verstehens. Wie befreiend ist das?

    Lesen als Brücke zur Empathie

    Bücher lassen uns fühlen, was andere fühlen. Sie öffnen unsere Augen für Perspektiven, die wir im Alltag vielleicht nie einnehmen würden. Wie fühlt es sich an, in einem anderen Land zu leben, in einem anderen Körper, mit anderen Ängsten oder Hoffnungen? Ein Buch nimmt uns an der Hand – und plötzlich sind wir mittendrin.

    Lesen ist Empathietraining – ohne App, ohne Kurs. Es macht uns weicher, zugänglicher. Und das brauchen wir doch – gerade in Zeiten, in denen Diskussionen oft an der Oberfläche kratzen und Meinungen zu Lagerkämpfen werden. Wer liest, versteht besser – und urteilt vielleicht weniger schnell.

    Warum das Buch überleben wird

    Natürlich: Auch Bücher verändern sich. Hörbücher, E-Books, interaktive Formate – all das ist Teil der Lesekultur geworden. Und das ist gut so! Denn das Lesen selbst bleibt. Es geht nicht nur um das bedruckte Papier (auch wenn das Rascheln der Seiten immer seinen Zauber behalten wird), sondern um das, was zwischen Leser und Text passiert.

    Bücher sind flexibel, sie passen sich an – und doch bleiben sie ihrem Kern treu. Sie verlangen Aufmerksamkeit, sie schenken Erkenntnis, sie hinterlassen Spuren.

    Leseförderung – ein kulturelles Muss

    Doch wenn das Lesen so viel kann – warum lesen dann immer weniger Menschen? Warum sinken die Lesefähigkeiten bei Jugendlichen? Warum gehen Buchläden reihenweise pleite?

    Hier braucht es Einsatz. Leseförderung ist keine Nebensache – sie ist Kulturpflege im besten Sinne. Kinder sollten schon früh erfahren, dass Lesen kein Pflichtprogramm ist, sondern ein Abenteuer. Bibliotheken sind Schatzkammern – und sollten als solche behandelt werden. Und Buchhandlungen? Sie sind Orte der Begegnung, der Inspiration – sie gehören zu einer lebendigen Gesellschaft.

    Lesen als Akt der Selbstfürsorge

    Vielleicht sollten wir das Lesen wieder mehr als das sehen, was es ist: ein Geschenk an uns selbst. Eine Stunde am Abend, ein paar Seiten in der Mittagspause – das ist kein Luxus, das ist Selbstfürsorge. Lesen entschleunigt, beruhigt das aufgewühlte Denken, lenkt den Blick auf etwas Größeres.

    Bücher helfen uns, mit der Welt klarzukommen – und manchmal, sie zu verändern. Das wussten schon die großen Denker, Dichter und Revolutionäre.

    Also, warum feiern wir den Welttag des Buches? Weil Bücher uns retten – immer wieder. Vor der Eile, vor der Oberflächlichkeit, vor der Gleichgültigkeit.

    Greifen wir also heute (und an jedem anderen Tag) zu einem Buch. Lassen wir uns auf eine Geschichte ein, auf eine Idee, auf einen neuen Blickwinkel. Vielleicht ist das genau das, was wir gerade brauchen.

    Von M.A.B.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Lesen lernen – Ein Schlüssel zur Selbstständigkeit

    Lesen lernen – Ein Schlüssel zur Selbstständigkeit

    In Frankreich haben rund 2,5 Millionen Menschen Schwierigkeiten mit der französischen Sprache – sie können nicht ausreichend lesen, schreiben oder sich verständigen. Gerade in einer Gesellschaft, die stark auf schriftliche Kommunikation setzt, führt das oft zu erheblichen Einschränkungen im Alltag. Doch es gibt Hoffnung: In Paris engagiert sich die Organisation „Savoirs pour réussir Paris“ dafür, Erwachsenen und jungen Menschen ab 16 Jahren das Lesen und Schreiben beizubringen.

    Ein Raum der Konzentration und des Lernens

    In einem kleinen, gemütlichen Raum im 20. Arrondissement von Paris sitzen mehrere Lernwillige. Wer diesen Ort aufsucht, muss sich zuvor durch den Großstadtdschungel navigieren – Straßenschilder lesen, den richtigen Metroausgang finden. Für die Teilnehmenden ist das keine Selbstverständlichkeit, doch sie kommen regelmäßig hierher, manche schon seit Jahren.

