Schlagwort: Klagen

  • Zwischen Bildschirm und Sucht: Ist Social Media das neue Nikotin der Menschen?

    Zwischen Bildschirm und Sucht: Ist Social Media das neue Nikotin der Menschen?

    Der Vergleich wirkt zunächst kühn, fast überzogen — und doch drängt er sich immer häufiger auf. Was einst die Zigarette war, könnte heute das Smartphone sein, genauer gesagt: die sozialen Netzwerke, die sich tief in den Alltag eingeschrieben haben. Der Vorwurf wiegt schwer. Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube stehen zunehmend im Verdacht, nicht nur Zeit zu stehlen, sondern gezielt abhängig zu machen.

    Noch ist es zu früh für ein endgültiges Urteil. Aber etwas hat sich verschoben.

    Über Jahrzehnte hinweg verteidigte die Tabakindustrie ihre Produkte gegen Kritik, Zweifel, Studien. Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass Rauchen krank macht — tödlich krank. Heute beobachten Juristen und Gesellschaft ein ähnliches Ringen. Kläger argumentieren, soziale Medien seien nicht bloß Kommunikationsmittel, sondern bewusst so gestaltet, dass sie Nutzer binden — mit endlosen Feeds, algorithmischen Empfehlungen, kleinen Dopamin-Schüben bei jedem Like.

    Gerade junge Menschen geraten dabei ins Visier. Ihre Gehirne, noch im Aufbau, reagieren empfindlicher auf Belohnungssysteme. Das wissen auch die Entwickler. Und genau hier setzen die neuen Klagen an: Nicht der Inhalt sei das Problem, sondern das Design selbst. Ein raffinierter juristischer Dreh, der eine bislang nahezu unangreifbare Schutzmauer umgeht.

    Diese Schutzmauer hat einen Namen: Section 230. Seit den 1990er-Jahren schützt sie Internetfirmen davor, für Inhalte ihrer Nutzer haftbar gemacht zu werden. Ein Meilenstein für die Meinungsfreiheit — aber eben auch ein Schutzschild für Geschäftsmodelle, die auf maximaler Aufmerksamkeit basieren. Jetzt, da die Kritik lauter wird, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken.

    Ein erstes Urteil, das einer Klägerin Schadensersatz zusprach, mag finanziell kaum ins Gewicht fallen für milliardenschwere Konzerne. Doch symbolisch entfaltet es Sprengkraft. Mehr als 2.000 ähnliche Klagen stehen bereits im Raum. Und mit jedem Verfahren wächst nicht nur der juristische Druck, sondern auch das öffentliche Bewusstsein.

    Genau darin liegt die eigentliche Gefahr für die Tech-Giganten. Denn wie einst beim Rauchen könnte ein kultureller Kipppunkt erreicht werden. Wenn Eltern, Lehrer und schließlich die Nutzer selbst sagen: „Jetzt reicht’s“ — dann verändert sich der Markt schneller als jede Regulierung es vermag.

    Einige Länder handeln bereits. Altersbeschränkungen, Nutzungsverbote an Schulen, strengere App-Regeln — Maßnahmen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schienen, werden plötzlich ernsthaft diskutiert oder umgesetzt. Sogar Warnhinweise, analog zu Zigarettenpackungen, stehen im Raum.

    Klingt krass? Vielleicht. Aber gesellschaftliche Umbrüche beginnen selten leise.

    Die entscheidende Frage bleibt: Lernen wir rechtzeitig aus der Geschichte — oder wiederholen wir sie, nur diesmal mit leuchtenden Displays statt glimmender Zigaretten?


    World News

    Strategischer Rückzug oder taktische Inszenierung? Trumps Kurs im Iran-Konflikt

    Die Ankündigung von Donald Trump, die militärische Operation der USA im Iran binnen weniger Wochen zu beenden, markiert eine potenzielle Zäsur in einem ohnehin fragilen Konflikt. Zugleich wirft sie grundlegende Fragen nach Zielsetzung, Erfolg und politischer Kommunikation auf.

    Verengte Kriegsziele und politische Kalkulation

    Trump erklärte, eines der zentralen Ziele – die Zerstörung der iranischen Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen – bereits erreicht zu haben. Diese Darstellung steht jedoch im Widerspruch zu unabhängigen Einschätzungen. Weder die USA noch Israel haben bislang nachweislich die Bestände an hochangereichertem Uran vollständig beseitigt. Experten verweisen darauf, dass die technische Infrastruktur Irans zwar beschädigt sein könnte, jedoch nicht irreversibel zerstört wurde.

