Schlagwort: Jean-Marc Aveline

  • Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Neuer Papst gesucht: Im Vatikan begann heute eine richtungsweisende Wahl im Konklave

    Am frühen Abend des 7. Mai 2025 fiel im Vatikan ein symbolträchtiger Riegel ins Schloss: Punkt 18 Uhr wurden die Türen der Sixtinischen Kapelle geschlossen. Dahinter – 133 Kardinäle aus 70 Ländern, eingeschlossen bis zur Wahl des nächsten Papstes. Das Konklave, streng abgeschirmt von der Außenwelt, hat begonnen. Eine Zeremonie voller Geschichte, Strenge und Hoffnung auf die Zukunft.

    Die Welt schaut hin.

    Ein Ritus zwischen Tradition und Moderne

    Schon am Vormittag begann der Tag im Zeichen des Übergangs. In der Basilika Sankt Peter versammelten sich die Kardinäle zur Messe, bevor sie sich am Nachmittag zur Kapelle Pauline begaben – zur stillen Andacht und Sammlung. Was dann folgte, kennt man nur aus Fernsehbildern: In feierlicher Prozession zogen sie in die Sixtinische Kapelle ein, den Blick ernst, das Ritual einstudiert.

    Dort heißt es: Schweigen. Kein Smartphone, kein Internet, nicht einmal ein Funksignal darf den Raum durchdringen. Man könnte sagen: Die Zeit bleibt stehen – während draußen die Welt weiterrauscht.

    Der erste Wahlgang: Testlauf oder Überraschung?

    Noch am selben Abend erfolgt die erste Abstimmung. Ein echter Paukenschlag wird nicht erwartet – dieser Durchgang gilt traditionell eher als Orientierung. Das bedeutet: Die 89 Stimmen, die für eine Wahl nötig sind, dürften frühestens im Laufe des Donnerstags für den Auserwählten zusammenkommen.

    Falls nicht, gibt es bis zu vier weitere Versuche pro Tag. Jede Wahl endet mit einem simplen, aber weltweit beachteten Zeichen: schwarze Rauchwolke – kein Ergebnis. Weiße Rauchwolke – wir haben einen Papst.

    Ein Konklave wie nie zuvor

    Nie war ein Konklave internationaler. 70 Länder, 133 Wahlberechtigte – eine bunte Weltkarte der katholischen Kirche. Und ein Fingerzeig auf die Reformpolitik von Papst Franziskus, der zu Lebzeiten rund 81 Prozent der heutigen Wahlkardinäle ernannt hat. Diese Mehrheit könnte darüber entscheiden, ob sein Nachfolger seine Linie fortführt oder ganz neue Akzente setzt.

    Was ebenfalls auffällt: Der Blick der Kirche richtet sich zunehmend auf die sogenannten „Ränder“ – Länder und Regionen, die früher kaum repräsentiert waren, heute aber lautstark mitreden.

    Die Favoriten: Bekannt, doch nicht berechenbar

    Die Liste der möglichen Kandidaten – die sogenannten papabili – ist so offen wie selten. Als Favoriten jedoch gelten:

    • Pietro Parolin, Italiener, aktuell Kardinalstaatssekretär. Er gilt als erfahrener Diplomat – leise im Ton, aber einflussreich im Hintergrund.
    • Luis Antonio Tagle, Philippiner, zuständig für Evangelisierung. Charismatisch, populär, ein Gesicht des Globalen Südens.
    • Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille – ein Theologe mit sozialem Profil, der die Nähe zu den Menschen sucht.
    • Robert Sarah, aus Guinea, konservativ geprägt und bekannt für seine klare, manchmal unbequeme Haltung.

    Wer wird das Rennen machen? Oder kommt am Ende jemand ganz anderes, den bisher kaum jemand auf dem Zettel hatte? Es wäre nicht das erste Mal – und sicherlich nicht das letzte.

    Die Kirche am Scheideweg

    Wer immer der nächste Papst wird, eines steht fest: Die Herausforderungen sind immens. Die Kirche muss ihr zerbrechliches Gleichgewicht zwischen Tradition und Erneuerung bewahren, Skandale aufarbeiten, Reformen umsetzen – und dabei nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

    Dazu kommen globale Fragen: Migration, Umwelt, soziale Ungleichheit – alles Themen, bei denen das Oberhaupt der katholischen Kirche eine starke Stimme sein kann. Oder muss.

    Was bringt der weiße Rauch?

    In diesen Tagen geht es um mehr als eine Personalie. Es geht um Orientierung, Vertrauen, vielleicht sogar um ein neues Kapitel. Denn in einer Zeit, in der alte Gewissheiten bröckeln, sehnen sich viele nach einer moralischen Instanz, die Orientierung bietet.

    Die Wahl in der Sixtinischen Kapelle mag hinter dicken Mauern stattfinden – doch ihre Wirkung strahlt weit darüber hinaus. Es ist ein Moment, der Geschichte schreiben kann.

    Fragt sich nur: Welche?

    Von C. Hatty

  • Konklave 2025: Könnte ein Franzose der nächste Papst werden?

    Konklave 2025: Könnte ein Franzose der nächste Papst werden?

    Mit dem Beginn des Konklaves am 7. Mai 2025 richtet sich der Blick der katholischen Welt auf Rom – und vor allem auch auf einen Namen: Jean-Marc Aveline. Der Erzbischof von Marseille gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Papst Franziskus, der am 21. April verstorben ist. Sollte Aveline gewählt werden, wäre er der erste französische Papst seit fast 650 Jahren – zuletzt saß mit Gregor XI. im 14. Jahrhundert ein Franzose auf dem Stuhl Petri.


