Schlagwort: Landes

  • Das kleine Amazonien Frankreichs: Entdeckungsreise durch das Naturparadies Courant d’Huchet

    Das kleine Amazonien Frankreichs: Entdeckungsreise durch das Naturparadies Courant d’Huchet

    Ein Naturwunder zwischen Atlantik und Pinienwald. Versteckt zwischen dem Étang de Léon und den wilden Wellen des Atlantiks liegt ein Ort, der selbst hartgesottene Großstadtmenschen zum Staunen bringt: die Réserve Naturelle du Courant d’Huchet. Mehr als 600 Hektar purer, geschützter Natur – hier flüstert der Wind durch dichte Wälder, Libellen tanzen über spiegelglatte Wasserflächen, und […]

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  • 15 Zentimeter Hagel im Mai – Als in Saint-Perdon plötzlich wieder Winter war

    15 Zentimeter Hagel im Mai – Als in Saint-Perdon plötzlich wieder Winter war

    Es gibt Tage, die vergisst man nicht. Der 15. Mai 2025 ist so einer – zumindest für die Bewohner von Saint-Perdon, einem kleinen Dorf in den Landes, im Südwesten Frankreichs. Gegen 17 Uhr verdunkelte sich der Himmel dort in einer Weise, die man sonst nur aus Katastrophenfilmen kennt. Minuten später war nichts mehr wie vorher.

    Ein Hagelsturm legte das Leben lahm – und zwar mit voller Wucht.

    Eine Wand aus Eis

    Binnen weniger Minuten bedeckten 15 Zentimeter Hagel die Straßen. Ein Bild wie aus dem tiefsten Januar, dabei schrieb der Kalender Mai. Die Körner waren nicht nur zahlreich, sondern groß und schwer – Fenster zerbarsten, Dächer wurden durchlöchert, Autos verbeult.

    Ein örtlicher Physiotherapeut nannte das Ganze „die Apokalypse“. Wer will’s ihm verdenken? Wasser drang in seine Praxis, draußen standen Fahrzeuge in Trümmern. Auch die kleine Dorf-Mairie, der örtliche kleine Supermarkt und mehrere Arztpraxen wurden schwer getroffen.

    Kinder in Sicherheit gebracht

    Besonders dramatisch: Das Freizeitzentrum musste evakuiert werden. 45 Kinder wurden in aller Eile in ein sicheres Gebäude gebracht. Eltern rannten durch das Unwetter, um ihre Kleinen zu holen – Bilder, die sich einbrennen.

    Und mittendrin: Feuerwehrleute im Dauereinsatz. 35 Helfer waren bis in die Nacht unterwegs, um Keller auszupumpen, Straßen zu räumen, beschädigte Häuser zu sichern.

    Landwirtschaft am Boden

    Doch während die Kameras vor allem auf die kaputten Gebäude und zerbeulten Autos gerichtet waren, spielte sich auf den Feldern eine weitere Tragödie ab. Die jungen Mais- und Erbsenkulturen – gerade erst gesät – sind nun verloren. Zermalmt unter dem Gewicht des Eises.

    Die Landwirte sind frustriert. Wütend. Und zutiefst verunsichert. Wie soll man noch planen, wenn der Frühling plötzlich mit Wintergewalt zuschlägt?

    Was besonders irritiert: Es gab eine Wetterwarnung. Ja. Aber eben nur für Gewitter. Keine Rede von Hagel dieser Stärke. Kein spezieller Hinweis. Wie kann das sein? Ist das französische Warnsystem überfordert?

    Klimawandel lässt grüßen

    Extremwetterlagen sind längst keine Ausnahmen mehr. Früher hätte man so ein Ereignis alle 20 Jahre erwartet – heute hört und liest man solche Meldungen fast monatlich. Und immer öfter trifft es auch Regionen, die bislang als relativ sicher galten.

    Wer da noch an Zufall glaubt, verschließt die Augen vor dem Offensichtlichen. Der Klimawandel mischt sich längst in unseren Alltag ein – manchmal sanft wie ein heißer April, manchmal brutal wie 15 Zentimeter Hagel im Mai.

