Schlagwort: Kreuzfahrten

  • Kurs Nord! Wie Dunkerque zum neuen Hotspot für Kreuzfahrten wird

    Kurs Nord! Wie Dunkerque zum neuen Hotspot für Kreuzfahrten wird

    Dunkerque – ein Name, der bislang eher mit Industrie, Hafenbetrieb und geschichtsträchtiger Vergangenheit verbunden war. Doch nun hebt sich der Vorhang für ein neues Kapitel: Die nordfranzösische Hafenstadt wird zum frischen Kreuzfahrtzentrum im Norden Europas. Abfahrten Richtung Großbritannien, Norwegen, Schweden oder gar Island stehen auf dem Fahrplan. Und mit ihnen die Hoffnung auf wirtschaftlichen Rückenwind – für Stadt, Hafen und Region. Ein erstes Schiff hat bereits abgelegt. An einem frischen Herbsttag war es soweit: Die ersten Passagiere betraten in Dunkerque das Kreuzfahrtschiff „Renaissance“ für eine dreitägige Reise über den Ärmelkanal nach London, anschließend weiter nach Amsterdam. Ein Moment voller Vorfreude – besonders für jene, die bisher nur staunend am Kai standen. Wie etwa Éric, ein waschechter Dunkerquois, der sich mit glänzenden Augen erinnert: „Jahrelang hab ich die großen Schiffe hier im Hafen gesehen – und jetzt steh ich selbst auf einem. Das ist schon was!“ Er …

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  • Kreuzfahrtriesen unter Druck: Wird Nizza bald zur No-Go-Zone für Kreuzfahrtschiffe?

    Kreuzfahrtriesen unter Druck: Wird Nizza bald zur No-Go-Zone für Kreuzfahrtschiffe?

    In Nizza, der fünftgrößten Stadt Frankreichs, steht eine kontroverse Entscheidung bevor: Der Bürgermeister Christian Estrosi will die riesigen Kreuzfahrtschiffe aus dem Hafen verbannen. Sein Ziel? Die drastische Reduzierung der Umweltverschmutzung durch diese schwimmenden Megastädte. Ein entsprechender Erlass soll ab dem 1. Juli in Kraft treten und könnte weitreichende Konsequenzen für die Kreuzfahrtbranche entlang der Côte d’Azur haben. Aber ist das wirklich die Lösung? Oder handelt es sich eher um einen Tropfen auf den heißen Stein?


    Was genau plant Nizza?

    Konkret plant Estrosi, Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von über 190 Metern und mehr als 900 Passagieren die Einfahrt in den Hafen von Nizza zu verbieten. Die Maßnahme würde schlagartig rund 70.000 Kreuzfahrttourist*innen von den Straßen der Stadt fernhalten – allein zwischen Juli und Jahresende. Das ist eine Menge Menschen, die nicht nur für Trubel in der Altstadt sorgen, sondern auch tonnenweise Müll und Abgase hinterlassen.

    Aber Moment mal: Warum gerade 900 Passagiere? Und warum eine Begrenzung auf 190 Meter Länge? Diese Grenzwerte zielen darauf ab, die besonders großen und umweltschädlichen Schiffe, die oft mehrere Tausend Menschen gleichzeitig befördern, auszuschließen. Solche Schiffe verbrennen riesige Mengen Schweröl – eines der schmutzigsten Treibstoffe überhaupt. Dabei stoßen sie nicht nur CO₂ aus, sondern auch Schwefeloxide und Feinstaub, die in Küstenregionen besonders stark die Luftqualität belasten.


    Umweltkatastrophe auf See: Wie schlimm ist die Situation wirklich?

    Es gibt Zahlen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen: Ein einziges Kreuzfahrtschiff kann so viel Feinstaub und Stickoxide ausstoßen wie eine Million Autos an einem Tag. Man stelle sich das vor – während die Stadtbewohner*innen versuchen, mit Elektrobussen und Fahrrädern die Luftqualität zu verbessern, pustet ein einziges Schiff dieselben Schadstoffe in die Atmosphäre, als hätte man einen riesigen Stau vor der Haustür.

