Schlagwort: Kreditvergabe

  • Wenn die Politik wackelt: Warum Hypotheken in Frankreich teurer werden

    Wenn die Politik wackelt: Warum Hypotheken in Frankreich teurer werden

    Politische Instabilität klingt abstrakt – bis sie im Kleingedruckten der Baufinanzierung landet. Dann misst sie sich in Basispunkten, Monatsraten und Nervosität an der Börse. Der Mechanismus dahinter ist kein Hexenwerk, aber er greift leise, Schräubchen für Schräubchen. Und er betrifft alle, die kaufen, bauen oder umschulden möchten. Wie Banken ihre Immobilienzinsen festzurren. In Frankreich dient die 10-jährige Staatsanleihe (OAT 10 ans) oft als Referenz. Steigen deren Renditen, weil Investoren Frankreich ein höheres Risiko zumessen, rutscht die Referenzlinie nach oben – samt Aufschlag der Banken. Das verteuert den Refinanzierungsmix, an dem sich die Hypotheken orientieren. Gleichzeitig klettert in unsicheren Zeiten die geforderte Risikoprämie. Wer Frankreich Geld leiht, verlangt dann etwas mehr Rendite. Dieses „etwas“ sickert vom Anleihemarkt in die Bilanzkalkulationen der Banken – und landet am Ende in den Kreditkonditionen von Privatkundinnen und -kunden. Dazu kommt die Marge. Wenn…

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  • Ukraine-Krieg: USA gewähren 20 Milliarden Dollar Kredit finanziert durch eingefrorene russische Vermögenswerte

    Ukraine-Krieg: USA gewähren 20 Milliarden Dollar Kredit finanziert durch eingefrorene russische Vermögenswerte

    Die Vereinigten Staaten haben ein bedeutendes Finanzpaket für die Ukraine angekündigt, das durch die Zinsen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten gedeckt wird. Mit diesem Schritt sollen die laufenden Kosten des Ukraine-Kriegs abgefedert und die wirtschaftliche Belastung westlicher Steuerzahler reduziert werden.

    Die Details des Kredits

    Der Kredit über 20 Milliarden Dollar ist Teil eines umfassenden G7-Programms, das insgesamt 50 Milliarden Dollar umfasst, um die Ukraine zu unterstützen. Die Finanzierung erfolgt über Zinsen, die von eingefrorenen russischen Staatsvermögen in Höhe von etwa 300 Milliarden Euro generiert werden. Diese Vermögenswerte, die größtenteils in europäischen Ländern wie Belgien lagern, bringen jährlich rund drei Milliarden Euro an Erträgen ein. Laut Janet Yellen, der US-Finanzministerin, ist dies ein innovativer Ansatz, um die Unterstützung der Ukraine sicherzustellen, ohne die Steuerzahler direkt zu belasten.

    Geopolitische Dimensionen

    Die Entscheidung erfolgt in einer politisch sensiblen Zeit. Die aktuelle US-Regierung versucht, vor der Amtseinführung von Donald Trump im Januar ihre Ukraine-Strategie zu festigen. Trump hat bereits signalisiert, die Unterstützung für die Ukraine möglicherweise zu reduzieren, was bei den europäischen Verbündeten Besorgnis auslöst. Sie befürchten ein schwindendes Engagement der USA, das die westliche Einheit im Ukraine-Konflikt schwächen könnte.

    Warum dieser Schritt wichtig ist

    Das Ziel des Programms ist es, den wirtschaftlichen Druck auf Russland weiter zu erhöhen. Indem die Erträge aus russischen Vermögenswerten genutzt werden, werden die Kriegskosten de facto an den Verursacher weitergereicht. Dies sendet laut Yellen ein „starkes Zeichen der Entschlossenheit“ an den Kreml. Gleichzeitig bietet es der Ukraine dringend benötigte Mittel, um den Krieg zu finanzieren und langfristig eine wirtschaftliche Stabilität aufzubauen.

    Herausforderungen und Kritik

    Obwohl der Mechanismus effektiv erscheint, werfen Kritiker Fragen nach der langfristigen Machbarkeit auf. Die rechtliche Grundlage für die Nutzung der Vermögenswerte könnte in internationalen Gremien wie der UNO oder vor Gericht angefochten werden. Zudem bleibt offen, wie sich eine mögliche Reduzierung der US-Unterstützung unter einer neuen Regierung auf die Umsetzung solcher Pläne auswirken könnte.

