Schlagwort: Kindesmissbrauch

  • Missbrauchsvorwürfe in Marseille: Was über die Affäre um Abbé Raymond Melizan bekannt ist

    Missbrauchsvorwürfe in Marseille: Was über die Affäre um Abbé Raymond Melizan bekannt ist

    Die Enthüllungen um sexuellen Missbrauch im privaten Gymnasium Paul Melizan in Marseille haben eine Welle des Entsetzens ausgelöst. Ehemalige Schüler beschuldigen Abbé Raymond Melizan, von 1951 bis 1997 Lehrer und Direktor des Lycées, des sexuellen Missbrauchs. Obwohl die ersten Opfer bereits 2018 gehört wurden, blieb die Affäre lange Zeit unter Verschluss. Doch nun, nach neuen Aussagen, hat das Thema eine größere Öffentlichkeit erreicht.

    Erste Vorwürfe: Eine interne Untersuchung ab 2018

    2018 meldeten sich mehrere ehemalige Schüler bei den kirchlichen Behörden in Marseille. Die Aussagen beschreiben Übergriffe, die bis in die 1950er-Jahre zurückreichen. Pierre Brunet, der Generalvikar des Bistums Marseille, bestätigte kürzlich, dass damals „glaubwürdige Zeugenaussagen“ eingegangen seien. Diese Opfer hätten jedoch ausdrücklich gewünscht, dass die Angelegenheit nicht an die Öffentlichkeit dringt, sondern lediglich intern bearbeitet wird.

    Damals reagierte das Bistum mit interner Prüfung und Sensibilisierung, hielt die Erkenntnisse jedoch weitgehend geheim. Nun wird jedoch immer deutlicher, dass das Schweigen nicht nur die Aufklärung verzögert, sondern auch das Leid der Opfer vergrößert hat.

    Neue Zeugenaussagen und juristische Schritte im Jahr 2024

    Im Oktober 2024 ging ein Bericht über neue Vorwürfe ein, unter anderem über die nationale unabhängige Instanz für Anerkennung und Entschädigung (Inirr). Diese Institution wurde geschaffen, um Opfern von Missbrauch in der Kirche Gehör und Unterstützung zu bieten. Eine der gemeldeten Taten soll sich in den 1980er-Jahren ereignet haben. Diese Opfer wurden inzwischen anerkannt und entschädigt.

    Angesichts der neuen Entwicklungen wurde der Staatsanwaltschaft in Marseille ein umfassender Bericht übergeben. Jacques Le Loup, Direktor des katholischen Bildungswesens in Marseille, erklärte, dass es wichtig sei, alle möglichen Informationen zu bündeln, um ein vollständiges Bild zu erhalten – auch wenn Melizan bereits 2016 verstorben ist.

    Eine schmerzhafte Konfrontation mit der Vergangenheit

    Das Gymnasium Paul Melizan, das den Namen des Gründers und Vaters von Raymond Melizan trägt, hat bereits Maßnahmen ergriffen, um auf die Enthüllungen zu reagieren. Porträts des Abbés wurden aus den Räumen entfernt, und Orte, die seinen Namen trugen, wurden umbenannt.

    Caroline Amenc, die aktuelle Direktorin des Lycées, beschreibt die Situation als „schmerzlich, aber notwendig“. Sie betonte, dass das Gymnasium weiterhin die Werte des ursprünglichen Gründers Paul Melizan vermitteln wolle, der als Namensgeber der Institution bestehen bleibt.

    Neue Opfer melden sich – und die Zahl könnte weiter steigen

    Seit der öffentlichen Bekanntmachung am 12. November 2024 haben sich sieben weitere Opfer gemeldet. Der Diözesanbeauftragte für den Umgang mit Missbrauchsfällen, Pierre Brunet, betont, dass diese Entwicklungen eine neue Phase der Offenheit und Proaktivität markieren. Ziel sei es, alle Betroffenen zu unterstützen und sicherzustellen, dass ihre Stimmen gehört werden.

    Die Diözese arbeitet eng mit staatlichen Behörden und der unabhängigen nationalen Kommission zusammen. Gleichzeitig ermutigt sie weitere potenzielle Opfer oder Zeugen, sich zu melden, um Licht in diese dunkle Geschichte zu bringen.

