Schlagwort: kreuzfahrt

  • Brand auf Flusskreuzfahrtschiff in Honfleur: Mehr als 160 Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht

    Brand auf Flusskreuzfahrtschiff in Honfleur: Mehr als 160 Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht

    Ein nächtlicher Brand auf einem Flusskreuzfahrtschiff hat im Hafen der französischen Stadt Honfleur einen Großeinsatz ausgelöst. Das Feuer brach in der Nacht von Sonntag auf Montag aus und zwang die Einsatzkräfte zu einer schnellen Evakuierung aller Menschen an Bord. Nach bisherigen Erkenntnissen blieben sämtliche 132 Passagiere sowie 31 Besatzungsmitglieder unverletzt.

    Die ersten Notrufe gingen gegen drei Uhr morgens ein. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nahm das Feuer vermutlich in der Bordküche seinen Anfang. Innerhalb kurzer Zeit griffen die Flammen auf weitere Bereiche des Schiffes über, sodass Feuerwehr und Rettungsdienste mit einem umfangreichen Aufgebot anrückten. Rund 90 Feuerwehrleute kämpften über mehrere Stunden gegen den Brand.

    Obwohl das Feuer zunächst unter Kontrolle schien, flammten einzelne Brandherde erneut auf. Die Einsatzkräfte mussten deshalb das Schiff weiter sichern und Verkleidungen sowie Bauteile entfernen, um versteckte Glutnester aufzuspüren. Solche Nachlöscharbeiten gelten bei Bränden auf Schiffen als besonders anspruchsvoll, da sich Hitze und Rauch in engen Bereichen ausbreiten und Glut lange unbemerkt erhalten bleiben kann.

    Die evakuierten Passagiere fanden zunächst in einer städtischen Halle Zuflucht. Dort stellte die Stadt Getränke und Verpflegung bereit, während die Reederei nach geeigneten Unterkünften für die Nacht suchte. Unter den Reisenden befanden sich Gäste aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Australien. Trotz der belastenden Situation verlief die Evakuierung geordnet und ohne Panik.

    Auch rund um den Hafen kam es zu erheblichen Einschränkungen. Mehrere Straßen im Bereich des Kais mussten vorübergehend gesperrt werden, damit Feuerwehrfahrzeuge und weitere Rettungskräfte ungehindert arbeiten konnten. Erst nach Abschluss der wichtigsten Löscharbeiten normalisierte sich die Verkehrslage schrittweise.

    Warum das Feuer ausbrach, steht bislang nicht fest. Die Ermittler prüfen nun die genaue Ursache und untersuchen insbesondere den Bereich der Schiffsküche, in dem der Brand vermutlich seinen Ursprung hatte. Bis belastbare Ergebnisse vorliegen, bleibt offen, ob ein technischer Defekt oder ein anderer Auslöser verantwortlich war.

    Der Vorfall zeigt eindrucksvoll, wie entscheidend eingespielte Notfallabläufe auf Kreuzfahrtschiffen sind. Dank des schnellen Handelns der Besatzung und der Feuerwehr konnte eine deutlich schwerwiegendere Entwicklung verhindert werden.

    Von Daniel Ivers

  • Magen-Darm-Epidemie auf Kreuzfahrtschiff in Bordeaux: Behörden lockern Quarantäne teilweise

    Magen-Darm-Epidemie auf Kreuzfahrtschiff in Bordeaux: Behörden lockern Quarantäne teilweise

    Der Ausnahmezustand an Bord eines Kreuzfahrtschiffes im Hafen von Bordeaux verliert langsam an Schärfe. Nach mehreren Tagen strenger Isolationsmaßnahmen haben die französischen Gesundheitsbehörden Teile der verhängten Quarantäne aufgehoben. Zuvor hatte sich auf dem Schiff eine massive Welle von Magen-Darm-Erkrankungen ausgebreitet, von der zahlreiche Passagiere und Besatzungsmitglieder betroffen waren. Das Schiff liegt seit Beginn der Krise fest vertäut im Hafen der südfranzösischen Stadt. Zeitweise erinnerte die Lage eher an ein schwimmendes Krankenhaus als an ein Luxushotel auf See. Kabinen wurden zu Isolationsräumen, Gänge blieben leer, Gemeinschaftsbereiche standen unter Sperre. Hinter verschlossenen Türen warteten Urlauber auf neue Informationen – und wohl auch darauf, endlich wieder frische Luft zu schnappen. Die Behörden sprechen inzwischen von einer vorsichtigen Entspannung. Nach Angaben der Gesundheitsdienste ging die Zahl neuer Erkrankungen innerhalb der vergangenen 24 Stunde…