    Ein Schritt in die Zukunft

    Diese Initiative markiert eine entscheidende Phase im westlichen Umgang mit dem Ukraine-Konflikt. Sie zeigt, wie innovative Finanzierungsmodelle nicht nur militärische und wirtschaftliche Unterstützung sichern, sondern auch geopolitische Botschaften senden können. Doch ob dieser Ansatz das gewünschte Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Kostenersparnis erreichen kann, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

  • Inflation: Franzosen beantragen aus Geldmangel immer häufiger Verbraucherkredite

    Inflation: Franzosen beantragen aus Geldmangel immer häufiger Verbraucherkredite

    Die Zahl der Verbraucherkredite in Frankreich ist im Jahr 2022 um 7,7 % gestiegen. Meist werden sie zweckfrei genutzt, nur um das Monatsende zu überbrücken und eine teurere Überziehung des Kontos zu vermeiden.

    Immer mehr Franzosen müssen sich verschulden, um am Ende des Monats über die Runden zu kommen, und entscheiden sich für sogenannte Verbraucherkredite. Die Zahl der Kreditanträge steigt weiter an – bis Ende 2022 waren es immerhin 360.000. Heute werden sie vor allem zur Bewältigung der Preissteigerungen eingesetzt.

    Die Zahl der Kredite stieg innerhalb eines Jahres um 15 %.
    In Toulouse (Haute-Garonne) nahm die Rathausangestellte Latifa vor einer Woche einen Verbraucherkredit auf, gerade um einen Teil ihrer Einkäufe bezahlen zu können. „Ich habe 1.000 Euro aufgenommen, um den Monat oder zwei Monate zu überstehen. Das Gehalt reicht nicht, alles ist zu teuer, man schafft es nicht“, klagt sie auf dem Sender France 2. In einem Geschäft für Haushaltsgeräte stieg die Zahl der Kredite für dringende Käufe innerhalb eines Jahres um 15 %. Aufgrund der steigenden Zinsen wird der jeweils geliehene Betrag allerdings geringer.

  • Was sich am 1. Februar 2023 in Frankreich ändern wird

    Was sich am 1. Februar 2023 in Frankreich ändern wird

    Neubewertung der Autobahn-Mautgebühren, Covid-Regeln, höhere Stromtarife… am 1. Februar 2023 ändert sich einiges in Frankreich. Einige der neuen Massnahmen bringen Einsparungen mit sich, andere sind weniger erfreulich. Hier eine Zusammenfassung dessen, was sich am 1. Februar alles ändern wird. Covid-19 Ab Mittwoch, dem 1. Februar, wird es nicht mehr möglich sein, bei einem positiven Covid-Test automatisch eine Krankschreibung zu bekommen. Dies geht aus einem Dekret hervor, das am Samstag, dem 28. Januar, im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Die obligatorische Isolierung von Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, und „die Durchführung eines Tests“ nach zwei Tagen für ihre Kontaktpersonen ist nicht mehr obligatorisch. Geld und Konsum Der Zinssatz für das Sparbuch A wird ab dem 1. Februar von 2% auf 3% steigen. Das höchste Zinsniveau seit 2009, das aber immer noch weit unter der Inflationsrate liegt. Das Sparbuch für nachhaltige und solidarische Entwicklung (LDDS) profitiert …

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  • Frankreich: Pfandleiher kennen keine Krise

    Frankreich: Pfandleiher kennen keine Krise

    Vor dem Hintergrund einer starken Inflation ist das Pfandleihgeschäft zu einer Alternative zum Bankkredit geworden. Das Profil der Kunden verändert sich.

    In Toulon im Departement Var kommt eine Frau, um sich im Pfandleihhaus einen kleinen, für sie lebenswichtigen Betrag abzuholen. „Ich brauche das Geld, um die Rechnungen zu bezahlen, die Miete, alles, sonst kommen wir nicht über die Runden. Seit Jahren komme ich, wenn ich etwas brauche, um meinen Schmuck abzugeben“, sagt sie auf dem Sender France 3. Angesichts schwieriger Monatsenden bringen immer mehr Kunden ihren Schmuck oder andere Wertgegenstände in ein Pfandleihhaus, um im Gegenzug Bargeld zu leihen.

    Ein Anstieg der Aktivität um 10%.