    Wenn der Alarm versagt

    Ein Warnsystem, das nur die Hälfte ankündigt, hilft niemandem. Für Saint-Perdon war der fehlende Hagelalarm mehr als ein Schönheitsfehler – es war eine verpasste Chance, sich besser zu schützen. Menschen hätten Autos unterstellen, Fenster schützen, Kinder früher abholen können.

    Es scheint an der Zeit, unsere meteorologischen Systeme an die neuen Realitäten anzupassen. Was muss noch passieren, bis wir bereit sind, das Unerwartete mitzudenken?

    Wo bleiben die Lehren?

    Der Bürgermeister arbeitet nun daran, Saint-Perdon als Katastrophengebiet anerkennen zu lassen – damit Hilfe schneller fließt. Die Landwirte brauchen Entschädigungen, die Geschädigten einen Wiederaufbauplan. Aber braucht nicht vor allem unser System ein Update?

    Was nützt der schönste Frühling, wenn er jederzeit in einen Albtraum umschlagen kann? Was bleibt uns außer der Anpassung – technisch, sozial, politisch?

    Denn eines steht fest: Das war nicht das letzte Mal.

    Von Andreas M. Brucker

    Prompt für ein passendes Titelbild: Ein kleines französisches Dorf nach einem Hagelsturm: weiß bedeckte Straßen, zerstörte Autos, dunkle Wolken am Himmel – Menschen helfen sich gegenseitig.

  • Schnabel gegen Stahl – Wie die SNCF und die Störche um die Gleise kämpfen

    Schnabel gegen Stahl – Wie die SNCF und die Störche um die Gleise kämpfen

    Was haben Zugverkehr und Störche gemeinsam? Auf den ersten Blick: nichts. Doch wer derzeit entlang der Bahnstrecke Dax–Bayonne in dem französischen Departement Landes unterwegs ist, könnte sich wundern – denn über 70 Storchennester thronen dort nicht etwa auf Bäumen, sondern direkt über den Köpfen der Züge auf den Masten der Stromleitungen.

    Eine spektakuläre Szene – doch sie bringt auch Probleme mit sich.

    Zwischen Vogelschutz und Bahnsicherheit

    Die SNCF, Frankreichs staatliches Bahnunternehmen, steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung. Die Nester der Weißstörche, von denen jedes bis zu 500 Kilogramm wiegt, balancieren auf den empfindlichen Masten der Fahrleitungen der Strecke. Bei Wind oder starkem Regen könnten Teile der Nester auf die Gleise stürzen – mit möglicherweise fatalen Folgen für den Bahnverkehr. Außerdem sorgen die Vögel durch ihre Hinterlassenschaften für Verschmutzungen an der Technik und behindern notwendige Wartungsarbeiten.

    Die direkte Gefahr für Menschen ist gering – aber für die Infrastruktur ist das Ganze ein echter Drahtseilakt.


    Die Stars auf Stelzen: Weißstörche als VIP-Gäste

    Was das Ganze noch komplexer macht: Der Weißstorch steht unter strengem Schutz. Diese imposanten Vögel mit ihren roten Schnäbeln und schwarzen Flügelspitzen waren vor einigen Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Heute erfreuen sie sich wieder wachsender Bestände – sehr zur Freude von Naturschützern, weniger zur Begeisterung der Bahntechniker.

    Gemeinsam mit Ökologen und der Jagdvereinigung der Landes hat die SNCF begonnen, die Standorte der Nester genau zu erfassen. Besonders zwischen April und Juni, wenn die Vögel brüten, beobachten die Techniker regelmäßig das Treiben in den Nestern. Ziel: Eingriffe vermeiden – oder sie zumindest so planen, dass die Tiere keinen Stress erleben.

    Der Plan mit den Plattformen – Und warum Störche ihn mögen

    Weil man den Tieren nicht einfach die Wohnung kündigen kann, hat sich die SNCF etwas einfallen lassen: künstliche Nisthilfen. In sicherer Entfernung zu den gefährlichen Fahrleitungen wurden bisher elf Plattformen errichtet – acht davon haben die gefiederten Gäste bereits bezogen.

    Ein beachtlicher Erfolg!

