Schlagwort: jüdische Gemeinschaft

  • Hass auf heiligem Boden – Antisemitische Schmierereien an der Kathedrale von Reims erschüttern Frankreich

    Hass auf heiligem Boden – Antisemitische Schmierereien an der Kathedrale von Reims erschüttern Frankreich

    Mit Kreide geschrieben – und doch ein Schlag ins Gesicht. Am 16. Juli 2025 entdecken Passanten auf der Fassade der Kathedrale Notre-Dame de Reims eine abscheuliche Zeichnung: Eine Davidstern-Grafik, darüber ein teuflisches Antlitz. Eine Szene wie aus einem düsteren Kapitel europäischer Geschichte – nur dass sie sich nicht in einem Geschichtsbuch findet, sondern mitten in der Gegenwart. In einem der bedeutendsten Bauwerke Frankreichs. Die Polizei rückt an. Die Spuren werden gesichert. Der Schock bleibt. Wenn ein nationales Symbol zur Zielscheibe wird Die Kathedrale von Reims – weltberühmt, UNESCO-Welterbe, steinernes Zeugnis der französischen Geschichte. Hier, wo einst Könige gekrönt wurden, unter anderem Henri I. und Charles X., herrscht normalerweise Andacht und Bewunderung. Touristen kommen wegen der gotischen Architektur, Kunstliebhaber wegen der Glasfenster, Einheimische wegen des ikonischen „Engels mit dem Lächeln“. Doch mit einem einzigen Kreidestrich wird aus einem Ort des Licht…

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  • Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Hunderte Suchteams durchkämmten gestern weite Gebiete von Zentral-Texas, nachdem heftige Regenfälle Sturzfluten am Guadalupe River ausgelöst hatten. Während die Zahl der Todesopfer auf mindestens 80 stieg und Dutzende weiterhin vermisst wurden, warnten Meteorologen vor weiterem Regen und möglichen erneuten Sturzfluten in den stark betroffenen Regionen.

    Mindestens 28 der Opfer waren Kinder. Zehn Mädchen aus einem Ferienlager werden weiterhin vermisst.

    So verlief die Katastrophe: Die erste Sturzflutwarnung aufgrund des sintflutartigen Regens wurde kurz vor Mitternacht am Donnerstag herausgegeben. Gegen 4 Uhr morgens am Freitag rieten die Behörden des Bezirks den Bewohnern und Campern, „sofort höher gelegenes Gelände aufzusuchen“, nachdem der Pegel des Guadalupe River innerhalb von drei Stunden um 22 Fuß, also rund 6 Meter, gestiegen war.

    Wichtige Positionen in den lokalen Büros des Nationalen Wetterdienstes waren aufgrund der Sparmaßnahmen der Trump-Regierung unbesetzt, was einige Experten dazu veranlasst, zu fragen, ob Personalmangel es der Behörde erschwerte, sich mit den örtlichen Katastrophenschutzstellen abzustimmen.

    Gigantische Regenmengen wie jene, die die tödlichen Überschwemmungen in Texas verursacht haben, treten weltweit immer häufiger und intensiver auf, da die Verbrennung fossiler Brennstoffe den Planeten weiter aufheizt, sagen Wissenschaftler.

    Netanjahu auf dem Weg ins Weiße Haus

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wird heute in Washington mit Präsident Trump zusammentreffen, um über eine Waffenstillstandsvereinbarung für Gaza zu sprechen. Trump sagte, er hoffe, dass noch diese Woche eine erste Waffenruhe zustande komme.

    Die Vereinbarung sieht vor, dass die Hamas Geiseln freilässt, und könnte letztlich Israels Krieg im palästinensischen Gazastreifen beenden, der durch den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war. Gestern entsandte Israel Unterhändler nach Katar, um Differenzen mit der Hamas zu überbrücken, die zugestimmt hat, Gespräche über eine 60-tägige Waffenruhe aufzunehmen.

    In Israel wächst weiterhin die Opposition gegen den Krieg in Gaza. Viele Menschen fragen sich, was das Militär dort noch tun kann. Laut Armee wurden allein im vergangenen Monat über 20 israelische Soldaten getötet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza wurden seit Beginn des Krieges insgesamt mehr als 55.000 Palästinenser getötet.

    Warum die Nachfolge des Dalai Lama kompliziert ist

    Der Dalai Lama, der gestern 90 Jahre alt wurde, hat versprochen, dass China bei der Wahl seines Nachfolgers kein Mitspracherecht haben wird. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass Chinas Führung diese Entscheidung nicht beachten und selbst einen neuen Dalai Lama ernennen könnte.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    USA: Elon Musk kündigte an, dass er in den USA eine neue politische Partei gründen werde, die „America Party“, die bereits bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr auftreten soll.

    Australien: Viele Juden im Land sind angespannt, nachdem es in Melbourne zu zwei gewaltsamen Vorfällen gekommen ist – einer in einer Synagoge, der andere in einem israelischen Restaurant.