    In Washington deutet sich daher eine strategische Neuausrichtung an. Mehrere Berater des Präsidenten haben die ursprünglichen Kriegsziele zuletzt deutlich eingegrenzt. Diese Entwicklung könnte es Trump ermöglichen, einen politischen Erfolg zu deklarieren, ohne die Risiken einer langfristigen militärischen Eskalation einzugehen. Historisch erinnert diese Dynamik an frühere US-Interventionen, bei denen Zieldefinitionen nachträglich angepasst wurden, um innenpolitischen Druck zu entschärfen.

    Internationale Spannungen und wirtschaftliche Folgen

    Die geopolitischen Auswirkungen sind bereits spürbar. Weltweit steigen die Preise für Energie und Grundnahrungsmittel. In den USA hat der durchschnittliche Benzin- und Gaspreis ein Mehrjahreshoch erreicht. Die Unsicherheit an den Märkten reflektiert nicht nur die unmittelbaren Kriegsfolgen, sondern auch die Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausweitung des Konflikts in eine ohnehin volatile Region.

    Auch die transatlantischen Beziehungen geraten unter Druck. Der britische Premierminister Keir Starmer bemüht sich sichtbar, sein Land aus einem unpopulären Krieg herauszuhalten. Aber seine politischen Aussagen stehen im Kontrast zu Bildern amerikanischer Kampfjets, die von britischem Boden starten. Trumps wiederholte Kritik an der zurückhaltenden Haltung Londons verdeutlicht die Spannungen innerhalb westlicher Bündnisse.

    Regionale Eskalationsrisiken

    Parallel zum Iran-Konflikt verschärft sich die Lage im Libanon. Israel plant offenbar, auch nach Abschluss seiner Bodenoffensive Teile des Südens dauerhaft zu kontrollieren. Der Tod von UN-Friedenstruppen bei Anschlägen unterstreicht die zunehmende Instabilität. Die Gefahr einer regionalen Ausweitung bleibt hoch – insbesondere, wenn mehrere Konfliktherde ineinandergreifen.

    Digitale Kontrolle in Russland als parallele Entwicklung

    Während sich der Fokus der Weltöffentlichkeit auf den Nahen Osten richtet, treibt Wladimir Putin im Inland eine andere Form der Machtsicherung voran. Die zunehmende Kontrolle des Internets, inklusive gezielter Abschaltungen und Einschränkungen ausländischer Plattformen, deutet auf eine Vorbereitung für mögliche innenpolitische Spannungen hin. Die erzwungene Nutzung staatlich kontrollierter Kommunikationsmittel könnte langfristig die Informationsfreiheit erheblich einschränken.


    WEITERE NACHRICHTEN

    König Charles III wird noch in diesem Monat trotz der Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zu einem Staatsbesuch in die USA reisen.

    Ein russischer Tanker lieferte Treibstoff nach Kuba, nachdem die USA ihre Blockade lockerten.

    Der oberste Gerichtshof der USA kippte ein Gesetz des Bundesstaates Colorado, das es Psychotherapeuten untersagte, zu unterstützen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von LGBTQ-Minderjährigen zu verändern.

    Eine amerikanische Journalistin wurde gestern Abend in Bagdad entführt. Laut irakischen Behörden haben staatliche Kräfte mit Suchoperationen begonnen.

    Vier US-Senatoren auf Besuch forderten taiwanische Abgeordnete auf, die Blockade zu einer erheblichen Erhöhung der Militärausgaben zu beenden.

    Ein Richter ordnete an, den Bau von Trumps geplantem Ballsaal im Weißen Haus zu stoppen.

    WAS SONST NOCH GESCHAH

    Bücher von Marie NDiaye, Daniel Kehlmann und Rene Karabash stehen auf der Shortlist für den International Booker Prize.

    Der Eurovision Song Contest wird im November eine asiatische Ausgabe einführen.