    Insgesamt sollen es 70 solcher Plattformen werden. Der Preis für den friedlichen Kompromiss? Mehr als eine Million Euro. Aber was zählt, ist der Beweis: Technik und Tierwelt können sich – mit etwas Mühe – tatsächlich arrangieren.


    Ein Balanceakt mit Vorbildcharakter?

    So kurios die Situation wirkt, sie erzählt viel über unser Verhältnis zur Natur in einer hoch technisierten Welt. Infrastrukturprojekte müssen heute mehr sein als Beton, Kabel und Stahl. Sie brauchen Herz und Verstand – und manchmal auch ein bisschen Fantasie.

    Wie oft stehen sich Umweltschutz und Fortschritt im Weg? In den Landes zeigt sich, dass es auch anders geht. Dass man beides denken kann. Dass man nicht immer „entweder oder“ sagen muss – sondern auch mal „sowohl als auch“.


    Mehr als nur ein Bahnprojekt

    Die Geschichte entlang der Bahnstrecke Dax–Bayonne ist ein Paradebeispiel für modernes Umweltmanagement. Keine Notlösung, kein Greenwashing – sondern ein echtes Miteinander. Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Konflikt wirkt, zeigt dieses Projekt, dass auch scheinbar widersprüchliche Interessen zusammenfinden können.

    Von Daniel Ivers

  • Sicherer Badespaß: Departement Landes verstärkt Strandschutz im Sommer 2025

    Sicherer Badespaß: Departement Landes verstärkt Strandschutz im Sommer 2025

    Mit den ersten Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen erwachen die Strände des Départements Landes zu neuem Leben. Tausende Urlauber werden erwartet – und der Schutz der Badegäste steht ganz oben auf der Agenda. Das Département hat deshalb für den Sommer 2025 ein umfangreiches Sicherheitskonzept auf die Beine gestellt.


    Von Mai bis September: Mehr Schutz für alle

    Die Strandsaison startet offiziell am 1. Mai und endet am 29. September 2025. In dieser Zeit patrouillieren speziell ausgebildete Rettungsschwimmer (MNS) entlang der Küstenlinie, unterstützt durch moderne Infrastruktur und einheitliche Sicherheitsstandards.

    Nehmen wir den beliebten Plage de Contis als Beispiel: Dort sorgen die Rettungsteams täglich von 11 bis 19 Uhr zwischen dem 29. Juni und dem 1. September für Sicherheit. Andere Strände, etwa in Capbreton, genießen sogar eine durchgehende Überwachung vom 5. Juli bis 31. August.


    Einheitliche Signalgebung für klare Orientierung

    Was bedeutet welcher Strandfahne? Diese Frage sollten sich Badegäste nicht mehr stellen müssen. Schon seit 2022 gelten internationale Standards an den Stränden der Landes:

    • Grüne Fahne: gute und sichere Badebedingungen
    • Gelbe Fahne: eingeschränkte Sicherheit – Vorsicht ist geboten
    • Rote Fahne: absolutes Badeverbot

    Zusätzlich markieren rot-gelbe Fahnen die überwachten Badezonen – eine einfache und effektive Methode, um für klare Verhältnisse zu sorgen.


    Teamwork am Strand: Wer koordiniert?

    Hinter den Kulissen sorgt das Syndicat Mixte de Gestion des Baignades Landaises (SMGBL) für den reibungslosen Ablauf. In enger Abstimmung mit den einzelnen Gemeinden plant und organisiert das SMGBL die Einsatzzeiten der Rettungsteams und die laufende Information der Badegäste.

    So weiß jeder schnell, ob Schwimmen ratsam ist – oder ob man besser eine Sandburg baut.


    Wissen schützt: Aufklärungskampagne „Mes Plages Océanes“

    Baden mit Köpfchen – unter diesem Motto läuft seit 2024 die Kampagne „Mes Plages Océanes“. Informationsflyer, Plakate und digitale Hinweise klären über die wichtigsten Sicherheitsregeln auf: von der Bedeutung der Flaggen bis zur Vermeidung von Gefahren wie Baïnes, den tückischen Strömungen an der Atlantik-Küste.

