Schlagwort: Kohle

  • Erneuerbare Energien überholten 2025 erstmals seit einem Jahrhundert die Kohle – weltweit

    Erneuerbare Energien überholten 2025 erstmals seit einem Jahrhundert die Kohle – weltweit

    Die globale Energiewirtschaft hat 2025 eine symbolträchtige Schwelle überschritten: Erstmals seit rund hundert Jahren lieferten erneuerbare Energien mehr Strom als Kohle. Dieser Befund markiert nicht nur einen statistischen Wendepunkt, sondern verweist auf tiefgreifende strukturelle Veränderungen im weltweiten Energiesystem – mit weitreichenden politischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Konsequenzen.

    Ein historischer Kipppunkt im Energiesystem

    Laut dem britischen Thinktank Ember entfielen im Jahr 2025 rund 34 Prozent der weltweiten Stromproduktion auf erneuerbare Quellen – insbesondere Solarenergie, Windkraft und Wasserkraft. Kohle, lange Zeit Rückgrat der industriellen Energieversorgung, fiel mit 33 Prozent knapp dahinter zurück. Diese Verschiebung ist insofern bemerkenswert, als Kohle seit Beginn des 20. Jahrhunderts die dominierende Quelle für Stromerzeugung war.

    Der Befund ist nicht lediglich ein statistischer Zufall, sondern Ausdruck eines langfristigen Trends. Bereits in den vergangenen Jahren hatten erneuerbare Energien kontinuierlich an Bedeutung gewonnen, doch erst jetzt erreichen sie eine dominante Stellung im globalen Strommix. Dass dieser Umschwung ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Spannungen und energiepolitischer Unsicherheiten erfolgt, unterstreicht seine strukturelle Tiefe.

    Die treibende Kraft: Solarenergie

    Besonders auffällig ist die Dynamik im Bereich der Solarenergie. Die weltweite Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen stieg im Jahr 2025 um rund 30 Prozent – ein Wachstum, das die Entwicklung anderer Energiequellen deutlich übertrifft. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die globale Solarstromproduktion verzehnfacht.

    Diese Entwicklung ist vor allem auf sinkende Produktionskosten, technologische Fortschritte und massive staatliche Förderprogramme zurückzuführen. Länder wie China, die USA und Indien investieren in großem Umfang in den Ausbau von Solarkapazitäten, nicht zuletzt aus industriepolitischen Motiven. Die Solarenergie ist damit nicht nur ein Instrument der Klimapolitik, sondern auch ein strategischer Wirtschaftsfaktor geworden.

    Gleichzeitig hat die Dezentralisierung der Stromproduktion durch Solaranlagen – etwa auf Hausdächern oder in kleineren Anlagen – die Struktur der Energieversorgung verändert. Strom wird zunehmend dort erzeugt, wo er verbraucht wird, was traditionelle Versorgungsmodelle infrage stellt.

    Europa als Vorreiter des Wandels

    Innerhalb der Europäischen Union zeigt sich der Wandel besonders deutlich. 2025 übertraf die kombinierte Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie erstmals diejenige aus allen fossilen Energieträgern. Dieser Meilenstein ist das Ergebnis einer langfristig angelegten Energie- und Klimapolitik, die auf Diversifizierung, Dekarbonisierung und technologische Innovation setzt.

    Politische Instrumente wie der Emissionshandel, Subventionen für erneuerbare Energien und ambitionierte Ausbauziele haben den Übergang beschleunigt. Gleichzeitig hat die Energiekrise infolge geopolitischer Konflikte – insbesondere die Reduktion russischer Gaslieferungen – den Druck erhöht, alternative Energiequellen schneller zu erschließen.

    Allerdings bleibt die europäische Energiewende ein komplexes Unterfangen. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, die Integration volatiler Energiequellen und die Sicherstellung der Versorgungssicherheit stellen weiterhin erhebliche Herausforderungen dar.

    Fossile Energien verlieren an Boden – langsam

    Trotz des symbolischen Bedeutungsverlusts der Kohle ist der Rückgang fossiler Energien bislang moderat. Im Jahr 2025 sank ihr Anteil an der globalen Stromproduktion lediglich um 0,2 Prozent. Dies ist erst das fünfte Mal im 21. Jahrhundert, dass ein Rückgang verzeichnet wurde.