    Ein zerrissenes Vermächtnis

    Raymond Melizan war jahrzehntelang eine zentrale Figur im Lycée Paul Melizan und genoss in Marseille hohes Ansehen. Als Ritter der Ehrenlegion und langjähriger Direktor galt er als Symbol für katholische Bildung. Doch die Enthüllungen werfen einen dunklen Schatten auf sein Erbe.

    Die Affäre zeigt einmal mehr, wie tiefgreifend der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ist und wie dringend umfassende Transparenz erforderlich bleibt. Während die Diözese Marseille ihre Bemühungen verstärkt, steht eines fest: Der Weg zur Gerechtigkeit für die Opfer ist noch lange nicht abgeschlossen.

  • Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Französische Regierung startet provozierende Kampagne

    Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Französische Regierung startet provozierende Kampagne

    Die Regierung startet eine aufrüttelnde Kampagne im Fernsehen, im Kino und in sozialen Netzwerken, um an die Verantwortung jedes Einzelnen bei sexueller Gewalt gegen Kinder zu appellieren. Eines der Ziele des schockierenden Videos ist es, das allgemeine Schweigen im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder zu durchbrechen. Die neue Kampagne der Regierung soll die Franzosen zum Reagieren bei sexueller Gewalt gegen Kinder sensibilisieren. Nach dem Vorbild der Kampagnen für Verkehrssicherheit soll diese Kampagne das Verantwortungsbewusstsein aller wecken und das Ausmaß des Phänomens bewusst machen. Es wurde sogar eine spezielle Notrufnummer eingerichtet: 119. „Diese Kampagne wird sicherlich einige Menschen wachrütteln“.Denn neben den betroffenen Kindern müssen sich auch die Erwachsenen zu Wort melden, so der Verein L’enfant bleu. „Diese Kampagne wird sicherlich das Bewusstsein Vieler wecken“, sagt Isabelle Debré, Vorsitzende des Vereins L’enfant bleu. Laut der Unabhängigen Kommissio…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreich: Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige kostet die Gesellschaft 10 Milliarden Euro pro Jahr

    Frankreich: Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige kostet die Gesellschaft 10 Milliarden Euro pro Jahr

    Der Großteil der Gesamtkosten dieser Gewalt steht im Zusammenhang mit den langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Opfer wie etwa medizinische Versorgung und später auftretendes Risikoverhalten … Mobilisierung von Polizei und Justiz, Auswirkungen auf die Gesundheit während des gesamten Lebens, Risikoverhalten der Opfer… Die Unabhängige Kommission zu Inzest und sexueller Gewalt gegen Kinder (Ciivise) schätzt die Kosten sexueller Gewalt gegen Minderjährige in Frankreich auf fast 10 Milliarden Euro pro Jahr. „9,7 Milliarden Euro, so viel kosten uns die Täter jedes Jahr“, so die Rechnung der Kommission, die 2021 von der Regierung im Zuge der #MeToo-Bewegung eingesetzt wurde, in einer Stellungnahme, die am Montag, dem 12. Juni veröffentlicht wurde. Um diesen Betrag zu schätzen, stützte sich die Ciivise auf Kostenstudien im öffentlichen Gesundheitswesen und auf die Kosten der Prävention von Gewalt gegen Minderjährige und Frauen. Investitionen in die Prävention Von diesen 9,7 Milliarden sind drei Milliarden Euro Ausgaben für unmittelbare und punktuelle Reaktionen: Betreuung der Opfer, Polizei-, Gendarmerie- und Justizdienste, sofortige medizinische Versorgung. Der Großteil der Gesamtkosten solcher Gewalttaten entfällt jedoch auf die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Opfer. So wird geschätzt, dass jedes Jahr etwa 6,7 Milliarden an Kosten durch Psychotrauma und nicht geschaffenen Wohlstand entstehen, darunter insbesondere: 2 Milliarden für psychische Störungen, 1 Milliarde für Arztbesuche, 2,6 Milliarden Euro an Schäden durch Risikoverhalten. Der Produktivitätsverlust – bedingt durch die Überrepräsentation der Opfer unter den Arbeitslosen oder Beziehern von Mindestsicherungsleistungen – wird auf 844 Millionen Euro geschätzt. Um diese kollektiven Kosten zu senken, muss die Gesellschaft verstärkt in die Prävention von sexueller Gewalt – frühzeitiges Erkennen, potentielle Opfer in Sicherheit bringen – und in die spezialisierte Versorgung investieren, um die Traumata zu behandeln, die die Opfer später daran hindern, ein normales Leben zu führen. In ihrer am Montag veröffentlichten Stellungnahme beschreibt die Ciivise „eine spezialisierte Behandlung für Psychotrauma“ für Kinder und Erwachsene, die in ihrer Kindheit Opfer sexueller Gewalt wurden, in 20 bis 33 Sitzungen, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden müssten.
  • Var: Leiche eines siebenjährigen Jungen gefunden – Junge Frau verhaftet