    Paméla gehört dazu. Sie arbeitet in einer Keramikwerkstatt und erzählt stolz von ihren Fortschritten: „Ich kann endlich Straßenschilder entziffern, Supermarktetiketten verstehen und sogar im Internet recherchieren.“ Eine enorme Erleichterung im Alltag! Aber es gibt noch einen ganz persönlichen Erfolg: Ihre Leidenschaft für Manga hat eine neue Dimension bekommen – sie kann die Geschichten nun selbst lesen.

    Fehlermachen erlaubt – und erwünscht!

    „Autonomie ist unser Schlüsselbegriff“, erklärt Martine, eine der engagierten Kursleiterinnen. Sie hat Mediationswissenschaften studiert und arbeitet ehrenamtlich für die Organisation. Ihr wichtigster Grundsatz: „Hier gibt es keine Angst vorm Fehler – wir helfen uns gegenseitig.“

    Im heutigen Workshop steht nicht nur das Entziffern von Texten auf dem Programm. Es geht um Verstehen, um Erinnern und um den Sinn hinter den Worten. Lesen ist schließlich weit mehr als Buchstaben aneinanderzureihen.

    Olmo, 24 Jahre alt, besucht die Kurse seit zwei Jahren. Er arbeitet in einer Verpackungsfirma und hofft auf eine bessere Zukunft – vielleicht sogar einen beruflichen Aufstieg. „Hier zu sein gibt mir Mut“, sagt er.

    Aber es sind nicht nur die jungen Menschen, die sich weiterbilden wollen. Ein älterer Herr, der Jahrzehnte in einer Metzgerei gearbeitet hat, kämpft mit der modernen Technik: „Handys, Computer – ich verstehe das alles nicht.“ Für ihn ist das Lesenlernen ein Schritt in Richtung digitale Welt.

    Martine sieht genau darin die Stärke der langfristigen Betreuung: „Wir können Schwierigkeiten erkennen und gezielt daran arbeiten.“

    Eine bunte Gemeinschaft

    Die Teilnehmenden kommen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten. Manche sind in Frankreich geboren, andere erst später eingewandert. Menschen, die auf der Suche nach Arbeit sind, Geflüchtete, oder solche, die einfach selbstständiger leben möchten – sie alle finden hier Unterstützung.

    Perrine Terrier, die Leiterin der Organisation, beschreibt das Projekt als „ein Spiegelbild der Pariser Gesellschaft“. Die Mehrheit der Lernenden hat einen Migrationshintergrund oder wuchs in einem zweisprachigen Umfeld auf. Doch auch viele französische Muttersprachler*innen sind dabei. „Manche hatten eine ganz normale Schulzeit“, erklärt Perrine, „aber mit den Jahren haben sich ihre Kenntnisse abgebaut, sodass sie jetzt große Schwierigkeiten haben.“

    Ein Beispiel ist Dominique, die in Lille geboren wurde. Sie wuchs in staatlicher Obhut auf, ihre Schulbildung blieb bruchstückhaft. Heute kämpft sie mit den Folgen.

    Oder Isabelle, eine 46-jährige Ivorerin. „Ich habe bis zur fünften Klasse in meinem Heimatdorf gelernt, aber irgendwann alles vergessen“, erzählt sie.

    Mehr als nur Buchstaben

    Lesen zu können bedeutet mehr als nur Worte zu erkennen. Es geht um Eigenständigkeit, um Würde und darum, sich nicht im Alltag verloren zu fühlen. Isabelle bringt es auf den Punkt: „Es ist einfach unglaublich anstrengend, nicht richtig lesen und schreiben zu können.“

    Und wer möchte sich schon ständig auf andere verlassen müssen, um eine Rechnung zu verstehen, einen Fahrplan zu lesen oder eine Nachricht zu beantworten?

    Diese kleinen Erfolge sind es, die den Teilnehmenden Mut machen – und zeigen, dass es nie zu spät ist, um zu lernen.

    Catherine H.

  • Zehn Prozent der Erwachsenen in Frankreich kämpfen mit dem Schreiben und Rechnen