    Von C. Hatty

  • TikTok vor Gericht: Sieben französische Familien klagen wegen gefährlicher Inhalte

    TikTok vor Gericht: Sieben französische Familien klagen wegen gefährlicher Inhalte

    Sieben Familien in Frankreich verklagen TikTok und werfen der Plattform vor, ihre Kinder durch einen unkontrollierten Algorithmus gefährlichen Inhalten ausgesetzt zu haben. Der Fall, der am 4. November vor dem Gericht in Créteil verhandelt wird, markiert eine Premiere in Europa: Eltern, deren Kinder durch Videos auf TikTok in eine Abwärtsspirale gerieten, fordern, dass das soziale Netzwerk zur Verantwortung gezogen wird.

    TikToks Einfluss auf die mentale Gesundheit – eine Gefahr?

    Die Eltern der betroffenen Kinder, alle Mitglieder des Kollektivs „Algos Victima“, beschreiben TikTok als mehr als nur eine harmlose Plattform für Tanzvideos und Mode-Tipps. Vielmehr sprechen sie von einem Netz, das ihre Kinder unbemerkt in dunkle Ecken des Internets führt – Videos, die Selbstverletzung, Suizid und Essstörungen verherrlichen, seien bei den Jugendlichen plötzlich immer häufiger aufgetaucht. Besonders tragisch: Zwei der sieben betroffenen Jugendlichen, beide 15 Jahre alt, nahmen sich das Leben.

    Vier weitere Jugendliche versuchten, sich das Leben zu nehmen, und ein Mädchen entwickelte eine schwere Essstörung. Die Eltern erheben daher schwere Vorwürfe gegen TikTok und seinen mächtigen Algorithmus, der maßgeblich dazu beigetragen habe, dass ihre Kinder in eine gefährliche Spirale gerieten.

    Algorithmen und ihre Macht: Wie gefährlich ist TikToks System?

    TikTok ist für seine präzisen und schnell lernenden Algorithmen bekannt – doch wie weit dürfen diese gehen? Im Fall von Charlize, einem der betroffenen Mädchen, beschreibt ihre Mutter Delphine, wie ihre Tochter durch Mobbing in der Schule vermehrt Trost auf TikTok suchte. Anfangs seien es harmlose Videos gewesen, doch bald darauf habe der Algorithmus ihr Inhalte angeboten, die Depression, Selbstverletzung und weitere selbstzerstörerische Themen behandelten.

    Delphine beschreibt ihre Enttäuschung: „TikTok hat den Schmerz meiner Tochter noch verstärkt. Anstatt sie abzulenken, wurde sie mit noch mehr Inhalten konfrontiert, die das Elend nur weiter vertieften.“ Der Vater von Charlize, Jérémy, ist ebenso erschüttert: „TikTok schien eine Plattform für Tanz und Schminktipps zu sein – dass dort Videos kursieren, die genau erklären, wie man sich mit Alltagsgegenständen verletzen kann, ist für mich unfassbar.“

    Diese Familie steht stellvertretend für viele andere Eltern, die sich fragen: Ist der Algorithmus einer Plattform wie TikTok noch zu kontrollieren, wenn er die tiefen Emotionen und Ängste junger Menschen aufgreift und verstärkt?

    TikToks Versprechen und die Realität

    Mit über 21 Millionen Nutzern in Frankreich und weltweit mehr als 1,2 Milliarden aktiven Accounts hat TikTok eine riesige Reichweite. Die Plattform gibt in ihren Richtlinien an, ein „sicheres und positives Umfeld“ bieten zu wollen. TikTok erklärt, Familien mit Ressourcen und Tools unterstützen zu wollen, um den digitalen Alltag zu einem Ort des Wohlbefindens zu machen. Doch genau dieses Versprechen halten die klagenden Eltern für hohl.

    Sie argumentieren, dass TikTok seiner Verpflichtung nicht nachkommt, gefährliche Inhalte zu erkennen und Kinder davor zu schützen. Stattdessen seien die Jugendlichen ohne Warnung mit einer Flut an destruktiven Videos konfrontiert worden. Eltern und Anwälte fordern daher eine drastische Überarbeitung des TikTok-Algorithmus sowie einen transparenten und wirksamen Schutz für minderjährige Nutzer.

    Suchtgefahr und mangelnde Kontrolle

    Neben den Inhalten werfen die Eltern TikTok vor, den Suchtfaktor der Plattform nicht ausreichend zu kommunizieren. So erzählen sie, wie ihre Kinder Stunden um Stunden auf der App verbrachten, oft bis tief in die Nacht – ein Effekt, den TikToks endloser Feed und die personalisierten Empfehlungen gezielt zu verstärken scheinen. Eltern wie Delphine und Jérémy hätten nie erwartet, dass ihre Kinder einer solchen Fülle an belastenden Videos ausgesetzt würden. Für sie liegt die Verantwortung klar bei TikTok, das die psychologische Wirkung seiner Algorithmen unterschätzt habe.