    Und das ist noch nicht alles: Kreuzfahrtschiffe erzeugen nicht nur Luftverschmutzung, sondern auch massive Mengen an Müll und Abwasser. Oft landen diese – trotz strenger Vorschriften – im Meer. Plastikreste, Abwässer und Chemikalien gefährden marine Ökosysteme, zerstören Korallenriffe und gefährden die Artenvielfalt. Das Mittelmeer, ohnehin eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt, wird so zum Schauplatz einer Umweltkrise.


    Cannes und Marseille: Warum verbietet nicht einfach jede Stadt die Kreuzfahrtschiffe?

    Hier wird’s knifflig. Während Nizza mit seinem Hafen in der Lage ist, die Einfahrt bestimmter Schiffe zu regulieren, ankern Kreuzfahrtschiffe in Cannes beispielsweise in den nationalen Gewässern, etwa einen Kilometer vor der Küste. Dort hat die Stadt keine direkte Kontrolle. Deshalb hat der Bürgermeister von Cannes eine alternative Strategie gewählt: eine Umweltcharta, die von den Kreuzfahrtgesellschaften unterzeichnet werden muss. Darin verpflichten sich die Reedereien, ihre Emissionen zu reduzieren und umweltfreundlichere Praktiken einzuführen.

    Auch in Marseille, dem größten Kreuzfahrthafen Frankreichs, wird der Druck auf die Branche immer größer. Hier setzt man auf strengere Kontrollen und die Elektrifizierung von Hafenanlagen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. Schiffe können dort ihre Motoren abschalten und sich stattdessen an das Stromnetz anschließen. Aber solche Maßnahmen erfordern immense Investitionen – und sind oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein.


    Sind Kreuzfahrten noch zeitgemäß?

    Kreuzfahrten werden zunehmend kritisch betrachtet. Während sie für die Tourismusbranche jahrzehntelang ein Segen waren, gelten sie heute als einer der größten Klimasünder im Reisebereich. Eine Frage drängt sich auf: Brauchen wir in einer Welt, die sich mitten in einer Klimakrise befindet, wirklich schwimmende Megastädte, die Unmengen an Ressourcen verschlingen?

    Das Problem ist komplex. Viele Küstenstädte profitieren wirtschaftlich von den Kreuzfahrttourist*innen – sei es durch lokale Ausgaben in Restaurants, Geschäften oder Museen. Doch gleichzeitig sind die negativen Folgen für die Umwelt und die Lebensqualität der Einheimischen nicht zu übersehen. In Venedig etwa führte der massive Kreuzfahrttourismus zu Protesten der Bevölkerung, da die riesigen Schiffe nicht nur das fragile Ökosystem der Lagune zerstörten, sondern auch die historische Altstadt gefährdeten.


    Welche Alternativen gibt es?

    Die gute Nachricht ist: Es gibt bereits Lösungen. Die Schifffahrtsindustrie steht unter Druck, umweltfreundlichere Technologien zu entwickeln. LNG (Flüssigerdgas) wird als Übergangslösung für sauberere Antriebe getestet. Gleichzeitig könnten batteriebetriebene Schiffe oder solche mit Wasserstoffantrieb die Emissionen drastisch senken. Aber diese Technologien sind teuer und bislang kaum weit verbreitet.

    Eine weitere Option? Kleinere Schiffe, die weniger Passagiere befördern und umweltfreundlicher ausgestattet sind. Diese könnten das Konzept von Luxusreisen auf dem Wasser völlig neu definieren – weg vom Massentourismus, hin zu nachhaltigem und exklusivem Reisen. Aber wer will schon einen alten Dampfer, wenn man für denselben Preis ein schwimmendes Einkaufszentrum haben kann? Genau hier liegt der Knackpunkt: Das Umdenken muss bei den Verbraucher*innen beginnen.


    Ein Wendepunkt für den Tourismus?

    Die geplanten Einschränkungen in Nizza könnten tatsächlich ein Signal an andere Städte entlang der Côte d’Azur senden. Sollte der Erlass in Kraft treten und erfolgreich sein, könnten auch Cannes, Marseille und andere Häfen strengere Maßnahmen ins Auge fassen. Aber Erfolg bedeutet hier nicht nur, dass die Schiffe fernbleiben. Es geht auch darum, alternative Einnahmequellen für den Tourismus zu schaffen – und die Balance zwischen Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung zu finden.

