Schlagwort: Kriminalität

  • Marseille: Erneut tödliche Schüsse in Problemviertel

    Marseille: Erneut tödliche Schüsse in Problemviertel

    Ein lauer Abend, ein belebter Boulevard, eine Bushaltestelle – und plötzlich tödliche Schüsse. Am späten Dienstag, dem 13. Mai 2025, wurde in Marseille erneut ein Mensch auf offener Straße erschossen. Diesmal traf es einen jungen Mann, 22 Jahre alt, erschossen von zwei Unbekannten auf einem Motorroller im 3. Arrondissement. Die Täter flüchteten, das Opfer starb noch vor Ort.

    Ein Drama, das sich beinahe gespenstisch in eine unheilvolle Serie einfügt. Denn Marseille, einst stolze Hafenstadt mit mediterranem Flair, steht schon lange im Schatten einer schier unendlichen Gewaltwelle.

    Ein Stadtviertel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit

    Der Boulevard National ist Symbol für die soziale Kluft in Marseille geworden. Im 3. Arrondissement, einem der ärmsten Viertel Frankreichs, ist die Stimmung angespannt, geprägt von Perspektivlosigkeit und sozialem Abstieg. Wer hier wohnt, weiß: Gewalt ist allgegenwärtig. Viele versuchen, sich durchzubeißen – manche schaffen es. Andere geraten auf Abwege.

    Das jüngste Opfer lebte ohne legalen Aufenthaltsstatus in Frankreich, war der Polizei wegen kleinerer Delikte bekannt. Kein unbeschriebenes Blatt, aber auch kein berüchtigter Gangster. Nur ein junger Mann in einer Stadt, die zu oft nicht mehr fragt, warum jemand zum Opfer wird – sondern nur, wann es das nächste Mal passiert.

    Marseille und die Schatten der organisierten Kriminalität

    Seit Jahren beobachten Experten mit Sorge die Entwicklung: Immer professioneller, immer brutaler agieren kriminelle Netzwerke – oft mit internationalen Verbindungen. Die berüchtigte „DZ Mafia“, um nur ein Beispiel zu nennen, hat sich längst in den Vierteln von Marsille festgesetzt. Es geht um Drogen, um Macht, um Geld. Und um Einschüchterung.

    Diese neue Generation von Tätern ist anders. Sie ist jung, skrupellos, digital vernetzt und bereit, für ein paar Tausend Euro zu töten. Nicht selten sind es Minderjährige, die zu Auftragsmördern mutieren – als wären sie bloße Spielfiguren in einem perfiden Spiel.

    Eine Polizei am Limit

    Die Ermittlungen im aktuellen Fall laufen auf Hochtouren. Die Division de la Criminalité Organisée et Spécialisée (DCOS) hat übernommen, Zeugen werden befragt, Videoaufnahmen ausgewertet. Doch selbst engagierte Ermittler stoßen an Grenzen – rechtlich, personell, emotional.

    Wie soll man gegen ein System kämpfen, das wie ein Krake immer neue Tentakel ausfährt? Und wie kann man Vertrauen aufbauen, wenn viele Menschen in diesen Vierteln den Staat längst aufgegeben haben?

    Gesellschaftliche Lösungen statt bloßer Repression

    Dass härtere Strafen allein keine Wunder bewirken, ist längst bekannt. Was fehlt, ist ein ganzheitlicher Ansatz. Investitionen in Bildung, Jugendarbeit, Wohnraum – das alles klingt nach alten Hüten, aber genau das braucht es jetzt mehr denn je. Denn Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum.

    Manche Bewohner fordern mehr Polizeipräsenz, andere mehr Sozialarbeiter. Doch was wäre, wenn beides Hand in Hand ginge? Wenn Prävention und Repression nicht als Gegensätze, sondern als Teile eines Ganzen verstanden würden?

    Die Stadt Marseille hat viel erlebt – viel Schönes, viel Schreckliches. Und sie hat sich nie aufgegeben. Immer wieder gibt es Initiativen, die Jugendlichen Alternativen aufzeigen, die Nachbarschaften stärken, die zeigen: Auch hier gibt es Zusammenhalt.

    Und dennoch – der tödliche Schuss an der Bushaltestelle am Boulevard National ist wieder ein neuer Weckruf. Wie viele davon braucht es noch?