    In der Klage wird TikTok vorgeworfen, dass es durch unterlassene Maßnahmen nicht nur die Verbreitung der problematischen Inhalte zuließ, sondern diesen möglicherweise sogar einen größeren Schub verlieh. Der Algorithmus sei für junge Menschen wie ein unkontrollierbarer Strudel, der sie mit einer zerstörerischen Wucht in die Tiefe ziehe.

    Wohin führt diese Klage?

    Mit der Zivilklage wollen die Eltern erreichen, dass die Justiz TikTok zur Verantwortung zieht und feststellt, dass die Plattform durch ihre Versäumnisse das Wohl ihrer Kinder gefährdete. Der Prozess könnte wegweisend für den Umgang mit sozialen Medien in Europa sein, wo ähnliche Klagen bislang selten sind. Die Kläger hoffen, dass TikTok künftig besser kontrolliert, welche Inhalte Jugendlichen angezeigt werden, und präventive Maßnahmen ergreift, damit der Algorithmus nicht in der Lage ist, instabile Jugendliche in gefährliche mentale Zustände zu versetzen.

    Denn eins scheint klar: Der Prozess in Créteil ist nur der Anfang. Sollte die Klage Erfolg haben, könnte sie TikTok und andere Plattformen zu mehr Verantwortung und Transparenz zwingen – und möglicherweise zum Vorbild für weitere Klagen weltweit werden.

  • Brutale Tierquälerei in Beaucaire: Stierkampf löst Empörung und Klage aus

    Brutale Tierquälerei in Beaucaire: Stierkampf löst Empörung und Klage aus

    Am 27. Juli verwandelten sich die normalerweise feierlichen Stierkampfarenen von Beaucaire in ein Schlachtfeld – ein junger Stier, der an diesem Tag im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, erlitt einen qualvollen Tod. Die Ereignisse dieses Tages haben nicht nur Tierschützer, sondern auch das Publikum und selbst die Stierkampfcommunity tief erschüttert.

    Die schockierende Szene

    Stellen Sie sich vor: Ein junger Torero steht im Ring, seine Bewegungen unsicher, während das Publikum die Luft anhält. Minuten vergehen – und der tödliche Stoß bleibt aus. Stattdessen sieht man, wie das Leben des Tieres quälend langsam beendet wird. Der junge Torero, dem es nicht gelang, den Stier innerhalb der vorgegebenen Zeit zu töten, musste zusehen, wie das Tier von den „Puntilleros“, bewaffnet mit Dolchen, getötet werden sollte. Doch anstatt das Tier schnell zu erlösen, verwandelte sich der Versuch in eine lange, grausame Prozedur, bei der das Tier minutenlang leiden musste.

    Empörung und rechtliche Schritte

    Das war der Moment, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Tierschutzorganisation Alliance Anticorrida reichte eine formelle Beschwerde beim Gericht in Nîmes ein. Ihr Ziel? Gerechtigkeit für das gequälte Tier – und die Bestrafung der Verantwortlichen.

    Für die Organisation, die seit Jahren für die Abschaffung der Corrida kämpft, war dieser Fall besonders entsetzlich. Sie argumentiert, dass in diesem speziellen Fall der sogenannte „lokale ununterbrochene Brauch“ – oft als Argument für die Brutalität einer Corrida verwendet – nicht geltend gemacht werden könne. In ihrer Stellungnahme betont die Alliance Anticorrida, dass die Handlungen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und die üblichen Ausnahmen hier nicht anwendbar seien.

    Ein Brauch im Wandel?

    Man kann sich fragen: Ist das Argument der „Tradition“ wirklich noch haltbar, wenn es um solch offensichtliche Tierquälerei geht? In vielen südfranzösischen Städten wird der Stierkampf als kulturelles Erbe verteidigt – eine Praxis, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Doch die Ereignisse in Beaucaire haben gezeigt, dass selbst innerhalb dieser Kultur Grenzen überschritten werden können, die selbst die überzeugtesten Befürworter nicht mehr tolerieren.