    Zehn Prozent der Erwachsenen in Frankreich kämpfen mit dem Schreiben und Rechnen

    Eine neue Studie des französischen nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (Insee) wirft ein beunruhigendes Licht auf die Bildungssituation in Frankreich. Demnach haben zehn Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren Schwierigkeiten mit grundlegenden Fähigkeiten wie Schreiben und Rechnen. Das entspricht rund vier Millionen Menschen, wobei die meisten, die Probleme mit dem Schreiben haben, auch im Rechnen schlecht abschneiden. Diese Herausforderungen im Bildungsbereich sind nicht gleichmäßig verteilt. Während Frauen und Männer beim Schreiben ähnliche Schwierigkeiten haben (10% bzw. 11%), zeigen sich beim Rechnen größere Unterschiede: 15% der Frauen gegenüber 9% der Männer haben hier Probleme. Die Studie zeigt auch, dass ältere Generationen tendenziell größere Schwierigkeiten mit dem Schreiben haben – 14% der 55- bis 64-Jährigen im Vergleich zu nur 6% der 18- bis 24-Jährigen. Dieser Trend kehrt sich jedoch beim Rechnen um, was die Insee als Indikator für die nach…

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  • Editorial: Ein Hoch auf die Bücher – warum der Welttag des Buches wichtiger ist als je zuvor

    Editorial: Ein Hoch auf die Bücher – warum der Welttag des Buches wichtiger ist als je zuvor

    Bücher – sie sind Fenster in andere Welten, Brücken zwischen Kulturen und Zeiten, und, nicht zu vergessen, die treuen Begleiter durch die Höhen und Tiefen unseres Lebens. Der Welttag des Buches und des Urheberrechts, der jährlich am 23. April gefeiert wird, ist eine Ode an das geschriebene Wort und die kreativen Geister, die diese Welten erschaffen.

    Warum aber widmen wir diesem Thema einen ganzen Tag? Ist es in unserer digitalen, schnelllebigen Zeit überhaupt noch zeitgemäß, Bücher zu feiern? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Ja, jetzt mehr denn je. In einer Epoche, in der Informationen innerhalb von Sekunden um die Welt fliegen und Fakten oft in der Flut der Meinungen untergehen, bieten Bücher einen Anker der Tiefe und der Reflexion.

    Ein Buch zu lesen, das ist wie eine Reise zu unternehmen, ohne das eigene Zuhause zu verlassen. Man taucht ein in Geschichten, die bereichern, herausfordern und das eigene Weltbild prägen können. Dabei sind Bücher mehr als nur Unterhaltung; sie sind Instrumente der Bildung und der kritischen Auseinandersetzung. Sie formen Empathie, indem sie uns durch die Augen anderer sehen lassen und führen uns vor, dass die Welt vielschichtiger ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

    Der Welttag des Buches ist auch ein Tag des Urheberrechts, ein wesentlicher Aspekt, der oft übersehen wird. In einer Zeit, in der das Kopieren von Inhalten so einfach ist wie das Drücken einer Taste, ist es umso wichtiger, die Rechte derer zu schützen, die hinter den Werken stehen. Autoren, Illustratorinnen, Übersetzer und viele andere kreative Köpfe investieren Zeit, Energie und Leidenschaft in ihre Werke. Ihr geistiges Eigentum verdient Anerkennung und Schutz. Ohne diesen Schutz könnte die Motivation, Neues zu schaffen, stark beeinträchtigt werden.

    Aber wie kann man diesen Tag angemessen begehen? Vielleicht, indem man eine lokale Buchhandlung besucht und das Gespräch mit den Menschen sucht, die Bücher lieben. Oder indem man sich in eine Bibliothek begibt, um dort in Ruhe in den Regalen zu stöbern und vielleicht ein Werk auszuleihen, das einen schon lange interessiert.

    Und wie steht es mit uns selbst – nutzen wir die Chance, unsere eigenen Geschichten zu erzählen und zu teilen? Jeder Mensch trägt unzählige Geschichten in sich. Der Welttag des Buches könnte auch ein Ansporn sein, diese zu Papier zu bringen.

    Bücher sind letztendlich das Zeugnis menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe. Sie sind Beweise dafür, dass trotz aller Technologie das einfache Zusammenspiel von Wörtern auf Papier tief bewegen und beeinflussen kann. Heute feiern wir nicht nur die Bücher selbst, sondern auch die unermüdlichen Schöpfer hinter ihnen und die unendlichen Möglichkeiten, die sie uns eröffnen. Möge dieser Tag uns alle daran erinnern, die Seiten, die unser Leben bereichern, wertzuschätzen und zu schützen.

  • Zehn Tipps, um Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen (wieder) zu geben

    Zehn Tipps, um Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen (wieder) zu geben

    Der Paris Buchfestival 2024 steht vor der Tür, und für Eltern, die das Leseverhalten ihrer Kinder fördern möchten, bietet sich eine perfekte Gelegenheit, neu zu inspirieren. Hier sind zehn praktische Tipps, um bei Kindern und Jugendlichen die Leidenschaft für Bücher zu entfachen oder wiederzubeleben…

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