    Von Andreas M. Brucker

  • Anschlag auf einen Gendarmen: Schüsse in Aix-en-Provence

    Anschlag auf einen Gendarmen: Schüsse in Aix-en-Provence

    Mitten in der Nacht, als er gerade auf dem Heimweg war, wurde ein Gendarm in ziviler Kleidung in Aix-en-Provence zur Zielscheibe einer brutalen Attacke. Neun Schüsse – abgefeuert mit einer Waffe militärischen Kalibers – trafen den Mann, der schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Ein neuer Höhepunkt in einer besorgniserregenden Welle der Gewalt gegen Sicherheitskräfte in Frankreich.

    Der Vorfall ereignete sich in den frühen Stunden des 10. Mai 2025. Um ein Uhr morgens fielen die Schüsse – laut Ermittlungen wurde eine Waffe des Kalibers 7,62 mm benutzt, wie sie bei Militär- oder Spezialeinheiten zum Einsatz kommt. Laut dem Staatsanwalt von Aix-en-Provence handelt es sich dabei um ein Modell, das unter normalen Umständen nicht in den Händen von Zivilisten zu finden ist.

    Der Gendarm – ein erfahrener Beamter – war nicht im Dienst, sondern in ziviler Kleidung unterwegs. Ein Umstand, der die Frage aufwirft, ob der Täter ihn gezielt beschoss oder ob es sich um eine Art Zufallsopfer handelte. Die Verletzungen des Mannes sind schwer. Neun Einschüsse – unter anderem in den Fuß und in die Nähe der Wirbelsäule. Zwar bestand zum Zeitpunkt seines Transports ins Krankenhaus keine akute Lebensgefahr – aber die Ärzte warnen: sein Zustand kann sich jederzeit verschlechtern.

    Wer hat ihn ins Visier genommen – und warum?

    Was zunächst wie ein gezielter Mordversuch wirkt, könnte Teil eines größeren Plans sein. Die Polizei war bereits kurz vor Mitternacht wegen eines anderen Vorfalls in Alarmbereitschaft: Mehrere maskierte Männer mit einer Langwaffe waren in einem schwarzen Transporter gesehen worden. Sie entzogen sich einer Kontrolle der Beamten. Ob es sich bei ihnen um dieselben Personen handelt, die später auf den Gendarmen geschossen haben, ist noch nicht geklärt – der zeitliche Zusammenhang ist jedoch auffällig.

    Die zuständige Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes in organisierter Bande eingeleitet. Ein Signal dafür, dass man nicht von einem zufälligen Zwischenfall, sondern von einer geplanten Tat ausgeht.

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

    Stéphane Le Rudulier, Senator der Bouches-du-Rhône (Les Républicains), meldete sich noch in der Nacht zu Wort. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) verurteilte er die Tat scharf. Die regelmäßigen Angriffe auf Polizei- und Gendarmeriebeamte seien „inakzeptabel“. Besonders hob er die Rolle bestimmter Gruppierungen hervor, die durch Parolen wie „Ein guter Polizist ist ein toter Polizist“ das gesellschaftliche Klima vergiften würden. Für ihn steht fest: Die Verantwortung liege nicht nur bei den Tätern – sondern auch bei jenen, die durch Hass und Hetze das Vertrauen in den Rechtsstaat untergraben.

    Ein Punkt, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

    Die Zahl der Übergriffe auf Sicherheitskräfte hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Besonders in Großstädten und sozial angespannten Vierteln kommt es immer wieder zu Konfrontationen – nicht selten eskalieren diese in Gewalt. Doch ein gezielter Mordversuch mit einer Kriegswaffe? Das ist eine neue Eskalationsstufe.

    Frankreich steht vor einem sicherheitspolitischen Dilemma: Die Polizei soll deeskalieren und Vertrauen aufbauen – doch sie sieht sich zugleich zunehmend selbst bedroht. Die Täter scheinen keine Scheu mehr zu haben, selbst Beamte im privaten Umfeld ins Visier zu nehmen.

    Es stellt sich die Frage: Wohin führt diese Spirale?

    Die laufenden Ermittlungen werden zeigen müssen, ob der Anschlag Teil eines organisierten Netzwerks ist – vielleicht sogar mit Verbindungen zum organisierten Verbrechen oder extremistischen Gruppierungen. Auch die Rolle der zuvor gesichteten Männer im Transporter wird zu untersuchen sein.