    Interessant ist auch, dass selbst innerhalb der Stierkampfcommunity Kritik laut wurde. Einige Toreros und Anhänger der Corrida äußerten ihr Unbehagen über das, was in Beaucaire passiert ist. Die Frage stellt sich, ob diese brutale Episode einen Wendepunkt darstellen könnte – nicht nur für die Corrida in Beaucaire, sondern auch für die Tradition in anderen Städten.

    Die rechtlichen Konsequenzen

    Sechs Personen und Organisationen sind nun ins Visier der Justiz geraten, darunter auch die Gemeinde Beaucaire selbst sowie die Organisatoren der Veranstaltung. Wenn die Klage Erfolg hat, könnte dies weitreichende Konsequenzen für zukünftige Stierkämpfe in der Region haben. Die Alliance Anticorrida hofft, dass dieses Ereignis ein Umdenken bewirkt und zumindest striktere Kontrollen und Maßnahmen eingeführt werden, um weitere Grausamkeiten dieser Art zu verhindern.

    Ein Schlaglicht auf die Corrida

    Dieser Vorfall lenkt das Licht auf die dunklen Seiten einer Tradition, die viele als romantisch und kulturell wertvoll betrachten. Doch hinter den farbenfrohen Umzügen und dem Stolz der Toreros lauert oft ein grausamer Tod für die Tiere. Kann eine Tradition, die solches Leid verursacht, im modernen Frankreich wirklich noch Bestand haben?

    Vielleicht ist es an der Zeit, die Corrida nicht nur als einen Kampf zwischen Mensch und Tier zu betrachten, sondern auch als einen Kampf um Ethik und Mitgefühl. Wie lange wird es noch dauern, bis die Stimmen der Tierschützer lauter werden als der Jubel der Zuschauer?

    Die nächsten Wochen und Monate könnten entscheidend sein – für die Zukunft der Corrida und für den Kampf gegen Tierquälerei im Namen der Tradition in Frankreich.

  • Gérald Darmanin klagt gegen bretonischen Gewerkschafter wegen Diffamierung

    Gérald Darmanin klagt gegen bretonischen Gewerkschafter wegen Diffamierung

    Der französische Innenminister Gérald Darmanin hat Klage gegen Olivier Cuzon, einen Lehrer und Gewerkschafter der Lehrer-Gewerkschaft Sud-Education, eingereicht. Olivier Cuzon wurde am Freitag im Polizeikommissariat von Brest dazu angehört. Der Vorwurf lautet auf „öffentliche Diffamierung und Beleidigung der nationalen Gendarmerie und der nationalen Polizei“, wie der Beschuldigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigten. Hintergrund des Konflikts Cuzon, der auch als Herausgeber des Gewerkschaftsjournals Sud-Education im Finistère fungiert, sieht sich einer Klage gegenüber, die persönlich im Namen des Innenministers eingereicht wurde. Die inkriminierte Publikation, die kollektiv verfasst und nicht signiert wurde, erschien im Oktober und kritisierte die Regierungsinitiative der „classes défense, sécurité globale“, die nach den Anschlägen von 2015 ins Leben gerufen wurde. Der Artikel hinterfragte den pädagogischen Nutzen bestimmter Workshops, wie etwa Zellendurchsuchungen und Las…

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  • Krisenzustand in Straßburger Notaufnahmen: FO-Gewerkschaft klagt an

    Krisenzustand in Straßburger Notaufnahmen: FO-Gewerkschaft klagt an

    Die Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) hat im Namen der Mitarbeiter der Universitätskliniken von Straßburg Klage gegen Unbekannt wegen „unterlassener Hilfeleistung“ eingereicht. Dieser drastische Schritt wurde am Donnerstag, dem 11. April, vollzogen und folgt auf den Tod von zwei Patienten im Jahr 2022, die in den Notaufnahmen der Kliniken verstarben.

    Die Überlastung der Notaufnahmen in Straßburg, wo durchschnittlich 225 Patienten täglich behandelt werden und täglich zwischen 80 und 90 Hospitalisierungen stattfinden, hat laut Berichten von France Bleu Alsace zu schwerwiegenden Mängeln in der Patientenversorgung geführt. Christian Prud’homme, der Generalsekretär der FO Santé im Departemeent Bas-Rhin, äußerte sich kritisch über die Situation und beschuldigte die Verantwortlichen, ihre Pflichten zur ordnungsgemäßen Verwaltung und Reaktion auf Notfälle nicht zu erfüllen.