    Var: Leiche eines siebenjährigen Jungen gefunden – Junge Frau verhaftet

    Ein Unfall wurde von den Ermittlern ausgeschlossen. Der Körper des Kindes wies zahlreiche Prellungen auf.

    Eine junge Frau wurde am Donnerstag, dem 13. Oktober, in Polizeigewahrsam genommen, nachdem die Leiche ihres siebenjährigen Sohnes in La Seyne-sur-Mer (Var) gefunden worden war, wie France Bleu Provence berichtete. Die Leiche wurde am Mittwochabend in der Wohnung der Familie gefunden. Es war die 30-jährige Mutter selbst, die die Rettungskräfte alarmiert hatte.

    Da das Kind am ganzen Körper Prellungen aufwies, wurde ein Unfall ausgeschlossen. Eine Autopsie soll nun die genaue Todesursache ermitteln. Es wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Tötung eines Minderjährigen unter 15 Jahren“ eingeleitet. Laut der Staatsanwaltschaft von Toulon „ist der Tod Folge einer vorsätzlichen Handlung“.

    Nach Informationen von France Bleu Provence führten die ersten Ermittlungen zu der Mutter des Kindes. Die junge Frau, die derzeit wiefder schwanger ist, scheint in einem sozial schwierigen Umfeld zu leben, war der Polizei jedoch bislang nicht bekannt.

  • Rennes: Ehemaliger Zauberer wegen Vergewaltigung von 27 Kindern vor Gericht

    Rennes: Ehemaliger Zauberer wegen Vergewaltigung von 27 Kindern vor Gericht

    Ein ehemaliger Amateurzauberer wird am Freitag, 30. September, vor dem Schwurgericht des Departements Ille-et-Vilaine erscheinen, weil er zwischen 2006 und 2017 fast 30 Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren vergewaltigt haben soll.

    Ein ehemaliger Amateurzauberer steht ab Freitag, dem 30. September, vor dem Schwurgericht für Minderjährige im Departement Ille-et-Vilaine wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe auf fast 30 Kinder, die meisten davon zwischen 2006 und 2017, vor Gericht.

    Dem heute 36-jährigen Angeklagten wird Vergewaltigung an 27 Kindern, die zum Zeitpunkt der Taten zwischen 3 und 15 Jahre alt waren, vorgeworfen. Der Prozess, der drei Wochen dauern soll, könnte ganz oder teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das Urteil wird für den 21. Oktober erwartet.

    In den ersten Fällen wird dem Mann vorgeworfen, eine Cousine und eine Halbschwester inzestuös vergewaltigt zu haben, als er selbst noch minderjährig war. Ab 2006 soll der Angeklagte, ein selbstständiger Zauberei-Unternehmer, jedoch begonnen haben, seine Arbeit zu nutzen, um sich Kindern aus seinem Familien- und Freundeskreis zu nähern. Laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle soll es ihm auf diese Weise gelungen sein, „besondere Beziehungen“ zu den Minderjährigen aufzubauen.

    Die Eltern sahen den Mann als „Freund der Familie, als guten Onkel, der auf die Kinder aufpasst“, so Gwendoline Tenier, Anwältin einer Mutter, deren Tochter missbraucht wurde. Dem 30-Jährigen werden zahlreiche Vergewaltigungen vorgeworfen, die er größtenteils in der Bretagne, aber auch in der Normandie, im Departement Deux-Sèvres und in der Schweiz, oftmals im Haus der Eltern der Opfer, begangen haben soll.