    Eines ist jedoch schon jetzt klar: Dieser Angriff wird politische und gesellschaftliche Debatten weiter anheizen – über Sicherheit, über Respekt gegenüber Ordnungskräften und über die Grenzen des zivilen Zusammenlebens in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.

    Daniel Ivers

  • Tödliche Schüsse in Avignon: Angst und Gewalt mitten im Alltag

    Tödliche Schüsse in Avignon: Angst und Gewalt mitten im Alltag

    Ein weiterer Mord erschüttert Avignon – mitten im Herzen der Stadt, an einem Ort, der eigentlich für Geselligkeit steht: eine Snack-Bar. Am Mittwochabend, dem 7. Mai 2025, wurde ein 37-jähriger Mann im Viertel Croix-des-Oiseaux kaltblütig erschossen. Zwei Kugeln in den Kopf – hingerichtet in der Bar „Le Cercle“. Augenzeugen berichteten von einem Knall, gefolgt von panischen Schreien. Als die Polizei und Rettungskräfte am Tatort eintrafen, konnten sie nur noch den Tod feststellen. Der Mann – kein Unbekannter für die Ermittler – starb noch vor Ort. Und wieder bleibt eine Familie zurück, wieder bleibt ein Stadtviertel in Angst zurück. Tatwaffe, Fluchtwagen, Spurenverwischung Was den Fall besonders beunruhigend macht: Die Täter waren offenbar Profis. Die Schüsse wurden mit einem Gewehr des Kalibers 5.56 abgefeuert – eine Waffe, wie sie sonst im Krieg verwendet wird. Anschließend flüchteten die Angreifer in einem weißen Transporter. Dieser wurde wenig später ausgebrannt in Monteux entdeckt …

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  • Rennes unter Beschuss – Wenn die Idylle der Gewalt weicht

    Rennes unter Beschuss – Wenn die Idylle der Gewalt weicht

    Einst galt Rennes als ruhiges Pflaster in der Bretagne – eine Stadt, in der sich Lebensqualität, Bürgernähe und eine progressive Stadtpolitik vereinten. Heute ist dieses Bild schwer beschädigt. Brennende Fragen stellen sich nach jeder neuen Schießerei, nach jedem verletzten Kind: Wie konnte es so weit kommen? Und: Wie lange noch? Seit Monaten versinkt Rennes in einer Spirale aus Gewalt und Angst, angeheizt vom Drogenhandel, der ganze Stadtteile in Geiselhaft nimmt. Die Schüsse in Maurepas, Villejean und anderswo sind nicht mehr Ausnahme, sondern erschreckende Realität. Am 26. Oktober 2024 traf eine Kugel ein fünfjähriges Kind – mitten im Alltag, mitten im Leben. Spätestens da war klar: Die Grenze ist überschritten. Bürgermeisterin Nathalie Appéré (PS) schlägt Alarm. Laut, eindringlich, verzweifelt. Seit Monaten fordert sie Verstärkung von der Nationalpolizei, appelliert an den Innenminister, an den Premier, an alle, die es hören wollen – und müssen. Ihre Botschaft: Rennes ist nicht wen…

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  • Frankreich: Koordinierte Angriffe auf Gefängnisse entlarven kriminelle Netzwerke

    Frankreich: Koordinierte Angriffe auf Gefängnisse entlarven kriminelle Netzwerke

    Eine Welle von Gewalt erschüttert seit Mitte April das französische Justizsystem. Mindestens 15 gezielte Attacken auf Justizvollzugsanstalten und deren Bedienstete haben das Land aufgeschreckt – die Handschrift: organisiert, brutal und bis ins Detail geplant. Angezündet, beschossen, bedroht Autos von Gefängnismitarbeitern gehen in Flammen auf. Einschusslöcher in Anstaltsmauern, Schmierereien mit den Initialen „DDPF“ – ein rätselhafter Name, der sich schnell als Abkürzung für „Défense des droits des prisonniers français“ (Verteidigung der Rechte französischer Gefangener) entpuppt. Schauplätze wie Toulon-La Farlède, Marseille, Valence oder Nanterre werden zur Kulisse für ein neues Kapitel organisierter Gewalt. Was hier abläuft, ist kein wütender Protest, sondern eine beispiellose Eskalation. Die Angriffe – oft nachts verübt – ähneln in ihrer Präzision manchmal militärischen Operationen. Von purer Zerstörung bis zur gezielten Einschüchterung reicht das Repertoire der Täter. Und die Botsch…