    Diese Klage soll ein dringendes Signal an die Verantwortlichen senden, die Missstände in den Notaufnahmen ernst zu nehmen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Tragödien zu verhindern. Die Gewerkschaft macht deutlich, dass das aktuelle System nicht nur unter personeller und organisatorischer Überlastung leidet, sondern auch ein grundsätzliches Problem in der Verantwortungsübernahme und im Krisenmanagement besteht.

    Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Straßburg zuvor bereits informiert wurde, aber keine Maßnahmen ergriffen hat, verstärkt die Dringlichkeit der Angelegenheit. Die Gewerkschaft fordert eine gründliche Untersuchung und Überarbeitung der Notfallprotokolle sowie eine bessere Ressourcenverteilung, um die Sicherheit und das Wohl der Patienten zu gewährleisten. Die Klage gegen Unbekannt wegen „unterlassener Hilfeleistung“ unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage und die Notwendigkeit einer sofortigen und umfassenden Reaktion.

  • Französisch-palästinensischer Anwalt reicht in Paris Klage wegen Folter während Haft in Israel ein

    Französisch-palästinensischer Anwalt reicht in Paris Klage wegen Folter während Haft in Israel ein

    Salah Hamouri, ein französisch-palästinensischer Anwalt, hat in Paris Klage wegen willkürlicher Inhaftierung und Folter eingereicht, um gegen die Bedingungen seines Gefängnisaufenthalts in Israel im Jahr 2022 zu protestieren. Dies wurde am 4. April bekannt. Seine Anwälte, William Bourdon und Vincent Brengarth, legen dar, dass Hamouri mehrfach willkürlich festgenommen wurde und Folterungen erlitten hat.

    Sie kritisieren insbesondere seine administrative Haft von März bis Dezember 2022 „ohne offizielle Anklage“ vor seiner Abschiebung nach Frankreich. Während dieser Zeit wurde Hamouri unter anderem während seines Transfers im Juli 2022 zu einem neuen Haftort mit Nahrungs- und Schlafentzug konfrontiert, nach einem Hungerstreik in „strafender Isolation“ gehalten und hatte „erheblich eingeschränkte oder sogar überhaupt keine Kontakte zu seiner Familie“.

    Hamouri wurde 2005 verhaftet und 2008 von einem israelischen Gericht zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an einem Mordkomplott gegen Ovadia Yossef, den ehemaligen Großrabbiner Israels und Gründer der ultra-orthodoxen Partei Shass, beteiligt gewesen sein soll. Hamouri bestreitet die Vorwürfe gegen ihn. Er wurde 2011 im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigelassen. Seine Abschiebung Ende 2022, nach einer weiteren Zeit der Untersuchungshaft, wurde von Frankreich und dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte als „völkerrechtswidrig“ und als „Kriegsverbrechen“ bezeichnet.

  • TotalEnergies: Landwirt klagt gegen den Energiegiganten wegen seiner Verantwortung für den Klimawandel

    TotalEnergies: Landwirt klagt gegen den Energiegiganten wegen seiner Verantwortung für den Klimawandel

    Hugues Falys, ein belgischer Landwirt, hat am Mittwoch, dem 13. März, eine Klage gegen den französischen Öl- und Gasriesen TotalEnergies eingereicht, um das Unternehmen für seine Rolle im Klimawandel zur Verantwortung zu ziehen

    Der belgische Bauer klagt unter anderem wegen seiner Ertragsverluste, die durch die Unwetter der letzten Jahre verursacht wurden.

    „Der Klimawandel hat sehr konkrete Auswirkungen auf mich: Ertragsverluste, Mehrarbeit und Stress, wenn man sich mit einem durcheinandergebrachten Anbaukalender auseinandersetzen muss“, erklärte Hugues Falys, Landwirt in der Provinz Hainaut im Westen Belgiens, in einer Pressemitteilung.

    Unterstützung von NGOs
    Der belgische Landwirt kann auf die Unterstützung mehrerer Organisationen, darunter auch Greenpeace, zählen. Sie haben eine zivilrechtliche Klage gegen TotalEnergies vor dem „Unternehmensgericht“, einem belgischen Gericht, das auf Streitigkeiten mit Unternehmen spezialisiert ist, eingereicht.