    Diese Trägheit erklärt sich durch mehrere Faktoren. Zum einen verfügen viele Länder über bestehende Infrastrukturen für Kohle- und Gaskraftwerke, deren Stilllegung wirtschaftlich und politisch sensibel ist. Zum anderen steigt der globale Strombedarf weiterhin an, insbesondere in Schwellenländern, sodass erneuerbare Energien häufig zusätzlich installiert werden, anstatt fossile Kapazitäten vollständig zu ersetzen.

    In Ländern wie Indien oder Indonesien bleibt Kohle aufgrund ihrer Verfügbarkeit und niedrigen Kosten eine zentrale Energiequelle. Der globale Energiewandel verläuft daher asymmetrisch: Während Industrieländer ihre Emissionen reduzieren, wächst der Energiebedarf in anderen Teilen der Welt weiterhin stark.

    Klimapolitische und geopolitische Implikationen

    Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien hat unmittelbare Auswirkungen auf die globale Klimapolitik. Da Kohle zu den emissionsintensivsten Energiequellen zählt, bedeutet ihr relativer Rückgang eine potenzielle Reduktion von Treibhausgasemissionen. Allerdings hängt der tatsächliche Effekt davon ab, ob fossile Energien absolut zurückgedrängt werden oder lediglich langsamer wachsen.

    Darüber hinaus verändert die Energiewende die geopolitischen Machtverhältnisse. Staaten, die bislang von fossilen Energieexporten abhängig waren, sehen sich mit sinkender Nachfrage konfrontiert. Gleichzeitig gewinnen Länder an Bedeutung, die über technologische Kompetenzen oder Ressourcen für erneuerbare Energien verfügen – etwa seltene Erden für Batterien oder Produktionskapazitäten für Solarmodule.

    Die Energiepolitik wird damit zunehmend zu einem Feld strategischer Industriepolitik. Fragen der Versorgungssicherheit, technologischen Souveränität und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit rücken in den Vordergrund.

    Zwischen Fortschritt und Unsicherheit

    Der historische Moment des Jahres 2025 markiert keinen Endpunkt, sondern einen Zwischenstand in einem langwierigen Transformationsprozess. Der Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem erfordert nicht nur den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch Investitionen in Speichertechnologien, Netzinfrastruktur und flexible Strommärkte.

    Zudem bleiben Unsicherheiten bestehen: politische Richtungswechsel, wirtschaftliche Krisen oder technologische Engpässe könnten den Fortschritt verlangsamen. Ebenso ist unklar, wie schnell sich der globale Süden von fossilen Energien lösen kann, ohne wirtschaftliche Entwicklung zu gefährden.

    Dennoch lässt sich festhalten: Die Verschiebung im globalen Strommix ist ein Indikator dafür, dass die Energiewende nicht mehr nur ein politisches Ziel ist, sondern zunehmend Realität wird – mit allen Ambivalenzen, die ein solcher Strukturwandel mit sich bringt.

    Andreas M. Brucker

  • Kohleausstieg bis 2027: Frankreich bereitet sich auf den Winter vor

    Kohleausstieg bis 2027: Frankreich bereitet sich auf den Winter vor

    Die Kohlekraftanlage in Saint-Avold im Département Moselle, wurde am Dienstag, den 12. November, wieder in Betrieb genommen. Damit will Frankreich möglichen Energieengpässen in den kalten Wintermonaten entgegenwirken. Olga Givernet, die französische Ministerin für Energie, betonte in einem Interview mit franceinfo jedoch, dass die Wiederaufnahme des Betriebs kein Zurückweichen vor den Klimazielen bedeutet. Präsident Emmanuel Macron hatte das Ziel festgelegt, bis 2027 vollständig aus der Kohle auszusteigen – ein Vorhaben, das weiterhin Bestand hat, wie Givernet versichert. Kohleausstieg fest im Plan Olga Givernet stellte klar, dass der Kohleausstieg bis 2027 fest in der „Programmation pluriannuelle de l’Énergie“ (PPE), der mehrjährigen Energieplanung Frankreichs, verankert ist. „Dieses Ziel ist bestätigt und bleibt unverändert“, erklärte die Ministerin. Die Wiederinbetriebnahme der Anlage in Saint-Avold sei lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um für die kalte Jahreszeit gerüstet zu sein, …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Zurück zur Kohle: Warum die erneute Aktivierung der Kraftwerksanlage Saint-Avold Fragen aufwirft