    Manche der erst erst drei oder fünf Jahre alten Opfer, hätten nicht bemerkt, dass sie sexuell missbraucht wurden. Einige Kinder litten später unter psychischen Folgen.

    Eine erste Anzeige wurde 2014 erstattet, aber der Fall kam erst 2017 vollständig ans Licht, als der Angeklagte einer Mutter gestand, „ihrem Kind etwas angetan zu haben“. Daraufhin wurde er in Polizeigewahrsam genommen. In Untersuchungshaft gab er den Großteil der ihm zu Last gelegten Taten zu.

    2011 bereits war der Mann wegen eines Übergriffs auf ein kleines Mädchen, das er in einem Freizeitzentrum kennengelernt hatte, zu 10 Monaten Haft auf Bewährung und einem Verbot, sich Minderjährigen zu nähern, verurteilt worden. Da er als Wiederholungstäter vor Gericht steht, drohen ihm jetzt 20 Jahre Haft. Am Prozess wollen etwa 30 Nebenkläger teilnehmen.

  • Pädokriminalität in der Kirche: Als erster Betrag stehen 20 Millionen Euro für die Opfer bereit

    Pädokriminalität in der Kirche: Als erster Betrag stehen 20 Millionen Euro für die Opfer bereit

    Nach der Veröffentlichung des Sauvé-Berichts über das Ausmaß der Pädokriminalität hatte das Episkopat die „Verantwortung“ der Kirche für diese Taten anerkannt und angekündigt, dass es Beträge zur Ebtschädigung der Opfer bereitstellen werde. Lesen Sie dazu auch: Kirche: 330.000 Opfer sexuellen Missbr…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Sexueller Missbrauch: Diözese Besançon verkaufte ein Gebäude zur Entschädigung der Opfer

    Sexueller Missbrauch: Diözese Besançon verkaufte ein Gebäude zur Entschädigung der Opfer

    Der Verkauf des Gebäudes, das einem Verein der katholischen Kirche in der Präfektur Doubs gehörte, brachte der Diözese 250.000 Euro ein, die sie an den Fonds zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs zahlte.

    Die Diözese Besançon hat eines ihrer Gebäude verkauft, um sich an der Entschädigung der Opfer sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche zu beteiligen. Dies bestätigte der Erzbischof von Besançon, Jean-Luc Bouilleret, am Freitag, dem 24. Dezember, gegenüber dem Radiosender France Bleu Besançon.

    Das Gebäude im Stadtzentrum von Besançon im Departement Doubs gehörte der Vereinigung der Jakobiner. Der Verkauf des Gebäudes brachte der Diözese 250.000 Euro ein. Diese Summe wurde in den Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche (Selam) eingezahlt, der nach der Veröffentlichung des Sauvé-Berichts Anfang Oktober 2021 eingerichet wurde.

    Lesen Sie auch: Missbrauch: Entschädigungsfonds soll aus Vermögen der Kirche oder Darlehen finanziert werden

    „Wenn es notwendig ist, mehr zu tun, werden wir mehr tun, je nach unseren Möglichkeiten“, sagte Mgr. Jean-Luc Bouilleret gegenüber France Bleu.

    Die Diözese Besançon ist nicht die erste, die Immobilien zum Verkauf anbietet, um den Entschädigungsfonds zu finanzieren. Die Diözese des Departements Val-de-Marne bot Anfang Dezember das Haus des Bischofs zum Verkauf an. Auch die Diözese Toulouse kündigte an, dass sie sich von einigen Gebäuden trennen werde, um in den Fonds einzuzahlen.

    Die Französische Bischofskonferenz (CEF) hat sich zum Ziel gesetzt, bis Anfang 2022 mindestens 20 Millionen Euro aufzubringen.

  • Covid-19: Mit der Gesundheitskrise nimmt die Kinderarbeit zu – auch in Frankreich

    Covid-19: Mit der Gesundheitskrise nimmt die Kinderarbeit zu – auch in Frankreich

    Derzeit arbeiten 160 Millionen Kinder in der Welt. Frankreich ist ebenfalls von der Kinderarbeit betroffen und hat gerade einen Plan zur Ausrottung dieses Phänomens vorgelegt.