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  • Cannes bremst den Kreuzfahrttourismus: Weniger Riesenpötte, mehr Nachhaltigkeit

    Cannes bremst den Kreuzfahrttourismus: Weniger Riesenpötte, mehr Nachhaltigkeit

    Cannes macht ernst. Ab 1. Januar 2026 darf nur noch ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 3.000 Passagieren pro Tag in der Bucht vor Anker gehen – nie zwei gleichzeitig. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Die Folgen sind gewaltig, denn die Zahl der Anläufe solcher Riesenschiffe wird deutlich sinken, von derzeit 175 pro Jahr auf 34 im Jahr 2026 und 31 im Jahr 2027. Außerdem wird die tägliche Zahl der Kreuzfahrtgäste auf maximal 6.000 begrenzt.

    Ein Strategiewechsel mit Ansage

    David Lisnard, Bürgermeister von Cannes, betont: Es geht nicht darum, Kreuzfahrten grundsätzlich zu verbannen. „Wir wollen kleinere, schönere und vor allem umweltfreundliche Schiffe begrüßen.“ Ab 2030 sollen idealerweise nur noch Schiffe mit maximal 1.300 Passagieren Cannes anlaufen. Ein klarer Kurswechsel.

    Europaweit auf dem Rückzug

    Cannes ist kein Einzelfall. Auch Nizza hat längst die Notbremse gezogen: Dort dürfen nur noch Schiffe mit weniger als 450 Passagieren im Hafen anlegen. Die Bucht von Villefranche-sur-Mer bei Nizza wird beschränkt auf 65 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr – ebenfalls immer nur eines gleichzeitig. Und weiter westlich? Venedig hat seine Kanäle für große Kreuzer schon 2021 gesperrt. Barcelona und Amsterdam verschärfen ebenfalls die Regeln, um dem Massentourismus und seinen ökologischen Folgen Einhalt zu gebieten.

    Ein Schlag ins Kontor der Kreuzfahrtbranche

    Für die Cruise Lines International Association (CLIA) ist das ein harter Schlag. Der Verband hält die Beschränkungen für ungerechtfertigt und warnt vor wirtschaftlichen Schäden für die Hafenstädte. Doch viele Bewohner und lokale Politiker sehen das anders.

    Zahlen, die aufrütteln

    2024 legten in der Bucht von Cannes 175 Kreuzfahrtschiffe an. 460.000 Passagiere strömten in die Stadt. Manche der gigantischen Schiffe transportierten über 5.000 Menschen auf einen Schlag. Schon 2019 hatte Cannes eine Umweltcharta eingeführt, die Reedereien zu nachhaltigeren Praktiken verpflichtete – mit der Drohung, andernfalls den Zugang zu verwehren.

    Mehr Luft, mehr Raum, weniger CO₂

    Warum dieser drastische Schritt? Weil die Stadtverwaltung erkannt hat, dass Massentourismus nicht nur Geld bringt, sondern auch gewaltige Probleme: Luftverschmutzung, Belastung der Meeresfauna, Überfüllung der Altstadtgassen. Die neue Regelung soll dafür sorgen, dass Cannes atmen kann – im doppelten Sinne.

    Europa im Wandel

    Venedig, Barcelona, Amsterdam, Nizza und jetzt Cannes. Eine Frage drängt sich auf: Wird der Mittelmeerraum künftig ein Luxusziel nur für kleinere, hochpreisige Schiffe? Die Städte scheinen sich dafür entschieden zu haben. Und wer genau hinsieht, erkennt: Hier entsteht ein neues Tourismusmodell. Eines, das nicht mehr auf Masse setzt, sondern auf Qualität, Ästhetik und Nachhaltigkeit.

    Wohin steuert die Kreuzfahrt?

    Die Branche muss sich anpassen. Die größten Schiffe könnten künftig außen vor bleiben. Kleinere Reedereien mit modernen, umweltfreundlichen Schiffen dürften an Einfluss gewinnen. Vielleicht ist es genau dieser Wandel, den viele Urlauber schon lange herbeisehnen: weniger Gedränge, mehr Genuss, mehr Raum, weniger Emissionen.

    Eine Frage bleibt offen – wird die Branche schnell genug reagieren, um in diesem neuen Hafen der Nachhaltigkeit nicht unterzugehen?

    Autor: Andreas M. Brucker