    Ein Brückenbauer mit mediterraner Prägung

    Jean-Marc Aveline, geboren 1958 im algerischen Sidi Bel Abbès, bringt eine beeindruckende Vita mit: Er wurde 1984 zum Priester geweiht, 2019 Erzbischof von Marseille und 2022 von Papst Franziskus persönlich zum Kardinal erhoben. Seine Schwerpunkte: interreligiöser Dialog, insbesondere mit dem Islam, sowie die Unterstützung von Migranten und sozial Schwachen.

    Avelines Pastoralkonzept gilt als klare Fortsetzung der Linie von Franziskus – nah an den Menschen, offen für die Ränder der Gesellschaft, unerschrocken in der Welt von heute. Als frisch gewählter Präsident der französischen Bischofskonferenz bringt er zusätzlich Gewicht in den Kreis der 133 Papstwähler ein.


    Ein Konklave im Zeichen der Balance

    Der Einfluss von Franziskus bleibt spürbar – der Großteil der wahlberechtigten Kardinäle wurde von ihm ernannt. Doch nicht alle teilen seine Vision: Konservative Stimmen, etwa der ungarische Kardinal Péter Erdő oder der niederländische Kardinal Willem Eijk, stehen für ein anderes Kirchenbild – eher traditionsbewahrend als transformierend.

    Daneben gibt es bekannte Namen wie Pietro Parolin, vatikanischer Staatssekretär, oder Luis Antonio Tagle aus den Philippinen – charismatisch, global vernetzt, aber bislang ohne sichtbare Mehrheit. Wird es am Ende doch ein Kompromisskandidat? Oder erlebt die katholische Welt einen Überraschungssieger?


    Frankreichs Rolle: Diskret, aber bedeutsam

    Fünf französische Kardinäle nehmen am Konklave teil – ein starkes Signal aus einem Land, das in der katholischen Welt nicht immer im Mittelpunkt stand. Neben Aveline ist auch Dominique Mamberti, Leiter des höchsten vatikanischen Gerichtshofs, von zentraler Bedeutung: Er wird den Namen des neuen Papstes verkünden, sollte er nicht selbst gewählt werden.

    Die Präsenz Frankreichs im Konklave ist damit nicht nur symbolisch – sie könnte realen Einfluss auf das Ergebnis haben.


    Wartende Weltkirche – offene Ausgangslage

    Auch wenn Aveline derzeit als Favorit gehandelt wird, bleibt die Wahl des Papstes stets eine Sache voller Unwägbarkeiten. Die Geschichte kennt viele Fälle, in denen der scheinbar sichere Kandidat plötzlich aus dem Rennen war – und jemand anderes zur weißen Rauchwolke führte.

    Doch fest steht: Die Kirche steht an einem Wendepunkt. Die Themen der Zeit – Migration, Klimakrise, Vertrauensverlust, Säkularisierung – verlangen nach Antworten. Vielleicht nach neuen Tönen. Vielleicht auch nach einer neuen Stimme aus Frankreich.

    Von C. Hatty

  • Vatikan im Wandel: Wer wird der nächste Papst?

    Vatikan im Wandel: Wer wird der nächste Papst?

    Am 7. Mai 2025 beginnt im Vatikan das Konklave zur Wahl des Nachfolgers von Papst Franziskus. Nach dessen Tod am 21. April und der Beisetzung am 26. April versammeln sich 135 wahlberechtigte Kardinäle aus aller Welt in der Sixtinischen Kapelle, um den neuen Pontifex zu bestimmen.

    Ein Konklave unter neuen Vorzeichen

    Die Zusammensetzung des Kardinalskollegiums ist so international wie nie zuvor: 135 Kardinäle unter 80 Jahren sind wahlberechtigt, viele davon wurden von Papst Franziskus ernannt. Diese Diversität könnte die Wahl komplexer gestalten, da viele Kardinäle sich untereinander kaum kennen.

    Wer folgt auf Franziskus?

    Unter den potenziellen Nachfolgern werden mehrere Namen gehandelt:

    • Pietro Parolin (Italien), der amtierende Kardinalstaatssekretär, gilt als erfahrener Diplomat und wird als Favorit angesehen.
    • Luis Antonio Tagle (Philippinen), bekannt für seine Nähe zu den Gläubigen und seine Kommunikationsfähigkeit.
    • Matteo Zuppi (Italien), Erzbischof von Bologna, steht für soziale Gerechtigkeit und interreligiösen Dialog.
    • Jean-Marc Aveline (Frankreich), Erzbischof von Marseille, engagiert sich für den interkulturellen Austausch.
    • Fridolin Ambongo Besungu (Kongo), bekannt für sein Engagement in Umwelt- und Sozialfragen.
    • Raymond Burke (USA), Vertreter des konservativen Flügels der Kirche.

    Die Wahl eines neuen Papstes erfordert eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Kardinäle. Ob der neue Pontifex den reformorientierten Kurs von Franziskus fortsetzen oder eine konservativere Linie einschlagen wird, bleibt abzuwarten.

    Ein Blick in die Zukunft

    Das bevorstehende Konklave ist nicht nur eine Wahl, sondern ein Richtungsentscheid für die katholische Kirche. Die Herausforderungen sind vielfältig: von der Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen über den Rückgang der Gläubigenzahlen in vielen Ländern bis hin zu Fragen der Rolle der Frau in der Kirche.

    Die Welt blickt gespannt auf den Vatikan und wartet auf das Zeichen des weißen Rauchs, der die Wahl eines neuen Papstes verkündet. Bis dahin bleibt die Frage offen, welchen Weg die Kirche in den kommenden Jahren einschlagen wird.

    Autor: Andreas M. B.