    Mit dieser Aktion wollen die unterstützenden NGOs „eine der größten multinationalen Konzerne, die in fossilen Energien tätig sind, zur Verantwortung ziehen und sie dazu zwingen, einen glaubwürdigen Übergangsplan zu adoptieren“. Sie fordern „den Stopp von Investitionen in fossile Energieprojekte, eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 60% bis 2030 und eine Reduktion der Gas- und Ölproduktion um 75% bis 2040“.

    TotalEnergies gab an, noch keine offizielle Mitteilung über die Klage erhalten zu haben. Das französische Unternehmen bedauerte „den rechtlichen Schritt, der unternommen wurde“, und argumentierte, dass „die Herausforderung des Klimawandels und der Energiewende nicht in der rechtlichen Verantwortung eines einzelnen Unternehmens liege, sondern vielmehr in der kollektiven Anstrengung der gesamten Gesellschaft“.

    Das multinationale Unternehmen erklärte zudem, im Jahr 2023 fünf Milliarden Dollar in erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Technologien investiert zu haben und spricht von einer weiteren Investition von fünf Milliarden Dollar, die für 2024 geplant sei.

    Wie andere Ölmultis wird TotalEnergies regelmäßig von Klima- und Menschenrechtsaktivisten scharf kritisiert. Das Unternehmen sieht sich mehreren Gerichtsverfahren gegen seine Gas- und Ölprojekte gegenüber, darunter das hochumstrittene Tilenga/Eacop-Projekt in Uganda und Tansania.

  • Alain Delon: Der Schauspieler und Tochter Anouchka klagen gegen Sohn und Bruder Anthony Delon

    Alain Delon: Der Schauspieler und Tochter Anouchka klagen gegen Sohn und Bruder Anthony Delon

    Der französische Filmstar Alain Delon kündigte am Donnerstag, dem 4. Januar, eine Klage gegen seinen Sohn Anthony an, nachdem dieser in einem Interview mit der Zeitschrift Paris Match angekündigt hatte, dass er eine Klage gegen seine Schwester Anouchka Delon eingereicht habe.

    Die Delons zerfleischen sich. Alain Delon ist extrem schockiert über die Anzeige, die sein Sohn Anthony gegen seine Schwester Anouchka eingereicht hat und kündigte am 4. Januar an, dass er selbst Klage gegen Anthony einreichen werde. Am Mittwoch beschuldigte Anthony Delon seine Schwester in einem Interview mit der Zeitschrift Paris Match, die „Notlage“, in der sich ihr Vater befände, der seit einem Herzanfall im Jahr 2019 sehr geschwächt sei, „verschleiert“ zu haben. Anouchka Delon kündigte im Anschluss daran ebenfalls eine Klage gegen ihren Bruder Anthony wegen Verleumdung an.

    In einer Stellungnahme erklärte der Anwalt des Schauspielers, dass Alain Delon „die Aggressivität seines Sohnes Anthony nicht mehr ertragen kann, der ihm ständig sagt, er sei senil, und was noch schockierender ist, ist, dass sein Sohn behauptet, er habe sein letztes Weihnachtsfest erlebt“ und kündigte an, dass bald eine Klage wegen Verleumdung eingereicht werden solle.

    Der bekannte Schauspieler Alain Delon „sagte mir auch, dass sein Sohn Anthony sich im Gegensatz zu Anuschka nie (…) wirklich um ihn gekümmert hat und ihn auch heute noch kaum besucht“, berichtet der Anwalt außerdem.

    „Er hat wieder einmal den Namen seines berühmten Vaters ausgenutzt, um Werbung für sich zu machen, indem er ein Buch veröffentlicht hat, das diesen belastet. Alain Delon sagte mir sogar: ‚Er soll mich in Ruhe lassen und meine Tochter in Ruhe lassen’“, berichtete Rechtsanwalt Ayela weiter. „Er bat mich, eine Klage einzureichen, zunächst wegen Verleumdung. Und auch, die notwendigen Verfahren zu prüfen, damit die Drohungen gegen ihn und seine Tochter aufhören“.

    Alain Delon war in den Jahren 1959 bis 1963 Lebensgefährte der deutschen Schauspiel-Legende Romy Schneider.