    Auch der Schutz der empfindlichen Dünenlandschaften und Meeresökosysteme wird thematisiert. Denn nachhaltiger Tourismus beginnt am Strand.


    Verantwortung liegt auch bei den Badegästen

    So umfangreich die Sicherheitsmaßnahmen auch sind – ohne die Achtsamkeit jedes Einzelnen geht es nicht. Wer die Fahnen beachtet, die Anweisungen der Rettungsschwimmer respektiert und auf sich selbst und andere achtet, trägt wesentlich zu einem entspannten Badeerlebnis bei.

    Und mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als mit gutem Gefühl die Wellen zu genießen?


    Mit vereinten Kräften wird der Sommer 2025 an den Atlantik-Stränden Frankreichs nicht nur sonnig, sondern auch sicher. Also: Sonnenhut auf, Badetasche gepackt – und ab ins Wasser, wenn die grüne Flagge weht!

    Von Andreas M. Brucker

  • Frühlingserwachen in den Landes – Ostern mit allen Sinnen geniessen

    Frühlingserwachen in den Landes – Ostern mit allen Sinnen geniessen

    Raus aus dem Alltag, rein in ein Meer aus Pinien, Düften und salziger Atlantikluft – das Département Landes ist im Frühling ein Ort zum Durchatmen. Wer sich zu Ostern auf den Weg in diese eher ruhige, aber umso reichere Region im Südwesten Frankreichs macht, entdeckt eine Welt, in der die Natur den Ton angibt und […]

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  • Rückkehr mit Wolfsgeheul – Wie der Canis lupus das Gleichgewicht in den Landes aufmischt

    Rückkehr mit Wolfsgeheul – Wie der Canis lupus das Gleichgewicht in den Landes aufmischt

    Ein Schatten huscht durch die Pinien. Leise, schnell, kaum greifbar. Die Landes – ein flacher Landstrich im Südwesten Frankreichs, bekannt für seine endlosen Kiefernwälder und stillen Moore – erleben eine Rückkehr, die viele für unmöglich hielten. Seit März 2025 ist es offiziell: Der Wolf ist wieder da. Genauer gesagt, der Canis lupus lupus, die europäische Unterart des grauen Wolfs. Nach über 100 Jahren der Abwesenheit.

    Was bedeutet das für die Region, die Menschen, die Tiere?


    Ein Jahrhundert der Stille – und nun?

    Zuletzt wurde ein Wolf in den Landes vor mehr als hundert Jahren gesichtet. Seitdem war es still – zumindest, was die großen Beutegreifer angeht. Jetzt haben sich diese Koordinaten der Natur verschoben. Der französische Staat bestätigte Ende März die Rückkehr des Wolfs, nachdem mehrere tote Schafe in der Gemeinde Castets gefunden wurden. Experten des Office Français de la Biodiversité (OFB) untersuchten die Spuren – der Verdacht bestätigte sich.

    Zwei Attacken in wenigen Wochen. Tote Lämmer, verstörte Herden, ratlose Schäfer. Doch auch: Aufregung in Fachkreisen. Hoffnung bei Naturschützern. Und, ja – eine Diskussion, die mehr ist als ein lokales Ereignis.


    Ein Räuber kehrt zurück – ein Ökosystem atmet auf?

    Wölfe sind nicht einfach Räuber. Sie sind Regulatoren. Sie halten Populationen im Gleichgewicht, verhindern Überweidung durch Wildtiere und fördern so indirekt das Wachstum seltener Pflanzenarten. Ihre Rückkehr kann ganze Ökosysteme umstrukturieren – wie ein lang vermisstes Puzzlestück, das plötzlich alles zusammenfügt.

    Erinnerst du dich an das Beispiel Yellowstone Nationalpark? Dort kehrte der Wolf in den 1990ern zurück. Die Auswirkungen waren erstaunlich: Hirsche wurden vorsichtiger, Auenlandschaften regenerierten sich, sogar der Lauf einiger Flüsse veränderte sich durch den neuen Einfluss. Wer hätte gedacht, dass ein Raubtier Landschaftsarchitekt spielen kann?

    Aber funktioniert das auch in einer Kulturlandschaft wie den Landes?