    Denn am Ende des Tages haben wir nur diese eine Erde. Ist es wirklich zu viel verlangt, sich von den größten Umweltsündern zu trennen und gleichzeitig bessere Lösungen für alle zu suchen? Die Antwort liegt in unseren Händen. Oder genauer gesagt – in unserem Konsumverhalten.

  • Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Am Samstagmorgen, 21. September, erlebte Marseille eine spektakuläre Aktion auf See: Eine Gruppe von Umweltaktivisten des Kollektivs „Stop Croisières“ und „Extinction Rebellion“ blockierte für fast zwei Stunden die Ankunft mehrerer Kreuzfahrtschiffe – darunter die riesige MSC World Europa, sechstgrößtes Kreuzfahrtschiff der Welt. Ihr Ziel: auf die massive Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen, die von diesen schwimmenden Städten ausgeht.

    Wachsender Widerstand in Marseille

    Der Unmut gegen die Kreuzfahrtindustrie in Marseille wird immer lauter. Drei Kreuzfahrtschiffe und zwei Fähren wurden durch die Aktion der Aktivisten gestoppt. Die Gruppe positionierte sich mit ihren Kanus direkt am Eingang des Hafens – einem der größten Häfen Frankreichs. Es war eine gut koordinierte Aktion, die den Verkehr am Hafen lahmlegte und bei den Reedereien für Aufregung sorgte. Erst nach rund zwei Stunden griff die maritime Gendarmerie ein und räumte den Zugang.

    Es war kein kleiner Vorfall. Der „Aidastella“, ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität von 2.000 Passagieren, musste umkehren und konnte erst nach der Blockade wieder Kurs auf den Hafen nehmen. Ähnliche Verzögerungen erlitten auch zwei weitere große Schiffe: der MSC World Europa und die Costa Smeralda, die aufgrund der Aktion eine Weile auf offener See ausharren mussten.

    Die Botschaft der Aktivisten

    Die Protestierenden, bewaffnet mit Transparenten und entschlossenem Willen, machten ihre Botschaft laut und deutlich klar: „Es stinkt nach Diesel“ und „Wir sind wütend auf MSC Cruises“ war auf den Bannern zu lesen. Sie prangerten die Luftverschmutzung an, die durch diese Kreuzfahrtriesen verursacht wird – und das mit möglicherweise fatalen Folgen für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung und die Meeresökosysteme. „Diese Schiffe sind nichts anderes als schwimmende Städte, und ihre Emissionen belasten massiv die Umwelt“, so ein Sprecher des Kollektivs.

    Doch das ist nicht alles. Neben der Umweltbelastung wurden auch die Arbeitsbedingungen an Bord kritisiert. Die Aktivisten fordern mehr Transparenz und bessere Bedingungen für die Crewmitglieder, die oft unter sehr harten Bedingungen auf diesen Luxuslinern arbeiten.

    Kreuzfahrtindustrie: Ein zweischneidiges Schwert

    Während Städte wie Marseille wirtschaftlich von der Kreuzfahrtindustrie profitieren, wird zunehmend die Kehrseite dieser Branche deutlich. In Europa regt sich immer mehr Widerstand. Städte wie Venedig und Amsterdam haben es vorgemacht: Sie haben ihre Innenstadt-Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt, um die negativen Folgen zu minimieren.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine Studie der NGO Transport & Environment zeigt, dass Kreuzfahrtschiffe, die 2022 in europäischen Gewässern unterwegs waren, mehr als acht Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen haben – das entspricht rund 50.000 Flügen von Paris nach New York. Eine Bilanz, die viele schockiert und die Frage aufwirft: Kann dieser Luxus wirklich im Einklang mit unseren Klimazielen stehen?

    Steigende Luftverschmutzung: Ein Problem für Marseille

    Marseille ist besonders von der Luftverschmutzung durch den Schiffsverkehr betroffen. Laut AtmoSud, einer regionalen Organisation zur Überwachung der Luftqualität, sind die maritimen Aktivitäten für 39 % der Stickoxid-Emissionen (NOx) in der Region verantwortlich – nur knapp hinter dem Straßenverkehr, der 45 % ausmacht. Diese Stickoxide sind ein erheblicher Faktor für die schlechte Luftqualität in der Stadt und tragen zu gesundheitlichen Problemen bei den Anwohnern bei.