    Zurück zur Kohle: Warum die erneute Aktivierung der Kraftwerksanlage Saint-Avold Fragen aufwirft

    Mitten in der Energiekrise geht die Kohlekraftanlage von Saint-Avold im französischen Departement Moselle erneut ans Netz. Eine Entscheidung, die in Zeiten der Klimakrise mindestens überrascht – schließlich hatte Präsident Macron die Abkehr von der Kohle bis 2027 fest versprochen. Saint-Avold, eine der letzten Kohleanlagen Frankreichs, läuft also wieder und produziert Strom für den Winter. Wie konnte es so weit kommen? Ein genauer Blick auf die Hintergründe zeigt die Brisanz der Lage.

    Widersprüche in der Klimapolitik

    Saint-Avold liefert in voller Fahrt etwa ein Drittel des Strombedarfs der Region Grand Est. Wenn wir uns die Lage mal so vorstellen: In einer Zeit, in der der Klimawandel immer drängender wird und Naturkatastrophen weltweit zunehmen, setzt Frankreich erneut auf Kohle – eine Energiequelle, die als einer der größten Treiber des Treibhausgasausstoßes gilt. Vor Kurzem noch hieß es, dass der Klimaschutz oberste Priorität hat und kohlenstofffreie Alternativen für die Stromerzeugung die Zukunft sind. Doch mit der nun beschlossenen Winteraktivierung des Kohlekraftwerks scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

    Die Klimakrise bleibt ein Dauerthema, und Frankreich hat nicht nur symbolisch versprochen, Vorreiter beim Klimaschutz zu sein. Die Rückkehr zur Kohle, sei es auch nur temporär, wirft nun die Frage auf, wie es um die Ernsthaftigkeit dieser Klimaversprechen steht. Setzt das Land beim ersten Anzeichen von Kälte seine Verpflichtungen einfach wieder außer Kraft?

    Ungewisse Zukunft für die Mitarbeitenden

    Für die Beschäftigten der Anlage in Saint-Avold, die noch immer um ihren Arbeitsplatz bangen, stellt die erneute Inbetriebnahme kaum eine Erleichterung dar. Die Unsicherheit für die etwa 500 Arbeitsplätze bleibt – ein erheblicher Teil davon besteht ohnehin aus befristeten Verträgen, die im kommenden April auslaufen. Viele der Angestellten wissen schlicht nicht, ob sie im nächsten Winter noch dabei sind. Besonders brisant: Die Frage, ob das Werk langfristig auf klimafreundlichere Alternativen wie Biogas oder Biomasse umgestellt werden kann, bleibt ungeklärt. Seit September 2023 gibt es einen Streikvorbehalt, und auch wenn die Arbeit aktuell weiterläuft, ist die Nervosität am Standort spürbar.

    Das verschwundene Gesetzesvorhaben und der Spagat der Politik

    Die mögliche Umstellung von Kohlekraftwerken auf nachhaltigere Energieformen stand schon im Raum. Auch für die Anlage in Saint-Avold war die Umrüstung auf Biogas oder Biomasse angekündigt, ein notwendiger Schritt für die Mitarbeitenden und die Region. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde allerdings zunächst verabschiedet und dann auf den letzten Metern gestrichen. Der Fall zeigt, wie fragil solche Prozesse sein können und welche Schwankungen die französische Energiepolitik derzeit durchmacht.

    Daniel Gremillet, ein Senator aus den Vogesen, versucht nun, das Anliegen per Gesetzesänderung wieder auf die politische Agenda zu bringen. Ob er damit Erfolg haben wird? Das bleibt offen, gerade weil die endgültige Entscheidung auf einen sogenannten „49.3“-Beschluss fallen könnte – eine Art Regierungsdekret, bei dem das Parlament nicht mit abstimmt. In einem Land, das sich als Klimavorreiter sieht, wirkt das Hin und Her ernüchternd.