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  • Erneut Schüsse in Grenoble: Vier Verletzte bei Attacke in Fontaine

    Erneut Schüsse in Grenoble: Vier Verletzte bei Attacke in Fontaine

    Ein lauer Abend, eine belebte Straße – und dann fallen plötzlich Schüsse. Was sich am 1. Mai gegen 23 Uhr in Fontaine, einem Vorort von Grenoble, ereignet hat, ist ein weiteres bedrückendes Kapitel der eskalierenden Gewalt in der Region.

    Vier Männer wurden verletzt – zwei von ihnen schwer. Die Schüsse fielen in der Nähe eines bekannten Drogenumschlagplatzes in der Avenue Aristide Briand. Zeugen berichten von zwei Tätern, die nach der Attacke auf einem Motorroller geflüchtet seien. Die Polizei ermittelt.

    Zwei der Opfer, gerade mal 20 und 21 Jahre alt, wurden in Brust und Bauch getroffen. Ihr Zustand war kritisch, und sie wurden sofort ins Universitätskrankenhaus CHU in Grenoble gebracht. Ein dritter Mann erlitt Schussverletzungen an den Beinen, während ein vierter einen Transport ins Krankenhaus trotz Verletzung verweigerte.

    Die Region rund um Grenoble erlebt derzeit eine Serie von Gewalttaten, die viele Bewohnerinnen und Bewohner zutiefst verunsichert. Bereits am Wochenende zuvor hatte es vier Schießereien innerhalb von nur 24 Stunden gegeben – in Saint-Martin-d’Hères, Échirolles und Grenoble selbst.

    Ein Muster scheint sich zu verfestigen: Die Gewalt konzentriert sich um bekannte Hotspots des Drogenhandels. Die Täter handeln schnell, präzise – und verschwinden anschließend wie Geister in der Nacht.

    Polizeikreise geben an, dass es sich bei dem Tatort um einen berüchtigten Drogenumschlagplatz handelt. Wer dort abends unterwegs ist, kennt das Risiko. Aber was tun, wenn es dein Zuhause ist? Wenn deine Straße plötzlich zur Frontlinie zwischen rivalisierenden Banden wird?

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Doch wie so oft in solchen Fällen, sind die Hürden groß. Die Aussagen von Zeugen sind vage, der Fluchtweg der Täter unklar. Der Roller – vermutlich gestohlen – ist bislang nicht aufgetaucht. Und selbst wenn: Die Spuren verlieren sich schnell.

    Solche Ereignisse werfen nicht nur Fragen nach der Sicherheit auf, sondern auch nach der Perspektive junger Menschen in diesen Vierteln. Warum rutschen so viele in die Kriminalität ab? Warum scheint es immer wieder dieselben Orte zu treffen?

    Ein 21-jähriger, der mit einer Kugel im Bauch auf einer Parkbank endet – das ist keine Randnotiz, das ist ein Alarmzeichen.

    Während die Behörden nun fieberhaft versuchen, die Täter zu fassen, bleibt für die Menschen vor Ort eine Mischung aus Wut, Angst und Resignation. Manche sprechen schon längst nicht mehr von „Einzelfällen“.

    Andere hoffen noch auf Besserung. Vielleicht auch, weil sie nichts anderes können.

    Von Andreas M. Brucker

  • „Place nette“ im Hérault: Mit harter Hand gegen den Drogenhandel

    „Place nette“ im Hérault: Mit harter Hand gegen den Drogenhandel

    Die Gendarmerie im Département Hérault schlägt mit voller Wucht zu – und zwar nicht nur in den Städten. Die jüngsten Einsätze gegen den Drogenhandel sind Teil der nationalen Offensive „Place nette“, die seit Ende 2023 mit großem Aufwand betrieben wird. Ihr Ziel: Drogennetzwerke zerschlagen, kriminelle Strukturen aufbrechen und das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung stärken. Doch wie nachhaltig ist diese Strategie wirklich? Einsatz mit Durchschlagskraft Castelnau-le-Lez – ein Name, der in der jüngsten Polizeistatistik besonders hervorsticht. Dort gelang es den Einsatzkräften, ein ausgeklügeltes Netzwerk hochzunehmen. Die Gruppe war nicht nur in den klassischen Drogenhandel verstrickt, sondern verdiente auch an illegaler Tabakware und nicht zertifizierten E-Zigaretten. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 150 Kartons Schmuggelzigaretten, mehrere Schusswaffen samt Munition, knapp 70.000 Euro Bargeld – alles beschlagnahmt. Vier Personen, mutmaßlich die Strippenzieher des Netzwerks, si…