    Im März 2023 reichte eine Gruppe von Anwohnern und Umweltorganisationen sogar eine Klage gegen unbekannt ein, um auf die ständige Überschreitung der gesetzlich erlaubten Luftverschmutzungsgrenzen hinzuweisen. Die Belastung durch den Schiffsverkehr wird immer wieder als eine der Hauptursachen genannt.

    Die Reaktion der Kreuzfahrtindustrie

    Die Kreuzfahrtbranche verteidigt sich jedoch vehement. In einer Stellungnahme der internationalen Kreuzfahrtvereinigung Clia wurde die Blockade als „illegal und gefährlich“ bezeichnet. Man betonte zudem, dass die Schifffahrtsindustrie, darunter auch die Kreuzfahrtschiffe, intensiv daran arbeite, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und langfristig eine CO2-Neutralität anzustreben. In Marseille machen Kreuzfahrtschiffe derzeit nur 5 % des gesamten Schiffsverkehrs aus – ein Faktum, das laut Clia verdeutlicht, dass die Kreuzfahrt-Industrie nur einen kleinen Teil des Problems darstellt.

    Kampf um die Zukunft des Hafens

    Der Hafen von Marseille hat in den letzten Jahren einen enormen Anstieg des Kreuzfahrtverkehrs verzeichnet. 2022 begrüßte der Hafen 1,5 Millionen Kreuzfahrtpassagiere, im letzten Jahr stieg diese Zahl sogar auf 2,5 Millionen. Solche Zahlen sind natürlich wirtschaftlich bedeutsam – sie bringen der Stadt Einnahmen und schaffen Arbeitsplätze.

    Aber um welchen Preis? Mit wachsender Umweltbelastung und gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung ist der gesellschaftliche Widerstand nachvollziehbar. Werden andere Städte dem Beispiel von Venedig und Amsterdam folgen und auch Marseille in Zukunft seine Tore für die Kreuzfahrtriesen schließen?

    Wohin führt der Weg?

    Die Protestaktion in Marseille sollte ein klarer Weckruf sein – nicht nur für die Kreuzfahrtindustrie, sondern auch für die Verantwortlichen der Stadt. Die Umweltaktivisten haben es geschafft, das Thema der Luftverschmutzung durch Schiffe erneut ins Rampenlicht zu rücken. Doch die Frage bleibt: Wird sich etwas ändern?

    In Anbetracht der wachsenden Zahl an Protesten und der zunehmenden Reaktionen von Städten auf die Kreuzfahrtbranche scheint es, als würde der Druck weiter steigen. Die Zukunft des Kreuzfahrttourismus in Europa könnte bald anders aussehen. Schauen wir mal, ob diese Aktion der Beginn einer größeren Bewegung ist oder ob es bei diesem kurzen Aufbegehren bleibt.

  • Kreuzfahrten im Aufwind trotz Umweltkritik

    Kreuzfahrten im Aufwind trotz Umweltkritik

    Dank historischer Passagierrekordzahlen für viele Kreuzfahrtunternehmen im Jahr 2023 und voller Auftragsbücher für neue Schiffe bleibt die Kreuzfahrtbranche der sich am schnellsten erholende Sektor des Tourismus nach Covid-19. Und das trotz der wachsender Kritik an ihrem Umwelteinfluss.

    Der Erfolg von Kreuzfahrten ist ungebrochen und scheint sich sogar durch eine Verjüngung der potenziellen Kundschaft weiter zu festigen. In sozialen Netzwerken gibt es viele Posts, die Kreuzfahrten loben und viel Aufmerksamkeit generieren. Obwohl einige Influencer von den Unternehmen für die Verbreitung solcher Inhalte bezahlt werden mögen, hat sich das Durchschnittsalter der Kreuzfahrtteilnehmer von 56 Jahren im Jahr 2012 auf heute 46 Jahre gesenkt.