    Fehlen uns die Alternativen?

    Die Frage drängt sich auf: Gibt es schlicht keine Alternative zu Kohlekraft in diesem Winter? Es scheint fast so. Denn die europäische Energieversorgung steht unter einem erheblichen Druck. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob man nicht vor Jahrzehnten in nachhaltige Energien hätte investieren müssen – so dass das Thema Kohle heute längst Vergangenheit sein könnte.

    Der schnelle Umbau hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung verlangt enorme Investitionen. Doch Frankreich hat gerade hier eine schwere Entscheidung vor sich, die das Land teurer zu stehen kommen könnte, wenn keine klare Richtung eingeschlagen wird. Nur als Übergang zu verstehen, könnte die vorläufige Reaktivierung der Kohle-Anlage aus reiner Notwendigkeit gesehen werden – oder als Entscheidung mit Langzeitfolgen.

    Wie die Kohlezukunft auch die Sozialgerechtigkeit betrifft

    Diese Diskussion hat nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Dimension. Die Abhängigkeit der Region Grand Est von der Energieproduktion in Saint-Avold zeigt, dass jede Entscheidung über die Zukunft des Werks auch das soziale Gleichgewicht gefährden kann. Hunderte Arbeitsplätze hängen an der Anlage, und wenn diese plötzlich schließt, stehen zahlreiche Familien ohne Einkommen da. Die Idee eines sozial gerechten Strukturwandels fordert, dass Menschen in solchen Regionen nicht einfach zurückgelassen werden, während sie gleichzeitig für die Folgen der globalen Klimakrise in Mithaftung genommen werden.

    Was wäre eine gerechte Lösung? Eine Umschulung und Neuqualifizierung der Beschäftigten für andere Branchen könnte ein Weg sein. Dies ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Regierung tatsächlich die Mittel bereitstellt, um diese Menschen in alternative Arbeitsfelder zu integrieren. Der Druck, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen, ist riesig – doch ohne gerechte Maßnahmen, um die sozialen Folgen abzufedern, ist die Nachhaltigkeit nur auf dem Papier Realität.

    Ein Land im Balanceakt: Klimaschutz und Energieversorgungssicherheit

    Frankreich kämpft mit einem komplexen Balanceakt zwischen dem Schutz des Klimas und der Sicherstellung einer zuverlässigen Energieversorgung. Auch wenn Kohlekraftwerke langfristig stillgelegt werden sollen, bleibt Saint-Avold ein Symbol dafür, wie schwer der Übergang fällt. Das Land sieht sich nicht allein dieser Herausforderung gegenüber. Andere europäische Staaten stehen vor ähnlichen Entscheidungen – und oft wird dabei eine schnelle und günstige Lösung gesucht, die jedoch keine dauerhafte Antwort bietet. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie, die Förderung von Wasserstoff und die Erforschung neuer Technologien könnten das Blatt jedoch wenden, wenn sie konsequent umgesetzt werden.

    Ein Weckruf für die französische Klimapolitik?

    Am Ende bleibt die Wiederinbetriebnahme von Saint-Avold ein Symbol für eine tiefere Herausforderung. Der Klimawandel drängt und verlangt klare und entschlossene Maßnahmen – nicht nur Ankündigungen und Versprechen. Doch genau das fehlt in Frankreich gerade. Frankreich muss die Abkehr von fossilen Energieträgern konsequent verfolgen und zugleich den Menschen in den betroffenen Regionen eine Perspektive bieten.

    Ohne klare Entscheidungen über die Zukunft der Kohlekraftwerke und ihrer Belegschaften könnte die französische Energiepolitik langfristig an Glaubwürdigkeit verlieren. Der nächste Winter wird zeigen, ob Saint-Avold nur ein letzter Rückfall ist oder ein Anstoß für tiefere Reformen in der französischen Energiepolitik.

  • Energiekrise in Frankreich: Kohlekraftwerk Saint-Avold kommt der Atomkraft zu Hilfe

    Energiekrise in Frankreich: Kohlekraftwerk Saint-Avold kommt der Atomkraft zu Hilfe

    Am Montag, dem 28. November, nahm das Kohlekraftwerk in Saint-Avold wieder seinen Betrieb auf. Es soll im Winter zur Stromerzeugung dienen und die Kernkraftwerke entlasten.