    Angst auf der Weide – Sorgen der Schäfer

    Clément Grenet hat in diesen Wochen kaum geschlafen. Drei Angriffe innerhalb weniger Tage auf seine Herde. Ein Verlust von Tieren, aber auch von Vertrauen – in die Sicherheit seines Berufs. „Wir sind nicht gegen Wölfe“, sagt er, „aber wir wollen, dass man uns hilft. Wir brauchen Lösungen, nicht nur Beobachtungen.“

    Viele Schäfer fühlen sich allein gelassen. Die Behörden raten zu elektrischen Zäunen, Herdenschutzhunden, verstärkter Kontrolle – doch wer bezahlt das? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn ein Hirtenhund versehentlich einen Wanderer beißt oder ein Wolf trotzdem durchbricht?

    Ist es nicht verrückt, dass ausgerechnet diejenigen, die Tiere großziehen, nun Angst um sie haben müssen – vor der Natur selbst?


    Ein Spagat zwischen Schutz und Praxis

    Der Wolf steht in Frankreich unter strengem Schutz. Seit seiner Rückkehr aus den italienischen Alpen Anfang der 1990er darf er nicht gejagt werden – außer unter strengen Ausnahmen, die nur bei nachgewiesener Gefahr und nach Genehmigung greifen. Diese Regeln schützen ihn – und sie erhitzen Gemüter.

    Denn sie zwingen zur Koexistenz. Und die ist nicht einfach.

    Die Landes sind bisher kein „Hotspot“ der Wolfspopulation. Doch die Region ist nicht weit entfernt von dauerhaft besiedelten Gebieten, etwa im Béarn oder auf dem Plateau de Millevaches. Die Anwesenheit des Wolfs in Nouvelle-Aquitaine ist also kein Zufall, sondern Teil einer natürlichen Ausbreitung. Die Tiere legen hunderte Kilometer zurück, auf der Suche nach neuem Lebensraum.

    Ein Stück Wildnis kehrt zurück – in eine Welt, die sich ganz schön verändert hat.


    Dialog statt Grabenkämpfe

    Die Rückkehr des Wolfs ist ein Geschenk – und eine Herausforderung. Sie zwingt uns, zentrale Fragen zu stellen: Wie kann Naturschutz funktionieren, wenn er mit wirtschaftlichen Interessen kollidiert? Wie lassen sich uralte Ängste überwinden? Und: Können wir als Gesellschaft überhaupt noch mit der Wildnis umgehen?

    Was fehlt, ist nicht Wissen. Es fehlt der Wille, sich zuzuhören. Es braucht mehr als Maßnahmenkataloge – es braucht echte Gespräche. Zwischen Wissenschaft, Politik, Landwirtinnen und Bürgerinnen. Nur wenn alle an einem Tisch sitzen, kann aus der Konfrontation eine konstruktive Zukunft entstehen.


    Ein persönlicher Blick: Zwischen Faszination und Frust

    Ich erinnere mich an einen Abend in der Auvergne. Ein Biologe zeigte mir Spuren im feuchten Waldboden – Wolf, ganz sicher. Und dann diese Stille. Diese Ahnung, dass hier mehr lebt als wir sehen. Seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen.

    Doch ehrlich gesagt: Es frustriert mich, wie schwer wir uns tun, mit dieser Rückkehr umzugehen. Der Wolf fordert uns heraus – nicht nur biologisch, sondern kulturell. Er erinnert uns daran, dass wir nie allein waren auf dieser Welt. Dass wir teilen müssen. Raum. Ressourcen. Verantwortung.


    Mehr als nur ein Tier

    Der Wolf ist Symbol. Für Angst. Für Freiheit. Für das Unkontrollierbare. In Zeiten, in denen wir versuchen, alles zu planen, zu sichern, zu versichern, bringt er das Gegenteil mit – Unvorhersehbarkeit.

    Aber gerade das – so schwer es auch sein mag – macht ihn so wertvoll. Denn mit seiner Rückkehr kommt auch eine Chance: Naturschutz greifbar zu machen. Ökologische Prozesse zu verstehen. Und ein neues Kapitel des Zusammenlebens zu schreiben.

    Vielleicht ist das der Anfang einer Geschichte, in der Mensch und Wildtier nicht gegeneinander, sondern miteinander existieren.