    Öl: Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere OPEC-Plus-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, ab August mehr Öl zu fördern – eine Erhöhung der Produktion, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

    Kenia: Der Tod des Bloggers Albert Ojwang in Polizeigewahrsam hat die Polizei des Landes ins Rampenlicht gerückt und eine Protestwelle ausgelöst.

    Diplomatie: Die EU steckt zwischen den USA und China fest, während sie einerseits versucht, mit Trump über Zölle zu verhandeln und gleichzeitig stabile Beziehungen zu Peking aufrechtzuerhalten.

    Wetter: Taifun Danas formiert sich derzeit im Südchinesischen Meer.

  • Welle des Hasses in Villeurbanne – Wieder antisemitischer Angriff

    Welle des Hasses in Villeurbanne – Wieder antisemitischer Angriff

    Die Straßen von Villeurbanne, einem eigentlich lebendigen und multikulturellen Vorort von Lyon, geraten zunehmend in den Schatten von Hass und Intoleranz. Am Freitag, dem 11. April 2025, ereignete sich ein weiterer antisemitischer Angriff – der mittlerweile dritte binnen eines Monats. Es war kein Einzelfall. Es ist ein Alarmsignal.

    Ein Mann, sichtbar als Jude zu erkennen durch seine Halskette mit dem Davidstern, wurde von zwei Männern angegriffen. Während einer der Täter ihm mit voller Wucht ins Gesicht schlug und ihn mit antisemitischen Beleidigungen überzog, filmte der andere die Szene mit seinem Handy – offenbar mit der Absicht, die Demütigung zu verbreiten. Eine abscheuliche Inszenierung des Hasses im digitalen Zeitalter.

    Ein Angriff auf eine Einzelperson – ein Angriff auf alle

    Präfektin Fabienne Buccio fand klare Worte. Sie nannte die Tat „inakzeptabel“ und betonte ihre Entschlossenheit, gegen Antisemitismus vorzugehen. Doch Worte allein reichen längst nicht mehr. Die jüdische Gemeinschaft fragt sich inzwischen: Bin ich auf der Straße noch sicher? Oder besser gefragt – wie viele Angriffe braucht es, bis gehandelt wird?

    Bereits im März wurden eine Frau und ein weiterer Mann in Villeurbanne auf ähnliche Weise attackiert. Ein besorgniserregender Trend – keine Ausrutscher. Diese Vorfälle zeichnen das Bild eines Klimas, das kälter wird, feindlicher, gefährlicher.

    Polizei unter Druck

    Die örtlichen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Die Täter sollen schnell identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. Doch die Bevölkerung erwartet mehr als Ermittlungen – sie fordert Schutz. Präsenz. Prävention. Und ein deutliches Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus.

    Wer mit einem Davidstern unterwegs ist, sollte keine Angst haben müssen, deshalb attackiert zu werden. Punkt. Wenn dieser Grundsatz nicht mehr gilt, ist mehr als nur eine rote Linie überschritten worden.

    Zwischen Betroffenheit und bitterer Realität

    Antisemitismus in Frankreich ist kein neues Phänomen – aber in seiner gegenwärtigen Form zunehmend aggressiv, digitalisiert und schamlos. Das Filmen solcher Taten ist mehr als eine Dokumentation – es ist Teil der Demütigung, der psychologischen Gewalt. Täter wollen nicht nur verletzen, sondern auch bloßstellen, entmenschlichen.

    Viele erinnern sich an frühere Jahre, in denen jüdische Einrichtungen, Schulen oder Synagogen unter Polizeischutz standen. Dass Einzelpersonen auf offener Straße wieder zu Zielscheiben werden, lässt Erinnerungen an dunkle Kapitel der Geschichte aufkommen – Kapitel, von denen man hoffte, sie nie wieder aufschlagen zu müssen.

    Was jetzt zählt

    Die wiederholten Angriffe zeigen: Hier geht es nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein gesellschaftliches Klima, das dringend einer klaren Antwort bedarf. Bildung, Aufklärung, Dialog – ja, alles wichtig. Aber ebenso wichtig sind konkrete Schutzmaßnahmen, eine stärkere Präsenz der Polizei und vor allem: Null Toleranz gegenüber jeder Form von Hasskriminalität.

    Auch die Justiz ist gefragt. Die Täter solcher Angriffe müssen schnell und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden – nicht nur zum Schutz der Opfer, sondern als Signal an potenzielle Nachahmer.

    Hoffnung auf Wandel

    Trotz der bedrückenden Nachrichten gibt es sie – die vielen Menschen, die sich solidarisch zeigen. Nachbarn, Freunde, Passanten, die nicht wegsehen. Ihre Stimmen sind jetzt gefragt. Denn Antisemitismus betrifft nicht nur Juden – er trifft uns alle in unserem gesellschaftlichen Fundament.

    Wird dieser Angriff das Fass zum Überlaufen bringen – oder doch nur ein weiterer Eintrag auf der langen Liste des Hasses bleiben?

    Von Andreas M. B.