    In Saint-Avold (Moselle) wurde das Kohlekraftwerk, das im März 2022 geschlossen wurde, am Montag, dem 28. November wieder in Betrieb genommen. In dem Kraftwerk sollen 500.000 Tonnen Kohle verbrannt werden, um im Winter Strom zu erzeugen. Die Anwohner des Kraftwerks haben sich damit abgefunden. „Es ist schade wegen Umweltverschmutzung, aber sie haben keine andere Wahl, als das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen“, bedauert ein Mann auf dem Sender France 3.

    Ein auf wenige Monate begrenzter Betrieb
    Im März sollte das Kohlekraftwerk endgültig stillgelegt werden, um den ökologischen Übergang vorzubereiten. Im Zuge der Energiekrise änderte die Regierung jedoch ihre Strategie und füllte die Kohlevorräte bereits im Sommer wieder auf. Darüber hinaus wurde die gesamte Maschinerie des Kraftwerks überholt. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, solche Arbeiten werden normalerweise 18 Monate im Voraus geplant“, berichtet ein Mitarbeiter. Einige der Mitarbeiter des Kraftwerks, die bereits entlassen worden waren, wurden zurückbeordert. Das Kraftwerk soll aber nur wenige Monate in Betrieb bleiben.

  • Energieversorgung: Regierung erwägt Wiedereröffnung des Kohlekraftwerks in Saint-Avold

    Energieversorgung: Regierung erwägt Wiedereröffnung des Kohlekraftwerks in Saint-Avold

    Angesichts der steigenden Gas- und Strompreise kündigte die Regierung am Sonntag, 26. Juni, an, dass sie die Wiedereröffnung des Kohlekraftwerks Saint-Avold im Département Moselle erwägt. Es war erst im März dieses Jahres geschlossen worden. Dichter weißer Rauch soll bald wieder in den Himmel über Saint-Avold (Moselle) steigen. Die Regierung erwägt in einem neuen Gesetzentwurf, das Kohlekraftwerk der Stadt, das am 31. März 2022 nach 71 Jahren Betrieb geschlossen worden war, für den nächsten Winter wieder zu aktivieren. Da die russischen Gasimporte gegen Null gehen, muss die Stromversorgung Frankreichs jetzt anders gesichert werden. Der Staat hatte sich eigentlich dafür entschieden, die Kohle, die billiger und wettbewerbsfähiger als Gas ist, aufzugeben, weil sie fast dreimal so umweltschädlich ist. Es wird keine russische Kohle verwendet werden. „Wenn wir uns der Umweltgefahren der Kohle voll bewusst sind, sollten wir uns kollektiv um Sparsamkeit bemühen, indem wir unseren Stromverbrauc…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Öl- und Kohleheizungen: Bald ist Schluss damit

    Öl- und Kohleheizungen: Bald ist Schluss damit

    Die Regierung ist entschlossen, umweltschädlichen Energien den Garaus zu machen, und hat ein Dekret verabschiedet, das von der Europäischen Union angeregt wurde, die die Treibhausgasemissionen ihrer Mitgliedsstaaten bis 2030 reduzieren möchte. Im Visier des neuen Gesetzes sind Heizöl und Kohle. Ab dem 1. Juli 2022 ist Schluss mit Heizöl und Kohle – oder fast. Laut einem Dekret, das am 6. Januar im Amtsblatt veröffentlicht wurde, müssen „neue Geräte, die für die Heizung oder die Warmwasserbereitung in neuen oder bestehenden Wohn- oder Gewerbegebäuden installiert werden, eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen von 300 gCO2eq/KWh PCI einhalten“. Eine Obergrenze, die de facto die Installation neuer kohle- oder ölbefeuerter Geräte ausschließt. Nur neue Heizgeräte, die mit Strom, Biomasse, Solarenergie, Erdwärme, Gas oder flüssigen Biobrennstoffen (z. B. Bioöl) betrieben werden, sind in Neubauten zulässig, wenn sie den festgelegten Emissionsgrenzwert einhalten. Lesen Sie auch: Häuser ganz…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…