    Es gibt auch eine Welle von Erst-Kreuzfahrern, die diese Art des Tourismus kürzlich zum ersten Mal erlebt haben. Stéphanie, eine 26-jährige Amerikanerin aus Florida, kam mit ihrer Mutter und Großmutter nach Europa. Die drei Frauen sind begeistert von ihrer ersten Erfahrung: „Es ist unsere erste europäische Kreuzfahrt. Es gibt für jeden etwas zu tun: die eine will ins Casino, die andere in den Club, die dritte will ein Nickerchen machen oder etwas essen! Wir haben gar nicht darüber nachgedacht, welche Umweltauswirkungen das haben könnte“, sagt sie begeistert gegenüber dem Sender Franceinfo.

    In Marseille, dem wichtigsten französischen Hafen für Kreuzfahrten, war 2023 ein Rekordjahr: 36% mehr Passagiere als im Vorjahr. Dies ist die einzige Wachstumssparte des Hafens von Marseille-Fos, der auch der am stärksten verschmutzte Hafen Frankreichs im letzten Jahr war. Die Kathedrale Notre-Dame de la Garde im Zentrum von Marseille war die meistbesuchte Sehenswürdigkeit, mit einem atemberaubenden Blick auf Marseille und den Seehafen. Ein Selfie mit dem Kreuzfahrtschiff im Hintergrund ist ein Muss geworden.

    Die Beliebtheit der Kreuzfahrten ist insbesondere auf das Angebot an Bord zurückzuführen. Jean-François Suhas, Präsident der Marseille Cruise und Mitglied der Handelskammer, sagt gegenüber Franceinfo: „Auf den ersten Schiffen, auf denen ich gefahren bin, gab es Restaurants und das war’s. Heute gibt es so viele Dinge: Formel-1-Simulatoren, Nachtclubs für Kinder… Und dank dieser neuen Angebote finden wir immer neue Kunden.“ Der „All-Inclusive“-Ansatz, das Versprechen kontrollierter Ausgaben in Zeiten der Inflation, ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg.

    Ein weiteres Argument für Kreuzfahrten ist das Sicherheitsgefühl, während internationale Krisen oder die Bedrohung durch Terrorismus allgegenwärtig in den Nachrichten sind. „Die Schiffe sind hochsicher. In Marseille werden 100% der Passagiere und 100% des Gepäcks kontrolliert“, betont Jean-François Suhas.

    Die Werbung preist eher das Schiff als das Reiseziel an, nicht etwa die Zwischenstopps. Kreuzfahrtschiffe sind bewegliche riesige Hotels. Und was insbesondere auch ihre Stärke ausmacht: Wenn eine Region nicht mehr attraktiv ist, können sie anderswo nach rentablen Zielen suchen.

  • Fünfmal größer als die Titanic: Die Icon of the Seas – Kreuzfahrtschiff bricht alle Rekorde

    Fünfmal größer als die Titanic: Die Icon of the Seas – Kreuzfahrtschiff bricht alle Rekorde

    Das neue größte Kreuzfahrtschiff der Welt, eine schwimmende Stadt, wird im Januar 2024 seine ersten Passagiere begrüßen. Umweltschützer schlagen allerdings Alarm.

    Das größte Passagierschiff, das je gebaut wurde. Das ist jedenfalls die Aussage der Reederei Royal Caribbean, die ab 2024 das Schiff „Icon of the Seas“ (Ikone der Meere) in Betrieb nehmen wird. Das in Finnland gebaute Schiff hat im Juni dieses Jahres seine ersten Tests auf See absolviert.

    Die Maße des Schiffes, das fünfmal so groß wie die Titanic sein soll, sind beeindruckend. 365 Meter lang, das sind 35 Meter mehr als der Eiffelturm hoch ist, 65 Meter breit, 250.000 Tonnen schwer, 20 Stockwerke, die bei maximaler Kapazitätsauslastung etwa 7.600 Passagiere befördern können, die von 2.350 Besatzungsmitgliedern betreut werden. Damit übertrifft sie die „Wonder of the Seas“, ein Schiff der gleichen Reederei, das bislang den Rekord für das größte Kreuzfahrtschiff hielt.