    Beim Crédit Municipal von Toulon stiegen die Pfandkredite um 10%, wobei sich das Profil der Kunden verändert. „Nicht wenige Geschäftsleute, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr von ihrer Bank mit Krediten bedient werden. Das ist eine Kundschaft, die wir früher überhaupt nicht kannten“, erklärt Gilles Fabre, Generaldirektor des Crédit Municipal de Toulon. Mit dem Pfandleihgeschäft können Beträge zwischen 10 und 30.000 Euro zu einem Zinssatz von 3% geliehen werden. Die jeweilige Laufzeit wird mit dem Kunden vereinbart.

  • Steigende Preise führen zu einer Explosion der Verbraucherkredite in Frankreich

    Steigende Preise führen zu einer Explosion der Verbraucherkredite in Frankreich

    Die Zahl der französischen Haushalte, die einen Verbraucherkredit aufgenommen haben, ist seit einem Jahr um 8,8% gestiegen. 

    Die Monatsenden werden für einen Teil der Franzosen immer schwieriger. Volltanken, Einkaufen, Energierechnung… Die Preise sind vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine spürbar gestiegen. Die durchschnittlichen Mehrkosten wurden laut einer Studie der Organisation „60 millions de consommateurs“ (60 Millionen Verbraucher) auf durchschnittlich 90 Euro pro Monat geschätzt. Die Lösung für viele Franzosen: auf Ersparnisse zurückgreifen oder einen Verbraucherkredit aufnehmen.

    Dies belegen die neuesten Zahlen des Verbands der Finanzgesellschaften (ASF). Im ersten Quartal 2022 stieg die Zahl neuer Verbraucherkredite um 8,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Das entspricht einem Gesamtmarktvolumen von 11,8 Milliarden Euro. Der Anstieg der Privatkredite im Jahresvergleich liegt bei 16,1%, was einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro entspricht.

    Es gibt einen deutlichen Anstieg des Volumens von Krediten unter 2.000 Euro. Im Zeitraum März-April-Mai 2022 wirde bei diesen Kleinkrediten ein Anstieg von 40% im Vergleich zu Januar-Februar 2022 beobachtet. Bei Krediten zwischen 2.000 und 5.000 Euro liegt der Anstieg bei 25-28%, meldet die Zeitung La Dépêche. Kredite von weniger als 2.000 Euro sind in der Regel punktuelle Liquiditätslösungen. Haushalte nehmen diese Art der Finanzierung in Anspruch, weil sie eine vorübergehende finanzielle Schwierigkeit haben oder weil keine Ersparnisse mehr vorhanden sind, um die tägliche Liquidität oder zum Beispiel den Austausch einer defekten Waschmaschine zu stemmen.

    Wie bei den Immobilienkrediten sind auch bei den Verbraucherkrediten die Zinssätze gestiegen. Seit Anfang des Jahres sind sie um 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte pro Monat nach oben gegangen. Über 12 Monate hinweg liegen heute die Zinsen für einen Verbraucherkredit von weniger als 2.000 Euro zwischen 2% und 11%, je nach Bonität des Kreditnehmers!

    Kein Anstieg der Überschuldung
    Diese Steigerungen bei den Verbraucherkrediten führen jedoch nicht zu einem Anstieg der Überschuldung. Ende April 2022 verzeichnete die Banque de France 39.113 Überschuldungsfälle gegenüber 44.703 ein Jahr zuvor, was einem Rückgang um 13% entspricht. Im Gegensatz dazu sind mehr Personen in der nationalen Datei der Rückzahlungsvorfälle bei Privatkrediten (vergleichbar mit der deutschen Schufa) eingetragen: Ende April 2022 waren 252.929 Personen eingetragen, eine Zahl, die im Jahresvergleich um 14% gestiegen ist.

    Persönliche Verbraucherkredite sollten mit Vorsicht aufgenommen werden. Ein Kredit ist kein Instrument zur Verwaltung der Liquidität…

  • Kredite für Immobilien-Käufer in Frankreich immer schwieriger zu bekommen

    Kredite für Immobilien-Käufer in Frankreich immer schwieriger zu bekommen

    Vielen Hauskäufern in Frankreich wird seit dem 1. Juni die Aufnahme eines Immobilienkredits verweigert. Die steigenden Immobilienzinsen hindern sie daran, sich ein Eigenheim zu kaufen.