    Das Phänomen der Kinderarbeit ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen, aber die Gesundheitskrise hat dazu geführt, dass wieder immer mehr Kinder zur Arbeit gezwungen werden. Derzeit gibt es weltweit 160 Millionen Kinderarbeiter, was einem Anstieg von mehr als acht Millionen in vier Jahren entspricht. Nach Angaben der Organisation internationale du travail könnte es bis Ende nächsten Jahres neun Millionen mehr Kinderarbeiter geben. Kinder arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft (70%), aber auch im Dienstleistungssektor und in der Industrie.

    Auch Frankreich ist von diesem Trend betroffen. Insbesondere ist eine neue Form der Kinderarbeit im Entstehen begriffen: Minderjährige arbeiten als Fahrradkuriere, auch Schulkinder versuchen so, Geld zu verdienen. Die andere, weitaus schlimmere Form der Kinderarbeit betrifft die sexuelle Ausbeutung von Kindern, die durch digitale Kommunikation erleichtert wird. Im Jahr 2020 verzeichnete das Arbeitsministerium 431 Einsätze der Arbeitsaufsichtsbehörde im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Minderjährigen in Frankreich. Und die Kinderarbeit ist weiter auf dem Vormarsch: Allein in diesem Jahr wurden zwischen Januar und Juni bereits 546 Einsätze verzeichnet.

    Insbesondere aber ist Wachsamkeit bei Importen geboten. Frankreich hat sich gerade zu einem Plan zur weltweiten Abschaffung der Kinderarbeit verpflichtet. In dieser Woche schloss sich Frankreich 25 anderen Staaten, hauptsächlich aus Afrika, Asien und Lateinamerika, an. Das Ziel ist, die Kinderarbeit bis 2025 weitestgehend zu beseitigen.

    Seit 2017 müssen französische Unternehmen einen Überwachungsplan anwenden, um sicherzustellen, dass sie durch ihre Aktivitäten keine Kinderarbeit in anderen Ländern unterstützen. Zum Beispiel, indem man Kleidung oder Spielzeug von Subunternehmern im Ausland herstellen lässt, die möglicherweise Kinder beschäftigen.

    Französische Unternehmen werden bei diesem Prozess unterstützt, es werden ihnen Instrumente, Schulungen und Leitfäden für bewährte Verfahren zur Verfügung gestellt. Ausserdem soll ein Ressourcenzentrum eingerichtet werden, das den Unternehmen helfen soll, ihre Subunternehmer besser zu überwachen.

  • Missbrauch: Entschädigungsfonds soll aus Vermögen der Kirche oder Darlehen finanziert werden

    Missbrauch: Entschädigungsfonds soll aus Vermögen der Kirche oder Darlehen finanziert werden

    Nachdem die 120 in Lourdes versammelten Bischöfe die kollektive Verantwortung der katholischen Kirche in Frankreich für den in ihrer Mitte begangenen Kindesmissbrauch anerkannt hatten, soll nun die Frage der Entschädigung der Opfer geregelt werden.

    Die katholische Kirche hatte sich bereits zu ihrer kollektiven Verantwortung für die Opfer der Pädokriminalität innerhalb der Kirche bekannt. Die 120 Bischöfe, die sich in Lourdes (Hautes-Pyrénées) trafen, einigten sich auch auf die Modalitäten einer „individualisierten“ Entschädigung der Opfer, wie der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort, am Montag, dem 8. November, bekannt gab.

    Lesen Sie auch: Missbrauch: Bischöfe erkennen “institutionelle Verantwortung” der Kirche an

    Die von Jean-Marc Sauvé geleitete Kommission erschütterte die katholische Welt, als sie letzten Monat ihren Bericht veröffentlichte, der das Ausmaß der Pädokriminalität in der katholischen Kirche in den letzten siebzig Jahren aufdeckte. Sie schätzt, dass seit 1950 in Frankreich 330.000 Minderjährige von Geistlichen, Ordensleuten oder Personen, die mit der Kirche beschäftigt waren, sexuell missbraucht wurden.

    Lesen Sie auch: Kirche: 330.000 Opfer sexuellen Missbrauchs nach Angaben der Sauvé-Kommission in Frankreich

    Die Bischöfe haben in Lourdes beschlossen, eine unabhängige nationale Anerkennungs- und Wiedergutmachungsstelle einzurichten, deren Aufgabe es sein wird, die Anträge der Opfer sexueller Gewalt zu prüfen. Der Name der Präsidentin dieses Gremiums wurde bereits bekannt gegeben: Es handelt sich um die Anwältin Marie Derain de Vaucresson, die „ihr Team nach dem Vorbild der Sauvé-Kommission“ zusammenstellen wird.