    Mehr als nur ein Kreuzfahrtschiff: Die Icon of the Seas wirbt damit, „den größten Wasserpark auf See“ zu bieten. 7 Swimmingpools, darunter „Royal Bay, der größte Pool auf einem Schiff“ und zahlreiche Rutschen. Das Werbevideo für den Ozeanriesen inszeniert einen echten Vergnügungspark auf See.

    Um sich zu verpflegen, haben die Passagiere die Wahl zwischen 40 verschiedenen kulinarischen Optionen. Natürlich stehen ständig mehrere Animationen und Shows aller Art auf dem Programm.

    Die Icon of the Seas wird allerdings von vielen Seiten kritisiert, vor allem in Bezug auf die Umweltauswirkungen eines solchen Schiffes. Als Reaktion auf die Kritik versichert die Reederei Royal Caribbean, dass das Schiff mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben wird, das angeblich weniger umweltschädlich ist als herkömmliche fossile Brennstoffe.

    Dieses Argument wird von Umweltorganisationen bestritten. LNG emittiert tatsächlich weniger als herkömmliche Schiffskraftstoffe, „aber es hat dramatische Auswirkungen auf das Klima, da bei der Verbrennung Methan austritt“, warnt etwa Constance Dijkstra, Schifffahrtsexpertin bei der NGO Transport & Environment (T&E).

    Die Icon of the Seas bei einer Testfahrt vor der finnischen Küste (Royal Caribbean International)

    LNG, das hauptsächlich aus Methan besteht, ist ein starkes Treibhausgas, das sich viel schlimmer auf das Klima auswirken kann als Kohlendioxid. Das Problem ausserdem, dass man durch die Verwendung von LNG als Schiffstreibstoff die Entwicklung der Gasindustrie weiter fördert.

    Argumente, die den Touristen offenbar ziemlich egal sind. Die Preise auf der Icon of the Seas liegen zwischen 1.000 Dollar für die billigsten kabinen und 94.000 Dollar für die luxuriösesten Suiten, wie die Zeitung 20 Minuten berichtet.

  • Gironde: Passagierschiff verursacht große Schäden am Ufer der Garonne

    Gironde: Passagierschiff verursacht große Schäden am Ufer der Garonne

    In der Gironde verursachte ein Kreuzfahrtschiff eine riesige Welle, die am Ufer des Flusses Garonne große Schäden anrichtete.

    Am Samstag, dem 20. Mai, verursachte ein Kreuzfahrtschiff der Linie „Regent Seven Seas Cruises“ als es den Hafen Bordeaux verließ, eine große Welle. Eine Welle, die über die Deiche, die normalerweise die Ufer in einer Höhe von 4,80 m schützen, schwappte. Gesperrte Straßen, beschädigte Wohnhäuser – die Welle verursachte große Schäden in Saint-Louis-de-Montferrand, berichtet die Zeitung Sud Ouest.

    „Wir hörten dieses Geräusch, ein schreckliches Geräusch, und dann dieses Wasser, das kam. Ich habe gefragt: ‚Was ist das?’“, berichtet eine Anwohnerin gegenüber dem TV-Sender TF1. Eine angrenzende Mauer und alles, was sich um ihr Haus am Ufer der Garonne befand, wurden zerstört. „Sogar den Flaschencontainer hat es weggetragen. Es hat mir sogar die Terrasse kaputt gemacht“.

    Straßen in Saint-Louis-de-Montferrand, die nach der Welle mit Steinen und Baumstämmen bedeckt waren, mussten gesperrt werden. Mehr als 70 Personen waren am Montag mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

    Die Ursache für den Vorfall wird derzeit noch untersucht. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist es aber möglich, dass das Kreuzfahrtschiff einfach viel zu schnell vorbeigefahren ist.

  • Frankreich: Erstes mit Flüssigerdgas angetriebenes Passagierschiff

    Frankreich: Erstes mit Flüssigerdgas angetriebenes Passagierschiff

    Dieses Schiff, dessen Bau Ende 2019 begonnen hatte, hat nach Angaben der Werft in Saint-Nazaire einen Buchwert von „mehr als einer Milliarde Euro“.

    Die MCS World Europa wird an die italienisch-schweizerische Reederei MSC Crociere geliefert.
    LNG reduziert die CO2-Emissionen um 20% und die Feinstaubemissionen um 95% im Vergleich zu Schweröl, dem bisherigen Haupttreibstoff für Schiffe, und stößt kein Schwefeldioxid aus.