    Für viele Franzosen wird das Investieren in Immobilien zunehmend unerreichbar. Pierre Bazire dachte, er könne sich 205.000 Euro für eine Wohnung von der Bank leihen. „Ich hatte im Internet Simulationen durchgeführt und dachte, ich hätte ein ziemlich gutes Profil, um kaufen zu können, und am Ende hat sich herausgestellt, dass das nicht wirklich der Fall war. Die Zinsen sind gestiegen“, erklärt er gegenüber France 2. Für ihn liegt das Problem im Zinssatz. Wenn die Summe aus Versicherungsgebühren, Provisionen und dem Zinssatz 2,40% des Kreditbetrags übersteigt, wird das Darlehen automatisch abgelehnt.

    Die Immobilienzinsen werden weiter steigen
    Da die Immobilienzinsen steigen, werden auch die Ablehnungen immer häufiger. Auch die Zentralbanken erhöhen ihre Zinssätze, was das Leben der Immobilien-Käufer weiter erschweren könnte. „Die Zentralbanken haben heute keine andere Möglichkeit, als die Zinsen zu erhöhen, also werden auch die Immobilienzinsen weiter steigen“, erklärt Estelle Brack, Bank- und Finanzexpertin, auf dem Sender France 2. Das Wirtschaftsministerium will nach Lösungen suchen.

  • Angesichts der Inflation boomen die Pfandhäuser: „Es ist mein letzter Ausweg…“

    Angesichts der Inflation boomen die Pfandhäuser: „Es ist mein letzter Ausweg…“

    Seit einigen Monaten und in vielen Städten Frankreichs wenden sich die Franzosen aufgrund der steigenden Preise und der hohen Zinssätze verstärkt an Pfandleihhäuser.

    Am Schalter des Kommunalkredits in Toulouse stehen etwa 20 Personen in der Schlange. Unter ihnen ist Jessica, die eine kleine Schachtel in den Händen hält. Die Frau will den Schmuck einzahlen, den ihr ihre Großmutter vermacht hat. „Die Zeiten sind hart“, wird sie von Franceinfo zitiert. Angesichts der sinkenden Kaufkraft und der steigenden Zinssätze wenden sich immer mehr Franzosen auf der Suche nach Bargeld wieder an die Pfandleihhäuser. Diese kommunalen und staatlichen Einrichtungen bieten Darlehen zu günstigen Zinssätzen im Tausch gegen einen Wertgegenstand an.

    Die Inflation steigt im April in Frankreich weiter an und erreicht laut Insee 4,8% im Jahresvergleich.

    Jessica kann ihren Schmuck in sechs Monaten zurückbekommen, wenn sie die ihr ausgezahlte Geldsumme plus ein paar Zinsen zurückgezahlt hat. Sie hofft, für ihren Schmuck 300 Euro zu bekommen: „Das ist mein letzter Ausweg, um meine Kinder zu ernähren und mein Auto zu betanken“.

    Ein „Wiederaufleben der Pfandleihgeschäfte“
    „Es gibt zur Zeit eine Zunahme von Pfandkrediten. Derzeit haben wir 80 Personen pro Tag, die kommen, um ein Darlehen zu bekommen. Das durchschnittliche Darlehen liegt bei etwa 600 Euro“, erklärt der Direktor des Kommunalkredits von Toulouse, Franck Paindessous gegenüber Franceinfo.

    „Es handelt sich hauptsächlich um Goldschmuck, aber es können auch Bilder, Silberbesteck oder Schals sein.“ (Franck Paindessous, Direktor des Kommunalkredits von Toulouse gegenüber Franceinfo)


    Insgesamt wurden seit Jahresbeginn in diesem Kommunalkredit 6.000 Kredite mit einer Gesamthöhe von vier Millionen Euro vergeben. „Mit dem Anstieg der Inflation gibt es Bedürfnisse, die nicht erfüllt werden können“, erklärt der Direktor. „In den Banken ist es schwierig, kleine Kredite zu bekommen. Bei uns reicht es, wenn man einen Ausweis und einen Wohnsitznachweis hat“.

    Der Kommunalkredit ist eine öffentliche Einrichtung, deren Ziel es nicht ist, Gewinne zu erwirtschaften oder Dividenden auszuschütten. Daher sind die Konditionen in diesen Einrichtungen sehr interessant. „Menschen kommen zu uns, um diese schnelle und einfache Hilfe zu bekommen.“