    „Wir Bischöfe haben begonnen, den Fonds für die Entschädigung mit unseren eigenen Beiträgen aufzustocken, aber es ist offensichtlich, dass wir viel mehr Geld aufbringen müssen, als wir uns vorgestellt haben.“ Die französischen Bischöfe haben sich daher verpflichtet, diesen Fonds weiter aufzufüllen, indem sie sich von Eigentum der französischen Bischofskonferenz und der Diözesen trennen, so der Präsident der Bischofskonferenz. „Wir werden keine Spenden von den Gläubigen“ annehmen, sagte Eric de Moulins-Beaufort, und „alle Bischöfe haben sich bereit erklärt, in ihren Diözesen zu versuchen, die Güter zu identifizieren, die sie veräussern können“.

    Außerdem, so fügte er hinzu, „haben wir beschlossen, notfalls einen Kredit aufzunehmen, um unseren Verpflichtungen nachkommen zu können“.

    Die katholischen Bischöfe haben den Papst gebeten, ihnen zu helfen, und Berater zu schicken, um die Art und Weise, wie sie Opfer von Kindesmissbrauch und die Täter behandeln, zu überprüfen. Und auch mögliche Rücktritte betroffener Bischöfe werden erwogen, wenn sich dies als notwendig erweisen sollte.

    Es sollen Arbeitsgruppen aus Laien, Diakonen, Priestern, Personen des geweihten Lebens und Bischöfen gebildet werden. Die Opfer werden mit ihnen in Verbindung gebracht und ein Koordinator soll für die Umsetzung der Empfehlungen der Sauvé-Kommission zuständig sein.

    Die Bischöfe verabschiedeten eine Reihe von Maßnahmen, die auf der Website der Bischofskonferenz aufgeführt sind, wie z. B. die systematische Überprüfung des Strafregisters von Klerikern und Laien, wenn sie zur Arbeit mit Minderjährigen berufen werden. Sie verpflichteten sich außerdem, jeweils für ihre Diözese die „Unterzeichnung eines Protokolls mit der/den betreffenden Staatsanwaltschaft(en)“ zu beantragen. Die französischen Bischöfe haben die Einrichtung eines „nationalen kanonischen Strafgerichts“ beschlossen und die Statuten dieses Gerichts als erste Instanz genehmigt, das am 1. April 2022 seine Arbeit aufnehmen wird.

  • Missbrauch in der Kirche: Bischöfe diskutieren über Entschädigung und Sanktionen

    Missbrauch in der Kirche: Bischöfe diskutieren über Entschädigung und Sanktionen

    Die französischen Bischöfe wollen am Montag, dem 8. November, über Maßnahmen zur Entschädigung der Opfer von Pädokriminalität in der Kirche und zur Verhinderung einer Wiederholung solcher Vorfälle entscheiden.

    Die 120 französischen Bischöfe sollen am Montag, dem 8. November, darüber abstimmen, wie sie ihren Weg und ihre Pflicht zur Wiedergutmachung gegenüber den Opfern sexuellen Missbrauchs klar und konkret zum Ausdruck bringen wollen. Zu diesen Maßnahmen gehört auch die Entschädigung von Opfern schon verjährter Straftaten, aber nicht nur: Alle Anträge werden berücksichtigt, versicherten die Bischöfe.

    Es könnte ein Diözesantribunal eingerichtet werden, das Sanktionen gegen pädophile Priester verhängen könnte, einschließlich der Entlassung aus der Kirche. Bereits am vergangenen Freitag haben die Prälaten die systemischen Dimensionen des Sachverhalts anerkannt. Die Bischöfe haben Wiedergutmachung gelobt und von einem „Sinneswandel“ gesprochen, während die Opfer nur einen kleinen Schritt in. die richtige Richtung sehen, erklärt die France Télévisions-Journalistin Muriel Lassaga aus Lourdes (Hautes-Pyrénées).

    Lesen Sie auch: Missbrauch: Bischöfe erkennen “institutionelle Verantwortung” der Kirche an