    „Dies ist ein bedeutender Schritt für die Dekarbonisierung der Kreuzfahrt“. Das erste in Frankreich gebaute Passagierschiff, das mit dem weniger gesundheitsschädlichen LNG (verflüssigtes Erdgas) angetrieben wird, wird Mitte Oktober 2022 an die italienisch-schweizerische Reederei MSC Crociere ausgeliefert, wie am Dienstag bei seiner Präsentation in den Chantiers de l’Atlantique bekannt gegeben wurde. „LNG ist heute der sauberste Kraftstoff, der für Kreuzfahrtschiffe verfügbar ist“, begrüßte Henri Doyer, MSC-Programmdirektor bei den Chantiers de l’Atlantique.

    LNG reduziert die CO2-Emissionen um 20% und die Feinstaubemissionen um 95% im Vergleich zu Schweröl, das heute Haupttreibstoff für Schiffe ist, und stößt kein Schwefeldioxid aus. Das italienisch-schweizerische Kreuzfahrtunternehmen und die Chantiers de l’Atlantique, die seit über zwanzig Jahren zusammenarbeiten, eröffnen mit der MSC World Europa einen nachhaltigeren Zyklus: Zwei weitere LNG-betriebene Passagierschiffe sollen 2025 und 2027 ausgeliefert werden.

    „Null Emissionen“ bis 2050
    Dieses erste Schiff, dessen Bau Ende 2019 begonnen wurde und das im Dezember zum ersten Mal in See stechen wird, hat laut Chantiers de l’Atlantique einen Preis von „mehr als einer Milliarde Euro“. In die MSC World Europa ist auch eine neuartige Brennstoffzelle integriert, die mit LNG betrieben wird und auch den fürn das Schiff notwendigen Strom erzeugen kann. „Im Moment produziert sie 150 Kilowatt, was dem Verbrauch von 300 Passagieren entspricht“, erklärt Patrick Pourbaix, Generaldirektor von MSC Crociere France, der hofft, dass diese Kapazität in den nächsten Jahren noch gesteigert werden kann. Die Reederei strebt an, bis 2050 „Null-Emissionen“ zu erreichen.

    „Wir sind dabei, die vorhandenen Schiffe an neue Umweltanforderungen anzupassen. Aber ohne neue Technologien und emissionsarme Kraftstoffe werden wir unser Ziel nicht erreichen können“, betonte Linden Coppell, CSR-Managerin bei MSC Cruises. Mit einer Länge von 333 Metern und einer Höhe von 68 Metern wird die MSC World Europa das größte Schiff in der Flotte der Reederei sein. Ausgestattet mit sieben Swimmingpools und dreizehn Restaurants bietet sie Platz für mehr als 6.700 Passagiere und 2.100 Besatzungsmitglieder.

  • Alaska: Spektakuläre Kollision eines Kreuzfahrtschiffes mit einem Eisberg (Bericht France 2)

    Alaska: Spektakuläre Kollision eines Kreuzfahrtschiffes mit einem Eisberg (Bericht France 2)

    Ein lautes Knirschen, ein Beben und Passagiere, die feststellen, dass ihr Kreuzfahrtschiff gerade einen Eisberg gerammt hat. Das ereignete sich in der Nähe eines Gletschers in Alaska (USA). Glücklicherweise sind die Schiffsrümpfe seit der Titanic viel stabiler geworden.

    Über die Reling des Kreuzfahrtschiffes gebeugt, trauen die Passagiere ihren Augen nicht: Das Schiff hat gerade einen Eisberg gerammt. Der Eisblock ragt nur einen Meter aus der Wasseroberfläche heraus, aber als er sich umdreht, sieht man die beeindruckende Grösse der Eismasse. Das Kreuzfahrtschiff mit 2.000 Passagieren an Bord war auf dem Weg nach Alaska (USA), als es den Eisberg rammte.

    Eisberge werden heutzutage mit Radarflugzeugen und per Satellit überwacht.