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  • Blutiger Abend in Uppsala: Warum Schwedens Jugend zunehmend zur Zielscheibe – und zur Gefahr wird

    Blutiger Abend in Uppsala: Warum Schwedens Jugend zunehmend zur Zielscheibe – und zur Gefahr wird

    Es war ein lauer Frühlingstag, als sich in Uppsala, einer der ältesten und traditionsreichsten Universitätsstädte Skandinaviens, ein grausames Verbrechen abspielte. Am frühen Abend des 29. April, nur Stunden vor den alljährlichen Walpurgisfeiern, wurde mitten im Stadtzentrum ein Friseursalon zum Schauplatz einer tödlichen Schießerei. Drei junge Menschen – zwischen 15 und 20 Jahren – verloren ihr Leben.

    Die Polizei war schnell vor Ort, sperrte den Vaksala-Platz ab und leitete eine großangelegte Fahndung ein. Noch in derselben Nacht wurde ein 16-Jähriger festgenommen. Weitere Verdächtige? Auf der Liste. Die Ermittlungen laufen – und das Land hält den Atem an.

    Uppsala, ein Pulverfass

    Diese Stadt, sonst geprägt von Studierenden, Fahrrädern und historischen Bauwerken, wirkt seit einiger Zeit wie ein Brennpunkt urbaner Gewalt. Besonders rivalisierende Banden machen der Polizei seit Jahren zu schaffen. Der jüngste Vorfall scheint kein Einzelfall, sondern vielmehr ein weiterer Baustein in einem beunruhigenden Muster.

    Einer der Getöteten soll in Verbindung zu einem früheren Angriff auf einen bekannten Bandenführer stehen. Ob Rache oder Revierkampf – fest steht: Die Gewalt ist nicht nur brutaler geworden, sondern rückt immer näher an das Herz der Gesellschaft.

    Wenn Kinder zu Killern werden

    Der Tatverdächtige ist 16 Jahre alt. Sechzehn! Ein Alter, in dem die meisten an den ersten Kuss, den Führerschein oder die Abschlussprüfungen denken – nicht an Mord. Doch in Schwedens Schattenwelt gelten andere Regeln. Jugendliche werden gezielt von Banden rekrutiert. Warum? Weil sie unter dem Schutz ihres Alters stehen und rechtlich milder behandelt werden.

    Diese perfide Strategie ist längst kein Geheimnis mehr. Und doch scheint es, als käme die Politik den Strukturen kaum hinterher. Selbst der schwedische Justizminister Gunnar Strömmer sprach von einem „äußerst ernsten“ Vorfall – Worte, die man in den letzten Monaten häufiger aus Ministerien hörte.

    Die Polizei – machtlos?

    Manche fragen sich: Was bringt es, Gesetze zu verschärfen, wenn die Täter immer jünger, rücksichtsloser und besser organisiert werden? Die Regierung hat zuletzt die Kompetenzen der Polizei erweitert und Strafen für Waffendelikte verschärft. Aber reicht das?

    Uppsala ist längst kein Einzelfall mehr. Auch in Stockholm, Göteborg und Malmö häufen sich tödliche Auseinandersetzungen. Die Konflikte sind oft ethnisch und wirtschaftlich geprägt, teilweise international verzweigt – ein gordischer Knoten, den weder Justiz noch Sozialarbeit so schnell zerschlagen können.

    Zwischen Schockstarre und Aufbegehren

    Die Reaktionen in der Bevölkerung reichen von Fassungslosigkeit bis Wut. Viele fordern mehr Schutz – nicht nur durch Kameras und Polizei, sondern durch Prävention in Schulen, Nachbarschaften und sozialen Einrichtungen. Was bringt es, Kriminelle wegzusperren, wenn jeden Tag neue nachwachsen?