    Von Andreas M. Brucker

  • Früher Frühling: Die ersten französischen Erdbeeren sind da

    Früher Frühling: Die ersten französischen Erdbeeren sind da

    Die süßen, roten Frühlingsboten lassen sich dieses Jahr nicht lange bitten. Dank des milden Wetters in den vergangenen Wochen sind die ersten Gariguette-Erdbeeren bereits auf den Märkten – rund zehn Tage früher als üblich.

    Ein Genuss, der schnell vergriffen ist

    Kaum sind sie da, sind sie auch schon weg. Auf einem Markt in den Landes wechselten die begehrten Früchte für 3,90 Euro pro Schale den Besitzer. Kein Wunder – regionale Produkte liegen im Trend, und die Gariguette kommt oft direkt vom Feld in die Einkaufskörbe. Ein Erzeuger baut sie nur wenige Kilometer vom Markt in Dax an. Kurze Wege, volle Frische.

    Eine Diva unter den Früchten

    Die Gariguette ist keine gewöhnliche Erdbeere – sie hat ihren eigenen Kopf. Feuchtigkeit? Mag sie gar nicht. Deshalb braucht sie sandige Böden, die nach einem Regenguss schnell wieder trocknen. Ein Glück für die Produzenten im Südwesten Frankreichs, deren Region genau diese Bedingungen bietet.

    Thomas Matihio, ein erfahrener Erdbeerbauer, erklärt: „Durch die vielen Sonnenstunden und die Vorteile der Gewächshäuser haben wir festgestellt, dass die Gariguette in den Landes perfekt gedeiht.“

    Doch ihre Zeit ist begrenzt. In vier bis sechs Wochen räumt sie das Feld für andere Erdbeersorten.

    Also, wer sie noch genießen will – besser nicht zu lange warten!

    Von Andreas M. B.

  • Frühlingsgefühle an der Atlantikküste: Hossegor genießt sommerliche Temperaturen

    Frühlingsgefühle an der Atlantikküste: Hossegor genießt sommerliche Temperaturen

    Hossegor in den Landes zeigt sich am 6. März von seiner schönsten Seite – und das mitten im Frühling. Mit fast 25 Grad lädt das sonnige Wetter die Menschen dazu ein, die Straßencafés zu füllen, am Strand zu spazieren oder sogar ein Bad im Atlantik zu wagen.

    Sonnenbaden im März? Warum nicht!

    Ein Strandtag im März? In Hossegor ist das Realität. Die Sonne brennt auf den warmen Sand, Spaziergänger genießen die milde Brise, und einige Mutige wagen sich ins Wasser. Eine Familie nutzt die Gelegenheit für eine gemeinsame Auszeit. Während die Mutter noch zögert, ob sie den Badeanzug auspacken soll, sind Vater und Sohn bereits entschlossen: Sie gehen ins Wasser.

    Auch die Einheimischen wissen das ungewöhnlich warme Wetter zu schätzen. Eine Frau, die gerade ihre Mittagspause in der Sonne verbringt, lacht: „Zwanzig Grad im März? Das muss man doch ausnutzen!“

    Tourismusbranche freut sich über den Frühlingsschub

    Die unerwartete Wärmeperiode sorgt nicht nur bei Spaziergängern und Badegästen für gute Laune. Auch die lokale Gastronomie und Tourismusbranche profitieren. Restaurants und Cafés sind gut besucht, und ein Gastronom bringt es auf den Punkt: „Nicht alle sind in den Bergen zum Skifahren – für uns ist der Frühling einfach etwas früher gekommen.“

    Selbst die Surfer lassen sich nicht zweimal bitten. Die Wassertemperatur sei für die Jahreszeit erstaunlich angenehm, bestätigt eine junge Frau mit ihrem Brett unter dem Arm.

    Wetterumschwung in Sicht

    Doch diese frühsommerliche Stimmung hat ein Ablaufdatum. Während sich die Küste noch bis Freitag von ihrer sonnigen Seite zeigt, bringen die kommenden Tage einen Wetterumschwung. Am Wochenende kehrt der Regen zurück – eine Erinnerung daran, dass der Frühling noch nicht ganz angekommen ist.