    Die Passagiere spürten einen Ruck und hörten ein lautes Geräusch. „Ich war überrascht, wie groß der Eisberg war. Zuerst sah er klein aus, aber dann wurde er immer größer, als er sich drehte“, sagte Benjamin Talbott, Passagier der Norwegian Sun. Kollisionen mit Eisbergen sind allerdings heute recht selten: nicht mehr als zwei pro Jahr werden gemeldet. Eisberge werden mit Radarflugzeugen und Satelliten überwacht. Eine internationale Patrouille ist damit beauftragt, sie zu orten und die Informationen an die Schiffe weiterzuleiten. Wenn es zu einer Kollision kommt, sind die Schäden jedoch oft schwerwiegend. Das Kreuzfahrtschiff musste zur Reparatur nach Seattle (USA) zurückkehren.

    Zum Zeitpunkt der Kollision herrschte sehr schlechte Sicht wegen Nebels.

  • Marseille: Aktivisten blockieren das größte Kreuzfahrtschiff der Welt

    Marseille: Aktivisten blockieren das größte Kreuzfahrtschiff der Welt

    Am 14. Juni versuchten 24 Aktivisten, das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die Wonder of the seas, daran zu hindern, in den Hafen von Marseille einzulaufen. Das Online-Medium Brut begleitete sie dabei.

    „Wir laden sie ein, ihre Vorstellung von Urlaub zu überdenken“.
    Begleitet von den Kollektiven Stop Crociere und Extinction Rebellion blockierten rund 20 Aktivisten am 14. Juni das Kreuzfahrtschiff Wonder of the seas, das größte Kreuzfahrtschiff der Welt.

    „Das Kreuzfahrtschiff hinter mir ist die Wonder of the seas, das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Für uns ist es das perfekteste Symbol für den Irrsinn, den Kreuzfahrten darstellen“, sagt ein Aktivist auf dem Video von Brut.

    Die Wonder of the seas ist 370 Meter lang und kann bis zu 7.000 Passagiere an Bord nehmen. „Es gibt eine Eislaufbahn, einen Wasserpark, Dutzende von Restaurants, Seilrutschen und Kletterwände“, erklärt Mednéo, Aktivistin von Extinction Rebellion.

    „Wir laden sie ein, ihre Vorstellung von Erholung, von Urlaub zu überdenken. Wir sind hier, um zu sagen: Dieses Modell der Erholung ist zerstörerisch. Es beeinträchtigt das Leben in großem Maßstab, es beeinträchtigt die Menschen, den Planeten, das Klima.“ Appellieren die Klimaaktivisten an die Zuschauer.

  • Loire-Atlantique: Das Kreuzfahrtschiff „Wonder of the Seas“ verlässt den Hafen von Saint-Nazaire

    Loire-Atlantique: Das Kreuzfahrtschiff „Wonder of the Seas“ verlässt den Hafen von Saint-Nazaire

    Nach jahrelanger Bauzeit verlässt das größte Kreuzfahrtschiff der Welt endlich Saint-Nazaire (Loire-Atlantique). Das „Wunder der Meere“ ist in See gestochen, bereit, Tausende von Menschen auf seinen Kreuzfahrten zu begrüßen.

    Der größte Ozeandampfer der Welt legt vom Hafen von Saint-Nazaire (Loire-Atlantique) ab. Das als „Wunder der Meere“ bezeichnete Schiff zieht viele Neugierige an, die das 362 Meter lange Ungetüm der Meere beobachten wollen. „Wir bewundern die geleistete Arbeit, es ist ein großartiges Image für die Region“, sagt ein Einwohner vor der Kamera von France 3. Das Schiff ist so hoch wie ein 20-stöckiges Gebäude und kostete fast 1,2 Milliarden Euro.

    Die Werft von Saint-Nazaire war für den Bau dieses modernen Seeungeheuers verantwortlich. Eine grossartige Aufgabe für die Mitarbeiter und das Management der Werft. „Es handelt sich um drei Jahre Arbeit, insgesamt acht Millionen Arbeitsstunden, mit den Teams der Werft und 500 Subunternehmen“, erklärt Florence Mauduit, Vertragsmanagerin der Werft. Allerdings gibt es auch Kritik an der „Wonder of the Seas“, obwohl sie weniger Schadstoffe ausstoßen soll als andere konventionelle Linienschiffe.