    Gleichzeitig nehmen Stimmen zu, die fordern, das Strafmündigkeitsalter zu senken. Eine gefährliche Gratwanderung – denn wo hört Jugend auf und wo beginnt Verantwortung?

    Was nun, Schweden?

    Was einst als Musterland sozialer Gerechtigkeit galt, kämpft heute mit innerer Zerrissenheit. Die Frage ist nicht mehr, ob es eskaliert – sondern wie sehr. Doch auf einfache Antworten kann niemand hoffen. Es braucht ein Umdenken – von Politik, Gesellschaft und jedem Einzelnen.

    Könnte es sein, dass die Spirale der Gewalt nicht nur von außen gesteuert, sondern auch von innen begünstigt wird? Ein System, das versagt, wenn Kinder sich von Gangs mehr Zugehörigkeit erhoffen als von ihren Familien?

    Schweden steht an einem Wendepunkt. Der Schock von Uppsala darf nicht einfach verpuffen wie ein schlechtes Wochenende in den Nachrichten. Er muss ein Weckruf sein – auch für den Rest Europas, der nicht glauben sollte, dass diese Welle vor Grenzen haltmacht.

    Jetzt liegt es an der Gesellschaft, sich gegen die Gleichgültigkeit zu stellen. Sonst wird die nächste Kugel womöglich nicht in einem Friseursalon abgefeuert, sondern in einem Klassenzimmer, einem Park – oder irgendwo, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte.

    Von C. Hatty

  • Korsika, 29. April: Schüsse in Prunelli-di-Fiumorbu – Mann bei Angriff verletzt

    Korsika, 29. April: Schüsse in Prunelli-di-Fiumorbu – Mann bei Angriff verletzt

    Ein ruhiger Frühlingstag? Nicht überall. In der kleinen korsischen Gemeinde Prunelli-di-Fiumorbu fallen in der Nacht vom 28. auf den 29. April plötzlich Schüsse. Ein Mann wird verletzt, als er am frühen Morgen mit seinem Auto unterwegs ist. Ein Angriff aus dem Nichts Gegen 5 Uhr morgens durchbricht das Knattern mehrerer Schüsse die Dunkelheit. Das Ziel: ein 39-jähriger Autofahrer. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Täter ihn ganz bewusst ins Visier genommen haben. Mehrere Kugeln schlagen ein – doch wie durch ein kleines Wunder wird der Mann offenbar nur relativ leicht verletzt. Die Splitter der zersprungenen Autofenster verletzen ihn, Schussverletzungen erleidet er keine. Ein Hauch von Glück im Unglück, oder? Schnelle Rettung – per Hubschrauber Trotz der Schüsse und seiner Verletzungen verliert der 39-Jährige nicht die Nerven. Er steuert selbstständig eine Feuerwehrstation an – ein Ort, der in dieser Nacht zum rettenden Hafen wird. Die Sanitäter handeln sofort und fordern einen…

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  • Kim Kardashian: Der Pariser Juwelenraub-Prozess beginnt

    Kim Kardashian: Der Pariser Juwelenraub-Prozess beginnt

    Neun Jahre nach dem spektakulären Überfall auf Kim Kardashian in Paris beginnt heute der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter. Die Verhandlung, die bis zum 23. Mai 2025 andauern soll, wirft ein Schlaglicht auf einen der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der letzten Jahre – und auf die Schattenseiten des Ruhms im digitalen Zeitalter.

    Ein Raubüberfall wie aus einem Thriller In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2016 wurde Kim Kardashian während der Pariser Fashion Week Opfer eines bewaffneten Überfalls. Fünf Männer, verkleidet als Polizisten, drangen in ihre Suite im luxuriösen Hotel „No Address“ ein, fesselten und knebelten sie und sperrten sie ins Badezimmer. Die Beute: Schmuck im Wert von rund 10 Millionen Dollar, darunter ein 20-Karat-Verlobungsring von Kanye West. Bis heute ist nur ein Teil des Schmucks wieder aufgetaucht.

    Die „Papys Braqueurs“ vor Gericht Zehn Männer im Alter zwischen 60 und 72 Jahren stehen nun vor der Pariser Strafkammer. Die Medien tauften sie die „Papys Bra…

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