  • Schauspielerin Sandrine Bonnaire klagt nach dem Tod ihrer Mutter gegen das Altersheim

    Schauspielerin Sandrine Bonnaire klagt nach dem Tod ihrer Mutter gegen das Altersheim

    Einige Monate nach dem Tod ihrer Mutter in einem Altenheim kündigt die Schauspielerin Sandrine Bonnaire an, dass sie eine Klage einreichen werde, „um Fehlfunktionen anzuprangern, Misshandlungen und Vernachlässigungen“. Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire hatte über den Tod ihrer Mutter Lucienne in …

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  • Stellantis-Motoren: Sammelklage in Frankreich vereint über 8.000 Kläger

    Stellantis-Motoren: Sammelklage in Frankreich vereint über 8.000 Kläger

    Ein Anwalt aus Toulouse, Christophe Léguevaques, führt einen regelrechten Kreuzzug gegen Stellantis (ehemals Peugeot PSA). Hunderte von Besitzern von Peugeot-, Citroën- oder Opel-Fahrzeugen klagen wegen überhöhten Ölverbrauchs und defekte Keilriemen.

    Alle 150 km muss Isabelle Öl in den Motor ihres Citroën C3 Picasso nachfüllen. „Der übermäßige Verbrauch dauert schon mindestens zwei Jahre“, stellt die Frau aus Toulouse entnervt fest. „Ich bin gezwungen, unterwegs anzuhalten, um den Motor abkühlen zu lassen und neues Öl nachzufüllen, was mein Budget belastet!“ Ein Problem, das laut der Autofahrerin im Jahr 2021 begann, als ihr C3 noch keine 100.000 km gelaufen war. „Die Motorkontrollleuchte leuchtete auf und ich musste anhalten“.

    Isabelle wendet sich mehrmals an die Autowerkstatt, die ihr das neue Fahrzeug 2017 für 18.000 Euro verkauft hat. Das Urteil: „Der Motor muss ausgetauscht werden“, wird ihr gesagt. „Aber es ist unmöglich, einen Termin zu vereinbaren, einmal hat die Werkstatt Personalmangel, ein anderes Mal ist es der Covid …“. Nichts geht voran und jede ihrer Fahrten ist eine neue Tortur. Ein Fall, der bei weitem kein Einzelfall ist. Besitzer von Fahrzeugen der Marken Peugeot, Citroën und Opel, die mit dem Benzinmotor 1.2 Puretech ausgestattet sind, stellen die gleichen Anomalien fest: übermäßiger Ölverbrauch, der auch zu schweren Komplikationen beim Bremsen führen kann.

    Die Stellantis-Gruppe, ehemals Peugeot PSA, sieht jedoch kein Konstruktionsproblem bei ihren Motoren, hat aber bereits zwei Rückrufaktionen für diese Fahrzeuge durchgeführt, die 2020 und 2022 stattfanden. Die aufgetretenen Probleme betreffen Autos, die ab 2012 in Verkehr gebracht wurden. Die Kostenübernahmen und Entschädigungen gemäß den Garantien werden von dem Hersteller schleppend und von Fall zu Fall entschieden. Angesichts der für einige Autofahrer unerträglichen Situation wurde von dem Anwalt Christophe Léguevaques aus Toulouse ein Sammelverfahren eingeleitet. Auf einer Facebook-Seite haben sich bereits 8.000 Autofahrer zusammengeschlossen, die sich geschädigt fühlen und die gleichen Anomalien beschreiben. Viele wissen nicht mehr, an wen sie sich wenden sollen, um aus dieser Misere herauszukommen.

    „Das Verfahren soll zeigen, dass Stellantis von Anfang an über die Situation informiert war. Wir verlangen von Stellantis, auf die Anfragen der Kunden zu antworten, die Fälle korrekt zu bearbeiten und Entschädigungen anzubieten, die den Erwartungen und dem erlittenen Schaden entsprechen“, erklärt Anwalt Christophe Léguevaques, der bereits im vergangenen Jahr eine Massenklage gegen Renault wegen Motorschäden initiiert hatte.

    Der Motor Puretech 1.2 verfügt über einen Gummiriemen, der in ein Ölbad eingetaucht ist. Diese Besonderheit ermöglicht es, bestimmte Leistungen zu optimieren, könnte aber eben auch der Grund für die von vielen Beobachtern und Mechanikern festgestellte Unzuverlässigkeit sein. „Bei diesen Fahrzeugen führt die vorzeitige Abnutzung des Zahnriemens dazu, dass das Ölbad mit Mikrospänen gesättigt wird, die aus dem Zahnriemen herausgerissen wurden“, erklärt der Anwalt aus Toulouse.