    Aber wer weiß? Vielleicht hält der nächste warme Überraschungstag nicht allzu lange auf sich warten.

    Von C. Hatty

  • Waldbrände in der Gironde: Möbel werden aus geschädigten Bäumen hergestellt

    Waldbrände in der Gironde: Möbel werden aus geschädigten Bäumen hergestellt

    Möbel, die aus verbranntem Holz hergestellt werden: Das ist die Idee eines Herstellers aus der Vendée, der wöchentlich über 100 Tonnen Holz, vor allem aus den von den grossen Waldbränden des Sommers heimgesuchten Wäldern, sammeln und verarbeiten will.

    In Chantonnay (Vendée) kommt ein Lastwagen aus der Charente mit Holz von Bäumen an, die im Sommer bei den grossen Bränden geschädigt wurden. Dieses Holz soll zur Herstellung von Möbeln verwendet werden. In den Stämmen ist nämlich nicht alles verloren. „Es gibt einen sehr, sehr großen Teil, den wir in unseren Möbeln wiederverwenden können“, erklärt Pierre Grolleau gegenüber France 2.

    Stärkung einer geschwächten Branche
    Im Sommer brannten in der Region Nouvelle-Aquitaine 36.000 Hektar Wald, hauptsächlich in der Gironde und im Departement Landes. Das entspricht 5 Millionen m3 Holz, der Hälfte der jährlichen Holzernte. Um verbrannte Bäume wiederzuverwenden, muss zunächst die zuvor verkohlte Rinde entfernt werden. Die gesäuberten Stämme werden dann zu Hackschnitzeln zerkleinert. Das Holz wurde zum üblichen Preis gekauft, um eine geschwächte Branche zu unterstützen.

  • Brände in der Gironde und in den Landes: Feuerwehrleute fürchten Gewitter und Blitzschlag

    Brände in der Gironde und in den Landes: Feuerwehrleute fürchten Gewitter und Blitzschlag

    Auch während der Gewitter sind die Feuerwehrleute in der Gironde und in den Landes weiterhin massiv gegen die Brände im Einsatz.

    Ein Pensionär und Freiwilliger fährt mit seinem Lieferwagen durch die Gemeinde Hostens (Gironde), um nach wieder aufflammenden Brandherden zu suchen. „Ich bin sozusagen ein rollender Kommandoposten“, kommentiert er auf dem Sender France 3. Sobald er Flammen entdeckt, ruft er professionelle Hilfe, die innerhalb weniger Minuten eintrifft. Solche Brandherde gibt es jeden Tag. Auf den Straßen sind auch Landwirte als Patrouille unterwegs. Der 23-jährige Louis Vandenburie ist seit sechs Tagen dabei. Aus dem Gers kommend, hilft er mit seinem Tanklaster. „Wir schlafen, wenn wir können, versorgen die Feuerwehrleute ständig mit Nachschub und bewässern die Feuerschneisen“, erklärt er.

    Gewitter von den Feuerwehrleuten gefürchtet
    Die vor 24 Stunden eingetroffenen ausländischen Feuerwehrleute sind ebenfalls voll im Einsatz. Deutsche Feuerwehrleute wühlen die Erde um und bewässern die Waldränder. „Das ist der schlimmste Brand, den ich je gesehen habe. In Deutschland kennen wir keine so großen Brände“, stellt Simon Fritz, ein deutscher Feuerwehrmann, fest. Die Situation ist immer noch heikel, das Feuer schreitet zwar nicht weiter voran, ist aber noch nicht unter Kontrolle

    Die Feuerwehrleute fürchten sich vor den eintreffenden Gewittern. „Nach Aussage der Feuerwehrleute ist es die Nacht aller Gefahren“, sagt der Journalist Jean Poustis, der für France 3 aus Hostens berichtet. „Was sie am meisten fürchten, sind trockene Gewitter ohne Regen, mit Windböen und vor allem Blitzen“, fährt der Journalist fort. Die Feuerwehrleute bleiben die ganze Nacht über mit Meteo France in Kontakt, um herauszufinden, wo genau die Blitze einschlagen könnten.